HELL OR HIGH WATER

HELL OR HIGH WATER

HELL OR HIGH WATER – Bundesstart 12.01.2017

“Hell or high water” ist so etwas wie ein Synonym für “Alles oder Nichts”. Autor Taylor Sheridan hat das thematisch schon in SICARIO hervorragend eingebaut, wo niemand der zu sein scheint, den er vorgibt. Sheridan hat sich als Darsteller durch eine ziemlich Anzahl von Serien wie VERONICA MARS oder SONS OF ANARCHY gearbeitet.

Aber nun, mit HELL OR HIGH WATER, scheint er seine eigentliche Bestimmung gefunden haben, und zeigt, dass der Erfolg von SICARIO kein Zufall war. Zwei weitere Filme auf Grundlage seiner Drehbücher sind bereits in Vorproduktion.

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CRIMINAL ACTIVITIES

CRIMINAL ACTIVITIES

Poster Criminal ActivitiesCRIMINAL ACTIVITIES – Bundesstart 31.03.2016

Nach 42 Jahren im Filmgeschäft hat es Jackie Earle Haley doch einmal gewagt, selbst einen Film zu inszenieren. Erstaunlich, dass er sich dabei auf den Drehbuch-Debütanten Robert Lowell verließ. Aber Haley schien sich gedacht zu haben, auf alles oder nichts zu setzen. Letztendlich lag er damit nicht komplett daneben. CRIMINAL ACTIVITIES atmet ein bisschen die Atmosphäre einer Fingerübung, immer wieder gut, aber nicht ganz rund. Die Einflüsse der Werke von Matthew Vaughn und Guy Ritchie sind dabei unverkennbar. Aber auch das ist vollkommen in Ordnung. Lieber gut kopiert, als schlecht erfunden. CRIMINAL ACTIVITIES wird keine tiefen Spuren hinterlassen, sollte allerdings wahrgenommen werden.

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THE HATEFUL EIGHT

THE HATEFUL EIGHT

Promofoto Hateful EightTHE HATEFUL EIGHT – BUNDESSTART 28.01.2016

Kapitel Eins:
LETZTE KUTSCHE NACH RED ROCK
Drei der hassenswerten Acht treffen unterwegs aufeinander, wo der Kutscher versucht, einem sich nähernden Blizzard zu entkommen. Und Quentin Tarantino tut alles daran, es unentwegt mysteriös zu halten. Soll der Henker wirklich den Major zu sich und seiner Gefangenen in die Kutsche lassen? Es wird viel geredet, in diesem Auftakt zu Tarantinos achtem Film. Der Henker und der Major, beides Kopfgeldjäger, kennen die Arbeit des jeweils anderen, der Respekt ist also geboten, das Misstrauen aber nicht aufgehoben. Spannung baut sich in diesen Szenen kaum auf. Dafür schwelgt der Regisseur in den Panavisionbildern von Robert Richardson. SuperPanavision 70 war ein Filmformat, welches gegen Cinemascope und Cinerama konkurrieren konnte, und durchaus ein klareres Bild bietet als eine digitale 4K Auflösung. Panavision musste für Tarantinos Traum Objektive aus dem Keller kramen, die seit 1966 nicht mehr in Gebrauch waren.

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KNOCK KNOCK

KNOCK KNOCK

Poster Knock KnockKNOCK KNOCK – Bundesstart 10.12.2015

Innerhalb kürzester Zeit hat sich Eli Roth an die Spitze des Horror-Genres inszeniert. Irgendwie scheint Roth omnipräsent im Kino vertreten zu sein. Tatsächlich hat der Regisseur seit 2002 lediglich fünf Kinofilme gemacht, wobei CABIN FEVER  der erste war. Viel umtriebiger ist er hingegen als Produzent. Doch genau wie seine Regiearbeiten treffen die von ihm mit produzierten Filme nicht immer den sicheren Geschmack. Eher das Gegenteil. Mal werden seine Filme milde belächelt, manchmal als Unsinn abgetan, oder sie sind in ihren Motivationen fragwürdig. Was natürlich nicht bedeutet, der Filmemacher hätte nicht auch eine treue Anhängerschaft. Doch wie man das Skalpell  auch drehen und wenden mag, Eli Roth ist hier, er bleibt, und ist immer wieder im Gespräch. Und jetzt hat er erstmalig einen Thriller gedreht.

