Cinestar-Eröffnung: Endlich wieder Kino in Remscheid (mit Bildergalerie)

Cinestar-Eröffnung: Endlich wieder Kino in Remscheid (mit Bildergalerie)

Seit vie­len Jahren hat­ten Kino­fans in Rem­scheid es nicht leicht, denn es gab kein Licht­spiel­haus. Und wenn wir ehrlich sind, war es davor auch nicht bess­er, denn das Kino auf der Alleestraße war tech­nisch ver­al­tet, klein, und was für eine Type der Betreiber war, ist eben­falls all­ge­mein bekan­nt. So blieben nur die Ange­bote in Wup­per­tal, Solin­gen oder Rade­vormwald.

Ab mor­gen ändert sich das, denn dann eröffnet am Bahn­hof Rem­scheid endlich das neue, lang erwartete Mul­ti­plex-Kino der Cines­tar-Gruppe. Und das trotz aller Prob­leme im Vor­feld (beispiel­sweise der Pleite eines Bau-Sub­un­ternehmers) tat­säch­lich pünk­tlich, was ich per­sön­lich für eine enorme und bemerkenswerte Leis­tung halte. Ich hat­te heute mor­gen die Möglichkeit, mir das Ganze im Rah­men eines Pres­seter­mins vor­ab anzuse­hen. Soviel vor­weg: Ich bin sehr ange­tan.

weit­er­lesen →

Eröffnung in Düsseldorf: Holocafé Flagship Store ab dem 1. Dezember 2018

Eröffnung in Düsseldorf: Holocafé Flagship Store ab dem 1. Dezember 2018

Am ver­gan­genen Mittwoch, den 28. Novem­ber 2018 fand in Düs­sel­dorf ein Presseemp­fang anlässlich des Start­ter­mins des Holo­café Flag­ship Stores am 1. Dezem­ber statt, an dem auch der Ober­bürg­er­meis­ter Thomas Geisel teil­nahm und die Loca­tion per­sön­lich eröffnete. Beim Holo­café han­delt es sich um eine Möglichkeit, Vir­tu­al Real­i­ty zu erleben, auch ohne ein Head­set zu besitzen – und mit deut­lich mehr Platz als es zuhause üblicher­weise möglich sein dürfte.

weit­er­lesen →

Brief der Electronic Frontier Foundation an die Trilog-Unterhändler der EU-Copyright-Direktive

Brief der Electronic Frontier Foundation an die Trilog-Unterhändler der EU-Copyright-Direktive

Der nach­fol­gende Text stammt von der Elec­tron­ic Fron­tier Foun­da­tion, genauer gesagt Cory Doc­torow, und die EFF hat ihn den Mit­gliedern des EU-Par­la­ments zugestellt, die im Trilog über die europäis­che Urhe­ber­recht­sre­form ver­han­deln. Der Text erschien zudem auf der Web­seite der EFF und ste­ht unter der Cre­ative Com­mons Lizenz CC-BY. Die Über­set­zung ste­ht eben­falls unter dieser Lizenz.

Heute hat die Elec­tron­ic Fron­tier Foun­da­tion jedem Mit­glied der EU-Gremien, das über den endgülti­gen Entwurf der neuen Urhe­ber­recht­srichtlin­ie in den Sitzun­gen des »Trilogs« ver­han­delt, den fol­gen­den Text über­mit­telt.

Die Notiz beschreibt unsere schw­er­wiegen­den Bedenken über die struk­turellen Unzulänglichkeit­en und das Miss­brauchspoten­zial in den spät hinzuge­fügten und höchst umstrit­te­nen Artikeln 11 und 13, die bezahlte Lizen­zen für Links zu Zeitungs­seit­en erfordern (Artikel 11) und die öffentliche Kom­mu­nika­tion zen­sieren, wenn sie mit Ein­trä­gen in ein­er Daten­bank mit urhe­ber­rechtlich geschützten Werken übere­in­stim­men (Artikel 13).

#

Ich schreibe Ihnen heute im Namen der Elec­tron­ic Fron­tier Foun­da­tion, um drin­gende Fra­gen im Zusam­men­hang mit den Artikeln 11 und 13 des bevorste­hen­den Urhe­ber­rechts in der dig­i­tal­en Bin­nen­mark­trichtlin­ie anzus­prechen, die derzeit in den Trilo­gen disku­tiert wer­den.

