Beam eBooks und das #neuland

Beam eBooks und das #neuland

Deut­sche Ver­la­ge ha­ben ist nicht so mit dem In­ter­net und zu­ge­hö­ri­gen Tech­no­lo­gi­en. Bei »Di­gi­ta­li­sie­rung« den­ken sie ver­mut­lich an Flynn, der vom MCP auf das Spiel­ra­ster ge­schickt wird …

Ich hat­te kürz­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass ich mich nicht mehr in mei­nen Beam-Ac­count ein­log­gen konn­te. Hier wie es wei­ter ging.

Es sind nur noch Um­satz­zah­len aus 2017 sicht­bar:

Die ha­ben ih­ren Shop von ei­ner »Agen­tur« er­neu­ern las­sen. Da­bei gin­gen alle Um­satz­zah­len aus den bei­den al­ten Shops ver­lo­ren, die kann man also nicht mehr ein­se­hen. Al­ler­dings sind sie ge­setz­lich ver­pflich­tet, ei­nen Nach­weis zu füh­ren, des­we­gen frag­te ich nach. Auf Nach­fra­ge kann ein Ser­vice­mit­ar­bei­ter dann auch tat­säch­lich die Da­ten aus den al­ten Shops zie­hen und sie ei­nem als CSV-Da­tei zur Ver­fü­gung stel­len. Man hät­te die Da­ten auch ein­fach mi­grie­ren kön­nen, das ist nun wirk­lich nicht schwer …
Lei­der kann man im neu­en Shop nur noch Um­sät­ze se­hen, kei­ne Down­loads mehr. Das ist umso är­ger­li­cher, als ich mit den er­sten bei­den Bän­den der STEAM­PUNK-CHRO­NI­KEN eBooks ko­sten­los un­ter Crea­ti­ve Com­mons-Li­zenz an­bie­te. Die Kon­zen­trie­rung auf Um­sät­ze scheint für ei­nen nur auf Ge­winn ori­en­tier­ten An­bie­ter wie Beam und Ba­stei Lu­eb­be ver­mut­lich lo­gisch. Für je­man­den, der auf mo­der­nen In­ter­net-Krem­pel wie CC-Li­zen­zen setzt, ist es das nicht im ge­ring­sten. Ich kann jetzt auf­grund der feh­len­den An­ga­ben über­haupt nicht mehr fest­stel­len, wie er­folg­reich die bei­den Bü­cher sind. Der Shop hat sich also tech­nisch ver­schlech­tert – und das nicht nur in die­sem Punkt:

Alle Be­wer­tun­gen und Be­spre­chun­gen sind weg:

Der Punkt muss in­halt­lich gar nicht wei­ter er­klärt wer­den. Auf Rück­fra­ge, war­um das so ist, er­hielt ich die Ant­wort:

die Be­wer­tun­gen konn­ten lei­der nicht in das neue Sy­stem über­nom­men wer­den, da sich die­ses grund­le­gend ver­än­dert hat.

Das ist eine der­ma­ßen dum­me Aus­re­de, dass es mich schau­dern lässt. Be­ruf­lich ma­che ich un­ter an­de­rem ge­nau das: Da­ten­mi­gra­ti­on zwi­schen ver­schie­de­nen Sy­ste­men, bei­spiels­wei­se Web­shops, des­we­gen weiß ich ge­nau, wie so et­was ab­geht, und dass die Ant­wort so schlicht falsch ist. Dass die Be­wer­tun­gen nicht über­nom­men wur­den kann mei­ner An­sicht nach drei Grün­de ha­ben:

  1. die be­auf­trag­te Agen­tur war dazu nicht in der Lage (was ein Ar­muts­zeug­nis wäre – ich kann das nicht glau­ben)
  2. Der Be­trei­ber (also in letz­ter Kon­se­quenz Ba­stei Lu­eb­be) woll­te den Auf­wand nicht zah­len
  3. Es hat beim Be­trei­ber kei­ner dran ge­dacht, das ins Pflich­ten­heft auf­zu­neh­men

Für den Au­tor und Le­ser sind Be­wer­tun­gen, ins­be­son­de­re po­si­ti­ve, aber ein ganz grund­le­gen­des Fea­ture, ins­be­son­de­re als Wer­bung und da­mit mehr Ab­satz. Die ein­fach weg­zu­hau­en zeugt von ei­ner Igno­ranz ge­gen­über den An­for­de­run­gen von Ver­la­gen, Au­to­ren und Self­pu­blishern, dass man sich fra­gen muss, ob dem »Dienst­lei­ster« die Be­dürf­nis­se sei­ner Kun­den (und nichts an­de­res sind ja En­ti­tä­ten, die bei de­nen Bü­cher ein­stel­len) voll­kom­men egal sind.

In­kon­si­sten­zen bei der Preis­dar­stel­lung

Was bei der Mi­gra­ti­on eben­falls ab­han­den ge­kom­men ist, ist die Da­ten­in­te­gri­tät. Ich hat­te wie ge­sagt zu al­ten Beam-Zei­ten, als das vor Ba­stei noch ein wirk­lich gu­ter Shop war, zwei eBooks ko­sten­los ein­ge­stellt. Nach­dem ich wie­der Zu­griff auf das Pu­blisher-Backend hat­te, sah ich vol­ler Schrecken, dass der Preis für die bei­den Bü­cher dort mit ei­nem Euro an­ge­ge­ben war. Die le­gen also ernst­haft uni­la­te­ral an­de­re Prei­se fest, als der Ur­he­ber das will? Tat­säch­lich war das nicht so, denn im Front­end, also im für Kun­den sicht­ba­ren Shop, wur­den die bei­den Bü­cher nach wie vor ko­sten­los an­ge­bo­ten.

Den­noch: Wer auch im­mer die Mi­gra­ti­on durch­ge­führt hat, war of­fen­sicht­lich nicht dazu in der Lage, kon­si­sten­te Da­ten be­reit­zu­stel­len. Wo­her soll man als Pu­blisher wis­sen, ob die Preis­in­for­ma­tio­nen, die man im Backend sieht, mit de­nen über­ein­stim­men, die das Fron­ten dem Kun­den zeigt? Das ist eine der­ma­ßen un­fass­ba­re In­kom­pe­tenz, dass es mich er­neut schau­dern lässt. Der Kom­men­tar vom Sup­port:

Lei­der kommt es zu­sätz­lich der­zeit zu ei­nem Dar­stel­lungs­feh­ler im Backend, we­gen die­sem wer­den 0€ Ti­tel im Backend als 1€ Ti­tel an­ge­zeigt. Im Shop hin­ge­gen stimmt der ein­ge­ge­be­ne Preis und die Ti­tel wer­den für 0,00€ ver­kauft. Wir ha­ben den Feh­ler be­reits an un­se­re Agen­tur kom­mu­ni­ziert und wer­den die­sen so schnell wie mög­lich be­he­ben.

