Der PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 645 und 646

Der PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 645 und 646

Dies­mal gibt es DEN PHAN­TA­STI­SCHEN BÜ­CHER­BRIEF gleich zwei­mal. Im er­sten mit der Num­mer 645 fin­det sich eine um­fang­rei­che Be­spre­chung zu VA­LE­RI­AN UND DIE STADT DER TAU­SEND PLA­NE­TEN, die den Um­fang ei­nes nor­ma­len Bü­cher­briefs ge­sprengt hät­te.

In der Num­mer 646 fin­det man dann wie ge­wohnt Erik Schrei­bers Be­spre­chun­gen zu Pu­bli­ka­tio­nen, dies­mal aus den Be­rei­chen In­ter­na­tio­na­le Phan­ta­stik, Kri­mi & Thril­ler, Co­mic und Se­kun­där­li­te­ra­tur.

Bei­de PHAN­TA­STI­SCHE BÜ­CHER­BRIE­FE lie­gen wie im­mer im PDF-For­mat vor und kön­nen hier ko­sten­los her­un­ter ge­la­den wer­den.

Bü­cher­brief 654 Va­le­ri­an (PDF, ca. 1,6 MB)

Bü­cher­brief 646 Juli 2017 (PDF, ca. 1 MB)

Gamescom 2017: Neue Regeln für Cosplayer

Gamescom 2017: Neue Regeln für Cosplayer

Nach dem gi­gan­ti­schen De­ba­kel im Vor­jahr, in dem die Ver­an­stal­ter der Spie­le­mes­se völ­lig dep­per­te Re­geln für Cosplay­er auf­stell­te (sie­he mei­ne bei­den Ar­ti­kel), de­nen man deut­lich an­merk­te, dass sie im Hau­ruck­ver­fah­ren raus­ge­hau­en wur­den und nicht wirk­lich durch­dacht wa­ren, will man es in die­sem Jahr of­fen­bar bes­ser ma­chen. Das dürf­te auf die mas­si­ve Kri­tik zu­rück­zu­füh­ren sein, die öf­fent­lich – auch von mir – am Ver­an­stal­ter ge­übt wur­de. Heu­te habe ich eine Mail er­hal­ten, die auf die neu­en Re­geln für die ga­mes­com 2017 hin­weist. Da ist in mei­nen Au­gen als er­stes er­freu­lich, dass man dies­mal früh­zei­tig auf die Re­ge­lun­gen hin­weist.

Wei­ter­hin wird es ei­nen Ex­tra­ein­gang samt Gar­de­ro­be für Cosplay­er ge­ben, dort soll spe­zi­ell ge­schul­tes Per­so­nal die Ge­wan­dun­gen und Ac­ces­soires be­wer­ten. Wie gut das funk­tio­niert, wird ab­zu­war­ten sein, von der RPC weiß ich, dass dort die Mit­glie­der des Wach­dien­stes stel­len­wei­se im­mer noch völ­lig idio­ti­sche Ent­schei­dun­gen tref­fen und völ­lig un­wich­ti­ge oder lä­cher­li­che Din­ge be­män­geln. Da hat man eher den Ein­druck, dass sich ein paar jun­ge Män­ner wich­tig ma­chen wol­len, zu­dem ist hier of­fen­bar der Na­sen­fak­tor wich­ti­ger als kon­kre­te Richt­li­ni­en. Bleibt zu hof­fen, dass sol­che Ent­glei­sun­gen bei die­sem »spe­zi­ell ge­schul­ten« Per­so­nal nicht mehr vor­kom­men.

Wei­ter­hin sind Waf­fen­imi­ta­te nicht mehr grund­sätz­lich ver­bo­ten (De­tails dazu in ei­nem PDF der Ver­an­stal­ter). zu­sätz­lich kann man Ab­bil­dun­gen sei­ner Cosplay-Waf­fen dem Ver­an­stal­ter vor­ab per Mail zu­sen­den, um eine Ein­schät­zung zu er­hal­ten, ob die­se zu­ge­las­sen wer­den.

Al­ler­dings fin­det sich in der Email der Satz: »Die Koeln­mes­se be­hält sich das Recht vor, im Rah­men des Haus­rechts die Mit­nah­me von Waf­fen­imi­ta­tio­nen und Ac­ces­soires zu un­ter­sa­gen.« Wo­mit die Un­si­cher­heit dann wie­der vor­han­den ist, wenn man letzt­lich doch al­les nach Guts­her­ren­art un­ter­sa­gen darf, was laut PDF ei­gent­lich er­laubt ist. Wer sich also sein Waf­fen­imi­tat per Email ge­neh­mi­gen lässt, soll­te die Email mit der Ge­neh­mi­gung im Zwei­fels­fall als Aus­druck oder auf dem Smart­pho­ne da­bei ha­ben, um das nach­wei­sen zu kön­nen.

Bei den Vor­ab­ge­neh­mi­gun­gen per Mail hät­te ich gern Rück­mel­dun­gen von Cosplay­ern, ob das funk­tio­niert und was kon­kret be­an­stan­det wird.

Im Gro­ßen und Gan­zen fin­de ich das al­ler­dings bis­her deut­lich pro­fes­sio­nel­ler durch­ge­führt als im letz­ten Jahr. Kri­tik hilft also doch.

