Es steht kein STAR WARS im Titel (außer beim Poster). Das ist auffällig, ebenso wie der Retro-Look der Typografie des Promo-Materials. Es gibt keinen schräg scrollenden Introtext. Das ist inzwischen bei STAR WARS nichts Neues mehr. Nach einigen Staffeln im TV, oder genauer gesagt im Streaming, haben es der mandalorianische Kopfgeldjäger (der aus dieser Sekte, die den Helm nicht abnimmt) und sein kleiner, grüner Schützling es auf die große Leinwand geschafft. Ich gehe mal davon aus, dass, wer in diesen Film geht, auch die Serie gesehen und goutiert hat. Aber wie hat denn die Adaption vom Pantoffelkino auf die große Leinwand geklappt? Funktioniert das auch im Kino?
Es hatte lange (laaange) gedauert, bis zu James Camerons bahnbrechendem 3D-Film AVATAR eine Fortsetzung in die Kinos kam. 14 Jahre, in der Zeit lösen sich andere Franchises in Wohlgefallen auf. Umso größer die Überraschung, als 2022 die Fortsetzung THE WAY OF WATER endlich seinen Weg in die Lichtspielhäuser fand. Na gut, die Story gewann keine Preise für besondere Tiefe oder Originalität, aber immerhin waren die Unterwasser- und anderen Szenerien erneut bahnbrechend, sodass man ihnen das nachsah (ich zumindest).
Gerade mal drei Jahre später wird die Story um die Familie von Sully und seinen Angehörigen fortgesetzt, die den Namen Patchwork-Familie nun aber mal wirklich verdienen. Und erneut kleckert Cameron nicht bei der Länge, sondern klotzt, mit drei Stunden und 17 Minuten ist der dritte Teil noch länger geraten, als der zweite.
Die gute Nachricht vorneweg: Langweilig ist das trotz der Länge nicht.
Es war im Jahr 1982, als ein für die Zeit bahnbrechender Film in die Lichtspielhäuser kam und ich mit großen Augen im Kino saß. Da ich bereits damals ziemlicher Fan von Computern und insbesondere Computergrafik war, war dieser Film genau das Richtige für mich. Es sollte trotz diverser Ankündigungen bis ins Jahr 2010 dauern, bevor Disney es fertig brachte, mit TRON: LEGACY eine Fortsetzung in die Kinos zu bringen – man hatte schon nicht mehr damit gerechnet. Auch diese Fortsetzung fand mein Wohlgefallen, es war eine gelungene Mischung aus Bekanntem mit vielen kreativen Neuerungen, einer Menge Fetisch, eingängiger, zum Thema passender Musik von Daft Punk und einem am Computer verjüngten Jeff Bridges, damals erneut bahnbrechende Computergrafik.
Und auch wenn im Prinzip gleich ein weiterer Teil angekündigt wurde, bei der früh kommunizierte Ideen zu den Inhalten auch bereits viel mit dem aktuellen Film zu tun hatten, sollte es noch einmal 15 Jahre bis zu dieser Fortsetzung dauern.
Eins ist klar: Die Prämisse von TRON ist, dass es sich um ein Computermärchen handelt. Eine Welt im Computer, mit eigenen Gesetzen und mit sich selbst bewussten Programmen – das war 1982 schon etwas für Zuschauerinnen mit viel Fantasie, es wurde in der Fortsetzung konsequent weiter durchgezogen und ist auch in TRON: ARES ein zentraler Punkt. Wer mit diesem Computermärchen abseits jeglicher Realität und Naturgesetze nicht zurechtkommt, der ist in allen drei Filmen sicherlich falsch. Alle anderen bekommen genau das: Ein Computermärchen – das sich diesmal sogar in der vermeintlich realen Welt ausbreitet.
Eins kann man meiner Ansicht nach inzwischen ganz klar sagen: Marvel ist immer dann mit am Besten, wenn sie Geschichten um Underdogs spinnen. Seien es beispielsweise die GUARDIANS OF THE GALAXY oder sei es ein gefallener Asgardianer bei der skurrilen TVA in LOKI.
Und so erschien es mir sofort eine recht gute Idee, die Loser°Innen aus der Vergangenheit des MCU in einem Film zusammenzubringen. Klar hätte das auch übel ins Auge gehen können, aber Drehbuch und Regie haben hier alle Register gezogen, die man mit so einer Teamzusammensetzung ziehen muss, um eben nicht in Klischees zu verfallen und zu vorhersehbar zu werden.
Im Gegensatz zu anderen MCU-Filmen, bei denen man schon ahnen konnte, was eigentlich passiert (CAPTAIN AMERICA: BRAVE NEW WORLD ist in dem Zusammenhang ein gutes Beispiel), weiß man das hier eben nicht, und das tut THUNDERBOLTS* sehr gut.
Eins gleich vorweg: wer in den letzten 16 Jahren unter einem Stein gelebt hat und noch nie etwas von MINECRAFT gehört hat, für den ist dieser Film nicht geeignet. Ich gehe sogar noch weiter: Er ist ebenfalls nicht für Personen geeignet, die MINECRAFT noch nie gespielt haben. Denn die Handlung ist eigentlich weitestgehend irrelevant und ein Großteil des Gezeigten ergibt nur dann einen Sinn, wenn man das Spiel auch tatsächlich kennt und gespielt hat.