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THE GIFT

THE GIFT

Poster The GiftTHE GIFT – Bundesstart 26.11.2015

Die Besprechung basiert auf der amerikanischen BluRay-Fassung in englischer Sprache.

Die Karriere von Joel Edgerton ist ähnlich der Erscheinung von Jessica Chastain. Ein Schauspieler, der durchaus einiges zu tun hatte, aber nie wirklich groß auffiel. Doch auf einmal ist er da, und auf jedermanns Radar. Bei Edgerton war es sicherlich WARRIOR, der allerdings von Tom Hardy dominiert wurde. Aber der Schauspieler ist nun eine feste Größe im Business. Nicht unbedingt der Anführer. Ob bei EXODUS, oder BLACK MASS, wird Joel Edgerton immer wieder in die zweite Reihe verwiesen. Seine Darstellungen überzeugen dennoch und stechen hervor. Und dabei geht vollkommen verloren, dass Edgerton im Filmgeschäft schon viel länger höchst umtriebig ist. Seine ersten Regie-Arbeiten waren zwei Kurzfilme, die in entsprechenden Kreisen große Anerkennung erfuhren. Es war also längst überfällig, dass sich Joel Edgerton auf der großen Leinwand etwas großzügiger austoben durfte. Er schrieb, produzierte und inszenierte THE GIFT. Ein Thriller, bei dem er sich trotz aller Möglichkeiten, selbst wieder in die zweite Reihe setzte.

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James Bond 007 SPECTRE

James Bond 007 SPECTRE

PosterSpectreSPECTRE – Bundesstart 05.11.2015

Tag der Toten in Mexico City. Die Kamera schwebt über das Treiben der Menschenmassen, taucht in die Parade, fokussiert kurz auf einen Mann mit Totenkopfmaske und Skelett auf dem Smoking, geht weiter und greift einen anderen Mann auf, folgt diesem ebenfalls nur kurz. Der Mann mit der Totenkopfmaske kommt wieder ins Bild, nimmt seine Begleiterin bei der Hand. Offensichtlich haben sie auf den anderen Mann gewartet. Sie gehen durch die Parade in eine andere Richtung, in eine Hotellobby, hinauf in den ersten Stock. Hier werden sie von der Kamera überholt, der Mann nimmt die Maske ab, es ist Bond. Die Kamera nun vorneweg, geht Bond sofort weiter, nimmt sich ein Gewehr vom Tisch, auf den Balkon, steigt über das Geländer, geht über das Dach zu einer Mauer, wo die Kamera wieder hinter den Agenten gleitet. Man sieht über die Straße in ein anderes Gebäude, und erkennt dort den Mann vom Anfang. Damit endet eine der aufregendsten, weil dynamischsten Plansequenzen, die ein Mainstream-Blockbuster je produziert hat. Und stellt dabei selbst Brian De Palmas aufwendig choreografierte Fünf-Minuten-Einstellungen in einen tiefen Schatten.

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SICARIO

SICARIO

Poster SicarioSICARIO – Bundesstart 01.10.2015

Gibt es eigentlich noch Schwarz und Weiß? Vielleicht war die Welt es noch nie, und wir haben nur einen verklärten Blick auf die Vergangenheit, und die Menschheitsgeschichte. Doch man muss nur einen Blick 50 Jahre zurück werfen, als Truman Capote KALTBLÜTIG veröffentlichte, und damit eine literarische Sensation unter das Volk brachte. Es war die wie ein Roman geschriebene Aufarbeitung einer nicht fiktionalen Geschichte, in welcher die vierköpfige Cuttler-Familie von zwei Gangstern ermordet wurde, nur um an Geld zu kommen. Zu diesem Zeitpunkt war Raubmord und Überfälle in Amerika lange nichts mehr Unbekanntes. Doch der Fall der Cuttlers sprengte einen bis dahin nie da gewesenen Rahmen, wo Unschuldige einfach nur wegen des Tötens umgebracht wurden. KALTBLÜTIG war ein Schock, er traf die Leser zutiefst. Das hat mit der Situation entlang der amerikanisch-mexikanischen Grenze zuerst wenig zu tun. Aber bei den Cuttlers waren die Grenzen von Schwarz und Weiß klar definiert und sichtbar. 50 Jahre später hat sich Amerika deutlich verändert.