Na im­mer­hin wol­len sie den Feh­ler be­he­ben (las­sen). Wann das ge­sche­hen wird ist of­fen.

Ab­rech­nung:

Auf mei­nen aus­drück­li­chen Wunsch hin woll­te man mir die Da­ten der zu­rück­lie­gen­den Ver­käu­fe als CSV-Da­tei­en zu­sen­den. Lei­der fehl­ten in der Mail die An­hän­ge. Als ich dar­auf hin­wies be­kam ich vom sel­ben Sup­por­ter eine Mail von ei­ner an­de­ren Email­adres­se. Of­fen­bar fil­tert de­ren Mail­sy­stem also grund­sätz­lich An­hän­ge, egal ob sinn­vol­le oder sinn­lo­se. Wenn ich an mei­ne – äu­ßerst über­sicht­li­chen – Um­sät­ze aus eBooks ab­seits der Steam­punk-Chro­ni­ken kom­men möch­te, muss ich gleich meh­re­re Rech­nun­gen stel­len, denn Ba­stei Lu­eb­be jon­gliert im­mer wie­der mit dem Shop (aus ei­ner Mail an mich):

Für alle Um­sät­ze bis ein­schließ­lich 31.12.15 müss­te die Rech­nung an die oo­li­po AG adres­siert wer­den:
Oo­li­po AG
Schan­zen­stra­ße 6–20
51063 Köln

Für alle Um­sät­ze ab dem 1.1.2016 bis heu­te müss­te Ihre Rech­nung an den Beam Shop adres­siert wer­den:
Beam Shop GmbH
Schan­zen­stra­ße 6–20
51063 Köln

Weil die nicht wis­sen was sie wol­len und im­mer wie­der mal das Ge­schäfts­mo­dell än­dern, muss man also im­mer wie­der mal Rech­nun­gen an neue Un­ter­neh­men stel­len. Was ist ei­gent­lich aus der Schnaps­idee Oo­li­po ge­wor­den?

Al­les in al­lem muss man kon­sta­tie­ren, dass man beim Be­trei­ber von Beam eBooks of­fen­bar mit dem Me­di­um In­ter­net nicht zu­recht kommt, wenn ein­fach­ste Da­ten­mi­gra­tio­nen nicht statt­fin­den kön­nen, und das dazu führt, dass man sich we­gen Feh­lern nicht mehr in sein Kon­to ein­log­gen kann und das erst von ei­nem Sup­por­ter an­ge­fasst wer­den muss, weil noch nicht mal das zu­rück­set­zen des Pass­worts klappt. Wei­ter­hin kann man we­der ver­gan­ge­ne Um­sät­ze, noch ak­tu­el­le Down­loads se­hen, und Prei­se wer­den im Backend falsch an­ge­zeigt. Zu­dem wer­den die  äu­ßerst ver­kaufs­wich­ti­gen Be­wer­tun­gen und Be­spre­chun­gen ein­fach mal nicht über­nom­men, und das nur la­ko­nisch kom­men­tiert. Down­load­zah­len wer­den gar nicht mehr an­ge­zeigt, beim Be­trei­ber zählt nur Um­satz

Und ab­schlie­ßend kann ich nur fest­stel­len, dass die Ver­käu­fe für 2017 bei null lie­gen (Down­loads kann ich nicht se­hen). Of­fen­bar kau­fen die Kun­den über­all, nur nicht mehr beim neu­en Beam. Das wun­dert auch nicht, denn wäh­rend der di­ver­sen Um­stel­lun­gen kam es zu der­ma­ßen vie­len tech­ni­schen Pro­ble­men mit Down­loads oder Abos, dass die Ziel­grup­pe ver­mut­lich die Fa­xen ex­trem dicke hat­te und sei­ne eBooks kon­se­quent wo­an­ders kauft.

Die Fa­xen mit den #neu­land-Stüm­pern habe auch ich ziem­lich dicke und wer­de des­we­gen mei­ne eBooks aus dem Shop von Beam-eBooks ent­fer­nen. Es ist über­aus scha­de und er­schreckend, wie Ba­stei Lu­eb­be den vor ih­rer Über­nah­me groß­ar­ti­gen eBook-Shop zu­grun­de ge­rich­tet hat.

Onleihe: Bonnier und Holtzbrinck kriegen den Hals nicht voll

Onleihe: Bonnier und Holtzbrinck kriegen den Hals nicht voll

ebookpreise

On­lei­he nennt sich das Ver­fah­ren, mit dem die eBooks auch bei dem Stadt­bü­che­rei­en an­ge­kom­men sein soll­ten. Tat­säch­lich steht dem al­ler­dings im Weg, dass den Ver­la­gen die On­lei­hen ein Dorn im Auge sind, da sie der An­sicht sind, dass da­durch ihr Ein­kom­men er­heb­lich ge­min­dert wird. Des­we­gen hört man aus Rich­tung der Ver­la­ge und des Bör­sen­ver­eins zu die­sem The­ma be­reits seit Jah­ren viel »Mimi­mi«.

Bon­nier und Holtz­brinck (und da­mit auch Dro­emer Knaur, Fi­scher, Kie­pen­heu­er & Witsch, Ro­wohlt, Pi­per, Ull­stein und Carl­sen) ha­ben den Bü­che­rei­en jetzt ein An­ge­bot ge­macht, das die­se sehr wohl ab­leh­nen kön­nen. Auch wenn man hef­tig her­um­lob­by­isiert hat, um fest­zu­stel­len, dass eBooks auch ganz nor­ma­le Bü­cher im Sin­ne des Buch­preis­bin­dungs­ge­set­zes sind, möch­te man für die On­lei­he-eBooks of­fen­bar ei­nen an­de­ren Sta­tus in­klu­si­ve Ver­falls­da­tum.

Denn die Li­zenz­be­din­gun­gen be­inhal­ten zum ei­nen, dass die klas­sisch klam­men Bi­blio­the­ken für eBooks den zwei­ein­halb­fa­chen End­kun­den­preis be­zah­len sol­len. Für den er­höh­ten Preis ha­ben die dann auch noch ein be­son­de­res Fea­ture: ein Ver­falls­da­tum. Denn die Li­zen­zen sol­len nach zwei vier Jah­ren oder ge­ra­de mal 52 Aus­leih­vor­gän­gen ver­fal­len.

