BLADE RUNNER 2099 ist eine Miniserie, die Amazon hat produzieren lassen. Showrunnerin ist Silka Luisa (HALO TV), die hat hauch die Story geschrieben, und der dritte Teil des BLADE RUNNER-Franchise handelt, wie der Titel bereits sagt, 50 Jahre nach dem zweiten Film. Michelle Yeoh spielt eine Replikanten-Blade Runnerin kurz vor dem Ende ihres Lebenszyklusses und Hunter Schafer ist ihre Partnerin, ein Mensch der vorgibt, eine Replikantin zu sein.
Ridley Scott ist einer in einer schier endlosen Reihe von ausführenden Produzenten (»viele Köche …«).
Der Teaser hat mich noch nicht so richtig überzeugt. Es wirkt auf mich irgendwie bemüht, wie man auf der einen Seite versucht, das BLADE RUNNER-Look & Feel zu kopieren, es aber mit den sinnlosen anamorphischen Lensflares gleich wieder versaut. Aber es gilt wie immer die Binsenweisheit, dass man von einem Trailer nicht auf das fertige Produkt schließen darf.
Starttermin von BLADE RUNNER 2099 soll der 25. November 2026 sein, zumindest wenn man Amazon Prime Video abonniert hat.
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Am Wochenende wurde ich auf ein Video des Synchronsprechers Sven Plate aufmerksam, der auf einen Film namens DEADLY PATIENT (Originaltitel: INTENSIVE CARE, 2018) bei Amazon Video hinwies, der offensichtlich nicht nur KI-übersetzt, sondern auch noch KI-synchronisiert worden war.
Ich habe mir das sofort mal angesehen, bzw. ‑gehört und was man da vorgesetzt bekam war schon ein starkes Stück, insbesondere da Amazon einen auch noch zwang, sich sagenhafte zwei Minuten Werbung anzusehen (der Grund, warum ich auf Prime Video nichts mehr schaue und mich der Sammelklage angeschlossen habe). Die Darbietung war dermaßen platt und emotionsfrei, das war an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Und auch manche Formulierungen ließen nicht nur vermuten, dass KI bei der Übersetzung herumgepfuscht hatte, das war eindeutig. Als ich mir das ansah hatten sich bei dem Film – vermutlich nach nach Plates Aufruf – bereits eine enorme Menge negativer Rezensionen angesammelt.
Erst wurde vermutet, Amazon selbst sei für die KI-Katastrophe verantwortlich, dem Vernehmen nach war dem allerdings nicht so. Amazon sagte in einer Stellungnahme, dass die Synchro nicht von ihnen stamme. Vermutlich hat DEADLY PATIENT seinen Weg über »Prime Video Direct« auf die Plattform gefunden, über die Drittanbieter Filme in Amazons Katalog veröffentlichen können. Gegenüber dwdl sagte ein Amazon-Sprecher: »Die deutsche Synchronisation des Films ‘Deadly Patient – Tödlicher Patient’ entsprach nicht den Qualitätsstandards von Prime Video. Der Film ist vorerst nicht mehr bei Prime Video verfügbar.«
Auch wenn der Film rasch verschwand: Das Problem bleibt, denn auch Netflix hatte sich bereits mit KI-generierten Animé-Übersetzungen in die Nesseln gesetzt und ich gehe davon aus, dass auch in Zukunft Anbieter mit Dollarzeichen in den Augen versuchen werden, uns so etwas unterzujubeln, um möglichst billig übersetzte Versionen an den Start zu bringen, für die man keine Sprecher°Innen bezahlen muss. Umso wichtiger, dann sofort zu zeigen, was man von so einem Dreck hält. Und auch Filmemacher°Innen sollten vielleicht genau hinsehen, den so etwas können die Beteiligten an einem Film nicht wollen und es verdirbt das Werk.
Ich weiß: Ich beklage mich regelmäßig über schlechte Synchros von US-Filmen. Dabei sind es aber in den allermeisten Fällen nicht die Sprecher°Innen, die schlechte Arbeit leisten (die machen das meist sogar sehr gut), sondern die Dialogregie mit Übersetzungen, die völlig daneben sind. Angesichts der drohenden KI-Gefahr, sollten die sich vielleicht ab sofort ein wenig mehr Mühe geben.
Die neue Stargate-Serie bei Amazon ist Geschichte, bevor auch nur eine einzige Folge gedreht wurde. Variety berichtete zuerst exklusiv über die Absetzung; das Projekt hatte im erst November 2025 eine Serienbestellung von Bezos’ Bauchladen erhalten.
