Berlin Sci-Fi Filmfest am 17. und 18. November 2017

In Ber­lin fin­det am 17. und 18. No­vem­ber 2017 das deutsch­land­weit er­ste Sci­ence Fic­tion-Film­fe­sti­val statt. Mot­to: »Das Wett­ren­nen der Zeit­ma­schi­nen«. Aus­tra­gungs­ort ist das Kino Ba­by­lon (Rosa-Lu­xem­burg-Stra­ße 30, 10178 Ber­lin ). Da­mit kommt die­ses Film­gen­re zu­rück an sei­nen Ge­burts­ort, denn in Ber­lin-Ba­bels­berg wur­de 1926 Fritz Langs Me­tro­po­lis ge­dreht.

Das Team um Fe­sti­val­di­rek­tor Alex­an­der Pfan­der, das aus­schließ­lich aus Leu­ten be­steht, die selbst ak­ti­ve Fil­me­ma­cher sind, hat 65 Fil­me aus­ge­sucht. Sie wer­den auf dem Fe­sti­val je­weils von 10:30 bis 20:00 Uhr ab­wech­selnd in zwei Ki­no­sä­len in Blöcken ge­zeigt. Die Qua­li­tät der Ein­rei­chun­gen, die aus der gan­zen Welt kom­men – wes­halb die Fe­sti­val­spra­che na­tür­lich Eng­lisch ist –, ha­ben Pfan­ders Team über­rascht: »Wir wa­ren über­wäl­tigt von dem er­zäh­le­ri­schen, tech­ni­schen und vor al­lem vi­su­el­len Kön­nen, das in die­sen Fil­men steckt. Man darf nicht ver­ges­sen, dass die mei­sten da­von nur mit klei­nen, manch­mal win­zi­gen Bud­gets ge­macht wor­den sind. Das sieht man ih­nen aber nicht an.«

Am Frei­tag um 14.30 Uhr fin­det eine Po­di­ums­dis­kus­si­on statt. The­ma: »Aug­men­ted Rea­li­ty, AI and the Sin­gu­la­ri­ty – Will the Fu­ture be a Sci-Fi Night­ma­re?«. Eine wei­te­re gibt es Sams­tag um 11.30 Uhr, dann über »The Art of Ma­king a Low/Micro-Budget Sci-Fi Mo­vie«. Prä­miert wer­den Fil­me in drei­zehn Ka­te­go­ri­en.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen fin­det man auf der Web­prä­senz der Ver­an­stal­tung, so­wie ih­rer Face­book-Sei­te. Tickets be­kommt man vor Ort oder un­ter www.babylonberlin.de.

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EU hält unerwünschte Piraterie-Studie unter Verschluss

EU hält unerwünschte Piraterie-Studie unter Verschluss

 

Der im EU-Par­la­ment sit­zen­den Pi­ra­tin Ju­lia Reda (die dort von den mei­sten lei­der un­be­merkt im­mer wie­der groß­ar­ti­ge Ar­beit lei­stet) ha­ben wir es zu ver­dan­ken, dass eine von der EU-Kom­mis­si­on in Auf­trag ge­ge­be­ne und un­ter Ver­schluss ge­hal­te­ne Stu­die end­lich ans Ta­ges­licht kommt.

Grund für die Ge­heim­hal­tung, die jetzt durch eine An­fra­ge im Rah­men des In­for­ma­ti­ons­frei­heits­ge­set­zes be­en­det wur­de: Die Er­geb­nis­se der Stu­die pass­ten der EU-Kom­mis­si­on of­fen­bar nicht ins Kon­zept und wi­der­spre­chen der von Ver­wer­tern im­mer wie­der man­tra­ar­tig wie­der­hol­ten Aus­sa­ge, dass Pi­ra­te­rie die Um­sät­ze schmä­lert oder so­gar weg­bre­chen lässt. Zi­tat:

In ge­ne­ral, the re­sults do not show ro­bust sta­tis­ti­cal evi­dence of dis­pla­ce­ment of sa­les by on­line co­py­right in­frin­ge­ments.

Pi­kant ist dar­an, dass die EU-Kom­mis­si­on plan­te und im­mer noch plant, auf­grund an­geb­li­cher Ein­bu­ßen der Ver­wer­ter – und auf de­ren Be­trei­ben hin – die Ur­he­ber­rech­te deut­lich zu un­gun­sten der Bür­ger und Nut­zer zu ver­schär­fen oder so­gar Zen­su­rin­fra­struk­tu­ren ein­zu­füh­ren. Da kann man nach­voll­zie­hen, dass ei­nem eine sol­che Stu­die nicht in den Kram passt. Man könn­te auch sa­gen, dass ih­nen die Rea­li­tät nicht passt. Oder dass sie lie­ber wei­ter die von Lob­by­isten dik­tier­ten Ge­set­ze ver­ab­schie­den wol­len.