Der Bi­blio­theks­ver­band Fran­ken hat es dann in ei­ner Stel­lung­nah­me nach­voll­zieh­ba­rer­wei­se auch ab­ge­lehnt, eBook-Li­zen­zen zu die­sen Be­din­gun­gen zu er­wer­ben. Ich gehe da­von aus, dass an­de­re nach­zie­hen wer­den.

Da se­hen wir in mei­nen Au­gen wie­der ein­mal, dass gro­ßen Ver­la­gen die klin­geln­de Kas­se of­fen­bar deut­lich wich­ti­ger ist, als die Un­ter­stüt­zung von Kunst und Kul­tur bei ge­mein­nüt­zi­gen Ein­rich­tun­gen wie Stadt­bü­che­rei­en. Die­je­ni­gen, die sich selbst im­mer wie­der gern als Kul­tur­hü­ter und -Un­ter­stüt­zer ge­rie­ren, sind mei­ner An­sicht nach längst pri­mär zu Geld­hü­tern ge­wor­den. Per­so­nen, die auf die Bü­che­rei­en an­ge­wie­sen sind, weil sie sich den Buch­kauf nicht lei­sten kön­nen (in Deutsch­land ist in­zwi­schen je­der Fünf­te arm oder von Ar­mut be­droht), schau­en in die Röh­re.

Das neue Buchpreisbindungsgesetz, eBooks und die Selfpublisher

Das neue Buchpreisbindungsgesetz, eBooks und die Selfpublisher

eBook-ParagraphMan­che Ge­set­ze be­nö­ti­gen Jah­re bis zu ih­rem In­kraft­tre­ten, wenn al­ler­dings eine Lob­by drän­gelt, macht die Po­li­tik auch schon mal deut­lich schnel­ler: Seit heu­te gilt das neue Buch­preis­bin­dungs­ge­setz, her­bei­lob­by­isiert vom Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels und Co, das jetzt auch eBooks ein­deu­tig be­nennt (wit­zig dar­an ist al­ler­dings nach wie vor, dass es bis heu­te kei­ne ein­deu­ti­ge, rechts­gül­ti­ge De­fi­ni­ti­on gibt, was ein eBook ei­gent­lich ist).

Ma­thi­as Mat­ting wid­met sich dem The­ma auf sei­ner Sei­te Self­pu­blisher­bi­bel, und be­kräf­tigt auch auf Nach­fra­ge in der Face­book-Grup­pe »Self Pu­bli­shing«, dass sich für Selbst­ver­le­ger nichts än­dert. Er be­harrt dar­auf, dass das Ge­setz auch für Self­pu­blisher gilt.

Doch da irrt er mei­ner An­sicht nach. Ich schrieb be­reits im Mai die­ses Jah­res über das The­ma, denn in den Be­grün­dun­gen zum Ge­setz, die von Ge­rich­ten zur Ur­teils­fin­dung her­an­ge­zo­gen wer­den, steht, dass die Preis­bin­dung für eBooks von Self­pu­blishern eben NICHT gilt. Der Pas­sus (sie­he Be­grün­dung im PDF des BMWI)

»Der Preis­bin­dung un­ter­lie­gen­de elek­tro­ni­sche Bü­cher wer­den zum dau­er­haf­ten Zu­griff an­ge­bo­ten und sind un­ter Wür­di­gung al­ler Um­stän­de als über­wie­gend ver­lags- oder buch­han­dels­ty­pisch an­zu­se­hen.«

Und das schließt Self­pu­blisher aus, denn die sind eben NICHT ver­lags­ty­pisch, ins­be­son­de­re dann nicht, wenn man aus­schließ­lich über Ama­zon an­bie­tet, dann ist das eBook mög­li­cher­wei­se noch nicht ein­mal buch­han­dels­ty­pisch, denn man be­kommt es im her­kömm­li­chen Buch­han­del (bzw. bei de­ren On­line­platt­for­men) nicht. Ich ste­he üb­ri­gens mit die­ser Mei­nung nicht al­lei­ne.

Im Ge­set­zes­ent­wurf stand so­gar noch:

Elek­tro­ni­sche Bü­cher, die nicht als ver­lags- oder buch­han­dels­ty­pisch an­zu­se­hen sind, wie bei­spiels­wei­se von den Au­to­ren selbst un­ter Nut­zung spe­zia­li­sier­ter Platt­for­men ver­öf­fent­lich­te elek­tro­ni­sche Bü­cher, fal­len nicht un­ter die Preis­bin­dung.

Da hat man of­fen­bar noch ei­ni­ges an Lob­by­tum in Be­we­gung ge­setzt, um den Pas­sus aus den Be­grün­dun­gen her­aus zu be­kom­men.

Ob man sich mit dem Bör­sen­ver­ein und des­sen Treu­hän­der­kanz­lei, die über die Ein­hal­tung der Buch­preis­bin­dung wacht und da­für auch gern mal ab­mahnt, an­le­gen möch­te, muss man na­tür­lich als Self­pu­blisher ab­wä­gen. Es könn­te al­ler­dings sein, dass Bör­sen­ver­ein und Co. wie bis­her lie­ber die Schaf­fung ei­nes Prä­ze­denz­falls un­be­dingt ver­mei­den möch­ten. Ein recht­li­ches Rest­ri­si­ko bleibt, denn was die ju­ri­sti­sche Power an­geht, sitzt der Bör­sen­ver­ein si­cher am län­ge­ren He­bel und be­reits die­ses Droh­sze­na­rio könn­te ver­hin­dern, dass Selbst­ver­le­ger Ex­pe­ri­men­te wa­gen, hier das Recht also durch In­ter­es­sen­grup­pen selbst­ge­macht wird.

Man könn­te an die­ser Stel­le auch mal dar­über nach­den­ken, war­um Mat­ting so of­fen­siv eine an­de­re Mei­nung ver­tritt. Viel­leicht weil er Mit­glied und 1. Vor­sit­zen­der ei­nes Self­pu­blisher-Ver­eins ist, der in den Räu­men des Bör­sen­ver­eins ge­grün­det wur­de?

In mei­nen Au­gen ist das Buch­preis­bin­dungs­ge­setz oh­ne­hin ein fos­si­ler Ein­griff in den Markt, der es der Bran­che er­mög­licht, kar­tell­ar­ti­ge Struk­tu­ren zu schaf­fen und schwä­che­re Markt­teil­neh­mer aus­zu­boo­ten. Es ge­hört ab­ge­schafft.

