Indie-Lesefestival: Die GLASBERG-Trilogie

Indie-Lesefestival: Die GLASBERG-Trilogie

Ama­zon fei­ert ge­ra­de sein so­ge­nann­tes In­die-Le­se­ve­sti­val ab, in des­sen Rah­men hau­fen­wei­se Self­pu­blis­her-eBooks gün­sti­ger ab­ge­ge­ben wer­den. Dar­un­ter ist auch die Glas­berg-Tri­lo­gie von Anja Ba­gus, die ei­nen hal­ten es für Steam­punk, die an­de­ren für Phan­ta­stik vor ei­ner al­ter­na­ti­ven Hi­sto­rie, die zur Zeit des deut­schen Kai­ser­reichs spielt. Zum In­halt:

Seit dem Jahr 1900 gibt es auf der Welt eine selt­sa­me Sub­stanz: Æt­her ist als grü­ner Ne­bel über Flüs­sen und Seen auf­ge­stie­gen. Er ist en­er­gie­reich und wird als Treib­stoff für Luft­schif­fe und in­du­stri­el­le Pro­zes­se ge­nutzt. Aber er hat die Welt noch tief­grei­fen­der ver­än­dert: Krea­tu­ren aus My­then und Le­gen­den tau­chen aus den Ne­beln auf und je­dem kann es pas­sie­ren, dass ihm Flü­gel oder Hör­ner, Hufe oder Klau­en wach­sen.
Schwarz­wald 1912: Im mon­dä­nen Ho­tel Wal­des­ruh scheint die Welt noch in Ord­nung. Man will hier die Sil­ve­ster­fei­er un­ge­stört von den Vor­gän­gen am Rhein ver­brin­gen. Aber der Æt­her hat auch die­sen Rück­zugs­ort ver­än­dert und der Glas­berg hat sei­nen grü­nen Gip­fel ent­hüllt. Re­li­giö­se Fa­na­ti­ker und eine ur­alte We­sen­heit stö­ren die Fei­er­lich­kei­ten. Be­glei­ten Sie die ade­li­ge Frei­frau Mi­ner­va von Rap­pen­feld und den Un­ter­neh­mer Falk Bi­sch­off durch die Un­ru­hen die­ser be­son­de­ren Nacht.
Falk ent­deckt, dass das Glas des Glas­bergs be­son­de­re Kräf­te hat. Die Vor­gän­ge der Sil­ve­ster­nacht ha­ben Fol­gen: Ba­den-Ba­den wird durch eine selt­sa­me Krank­heit be­droht, die Kin­der grau­sam ster­ben lässt. Fin­den Falk und Mi­ner­va die Ur­sa­che? Und kön­nen sie den Wi­der­sa­cher, der hin­ter al­lem steckt, schließ­li­ch be­sie­gen oder wird es im Fi­na­le am Rhein zu ei­nem Schar­müt­zel kom­men, wel­ches in welt­wei­tem Krieg en­den könn­te?
Was in WAL­DES­RUH be­ginnt, nimmt in GLAS­BERG sei­nen Lauf und en­det ac­tion­reich und dra­ma­ti­sch in RHEIN­GOLD. In der Steam­punk-Welt von Anja Ba­gus gibt es al­les, was das Herz be­gehrt: star­ke Frau­en, Sol­da­ten, Be­am­te und Mon­ster, Ac­tion und Ro­man­tik.

Die drei Bü­cher er­hält man im Rah­men des In­die-Fe­sti­vals noch bis zum 22.02.2017 ver­gün­stigt. WAL­DES­RUH wäre als Print-Aus­ga­be 312 Sei­ten dick, GLAS­BERG hät­te 378 Sei­ten und RHEIN­GOLD käme mit 307 Sei­ten. Alle drei eBooks er­hält man der­zeit für je­weils nur 1,19 Euro.

Co­ver­ab­bil­dun­gen Co­py­right Anja Ba­gus

Neu bei Periplaneta: KALION – DIE LAUTLOSE WOGE von Aleš Pickar

Neu bei Periplaneta: KALION – DIE LAUTLOSE WOGE von Aleš Pickar

Bei Pe­ri­pla­ne­ta er­schien mit Aleš Pickars KA­LION – DIE LAUT­LO­SE WOGE der er­ste Band der High Fan­ta­sy-Tri­lo­gie KA­LION. Der zwei­te Teil DIE DUNKLE WUN­DE wird im Juni 2017 ver­öf­fent­licht, der Ab­schluss­band DIE ZWÖLF KRO­NEN soll im De­zem­ber die­sen Jah­res vor­lie­gen. Klap­pen­text:

Die Neun Göt­ter ha­ben Ka­lion längst ver­las­sen – nur der Stil­le Mah­ner am Fir­ma­ment zeugt noch da­von, dass die Welt ein­mal eine glück­li­che­re war, be­vor der Hoch­mut der Men­schen sie zer­stör­te.
Seit Ge­ne­ra­tio­nen sind die Völ­ker des rau­en Kon­ti­nents Neroê zer­strit­ten. Im Nor­den wü­tet eine rät­sel­haf­te Krank­heit. Die ver­wöhn­te Prin­zes­sin Line­de­ri­on aus dem Ost­reich soll an ei­nen frem­den Hof ver­hei­ra­tet wer­den, der ge­fal­le­ne Feld­herr Gel­len ist auf der Flucht, weil er sein Ge­heim­nis nicht preis­ge­ben kann, die ehe­ma­li­ge Skla­vin Nelei will Ra­che neh­men und die Schwä­ge­rin des Kö­nigs von Ken­da­ré spinnt In­tri­gen, um ih­ren un­be­lieb­ten Sohn auf den Thron zu set­zen.
Doch sie alle ah­nen nichts von der dunk­len Ge­fahr, die sich im We­sten zu­sam­men­braut …