Denn den Ver­such, die Stu­die ge­heim zu hal­ten, hal­te ich für kacken­d­rei­ste Lob­by­po­li­tik. Da soll sich noch­mal ein EU-Po­li­ti­ker der eta­blier­ten Par­tei­en wun­dern, dass man ih­nen nicht über den Weg traut …

Das soll­te al­ler­dings ins­be­son­de­re auch all den­je­ni­gen Au­to­ren, die im­mer laut­stark über ihre ach so gro­ßen ver­meint­li­chen Ein­bu­ßen durch Pi­ra­te­rie jam­mern, zu den­ken ge­ben, weil sie schwer da­ne­ben lie­gen (wie ich es schon im­mer sag­te). Ja – es gibt Pi­ra­te­rie. Nein, ihr wür­det nicht ein Buch mehr ver­kau­fen, gäbe es sie nicht. Nein, ihr wärt ohne Raub­ko­pi­en nicht reich, egal wie oft ihr euch das auch ein­re­den mögt.

[Edit]: Im Licht die­ser Er­kennt­nis­se wird na­tür­lich auch das Ge­schäfts­mo­dell der Dienst­lei­ster, die Pi­ra­te­rie-Ge­gen­maß­nah­men ge­gen zum Teil hor­ren­de Ko­sten an­bie­ten, ziem­lich frag­wür­dig.

Mehr De­tails dazu auf netzpolitik.org, wo ich das The­ma ge­fun­den habe.

Wer die Stu­die le­sen möch­te, kann das hier tun, sie liegt als PDF-Da­tei vor (ca. 3,4 MB).

Gra­fik »Pi­ra­te­rie« von mir, CC-BY

SCIENCE AND STAR WARS ab September auf Facebook

SCIENCE AND STAR WARS ab September auf Facebook

Mo­ment mal? Eine der Kri­tik­punk­te der »STAR WARS ist doch gar kei­ne SF«-Hater ist ja re­gel­mä­ßig, dass man sich um wis­sen­schaft­lich und phy­si­ka­lisch kor­rek­te Dar­stel­lun­gen in der Space Ope­ra kei­ne Ge­dan­ken macht … Und jetzt das.

Ab Sep­tem­ber star­ten Dis­ney und Lu­cas­Film ex­klu­siv auf Face­book eine Web­se­rie mit dem Ti­tel SCI­ENCE AND STAR WARS, in der be­leuch­tet wird, wel­che Din­ge aus dem Uni­ver­sum von Luke und Va­der ih­ren Weg in in un­se­rer rea­le Welt ge­fun­den ha­ben. Dar­un­ter Din­ge wie Bla­ster, Dro­iden, Land­spee­ders und (na­tür­lich) Lights­aber.

Ge­spons­ort wird die durch An­tho­ny Car­bo­ni prä­sen­tier­te Show von IBM, und es soll di­ver­se Gast­stars ge­ben bei­spiels­wei­se Ash­ley Eck­stein (die Stim­me von Ahs­o­ka Tano) und An­tho­ny Da­ni­els ali­as C-3PO.

Der ex­ak­te Start­ter­min wird ver­mut­lich in den näch­sten Ta­gen be­kannt ge­ge­ben, ich tip­pe auf den »Force Fri­day«.

Hier die STAR WARS SHOW mit der An­kün­di­gung ab ca. 8:24.

Kein Bericht zur Medieval Fantasy Convention?

Kein Bericht zur Medieval Fantasy Convention?

Ich wur­de mehr­fach ge­fragt, ob es auch in die­sem Jahr wie­der ei­nen Be­richt samt Fo­tos zur Me­di­eval Fan­ta­sy Con­ven­ti­on ge­ben wür­de.

Lei­der nein. Und das liegt nicht an mir.

Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te ich früh­zei­tig um Ak­kre­di­tie­rung ge­be­ten, da wur­de mir ge­sagt, ich sol­le mich kurz vor­her noch­mal mel­den, dann geht das klar. Und so hat das auch funk­tio­niert. Dar­auf­hin war ich da­von aus­ge­gan­gen, dass das auch in die­sem Jahr wie­der so ist und frag­te An­fang letz­ter Wo­che die Ak­kre­di­tie­rung für zwei Per­so­nen an. Dar­auf­hin er­hielt ich ei­nen Tag spä­ter eine Mail, in der stand »das sei ja ziem­lich spät, mal se­hen, was wir ma­chen kön­nen« und es wur­de ge­fragt, »für wie viel Per­so­nen«. Äh … Ich habe das wie ge­wünscht noch­mal an­ge­ge­ben und da­nach pas­sier­te …

Nichts.