Die Elec­tron­ic Fron­tier Foun­da­tion ist die führende gemein­nützige Organ­i­sa­tion zur Vertei­di­gung der Bürg­er­rechte in der dig­i­tal­en Welt. Die 1990 gegrün­dete EFF set­zt sich für den Schutz der Pri­vat­sphäre der Nutzer, die freie Mei­n­ungsäußerung und Inno­va­tion durch Rechtsstre­it­igkeit­en, Poli­tik­analyse, Basisak­tivis­mus und Tech­nolo­gieen­twick­lung ein. Wir set­zen uns dafür ein, dass die Rechte und Frei­heit­en mit zunehmender Nutzung der Tech­nolo­gie verbessert und geschützt wer­den. Wir wer­den von über 37.000 Spenden­mit­gliedern auf der ganzen Welt unter­stützt, darunter rund dre­itausend inner­halb der Europäis­chen Union.

Wir glauben, dass die Artikel 11 und 13 unbe­dacht sind und nicht EU-Recht sein soll­ten, aber selb­st wenn man annimmt, dass Sys­teme wie die in den Artikeln 11 und 13 vorge­se­henen wün­schenswert sind, enthält der vorgeschla­gene Text der Artikel sowohl im Text des Par­la­ments als auch im Text des Rates erhe­bliche Män­gel, die ihren erk­lärten Zweck unter­graben und gle­ichzeit­ig die grundle­gen­den Men­schen­rechte der Europäer auf freie Mei­n­ungsäußerung, ord­nungs­gemäßes Ver­fahren und Pri­vat­sphäre gefährden.

Wir hof­fen, dass die detail­lierte Aufzäh­lung dieser Män­gel im Fol­gen­den dazu führen wird, dass Sie die Auf­nahme der Artikel 11 und 13 in die Richtlin­ie ins­ge­samt über­denken, aber selb­st für den bedauer­lichen Fall, dass die Artikel 11 und 13 in der dem Plenum vorgelegten End­ver­sion erscheinen, hof­fen wir, dass Sie Maß­nah­men ergreifen wer­den, um diese Risiken zu min­imieren, die sich erhe­blich auf die Umset­zung der Richtlin­ie in den Mit­glied­staat­en und ihre Anfäl­ligkeit gegenüber den Kla­gen vor den europäis­chen Gericht­en auswirken wer­den.

#

Artikel 13: Falsche Urhe­ber­recht­sansprüche nehmen zu, wenn es an klaren Beweis­stan­dards oder Fol­gen für unrichtige Ansprüche man­gelt.

Basierend auf der jahrzehn­te­lan­gen Erfahrung der EFF mit Notice-and-Take-Down-Regimes in den Vere­inigten Staat­en und pri­vat­en Urhe­ber­rechts­fil­tern wie YouTubes Con­tentID wis­sen wir, dass die niedri­gen Beweis­mit­tel, die für Urhe­ber­rechts­beschw­er­den erforder­lich sind, in Verbindung mit dem Fehlen von Fol­gen für falsche Urhe­ber­recht­sansprüche eine Form des moralis­chen Risikos sind, die zu unrecht­mäßi­gen Zen­surhand­lun­gen führen, sowohl auf­grund von vorsät­zlichen als auch unbe­ab­sichtigten falschen Urhe­ber­recht­sansprüchen.