Der Ver­lag er­gänzt:

Für KA­LION – DIE LAUT­LO­SE WOGE hat Aleš Pick­ar eine neue, apo­ka­lyp­ti­sch-mit­tel­al­ter­li­che Welt mit ei­ge­ner Spra­che, Hi­sto­rie und so­zia­len Struk­tu­ren er­schaf­fen. Der Au­tor leg­te den Fo­kus u.a. auf star­ke Frau­en­fi­gu­ren und am­bi­va­len­te Prot­ago­ni­sten. Mit ei­ner kla­ren Spra­che und viel Hin­ter­sinn zeich­net er den Weg ei­ner Ge­sell­schaft in eine noch nicht greif­ba­re Ka­ta­stro­phe nach.

Der Ro­man er­schien vor Kur­zem als 264-sei­ti­ge Klap­pen­bro­schur im For­mat 20,6 x 13,5 cm, zu­sam­men mit ei­nem Ein­le­ger der far­bi­gen Land­kar­te von Neroê, eine CD liegt eben­falls bei, lei­der schweigt sich die Pres­se­mit­tei­lung über de­ren In­halt aus (viel­leicht eine Hör­buch­fas­sung?). Der Preis für die 146 Sei­ten star­ke Print­ver­si­on liegt bei 14,50. Das eben­falls er­hält­li­che eBook ko­stet 7,99 Euro.

KA­LION – DIE LAUT­LO­SE WOGE
Aleš Pick­ar
High Fan­ta­sy
Jan 2017, Pe­ri­pla­ne­ta Ber­lin, Edi­ti­on Dra­chen­flie­ge
1. Print: Buch & CD, Klap­pen­bro­schur 146 S./66 min., 20,6 x 13,5 cm
ISBN: 978–3-95996–032-8, GLP: 14,50 € (D)
2. Di­gi­tal: eBook; ISBN: 978–3-95996–033-5, GLP: 7,99 € (D); er­hält­li­ch als epub und als Kind­le bei Ama­zon

Co­ver­ab­bil­dung Co­py­right Pe­ri­pla­ne­ta

DER PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 649

DER PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 649

Und schon wie­der ist ein Mo­nat her­um – und schon wie­der liegt eine Aus­ga­be von Erik Schrei­bers PHAN­TA­STI­SCHEM BÜ­CHER­BRIEF im Post­fach.

Wie im­mer ent­hält er Be­spre­chun­gen ver­schie­den­ster Spiel­ar­ten der Phan­ta­stik und des Kri­mis, dies­mal in den The­men­ge­bie­ten: Deut­sche und in­ter­na­tio­na­le Phan­ta­stik, Ju­gend­li­te­ra­tur, Kri­mi & Thril­ler, Fan­zines und Ma­ga­zi­ne, so­wei dies­mal Wis­sen­schaft.

DER PHAN­TA­STI­SCHE BÜ­CHER­BRIEF 639 für den Mo­nat Ja­nu­ar 2017 liegt wie son­st auch im PDF-For­mat vor und kann hier ko­sten­los her­un­ter ge­la­den wer­den.

Bü­cher­brief 639 Ja­nu­ar 2017

Kostenlos für den Kindle: SHERLOCK und CONAN

Kostenlos für den Kindle: SHERLOCK und CONAN

Co­nan und Co­nan Doy­le. Wer ei­nen Kind­le be­sitzt und ein Freund von Ar­thur Co­nan Doy­les Mei­ster­de­tek­tiv Sher­lock Hol­mes oder von Ro­bert E. Howards cim­me­ri­schem Bar­ba­ren Co­nan ist, der darf sich freu­en: Es gibt Ge­samt­aus­ga­ben bei­der Hel­den ko­sten­los für den Kind­le. Co­nan schon et­was län­ger (in neu­er Fas­sung seit dem 22. De­zem­ber 2016), die Sher­lock-Ge­samt­aus­ga­be ist brand­neu.

Co­nan the Bar­ba­ri­an: The Com­ple­te Collec­tion ist an­geb­li­ch um­ge­rech­ne­te 774 Sei­ten stark, das kann ich mir schwer­li­ch vor­stel­len, es müss­ten mei­ner An­sicht nach mehr sein, aber wir wis­sen ja, dass Ama­zons Sei­ten­zahl­um­rech­nung bei eBooks mei­st völ­lig da­ne­ben liegt.

Umso mehr gilt das für die von Ama­zon selbst her­aus ge­ge­be­ne Samm­lung Sher­lock Hol­mes: The Com­ple­te Collec­tion, die hat an­geb­li­ch näm­li­ch nur zwei Sei­ten und das darf man ge­tro­st be­lä­cheln.