Dar­auf­hin frag­te ich über die Face­book-Sei­te nach und es pas­sier­te …

Nichts.

Kei­ne Ab­sa­ge, kein »sor­ry, war zu spät«, son­dern ein­fach nichts (was ich of­fen ge­sagt für äu­ßerst un­schön hal­te, man kann we­nig­stens kurz zu­rück kom­mu­ni­zie­ren, das ko­stet nur Se­kun­den). Es sieht aber lei­der auch so aus, als wür­de der Be­trei­ber das nicht mehr selbst hand­ha­ben, son­dern ir­gend­ei­ne Er­fül­lungs­ge­hil­fin, ich kann nur ver­mu­ten, dass die viel­leicht über­for­dert war.
Hät­te man mir eine Ab­sa­ge zeit­nah kom­mu­ni­ziert, hät­te ich mir über­legt, viel­leicht doch noch mit zur FARK zu fah­ren, statt Wer­bung für eine Ver­an­stal­tung zu ma­chen, die von mir knapp 15 Mi­nu­ten Fahr­zeit weg ist und die ich ei­gent­lich gern un­ter­stüt­zen woll­te. Da­mit ist der gute Ein­druck vom Ver­an­stal­ter aus dem letz­ten Jahr lei­der da­hin.

Und des­we­gen, lie­be Nach­fra­gen­de, gibt es kei­nen Be­richt von der Me­di­eval Fan­ta­sy Con­ven­ti­on 2017, tut mir leid, ich hät­te gern all je­nen, die nicht kom­men konn­ten, Bil­der ge­zeigt. Und des­we­gen lei­ten ab so­fort alle frü­he­ren Ar­ti­kel zur Ver­an­stal­tung (mit durch­aus gu­ter Platz­ie­rung in Goog­le) nur noch auf die­sen hier wei­ter, denn wer kei­ne Wer­bung will, be­kommt auch kei­ne.

Aber viel­leicht möch­te der Ver­an­stal­ter das ja noch kom­men­tie­ren.

Der PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 645 und 646

Der PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 645 und 646

Dies­mal gibt es DEN PHAN­TA­STI­SCHEN BÜ­CHER­BRIEF gleich zwei­mal. Im er­sten mit der Num­mer 645 fin­det sich eine um­fang­rei­che Be­spre­chung zu VA­LE­RI­AN UND DIE STADT DER TAU­SEND PLA­NE­TEN, die den Um­fang ei­nes nor­ma­len Bü­cher­briefs ge­sprengt hät­te.

In der Num­mer 646 fin­det man dann wie ge­wohnt Erik Schrei­bers Be­spre­chun­gen zu Pu­bli­ka­tio­nen, dies­mal aus den Be­rei­chen In­ter­na­tio­na­le Phan­ta­stik, Kri­mi & Thril­ler, Co­mic und Se­kun­där­li­te­ra­tur.

Bei­de PHAN­TA­STI­SCHE BÜ­CHER­BRIE­FE lie­gen wie im­mer im PDF-For­mat vor und kön­nen hier ko­sten­los her­un­ter ge­la­den wer­den.

Bü­cher­brief 654 Va­le­ri­an (PDF, ca. 1,6 MB)

Bü­cher­brief 646 Juli 2017 (PDF, ca. 1 MB)

Gamescom 2017: Neue Regeln für Cosplayer

Gamescom 2017: Neue Regeln für Cosplayer

Nach dem gi­gan­ti­schen De­ba­kel im Vor­jahr, in dem die Ver­an­stal­ter der Spie­le­mes­se völ­lig dep­per­te Re­geln für Cosplay­er auf­stell­te (sie­he mei­ne bei­den Ar­ti­kel), de­nen man deut­lich an­merk­te, dass sie im Hau­ruck­ver­fah­ren raus­ge­hau­en wur­den und nicht wirk­lich durch­dacht wa­ren, will man es in die­sem Jahr of­fen­bar bes­ser ma­chen. Das dürf­te auf die mas­si­ve Kri­tik zu­rück­zu­füh­ren sein, die öf­fent­lich – auch von mir – am Ver­an­stal­ter ge­übt wur­de. Heu­te habe ich eine Mail er­hal­ten, die auf die neu­en Re­geln für die ga­mes­com 2017 hin­weist. Da ist in mei­nen Au­gen als er­stes er­freu­lich, dass man dies­mal früh­zei­tig auf die Re­ge­lun­gen hin­weist.