Showrunner war Martin Gero, der die Serie über zwei Jahre lang entwickelt hatte und dabei einen neuen Einstiegspunkt für Zuschauer ohne Vorwissen schaffen wollte, ohne dabei die bestehende Kontinuität zu ignorieren. Unterstützung bekam er von Stargate SG-1-Veteranen: dem Showrunner Joseph Mallozzi und dem Produzenten Brad Wright.
Die Entscheidung zur Absetzung fiel dabei sehr spät: Das Autorenteam hatte bereits 20 Wochen zusammengearbeitet und die Produktion befand sich in der Vorbereitungsphase in Großbritannien. Laut einem Insider hatten Amazon-Manager Bedenken, dass Geros Ansatz nicht über die bereits bestehende Fangemeinde hinaus genug Zuschauer ansprechen würde. Mallozzi widersprach dieser Einschätzung öffentlich auf Social Media und betonte, man sei sich der Notwendigkeit breiter Attraktivität sehr bewusst gewesen.
Im Hintergrund spielte offenbar auch ein interner Umbau bei Amazon MGM eine Rolle: Die Führungskräfte Nick Pepper und Matt King, die das Projekt ursprünglich befürwortet hatten, haben das Unternehmen nach einer Umstrukturierung unter dem neuen »Head of Worldbuilding & Genre Series« (was für ein klobiger Jobtitel), Brett Fetter, verlassen.
Amazon hatte das Stargate-Franchise im Zuge der MGM-Übernahme 2022 erworben. Mallozzi kommentierte die Absetzung auf seinem Blog mit dem wenig optimistischen Titel »June 3, 2026: Stargate cancelled, for the fourth and likely final time« und schrieb, man werde die Welt und die Figuren, die für die Serie entwickelt wurden, nun nie zu sehen bekommen:
My heart breaks. For the incredibly talented writers who worked tirelessly to bring this show to life. For Martin who maintained an unwavering positive outlook throughout despite the challenges, and who always strove to make a show that would honor the fans while welcoming a new audiences. And for the long-suffering Stargate fandom who waited so long and came so close to getting a show they truly would have loved.
Eine Übernahme durch einen anderen Sender oder Streamingdienst ist aufgrund der Rechtelage leider unwahrscheinlich. Das wievielte gecancelte Projekt ist das jetzt im Bereich TV, Film und Games bei Amazon?
Promografik Stargate Copyright MGM und Amazon
Die diversen STARGATE-Reihen waren eine Zeit lang ebenso wenig aus dem TV wegzudenken, wie STAR TREK. Das endete 2011 mit STARGATE: UNIVERSE, das abgesetzt wurde, als es gerade seinen Groove gefunden hatte und begann, gut zu werden. Also vor 14 Jahren. Es gab noch einen Versuch mit einer Webserie (STARGATE ORIGINS, 2018), die aber scheiterte, weil diese unambitioniert war und offensichtlich ein billiges, schnell produziertes Nebenprojekt.
Disney hat STAR WARS, Paramount hat STAR TREK und bei Amazon ist wohl aufgefallen, dass man seit dem Kauf von MGM im Jahr 2022 ebenfalls was Populäres mit »STAR« im Portfolio hat und ist auf den Gedanken gekommen, damit doch vielleicht Geld zu verdienen. Deswegen hat man laut Deadline grünes Licht für eine neue auf dem Franchise basierende TV-Serie gegeben – und es sind alte Haudegen mit an Bord.
Showrunner, Autor und ausführender Produzent soll Martin Gero sein, der war mal Story Editor bei STARGATE: ATLANTIS und hat für alle drei STARGATE-Serien gearbeitet. Weitere Meriten sind BLINDSPOT für NBC, das gute aber leider abgesetzte QUANTUM LEAP-Reboot, KUNG FU: THE LEGEND CONTINUES oder DARK MATTER. Weiterhin als ausführende Produzenten mit dabei sind Roland Emmerich, Regisseur des Kinofilms, sowie Dean Devlin, der ihn produzierte, sowie Brad Wright und Joe Mallozzi; letztere beiden steckten hinter den meisten STARGATE-TV-Projekten. Amazon MGM bringt also die Band wieder zusammen, um ein paar Golfbälle durchs Gate zu schlagen.
Weitere Details gibt es aufgrund der frühen Projektphase noch nicht, aber ich würde mal davon ausgehen, dass man auf Schauspieler°Innen aus den vergangenen Serien zumindest in Gastauftritten zurückgreifen dürfte. Da sich das Projekt allerdings bereits im Vorproduktionsstatus befindet, möchte man offenbar zügig damit voran gehen, neue Informationen dürften somit in Kürze folgen.