Wie ge­schrie­ben: Bei­de sind ko­sten­los, es gibt also für Kind­le-Be­sit­zer kei­nen Grund, sie nicht so­fort aufs Ge­rät zu schau­feln.

Erschienen: HEXER STANLEY CHONIKEN III

Erschienen: HEXER STANLEY CHONIKEN III

Cover Hexer Stanley Chroniken IIIBei Em­me­rich Books & Me­dia ist der drit­te Band der HE­X­ER STAN­LEY CHRO­NI­KEN von H.J. Müg­gen­burg er­schie­nen. Der Ver­lag schreibt dazu:

Mit den HE­X­ER STAN­LEY CHRO­NI­KEN III wird die Werk­aus­ga­be von H.J. Müg­gen­burgs Ge­samt­werk fort­ge­setzt. Die Ori­gi­nal­ro­ma­ne er­schie­nen zwi­schen 1973 und 1981 im Zau­ber­kreis-Ver­lag.

Vier Jahr­zehn­te schlum­mer­ten die Ma­nu­skrip­te in den »Grüf­ten« der Ar­chi­ve. Nun wer­den sie zu neu­em Le­ben er­weckt! Sir Stan­ley, Groß­mei­ster der Wei­ßen Loge, be­kämpft das or­ga­ni­sier­te Böse welt­weit! Un­ter­stützt von sei­ner Frau Anne und dem But­ler Ge­or­ge, ih­rer­seits Adep­ten der ma­gi­schen Zünf­te, schickt er sei­ne dä­mo­ni­schen Wi­der­sa­cher dort­hin zu­rück, wo sie hin­ge­hö­ren – und zwar end­gül­tig. Die Ro­ma­ne wa­ren schon zu Zei­ten der Erst­ver­öf­fent­li­chung in den 70er-Jah­ren ein Ge­heim­tipp. Denn wo gab es das schon: Hu­mor im Hor­ror-Gen­re!

Die Erst­aus­ga­ben – un­ter dem Pseud­onym He­x­er Stan­ley ver­öf­fent­licht – er­schie­nen in ins­ge­samt sie­ben Aben­teu­ern zwi­schen 1974 und 1978 in der Rei­he Sil­ber-Gru­sel-Kri­mi im Zau­ber­kreis-Ver­lag, Ra­statt. EM­ME­RICH Books & Me­dia wird die­se in ins­ge­samt fünf Bü­chern her­aus­ge­ben und sie mit bis­lang zwei un­ver­öf­fent­lich­ten Ro­ma­nen er­gän­zen. So­weit es mög­li­ch ist, wer­den auf vor­han­de­ne Ori­gi­nal­ma­nu­skrip­te zu­rück­ge­grif­fen und Kür­zun­gen der Zau­ber­kreis­aus­ga­be wie­der ein­ge­fügt.

Die Py­ra­mi­de von Mei­dum (… und die Mu­mie um­arm­te ihn – Sil­ber Gru­sel-Kri­mi Nr. 103, Zau­ber­kreis-Ver­lag, Ra­statt, 04.11.1975).
Sa­tans Hof­lie­fe­ran­ten (Erst­ver­öf­fent­li­chung) … spielt im Jahr 1974 und ist das zwei­te der bis­lang
un­ver­öf­fent­lich­ten Ma­nu­skrip­te.

Wei­ter­hin ent­hal­ten sind ein Vor­wort von Hor­st Her­mann von All­wör­den, so­wie An­hän­ge: In­for­ma­tio­nen zu den Ori­gi­nal­tex­ten, ein Kurz­por­trait des Au­tors und eine Vor­stel­lung der Co­ver­künst­le­rin Bea­te Ro­cholz. Be­stellt wer­den kann das Buch beim Ver­lag oder via Ama­zon, es gibt auch eine eBook-Fas­sung.

HE­X­ER STAN­LEY CHRO­NI­KEN III
H.J. Müg­gen­burg
Gru­sel
31.10.2016
Buch­aus­ga­be:
20,3 x 12,7 x 1,5 cm / 232 Sei­ten
12,95 Euro
ISBN: 978–1539471462
eBook: 4,95 Euro
Em­me­rich Books & Me­dia

Co­ver­ab­bil­dung Co­py­right Em­me­rich Books & Me­dia

Gewinner des Kindle Storyteller Award: ASCHENKINDEL – EINE WAHRE GESCHICHTE

Gewinner des Kindle Storyteller Award: ASCHENKINDEL – EINE WAHRE GESCHICHTE

Cover AschenkindelAuf der Buch­mes­se Frank­furt er­laub­te man Bran­chen­feind Num­mer Eins Ama­zon heu­te groß­her­zig, den Ge­win­ner des Kind­le Sto­ry­tel­ler Awards zu kü­ren. Ge­won­nen hat Halo Sum­mers Ro­man ASCHEN­KIN­DEL – EINE WAH­RE GE­SCHICH­TE. Auch in die­sem Jahr scheint es sich wie­der um Phan­ta­stik zu han­deln – ir­gend­wie zu­min­dest, so rich­tig konn­te ich das aus dem Wer­be­text nicht ent­neh­men. aber die Be­spre­chun­gen auf Ama­zon deu­ten dar­auf hin, dass es sich um eine auf­ge­frisch­te Aschen­put­tel-Va­ri­an­te mit Fan­ta­sy-Ele­men­ten han­delt. Wer­be­text:

»Du bist schon ein ko­mi­sches Mäd­chen«, sagt mei­ne gute Fee. »Je­des an­de­re Mäd­chen in dei­ner Si­tua­ti­on wäre über­glück­li­ch, auf so ei­nen Ball ge­hen zu dür­fen. Noch dazu auf ei­nen, bei dem es sich in ei­nen Prin­zen ver­lie­ben und da­mit sei­nem Elend ent­kom­men könn­te!« Tja, wo sie recht hat, hat sie hat recht. Ich bin ein ko­mi­sches Mäd­chen. Und ich habe fest vor, eins zu blei­ben!
Clae­rie Farn­flee wur­de vom Schick­sal nicht ge­ra­de ver­wöhnt. Erst starb ihr Va­ter, dann folg­te der ge­sell­schaft­li­che Ab­sturz und seit­her wird ihr das müh­se­li­ge Le­ben in Ar­mut von ei­ner bö­sen Stief­mut­ter und zwei gar­sti­gen Schwe­stern ver­süßt. Ist Clae­rie des­we­gen un­glück­li­ch? Nein – je­den­falls nicht un­glück­li­ch ge­nug, um sich je­dem da­her­ge­lau­fe­nen Prin­zen an den Hals zu wer­fen.
So denkt sie, doch an ei­nem dü­ste­ren Ge­wit­ter­tag be­geg­net sie im Ver­bo­te­nen Wald ei­nem Frem­den und das, was sie für un­mög­li­ch ge­hal­ten hat, pas­siert: Ihr Schick­sal nimmt eine ge­ra­de­zu ver­stö­ren­de Wen­dung – selbst Prin­zen und Bäl­le spie­len dar­in kei­ne un­be­deu­ten­de Rol­le mehr …

ASCHEN­KIN­DEL ge­winnt ein Preis­geld in Höhe von 30000 Euro so­wie ei­nen Ver­lags­ver­trag bei Har­per Coll­ins Ger­many (die da­mit nach Ba­stei Lüb­be, die den letzt­jäh­ri­gen Ge­win­ner ver­leg­ten, das neue Feind­bild der Bran­che sein dürf­ten). Der Ro­man ist als Ta­schen­buch und eBook bei Ama­zon er­hält­li­ch, er­ste­res ko­stet 9,90 euro, letz­tes schlägt mit 2,99 Euro zu Bu­che. Die Print­fas­sung ist 276 Sei­ten stark.

Co­ver­ab­bil­dung Co­py­right Halo Sum­mer

Holtzbrinck, Bonnier und Skoobe – und die öffentlichen Büchereien

Holtzbrinck, Bonnier und Skoobe – und die öffentlichen Büchereien

ebookpreise

Neu­li­ch hat­te ich mich in ei­nem Kom­men­tar über die Kon­di­tio­nen be­klagt, die die Ver­lags­grup­pen Holtz­brinck und Bon­nier den On­lei­hen der öf­fent­li­chen Bi­blio­the­ken ge­macht hat­ten. Ein An­ge­bot, das die­se dan­kend ab­lehn­ten, da es auch in mei­nen Au­gen nicht nur fi­nan­zi­ell über­zo­gen war. Er­neut soll­ten eBooks völ­lig an­ders als Print­bü­cher be­han­delt wer­den, und er­neut zeig­te sich das bi­got­te Han­deln der Pu­bli­kums­ver­la­ge: Zum ei­nen lob­by­isiert man in­ten­siv, um eBooks den Bü­chern gleich­zu­stel­len, aber gleich­zei­tig möch­te man von die­sem Sta­tus gern jede Men­ge Aus­nah­men, die na­tür­li­ch nur den Rech­te­ver­wer­tern nut­zen sol­len. Die In­ter­es­sen der Nut­zer blei­ben au­ßen vor, ein Un­gleich­ge­wicht, dass dank mas­si­ver Ein­fluss­nah­me der Ver­wer­ter auf die Po­li­tik im­mer mehr in Schief­la­ge ge­rät. Mit dem Vor­sit­zen­den des Ver­le­ger­aus­schus­ses hat­te sich ein Lob­by­ver­tre­ter zu Wort ge­mel­det und in Kom­men­ta­ren or­dent­li­ch Pro­pa­gan­da für die Hal­tung der Ver­la­ge ge­macht.

Jetzt wird kla­rer, war­um Holtz­brinck und Bon­nier den Bü­che­rei­en sol­che in­ak­zep­ta­blen An­ge­bo­te ma­chen: Tat­säch­li­ch möch­te Bon­nier lie­ber selbst an at­trak­ti­ven Lei­h­an­ge­bo­ten ver­die­nen und tut sich zu die­sem Zweck mit der Le­se­flat­rate Skoo­be zu­sam­men. Ab so­fort sind die Bü­cher der Bon­nier-Ver­lags­töch­ter dort zu er­hal­ten, Skoo­be ist oh­ne­hin be­reits ein Pro­jekt von Holtz­brinck und Ran­dom Hou­se. Die möch­ten halt lie­ber di­rekt an ei­nem Ent­leih­ge­schäft ver­die­nen, statt ei­nen Bruch­teil da­von Stadt­bü­che­rei­en zu über­las­sen. Si­cher auch mit der Idee im Hin­ter­kopf, dass der Le­ser ver­mut­li­ch das Geld für eine Leih­flat­rate be­rappt, wenn die ge­wünsch­ten eBooks in der On­lei­he nicht zu er­hal­ten sind. Das mag so sein, aber ein sol­cher Le­ser ist sich ga­ran­tiert auch im Kla­ren dar­über, dass er dann bei Ama­zon deut­li­ch bes­ser auf­ge­ho­ben ist, als bei Skoo­be.