Ich hatte mich im Vorfeld gefragt, wie man MINECRAFT überhaupt in einen Film umsetzen will und die Macher haben einen Weg gewählt, den man wählen kann und der in meinen Augen auch sinnvoll ist.
Familien-Preview, 26.01.25, Fürth
Eigentlich ist es eine unverzeihlich lange Zeit. Zehn Jahre nach PADDINGTONs grandiosen Live-Action-Debüt und sieben Jahre nach seinem sensationellen zweiten Auftritt, kommt endlich und lange erwartet ein neues, sehr unterhaltsames Abenteuer. Man erkennt, das letzte Adjektiv ist nicht ganz so enthusiastisch. Aber das liegt vor allem und ganz klar an den unglaublich starken Vorgaben die Regisseur und Co-Autor Paul King seinem Erben Dougal Wilson hinterlassen hat. Music-Video- und Kurzfilm-Regisseur Wilson feiert mit PADDINGTON IN PERU nicht nur sein Spielfilm-Debüt, sondern muss sich auch auf neue Autoren verlassen. Allerdings mit dem Vorteil, dass sich die Herren Jon Foster und James Lamont schon bei der an die Filme angelehnten Animationsserie ziemlich erfolgreich ihre Lorbeeren verdient haben. Somit gibt es kein Halten: Paddington ist zurück – und geht gleich weiter nach Peru. Das bringt nicht so viele urkomische Brüller, aber doch viel mehr an emotionaler Tiefe.
Es ist eins der neueren Tropes im Bereich der Unterhaltungs-Science Fiction der letzten Jahre: Irgendein unbedarfter Erdling kommt mehr oder weniger zufällig an ein Raumschiff einer Alien-Zivilisation und es verschlägt sie oder ihn in einen unbekannten Kosmos voller Außerirdischer. Ich hatte bereits mehrere Romane aus der Reihe BACKYARD STARSHIP gelesen, die waren auch ziemlich unterhaltsam, und stieß nun kürzlich auf den Roman MY BUDDY GAVE ME A STARSHIP von Myles Christensen. Übersehen hatte ich leider, dass es gerade erst erschienen war – und natürlich das erste einer Reihe. Jetzt heißt es auf den nächsten Teil warten, deswegen kaufe ich Serien normalerweise lieber, wenn schon ein paar Bücher erschienen sind.
THE WILD ROBOT – Bundesstart 03.10.2024 – Release 12.09.2024 (AUS)
Preview, 29.09.24, Cineplex Fürth
Mit den Drehbüchern und Inszenierungen von LILO & STITCH, DRACHENZÄHMEN, oder THE CROODS hat Chris Sanders die Welt der Animation bereichert, und das Familienkino begeistert. Sanders hat auch die Storys zu MULAN, ALADDIN, und KÖNIG DER LÖWEN gehabt. Und all diese Erfolge kulminieren in dem, was Chris Sanders mit der Adaption und Realisation von Peter Browns Fabel THE WILD ROBOT geschafft hat. Er selbst beschreibt den visuellen Stil seines jüngsten Film als »ein Gemälde von Monet in einem Wald von Miyazaki«, des japanischen Anime-Regiepoeten. Diese Erklärung kann man in jeder vernünftigen Rezension finden und sie ist nicht etwa als Wiederholung zu verstehen. Es ist schlichtweg die bestmögliche Charakterisierung, um den fantastischen Zeichenstil dieses Films angemessen zu beschreiben.
Schon GHOSTBUSTERS: AFTERLIFE war 2021 eine ganz große Überraschung gewesen. Denn tatsächlich hatte Jason Reitman, Sohn von Ivan Reitman, dem Regisseur der Vorlagen aus den 1980er Jahren, zwar den Geist des Vorbilds eingefangen (pun intended), aber das eben auf eine moderne Art getan, ohne das Vorbild zu plagiieren und ohne eine simple Kopie abzuliefern. Durch die Konzentration auf Teenager und eine Familie hatte man natürlich gleich eine völlig andere Ausgangsbasis für eine Fortführung, als lockere Typen, die haufenweise Sprüche klopfen. Vorteilhaft war für AFTERLIFE eben auch, dass man sich voll auf die Neuerungen und das neue Team konzentrieren konnte, was dem Film allein bereits eine erfrischende Eigenständigkeit verlieh.
An der Fortsetzung FROZEN EMPIRE kann man erkennen, dass da offensichtlich ein Plan im Spiel war.
(enthält winzigste Spuren von Mélange, äh Spoilern)
Wer das Spice beherrscht, beherrscht das Universum
Nach dem äußerst gelungenen ersten Teil der Verfilmung von Frank Herberts DUNE, eines der großen Klassiker der Science Fiction-Literatur, war man als SF-Fan und als Nerd natürlich überaus gespannt, ob Denis Villeneuve das Wunder würde vollbringen können, da noch einen draufzusetzen.
Denn wie geschrieben: einer der großen Klassiker und da ist natürlich die Gefahr groß, dass man irgendwas verkackt und sich den Grimm der Fans zuzieht; das geht heutzutage bekanntermaßen schneller, als man »Shai’Hulud« sagen kann.
Doch mit dem ersten Teil hatte Villeneuve seine Meriten verdient und gezeigt, dass die Verfilmung dieses Themas nicht nur nach eigenem Bekunden eine Herzensangelegenheit darstellt, sondern er auch der richtige Mann dafür ist.
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