Wei­ter­hin wird es ei­nen Ex­tra­ein­gang samt Gar­de­ro­be für Cosplay­er ge­ben, dort soll spe­zi­ell ge­schul­tes Per­so­nal die Ge­wan­dun­gen und Ac­ces­soires be­wer­ten. Wie gut das funk­tio­niert, wird ab­zu­war­ten sein, von der RPC weiß ich, dass dort die Mit­glie­der des Wach­dien­stes stel­len­wei­se im­mer noch völ­lig idio­ti­sche Ent­schei­dun­gen tref­fen und völ­lig un­wich­ti­ge oder lä­cher­li­che Din­ge be­män­geln. Da hat man eher den Ein­druck, dass sich ein paar jun­ge Män­ner wich­tig ma­chen wol­len, zu­dem ist hier of­fen­bar der Na­sen­fak­tor wich­ti­ger als kon­kre­te Richt­li­ni­en. Bleibt zu hof­fen, dass sol­che Ent­glei­sun­gen bei die­sem »spe­zi­ell ge­schul­ten« Per­so­nal nicht mehr vor­kom­men.

Wei­ter­hin sind Waf­fen­imi­ta­te nicht mehr grund­sätz­lich ver­bo­ten (De­tails dazu in ei­nem PDF der Ver­an­stal­ter). zu­sätz­lich kann man Ab­bil­dun­gen sei­ner Cosplay-Waf­fen dem Ver­an­stal­ter vor­ab per Mail zu­sen­den, um eine Ein­schät­zung zu er­hal­ten, ob die­se zu­ge­las­sen wer­den.

Al­ler­dings fin­det sich in der Email der Satz: »Die Koeln­mes­se be­hält sich das Recht vor, im Rah­men des Haus­rechts die Mit­nah­me von Waf­fen­imi­ta­tio­nen und Ac­ces­soires zu un­ter­sa­gen.« Wo­mit die Un­si­cher­heit dann wie­der vor­han­den ist, wenn man letzt­lich doch al­les nach Guts­her­ren­art un­ter­sa­gen darf, was laut PDF ei­gent­lich er­laubt ist. Wer sich also sein Waf­fen­imi­tat per Email ge­neh­mi­gen lässt, soll­te die Email mit der Ge­neh­mi­gung im Zwei­fels­fall als Aus­druck oder auf dem Smart­pho­ne da­bei ha­ben, um das nach­wei­sen zu kön­nen.

Bei den Vor­ab­ge­neh­mi­gun­gen per Mail hät­te ich gern Rück­mel­dun­gen von Cosplay­ern, ob das funk­tio­niert und was kon­kret be­an­stan­det wird.

Im Gro­ßen und Gan­zen fin­de ich das al­ler­dings bis­her deut­lich pro­fes­sio­nel­ler durch­ge­führt als im letz­ten Jahr. Kri­tik hilft also doch.

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Medieval Fantasy Convention am 26. und 27. August 2017 auf Schloss Burg

Medieval Fantasy Convention am 26. und 27. August 2017 auf Schloss Burg

Wie im ver­gan­ge­nen Jahr fin­det auch 2017 auf Schloss Burg in So­lin­gen die Me­di­eval Fan­ta­sy Con­ven­ti­on mit zahl­rei­chen Star­gä­sten statt. Ne­ben den Stars gibt es ei­nen Mit­tel­al­ter­markt, Cosplay­er, Mer­chan­di­se, Gauk­ler und vie­les mehr.

Im ver­gan­ge­nen Jahr war das eine wirk­lich schö­ne Ver­an­stal­tung und ich freue mich, dass es sie 2017 er­neut gibt.

Als Star­gä­ste kom­men un­ter an­de­rem (das kann sich bis zur Ver­an­stal­tung na­tür­lich än­dern, manch­mal müs­sen Schau­spie­ler halt auf­grund von Ter­mi­nen ab­sa­gen): Sean Astin (HERR DER RIN­GE), Da­vid Wen­ham (HERR DER RIN­GE), Adam Brown (HOB­BIT), Tom Hop­per (BLACK SAILS), Manu Ben­nett (AR­ROW), Co­rin Ne­mec (STAR­GA­TE), Da­vid Gi­unto­li (der Grimm aus GRIMM), Bit­sie Tulloch (eben­falls GRIMM).

Alle Gä­ste und wei­te­re In­for­ma­tio­nen auf der Web­sei­te der Ver­an­stal­tung.

