LION – Der lange Weg nach Hause

LION – Bun­des­start 23.02.2017

In In­di­en le­ben elf Mil­lio­nen Kin­der auf der Stra­ße. Und wie we­nig das eine Kul­tur in­ter­es­sie­ren kann, schafft LION in sei­nen er­sten 30 Mi­nu­ten sehr ein­drucks­voll, aber auch be­drückend zu zei­gen. In In­di­en wer­den jähr­lich 80.000 Kin­der als ver­misst ge­mel­det. Was mit ih­nen al­les ge­sche­hen könn­te, scheut sich der Film auch nicht an­zu­deu­ten. Re­gis­seur Garth Da­vies muss da­bei nicht ex­pli­zit wer­den, weil dazu auch nicht viel Vor­stel­lungs­kraft ge­hört. Dem fünf­jäh­ri­gen Sa­roo bleibt so man­ches Schick­sal er­spart, aber mit sei­nen Au­gen lernt der Zu­schau­er eine Welt ken­nen, die so fremd und auch bi­zarr an­mu­tet, dass es schmerzt. Selbst­ver­ständ­lich gibt es Scheuß­lich­kei­ten und Gleich­gül­tig­keit ge­gen­über Kin­dern auch bei uns, in der viel­ge­prie­se­nen west­li­chen Welt. Aber die Na­tür­lich­keit in wel­cher LION dies auf­zeigt, hat et­was Er­schrecken­des.

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THE LADY IN THE VAN

THE LADY IN THE VAN

Poster Lady In The VanTHE LADY IN THE VAN – Bun­des­start 14.04.2016

Be­reits zwei­mal por­trai­tier­te Mag­gie Smith den kau­zi­gen Cha­rak­ter der Miss Mary She­pherd, be­vor Ni­cho­las Hyt­ner die Ge­schich­te für die Lein­wand ad­ap­tier­te. Ein­mal in ei­ner Hör­spiel­fas­sung, und schließ­lich in ei­ner Büh­nen­ver­si­on. Jetzt kommt die­se au­ßer­ge­wöhn­li­che Ge­schich­te ins Kino, lie­be­voll um­ge­setzt von Ni­cho­las Hyt­ner, der sich neun Jah­re seit sei­nem letz­ten Film HI­STO­RY BOYS Zeit ließ, sein Ni­schen­pu­bli­kum zu er­freu­en. Ni­schen­pu­bli­kum des­we­gen, weil eng­li­sche Dra­mas mit stark ko­mö­di­an­ti­schen Ein­schlag noch im­mer ein in die Ecke ge­dräng­tes Da­sein füh­ren. War­um auch im­mer. Dreh­buch­schrei­ber und Büh­nen­au­tor Alan Ben­nett will die Ge­schich­te um die Frau im Lie­fer­wa­gen er­lebt ha­ben. Und selbst wenn nur die Hälf­te von sei­ner Er­zäh­lung wahr sein soll­te, glaubt man letzt­end­lich dar­an, dass al­les da­von wirk­lich pas­siert ist.

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TRUMBO – leicht gespoilert

TRUMBO – leicht gespoilert

Poster TrumboTRUMBO – Bun­des­start 10.03.2016
Die Be­spre­chung ba­siert auf der ame­ri­ka­ni­schen DVD-Fas­sung

Die Hetz­jagd be­gann 1946, als die Al­li­anz zwi­schen Ame­ri­ka und der So­wjet­uni­on er­starb. Be­reits 1941 hat­te Walt Dis­ney eine gro­ße An­zei­ge im Bran­chen­blatt ver­öf­fent­licht, dass er Kom­mu­ni­sten für ei­nen Streik in sei­nem Stu­dio ver­ant­wort­lich mach­te. Als man ein neu­es Feind­bild ge­fun­den hat­te, schloss sich Schau­spie­ler Ro­nald Rea­gan als Prä­si­dent der Schau­spiel­er­gil­de den Vor­wür­fen von Walt Dis­ney an, in der Gil­de wür­den »kom­mu­ni­sti­sche Tak­ti­ken« die Run­de ma­chen. Eine er­ste schwar­ze Li­ste wur­de vom Kon­gress in Wa­shing­ton ver­öf­fent­licht, in der be­stimm­te Schau­spie­ler, Dreh­buch­au­to­ren, und Re­gis­seu­re als Kom­mu­ni­sten iden­ti­fi­ziert wur­den. Auch, weil die­se un­um­wun­den zu­ga­ben, Mit­glie­der der kom­mu­ni­sti­schen Par­tei zu sein. Fil­me wa­ren zu der Zeit die ein­fluss­reich­sten Pro­pa­gan­da­mit­tel. Aber sie wa­ren auch ein gro­ßer In­du­strie­zweig ge­wor­den, und so fürch­te­ten die Stu­di­os ne­ga­ti­ve Be­richt­erstat­tung und Aus­wir­kun­gen auf ihre Fil­me, und feu­er­ten alle ge­li­ste­ten Per­so­nen. Die Pa­ra­noia hat­te aber noch lan­ge nicht ih­ren Hö­he­punkt er­reicht.