Amazon hat ein Ankündigungsvideo bereitgestellt:
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Amazon Games hat dem Vernehmen nach sein geplantes und mit viel Tamtam angekündigtes LORD OF THE RINGS-Massive Multiplayer Onlinegame zum zweiten Mal eingestellt, nachdem das Unternehmen massive Entlassungen in seiner Gaming-Sparte durchgeführt hat. Rund 14.000 Mitarbeiter wurden entlassen, darunter ein signifikanter Teil des Teams, das an dem MMO nach Tolkiens Büchern arbeitete.
Das Ende des Projektes wurde durch einen inzwischen gelöschten LinkedIn-Post der ehemaligen Senior Gameplay Engineerin Ashleigh Amrine bestätigt, die schrieb:
Heute Morgen war ich Opfer der Entlassungen bei Amazon Games, zusammen mit meinen unglaublich talentierten Kollegen von NEW WORLD und unserem noch jungen LORD OF THE RINGS-Spiel (ihr hättet es geliebt).
Das Projekt war 2023 als Partnerschaft zwischen Amazon und Embracer Group angekündigt worden und sollte ein »persistentes Open-World-MMO-Abenteuer« werden, das die Ereignisse von DER HOBBIT und der HERR DER RINGE-Trilogie umspannt. Das Ganze war vermutlich auch als co-mediales Ereignis mit Amazons Fernsehserie RINGE DER MACHT (RINGS OF POWER) gedacht.
Dies war bereits Amazons zweiter Anlauf für ein Herr der Ringe MMO. Das erste Projekt wurde 2021 nach Vertragsproblemen mit dem chinesischen Entwickler Leyou Technologies abgebrochen, nachdem dieser von Tencent übernommen worden war.
Amazon hat angekündigt, sich vom MMO-Bereich zurückzuziehen und stattdessen auf Casual-Titel, KI-Projekte und seine Cloud-Gaming-Plattform Luna zu konzentrieren. Auch für das 2021 erschienene MMO NEW WORLD: AETERNUM wurde die aktive Entwicklung eingestellt, die Server bleiben aber angeblich bis 2026 online. THRONE AND LIBERTY und LOST ARK sollen allerdings laut einem Amazon-Sprecher weitergeführt werden.
Amazon weiß, wie man sich in den Games- und LOTR- Communities beliebt macht. Nicht. Diese Vorgehensweise dürfte sich auf zukünftige Projekte nicht vorteilhaft auswirken.
Nun ist es offiziell: Denis Villeneuve wird Regie beim nächsten James Bond-Film führen. Amazon MGM Studios gab die Verpflichtung des DUNE-Regisseurs am Mittwoch bekannt. Amy Pascal und David Heyman werden als Produzent°Innen fungieren, Villeneuves Ehefrau Tanya Lapointe steigt als Executive Producer ein.
Villeneuve setzte sich gegen eine prominente Konkurrenz durch, darunter Edward Berger (CONCLAVE), Edgar Wright (BABY DRIVER), Paul King (PADDINGTON 2) und Jonathan Nolan. Ursprünglich galt Alfonso Cuarón als Favorit, da er bereits mehrfach mit Produzent Heyman zusammengearbeitet hat.
Der französisch-kanadische Regisseur ist bekennender Bond-Fan und äußerte bereits 2021 in einem Podcast den Wunsch, einen 007-Film zu drehen. Villeneuve sagte:
Einige meiner frühesten Kinoerlebnisse sind mit 007 verbunden. Ich bin mit meinem Vater zu Bond-Filmen gegangen, seit DR. NO mit Sean Connery. Ich bin ein eingefleischter Bond-Fan. Für mich ist das heiliges Territorium. Ich beabsichtige, die Tradition zu ehren und den Weg für viele neue Missionen zu öffnen.
Die Wahl überrascht nicht: Villeneuve hat mit BLADE RUNNER 2049 und den DUNE-Filmen bewiesen, dass er etablierte Franchises erfolgreich neu interpretieren kann (wobei BLADE RUNNER 2049 ein wirklich guter Film ist, aber an den Kinokassen kein großer Erfolg war). Seine beiden DUNE-Filme spielten über 1,1 Milliarden Dollar ein und gewannen acht Oscars.
Das wird der erste Bond-Film unter vollständiger kreativer Kontrolle von Amazon, nachdem das Studio im Februar einen historischen Deal mit den langjährigen Produzent°Innen Barbara Broccoli und Michael G. Wilson abgeschlossen hatte. Amazon hatte MGM 2022 für 8,5 Milliarden Dollar gekauft, besaß aber nur die Distributionsrechte.
