Bandit bespricht: MONSTER HUNTER

Bandit bespricht: MONSTER HUNTER

MONSTER HUNTER – Bun­des­start 08.07.2021

Mil­la Jovo­vich und Tony Jaa im kör­per­li­chen Zwei­kampf könn­te man schon als iro­ni­sches Spek­ta­kel betrach­ten. Aber Paul Wil­liam Scott Ander­son, nicht Tho­mas, insze­niert das mit so einer ver­bis­se­nen Ernst­haf­tig­keit, dass kein Raum bleibt für humor­vol­le Ansät­ze. Und es bleibt kein Raum, die­se Sze­ne schön zu reden. Jovo­vich kann sich ledig­lich über Schnitt und nahe Ein­stel­lun­gen über die Sequenz ret­ten. Was die Fra­ge auf­wirft, wozu eine Kampf-Iko­ne wie Jaa über­haupt enga­giert wird? Zu die­sem Zeit­punkt hat Ander­son sei­nen Film längst in den zwei­ten Akt gebracht, und der erwar­tungs­vol­le Zuschau­er hat ohne­hin längst ver­stan­den, dass es für die­se fil­mi­sche Mise­re kaum noch Hoff­nung geben wird.

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BLACK WIDOW – Du bist so eine Poserin!

BLACK WIDOW – Du bist so eine Poserin!

Deutsch­land­start 08.07.2021 im Kino und auf Disney+

Kann Spu­ren von Spoi­lern ent­hal­ten. Aber nix Schlim­mes. Ehrlich.

Über ein Jahr­zehnt hat Mar­vel uns mit Spiel­fil­men aus dem Mar­vel Cine­ma­tic Uni­ver­se (Per­so­nen mit sprach­li­chen Platz­pro­ble­men nen­nen es das »MCU«) ver­sorgt und eine cine­as­ti­sche Groß­tat geschaf­fen: ein Hau­fen Fil­me um ver­schie­de­ne Cha­rak­te­re, die alle mit­ein­an­der ver­knüpft sind und am Ende in eine epi­sche Duo­lo­gie mün­den (Comic­fans sind weni­ger über­rascht, denn genau das tut Mar­vel in den Hef­ten seit Jahrzehnten).

Die meis­ten der männ­li­chen Hel­den beka­men einen Ori­gin-Film, nur die ein­zi­ge Frau, die von Anfang an Mit­glied der Aven­gers war, bekam den nicht. Und das war ein Versäumnis.

Mit BLACK WIDOW möch­te Mar­vel das nach­ho­len. Und das ist auch gelun­gen, man hat nur die gan­ze Zeit den Ein­druck: Es kommt viel zu spät – und ich mei­ne damit nicht die über ein­jäh­ri­ge Ver­zö­ge­rung durch die ver­damm­te Pandemie.

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Bandit bespricht: THE MITCHELLS VS. THE MACHINES

Bandit bespricht: THE MITCHELLS VS. THE MACHINES

THE MITCHELLS VS. THE MACHINES – NETFLIX seit 29.04.2021

Eine dys­funk­tio­na­le Fami­lie soll die Mensch­heit vor der Robo­ter-Apo­ka­lyp­se ret­ten. Die Mit­chells sind alles ande­re als bereit dazu, aber ihnen bleibt auch kein Aus­weg. Wenn man Fil­men mit Super­hel­den also etwas ent­ge­gen set­zen will, dann muss dies durch ent­ge­gen­lau­fen­de Mecha­nis­men gesche­hen. Die funk­tio­na­le Logik der Chip-gesteu­er­ten Tyran­nen soll­te dem­nach durch Irra­tio­na­li­tät und Unver­mö­gen aus­ge­he­belt wer­den, um das Gen­re auf den Kopf zu stel­len. Ein klein wenig nach dem Prin­zip von Inspek­tor Clou­seau. Oder aus den Poli­zei­ak­ten von Frank Dre­bin. Aber anders als von Sony, Net­flix, sowie Regis­seur und Dreh­buch­au­tor Micha­el Rian­da, und Regis­seur und Dreh­buch­au­tor Jeff Rowe pro­pa­giert, sind die Mit­chells eine ganz nor­ma­le, ame­ri­ka­ni­sche Durchschnittsfamilie.