Po­ster MFC Co­py­right EPI­CON UG

In eigener Sache: Interview beim Würfelheld

In eigener Sache: Interview beim Würfelheld

Na schau mal ei­ner an: An­dré Sko­ra, der Wür­fel­held, hat mich für sein Blog in­ter­viewt und mir Fra­gen zu di­ver­sen The­men ge­stellt, bei­spiels­wei­se Phan­ta­News, den Steam­punk-Chro­ni­ken, Self­pu­bli­shing, Fan­dom, Pen & Pa­per-Rol­len­spiel und noch so ei­ni­ges mehr.

Die Er­geb­nis­se die­ser Be­fra­gung kann man ab heu­te beim Wür­fel­held nach­le­sen.

Haltet die Buchmesse sauber! Weg mit Spaß und Cosplay!

Haltet die Buchmesse sauber! Weg mit Spaß und Cosplay!

Ei­gent­lich woll­te ich eine ge­har­nisch­te Re­plik auf das se­xi­sti­sche Alt­her­ren-Kul­tur­de­fi­nie­rer-Ge­sül­ze von Car­sten Otte vom SRW ver­fas­sen, der im 21. Jahr­hun­dert ernst­haft die An­sicht ver­tritt, bun­te Fans und Man­ga pas­sen nicht zu ei­ner »alt­ehr­wür­di­gen«, »ernst­haf­ten« Buch­mes­se Leip­zig. Und das aus äu­ßerst kru­den Grün­den, die man schon mit zwölf Se­kun­den Nach­den­ken aus­ein­an­der neh­men kann.

Aber ich muss gar nichts mehr dazu schrei­ben, das hat Lena Fal­ken­ha­gen schon aus­führ­lich, sach­kun­dig und mit wun­der­ba­rer De­mon­ta­ge der Alt­her­ren­ar­gu­men­te auf Tor On­line ge­tan.

Ich habe dem nichts hin­zu­zu­fü­gen. Cha­peau und Dan­ke!

p.s.: Die Ka­ri­ka­tur von Jean-Jaques Sei­ler zum The­ma kann man sich auch mal an­se­hen.

[Up­date 21:10 Uhr:] Auch Car­sten Otte ist die Kri­tik an sei­nen Aus­sa­gen zu Ha­sen­oh­ren ge­kom­men und er ver­sucht das, was sol­che Leu­te im­mer gern zu tun ver­su­chen: Al­les von sich wei­sen, kri­tik­re­si­stent auf sei­nen dis­kri­mi­nie­ren­den Aus­füh­run­gen be­stehen, und von ir­gend­wel­chen »straf­recht­lich re­le­van­ten Äu­ße­run­gen« zu schwa­feln, um die Kri­ti­ker pau­schal zu dis­kre­di­tie­ren. Und vor al­lem ver­sucht er in durch­sich­tig­ster Wei­se, Aus­fäl­le ein­zel­ner (die be­kann­ter­ma­ßen in So­zia­len Me­di­en vor­kom­men) auf die Sze­ne all­ge­mein zu schie­ben. Das ist in mei­nen Au­gen lei­der er­bärm­lich und nichts an­de­res als bil­li­ges Nach­tre­ten. In die­sem Licht soll­te man sei­nen Ein­füh­rungs­satz se­hen:

Zu­nächst ein­mal ging es mir nicht dar­um, li­te­ra­ri­sche Sub­kul­tu­ren zu dif­fa­mie­ren.

Und dann tut er das so­fort noch­mal, in­dem er die ge­sam­te Sze­ne auf­grund von Äu­ße­run­gen ein­zel­ner Per­so­nen auf So­zia­len Me­di­en dif­fa­miert, von de­nen er noch nicht ein­mal nach­wei­sen kann, dass die­se auch tat­säch­lich zum Fan­dom ge­hö­ren. Denn das kann er selbst­ver­ständ­lich nur an­neh­men, aber zum Zeit­punkt sei­ner Aus­sa­ge nicht be­le­gen.

Auch die­sen Satz muss man sich auf der Zun­ge zer­ge­hen las­sen:

Es lohnt sich aber den­noch zu dis­ku­tie­ren, ob die Art und Wei­se, wie sich man­che Cosplay­er in­sze­nie­ren, nicht im kras­sen Ge­gen­satz zu den von der Buch­mes­se de­fi­nier­ten Zie­len steht.

