Bandit bespricht: DER LEUCHTTURM – THE LIGHTHOUSE

Bandit bespricht: DER LEUCHTTURM – THE LIGHTHOUSE

THE LIGHTHOUSE – Bun­des­start 28.11.2019

Mit die­sen Dar­stel­lern und dem grim­mig unheil­vol­len Set­ting, gene­riert Robert EggersTHE LIGHTHOUSE umge­hend den Ein­druck eines Pflicht­be­su­ches. Dafoe und Pat­t­in­son sind ger­ne gese­he­ne Dar­stel­ler im Main­stream-Kino. Wo aber ihre wirk­li­che Lei­den­schaft zu fin­den ist, sieht man an ihrer Aus­wahl von extrem schwie­ri­gen Fil­men die nur in Pro­gramm­ki­nos zu fin­den sind. Und ohne auch nur ansatz­wei­se dar­über nach­den­ken zu müs­sen, zählt THE LIGHTHOUSE defi­ni­tiv zu die­sen Fil­men. Er ist schwe­re Kost, und das vom Feins­ten. Das kann man jetzt so oder anders sehen. Ihn ver­ständ­lich zu beschrei­ben muss fehl­schla­gen, weil man sei­ne Kom­ple­xi­tät nicht begreif­lich machen kann. THE LIGHTHOUSE ist anspruchs­vol­le Unter­hal­tung und eine aggres­si­ve Her­aus­for­de­rung.

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Bandit bespricht: ZOMBIELAND: DOPPELT HÄLT BESSER

Bandit bespricht: ZOMBIELAND: DOPPELT HÄLT BESSER

ZOMBIELAND: DOUBLE TAP – Bun­des­start 07.11.2019

… Zehn Jah­re spä­ter … Vie­les hat sich wei­ter ent­wi­ckelt. Schau­spie­ler haben ihre Kar­rie­ren fort­ge­führt, ver­tieft, oder Prei­se gewon­nen, man­che nicht, dafür waren sie nomi­niert. Zehn Jah­re sind eine lan­ge Zeit für Hol­ly­wood. Das Ziel­pu­bli­kum von damals ist mitt­ler­wei­le erwach­sen. Dreh­buch­au­toren fei­ern Erfol­ge mit Super­hel­den. Regis­seu­re machen sich rar und erobern den Bild­schirm. Litt­le Miss Sunshi­ne hat sich zu einem unver­zeih­li­chen Remake über­re­den las­sen und ein True Detec­tive wan­delt als High­way­man in Paul New­mans Fuß­spu­ren. Selbst im Inde­pen­dent-Film wur­den die Prac­ti­cal-Effec­ts von domi­nan­ten Com­pu­ter-Ani­ma­tio­nen abge­löst. Die Lizen­zen für die Ver­wen­dung von Metal­li­cas »Mas­ter of Pup­pets« sind erschwing­lich gewor­den. Die meis­ten Zom­bie­fil­me ver­su­chen sich in schwar­zem Humor und der­ben Witz. Und die Comic-Serie THE WALKING DEAD hat noch vor Band 200 das Zeit­li­che geseg­net. War sowie­so sehr unrea­lis­tisch, denn mitt­ler­wei­le gibt es eine neue Art von Zom­bie. Sie wer­den T‑800 genannt, nach dem Ter­mi­na­tor, weil sie selbst nach einem Kopf­schuss ein­fach nicht auf­ge­ben wol­len.

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Bandit bespricht: SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK

Bandit bespricht: SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK

SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK – Bun­des­start 31.10.2019

Wer sich ein­mal etwas näher mit der vor­aus­ge­hen­den Buch­rei­he beschäf­tigt begreift sehr schnell, wie Guil­ler­mo del Toro ein heiß­glü­hen­der Ver­eh­rer der ein­zel­nen Geschich­ten wer­den konn­te. Der mexi­ka­ni­sche Hor­ror­spe­zia­list heg­te schon seit lan­gem den Wunsch, aus den drei Büchern, die zwi­schen 1981 und 1991 ver­öf­fent­licht wur­den, min­des­tens einen Film zu kre­ieren. Del Toro ist stets am bes­ten, wenn er eige­ne Stof­fe für die Lein­wand umsetzt. PANS LABYRINTH und THE SHAPE OF WATER sei­en als Bei­spie­le genannt, aber unge­schla­gen in sei­nen Ursprün­gen mit CRONOS und DEVILS BACKBONE. Nun ist SCARY STORIES nicht sein eige­nes Mate­ri­al, aber er macht es mit Hil­fe von Dan und Kevin Hag­man zu sei­ner eige­nen Geschich­te.