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SPOTLIGHT trifft

SPOTLIGHT trifft

Poster SpotlightSPOT­LIGHT – Bun­des­start 25.02.2016

SPOT­LIGHT war 2015 der er­ste Film, der als Os­car-Kan­di­dat ge­han­delt wur­de. Das Glück ist sol­chen Fil­men al­ler­dings sel­ten be­schie­den, star­ten sie doch so früh im Jahr, dass noch viel zu vie­le an­de­re viel­ver­spre­chen­de Kan­di­da­ten fol­gen, und sie da­bei schnell aus dem Fo­kus ge­ra­ten. Er­ste Stim­men ver­gli­chen SPOT­LIGHT mit Alan J. Pa­ku­las Mei­ster­werk ALL THE PRESIDENT’S MEN – DIE UN­BE­STECH­LI­CHEN. Und es scheint nicht zu weit her­ge­holt zu sein, dass Fil­me­ma­cher Tom Mc­Car­thy sich die­ses Vor­bild sehr ge­nau zu Ge­mü­te ge­führt hat­te. Sach­lich und ohne Sen­sa­ti­ons­ha­sche­rei, aber über die Prot­ago­ni­sten doch sehr emo­tio­nal auf den Zu­schau­er über­tra­gen. Da­bei geht es um den in­ve­sti­ga­ti­ven Jour­na­lis­mus. Als Wood­ward und Bern­stein Mit­te der Sieb­zi­ger Ni­xon zu Fall brach­ten, war das noch eine Selbst­ver­ständ­lich­keit. Heu­te ist das kaum noch zu über­blicken. Für an­ge­se­he­ne Jour­na­li­sten viel­leicht, für den Kon­su­men­ten al­ler­dings kaum. Zu viel wird zu schnell kon­su­miert. Sehr oft bleibt die Fra­ge nach den Tat­sa­chen, oder das Hin­ter­fra­gen, auf der Strecke.

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SUFFRAGETTE – Taten statt Worte

SUFFRAGETTE – Taten statt Worte

Poster SuffragetteSUF­FRA­GET­TE – Bun­des­start 04.02.2016

In Groß­bri­tan­ni­en steckt die Frau­en­be­we­gung 1912 noch im­mer in den Kin­der­schu­hen. Frau­en, die für das Wahl­recht pro­te­stie­ren, wer­den nicht ernst ge­nom­men und aus­ge­lacht. SUF­FRA­GET­TE hat sich un­ter der Füh­rung von Sa­rah Gav­ron ei­nes sehr schwie­ri­gen The­mas an­ge­nom­men. Denn die Ge­schich­te der bri­ti­schen Frau­en­recht­le­rin­nen hat kei­ne ein­fach zu er­zäh­len­de Hand­lung. Gav­ron muss­te auf­pas­sen, nicht zu sen­ti­men­tal zu wer­den, aber den­noch Emo­tio­nen zu wah­ren. Zeit­gleich soll­te das Ge­sche­hen auch im rich­ti­gen Kon­text sei­ner Zeit er­zählt wer­den, um die Glaub­wür­dig­keit nicht zu ver­lie­ren.

Im Jah­re 1912 ist Maud Watts 24 Jah­re alt, als sie zum er­sten Mal mit Ak­tio­nen der Suf­fra­get­ten kon­fron­tiert wird. De­ren An­füh­re­rin Em­meli­ne Pankhurst hat zur of­fe­nen Ge­walt auf­ge­ru­fen, und ist da­nach un­ter­ge­taucht. Nun lacht die Män­ner­welt nicht mehr, son­dern hat ein kla­res Feind­bild. Selbst von an­de­ren Frau­en wer­den die Kämp­fe­rin­nen fürs Wahl­recht ge­schmäht. Maud ist erst schockiert, spä­ter fas­zi­niert. Wor­te ha­ben längst aus­ge­dient, und Ge­walt wirkt wie die ein­zig lo­gi­sche Kon­se­quenz. Ei­gent­lich un­ge­wollt wird Mau­de in die Be­we­gung hin­ein­ge­zo­gen. Das hat un­ge­ahn­te Aus­wir­kun­gen auf ihr Fa­mi­li­en­le­ben und das so­zia­le Um­feld. Mau­de Watts Schick­sal wird zu ei­nem Pa­ra­do­xon. Sie muss sich viel mehr für die Suf­fra­get­ten en­ga­gie­ren, um wie­der Nor­ma­li­tät er­fah­ren zu dür­fen.