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Medieval Fantasy Convention am 26. und 27. August 2017 auf Schloss Burg

Medieval Fantasy Convention am 26. und 27. August 2017 auf Schloss Burg

Wie im ver­gan­ge­nen Jahr fin­det auch 2017 auf Schloss Burg in So­lin­gen die Me­di­eval Fan­ta­sy Con­ven­ti­on mit zahl­rei­chen Star­gä­sten statt. Ne­ben den Stars gibt es ei­nen Mit­tel­al­ter­markt, Cosplay­er, Mer­chan­di­se, Gauk­ler und vie­les mehr.

Im ver­gan­ge­nen Jahr war das eine wirk­lich schö­ne Ver­an­stal­tung und ich freue mich, dass es sie 2017 er­neut gibt.

Als Star­gä­ste kom­men un­ter an­de­rem (das kann sich bis zur Ver­an­stal­tung na­tür­lich än­dern, manch­mal müs­sen Schau­spie­ler halt auf­grund von Ter­mi­nen ab­sa­gen): Sean Astin (HERR DER RIN­GE), Da­vid Wen­ham (HERR DER RIN­GE), Adam Brown (HOB­BIT), Tom Hop­per (BLACK SAILS), Manu Ben­nett (AR­ROW), Co­rin Ne­mec (STAR­GA­TE), Da­vid Gi­unto­li (der Grimm aus GRIMM), Bit­sie Tulloch (eben­falls GRIMM).

Alle Gä­ste und wei­te­re In­for­ma­tio­nen auf der Web­sei­te der Ver­an­stal­tung.

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In eigener Sache: Interview beim Würfelheld

In eigener Sache: Interview beim Würfelheld

Na schau mal ei­ner an: An­dré Sko­ra, der Wür­fel­held, hat mich für sein Blog in­ter­viewt und mir Fra­gen zu di­ver­sen The­men ge­stellt, bei­spiels­wei­se Phan­ta­News, den Steam­punk-Chro­ni­ken, Self­pu­bli­shing, Fan­dom, Pen & Pa­per-Rol­len­spiel und noch so ei­ni­ges mehr.

Die Er­geb­nis­se die­ser Be­fra­gung kann man ab heu­te beim Wür­fel­held nach­le­sen.

Haltet die Buchmesse sauber! Weg mit Spaß und Cosplay!

Haltet die Buchmesse sauber! Weg mit Spaß und Cosplay!

Ei­gent­lich woll­te ich eine ge­har­nisch­te Re­plik auf das se­xi­sti­sche Alt­her­ren-Kul­tur­de­fi­nie­rer-Ge­sül­ze von Car­sten Otte vom SRW ver­fas­sen, der im 21. Jahr­hun­dert ernst­haft die An­sicht ver­tritt, bun­te Fans und Man­ga pas­sen nicht zu ei­ner »alt­ehr­wür­di­gen«, »ernst­haf­ten« Buch­mes­se Leip­zig. Und das aus äu­ßerst kru­den Grün­den, die man schon mit zwölf Se­kun­den Nach­den­ken aus­ein­an­der neh­men kann.

Aber ich muss gar nichts mehr dazu schrei­ben, das hat Lena Fal­ken­ha­gen schon aus­führ­lich, sach­kun­dig und mit wun­der­ba­rer De­mon­ta­ge der Alt­her­ren­ar­gu­men­te auf Tor On­line ge­tan.

Ich habe dem nichts hin­zu­zu­fü­gen. Cha­peau und Dan­ke!

p.s.: Die Ka­ri­ka­tur von Jean-Jaques Sei­ler zum The­ma kann man sich auch mal an­se­hen.

[Up­date 21:10 Uhr:] Auch Car­sten Otte ist die Kri­tik an sei­nen Aus­sa­gen zu Ha­sen­oh­ren ge­kom­men und er ver­sucht das, was sol­che Leu­te im­mer gern zu tun ver­su­chen: Al­les von sich wei­sen, kri­tik­re­si­stent auf sei­nen dis­kri­mi­nie­ren­den Aus­füh­run­gen be­stehen, und von ir­gend­wel­chen »straf­recht­lich re­le­van­ten Äu­ße­run­gen« zu schwa­feln, um die Kri­ti­ker pau­schal zu dis­kre­di­tie­ren. Und vor al­lem ver­sucht er in durch­sich­tig­ster Wei­se, Aus­fäl­le ein­zel­ner (die be­kann­ter­ma­ßen in So­zia­len Me­di­en vor­kom­men) auf die Sze­ne all­ge­mein zu schie­ben. Das ist in mei­nen Au­gen lei­der er­bärm­lich und nichts an­de­res als bil­li­ges Nach­tre­ten. In die­sem Licht soll­te man sei­nen Ein­füh­rungs­satz se­hen:

Zu­nächst ein­mal ging es mir nicht dar­um, li­te­ra­ri­sche Sub­kul­tu­ren zu dif­fa­mie­ren.