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Bandit bespricht: James Cameron & TERMINATOR: DARK FATE

Bandit bespricht: James Cameron & TERMINATOR: DARK FATE

TERMINATOR: DARK FATE – Bun­des­start 24.10.2019

35 Jah­re ist es her, als man noch leicht zu beein­dru­cken war. Ein Typ in Leder­ja­cke und mit Son­nen­bril­le schießt alles unre­flek­tiert über den Hau­fen, was ihn von sei­ner Mis­si­on abhält. Ein ande­rer Typ faselt was von Zukunft und »Herr­schaft der Maschi­nen«. Aber wen juckt das schon? Es ist ein­fach nur herr­lich anzu­se­hen, wie unent­wegt auf­ein­an­der geschos­sen wird, wie alle Kon­ven­tio­nen des Action­films gebro­chen wer­den konn­ten, weil der Böse eben ein unver­wund­ba­rer Robo­ter ist. Oder Cyborg, oder ein­fach nur Maschi­ne. Wie man das Kind auch nen­nen moch­te, es war auf­se­hen­er­re­gend. Wie soll­te da der Kult­fak­tor aus­blei­ben? Und weil Fort­set­zun­gen kei­ne Erfin­dung des 21. Jahr­hun­derts sind wuss­te man schon damals den Rahm abzu­schöp­fen. James Came­ron heißt der Kerl, der 1984 den TERMINATOR frei­setz­te. Schon ein Jahr spä­ter tat die­ser Came­ron etwas ganz außer­or­dent­li­ches, was das moder­ne Kino erneut in sei­nen Grund­fes­ten erschüt­ter­te: Er schuf eine Fort­set­zung zu dem bis dahin ein­dring­lichs­ten Hor­ror-Scho­cker seit DER EXORZIST.

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Bandit bespricht: MALEFICENT: Mächte der Finsternis

Bandit bespricht: MALEFICENT: Mächte der Finsternis

MALEFICENT: MISTRESS OF EVIL – Bun­des­start 17.10.2019

Fünf Jah­re sind ins Land gezo­gen. Die jung­fräu­li­che Auro­ra hat sich zu einer belieb­ten Herr­sche­rin über die Moo­re gemau­sert, wenn­gleich die Moo­re eher den Ein­druck von bers­ten­der Far­ben­kun­de erwe­cken. Aber das arg­wöh­ni­sche Auge der Fee Male­ficent ist all­ge­gen­wär­tig. Nicht, dass sie ihrer Toch­ter miss­trau­en wür­de, es liegt ein­fach in ihrer Natur. Da ist man nach­sich­tig. Barsch wird sie nur, wenn es um Töch­ter­leins Lieb­schaft Prinz Phil­ip geht, Thron­fol­ger des Nach­bar­kö­nig­rei­ches Uls­tead. Da wird Male­ficent mit einem »Nein« ziem­lich laut, noch bevor über­haupt eine ange­dach­te Ver­mäh­lung Erwäh­nung fin­det. Man soll­te den Men­schen eben nicht trau­en, oder wie man des Öfte­ren im Film hören wird: »dies ist kein Mär­chen.«

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I’ll be back – TERMINATOR: DARK FATE

I’ll be back – TERMINATOR: DARK FATE

Spoi­ler­frei

Eins vor­weg: Wir reden hier über einen Film, in dem Kil­ler­ro­bo­ter aus einer Zukunft durch die Zeit rei­sen, um … Din­ge zu tun, wäh­rend derer mög­lichst viel spek­ta­ku­lär in die Luft fliegt. Ange­sichts des­sen soll mit bit­te nie­mand mit zu gro­ßen Ansprü­chen an … Anspruch und Logik kom­men, man bekommt das, was ange­kün­digt ist. You have been war­ned. Wer sowas nicht sehen will liest nicht wei­ter, sieht sich den Film nicht an und motzt auch nicht rum.

Bis zu DARK FATE hat das TER­MI­NA­TOR-Fran­chise drei Mil­li­ar­den US-Dol­lar ein­ge­spielt, und das trotz eini­ger Fil­me, die – sagen wir mal – semi-erfolg­reich waren. Dazu zäh­le ich auch den letz­ten, TERMINATOR GENISYS, den ich tat­säch­lich nicht so schlecht fand, wie er all­ge­mein gemacht wird, son­dern wenigs­tens unter­halt­sam. Davor gab es wel­che … naja, abge­bro­che­ne Tri­lo­gi­en sagen eigent­lich schon alles, das wirk­te stel­len­wei­se unin­spi­riert und nur als wol­le man schnel­les Geld ver­die­nen.