So behaupten beispiel­sweise Rechtein­hab­er mit Zugriff auf das Con­tentID-Sys­tem von YouTube sys­tem­a­tisch Urhe­ber­rechte, die ihnen nicht gehören. Der Work­flow der Nachricht­en­ver­anstal­ter bein­hal­tet das automa­tis­che Hochladen der Nachricht­en in Urhe­ber­rechts­fil­ter ohne men­schliche Auf­sicht, obwohl die Nachricht­ensendun­gen oft audio­vi­suelles Mate­r­i­al enthal­ten, dessen Urhe­ber­rechte nicht dem Sender gehören – öffentlich-rechtlich­es Mate­r­i­al, Mate­r­i­al, das unter Ein­schränkung oder Aus­nahme des Urhe­ber­rechts ver­wen­det wird, oder Mate­r­i­al, das von Drit­ten lizen­ziert wird. Diese Unacht­samkeit hat vorherse­hbare Fol­gen: Andere – ein­schließlich gut­gläu­biger Rechtein­hab­er -, die berechtigt sind, die von den Medi­en­häusern beansprucht­en Mate­ri­alien hochzu­laden, wer­den von YouTube block­iert, erhal­ten vom Sys­tem einen Urhe­ber­rechtsstre­it und kön­nen mit der Ent­fer­nung aller ihrer Mate­ri­alien rech­nen. Um nur ein Beispiel zu nen­nen: Das Mars-Lan­der-Mate­r­i­al der NASA wurde von Nachricht­ensendern aus­ges­trahlt, die fälschlich das Urhe­ber­recht an dem Video beansprucht­en, indem sie den Livestream der NASA in ihre Nachricht­ensendun­gen aufgenom­men hat­ten, die dann in die Con­tentID-Daten­bank mit urhe­ber­rechtlich geschützten Werken aufgenom­men wur­den. Als die NASA selb­st später ver­suchte, ihr Film­ma­te­r­i­al hochzu­laden, block­ierte YouTube den Upload und ver­merk­te einen Urhe­ber­rechtsver­stoß durch die NASA.

In anderen Fällen ver­nach­läs­si­gen die Rechtein­hab­er die Beschränkun­gen und Aus­nah­men vom Urhe­ber­recht, wenn sie ver­suchen, Inhalte zu ent­fer­nen. So bestand beispiel­sweise die Uni­ver­sal Music Group darauf, ein Video zu ent­fer­nen, das von ein­er unser­er Kli­entin­nen, Stephanie Lenz, hochge­laden wurde und das im Hin­ter­grund zufäl­lig Audio­dateien eines Prince-Songs enthielt. Selb­st während des YouTube-Beschw­erde­v­er­fahrens weigerte sich UMG, zuzugeben, dass Frau Lenz‹ beiläu­fige Ein­beziehung der Musik ein fair­er Gebrauch war – obwohl diese Analyse schließlich von einem US-Bun­desrichter bestätigt wurde. Lenz‹ Fall dauerte mehr als zehn Jahre, vor allem auf­grund der Unnachgiebigkeit von Uni­ver­sal, und Teile des Fall­es ver­weilen immer noch bei den Gericht­en.

Schließlich haben die niedri­gen Beweis­stan­dards für den Take­down und das Fehlen von Strafen für Miss­brauch zu völ­lig vorherse­hbaren Miss­bräuchen geführt. Falsche Urhe­ber­recht­sansprüche wur­den ver­wen­det, um Whistle­blow­er-Mem­os zu unter­drück­en, die Fehler in der Wahlsicher­heit, Beweise für Polizeibru­tal­ität und Stre­it­igkeit­en über wis­senschaftliche Veröf­fentlichun­gen enthiel­ten.

Artikel 13 sieht vor, dass Plat­tfor­men Sys­teme schaf­fen wer­den, die Tausende von Urhe­ber­recht­sansprüchen auf ein­mal, von allen Beteiligten, ohne Strafe für Fehler oder falsche Ansprüche zulassen. Dies ist ein Rezept für Miss­brauch und dage­gen muss ange­gan­gen wer­den.

#

Artikel 13 Empfehlun­gen

Um den Miss­brauch zu begren­zen, muss Artikel 13 zumin­d­est einen starken Iden­tität­snach­weis von denen ver­lan­gen, die ver­suchen, Werke in die Daten­bank eines Online-Dien­stleis­ters mit urhe­ber­rechtlich geschützten Werken aufzunehmen und den ständi­gen Zugang zum Haf­tungsregime von Artikel 13 davon abhängig zu machen, dass ein sauber­er Nach­weis über falsche Urhe­ber­recht­sansprüche geführt wird.