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THE BIG SHORT

THE BIG SHORT

Poster The Big ShortTHE BIG SHORT – Bun­des­start 14.01.2016

Hy­po­the­ken­ge­si­cher­te Wert­pa­pie­re oder hy­po­the­ken­ver­si­cher­te Wert­pa­pie­re. Viel­leicht auch Col­la­te­ra­li­zed Debt Ob­li­ga­ti­on? Nie­mand hat wirk­lich be­grif­fen, wie die welt­wei­te Fi­nanz­kri­se tat­säch­lich zu­stan­de kam. Und man soll­te sich auch nicht wun­dern, wenn man nach Adam McK­ays Film noch im­mer nicht al­les ver­stan­den hat. Ge­nau das war auch der Grund, war­um der Im­mo­bi­li­en­markt in Ame­ri­ka zu­sam­men­brach. Nie­mand hat das Sy­stem wirk­lich ver­stan­den, wel­ches sich le­dig­lich auf nicht ge­zahl­te Hy­po­the­ken­ra­ten der Un­ter­schich­ten und mit­tel­stän­di­schen Bür­ger auf­bau­te. Fäl­lig­kei­ten, die von den Ban­ken in al­len Be­rei­chen der Fi­nanz­welt ge­nutzt wur­den, um größt­mög­li­che Ge­winn­ma­xi­mie­rung zu er­rei­chen. Aber an die­ser Stel­le muss man ab­bre­chen, weil man sonst schnell in das Fahr­was­ser ge­rät, fal­sche Zu­sam­men­hän­ge her­zu­stel­len.

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LEGEND – mit Tom Hardy

LEGEND – mit Tom Hardy

Poster LegendLE­GEND – Bun­des­start 07.01.2016

Ist der Name Al Ca­po­ne der In­be­griff für das ame­ri­ka­ni­sche Gang­ster­tum, kön­nen die Brü­der Re­gi­nald und Ro­nald Kray die­sen Sta­tus in Groß­bri­tan­ni­en für sich be­an­spru­chen. Ihr Auf­stieg be­ginnt in den Sech­zi­gern. Ron­nie sitzt noch in der ge­schlos­se­nen Psych­ia­trie, we­gen psy­chi­scher In­sta­bi­li­tät und pa­tho­lo­gi­schen Ge­walt­aus­brü­chen. Er ist Fa­mi­lie, be­tont Reg­gie im Ver­lauf im­mer wie­der, so nutzt er sei­nen Ruf, um die ärzt­li­che Dia­gno­se et­was zu be­schleu­ni­gen, na­tür­lich in die rich­ti­ge Rich­tung. Die Zwil­lings­brü­der ha­ben zwar un­ter­schied­li­che An­sich­ten, wie Ge­schäf­te ge­tä­tigt wer­den soll­ten, aber ge­nau das stellt sie noch brei­ter ge­gen kon­kur­rie­ren­de Ban­den auf. Da­durch wird das Ge­schäft al­ler­dings auch bru­ta­ler, und un­be­re­chen­ba­rer.

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BRIDGE OF SPIES – Der Unterhändler

BRIDGE OF SPIES – Der Unterhändler

Poster Bridge Of SpiesBRIDGE OF SPIES – Bun­des­start 26.011.2015

Wenn Ste­ven Spiel­berg ei­nen hi­sto­risch be­grün­de­ten Film dreht, dann ist die­ser stets ein per­fek­tes Kon­strukt aus dra­ma­tur­gi­schen Frei­hei­ten und ge­schicht­li­chen Fak­ten. Die Frei­hei­ten al­lein sind schon dem Me­di­um ge­schul­det. Die Kunst von Dreh­buch und Re­gie ist es, nicht ein­fach nur al­les har­mo­nisch zu­sam­men zu füh­ren, son­dern es auch da­vor zu be­wah­ren, dass hin­ter­fragt wer­den muss. Spiel­berg hat die­se Gabe, und dar­über hin­aus lässt er stets den Kern der ur­sprüng­li­chen Ge­schich­te und die Kraft der ei­gent­li­chen Aus­sa­gen und Be­deu­tun­gen nie aus den Au­gen. Sie blei­ben das Herz­stück die­ser Fil­me. Und es ist das Herz­stück von BRIDGE OF SPIES.  Die mitt­ler­wei­le vier­te Zu­sam­men­ar­beit von Tom Hanks und Ste­ven Spiel­berg. Aber wie schon in PRI­VA­TE RYAN und CATCH ME IF YOU CAN, tritt Hanks er­neut in den Hin­ter­grund, um die ei­gent­li­che Ge­schich­te nur über­grei­fend zu be­glei­ten.