Gut, dass nicht nur Fran­chise-Erfin­der James Came­ron wie­der die Zügel in die Hand genom­men hat, noch bes­ser, dass er die Regie an jeman­den über­gab, der weiß was er tut: Tim Mil­ler, den DEADPOOL 1 & 2‑Heroen.

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Bandit bespricht: Joaquin Phoenix – JOKER

Bandit bespricht: Joaquin Phoenix – JOKER

JOKER – Bun­des­start 10.10.2019

Wenn ein Film mit soviel Wucht im Kino ein­schlägt und schlag­ar­tig aus den Fugen gera­te­ne Kon­tro­ver­sen her­vor ruft, hat das was zu bedeu­ten. Wenn die­ser Film den­noch von den kri­ti­sie­ren­den Moral­apos­teln wie begeis­ter­ten Film­kri­ti­kern glei­cher­ma­ßen in höchs­ten Tönen gelobt wird, dann scheint die Film­welt schon seit gerau­mer Zeit etwas ver­misst zu haben. Wie nähert man sich einem Film an, der bei Kino­gän­gern schon der­art beliebt ist, dass sie ihn nicht erst ein­mal sehen müs­sen. Schon die aller­ers­te Sze­ne, Phoe­nix in extre­mer Nahein­stel­lung schminkt sich ein Clowns­ge­sicht, und das Audi­to­ri­um erup­tiert in fre­ne­ti­schen Jubel. Augen­blick­lich wird der Wunsch frei­ge­setzt, den Film als Scree­ner in den befrie­de­ten Wän­den des eige­nen Hei­mes sehen zu kön­nen. Die­ser Wunsch wird ad absur­dum geführt, wenn die Abspann­ti­tel lau­fen.

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Bandit bespricht: EVEREST – Ein Yeti will hoch hinaus

 

ABOMINABLE – Bun­des­start 26.09.2019

Nie­mand kann Fami­li­en­un­ter­hal­tung so aus­ge­klü­gelt und berech­nend wie Pixar. Da muss man sich einig sein. Dream­Works Ani­ma­ti­on woll­te da von Anfang an in nichts nach­ste­hen. Dis­ney funk­tio­nier­te genera­tio­nen­über­grei­fend durch sei­nen Nied­lich­keits­fak­tor und die mora­li­schen Ansprü­che, zudem war ein heu­te erwach­se­nes Publi­kum schon von Kind­heit an durch die Mar­ke geprägt. Pixar hat­te durch ande­re Ansät­ze sei­ne Erfol­ge auf­ge­baut. Witz und The­ma­tik sind gleich­be­rech­tigt geteilt und umge­setzt, um der Anfor­de­run­gen an alle Alters­grup­pen gerecht zu wer­den, und zwar in einem ste­ten Wech­sel der jede Grup­pe stän­dig bei Lau­ne hält und bei kei­ner die Auf­merk­sam­keits­span­ne abrei­ßen lässt. Zwangs­läu­fig erge­ben sich dar­aus auch Schnitt­men­gen. Dream­Works Ani­ma­ti­on hat­te das Kon­zept für ANTZ noch leicht holp­rig über­nom­men, mit SHREK aber für sich bril­lant ver­voll­komm­net. Bei EVEREST ist davon kaum mehr etwas übrig geblie­ben.

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Bandit bespricht: AD ASTRA

Bandit bespricht: AD ASTRA

AD ASTRA – Bun­des­start 19.09.2019

Im Vor­feld wur­de James Grays Visi­on von AD ASTRA immer wie­der mit Joseph Con­rads IM HERZ DER FINSTERNIS in Zusam­men­hang gebracht. Fil­misch gese­hen, voll­zieht die­ser vor­lie­gen­de Exkurs nicht den Wahn­sinn, wie ihn Fran­cis Cop­po­la mit Con­rads Vor­la­ge zele­brier­te. Aber AD ASTRA folgt im Grun­de der sel­ben nar­ra­ti­ven Struk­tur wie APOCALYPSE NOW. Man nimmt dem Film aller­dings nichts vor­weg, auch wenn die Ver­glei­che eigent­lich so viel offen legen. Von Anfang an macht er den Ein­druck, als wol­le er kein her­kömm­li­cher Film sein, son­dern viel­mehr eine nie enden wol­len­de Meta­pher. Erkennt­nis anstel­le von Unter­hal­tung. Am Ende wird man ver­ste­hen, war­um sich Brad Pitt als Pro­du­zent lan­ge und hart dafür ein­ge­setzt hat, dass AD ASTRA umge­setzt wird.