Man darf an­hand der be­kann­ten Li­zen­sie­rungs­ko­sten sol­cher Flat­rates da­von aus­ge­hen, dass die Kon­di­tio­nen dort um Län­gen schlech­ter sind, als bei den Leih­bü­che­rei­en und die Au­to­ren von den Er­lö­sen so gut wie nichts se­hen. In die­sem Licht kann man die Aus­sa­gen von Herrn Ul­mer noch­mal be­wer­ten …

Amazon meldet jetzt auch in Deutschland eBooks mit Qualitätsproblemen

Amazon meldet jetzt auch in Deutschland eBooks mit Qualitätsproblemen

Percy Jackson bei Amazon

An­fang des Jah­res ging es durch den vir­tu­el­len Blät­ter­wald haupt­säch­li­ch rund ums Self­pu­blis­hing: On­line­händ­ler Ama­zon woll­te Feh­ler in eBooks er­ken­nen und dann ir­gend­wie re­agie­ren. In den USA ge­schieht das be­reits seit Fe­bru­ar 2016, jetzt auch im deut­schen Shop.

eBooks bei de­nen Qua­li­täts­pro­ble­me fest­ge­stellt wer­den, mar­kiert Ama­zon mit ent­spre­chen­den Hin­wei­sen. Das kön­nen bei­spiels­wei­se Recht­schreib­feh­ler oder fal­sch for­ma­tier­te Bil­der sein. Der Mel­dung »Qua­li­täts­pro­ble­me wur­den ge­mel­det« nach zu ur­tei­len, greift das Sy­stem da­bei aber of­fen­bar nicht auf au­to­ma­ti­sier­te Al­go­rith­men zu­rück, son­dern auf Rück­mel­dun­gen von Kun­den.

Falls in den Ver­la­gen jetzt ein lau­tes »Hähä!« an­hebt, da jetzt die un­lieb­sa­me Self­pu­blis­her-Kon­kur­renz ihr Fett weg be­kommt, freut man sich dort al­ler­dings zu früh, denn wie wir wis­sen, lei­den auch ver­meint­li­che Pro­fi-Pu­bli­ka­tio­nen un­ter Pro­ble­men, sei­en es Recht­schreib­feh­ler, oder gleich kom­plett mi­se­ra­bel er­stell­te eBooks. Das zeigt sich bei­spiels­wei­se an Carl­sens PER­CY JACK­SON – DIE LETZ­TE GÖT­TIN, das ei­nen ent­spre­chen­den Hin­weis ver­passt be­kom­men hat.

Un­klar sind wie so oft die Kri­te­ri­en, die bei Ama­zon an­ge­setzt wer­den, auch bleibt im Un­ge­wis­sen, wie­vie­le Mel­dun­gen zu­sam­men kom­men, oder wie wahr­heits­ge­treu die­se sein müs­sen, da­mit eBooks eine ent­spre­chen­de Mar­kie­rung ver­passt be­kom­men. Laut Re­cher­chen von lesen.net geht Ama­zon da­bei aber of­fen­bar nach der Prä­mis­se »lie­ber eins mehr als eins we­ni­ger kenn­zeich­nen« vor.

Man soll­te also mög­li­cher­wei­se ne­ben Ama­zons Hin­weis auch mal ei­nen Blick in die Be­wer­tun­gen wer­fen, denn wenn ein Buch tau­sen­de fünf-Ster­ne-Wer­tun­gen hat, soll­te man den Hin­weis viel­leicht nicht zu schwer ge­wich­ten.

Au­to­ren wie Ver­la­ge er­hal­ten üb­ri­gens eine Li­ste der Feh­ler, um die­se be­he­ben zu kön­nen, nach­dem das ge­sche­hen ist, sol­len die neu­en Ver­sio­nen wie bis­her kurz­fri­stig on­line ste­hen und der Hin­weis ver­schwin­den. Man darf ge­spannt sein, ob das auch in der Pra­xis funk­tio­niert.

Amazon Prime Reading

Amazon Prime Reading

amazon-LogoIn den USA baut On­line­händ­ler Ama­zon sein An­ge­bot für Pri­me-Kun­den mit »Ama­zon Pri­me Rea­ding« deut­li­ch aus. Das gan­ze wirkt wie ein Kind­le Un­li­mi­t­ed Light, denn man kann da­mit über 1000 eBook, Co­mics, Zeit­schrif­ten und Kind­le Sin­gles ohne wei­te­re Zu­satz­ko­sten aus­lei­hen. Da­für be­nö­tigt man nicht zwin­gend ei­nen Kind­le, das funk­tio­niert auch mit ei­ner App auf An­dro­id oder iOS.