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THE WALK – von Robert Zemeckis

THE WALK – von Robert Zemeckis

Poster The WalkTHE WALK – Bun­des­start 22.10.2015

In ei­ner der letz­ten Sze­nen sagt ein Cha­rak­ter zu Phil­ip­pe Pe­tit, er hät­te ih­nen Le­ben ein­ge­haucht, ih­nen eine See­le ge­ge­ben. Die Zwil­lings­tür­me des Welt­han­dels­zen­trums wa­ren wäh­rend ih­res Baus tat­säch­lich New Yorks un­ge­lieb­te Kin­der. Mon­stro­si­tä­ten, die man mit Ak­ten­schrän­ken ver­glich. Ob es wirk­lich Phil­ip­pe Pe­tits il­le­ga­ler Draht­seil­akt war, der die New Yor­ker Her­zen für die Tür­me öff­ne­te, ist schwer nach­zu­wei­sen. Aber die Le­gen­de ist zu schön, als dass man sie nicht glau­ben könn­te, oder woll­te. Dass Pe­tit we­gen sei­nes Ver­ge­hens zu ei­ner Draht­seil-Vor­stel­lung für Kin­der ver­ur­teilt wur­de, lässt schon tie­fer in die See­le von New York blicken, und be­stärkt den Ver­dacht von Pe­tits Ein­fluss. Als er zu­vor eine ähn­li­che Ak­ti­on zwi­schen den Tür­men von Not­re-Dame voll­zog, fei­er­te ihn die ge­sam­te Welt­pres­se, le­dig­lich die Fran­zo­sen pran­ger­ten den Stunt an. Was den Künst­ler äu­ßerst er­zürn­te. Dass er hin­ge­gen für sei­ne Num­mer in New York von der ame­ri­ka­ni­schen Pres­se be­ju­belt wur­de, dürf­te für den ge­bür­ti­gen Fran­zo­sen ein Punkt ge­we­sen sein sich da­für zu ent­schei­den, in Ame­ri­ka zu blei­ben. Schließ­lich ist Phil­ip­pe Pe­tit kein ein­fa­cher Künst­ler, son­dern ei­ner, der selbst­be­wusst sei­ne An­er­ken­nung ein­for­dert.

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BLACK MASS

BLACK MASS

Poster Black MassBLACK MASS – Bun­des­start 15.10.2015

John­ny Depp be­zeich­net die­sen Film als sei­nen bis­her be­sten. Es ist auch der er­ste sei­ner Fil­me, den er sich mit Pu­bli­kum an­ge­se­hen hat. Die­se Be­haup­tun­gen sind wahr­schein­lich ein ge­sun­der Mix von Wer­be­stra­te­gie und Wahr­heit. Dass es Depps be­ster Film sein soll liegt ein­deu­tig im Auge des Be­trach­ters und an Gen­re-Vor­lie­ben. Ge­wiss ist es John­ny Depps ein­drucks­voll­ste Dar­stel­lung seit lan­gem und bringt den Schau­spie­ler end­lich wie­der ein­mal weg von den über­stra­pa­zier­ten Jack-Spar­row-At­ti­tü­den. Der wirk­li­che Ja­mes Bul­ger ver­wei­ger­te bis zu­letzt sei­nem fil­mi­schen Al­ter-Ego ein Tref­fen, das Depp für eine kon­kre­te­re und ehr­li­che­re In­ter­pre­ta­ti­on der Fi­gur ha­ben woll­te. Jetzt ge­hen na­tür­lich die Mei­nun­gen aus­ein­an­der, wie nahe der Schau­spie­ler an der Per­son Ja­mes Bul­ger wirk­lich ist. Schließ­lich gibt es zwangs­läu­fig Men­schen, die an ei­ner Ver­fil­mung die­ser Ge­schich­ten kei­ne Freu­de ha­ben dürf­ten, und ger­ne da­ge­gen re­den.