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AD ASTRA: ZU DEN STERNEN

AD ASTRA: ZU DEN STERNEN

AD ASTRA: Deutsch­land­start am 19. Sep­tem­ber 2019

Ent­hält am Ende Spoi­ler, ohne die man den Film nicht bespre­chen könn­te

Schon die Trai­ler lie­ßen ver­mu­ten, dass der Sci­ence Fic­tion-Film AD ASTRA nicht gera­de der Action­kra­cher-Block­bus­ter wer­den wür­de, die ansons­ten so die Kinos (und inzwi­schen auch die Fern­se­her) domi­nie­ren. Ein deut­lich geal­ter­ter Brad Pitt spielt einen Astro­nau­ten in einer ver­gleichs­wei­se nahen Zukunft, der sich auf den Weg macht, um sei­nen Vater zu suchen, eben­falls ein Astro­naut, der vor 30 Jah­ren auf einer Mis­si­on zum Nep­tun ver­schol­len ist. Was dabei her­aus­kam ist deut­lich näher am Art­house als am Block­bus­ter.

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Bandit bespricht: I AM MOTHER – von Netflix

Bandit bespricht: I AM MOTHER – von Netflix

I AM MOTHER – Bun­des­start 22.08.2019

Fluch und gleich­zei­tig Segen, das nennt man unter Film­freun­den Net­flix. Der Segen ist die sofor­ti­ge Ver­füg­bar­keit vom Fern­seh­ses­sel aus. Dass es pas­sie­ren kann sich doch ein­mal ins Kino bewe­gen zu müs­sen, um einen Film zeit­nah erle­ben zu dür­fen, könn­te man als Fluch anse­hen. Und doch ist es ein enor­mer Vor­teil, dass einem in man­chen Län­dern doch die Mög­lich­keit gege­ben wird, bestimm­te Fil­me im Vor­feld im Kino prä­sen­tiert zu bekom­men. Und in Deutsch­land ist es bei I AM MOTHER der Fall. Viel­leicht nicht bewusst nach die­sen Kri­te­ri­en erko­ren, recht­fer­tigt aus­ge­rech­net das redu­zier­te Umfeld der Film­hand­lung ein gro­ßes Bild, den maxi­mal bes­ten Raum­klang und die Wei­te eines Audi­to­ri­ums. Eigent­lich ist I AM MOTHER etwas, das man Kam­mer­spiel nen­nen könn­te, weil sich eben die Reduk­ti­on auf alle Ebe­nen aus­wirkt. Das Set-Design, die Anzahl der Dar­stel­ler, selbst die Musik­un­ter­ma­lung. Aber alles zusam­men ist stim­mig und effi­zi­ent.

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Bandit bespricht: ANGEL HAS FALLEN

Bandit bespricht: ANGEL HAS FALLEN

ANGEL HAS FALLEN – Bun­des­start 29.08.2019

Als Matt Cook das Dreh­buch zu PATRIOTS DAY ablie­fer­te, lag allein auf­grund des Titels der Ver­dacht nahe, einen nicht ernst zu neh­men­den Film mit über­pro­por­tio­nier­tem Hur­ra-Enthu­si­as­mus erle­ben zu müs­sen. Doch der Thril­ler um den Anschlag und die Jagd nach den Atten­tä­tern auf den Bos­ton Mara­thon 2013 gestal­te­te sich als fein­sin­ni­ger und span­nen­der Ein­blick in die Zusam­men­ar­beit und die ver­wo­be­ne Kom­pe­tenz von Poli­zei­be­hör­den und Bun­des­agen­ten. Der Hauch ame­ri­ka­ni­schen Patrio­tis­mus hat sich der Film zurecht ver­dient, und war hand­lungs­tech­nisch auch rele­vant. Wie jemand wie Matt Cook dann bei einem Dreh­buch wie ANGEL HAS FALLEN der­art dane­ben schrei­ben konn­te, bleibt voll­kom­men rät­sel­haft. Natür­lich waren noch Robert Mark Kamen und Regis­seur Ric Roman Waugh mit­be­tei­ligt, aber Cook hät­te man mehr Gespür und auch Ein­fluss zuge­traut.

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