Rechtein­hab­er, die Urhe­ber­recht­sansprüche an Online-Dien­stleis­ter gel­tend machen wollen, soll­ten einen hohen Iden­ti­fika­tion­ss­chwellen­wert ein­hal­ten, der fes­tlegt, wer sie sind und wo sie oder ihr Vertreter für Dien­stleis­tun­gen erre­ich­bar sind. Diese Infor­ma­tio­nen soll­ten Per­so­n­en, deren Werke ent­fer­nt wur­den, zur Ver­fü­gung ste­hen, damit sie Rechts­be­helfe ein­le­gen kön­nen, wenn sie glauben, dass ihnen Unrecht getan wurde.

Für den Fall, dass Rechtein­hab­er wieder­holt falsche Urhe­ber­recht­sansprüche gel­tend machen, sollte Online-Dien­stleis­tern erlaubt sein, sie von ihrer Liste der ver­traut­en Anspruchs­berechtigten zu stre­ichen, so dass diese Rechtein­hab­er darauf zurück­greifen müssen, gerichtliche Ver­fü­gun­gen – mit ihrem höheren Beweis­stan­dard – zur Ent­fer­nung von Mate­ri­alien zu erwirken.

Dies würde erfordern, dass Online-Dien­stleis­ter von der Haf­tungsregelung nach Artikel 13 für Ansprüche von aus­geschiede­nen Klägern immu­nisiert wer­den. Ein Rechtein­hab­er, der das Sys­tem miss­braucht, sollte nicht erwarten, dass er sich später darauf berufen kann, um seine Rechte überwachen zu lassen. Diese Abwehr sollte die Ver­schleierung Drit­ter durch­brechen, die stel­lvertre­tend für die Rechtein­hab­er tätig wer­den (»Rechtev­er­w­er­tungs­ge­sellschaften«), wobei sowohl der Dritte als auch der Rechtein­hab­er, in dessen Namen sie han­deln, von den Priv­i­legien des Artikels 13 aus­geschlossen wer­den, falls sie das Sys­tem wieder­holt miss­brauchen. Andern­falls kön­nten böswillige Akteure (»Copy­right-Trolle«) von einem Unternehmen zur anderen sprin­gen und sie als Schutzschild für wieder­holte Hand­lun­gen der ungerecht­fer­tigten Zen­sur nutzen.

Online-Dien­stleis­ter soll­ten in der Lage sein, einen Rechtein­hab­er, der von einem anderen Anbi­eter als miss­bräuch­lich im Sinne von Artikel 13 befun­den wurde, vor­beu­gend auszuschließen.

Sta­tis­tiken über die Take­downs nach Artikel 13 soll­ten öffentlich zugänglich sein: wer behauptete welche Urhe­ber­rechte, wer behauptete falsche Urhe­ber­recht­sansprüche, und wie oft jed­er Urhe­ber­recht­sanspruch zur Ent­fer­nung eines Werkes ver­wen­det wurde.

#

Artikel 11: Links sind nicht mit aus­re­ichen­der Gran­u­lar­ität definiert und soll­ten har­mon­isierte Ein­schränkun­gen und Aus­nah­men enthal­ten.

Die beste­hende Sprache von Artikel 11 definiert nicht, wann ein Ange­bot ein­er lizen­zpflichti­gen Nutzung entspricht, obwohl die Befür­worter argu­men­tiert haben, dass das Zitieren von mehr als einem einzel­nen Wort eine Lizenz erfordert.

Der endgültige Text muss diese Unklarheit beseit­i­gen, indem er einen klaren sicheren Bere­ich für die Nutzer schafft, und sich­er­stellen, dass es einen ein­heitlichen Satz von europaweit­en Aus­nah­men und Beschränkun­gen für das neue Pseu­do-Copy­right der Nachricht­en­me­di­en gibt, die sich­er­stellen, dass sie ihre Macht nicht über­steigert aus­nutzen.

Darüber hin­aus sollte der Text davor schützen, dass dom­i­nante Akteure (Google, Face­book, die Nachricht­en­riesen) Lizen­zvere­in­barun­gen abschließen, die alle anderen auss­chließen.

Nachricht­en­seit­en soll­ten die Möglichkeit haben, sich von der Pflicht zur Lizen­zierung einge­hen­der Links zu befreien (damit andere Dien­ste ver­trauensvoll und ohne Angst vor Kla­gen auf sie ver­linken kön­nen), aber diese Opt-Outs müssen für alle und jeden und für alle Dien­ste gel­ten, so dass das Gesetz nicht die Mark­t­macht von Google oder Face­book erhöht, indem es ihnen erlaubt, eine exk­lu­sive Befreiung von der Link-Steuer auszuhan­deln, während kleinere Wet­tbe­wer­ber mit Lizen­zge­bühren belastet wer­den.