Was sind denn »die de­fi­nier­ten Zie­le der Buch­mes­se«? Die Ant­wort ist ein­fach: In er­ster Li­nie geht es, wie bei je­dem Wirt­schafts­un­ter­neh­men und auch der Buch­bran­che im all­ge­mei­nen, in er­ster Li­nie dar­um, mög­lichst vie­le Ein­nah­men zu er­zie­len. Al­les Ge­schwa­fel und Ge­tue um Hoch­li­te­ra­tur oder heh­re po­li­ti­sche Zie­le sind letzt­lich nur PR-Ge­trom­mel, die der Ge­ne­rie­rung von har­ten Mo­ne­ten die­nen sol­len. Wer das an­ders sieht, soll­te drin­gend sei­nen Sinn für Rea­li­tät über­prü­fen.

Und dann noch der zwei­te An­satz: Der SWR dürf­te es mit die­sem Click­bait-Ar­ti­kel auf rich­tig viel Traf­fic ge­bracht ha­ben – und das könn­te ein an­de­rer Grund für des­sen Ver­öf­fent­li­chung ge­we­sen sein. Al­ler­dings er­war­te ich von öf­fent­lich-recht­li­chen Me­di­en Sach­lich­keit und nicht Click­bai­ting.

In­zwi­schen ha­ben sich auch die Ver­an­stal­ter der Leip­zi­ger Buch­mes­se ge­äu­ßert.

Noch eine Re­ak­ti­on auf Spie­gel On­line von Mar­ga­re­te Sto­kow­ski: Auch nack­te Ha­sen sind po­li­tisch.

[Nach­trag 29.03.2017:] Üb­ri­gens äu­ßern sich die Ver­an­stal­ter der Buch­mes­se Leip­zig (und Frank­furt) selbst­ver­ständ­lich po­si­tiv über Cosplay­er. Weil die me­di­en­wirk­sam sind und so­mit ko­sten­los Wer­bung für die Ver­an­stal­tung ma­chen. Und das ob­wohl sie sich ähn­lich merk­wür­di­gen, teil­wei­se lä­cher­li­chen, Vor­schrif­ten wie bei der Ga­mes­Com un­ter­wer­fen müs­sen. Da steht un­ter an­de­rem:

Die Ko­stü­me dür­fen nicht zu frei­zü­gig sein, d.h. Ober­kör­per, In­tim­be­reich und Po müs­sen aus­rei­chend von Klei­dung be­deckt sein – das gilt für bei­de Ge­schlech­ter.

So­mit soll­ten die von Otte ge­se­he­nen por­no­gra­fi­schen Ko­stü­me nur sei­ner über­stei­ger­ten Prü­de­rie ge­schul­det sein, denn als Por­no-Hase kommt man gar nicht an den Ord­nern vor­bei.

Mini-Rant: Was läuft eigentlich in diesem deutschen SF-Fandom falsch?

Mini-Rant: Was läuft eigentlich in diesem deutschen SF-Fandom falsch?

Je­der, der sich in­ten­si­ver mit Sci­ence Fic­tion be­schäf­tigt, weiß was Fan­zines sind. Fan­zines sind von Fans her­aus­ge­ge­be­ne Ma­ga­zi­ne, die sich mit As­pek­ten der SF und ver­wand­ten Ge­bie­ten be­schäf­ti­gen. Die gibt es seit vie­len, vie­len Jah­ren, seit man als Sterb­li­cher ab­seits von Ver­la­gen halb­wegs brauch­ba­ren Zu­griff auf Ver­viel­fäl­ti­gungs­me­tho­den für Tot­holz be­kam. Ich kann mich noch an Fan­zines er­in­nern, die vor dem groß­flä­chi­gen Ent­ste­hen von Co­py­shops mit Spi­ri­tus-Um­druck ent­stan­den sind. Mit Stück­zah­len, die man an vier Hän­den ab­zäh­len konn­te. Oder drei. Oder 20. Es gab Fan­zines mit den ver­schie­den­sten In­hal­ten, man­che be­fass­ten sich se­kun­där­li­te­ra­risch mit dem Ger­ne, an­de­re brach­ten selbst­ver­fass­te Sto­ries, wie­der an­de­re wa­ren rei­ne Ego­zi­nes, die ver­mut­lich mei­sten ein Mix aus all dem. Fan­zines wa­ren ein As­pekt des Gen­res und des Hob­bies, das nicht weg­zu­den­ken war – und streng ge­nom­men bis heu­te ist.

Aber wenn wir das mal mit et­was Ab­stand und ob­jek­tiv be­trach­ten, dann wa­ren das Pu­bli­ka­ti­ons­for­men für je­der­mann, lan­ge be­vor so et­was wie das In­ter­net oder Self­pu­bli­shing all­ge­mein ver­füg­bar wa­ren. Ma­ga­zi­ne, die in eben­falls ei­ner Art von Self­pu­bli­shing er­schie­nen sind.