Und dann tut er das so­fort noch­mal, in­dem er die ge­sam­te Sze­ne auf­grund von Äu­ße­run­gen ein­zel­ner Per­so­nen auf So­zia­len Me­di­en dif­fa­miert, von de­nen er noch nicht ein­mal nach­wei­sen kann, dass die­se auch tat­säch­lich zum Fan­dom ge­hö­ren. Denn das kann er selbst­ver­ständ­lich nur an­neh­men, aber zum Zeit­punkt sei­ner Aus­sa­ge nicht be­le­gen.

Auch die­sen Satz muss man sich auf der Zun­ge zer­ge­hen las­sen:

Es lohnt sich aber den­noch zu dis­ku­tie­ren, ob die Art und Wei­se, wie sich man­che Cosplay­er in­sze­nie­ren, nicht im kras­sen Ge­gen­satz zu den von der Buch­mes­se de­fi­nier­ten Zie­len steht.

Was sind denn »die de­fi­nier­ten Zie­le der Buch­mes­se«? Die Ant­wort ist ein­fach: In er­ster Li­nie geht es, wie bei je­dem Wirt­schafts­un­ter­neh­men und auch der Buch­bran­che im all­ge­mei­nen, in er­ster Li­nie dar­um, mög­lichst vie­le Ein­nah­men zu er­zie­len. Al­les Ge­schwa­fel und Ge­tue um Hoch­li­te­ra­tur oder heh­re po­li­ti­sche Zie­le sind letzt­lich nur PR-Ge­trom­mel, die der Ge­ne­rie­rung von har­ten Mo­ne­ten die­nen sol­len. Wer das an­ders sieht, soll­te drin­gend sei­nen Sinn für Rea­li­tät über­prü­fen.

Und dann noch der zwei­te An­satz: Der SWR dürf­te es mit die­sem Click­bait-Ar­ti­kel auf rich­tig viel Traf­fic ge­bracht ha­ben – und das könn­te ein an­de­rer Grund für des­sen Ver­öf­fent­li­chung ge­we­sen sein. Al­ler­dings er­war­te ich von öf­fent­lich-recht­li­chen Me­di­en Sach­lich­keit und nicht Click­bai­ting.

In­zwi­schen ha­ben sich auch die Ver­an­stal­ter der Leip­zi­ger Buch­mes­se ge­äu­ßert.

Noch eine Re­ak­ti­on auf Spie­gel On­line von Mar­ga­re­te Sto­kow­ski: Auch nack­te Ha­sen sind po­li­tisch.

[Nach­trag 29.03.2017:] Üb­ri­gens äu­ßern sich die Ver­an­stal­ter der Buch­mes­se Leip­zig (und Frank­furt) selbst­ver­ständ­lich po­si­tiv über Cosplay­er. Weil die me­di­en­wirk­sam sind und so­mit ko­sten­los Wer­bung für die Ver­an­stal­tung ma­chen. Und das ob­wohl sie sich ähn­lich merk­wür­di­gen, teil­wei­se lä­cher­li­chen, Vor­schrif­ten wie bei der Ga­mes­Com un­ter­wer­fen müs­sen. Da steht un­ter an­de­rem:

Die Ko­stü­me dür­fen nicht zu frei­zü­gig sein, d.h. Ober­kör­per, In­tim­be­reich und Po müs­sen aus­rei­chend von Klei­dung be­deckt sein – das gilt für bei­de Ge­schlech­ter.

So­mit soll­ten die von Otte ge­se­he­nen por­no­gra­fi­schen Ko­stü­me nur sei­ner über­stei­ger­ten Prü­de­rie ge­schul­det sein, denn als Por­no-Hase kommt man gar nicht an den Ord­nern vor­bei.

Mini-Rant: Was läuft eigentlich in diesem deutschen SF-Fandom falsch?

Mini-Rant: Was läuft eigentlich in diesem deutschen SF-Fandom falsch?

Je­der, der sich in­ten­si­ver mit Sci­ence Fic­tion be­schäf­tigt, weiß was Fan­zines sind. Fan­zines sind von Fans her­aus­ge­ge­be­ne Ma­ga­zi­ne, die sich mit As­pek­ten der SF und ver­wand­ten Ge­bie­ten be­schäf­ti­gen. Die gibt es seit vie­len, vie­len Jah­ren, seit man als Sterb­li­cher ab­seits von Ver­la­gen halb­wegs brauch­ba­ren Zu­griff auf Ver­viel­fäl­ti­gungs­me­tho­den für Tot­holz be­kam. Ich kann mich noch an Fan­zines er­in­nern, die vor dem groß­flä­chi­gen Ent­ste­hen von Co­py­shops mit Spi­ri­tus-Um­druck ent­stan­den sind. Mit Stück­zah­len, die man an vier Hän­den ab­zäh­len konn­te. Oder drei. Oder 20. Es gab Fan­zines mit den ver­schie­den­sten In­hal­ten, man­che be­fass­ten sich se­kun­där­li­te­ra­risch mit dem Ger­ne, an­de­re brach­ten selbst­ver­fass­te Sto­ries, wie­der an­de­re wa­ren rei­ne Ego­zi­nes, die ver­mut­lich mei­sten ein Mix aus all dem. Fan­zines wa­ren ein As­pekt des Gen­res und des Hob­bies, das nicht weg­zu­den­ken war – und streng ge­nom­men bis heu­te ist.