Alternativen beim Online-Kauf, gibt es die? bol.de

Via Goog­le+ wur­de ich auf bol.de hin­ge­wie­sen. Bol.de und buch.de ge­hö­ren zum sel­ben An­bie­ter (näm­lich der buch.de in­ter­netsto­res AG). Des­we­gen zeig­te sich bei Stich­pro­ben, dass das An­ge­bot na­he­zu iden­tisch ist, ich wür­de mal da­von aus­ge­hen, dass bei­de Por­ta­le auf die­sel­ben Da­ten­ban­ken zu­rück grei­fen und nur das Front­end un­ter­schied­lich ge­stal­tet wur­de. Ich habe mich des­we­gen bei mei­nem Test auf bol.de be­schränkt.
Auf den er­sten Blick fällt mir auf der Start­sei­te auf, dass die Haupt­na­vi­ga­ti­on nach Ka­te­go­ri­en, die man oben ho­ri­zon­tal fin­det, an der lin­ken Sei­te ver­ti­kal noch­mal wie­der­holt wird. Das wirkt selt­sam red­un­dant. Wenn man al­ler­dings eine Ka­te­go­rie an­klickt, er­scheint in­ner­halb des ge­wähl­ten Kon­texts links eine Sub­na­vi­ga­ti­on – und das macht na­tür­lich Sinn. Die Ge­stal­tung der Start­sei­te ist … hm … mi­ni­ma­li­stisch und auch hier fin­det man den ge­sam­ten Con­tent­block an die lin­ke Brow­ser­sei­te ge­ku­schelt. War­um das heu­te noch der­art vie­le Sei­ten­be­trei­ber so ma­chen, ist mir völ­lig un­ver­ständ­lich.

Auf der Start­sei­te wer­den di­ver­se Me­di­en vor­ge­stellt, je­weils drei un­ter den La­bels »Tipps der Re­dak­ti­on«, »Ak­tu­el­les« und »Best­sel­ler«. Das geht völ­lig in Ord­nung und ist auch im­mer eine gute Idee, um Ver­käu­fe zu ge­ne­rie­ren, wenn­gleich auch hier die Tipps der Re­dak­ti­on jeg­li­che Be­grün­dung feh­len las­sen, war­um es sich ge­ra­de bei die­sem Ar­ti­kel um eine Emp­feh­lung han­delt.
Die Haupt­me­nü­punk­te klap­pen in Form ei­nes so­ge­nann­ten »Me­ga­men­üs« auf und of­fen­ba­ren ihre Sub­ka­te­go­ri­en. Das ist be­quem. Er­freu­li­cher­wei­se gibt es so­wohl un­ter »Bü­cher« wie auch un­ter »eBooks & eRe­ader« den Ein­trag »Sci­ence Fic­tion & Fan­ta­sy« (un­ter eBooks heisst der wit­zi­ger­wei­se »Fan­ta­sy & Sci­ence-Fic­tion«, war­um hier die Rei­hen­fol­ge eine an­de­re ist, weiß ver­mut­lich bei Bol kei­ner). Wählt man eine der Haupt­ka­te­go­ri­en, öff­net sich links eine Sub­na­vi­ga­ti­on, die mehr Ein­trä­ge um­fasst als das eben an­ge­spro­che­ne Me­ga­menü. Äu­ßerst über­sicht­lich und so oder ähn­lich muss das ge­macht wer­den.

Das "Megamenü"
Das »Me­ga­menü«

Höchst er­freu­lich ist, dass es hier so­gar meh­re­re Un­ter­ka­te­go­ri­en gibt, näm­lich »Fan­ta­sy«, »nach Rei­hen«, »Sci­ence Fic­tion«, »Vam­pir­ro­ma­ne« (seufz) und »Nach Au­to­ren«. Das ist vor­bild­lich. Wei­ter­hin be­steht die Mög­lich­keit, die an­ge­zeig­ten Er­geb­nis­se nach ver­schie­de­nen Kri­te­ri­en neu zu sor­tie­ren: »be­ste Tref­fer«, »»auf­stei­gend nach Ver­kaufs­rang«, »ab­stei­gend nach Er­schei­nungs­jahr«, »auf- und ab­stei­gend nach Preis« so­wie »»auf- und ab­stei­gend al­pha­be­tisch«. Das sind Op­tio­nen, wie ich sie auf den an­de­ren Shop­sei­ten bis­her ver­geb­lich ge­sucht habe und das er­in­nert al­les schon sehr deut­lich an Ama­zon – man hat sich zwei­fel­los an die­sem Vor­bild ori­en­tiert.

Seitenmenü
Sei­ten­me­nü

Wäh­le ich die Sub­ka­te­go­rie »fremd­spra­chi­ge Bü­cher« ver­än­dert sich er­neut das Sei­ten­me­nü und ich kann zwi­schen ver­schie­de­nen Spra­chen wäh­len. Ich klicke auf »Eng­li­sche Bü­cher« – und bin ver­blüfft, denn so­gar hier wer­den noch­mals Un­ter­ka­te­go­ri­en an­ge­zeigt. Das wäre für mich an­ge­sichts der an­de­ren ge­te­ste­ten Platt­for­men an die­ser Stel­le fast ein Grund, eine Fla­sche Scham­pus auf­zu­ma­chen und zu fei­ern, nur lei­der, lei­der ver­mis­se ich hier die Ka­te­go­rie »SF & Fan­ta­sy«. Doch halt … Nach ei­nem Klick auf »Bel­le­tri­stik« er­scheint noch­mals ein Sub­me­nü und dort gibt es auch ei­nen Ein­trag da­für. Okay, her mit dem Scham­pus und das ob­wohl es jetzt kei­ne Un­ter­tei­lung zwi­schen den bei­den Gen­res mehr gibt. Un­ter­halb der Haupt­na­vi­ga­ti­on fin­de ich so­gar ei­nen so­ge­nann­ten »Bre­ad­crumb«, der mir an­zeigt, wie tief und wo in der Na­vi­ga­ti­ons­struk­tur ich mich be­fin­de – bei de­nen scheint es sich ob­wohl sie bei der Nut­zung von kom­ple­xen Web­sei­ten über­aus hilf­reich sind, um eine ar­ka­ne oder ok­kul­te Kunst zu han­deln, denn sie in­zwi­schen sel­ten ir­gend­wo zu fin­den.

Aber im Ernst: das ist bis­her bei Wei­tem die be­ste Lö­sung, die ich bis jetzt ge­se­hen habe und sie ist höchst er­go­no­misch und be­quem. Durch die Men­ge an Sub­ka­te­go­ri­en kann man sich re­la­tiv schnell ge­nau dort­hin han­geln, wo­hin man möch­te. An­de­re An­bie­ter soll­ten sich hier schnell ein paar pla­ne­ten­gro­ße Schei­ben ab­schnei­den, denn es zeigt, was mög­lich ist, wenn man je­man­den be­auf­tragt, der sich mit so­was aus­kennt und das Wort »Usabi­li­ty« nicht für eine sel­te­ne Erb­krank­heit hält. Ich bin an die­ser Stel­le äu­ßerst ge­pannt, ob der po­si­ti­ve Ein­druck so be­stehen blei­ben wird.