Und da kom­men wir zum Punkt: An­ge­sichts die­ser jahr­zehn­te­lan­gen Hi­sto­rie des Self­pu­bli­shings im deut­schen SF-Fan­dom kann ich ab­so­lut nicht nach­voll­zie­hen, war­um et­li­che Prot­ago­ni­sten die­ses Ge­ron­ten­stadls die­ser Grup­pie­rung heut­zu­ta­ge via Self­pu­bli­shing ver­öf­fent­lich­te Wer­ke oder Kurz­ge­schich­ten­samm­lun­gen pau­schal als »Mist« ab­leh­nen, ohne auch nur mal ein Blick hin­ein ge­wor­fen zu ha­ben? War­um fin­den Self­pu­bli­shing-Wer­ke kei­ner­lei Be­rück­sich­ti­gung, wenn es um Prei­se aus dem Dunst­kreis »deut­sches SF-Fan­dom« geht, Ver­öf­fent­li­chun­gen in Fan­zines – die heu­te bis­wei­len noch wie mit Spi­ri­tus­um­druck her­ge­stellt wir­ken, selbst wenn sie eine Web­prä­senz sind – aber schon? Wird da mit zwei­er­lei Maß ge­mes­sen? Weil »wir das noch nie so ge­macht ha­ben«? War­um? Ich kann es ein­fach nicht nach­voll­zie­hen, denn es gibt frag­los im Be­reich SF via Self­pu­bli­shing hau­fen­wei­se be­mer­kens­wer­te Ver­öf­fent­li­chun­gen, so­gar wel­che, die an­ders­wo Prei­se ein­heim­sen kön­nen. War­um wer­den die nicht zur Kennt­nis ge­nom­men? Weil ge­ra­de die Ju­ro­ren für SF-Prei­se eine neue Tech­no­lo­gie wie eBooks und eBook-Re­ader als neu­mo­di­sches Teu­fels­werk ab­leh­nen und lie­ber ver­zückt an Drucker­schwär­ze und Buch­rücken­kleb­stoff von be­druck­tem Tot­holz schnüf­feln? Und weil sie nicht er­ken­nen, dass Self­pu­bli­shing so weit vom Fan­dom-Klas­si­ker Fan­zine nicht ent­fernt ist? Oder sind sie ver­grätzt, dass wir heu­te in der Lage sind, Sto­ry­samm­lun­gen via Ama­zon groß­flä­chig un­ters Volks zu brin­gen, statt nur zwei Hand­voll hand­ge­klam­mer­ter nach Sprit rie­chen­der Um­druck-Hef­te ver­tei­len oder per Post ver­schicken zu kön­nen? War­um leh­nen Ur­ge­stei­ne, die uns frü­her mit mehr oder we­ni­ger schlecht ko­pier­ten Fan­zines zwei­fel­haf­ten In­halts ge­quält ha­ben (die aber den­noch als Fan-Ar­beit selbst­ver­ständ­lich lie­bens- und be­mer­kens­wert wa­ren), heu­te an­de­re Fans ab, die ei­gent­lich ge­nau das­sel­be tun?

Ich ver­ste­he es nicht. Ich ver­ste­he es wirk­lich nicht.

p.s.: Nein, es geht dies­mal nicht um den DPP, selbst wenn der sich auch jah­re­lang mit Hän­den und Fü­ßen ge­gen Self­pu­bli­shing ge­wehrt hat.

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Leipziger Buchmesse vergrätzt Blogger durch fragwürdige Akkreditierungspraktiken

Leipziger Buchmesse vergrätzt Blogger durch fragwürdige Akkreditierungspraktiken

Die Buch­bran­che und auch die Leip­zi­ger Buch­mes­se ho­fie­ren seit ei­ni­ger Zeit mas­siv Blog­ger. War­um das so ist, hat­ten wir hier auf Phan­ta­News vor ei­nem Jahr an­läss­lich der LBM über ei­nen Gast­bei­trag mit dem Ti­tel »Die Rat­ten­fän­ger von Leip­zig« the­ma­ti­siert: Weil Blog­ger vor al­lem spott­bil­li­ge Wer­bung sind.