Aber wenn wir das mal mit et­was Ab­stand und ob­jek­tiv be­trach­ten, dann wa­ren das Pu­bli­ka­ti­ons­for­men für je­der­mann, lan­ge be­vor so et­was wie das In­ter­net oder Self­pu­bli­shing all­ge­mein ver­füg­bar wa­ren. Ma­ga­zi­ne, die in eben­falls ei­ner Art von Self­pu­bli­shing er­schie­nen sind.

Und da kom­men wir zum Punkt: An­ge­sichts die­ser jahr­zehn­te­lan­gen Hi­sto­rie des Self­pu­bli­shings im deut­schen SF-Fan­dom kann ich ab­so­lut nicht nach­voll­zie­hen, war­um et­li­che Prot­ago­ni­sten die­ses Ge­ron­ten­stadls die­ser Grup­pie­rung heut­zu­ta­ge via Self­pu­bli­shing ver­öf­fent­lich­te Wer­ke oder Kurz­ge­schich­ten­samm­lun­gen pau­schal als »Mist« ab­leh­nen, ohne auch nur mal ein Blick hin­ein ge­wor­fen zu ha­ben? War­um fin­den Self­pu­bli­shing-Wer­ke kei­ner­lei Be­rück­sich­ti­gung, wenn es um Prei­se aus dem Dunst­kreis »deut­sches SF-Fan­dom« geht, Ver­öf­fent­li­chun­gen in Fan­zines – die heu­te bis­wei­len noch wie mit Spi­ri­tus­um­druck her­ge­stellt wir­ken, selbst wenn sie eine Web­prä­senz sind – aber schon? Wird da mit zwei­er­lei Maß ge­mes­sen? Weil »wir das noch nie so ge­macht ha­ben«? War­um? Ich kann es ein­fach nicht nach­voll­zie­hen, denn es gibt frag­los im Be­reich SF via Self­pu­bli­shing hau­fen­wei­se be­mer­kens­wer­te Ver­öf­fent­li­chun­gen, so­gar wel­che, die an­ders­wo Prei­se ein­heim­sen kön­nen. War­um wer­den die nicht zur Kennt­nis ge­nom­men? Weil ge­ra­de die Ju­ro­ren für SF-Prei­se eine neue Tech­no­lo­gie wie eBooks und eBook-Re­ader als neu­mo­di­sches Teu­fels­werk ab­leh­nen und lie­ber ver­zückt an Drucker­schwär­ze und Buch­rücken­kleb­stoff von be­druck­tem Tot­holz schnüf­feln? Und weil sie nicht er­ken­nen, dass Self­pu­bli­shing so weit vom Fan­dom-Klas­si­ker Fan­zine nicht ent­fernt ist? Oder sind sie ver­grätzt, dass wir heu­te in der Lage sind, Sto­ry­samm­lun­gen via Ama­zon groß­flä­chig un­ters Volks zu brin­gen, statt nur zwei Hand­voll hand­ge­klam­mer­ter nach Sprit rie­chen­der Um­druck-Hef­te ver­tei­len oder per Post ver­schicken zu kön­nen? War­um leh­nen Ur­ge­stei­ne, die uns frü­her mit mehr oder we­ni­ger schlecht ko­pier­ten Fan­zines zwei­fel­haf­ten In­halts ge­quält ha­ben (die aber den­noch als Fan-Ar­beit selbst­ver­ständ­lich lie­bens- und be­mer­kens­wert wa­ren), heu­te an­de­re Fans ab, die ei­gent­lich ge­nau das­sel­be tun?

Ich ver­ste­he es nicht. Ich ver­ste­he es wirk­lich nicht.

p.s.: Nein, es geht dies­mal nicht um den DPP, selbst wenn der sich auch jah­re­lang mit Hän­den und Fü­ßen ge­gen Self­pu­bli­shing ge­wehrt hat.

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Leipziger Buchmesse vergrätzt Blogger durch fragwürdige Akkreditierungspraktiken

Leipziger Buchmesse vergrätzt Blogger durch fragwürdige Akkreditierungspraktiken

Die Buch­bran­che und auch die Leip­zi­ger Buch­mes­se ho­fie­ren seit ei­ni­ger Zeit mas­siv Blog­ger. War­um das so ist, hat­ten wir hier auf Phan­ta­News vor ei­nem Jahr an­läss­lich der LBM über ei­nen Gast­bei­trag mit dem Ti­tel »Die Rat­ten­fän­ger von Leip­zig« the­ma­ti­siert: Weil Blog­ger vor al­lem spott­bil­li­ge Wer­bung sind.