Im Rah­men der laufend­en Ver­hand­lun­gen muss der Geset­zes­text ein­deutig wer­den, um eine klare Def­i­n­i­tion von »nichtkom­merzieller, per­sön­lich­er Ver­linkung« festzule­gen, in der gek­lärt wird, ob die Ver­linkung in per­sön­lich­er Eigen­schaft von ein­er gewin­nori­en­tierten Blog­ging- oder Social-Media-Plat­tform eine Lizenz erfordert, und in der fest­gelegt wird, dass (zum Beispiel) ein per­sön­lich­er Blog mit Anzeigen oder Affil­i­ate-Links zur Deck­ung der Host­ingkosten »nichtkom­merziell« ist.

Abschließend möcht­en wir noch ein­mal darauf hin­weisen, dass die oben aufgezählten Män­gel lediglich diejeni­gen Ele­mente der Artikel 11 und 13 sind, die inko­härent oder nicht zweck­mäßig sind. Die Artikel 11 und 13 sind jedoch grund­sät­zlich schlechte Ideen, die in der Richtlin­ie keinen Platz haben. Anstatt einige stück­weise Kor­rek­turen an den ekla­tan­testen Prob­le­men in diesen Artikeln vorzunehmen, sollte der Trilog einen ein­facheren Ansatz ver­fol­gen und sie voll­ständig aus der Richtlin­ie stre­ichen.

Vie­len Dank,

Cory Doc­torow
Son­der­ber­ater der Elec­tron­ic Fron­tier Foun­da­tion

Über­set­zt mit www.DeepL.com/Translator, Über­set­zung über­ar­beit­et von Ste­fan Holzhauer

Bild: The World Flag, CC-BY-SA

Cory Doctorow zur EU-Abstimmung in Sachen Urheberrecht

Cory Doctorow zur EU-Abstimmung in Sachen Urheberrecht

Europa hat gerade dafür gestimmt, das Internet zu ruinieren, so ziemlich alles zu überwachen und große Teile unserer Kommunikation zu zensieren.

[Anmerkung: bei diesem Text han­delt es sich um die Über­set­zung eines Artikels von Cory Doc­torow auf Boing­Bo­ing vom 12. Sep­tem­ber 2018]

Lob­by­is­ten für »Urhe­ber« haben sich mit den großen Unter­hal­tungs­fir­men und den Zeitungsver­legern zusam­menge­tan und schafften es, dass die neue [europäis­che] Urhe­ber­rechts­di­rek­tive heute mor­gen mit Haares­bre­ite ver­ab­schiedet wurde. Es han­delt sich um einen Akt äußerst gewis­senlosen Han­delns; der Schaden für Kün­stler die von ihrer Kun­st leben wird nur noch übertrof­fen vom Schaden für jed­er­mann der das Inter­net für alles andere nutzt.

weit­er­lesen →

Kurzgeschichtenband-Ausschreibung: REISEZIEL UTOPIA

Kurzgeschichtenband-Ausschreibung: REISEZIEL UTOPIA

Edi­tion Rot­er Drache und Phan­taNews präsen­tieren:

REISEZIEL UTOPIA

Es gab eine Zeit, in der Sci­ence Fic­tion eine pos­i­tive Vision der Zukun­ft trans­portierte, eine Vision, die angesichts beispiel­sweise des kalten Kriegs und divers­er denkbar­er Szenar­ien eines Endes der Welt auch bit­ter nötig war. Nicht erst seit William Gib­sons Cyber­punk und erst recht in den let­zten Jahren dominieren aber mehr und mehr Dystopi­en und Postapoka­lypsen das Genre, sowohl im lit­er­arischen wie auch im pop­kul­turellen Bere­ich, die düstere Aus­sicht­en in die Zukun­ft oder gle­ich das Ende der Welt präsen­tierten. Wir sind der Ansicht, dass es ger­ade heute angesichts der Lage in Deutsch­land und auf der Erde erneut pos­i­tiv­er Visio­nen für eine bessere Zukun­ft bedarf, deswe­gen wurde diese Auss­chrei­bung für eine Kurzgeschicht­en­samm­lung aus der Taufe gehoben.

weit­er­lesen →

Strange, stranger, Verlage

Strange, stranger, Verlage

Anja BagusEin Gast­beitrag von Anja Bagus

Liebe Schreiber­leinchen, passt fein auf, ich erzähl euch jet­zt was.