Tat­säch­lich sieht es nun al­ler­dings so aus, als wol­le man gar nicht je­den »da­her­ge­lau­fe­nen« Blog­ger da­bei ha­ben und möch­te Ro­si­nen picken – oder das Ak­kre­di­tie­rungs­ver­fah­ren ist völ­lig plan­los. Dar­über be­rich­tet Da­ni­el Is­ber­ner auf sei­nem Blog, der hat ge­ra­de auf sei­ne Pres­se­ak­kre­di­tie­rung hin eine Ab­sa­ge be­kom­men. Man muss sich hier wirk­lich fra­gen, nach wel­chen Kri­te­ri­en die Ver­ant­wort­li­chen in Leip­zig die Blogs bzw. Blog­ger aus­su­chen? Ist ein Hei­ti­t­ei-Blüm­chen-Blog mit mas­sen­haft Be­spre­chun­gen im Stil von »Ich habe das Buch ge­le­sen und es ist toll!!! Das Co­ver ist auch toll!!!!!11!einself!!1!« tat­säch­lich ak­kre­di­tie­rungs­wür­di­ger, als ei­nes, das sich in­halt­lich mit ver­schie­de­nen As­pek­ten des Buch­han­dels (und zahl­lo­sen an­de­ren The­men) be­schäf­tigt, statt nur stumpf Massen schlech­ter Buch­re­zen­sio­nen zu ver­öf­fent­li­chen? Aus der Sicht der Ver­an­stal­ter und Ver­la­ge, de­nen es tat­säch­lich nur um bil­li­ge Wer­bung geht, ganz si­cher.

Das Ver­fah­ren an sich scheint sei­tens der Ver­an­stal­ter al­ler­dings auch höchst un­pro­fes­sio­nell durch­ge­führt zu wer­den. Da­ni­el schreibt dazu:

Das be­trifft da­bei auch eine Men­ge Blog­ger, die in den Vor­jah­ren noch an­stands­los ak­kre­di­tiert wur­den und geht teil­wei­se so­gar so weit, dass bei Blogs, die von zwei Per­so­nen be­trie­ben wer­den ei­ner Per­son schon vor Wo­chen eine Ak­kre­di­tie­rung er­teilt wur­de und die an­de­re ge­stern ihre Ab­sa­ge be­kom­men hat.

Man kann dar­aus aber ein­deu­tig ent­neh­men, dass alle Vor­wür­fe, es gin­ge nur um Wer­bung, of­fen­sicht­lich kor­rekt sind, denn an­ders lässt sich das Ver­hal­ten der Ver­an­stal­ter der Buch­mes­se Leip­zig kaum er­klä­ren.

Ne­ben Da­ni­el wur­de sei­nen Aus­sa­gen zu­fol­ge ge­stern auch hau­fen­wei­se wei­te­ren Blogs ab­ge­sagt. War­um das erst so kurz vor der Mes­se pas­siert, ist eben­falls nicht er­klär­lich, denn eine sol­che Ab­sa­ge soll­te zeit­nah nach der Ak­kre­di­tie­rung er­fol­gen, und nicht erst nach Guts­her­ren­art an alle zu­sam­men kurz vor der Ver­an­stal­tung, um ne­ga­ti­ve Pu­bli­ci­ty zu ver­mei­den. Es mag den Ver­ant­wort­li­chen viel­leicht ko­misch vor­kom­men, aber auch Blog­ger be­nö­ti­gen eine ge­wis­se Pla­nungs­si­cher­heit. Da­ni­el schreibt wei­ter:

Die Leip­zi­ger Buch­mes­se ak­kre­di­tiert also aus­ge­spro­chen will­kür­lich und die ei­ge­nen Richt­li­ni­en schei­nen nur be­dingt zu gel­ten. Tat­säch­lich muss man so­gar an­neh­men, dass es schlicht­weg ein Kon­tin­gent der Zahl X für Blog­ger gab und so­bald das aus­ge­schöpft war ha­ne­bü­che­ne Be­grün­dun­gen her­hal­ten muss­ten, war­um man nicht mehr Blog­ger ak­kre­di­tiert. Das er­klärt auch, war­um man mit den Ab­sa­gen bis ge­stern ge­war­tet hat, denn mitt­ler­wei­le kann man kaum noch an­de­re Leu­te da­von über­zeu­gen, die Leip­zi­ger Buch­mes­se aus­fal­len zu las­sen (die ha­ben ihr Ticket ja alle schon) und hat teil­wei­se schon selbst Ter­mi­ne auf der Mes­se ver­ein­bart, muss sich also nun zwangs­wei­se ein Ticket kau­fen.

Die­se Ein­schät­zung der Tak­tik der Mes­se­ver­an­stal­ter dürf­te mei­ner An­sicht nach zu­tref­fend sein.

Man kann es nur er­neut deut­lich sa­gen: Blog­ger, lasst euch von der Buch­mes­se Leip­zig und der Bran­che nicht ver­ar­schen!