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MISSION: IMPOSSIBLE – ROGUE NATION

MISSION: IMPOSSIBLE – ROGUE NATION

Poster Rogue NationMISSION: IMPOSSIBLE – ROGUE NATION – Bundesstart 06.08.2015

Das Entsetzen war groß, als Brian De Palma 1996 nicht nur den Tod von Jim Phelps inszenierte, sondern ihn auch noch als Verräter zeigte. Über 171 Folgen war Jim Phelps das Herz und der Verstand der Impossible Mission Force, und rettete mit seinem Team mehrere Male die Welt. Wie konnte man an dieser Ikone eigentlich derart kratzen? Tom Cruise war ein großer Fan der Show, und er wollte seine eigene IMF. Da Paramount nicht in der Lage war, eine Neuauflage zu kreieren, gründete Cruise seine eigene Produktionsfirma und konzipierte eine Filmfassung. Überzeugt investierte Paramount schließlich ein 70 Millionen Dollar Budget. Dennoch war der Weg noch ein langer. Seine Partnerin Paula Wagner und Sidney Pollack arbeiteten weiter am Konzept, schließlich kam De Palma dazu, der eine weit klarere Vorstellung davon hatte, wie der Film funktionieren sollte. Der neue Held hieß Ethan Hunt, und Jim Phelps musste weg. Das wollte man Cruise und De Palma nicht wirklich verzeihen. Aber das filmische Ergebnis war nicht nur finanziell erfolgreich, es begeisterte Kritiker und Publikum gleichermaßen.

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JOHN WICK

JOHN WICK

PosterJohnWick

JOHN WICK – Bundesstart 29.01.2015

Es sind harte Zeiten für Keanu Reeves. Für einen der ehemals vielversprechendsten Darsteller seiner Generation. Es fing mit einem vertanen Remake von DER TAG AN DEM DIE ERDE STILLSTAND an. Dass man sich nicht mit Klassikern anlegt, sollte man in Hollywood wissen. Der Flop war nicht dem Darsteller geschuldet, wird aber in Publikumskreisen grundsätzlich bei schlechten Filme so klassifiziert. Reeves war nie abgeneigt sich in allen Genres und Produktionsetats zu bewegen, dass aber nach ERDE der Frauenfilm PIPPA LEE folgte, gab seiner Karriere nicht den erforderlichen Aufschwung. HENRY’S CRIME und GENERATION UM… nahm dann schon keiner mehr wahr. Was sich auch auf sein Regie-Debüt MAN OF TAI CHI auswirkte, wo man dem Talent keine Chance geben wollte. Und mit 47 RONIN attestierte man dem Mann mit hawaiianischen Wurzeln dann endgültig einen filmischen Grabstein, obwohl der Misserfolg ganz und gar nichts mit Keanu Reeves zu tun hatte. Nur insofern, dass er bei Rollenangeboten darauf achten sollte, dass man sich nicht mit geschichtlichen Legenden anlegt. Da kann man nur durchatmen, dass sich Reeves nun wieder einmal für einen Film verpflichten ließ, den man zuerst zu seinen Kernkompetenzen zählen würde, bei einem Blick über seine Vita jedoch überhaupt nicht ist. Aber JOHN WICK als schnörkelloser Action-Film funktioniert gerade wegen Keanu Reeves.

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ICH. DARF. NICHT. SCHLAFEN.

ICH. DARF. NICHT. SCHLAFEN.