Man er­hält bei­spiels­wei­se fol­gen­de Zeit­schrif­ten ohne Abon­ne­ment: Na­tio­nal Geo­gra­phic Tra­ve­ler, Peop­le und Sports Il­lu­stra­ted. Bei den eBooks nennt Ama­zons Pres­se­mit­tei­lung bei­spiels­wei­se The Hob­bit, Har­ry Pot­ter and the Sorcerer’s Sto­ne, The Man in the High Cast­le, in­ter­es­sant er­scheint hier, dass ex­pli­zit Ti­tel aus dem Phan­ta­stik-Be­reich in den Vor­der­grund ge­stellt wer­den; das An­ge­bot be­inhal­tet aber auch Non­fic­tion.

Man kann aus dem An­ge­bot be­lie­big vie­le Ti­tel für eine un­be­schränk­te Zeit lei­hen.

Da­mit macht Ama­zon sei­ne Pri­me-Mit­glied­schaft wei­ter für Kun­den in­ter­es­san­ter. Das wun­dert auch nicht, denn of­fen­bar be­stel­len Pri­me-Kun­den deut­li­ch mehr als nor­ma­le, der On­line­händ­ler be­treibt wei­ter­hin agres­si­ve Kun­den­bin­dung. Vor Kur­zem hat­te man erst Twit­ch Pri­me ein­ge­führt, mit dem man wer­be­freie Streams oder Ing­ame-Loot er­hält. Pri­me-Mit­glie­der er­hal­ten zu­dem Ra­bat­te auf neue Com­pu­ter- und Kon­so­len­spie­le.

Für Ver­la­ge und Au­to­ren mit Ti­teln in die­sem Pro­gramm dürf­te sich da­mit ver­mut­li­ch die Zahl der ge­le­se­nen Sei­ten und da­mit die Ein­nah­men er­hö­hen.

Bis­her gibt es Ama­zon Pri­me Rea­ding nur für Kun­den in den USA, es gibt al­ler­dings kei­nen Grund an­zu­neh­men, dass das Pro­gramm nicht auch in Deutsch­land ein­ge­führt wer­den wird. Ob al­ler­dings hie­si­ge Ver­la­ge mit­spie­len wer­den, bleibt ab­zu­war­ten. Für mich ist al­ler­dings be­reits das eng­lisch­spra­chi­ge An­ge­bot über­aus at­trak­tiv.

Ama­zon Logo Co­py­right Ama­zon

DER PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 635

DER PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 635

Cover Buecherbrief 635Pünkt­li­ch zum Mo­nats­an­fang ist die 635 Aus­ga­be des PHAN­TA­STI­SCHEN BÜ­CHER­BRIEFS von Erik Schrei­ber er­schie­nen, der sich wie im­mer mit Le­se­stoff aus ver­schie­de­nen Be­rei­chen be­fasst.

Dies­mal mit Ver­öf­fent­li­chun­gen aus den The­men Deut­sche und In­ter­na­tio­na­le Phan­ta­stik, Ju­gend­li­te­ra­tur, Kri­mi & Thril­ler, Hör­spie­le und Co­mics.

Der PHAN­TA­STI­SCHE BÜ­CHER­BRIEF liegt als PDF vor und kann hier ko­sten­los her­un­ter ge­la­den wer­den.

Bü­cher­brief 635 Sep­tem­ber 2016 (PDF, ca. 1,6 MB)

Verlagsvergleich oder dreiste Eigenwerbung mit Falschaussagen?

Verlagsvergleich oder dreiste Eigenwerbung mit Falschaussagen?

verlagsvergleich.orgAuf der Sei­te verlagsvergleich.org fin­det sich eine ta­bel­la­ri­sche Li­ste, in der die Lei­stun­gen von Ver­la­gen, Klein­ver­la­gen, Druck­ko­sten­zu­schuss­ver­la­gen, On De­mand-Dienst­lei­stern und Ei­gen­ver­lag ver­gli­chen wer­den. Wei­ter­hin gibt es eine her­vor­ge­ho­be­ne Spal­te mit so­ge­nann­tem »Va­lue Ad­ded Pu­blis­hing«. Die ist her­vor­ge­ho­ben, denn für Lei­stun­gen un­ter die­sem Bull­s­hit-Bin­go-taug­li­chen Be­griff soll of­fen­sicht­li­ch ge­wor­ben wer­den.

Sieht man sich die Li­ste an, bleibt ei­nem al­ler­dings ob der mei­ner An­sicht nach kack­drei­sten Falsch­aus­sa­gen ziem­li­ch schnell die Spucke weg, denn es wird ein­fach mal be­haup­tet, dass man als Au­tor bei Klein­ver­la­gen mit Geld in Vor­lei­stung tre­ten muss, da­mit das ei­ge­ne Buch ver­öf­fent­li­ch wer­den kann. Das ist na­tür­li­ch pau­schal – und man kann es ein­fach nicht an­ders sa­gen – Bull­s­hit. Da wird bei­spiels­wei­se ein­fach mal be­haup­tet, man müs­se als Au­tor bei ei­nem Klein­ver­lag für den Druck mit 5000 bis 15000 Euro in Vor­lei­stung tre­ten. Das ist al­ler­dings das ty­pi­sche Ge­schäfts­mo­dell von Druck­ko­sten­zu­schuss­ver­la­gen. Wei­ter­hin wer­den Ko­sten in Höhe von 250 – 1500 Euro fürs Co­ver oder 500 Euro fürs Lay­out an­ge­ge­ben, al­les eben­falls ar­ger Blöd­sinn. Sieht man sich die Ta­bel­le wei­ter an, stellt man schnell fest, dass auch an­de­re An­ga­ben zur Ver­öf­fent­li­chungs­ge­schwin­dig­keit, zur Sicht­bar­keit in Shops oder zum Mar­ke­ting voll­kom­men aus der Luft ge­grif­fen sind.