Wenn man was fer­tig geschrieben hat, dann darf man stolz sein. Man darf etwas dafür bekom­men und man darf Ansprüche stellen. Man hat näm­lich etwas geleis­tet.
Ich weiß, es ist die Mär noch nicht zu allen vorge­drun­gen, aber so, wie Frauen bei den Män­nern in der Kirche sitzen dür­fen, wir alle der heili­gen Messe in deutsch zuhören, und wir das Klopa­pi­er seit ein paar Tagen per Knopf­druck bei Ama­zon nachbestellen kön­nen, so gibt es heutzu­tage mehrere Möglichkeit­en, mit dem Geschriebe­nen umzuge­hen.
Was man nicht tun muss, jeden­falls nicht zwin­gend, sind fol­gende Dinge:

weit­er­lesen →

Gamescom 2016: Die Luft ist raus

Gamescom 2016: Die Luft ist raus

gamescom Logo

Die Res­o­nanz im Netz war groß, als die Ver­anstal­ter der Gamescom kurz vor der Ver­anstal­tung neue »Sicher­heit­sregeln« for­mulierten, die aus der neb­ulösen Angst vor irgendwelchen Anschlä­gen resul­tierten. Diese betrafen die nor­malen Besuch­er, die eine Sicher­heits- und Taschenkon­trolle auf sich nehmen mussten (das kann man noch so eben akzep­tieren) sowie die Cos­play­er. Let­zteren unter­sagte man nicht nur das Mit­brin­gen von Spielzeug- und Latexwaf­fen, son­dern auch von »waf­fenähn­lichen Objek­ten«, wobei man das lei­der nicht näher spez­i­fizierte. Die kafkaeske Aus­sage, dass auch Plüschtiere und Sty­ro­porvögel »waf­fenähn­liche Objek­te« seien, nahm man erst auf meine Pressean­frage hin zurück. Eine der Begrün­dun­gen war, dass man nie­man­den durch die Anwe­sen­heit von Waf­fen in Angst und Schreck­en ver­set­zen wollte. Dass die Ziel­gruppe dur­chaus zwis­chen realen und ein­deuti­gen Gewan­dungswaf­fen unter­schei­den kann, ließ man außen vor (möglicher­weise hat­te hier die Köl­ner Polizei die Fin­ger im Spiel, die hat­te ja zu Karneval auch ern­sthaft Angst, dass man Laser­schw­ert­er für echte Waf­fen hal­ten kön­nte). Und dann der Knüller: Direkt neben dem Cos­play-Vil­lage (dazu später noch mehr) befand sich allen Ern­stes der Stand der Bun­deswehr.

weit­er­lesen →

Heute erschienen: OVERWATCH

Heute erschienen: OVERWATCH

Overwatch Lineup

Bliz­zard Enter­tain­ment ist vor allem durch die War­craft-, Star­craft- und Dia­blo-Rei­hen sowie dem MMORPG-Dauer­bren­ner World of War­craft bekan­nt gewor­den. In den let­zten Jahren kamen dann noch das auf War­craft basierende Karten­spiel Hearth­stone, sowie das MOBA Heroes of the Storm dazu, welch­es eben­falls die Helden aus den ver­gan­genen Spie­len wiederver­wen­det. Mit Over­watch geht der Spieleriese nun völ­lig neue Wege, denn es han­delt sich hier­bei um einen First-Per­son-Shoot­er à la Quake, Unre­al Tour­na­ment oder Counter Strike, noch dazu in ein­er kom­plett neuen Spiel­welt. Bliz­zard verzichtet dabei auch gle­ich auf einen Einzel­spiel­er­modus, um sich voll­ständig auf den Mul­ti­play­er-Aspekt zu konzen­tri­eren.