Poster Ich darf nicht schlafenBEFORE I GO TO SLEEP – Bundesstart 13.11.2014

Jeden Morgen, wenn Christine erwacht, beginnt ihr Leben von vorne. Eine Vierzigjährige, die glaubt in der Nacht zuvor als Zwanzigjährige ins Bett gegangen zu sein. Und jeden Morgen erzählt Ehemann Ben von ihrem schrecklichen Unfall, bei der sie eine psychogene Amnesie erlitten hat. Seit vierzehn Jahren erwacht Christine jeden einzelnen Tag ohne jede Erinnerung an die Geschehnisse vom Vortag. Hochzeitsbilder von ihr und Ben hängen im Badezimmer, um eventuell aufkeimende Erinnerungen zu unterstützen. Schränke und Kommoden sind mit Post-Its beklebt, damit sich Christine im Haus zurecht findet. Für Christine geschieht das alles immer zum ersten Mal, aber für Ben ist es eine schmerzhaft endlose Schleife an Wiederholungen. Aber dass dieser Film kein Drama, sondern Psychothriller sein wird, weiß man spätestens seit dem Beginn des Marketings von ICH DARF NICHT SCHLAFEN.

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RUHET IN FRIEDEN

RUHET IN FRIEDEN

Poster Ruhet in FriedenA WALK AMONG THE TOMBSTONES – 13.11.2014

1991. Drei Gangster überfallen eine Bar, werden aber von Detective Matthew Scudder gestellt und auf offener Straße erschossen. Der gnadenlose  Einsatz des alkoholkranken Scudder endet allerdings in einem fürchterlichen Desaster. Diese Einstiegssequenz ist eine der ganz wenigen Action-Szenen, die sich der Film leistet. Er rückt Liam Neeson wieder etwas von seinem Übermensch-Image weg, zum Charakter-Darsteller der er eigentlich ist. Mit dem bereits bereits in Postproduktion befindlichen TAKEN 3 wird der Fan knallharter Action sowieso bald wieder zufrieden gestellt. RUHET IN FRIEDEN begibt sich mehr in die Hände des Thrillers und gibt noch einen Schuss Drama hinzu. Scott Frank hat hier erst seinen zweiten Spielfilm inszeniert, und das nach sieben Jahren. Dass er allerdings das Drehbuch selbst verfasste, macht aus RUHET IN FRIEDEN fast schon eine sichere Wette. Denn Romanverfilmungen kann Scott Frank, wie MARLEY & ICH schon bewies, und er beherrscht auch alle weiteren Genres. Für Kenneth Branagh schrieb er den Thriller DEAD AGAIN, für Spielberg die Zukunftsvision MINORITY REPORT, oder überzeugte mit einem Remake wie FLUG DES PHÖNIX. Einem Menschen wie Scott Frank kann man sich also anvertrauen, auch wenn man vielleicht andere Kost serviert bekommt, als man zuerst annehmen würde.

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Denzel Washington – THE EQUALIZER

Denzel Washington – THE EQUALIZER

PosterTheEqualizerTHE EQUALIZER – Bundesstart 09.10.2014

Erst waren es 2005 die Weinstein-Brüder. 2010 kamen die Rechte zu Escape Artists. Dann war da Paul Haggis, mit Russell Crowe in der Hauptrolle. Nach deren Ausstieg war Denzel Washington sehr interessiert. Regisseur Nicolas Winding Refn stieg aber nach Vertragsunstimmigkeiten während der Dreharbeiten aus. Denzel Washington blieb und es kam Antoine Fuqua. Der Mann, der mit TRAINING DAY das Vehikel für Washingtons zweiten Oscar inszenierte. Als Produzent wird der Schauspieler auf die Wahl des Regisseurs vielleicht ein klein wenig Einfluss gehabt haben. Obwohl auffallend ist, dass beide seit dem riesigen und verdienten Erfolg von TRAINING DAY für eine erneute Zusammenarbeit dreizehn Jahre vergingen ließen. Erneut ein wunderbares Beispiel, was alles mit einem Filmprojekt passieren kann, und unweigerlich das was-wäre-wenn heraufbeschwört. Aber auch erneut ein Beispiel, dass es in Hollywood oftmals unergründliche Wege gibt, die alles zum Besten weisen. Denn dieses Remake der gleichnamigen TV-Serie ist nicht makellos, aber bereitet einem geneigten Publikum genau jenes Vergnügen, auf welches es zu hoffen wagte.

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