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Bandit bespricht: SHADOW IN THE CLOUD

Bandit bespricht: SHADOW IN THE CLOUD

SHADOW IN THE CLOUD – Ama­zon Prime / DVD-BluRay

Das mit dem Hören­sa­gen ist immer so ein Ding. Aber in der Film­in­dus­trie will man sich in der Hin­sicht seit gerau­mer Zeit auf nichts mehr ein­las­sen und so nahm man Max Lan­dis nach Miss­brauchs­vor­wür­fen das Dreh­buch zu SHADOW ganz schnell weg. So geschah es auch mit sei­nem Pro­du­zen­ten-Sta­tus, angeb­lich von Co-Pro­du­zen­tin Moretz initi­iert. Hören­sa­gen. Max Lan­dis war raus. Fakt. Schon wäh­rend des gan­zen Pro­ze­de­re begann Regis­seu­rin Rose­an­ne Liang mit hef­ti­gen Über­ar­bei­tun­gen. So dass die eine Par­tei am Ende stolz ver­kün­de­te, Lan­dis‘ Spu­ren aus dem Buch getilgt zu haben und die Oppo­si­ti­on stolz behaup­tet 95% sei­nes Dreh­buchs auf der Lein­wand gese­hen zu haben. Man kennt sowas und es wäre auch voll­kom­men irrele­vant, weil sich jede Sei­te ihre Ver­si­on schön redet. Wich­tig wäre es aller­dings für Film­fe­ti­schis­ten und Hob­by-Wis­sen­schaft­ler, um Lösungs­an­sät­ze zu fin­den, wie es über­haupt zu so einem Dreh­buch kom­men konnte.

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Bandit bespricht: LOVE AND MONSTERS

Bandit bespricht: LOVE AND MONSTERS

LOVE AND MONSTERS – Net­flix – 14.04.2021

LOVE AND MONSTERS vor­zu­wer­fen, er sei nur ein wei­te­rer Auf­guss der über­stra­pa­zier­ten End­zeit-Sze­na­ri­en, ist unge­fähr so, als wür­de man COWBOYS & ALIENS vor­wer­fen, da kämp­fen ja nur Cow­boys gegen Außer­ir­di­sche. An die­ser Stel­le ist es wie­der ein­mal ein Aste­ro­id, der 95% der Mensch­heit ver­nich­tet. Aber nicht weil das Him­mels­ge­stein ein­schlägt, son­dern die ver­ein­ten Super­mäch­te es mit ihrem gebün­del­ten Atom­waf­fen­ar­se­nal zer­stö­ren. Dumm nur, dass der che­mi­sche und radio­ak­ti­ve Fall­out Amphi­bi­en und Insek­ten zu rie­si­gen Mons­tern ihrer selbst mutie­ren lässt. Die­se Kata­stro­phe trifft die sieb­zehn­jäh­ri­gen Joel und Aimee ziem­lich unge­le­gen. Die frisch Ver­lieb­ten wer­den getrennt, aller­dings nicht ohne sich noch die ewi­ge Lie­be zu schwören.

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Bandit bespricht: GODZILLA VS. KONG

Bandit bespricht: GODZILLA VS. KONG

GODZILLA VS. KONG – HBO­max – Bun­des­start unbekannt

Es ist trau­rig, wenn man gleich in den ers­ten Minu­ten sieht, wie fan­tas­tisch die­ser Film auf der gro­ßen Lein­wand aus­se­hen wür­de. Mit der klei­nen Ein­schrän­kung über das, was in die­ser Zeit pas­siert. Man erwar­tet tat­säch­lich, der König von Skull Island wür­de sich gleich an einen Baum erleich­tern. Wäre das nicht das übli­che Ritu­al wäh­rend der Mor­gen­toi­let­te? Viel­leicht war es Regis­seur Adam Win­gards Ein­ga­be, um etwas Humor nach­zu­ho­len, wel­cher zumin­dest bei den zwei GOD­ZIL­LA-Vor­gän­gern stark ver­misst wur­de. Aber Eric Pear­sons und Max Boren­steins Dreh­buch unter der Regie von Win­gard ver­liert sich zu kei­nem Zeit­punkt in alber­nen Kalau­ern, die dem strin­gen­ten Hand­lungs­ver­lauf ent­ge­gen ste­hen wür­den. Sie blei­ben kon­zen­triert auf der Erwar­tungs­hal­tung und wer­den die­ser gerecht. Und dem wird wie­der­um ein Heim­ki­no-Bea­mer ein­fach nicht gerecht.

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Bandit bespricht: WONDER WOMAN 1984

Bandit bespricht: WONDER WOMAN 1984

WONDER WOMAN 1984 – Sky ab 18.02.2021

Spoi­ler sind schlecht. Wenn sie nicht zu ver­mei­den sind, ist es um so schlech­ter. Um Nach­sicht wird den­noch gebeten.