Tat­säch­lich sieht es nun al­ler­dings so aus, als wol­le man gar nicht je­den »da­her­ge­lau­fe­nen« Blog­ger da­bei ha­ben und möch­te Ro­si­nen picken – oder das Ak­kre­di­tie­rungs­ver­fah­ren ist völ­lig plan­los. Dar­über be­rich­tet Da­ni­el Is­ber­ner auf sei­nem Blog, der hat ge­ra­de auf sei­ne Pres­se­ak­kre­di­tie­rung hin eine Ab­sa­ge be­kom­men. Man muss sich hier wirk­lich fra­gen, nach wel­chen Kri­te­ri­en die Ver­ant­wort­li­chen in Leip­zig die Blogs bzw. Blog­ger aus­su­chen? Ist ein Hei­ti­t­ei-Blüm­chen-Blog mit mas­sen­haft Be­spre­chun­gen im Stil von »Ich habe das Buch ge­le­sen und es ist toll!!! Das Co­ver ist auch toll!!!!!11!einself!!1!« tat­säch­lich ak­kre­di­tie­rungs­wür­di­ger, als ei­nes, das sich in­halt­lich mit ver­schie­de­nen As­pek­ten des Buch­han­dels (und zahl­lo­sen an­de­ren The­men) be­schäf­tigt, statt nur stumpf Massen schlech­ter Buch­re­zen­sio­nen zu ver­öf­fent­li­chen? Aus der Sicht der Ver­an­stal­ter und Ver­la­ge, de­nen es tat­säch­lich nur um bil­li­ge Wer­bung geht, ganz si­cher.

Das Ver­fah­ren an sich scheint sei­tens der Ver­an­stal­ter al­ler­dings auch höchst un­pro­fes­sio­nell durch­ge­führt zu wer­den. Da­ni­el schreibt dazu:

Das be­trifft da­bei auch eine Men­ge Blog­ger, die in den Vor­jah­ren noch an­stands­los ak­kre­di­tiert wur­den und geht teil­wei­se so­gar so weit, dass bei Blogs, die von zwei Per­so­nen be­trie­ben wer­den ei­ner Per­son schon vor Wo­chen eine Ak­kre­di­tie­rung er­teilt wur­de und die an­de­re ge­stern ihre Ab­sa­ge be­kom­men hat.

Man kann dar­aus aber ein­deu­tig ent­neh­men, dass alle Vor­wür­fe, es gin­ge nur um Wer­bung, of­fen­sicht­lich kor­rekt sind, denn an­ders lässt sich das Ver­hal­ten der Ver­an­stal­ter der Buch­mes­se Leip­zig kaum er­klä­ren.

Ne­ben Da­ni­el wur­de sei­nen Aus­sa­gen zu­fol­ge ge­stern auch hau­fen­wei­se wei­te­ren Blogs ab­ge­sagt. War­um das erst so kurz vor der Mes­se pas­siert, ist eben­falls nicht er­klär­lich, denn eine sol­che Ab­sa­ge soll­te zeit­nah nach der Ak­kre­di­tie­rung er­fol­gen, und nicht erst nach Guts­her­ren­art an alle zu­sam­men kurz vor der Ver­an­stal­tung, um ne­ga­ti­ve Pu­bli­ci­ty zu ver­mei­den. Es mag den Ver­ant­wort­li­chen viel­leicht ko­misch vor­kom­men, aber auch Blog­ger be­nö­ti­gen eine ge­wis­se Pla­nungs­si­cher­heit. Da­ni­el schreibt wei­ter:

Die Leip­zi­ger Buch­mes­se ak­kre­di­tiert also aus­ge­spro­chen will­kür­lich und die ei­ge­nen Richt­li­ni­en schei­nen nur be­dingt zu gel­ten. Tat­säch­lich muss man so­gar an­neh­men, dass es schlicht­weg ein Kon­tin­gent der Zahl X für Blog­ger gab und so­bald das aus­ge­schöpft war ha­ne­bü­che­ne Be­grün­dun­gen her­hal­ten muss­ten, war­um man nicht mehr Blog­ger ak­kre­di­tiert. Das er­klärt auch, war­um man mit den Ab­sa­gen bis ge­stern ge­war­tet hat, denn mitt­ler­wei­le kann man kaum noch an­de­re Leu­te da­von über­zeu­gen, die Leip­zi­ger Buch­mes­se aus­fal­len zu las­sen (die ha­ben ihr Ticket ja alle schon) und hat teil­wei­se schon selbst Ter­mi­ne auf der Mes­se ver­ein­bart, muss sich also nun zwangs­wei­se ein Ticket kau­fen.

Die­se Ein­schät­zung der Tak­tik der Mes­se­ver­an­stal­ter dürf­te mei­ner An­sicht nach zu­tref­fend sein.

Man kann es nur er­neut deut­lich sa­gen: Blog­ger, lasst euch von der Buch­mes­se Leip­zig und der Bran­che nicht ver­ar­schen!

PERRY RHODAN und der Deutsche Phantastik-Preis 2017

PERRY RHODAN und der Deutsche Phantastik-Preis 2017

Ei­gent­lich hat­te er es wohl nicht tun wol­len, aber nun äu­ßerst sich Klaus N. Frick, Chef­re­dak­teur bei der er­folg­reich­sten deut­schen Sci­ence Fic­tion-Se­rie PER­RY RHO­DAN, doch noch in ei­nem Bei­trag im Re­dak­ti­ons­blog zur Durch­füh­rung des Deut­schen Phan­ta­stik-Prei­ses im Jahr 2017.

Die nach­voll­zieh­ba­re Quint­essenz ist: Da hat also ir­gend­ei­ne in­trans­pa­ren­te Jury nach ge­hei­men Kri­te­ri­en eine Li­ste von Pu­bli­ka­tio­nen und Wer­ken aus­ge­sucht und trotz des er­heb­li­chen Out­puts aus Rich­tung PER­RY RHO­DAN (108 neue Pu­bli­ka­tio­nen plus neue Auf­la­gen al­ter Wer­ke) hat nicht ein ein­zi­ges Werk da­von ei­nen Weg in die Vor­schlags­li­ste ge­fun­den.