In mei­nen Au­gen sieht es so aus, als wol­le hier je­mand durch sol­che Rea­li­täts­beu­gun­gen sei­ne Dienst­lei­stung bes­ser aus­se­hen las­sen, als sie tat­säch­li­ch ist.

Se­hen wir uns die Sei­te wei­ter an. Als Web­sei­te, die auf ein deut­sches Pu­bli­kum zielt, müss­te sie ei­gent­li­ch trotz .org Top­le­vel-Do­main über ein Im­pres­sum ver­fü­gen. Das fehlt al­ler­dings, Macht man ei­nen Whois-Loo­kup auf den Do­main­na­men, stellt man fest, dass die­ser auf eine Per­son in den USA aus­ge­stellt wur­de. Hier gibt sich of­fen­sicht­li­ch je­mand red­li­ch Mühe, den Hin­ter­grund der Do­main zu ver­schlei­ern und die Im­pres­s­ums­pflicht für Web­an­ge­bo­te für ein deut­schen Pu­bli­kum zu um­ge­hen. Es gibt Dienst­lei­ster, die ge­n­au das an­bie­ten, also als Do­main­in­ha­ber auf­zu­tre­ten, um die wah­ren Hin­ter­män­ner von Web­an­ge­bo­ten zu ver­schlei­ern und bei­spiels­wei­se Ab­mah­nun­gen zu ver­hin­dern. Und eine Ab­mah­nung durch Mit­be­wer­ber auf­grund fal­scher Aus­sa­gen wäre in die­sem Fall durch­aus denk­bar.

Se­riös ist so et­was nicht und dient in mei­nen Au­gen ein­zig dazu, sich recht­li­chen Schrit­ten zu ent­zie­hen.

Folgt man al­ler­dings dem ein­zi­gen Link auf der Sei­te, wird schnell klar, wer hin­ter der Ta­bel­le mit den frag­wür­di­gen Aus­sa­gen ste­hen könn­te. Denn der führt zum Windsor Ver­lag (dem spen­die­re ich kei­nen Link). Die­ser möch­te sich gern als Ver­lag mit Dienst­lei­stun­gen für Au­to­ren prä­sen­tie­ren, oder viel­leicht eben als An­bie­ter für das Buz­zword »Va­lue Ad­ded Pu­blis­hing«. Da­bei han­delt es sich auch beim Windsor-Ver­lag nicht nur mei­ner mei­ner An­sicht nach eben­falls nur um ei­nen An­bie­ter, der vor Ver­öf­fent­li­chung von den Au­to­ren Geld ha­ben will. Als Ge­schäfts­mo­dell frag­wür­dig, wenn auch nicht in ir­gend­ei­ner Form rechts­wid­rig.

Al­ler­dings zu be­haup­ten, Klein­ver­la­ge näh­men hau­fen­wei­se Geld für eine Ver­öf­fent­li­chung von Au­to­ren, um das ei­ge­ne Ge­schäfts­mo­dell zu pro­mo­ten, wel­ches ge­n­au das­sel­be tut, ist mei­ner Mei­nung nach schon eine arge Un­ver­schämt­heit. Das Fa­zit »lan­ge War­te­zei­ten, teu­er« setzt dem gan­zen dann noch die Kro­ne auf. Üb­ri­gens kommt auch der Self­pu­blis­her beim Ver­gleich sehr schlecht weg. Ach was ..?

Glaubt der Pro­pa­gan­da auf der Sei­te verlagsvergleich.de also nicht, denn die ar­bei­tet of­fen­bar mit Falsch­aus­sa­gen, um Klein­ver­la­ge schlecht­zu­ma­chen und dann selbst Au­to­ren das Geld aus der Ta­sche zie­hen zu kön­nen. Es han­delt sich mei­ner Mei­nung nach nicht um ei­nen Ver­lag, son­dern um ei­nen An­bie­ter für Lek­to­rat, Druck und ähn­li­che buch­na­he Dienst­lei­stun­gen (üb­li­cher­wei­se Druck­ko­sten­zu­schuss­ver­lag oder Pseu­do­ver­lag ge­nannt). Dass den Ver­ant­wort­li­chen selbst klar ist, dass das nicht ganz ko­scher ist, was sie da tun, zeigt al­lein schon die Ver­schleie­rung der wah­ren In­ter­es­sen­ten hin­ter der Ver­gleichs­web­sei­te. Wo­bei die Ver­ant­wort­li­chen ver­mut­li­ch jede Be­tei­li­gung an der Do­main ab­leh­nen wer­den, ist ja nur ir­gend­ein Ame­ri­ka­ner.