Auch hier ist wie­der die er­ste Su­che die nach BLOOD RI­TES von Jim But­cher. Es gibt meh­re­re Tref­fer, das Or­bit-Ta­schen­buch, so­wie Soft- und Hard­co­ver von Roc. Das Roc-Ta­schen­buch wird als Son­der­an­ge­bot mit »-10%« an­ge­prie­sen, da­mit ko­stet es mit 7,10 Euro ge­nau so­viel wie bei Ama­zon; es ist lie­fer­bar. Das Hard­co­ver ist mit 19,20 so­gar preis­wer­ter als bei Ama­zon, dort wer­den 20,99 Euro an­ge­sagt. Ich wäre schwer be­ein­druckt, lei­der ist es bei Bol aber nicht so­fort lie­fer­bar, son­dern erst in »1 – 2 Wo­chen«. Scha­de. Ama­zon kann lie­fern.

Wei­ter mit CHAN­GES, auch hier muss ich auf­grund der vie­len Tref­fer das Such­ergeb­nis mit dem Au­to­ren­na­men ver­fei­nern. Ge­fun­den wird nur ein Ta­schen­buch, das von Roc, der Preis be­trägt 7,40 Euro, es ist so­fort lie­fer­bar. Bei Ama­zon wer­den 7,20 Euro an­ge­sagt, da ist es eben­falls lie­fer­bar und die ha­ben zu­dem das Hard­co­ver.

Im Ver­gleich zu den bis­he­ri­gen Shops fällt mir üb­ri­gens auf, dass ich bei den eng­li­schen Bü­cher bei je­dem ein­zel­nen Co­ver­bil­der an­ge­zeigt be­kom­men habe, das ist deut­lich bes­ser als bei den an­de­ren An­bie­ter, wo es zu oft nur Platz­hal­ter zu se­hen gibt. Ich wür­de gern über ir­gend et­was mot­zen, aber bis­her ist al­les in Ord­nung bis gut.

Die Su­che nach REDSHIRTS för­dert Soft- und Hard­co­ver von Tor Books und Gol­lan­cz ans Licht des Bild­schirms, lie­fer­bar ist lei­der kei­nes da­von. Das trübt das Er­geb­nis, denn REDSHIRTS ist ein durch­aus ak­tu­el­ler Ro­man. Die Prei­se sind wie folgt:

  • Gol­lan­cz Hard­co­ver: 17,40 EUR
  • Gol­lan­cz Soft­co­ver: 9,30 EUR
  • Tor Hard­co­ver: 18,30 EUR
  • Tor Soft­co­ver: 11,00 EUR

Zum Ver­gleich die Prei­se bei Ama­zon:

  • Gol­lan­cz Hard­co­ver: 17,00 EUR
  • Gol­lan­cz Soft­co­ver: 9,00 EUR
  • Tor Hard­co­ver: 17,90 EUR
  • Tor Soft­co­ver: 10,70 EUR

Hier also nur mi­ni­ma­le Un­ter­schie­de beim Preis, al­ler­dings kann Ama­zon lie­fern, Bol nicht. Nicht lie­fer­bar ist hier üb­ri­gens in bei­den Fäl­len die Ta­schen­buch­aus­ga­be bei Gol­lan­cz, aber das ist kein Wun­der: die er­scheint erst im Mai.

Eine Su­che nach »Alan Dean Fo­ster« funk­tio­niert ge­nau­so gut wie eine nach »Alan De­arn Fo­ster«, die Such­ma­schi­ne kann also »fuz­zy«. Bei ei­ner Ein­schrän­kung auf eng­lisch­spra­chi­ge Bü­cher muss man lei­der fest­stel­len, dass der größ­te Teil nicht so­fort lie­fer­bar ist. Die Prei­se sind im di­rek­ten Ver­gleich zum Kon­kur­ren­ten im gro­ßen und gan­zen in Ord­nung.

Kom­men wir zu den eBooks.

Die auf eng­li­sche eBooks be­schränk­te Su­che nach Alan Dean Fo­ster bringt nur fünf Er­geb­nis­se, das ist bei ei­nem der­art flei­ßi­gen Au­tor ziem­lich er­bärm­lich. Für ICE­RIG­GER in der Gate­way-Aus­ga­be soll man 10,99 Euro be­rap­pen, Ama­zon sagt da­für nur 6,49 Euro an (ICE­RIG­GER stammt üb­ri­gens aus dem Jahr 1974 … wie die bei Bol auf die­se Prei­se kom­men, weiß wohl nur der Q). Charles Stross´ HID­DEN FA­MI­LY wird nicht ge­fun­den, eben­so we­nig wie Scal­zis REDSHIRTS. Der Best­sel­ler THE HUN­GER GA­MES von Su­z­an­ne Col­lins ko­stet 8,99 Euro, bei Ama­zon nur 5,65. Ge­or­ge R. R. Mar­tins A DANCE WITH DRA­GONS wird für 27,79 an­ge­bo­ten, hier ist der Preis bei Ama­zon mit 13,99 Euro schon hoch. Das Ta­schen­buch be­kommt man dort üb­ri­gens für ver­gleichs­wei­se läp­pi­sche 5,99 Euro, das ist der­sel­be Preis wie bei Bol.
Es sind hier auch ein paar sehr preis­wer­te Li­zenz-eBooks zu fin­den, wie bei­spiels­wei­se WORLD OF WAR­CRAFT: DAWN OF THE AS­PECTS PART I für 2,70, das ist beim Kon­kur­ren­ten al­ler­dings auch für 2,21 zu ha­ben.

Bei den eBooks sind die­Preis­un­ter­schie­de nicht ganz so krass wie auf manch an­de­ren Por­ta­len, aber im­mer noch deut­lich und die­se be­we­gen sich in vie­len Fäl­len um den dop­pel­ten Preis her­um. Er­freu­lich ist, dass auch Bol.de im eBook-Be­reich ge­mein­freie Klas­si­ker ko­sten­los im Pro­gramm hat, das ist die er­ste Platt­form ne­ben Ama­zon, die so et­was an­bie­tet. Dau­men hoch.