Da kann man sich tat­säch­lich nur rat­los am Kopf krat­zen, denn auch wenn PER­RY RHO­DAN letzt­lich nichts ge­win­nen muss, ist es ab­so­lut nicht nach­zu­voll­zie­hen, war­um das ver­mut­lich um­fang­reich­ste und um­trie­big­ste deut­sche Fran­chise von ei­ner so­ge­nann­ten Fach­ju­ry nicht ein ein­zi­ges Mal no­mi­niert wur­de. Zu­mal es sich ja um ei­nen Pu­bli­kums­preis han­delt und nä­her am Pu­bli­kum als das Team von PER­RY RHO­DAN geht kaum noch.

Sie­he auch: Mo­ment mal, DPP und Vor­schlä­ge für ei­nen Phan­ta­stik-Preis

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Moment mal, Deutscher Phantastik Preis …

Moment mal, Deutscher Phantastik Preis …

In die­sem Jahr ist al­les ir­gend­wie an­ders bei der Ver­lei­hung des Deut­schen Phan­ta­stik Prei­ses. Und in mei­nen Au­gen nicht un­be­dingt bes­ser.

Der er­ste Punkt: Um mit­stim­men oder vor­schla­gen zu kön­nen, soll ich zwin­gend mei­nen Vor- und Nach­na­men an­ge­ben. Und das ge­gen­über ir­gend­ei­nem Event­ver­an­stal­ter und ohne dass ich über eine of­fen­sicht­lich und di­rekt ver­link­te Da­ten­schutz­er­klä­rung er­ken­nen kann, was mit den ge­sam­mel­ten Da­ten (Email-Adres­se, Name, Vor­na­me) ge­schieht. Mei­ner An­sicht nach ver­stößt das ge­gen §13 VI des Te­le­me­di­en­ge­set­zes:

(6) Der Dien­ste­an­bie­ter hat die Nut­zung von Te­le­me­di­en und ihre Be­zah­lung an­onym oder un­ter Pseud­onym zu er­mög­li­chen, so­weit dies tech­nisch mög­lich und zu­mut­bar ist. Der Nut­zer ist über die­se Mög­lich­keit zu in­for­mie­ren.

Wie wir in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ge­se­hen ha­ben, wäre es tech­nisch völ­lig pro­blem­los mög­lich, das an­onym und nur mit Nut­zung ei­ner Email­adres­se und zu­ge­sand­tem Hash­code durch­zu­füh­ren (das hat­te auch den Charme, dass man mit­tels des Codes nicht al­les auf ein­mal ab­stim­men muss­te, son­dern Stim­men für Ka­te­go­ri­en auch noch spä­ter ab­ge­ben konn­te). Un­klar ist zu­dem, ob die ge­sam­mel­ten Da­ten mit der IP-Adres­se zu­sam­men­ge­führt wer­den, um Be­trug zu ver­hin­dern. Das wäre aber nach ei­nem Ur­teil des EuGH nur mit ein­deu­ti­ger und ak­ti­ver Zu­stim­mung des Be­trof­fe­nen er­laubt

»Aber wir sind doch alle nur Fans!« höre ich schon als Ent­kräf­tung. Das mag sein, aber der Sei­ten­an­bie­ter ist of­fen­sicht­lich eine Fir­ma. Und die un­ter­liegt nun mal gel­ten­dem Recht.

Und dann das Ver­fah­ren:

Eine nicht nä­her be­stimm­te Jury aus Blog­gern und ir­gend­wel­chen »Fach­leu­ten« (den Aus­sa­gen der Aus­rich­ter nach ca. 3000 Per­so­nen) ist an­ge­mailt wor­den und hat­te eine Wo­che Zeit, eine Vor­schlags­li­ste zu­sam­men­zu­stel­len. Die ist jetzt schon auf der Sei­te on­line. Man kann al­ler­dings trotz die­ser be­reits vor­han­de­nen Li­ste noch neue Vor­schlä­ge ma­chen.

Dass die be­reits sicht­ba­re, sug­ge­sti­ve Li­ste ge­gen­über den Neu­vor­schlä­gen völ­lig un­fair ist, dar­auf kam of­fen­bar kei­ner. Denn die be­reits vor­han­de­nen Ein­trä­ge be­kom­men be­reits jetzt Stim­men und Sicht­bar­keit, die Neu­vor­schlä­ge sind aber bis Mit­te April un­sicht­bar.

In­trans­pa­rent ist zu­dem, was jetzt pas­siert. Wie ent­schei­det wer nach die­ser Vor­schlags­zeit was mit der be­reits vor­han­de­nen Ju­ry­li­ste und den Neu­vor­schlä­gen pas­siert, bzw. was nach wel­chen Kri­te­ri­en und mit wel­cher Ge­wich­tung auf die Short­list kommt?

In mei­nen Au­gen ist die Durch­füh­rung sehr un­glück­lich.