Vier­zig Jah­re ver­bringt Dia­na Prince nun schon ihre Zeit in unse­rer Welt, immer noch ein­sam, ihrer tap­fe­ren Lie­be Ste­ve Tre­vor nach­trau­ernd. Es ist tat­säch­lich eine berüh­ren­de Sze­ne, wie sie abends allei­ne in einem Restau­rant an der Stra­ße sitzt, wäh­rend um sie her­um ver­lieb­te Pär­chen in trau­ter Zwei­sam­keit tuscheln und tur­teln. Bis zu die­ser Sze­ne ist noch ein biss­chen, weil der Film in The­mys­ci­ra beginnt, jene wun­der­vol­le, abge­schot­te­te Insel der Ama­zo­nen. Die kind­li­che Dia­na nimmt an einem Wett­streit von erwach­se­nen Kämp­fe­rin­nen teil, und ver­liert fast selbst­re­dend. Für gewöhn­lich die­nen sol­che Rück­blen­den um Schwä­chen, Cha­rak­ter­zü­ge oder gar Trau­ma­ta einer Figur dar­zu­le­gen, denen im spä­te­ren Hand­lungs­ver­lauf eine signi­fi­kan­te Rol­le zukom­men. Doch nicht in die­sem Film. Hier ist die Rück­blen­de rei­ner Selbstzweck.

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Bandit bespricht: DER GEHEIME GARTEN

Bandit bespricht: DER GEHEIME GARTEN

THE SECRET GARDEN – Bun­des­start 15.10.2020

Wer auch nur im Ent­fern­tes­ten schon ein­mal von Fran­ces Hodg­son Bur­netts DER GEHEIME GARTEN gehört hat, dürf­te von selbst erah­nen, dass die­se Geschich­te ein brei­tes Spek­trum von Inter­pre­ta­tio­nen zulässt. Da ist der Gar­ten an sich, die cha­rak­ter­li­chen Eigen­schaf­ten der Kin­der, oder das Rot­kehl­chen, die selt­sam abwei­sen­den Erwach­se­nen, und in die­ser Ver­fil­mung natür­lich der Hund. Aber da ist noch das Leben, und der Tod im Beson­de­ren. Das sind alle­samt kei­ne ein­fa­chen The­men, Meta­phern und Aus­le­gun­gen für eine emp­foh­le­ne Leser­schaft zwi­schen acht und elf Jah­ren. Aber es sind span­nen­de The­men und zudem sehr anre­gend. Wenn­gleich kein durch­weg freu­de­strah­len­des, oder leich­tes Erlebnis.

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Bandit bespricht: ONWARD – Keine halben Sachen

Bandit bespricht: ONWARD – Keine halben Sachen

ONWARD – Bun­des­start 05.03.2020

Er gilt als Mei­len­stein der Com­pu­ter­ani­ma­ti­on, sozu­sa­gen der Weg­be­rei­ter für schein­bar lebens­ech­te Dino­sau­ri­er. 1986 ver­ant­wor­te­te John Las­se­ter in Per­so­nal­uni­on LUXO JR., einen Zwei­mi­nü­ter um eine klei­ne Schreib­tisch­lam­pe und ihren Ball. Dass der Pro­du­zent, Dreh­buch­schrei­ber und Regis­seur Chef von Pixar Ani­ma­ti­on wer­den soll­te, schrieb die Kino­ge­schich­te von selbst. Wie einst Walt Dis­ney revo­lu­tio­nier­te John Las­se­ter den Ani­ma­ti­ons­film und – ohne zu über­trei­ben – präg­te das Block­bus­ter-Kino, wie es im moder­nen Kino nur Ste­ven Spiel­berg konn­te. Über jeden Pixar-Film hielt er sei­ne beein­flus­sen­de Hand. Manch­mal weni­ger gelun­gen, aber meis­tens mit phan­tas­ti­schem Erfolg, bei Ein­spiel­ergeb­nis­sen, Publi­kum und Kri­ti­kern. Und nun muss­te Las­se­ter sei­nen Platz räu­men, aus Grün­den, die bizar­r­er­wei­se schon nie­man­den mehr ver­wun­dern: Sexu­el­le Beläs­ti­gung. ONWARD: KEINE HALBEN SACHEN ist nun der ers­te Pixar-Film ohne den Ein­fluss von John Las­se­ter. Und irgend­wie scheint die­ser Film wie ein Omen.

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Bandit bespricht: STAR WARS – Episode IX

Bandit bespricht: STAR WARS – Episode IX

STAR WARS EPISODE IX – THE RISE OF SKYWALKER – Bun­des­start 18.12.2019

Erst die Geschich­te wird zei­gen, ob EPISODE IX inner­halb der Kon­stel­la­ti­on ein wür­di­ger Film ist. Es ist ein guter Film, ein sehr guter Film sogar. Viel­leicht etwas zu weit aus der Luft­schleu­se gelehnt, ist es am Ende sogar Jef­frey Jacob Abrams’ bes­te Dreh­buch- und Regie­ar­beit bisher.