Zwi­schen­durch sei an­ge­merkt, dass bei der Ti­tel­de­tail­an­sicht wie bei Ama­zon Vor­schlä­ge im Stil von »Kun­den die dies kauf­ten, ha­ben auch das er­wor­ben« ein­ge­blen­det wer­den. Das ist aus mei­ner Sicht zu­erst ein­mal sehr an­ge­nehm und hilf­reich, al­ler­dings war die Qua­li­tät die­ser Vor­schlä­ge durch­wach­sen. Man könn­te na­tür­lich ar­gu­men­tie­ren, dass Bol nichts da­für kann, wenn die Kun­den so er­ra­tisch ein­kau­fen … ;)

Zum Ver­sand: Bü­cher wer­den in­ner­halb Deutsch­lands ver­sand­ko­sten­frei ge­lie­fert, das ist an­ge­nehm. Al­ler­dings gilt das wirk­lich nur für rei­ne Buch­be­stel­lun­gen. Bei so­egannn­ten Misch­be­stel­lun­gen (also Buch und noch was an­de­res) fal­len un­ter 20 Euro Be­stell­wert drei Euro Ver­sand­ko­sten an, Bü­ro­be­darf wird erst ab 45 Euro ohne Ver­sand­ko­sten ver­schickt. Das ist we­ni­ger schön. Als Lie­fer­frist wird »ein bis drei Tage« an­ge­ge­ben, also nor­ma­le Post­lauf­zeit. Ein Grund, war­um Misch­sen­dun­gen nicht eben­falls ko­sten­frei aus­ge­lie­fert wer­den, will mir nicht ein­fal­len.

Grö­ße­re Ab­son­der­lich­kei­ten in den All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen sind mir nicht auf­ge­fal­len, al­ler­dings ist es schon ein star­kes Stück, dass man Ver­sand­ko­sten nach­zah­len soll, wenn auf­grund ei­ner Stor­nie­rung oder ei­nes Wi­der­rufs der Be­stell­be­trag un­ter die Por­to­frei­gren­ze fällt. Au­ßer­dem soll­te man bei Bol.de die AGBs mal auf Feh­ler in der Zei­chen­co­die­rung über­prü­fen, ein paar der Um­lau­te wer­den mal nicht kor­rekt dar­ge­stellt, mal schon.

Al­les in al­lem wird auf Bol.de eine Men­ge bes­ser ge­macht als auf den an­de­ren bis­lang ge­te­ste­ten Platt­for­men. Auch hier sind al­ler­dings die eng­li­schen eBooks deut­lich teu­rer als bei Ama­zon und auch hier sind zahl­lo­se eng­lisch­spra­chi­ge Bü­cher nicht vor­rä­tig (oder gar nicht erst ge­li­stet) und kön­nen erst nach »ein bis zwei Wo­chen« ver­sandt wer­den. Eine ech­te Al­ter­na­ti­ve in Be­zug auf eng­lisch­spra­chi­ge Bü­cher und eBooks ist also trotz vie­ler po­si­tiv zu be­wer­ten­der Punk­te auch Bol.de nicht, al­ler­dings in al­len an­de­ren Punk­ten durch­aus, zu­mal man hier auch bei­spiels­wei­se Com­pu­ter- und Kon­so­len­spie­le oder DVDs und Blu­Rays be­kommt. Die al­ler­dings nicht ver­sand­ko­sten­frei – das gilt je­doch auch für Ama­zon, es sei denn, man ist dort Prime-Kun­de.

Au­ßer­dem soll­te man be­den­ken: wer eine Al­ter­na­ti­ve zu Ama­zon sucht, weil man Angst vor Mo­no­po­len oder in­ter­na­tio­nal agie­ren­den Groß­kon­zer­nen hat, der treibt mit Bol mög­li­cher­wei­se den Teu­fel mit dem Beel­ze­bub aus, denn da­hin­ter stand ur­sprüng­lich zu 100% der Me­di­en­rie­se Ber­tels­mann, der sich im­mer wie­der aus den ver­schie­den­sten Grün­den Kri­tik aus­ge­setzt sieht. Zwar wur­de die Platt­form 2002 an die »buch.de in­ter­netsto­res AG« ver­kauft, Ber­tels­mann hält je­doch im­mer noch An­tei­le von 26,7 %.  Mit dem gleich­na­mi­gen nie­der­län­di­schen In­ter­net­händ­ler bol.com hat bol.de üb­ri­gens trotz des iden­ti­schen Lo­gos nichts zu tun, denn der Hol­län­der ge­hört zu Holtz­brinck und Welt­bild. Den wer­de ich mir al­ler­dings even­tu­ell eben­falls ein­mal an­se­hen, denn auch er hat eng­lisch­spra­chi­ge (und so­gar deut­sche) Bü­cher (A DANCE WITH DRA­GONS: 10,99 Euro, THE HUN­GER GA­MES al­ler­dings mit 9,99 Euro so­gar teu­rer als bei bol.de)

Dem­nächst mehr.

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Nach­trag: ich bin ge­ra­de auf­grund po­si­ti­ver Rück­mel­dun­gen auf die Idee ver­fal­len, mir das Ad­ven­ture-Spiel NI NO KUNI für die Play­sta­ti­on 3 zu kau­fen. bol.de: EUR 58,99. Ama­zon: 49,99 … (Ga­me­Stop: 59,99, Osi­an­der: 59,99, Leh­manns: 59,99, Koh­li­bri: 59,99, buchhandel.de: nicht vor­han­den).

Die DISHONORED-Verlosung – die Gewinner

Mit nur ge­ring­fü­gi­ger Ver­spä­tung (hust – ich bit­te um Ver­ge­bung und ver­su­che gar nicht erst, eine Ent­schul­di­gung vor­zu­brin­gen) möch­te ich an die­ser Stel­le die Ge­win­ner des DIS­HO­NO­RED-Ge­winn­spiels ver­kün­den (die klas­sisch mit Hil­fe ei­nes Wür­fels er­mit­telt wur­den), selbst­ver­ständ­lich an­ony­mi­siert. Die Glück­li­chen wer­den per Mail über ih­ren Ge­winn be­nach­rich­tigt und er­hal­ten dann die Prei­se in Kür­ze zu­ge­stellt (soll hei­ßen: so­bald ich zur Post kom­me).

Ge­won­nen ha­ben:

- XBox 360-Pa­ket: Horst
– PS3-Pa­ket: Ker­stin
– PC-Pa­ket: Jür­gen

Die PC-Steel­bo­xen fan­den neue Be­sit­zer in Tor­sten, »Isi­dor« und An­ton.

Phan­ta­News gra­tu­liert den glück­li­chen Ge­win­nern und wünscht viel Spaß mit DIS­HO­NO­RED – DIE MAS­KE DES ZORNS.