Lasst euch nicht ins Bocks­horn ja­gen, lie­be Au­to­ren. Klein­ver­la­ge wol­len nicht, dass ihr in fi­nan­zi­el­le Vor­lei­stung tre­tet. Und wenn es doch ei­ner will, dann ist es kein Klein­ver­lag, son­dern ein Druck­ko­sten­zu­schuss, bzw. Pseu­do­ver­lag. Klein­ver­la­ge kön­nen euch auch auf alle Ver­kaufs­platt­for­men brin­gen.

So­wohl verlagsvergleich.org wie auch der Windsor-Ver­lag wur­den mit vol­ler Ab­sicht nicht ver­linkt.

[Up­date 9:45 Uhr] Die Web­sei­te des Windsor-Ver­lags ver­fügt üb­ri­gens eben­falls nicht über ein rechts­gül­ti­ges Im­pres­sum: Kei­ne la­dungs­fä­hi­ge Adres­se, kei­ne rechts­kon­for­me Kon­takt­mög­lich­keit. Als Do­main­in­ha­ber ist bei De­nic der­sel­be Eric So­mes aus Che­yenne, USA ein­ge­tra­gen, wie bei verlagsvergleich.de. Auch hier möch­te man sich schein­bar aus der Ver­ant­wor­tung steh­len. Ich wür­de al­ler­dings mit kei­nem Dienst­lei­ster ei­nen Ver­trag ein­ge­hen, der sei­ne Adres­se nicht an­ge­ben möch­te.

[Up­date 10:10 Uhr] Der Tweet der kurz nach der Ver­öf­fent­li­chung mei­nes Ar­ti­kels on­line ging, ist ist dann aber gro­ße Re­al­sa­ti­re …

Screen­s­hot-In­hal­te Co­py­right Eric J So­mes

Onleihe: Bonnier und Holtzbrinck kriegen den Hals nicht voll

Onleihe: Bonnier und Holtzbrinck kriegen den Hals nicht voll

ebookpreise

On­lei­he nennt sich das Ver­fah­ren, mit dem die eBooks auch bei dem Stadt­bü­che­rei­en an­ge­kom­men sein soll­ten. Tat­säch­li­ch steht dem al­ler­dings im Weg, dass den Ver­la­gen die On­lei­hen ein Dorn im Auge sind, da sie der An­sicht sind, dass da­durch ihr Ein­kom­men er­heb­li­ch ge­min­dert wird. Des­we­gen hört man aus Rich­tung der Ver­la­ge und des Bör­sen­ver­eins zu die­sem The­ma be­reits seit Jah­ren viel »Mi­mi­mi«.

Bon­nier und Holtz­brinck (und da­mit auch Dro­emer Knaur, Fi­scher, Kie­pen­heu­er & Wit­sch, Ro­wohlt, Pi­per, Ull­stein und Carl­sen) ha­ben den Bü­che­rei­en jetzt ein An­ge­bot ge­macht, das die­se sehr wohl ab­leh­nen kön­nen. Auch wenn man hef­tig her­um­lob­by­isiert hat, um fest­zu­stel­len, dass eBooks auch ganz nor­ma­le Bü­cher im Sin­ne des Buch­preis­bin­dungs­ge­set­zes sind, möch­te man für die On­lei­he-eBooks of­fen­bar ei­nen an­de­ren Sta­tus in­klu­si­ve Ver­falls­da­tum.

Denn die Li­zenz­be­din­gun­gen be­inhal­ten zum ei­nen, dass die klas­si­sch klam­men Bi­blio­the­ken für eBooks den zwei­ein­halb­fa­chen End­kun­den­preis be­zah­len sol­len. Für den er­höh­ten Preis ha­ben die dann auch noch ein be­son­de­res Fea­ture: ein Ver­falls­da­tum. Denn die Li­zen­zen sol­len nach zwei vier Jah­ren oder ge­ra­de mal 52 Aus­leih­vor­gän­gen ver­fal­len.

Der Bi­blio­theks­ver­band Fran­ken hat es dann in ei­ner Stel­lung­nah­me nach­voll­zieh­ba­rer­wei­se auch ab­ge­lehnt, eBook-Li­zen­zen zu die­sen Be­din­gun­gen zu er­wer­ben. Ich gehe da­von aus, dass an­de­re nach­zie­hen wer­den.

Da se­hen wir in mei­nen Au­gen wie­der ein­mal, dass gro­ßen Ver­la­gen die klin­geln­de Kas­se of­fen­bar deut­li­ch wich­ti­ger ist, als die Un­ter­stüt­zung von Kunst und Kul­tur bei ge­mein­nüt­zi­gen Ein­rich­tun­gen wie Stadt­bü­che­rei­en. Die­je­ni­gen, die sich selbst im­mer wie­der gern als Kul­tur­hü­ter und –Un­ter­stüt­zer ge­rie­ren, sind mei­ner An­sicht nach längst pri­mär zu Geld­hü­tern ge­wor­den. Per­so­nen, die auf die Bü­che­rei­en an­ge­wie­sen sind, weil sie sich den Buch­kauf nicht lei­sten kön­nen (in Deutsch­land ist in­zwi­schen je­der Fünf­te arm oder von Ar­mut be­droht), schau­en in die Röh­re.