weit­er­lesen →

Cory Doctorow: Das Ding mit dem Copyright

Cory Doctorow: Das Ding mit dem Copyright

Cory Doctorow

Vor­wort zur Neu­veröf­fentlichung: Dieser Text erschien ursprünglich im April 2010 (also bere­its vor sagen­haften sechs Jahren) auf dem alten Artikel­por­tal von Phan­taNews. Aus gegeben­em Anlass habe ich ihn jet­zt hier­her über­tra­gen, denn er erscheint angesichts der Tat­sache, dass die Buch­branche nach allen anderen die Dig­i­tal­isierung ent­deckt hat, in immer größeres »Mim­i­mi« aus­bricht und offen­bar alle Fehler der Musikin­dus­trie wieder­holen möchte, aktueller denn je. Aus­lös­er war konkret allerd­ings das Erscheinen eines Artikels von Felix Mün­ter bei Teilzei­thelden, bei dem mich allein der polemis­che (und sach­lich falsche) Titel bere­its schaud­ern lässt. Mir hängt diese Form der Diskus­sion zum Hals raus, denn sie wurde bere­its erschöpfend geführt und muss wahrlich nicht erneut ange­fan­gen wer­den, nur weil Buch­branche und Autoren etliche Jahre nach allen anderen die Dig­i­tal­isierung ent­deckt haben.

Cory Doc­torow ist ein kanadis­ch­er Sci­ence-Fic­tion-Schrift­steller und Aktivist in Sachen neue Medi­en, Inter­net, Copy­right-Lib­er­al­isierung und Pri­vat­sphäre. Am let­zten Woch­enende habe ich sein Buch LITTLE BROTHER in Reko­rdzeit gele­sen, nach­dem es mir von »fel­low neti­zens« bere­its mehrfach nach­drück­lich ans Herz gelegt wurde.

Das Beson­dere an diesem Buch: man kann es nicht nur über die ein­schlägi­gen Ver­trieb­skanäle kaufen, son­dern es auch ein­fach auf sein­er Web­seite kosten­los in zahlre­ichen For­mat­en herunter laden. Kosten­los. Ein­fach so. Legal. Unter ein­er Cre­ative Com­mons-Lizenz. Trotz dieser Tat­sache verkaufen sich seine Büch­er wie geschnit­ten Brot.

Wie kann das sein? Ins­beson­dere angesichts des Dauerge­jam­mers gewiss­er Ver­leger und Ver­lage, wie böse kosten­lose Ange­bote sind – seien sie nun semi­le­gal oder legal – und dass bei­de den Markt zer­stören…

Im Vor­wort zu LITTLE BROTHER befind­et sich der fol­gende Text, den ich aus dem Englis­chen über­set­zt habe, um ihn hier zu veröf­fentlichen, was ich auf­grund der CC-Lizenz prob­lem­los tun darf, wenn ich den Namen des Autoren nenne, auf seine Web­seite hin­weise und kein Geld damit ver­di­ene.

weit­er­lesen →

Die Rattenfänger von Leipzig – über Verlage und Buchblogs

Die Rattenfänger von Leipzig – über Verlage und Buchblogs

Buchblogs und Verlage

Gle­ich vor­weg, die Buch­branche ist Big Busi­ness – ganz egal, was der sym­pa­this­che Buch­händler ums Eck auch erzählt. Jahr für Jahr erwirtschaftet allein der Buch­han­del einen Umsatz von sage und schreibe zehn Mil­liar­den Euro, und das nur in Deutsch­land. Aus­lands­geschäfte, Lizen­zverkäufe und Mer­chan­dis­ing deutsch­er Buchver­lage nicht mit­gezählt. Ama­zon und die etablierte Buch­branche insze­nieren öffentliche Rosenkriege und prof­i­tieren doch zugle­ich an den 50 – 60 Prozent-Mar­gen (Buch­händlerra­batt), die ihnen das Buch­preis­bindungs­ge­setz ermöglicht. Nach außen markieren sie Feind­schaft, nach innen hin eint sie das gemein­same Ziel der guten Geschäfte. Ein Gesetz aus dem let­zten Jahrtausend – die Buch­preis­bindung – schweißt alle zusam­men. In der Branche herrschen die klas­sis­chen Spiel­regeln eines Kartells: Man stre­it­et sich, man verk­lagt sich – und dann legt man sich doch wieder ins gemein­same Bett.