Mei­ner An­sicht nach wäre der ein­zig gang­ba­re Weg ge­we­sen:

  1. Vor­schlä­ge nach Ka­te­go­rie sam­meln
  2. Vor­schlä­ge quan­ti­ta­tiv aus­wer­ten
  3. Short­list er­stel­len und ab­stim­men las­sen

Die Au­to­ren und Ver­la­ge hät­ten sich oh­ne­hin wie in je­dem Jahr selbst vor­ge­schla­gen. [Edit:] Ja, und eben­falls wie in je­dem Jahr hät­ten die­je­ni­gen die Prei­se be­kom­men, die die mei­sten Fans ak­ti­vie­ren kön­nen.

p.s.: Wie die Rück­mel­dun­gen zei­gen, ist die Be­nut­zer­füh­rung des For­mu­lars auch nicht son­der­lich ge­lun­gen, zahl­rei­che Nut­zer kla­gen, dass sie es nicht ab­sen­den kön­nen. Das liegt dar­an, dass man bei Ein­trag ei­nes ei­ge­nen Vor­schlags gleich­zei­tig auch noch »kei­ne Stim­me ab­ge­ben« an­ha­ken muss …

[Up­date: 19:30 Uhr] Wenn man ein we­nig klickt fin­det man eine Da­ten­schutz­er­klä­rung (die muss aber nach An­sicht von Rechts­ex­per­ten von je­der Sei­te di­rekt zu­greif­bar sein). In der steht:

Per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten wer­den von dem An­bie­ter nur dann er­ho­ben, ge­nutzt und wei­ter ge­ge­ben, wenn dies ge­setz­lich er­laubt ist oder die Nut­zer in die Da­ten­er­he­bung ein­wil­li­gen.

Al­ler­dings wird im For­mu­lar die­se Ein­wil­li­gung nicht er­ho­ben. Zur ge­setz­li­chen Er­laub­nis: Sie­he oben.

[Up­date 08.03.2017:] Ar­ti­kel auf Meta-Punk

[Up­date 09.03.2017:] Mei­ne Ge­dan­ken, wie man so ei­nen Pu­bli­kums­preis durch­füh­ren könn­te.

[Up­date 09.03.17:] Tho­mas Mi­ch­alskis Ge­dan­ken zum The­ma be­fas­sen sich eben­falls mit un­fai­rer Vor­auswahl.

(Man könn­te jetzt auch noch dar­über dis­ku­tie­ren, ob eine Do­tie­rung des Prei­ses wirk­lich nö­tig ist, aber das ist ein an­de­res The­ma)

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125 Jahre Tolkien: Die Tübinger MYRA-Tage

125 Jahre Tolkien: Die Tübinger MYRA-Tage

Ich er­hielt fol­gen­de Pres­se­mit­tei­lung:

2017 – 35 Jah­re MYRA – 60 Jah­re Tol­ki­en auf Deutsch – 80 Jah­re »The Hob­bit« – 125.Geburtstag Tol­ki­ens – mehr als nur ein Grund zum Fei­ern.

Wie alle fünf Jah­re seit 1987- ver­an­stal­tet der bun­des­wei­te Tü­bin­ger Ver­ein der Freun­de My­ras VFM e.V. auch 2017 zu­sam­men mit an­de­ren In­sti­tu­tio­nen, Grup­pen und Ver­ei­nen (in der Ver­gan­gen­heit etwa dem Deutsch – Ame­ri­ka­ni­schen In­sti­tut DAI, dem Er­sten Deut­schen Fan­ta­sy-Club EDCF eV, den In­klings e.V., der Stadt­bü­che­rei Tü­bin­gen, der Gil­de der Fan­ta­sy-Rol­len­spie­ler GFR eV) statt ei­nem nor­ma­len jähr­li­chen MYRA-Tref­fen die Tü­bin­ger MYRA-Tage, eine gan­ze Wo­che Mär­chen – Mit­tel­al­ter – Fan­ta­sy. Al­les drei sind The­men mit de­nen sich Pro­fes­sor J.R.R. Tol­ki­en be­schäf­tigt hat, des­sen auch die­ses Jahr wie­der als »Tü­bin­ger Tol­ki­en Tage« ge­dacht wird – an­ge­sichts von 80 Jah­ren Tol­ki­en auf Eng­lisch, 60 Jah­ren Tol­ki­en auf Deutsch und 35 Jah­ren Pro­jekt Myra, ei­nem Kon­zept ge­mein­sam eine ein­zi­ge Welt der Fan­ta­sy zu er­schaf­fen, das ohne Tol­ki­en nicht denk­bar ge­we­sen wäre.

Wie­der wer­den wir ver­su­chen, mit al­len Tü­bin­ger (auch Thea­ter-) Grup­pen, Ver­ei­nen und auch in­ter­es­sier­ten Fir­men (Buch- und Spie­le-Hand­lun­gen, Spon­so­ren ein­zel­ner Events) vom 04. bis 10. Sep­tem­ber 2017 ge­mein­sam al­les auf­zu­bie­ten, was in Tü­bin­gen rund um Mär­chen, Mit­tel­al­ter und Fan­ta­sy ge­bo­ten wird.