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EVEREST in 3D

EVEREST in 3D

Poster EverestEVER­EST – Bun­des­start 17.09.2015

Wer den Berg be­zwin­gen will, der muss nicht nur kör­per­li­che Stra­pa­zen über­ste­hen. 189 Men­schen star­ben bis­her bei ih­rem Ver­such, den Gip­fel des Dachs der Welt zu be­tre­ten. Und 120 von ih­nen lie­gen noch dort. Ent­lang der üb­li­chen Rou­ten lie­gen sie, meist in der To­des­zo­ne, über 8000 Me­tern. Eine Ber­gung der Lei­chen ist un­mög­lich, wäre kör­per­lich zu an­stren­gend, und die Luft ist zu dünn für Flug­ma­schi­nen. Von zwei zu­sam­men­ge­leg­ten Ex­pe­di­tio­nen 1996 lie­gen acht er­fro­re­ne oder an Lun­gen­em­bo­lie ge­stor­be­ne Berg­stei­ger dort. Der Jour­na­list Jon Kra­kau­er war bei die­ser zu­sam­men­ge­leg­ten Ex­pe­di­ti­on da­bei, über­leb­te, und schrieb ein Buch mit dem Ti­tel »Into Thin Air«. Es dau­er­te kein Jahr, da mach­te Co­lum­bia ei­nen Fern­seh­film dar­aus, der ziem­lich prä­zi­se die Er­eig­nis­se wie­der­spie­gel­te. Ein wei­te­res Jahr spä­ter kam mit EVER­EST eine IMAX-Pro­duk­ti­on auf die größ­ten Lein­wän­de der Welt, wel­che die Er­ha­ben­heit des welt­größ­ten Ber­ges wie­der­ge­ben soll­ten.

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THE IMITATION GAME – Ein streng gespoilertes Leben

THE IMITATION GAME – Ein streng gespoilertes Leben

Poster The Imitation Game

THE IMI­TA­TI­ON GAME – Bun­des­start 22.01.2015

Dies ist die Ge­schich­te von Alan Tu­ring, der sich 1953 das Le­ben nahm, weil er durch eine Hor­mon­be­hand­lung stark de­pres­siv wur­de. Alan Tu­ring war ei­ner von 49.000 Ho­mo­se­xu­el­len die zwangs­ste­ri­li­siert wur­den, als Ho­mo­se­xua­li­tät in Groß­bri­tan­ni­en noch den Tat­be­stand ei­ner Straf­tat er­füll­te. Es ist das trau­ri­ge Ende ei­nes Le­bens, das mit so viel hel­den­haf­ter Fül­le ge­seg­net schien. Dies ist die Ge­schich­te von Alan Tu­ring, der wäh­rend des zwei­ten Welt­krie­ges den Code der deut­schen Ver­schlüs­se­lungs­ma­schi­ne Enig­ma knack­te. Das ist doch der Stoff, aus dem die Hel­den sind. Die tra­gi­schen Hel­den, mit ganz ho­hem Film­po­ten­ti­al. Das muss der Nor­we­ger Mor­ten Tyld­um so­fort er­kannt ha­ben, auch wenn ihm be­stimmt nicht gleich die gro­ße Os­car-Pa­ra­de in den Sinn ge­kom­men sein wird. Aber wie sieht ein wah­rer Os­car-Stoff aus? Nach ei­ner wah­ren Be­ge­ben­heit, ein et­was ab­son­der­li­cher Cha­rak­ter, ein per­sön­li­ches be­rüh­ren­des Le­ben, eine Hel­den­rei­se, die ge­gen jede Ver­nunft ob­siegt. Dreht je­mand ei­nen Film nach ei­ner wah­ren Be­ge­ben­heit, ruft das um­ge­hend die Kri­ti­ker auf den Plan, wenn die dra­ma­ti­sier­te Ge­schich­te von den Fak­ten ab­weicht. Und im­mer wie­der muss man fest­stel­len, wie dumm sol­che Kri­tik ist. Wür­den Fil­me sich ge­streng an die Fak­ten hal­ten, wür­de sich das kein Zu­schau­er an­tun. Schließ­lich geht es in er­ster Li­nie um den Kern ei­ner Ge­schich­te, und um de­ren Aus­sa­ge. Auch THE IMI­TA­TI­ON GAME gibt sich fak­ti­schen Än­de­run­gen hin, um die Ge­schich­te glei­cher­ma­ßen span­nend, aber auch be­rüh­rend er­zäh­len zu kön­nen.

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