Es gibt aber jeman­den, der vor allen anderen die Strip­pen zieht, bei dem alle Fäden zusam­men­laufen, der die Preise fest­set­zt und der immer ver­di­ent, egal wer was wo verkauft. Dieser mächtig­ste aller Play­er im Spiel, wenn man so will, dieser Play­er heißt: Buchver­lag. Er ist qua­si die Dame im Schachspiel um den König Kun­den. Wo es aber eine Dame und einen König gibt, dort muss es auch zwin­gend Bauern geben.

weit­er­lesen →

Gelten Urheberrechte nicht für epubli?

Gelten Urheberrechte nicht für epubli?

Logo epubliWir ken­nen das Gejam­mer der namhaften Ver­lage über vorge­bliche Urhe­ber­rechtsver­let­zun­gen und »eBook-Pira­terie« zur Genüge. Inwieweit das berechtigt ist und warum die eine Menge aus den Fehlern der Musik- und Fil­min­dus­trie ler­nen kön­nten (aber nicht tun), soll hier dies­mal nicht The­ma sein, darüber habe ich mich auch schon oft genug aus­ge­lassen.

Die Kla­gen der Ver­lage über Urhe­ber­rechtsver­let­zun­gen sind allerd­ings ein ger­adezu grandios­er Aufhänger für diesen Artikel. epub­li ist ein Dien­stleis­ter, der Self­pub­lish­ern anbi­etet, ihre Werke unters Volk zu brin­gen. Dabei nimmt es die Holtzbrinck-Tochter möglicher­weise selb­st mit den Urhe­ber­recht­en nicht so ganz genau.

Die Autorin Anja Bagus sprach mich völ­lig fas­sungs­los dahinge­hend an, dass Ama­zon sie darauf hin­wies, dass ihre eigentlich bei diesem Online­händler exk­lu­siv­en eBooks auch bei anderen Anbi­etern zu find­en seien. Gnaden­los wie Ama­zon ist, set­zte man ihr eine – extrem kurze – Frist von fünf Tagen, um die Büch­er von den anderen Plat­tfor­men zu ent­fer­nen. Zuerst wusste Anja kaumt, wie ihr geschah, ihr war nicht bewusst, dass ihre eBooks noch ander­swo ange­boten wur­den. Der Hin­weis, dass es sich bei der fraglichen Plat­tform um Kobo han­delte, brachte dann aber rel­a­tiv schnell Licht in die Sache.

weit­er­lesen →

Ein höchst subjektiver Bericht: Die erste German Comic Con …

Ein höchst subjektiver Bericht: Die erste German Comic Con …

Logo German Comic Con… fing so richtig schlimm an. Der Stau auf der Auto­bahn war furcht­bar. Ich wohne wirk­lich nicht weit weg, aber ich habe mehr als eine Stunde allein in dem Stau für die Park­plätze ges­tanden. Da kann der Ver­anstal­ter nichts dafür, ich weiß, aber das war schlimm. Dann im eisi­gen Wind zur Halle laufen … keine Busse, wie bei anderen Messen. Nein, die Messe Dort­mund ist wirk­lich mies.
Dann war ich im Vor­feld als Presse zwar gemeldet, und zwar als Ersatz für den Her­rn Holzhauer, aber ich bekam kein­er­lei Infos per Mail. Nichts. Null. Auch eine Anfrage zwei Tage vorher wurde nicht beant­wortet. (Anm. d. Red: der Herr Holzhauer hat­te auch mehrfach ange­fragt und eben­falls kein­er­lei Antworten bekom­men. Pro­fes­sionell geht anders.)
Ich lief also mit zwei aus­ge­druck­ten Emails an der ca. zwei Kilo­me­ter lan­gen Schlange vor­bei. Ja, man hat richtig gele­sen, die braven Fan­ta­sy- und Comi­clieb­haber standen in Zweier­rei­he und warteten auf Ein­lass durch exakt einen Ein­gang. Der sich dann nicht als der her­ausstellte, in den wir mussten. Aber wohin wir soll­ten, wusste da auch nie­mand.

weit­er­lesen →