Deutsche Verlage, eBook-Preise und die Kundenwünsche

Auf Buchreport.de gab es kürz­lich ein sehr in­ter­es­san­tes In­ter­view mit Kel­ly Gal­lag­her vom Markt­for­schungs­un­ter­neh­men R. R. Bow­ker und der Book In­du­stry Stu­dies Group, er­ste­res auch ein Spe­zia­list für eBook-Märk­te. Und der sag­te ei­ni­ge sehr in­ter­es­san­te Din­ge über die hie­si­gen Ver­la­ge (wie im­mer sind da­mit haupt­säch­lich gro­ße Pu­bli­kums­ver­la­ge ge­meint).

Zum ei­nen kri­ti­siert er das Preis­mo­dell der Ver­la­ge für eBooks.

Sie ver­su­chen, ein Pri­cing-Mo­dell durch­zu­drücken, statt zu ana­ly­sie­ren, was der Ver­brau­cher für ein Pri­cing-Mo­dell er­war­tet.

Ex­akt. Die Prei­se für eBooks kann man hier­zu­lan­de lei­der nach wie vor nur als Mond­prei­se be­zeich­nen, die in kei­ner­lei Re­la­ti­on zum Auf­wand der Pro­duk­ti­on und Lo­gi­stik oder zum Ver­kaufs­preis der Print­ver­sio­nen ste­hen. Die Ar­gu­men­te, die an­ge­führt wer­den, um die durch­schnitt­lich viel zu ho­hen Prei­se zu recht­fer­ti­gen, hal­ten kei­ner ge­naue­ren Be­trach­tung stand. Die Tat­sa­che, dass die­se über­teu­er­ten Pro­duk­te dann fol­ge­rich­tig kaum je­mand er­wirbt, scheint aber in den zu­stän­di­gen Eta­gen der Ver­lags­häu­ser nie­man­den zu in­ter­es­sie­ren. Wäre es nicht un­ter Hin­blick auf Ab­satz­zah­len nicht auch ins­be­on­de­re kauf­män­nisch deut­lich sinn­vol­ler, Prei­se an­zu­sa­gen, die die Ver­brau­cher auch ak­zep­tie­ren, statt auf den auch noch durch DRM ka­strier­ten eBooks sit­zen zu blei­ben?

Wei­ter­hin ana­ly­siert Gal­lag­her das Ver­öf­fent­li­chungs­ver­hal­ten wie folgt:

Hin­zu kommt, dass sie bei ih­rem Lek­to­rats- und Ver­triebs­mo­dell zu stark auf »Push« set­zen. An­de­re Märk­te ach­ten eher dar­auf, was die Le­ser wün­schen und wie sie es wün­schen.

Was be­deu­tet das? Ganz ein­fach: In an­de­ren Län­dern wird ver­öf­fent­licht, was die Le­ser wol­len. Hier wird ver­öf­fent­licht, was die Ver­la­ge wol­len. Oder was die Ver­la­ge mei­nen, was die Le­ser wol­len.
Die Er­geb­nis­se lie­gen klar auf der Hand: nach Markt­be­trach­tung fällt ir­gend je­man­dem auf, dass Vam­pirsch­mon­zet­ten auf ein­mal gut ge­hen, weil Ste­phe­nie Mey­er-Ro­ma­ne sich nicht nur ver­kau­fen wie doof, son­dern auch noch Fil­me dazu ge­dreht wer­den. Also pro­du­ziert man nur noch Ro­ma­ne mit spitz­zah­ni­gen Lo­vern und ähn­li­che »Ro­man­ta­sy«. Dar­aus nun aber zu schlie­ßen, dass ge­nau das vom Le­ser auch ge­wünscht wird, ist nicht ganz kor­rekt, denn dass tren­di­ge Pop­kul­tur sich nun­mal ein­fach so ab­set­zen lässt ist eine Bin­sen­weis­heit, eben­so wie die Tat­sa­che, dass in Deutsch­land haupt­säch­lich Frau­en le­sen – au­ßer eBooks, da sind die Män­ner vorn -, aber das ist ein ganz an­de­res The­ma.

Dar­auf, sich nach den Wün­schen der Kun­den zu rich­ten, kom­men die Ent­schei­der in den Ver­la­gen erst in neu­ester Zeit, und sehr ge­mäch­lich (oder eher wi­der­wil­lig?), bei­spiels­wei­se über die Nut­zung von So­ci­al Me­dia – in die­ser Hin­sicht muss aber noch eine Men­ge ge­lernt wer­den. Die üb­li­che Vor­ge­hens­wei­se dürf­te nach wie vor sein, dass ir­gend je­mand an­hand schwer nach­voll­zieh­ba­rer Kri­te­ri­en ent­schei­det, was ver­legt wird und was nicht.

Die Ver­la­ge wer­den sich ins­be­son­de­re im Be­reich Phan­ta­stik aus ih­rem El­fen­bein­turm ent­fer­nen und auf die Kun­den zu­ge­hen müs­sen, denn die heu­ti­gen In­fra­struk­tu­ren er­mög­li­chen es dem Le­ser sehr ein­fach, an den Le­se­stoff zu kom­men, den er wünscht. Und da­mit mei­ne ich ent­ge­gen des La­ment­os der Buch­bran­che kei­ne il­le­ga­len Down­loads, son­dern zum ei­nen fremd­spra­chi­ge Im­por­te von Print­bü­chern und eBooks (vor­nehm­lich in eng­li­scher Spra­che, in mei­nem Be­kann­ten- und Freun­des­kreis macht das fast je­der!) und zum an­de­ren selbst­ver­ständ­lich auch Self­pu­bli­shing, selbst wenn letz­te­res in Deutsch­land noch in sehr klei­nen Kin­der­schu­hen steckt. Und auch das Kon­zept Crowd­fun­ding könn­te hier­zu­lan­de schnel­ler fu­ßen, als man den­ken mag.
Das Web er­mög­licht es zu­dem, auf ver­gleichs­wei­se ein­fa­che Art und Wei­se her­aus­zu­fin­den, was der Le­ser möch­te. Epi­du macht ja be­reits vor, wie das ge­hen kann: es wer­den Li­te­ra­tur-Pro­jek­te vor­ge­stellt und die Nut­zer der Platt­form ent­schei­den durch Ab­stim­mung, was ver­öf­fent­licht wird. War­um sich nicht an­de­re Ver­la­ge deut­lich in­ten­si­ver die­ser Mög­lich­keit be­die­nen, ist mir völ­lig schlei­er­haft.

Viel­leicht weil dann die »Ent­schei­der« nicht mehr aus dem El­fen­bein­turm her­aus ho­heit­lich ent­schei­den kön­nen, was der Le­ser zu le­sen hat?