Wie­der wird es ge­mein­sam mit TolkienOnline.de das größ­te deut­sche Ju­bi­lä­ums-Event und dazu vie­le Au­to­ren­le­sun­gen, Work­shops und Vor­trä­ge ge­ben, wie­der sind Fil­ker und Li­verol­len­spiel-Bar­den ein­ge­la­den, uns und ein­an­der zu un­ter­hal­ten, wie­der wird auch der Spiel­spaß im Tol­ki­en-Brett­spiel, Fan­ta­sy-Kar­ten­spiel und Fan­ta­sy-Rol­len­spiel nicht zu kurz kom­men. Auch MMO-Fans wie Spie­ler der MYRA-Gil­de von »Game of Thro­nes As­cent« und »Ru­nes of Ma­gic« (RoM) wer­den auf ihre Ko­sten kom­men. Füh­run­gen soll es auch wie­der im mit­tel­al­ter­li­chen Klo­ster Be­ben­hau­sen ge­ben (ko­sten­los für mit­tel­al­ter­lich oder mär­chen­haft ko­stü­mier­te).

Das Event bei Face­book

Mehr seit 2017 auch wie­der auf ei­ner ei­ge­nen Web­sei­te

Soso, LSL »launcht« also einen Fantasy-Bereich auf der Buchmesse Leipzig?

Soso, LSL »launcht« also einen Fantasy-Bereich auf der Buchmesse Leipzig?

Mei­ne Güte, pein­li­cher gehts nim­mer. Der Buch­re­port be­rich­tet: LSL, of­fen­bar der neue Lieb­lings­dienst­lei­ster der Mes­se Leip­zig, der man im­mer mehr Auf­ga­ben zu­schu­stert, die frü­her an­de­re wahr­ge­nom­men ha­ben (erst die Mes­se­buch­hand­lung, jetzt der Fan­ta­sy-Be­reich), »launcht« also et­was, das es schon jah­re­lang gibt, näm­lich eben die­sen Fan­ta­sy-Be­reich. Dass die sich ernst­haft trau­en, das so zu for­mu­lie­ren lässt mich nach all den Que­re­len dar­um sprach­los zu­rück, und ich bin nun wirk­lich eine Men­ge in Sa­chen Mar­ke­ting-Ge­schwur­bel ge­wöhnt. Noch nicht mal die Ar­beit auf der Fan­ta­sy-Le­se­insel ma­chen sie selbst, die macht – nach dem Raus­drän­geln von Werk­Zeugs – PAN für sie.

Und dann steht da tat­säch­lich:

Das Gen­re­por­tal Werk­Zeugs, das fast 10 Jah­re lang die Fan­ta­sy-Le­se­insel be­treut, sich als An­lauf­punkt für Au­to­ren eta­bliert und auch den Ver­kauf von Bü­chern und Mer­chan­di­se-Ar­ti­keln durch­ge­führt hat­te, sag­te an­läss­lich ei­ner deut­lich ge­stie­ge­nen Stand­mie­te die Mes­se­teil­nah­me ab. Die Mes­se­di­rek­ti­on küm­mer­te sich um­ge­hend um eine Al­ter­na­ti­ve für den Mes­se­ver­kauf und en­ga­gier­te LSL.

Al­ler­dings wur­de be­reits ver­mu­tet, dass es tat­säch­lich so war, dass man Werk­Zeugs sei­tens der Mes­se­ver­an­stal­ter die dra­ma­tisch er­höh­ten Stand­prei­se prä­sen­tier­te, mit dem be­reits vor­her ge­fass­ten Plan, dass die dar­auf­hin ab­sa­gen, und man das Gan­ze LSL zu­schu­stern konn­te.

Wei­ter kann man le­sen:

Nach ei­ni­gem Hin und Her ist die Leip­zi­ger Buch­mes­se der ge­mein­sa­men Frak­ti­on von Werk­Zeugs und dem Phan­ta­stik-Au­to­ren-Netz­werk (PAN) in­so­fern ent­ge­gen­ge­kom­men, dass PAN eine Flä­che für die Com­mu­ni­ty-Ver­net­zung zur Ver­fü­gung ge­stellt wird.

Ver­schwie­gen wird da­bei al­ler­dings, dass es zu­vor der­art mas­si­ve Pro­te­ste von Ver­la­gen und auch nam­haf­ten Au­to­ren aus dem Gen­re-Be­reich Deut­sche Phan­ta­stik ge­ge­ben hat­te, dass sich die Mes­se­ver­an­stal­ter of­fen­sicht­lich zum Ein­len­ken ge­nö­tigt sa­hen, da sie sonst Ge­fahr ge­lau­fen wä­ren, dass nam­haf­te Prot­ago­ni­sten aus dem Be­reich der Ver­an­stal­tung fern ge­blie­ben wä­ren – und da­mit eben auch die zu­ge­hö­ri­gen Be­su­cher.

Aber Haupt­sa­che, eine voll­mun­di­ge Pres­se­mit­tei­lung ab­ge­son­dert …

[Edit 16:50 Uhr:] Ich wur­de dar­auf hin­ge­wie­sen, dass sich PAN um die Au­to­ren­lounge küm­mert, nicht um die Le­se­insel. Was die Sach­la­ge al­ler­dings nur mi­ni­mal ver­än­dert.

Bild »Face­palm« von Alex E. Proi­mos, aus der Wi­ki­pe­dia, CC BY