DER AUFSTIEG SKYWALKERS ist zwei­fel­los einer der gelun­gens­ten, tech­nisch per­fek­tes­ten Groß­pro­duk­tio­nen der ver­gan­ge­nen Jah­re. Und die zwei, oder drei Logik­lö­cher, sowie ein sehr frag­wür­di­ger visu­el­ler Effekt unter­strei­chen nur die Bemü­hun­gen, die Sorg­falt und das Anlie­gen aller Betei­lig­ten. Denn letzt­end­lich ist es ein J.J. Abrams Film, aber selbst ein Wun­der­kna­be braucht ein enga­gier­tes und ver­schwo­re­nes Team, um ihm die­sen Titel zukom­men zu las­sen. Allein die Cut­ter Maryann Bran­don und Ste­fan Gru­ber haben ein magi­sches Werk für sich geschaf­fen, wel­ches im Ein­klang mit opu­len­ten Bil­dern und dra­ma­ti­schen Clo­se-Ups zum Bes­ten gehört, was Hol­ly­wood bie­ten kann.

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Bandit bespricht: JUMANJI – THE NEXT LEVEL

Bandit bespricht: JUMANJI – THE NEXT LEVEL

JUMANJI: THE NEXT LEVEL – Bun­des­start 12.12.2019

Es ist schon eine wahn­wit­zi­ge Kino­welt. Dass Hol­ly­wood sich nichts Neu­es mehr ein­fal­len lässt ist hin­läng­lich bekannt. Selbst im Inde­pen­dent-Kino resi­gniert die Krea­ti­vi­tät. Da wer­den schwe­di­sche Thril­ler ver­ame­ri­ka­ni­siert, oder ita­lie­ni­sche Komö­di­en an sage und schrei­be 18 Bie­ter für ein Län­der-spe­zi­fi­sches Remake ver­kauft. Ein Wun­der, dass es 22 Jah­re gedau­ert hat, bis man Joe Johns­tons Meis­ter­werk JUMANJI zum Wie­der­käu­en gefun­den hat. Nicht ver­wun­der­lich aller­dings, dass es nach dem respek­ta­blen Erfolg des aus­ge­schlach­te­ten Titels gera­de ein­mal zwei Jah­re für eine Fort­set­zung brauch­te. Man kennt die Geschäf­te: das Kamel durch die Wüs­te trei­ben bis ein Strei­fen Dörr­fleisch übrig bleibt. Wor­an das Ori­gi­nal nach zehn Jah­ren schei­ter­te soll­te der Kopie nicht pas­sie­ren. Und dann, da kann man sich dre­hen und wen­den wie man will, bei­ßen und krat­zen, schimp­fen und het­zen, plötz­lich hat man einen Film auf der Lein­wand, als 120-minü­ti­gen Beweis, dass Hol­ly­wood mit sei­ner Krea­ti­vi­tät und Ori­gi­na­li­tät noch lan­ge nicht am Ende ist.

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Bandit bespricht: EVEREST – Ein Yeti will hoch hinaus

 

ABOMINABLE – Bun­des­start 26.09.2019

Nie­mand kann Fami­li­en­un­ter­hal­tung so aus­ge­klü­gelt und berech­nend wie Pixar. Da muss man sich einig sein. Dream­Works Ani­ma­ti­on woll­te da von Anfang an in nichts nach­ste­hen. Dis­ney funk­tio­nier­te genera­tio­nen­über­grei­fend durch sei­nen Nied­lich­keits­fak­tor und die mora­li­schen Ansprü­che, zudem war ein heu­te erwach­se­nes Publi­kum schon von Kind­heit an durch die Mar­ke geprägt. Pixar hat­te durch ande­re Ansät­ze sei­ne Erfol­ge auf­ge­baut. Witz und The­ma­tik sind gleich­be­rech­tigt geteilt und umge­setzt, um der Anfor­de­run­gen an alle Alters­grup­pen gerecht zu wer­den, und zwar in einem ste­ten Wech­sel der jede Grup­pe stän­dig bei Lau­ne hält und bei kei­ner die Auf­merk­sam­keits­span­ne abrei­ßen lässt. Zwangs­läu­fig erge­ben sich dar­aus auch Schnitt­men­gen. Dream­Works Ani­ma­ti­on hat­te das Kon­zept für ANTZ noch leicht holp­rig über­nom­men, mit SHREK aber für sich bril­lant ver­voll­komm­net. Bei EVEREST ist davon kaum mehr etwas übrig geblieben.

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