Wer weiß …

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Bild: »Das Geld« von capl@washjeff.edu, CC BY-NC-SA

Die BAFTA-Gewinner 2012

Die BAFTA (Bri­tish Aca­de­my of Film and Te­le­vi­si­on Arts) hat die dies­jäh­ri­gen Preis­trä­ger ih­rer Film-Awards be­kannt ge­ge­ben (es fol­gen spä­ter noch TV-Prei­se). Nicht ganz über­ra­schend hat auch hier THE AR­TIST groß ab­ge­sahnt, ins­ge­samt sie­ben Prei­se gin­gen an den schwarz-wei­ßen Semi-Stumm­film aus Frank­reich, un­ter an­de­rem der be­ste Dar­stel­ler an Jean Du­jar­din, wei­ter­hin die Aus­zeich­nun­gen für Re­gie und Dreh­buch – und auch der Ti­tel des »Be­sten Films« ging an die Aus­nah­me­pro­duk­ti­on. Als be­ste Dar­stel­le­rin wur­de Me­ryl Streep für ihre Rol­le als »Ei­ser­ne Lady« ge­ehrt.

Im Gen­re-Be­reich wä­ren ein­mal RAN­GO als be­ster ani­mier­ter Film zu nen­nen und zum zwei­ten DE­ATH­LY HAL­LOWS PART II für sei­ne Spe­zi­al­ef­fek­te und na­tür­lich HUGO für Pro­duk­ti­ons­de­sign und Sound.

BEST FILM
THE AR­TIST Tho­mas Lang­mann

OUT­STAN­DING BRI­TISH FILM
TIN­KER TAILOR SOL­DIER SPY To­mas Al­freds­on, Tim Be­van, Eric Fell­ner, Ro­byn Slo­vo,
Brid­get O’Connor, Pe­ter Strau­g­han

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Die Oscar-Nominierungen sind da

Heu­te Mit­tag um 14:30 wur­den sie ver­kün­det, kaum spä­ter schon hier bei Phan­ta­News. ;o) Die No­mi­nie­run­gen zu den dies­jäh­ri­gen Os­car-Ver­lei­hun­gen der Aca­de­my of Mo­ti­on Pic­tu­re Arts and Sci­en­ces kom­men wei­test­ge­hend ohne Über­ra­schun­gen da­her. Er­freu­lich ist, dass Scor­se­ses Gen­re-Film HUGO (CABRET) hau­fen­wei­se Nen­nun­gen er­fah­ren hat, dar­un­ter auch als be­ster Film, da soll­te es doch mit Pa­ri­ser Bahn­hofs­teu­feln zu­ge­hen, wenn er nicht min­de­stens ei­nen der Gold­kerl­chen ab­sah­nen wür­de.

Die vi­su­el­len Ef­fek­te sind in die­sem Jahr al­ler­dings fest in Phan­ta­stik-Hand: Har­ry Pot­ter and the De­ath­ly Hal­lows Part 2Hugo, Real Steel, Rise of the Pla­net of the Apes und Trans­for­mers: Dark of the Moon.

In Sa­chen Film­mu­sik ent­deckt man John Wil­liams´ Score zu DIE ABEN­TEU­ER VON TIM UND STRUP­PI.

Bei mir fin­det ihr eine Li­ste, die deut­lich län­ger ist, als die auf an­de­ren ein­schlä­gi­gen News­sei­ten. Wie im­mer hin­ter dem »wei­ter lesen«-Link.

Ach ja: Wim Wen­ders ist für sei­ne Do­ku­men­ta­ti­on PINA no­mi­niert. Was das mit Phan­ta­stik zu tun hat? We­nig. Aber ich stam­me aus Wup­per­tal… ;o)

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eBook-Preise: endlich sagt es mal jemand…

An­läss­lich der »eBook-Of­fen­si­ve« bei PER­RY RHO­DAN in de­ren Rah­men rund 200000 Sei­ten der Ro­man­se­rie erst­mals voll­stän­dig in di­gi­ta­ler Form vor­lie­gen und über di­ver­se ein­schlä­gi­ge On­line-Shops er­hält­lich sein sol­len, wird Chef­re­dak­teur Klaus N. Frick vom Buch­re­port in­ter­viewt.

Und in die­sem In­ter­view sagt er Wor­te, die ich so of­fen noch nie von ei­nem Ver­tre­ter der drucken­den Zunft ver­neh­men konn­te und für die ich ihm ernst­haft Hoch­ach­tung zol­len möch­te (Her­vor­he­bung von mir):

Buch­re­port: Wie groß ist die di­gi­ta­le Deckungs­auf­la­ge?
KNF: Das kann ich lei­der so ex­akt nicht sa­gen. Bei ei­nem neu­en Ro­man ist sie ex­trem ge­ring, da die­ser ja so­fort in den ver­schie­de­nen Da­tei-Va­ri­an­ten an­ge­legt wird; bei äl­te­ren Ro­ma­nen ist der Auf­wand grö­ßer, wäh­rend der Ver­kauf si­cher nicht so hoch sein wird.

Wir las­sen uns das noch­mal auf der Zun­ge zer­ge­hen: »Bei ei­nem neu­en Ro­man ist sie ex­trem ge­ring, da die­ser ja so­fort in den ver­schie­de­nen Da­tei-Va­ri­an­ten an­ge­legt wird…«

Das ist ge­nau das, was ich seit vie­len Jah­ren po­stu­lie­re und was Bran­chen­ver­tre­ter und ins­be­son­de­re Ver­tre­ter des Bör­sen­ver­eins seit eben­so vie­len Jah­ren ab­strei­ten, um über­höh­te Prei­se für ak­tu­el­le eBooks im Ver­gleich zu den Druck­aus­ga­ben ver­tei­di­gen. Selbst­ver­ständ­lich liegt das Zeug bei Neu­erschei­nun­gen be­reits di­gi­tal vor und muss nur noch mit ent­spre­chen­der Soft­ware kon­ver­tiert wer­den, was im Prin­zip voll­au­to­ma­tisch ge­schieht oder zu­min­dest ge­sche­hen kann und kei­ne oder nur ge­rin­ge Nach­be­ar­bei­tung er­for­dert. Wer et­was an­de­res er­zählt, der will den Kon­su­men­ten für dumm ver­kau­fen. Und es soll mir jetzt kei­ner da­mit kom­men, dass das beim Buch selbst­ver­ständ­lich et­was gaaaa­anz an­de­res ist als beim Hef­t­ro­man. Ist es nicht.

Dan­ke Klaus, Du bist mein Held! Ehr­lich!

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Bild: Klaus N. Frick, Co­py­right VPM