Ein Starttermin steht noch nicht fest. Villeneuve wird im Sommer zunächst DUNE: MESSIAH drehen. Falls die Bond-Produktion nächstes Jahr beginnen sollte, wäre ein Kinostart 2027 realistisch. Jetzt muss nur noch ein Drehbuchautor gefunden werden – und natürlich ein neuer Bond-Darsteller. RENDEZVOUZ WITH RAMA ist damit offenbar leider erstmal vom Tisch.
Man darf gespannt sein, ob Villeneuve es schafft, den wie aus der Zeit gefallen wirkenden Charakter Bond zu modernisieren.
Amazon entwickelt Stephen Kings Debut-Roman CARRIE als achtteilige Horrorserie. Als Showrunner und Regisseur fungiert Mike Flanagan, der bereits mit THE HAUNTING OF BLY MANOR, MIDNIGHT MASS und THE FALL OF THE HOUSE OF USHER bewiesen hat, dass er Horrorstoffe umsetzen kann.
Die Serie befindet sich derzeit in der Produktion. Zur Besetzung gehören unter anderem Katee Sackhoff und Michael Trucco, sowie Tahmoh Penikett. Alle drei kennt man unter anderem aus der letzten Inkarnation von BATTLESTAR GALACTICA.
CARRIE wurde bereits mehrfach verfilmt, zuletzt 2013 mit Chloë Grace Moretz in der Titelrolle. Die bekannteste Adaption ist die von Brian De Palma aus dem Jahr 1976 mit Sissy Spacek als telepathisch begabter Teenagerin, die sich an ihren Peinigern rächt. Die Geschichte um Mobbing, religiösen Fanatismus und übernatürliche Kräfte hat angesichts von dem, was auf der Welt und insbesondere auf Social Media so abgeht, nichts von ihrer Relevanz verloren.
Ob eine weitere CARRIE-Adaption wirklich nötig ist, steht auf einem anderen Blatt. Andererseits: Flanagan hat bisher mit seinen Adaptionen richtig gelegen und das Serienformat könnte dem Stoff mehr Raum zur Entfaltung geben, als ein zweistündiger Film.
Einen Starttermin gibt es noch nicht, die Serie wird bei Amazon Prime Video erscheinen.
Bild Katee Sackhoff Von Super Festivals from Ft. Lauderdale, USA – file-storage_2022gcraleigh_150730220260, CC BY 2.0, Wikipedia Bild Michael Trucco Von Johnmaxmena2 (talk)johnmaxmena – Eigenes Werk (Originaltext: I (Johnmaxmena2 created this work entirely by myself.), Gemeinfrei, Wikipedia Bild Tahmo Pennikett Von Tina Lawson from Kettering, OH, USA – Tahmoh Penikett Saturday Panel, CC BY-SA 2.0, Wikipedia
Amazon hatte eine TV-Serie zu Robert Jordans (und Brandon Sandersons) Fantasy-Buchreihe WHEEL OF TIME produziert. Für die ist nach dem Ende der dritten Staffel Schluss, auch wenn die aus Fankreisen als bisher beste bezeichnet wurde. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass nach rekordverdächtigen Einschaltquoten der ersten Season – die war eins der meistgesehenen Programme auf dem Streamingdienst- das Zuschauer°Inneninteresse offenbar so drastisch abnahm, dass Amazon nun den Stecker zog. Interessanterweise war die dritte Staffel zum Ausstrahlungszeitpunkt die zweiterfolgreichste Serie bei Prime hinter REACHER. Da muss man sich dann schon fragen, was der wahre Grund für die Absetzung war so schlecht wie behauptet war der Zuspruch dann wohl doch nicht.
Im April, nach dem Ende der dritten Staffel, hatte Showrunner sich noch darüber geäußert, dass man Amazon als Produktionspartner gewählt hatte, weil man annahm, dass man dort bereit sei, sich auch in längere Serien zu involvieren. Aber wie zu erwarten geht es bei Amazon natürlich in erster Linie um Geld, das ist nicht anders als bei anderen US-Produzenten.
Ebenfalls Ende April gab es zudem bereits eine Fan-Kampagne für eine vierte Staffel.
Ich hatte es damals aufgrund des Produktionsdesigns und des Aussehens der Hauptdarsteller (die wie US-Teens mit entsprechenden modischen Haarschnitten aussahen, und nicht als ob sie in einer Fantasywelt leben) nicht mal durch die erste Staffel geschafft.
Ich hatte kürzlich darüber berichtet, dass Amazon daran arbeitet zu verhindern, dass man gekaufte eBooks via USB herunter laden und beispielsweise auf ein anderes Gerät übertragen kann.
Vom offensichtlichen Hintergrund, verhindern zu wollen, dass man die Elektrobücher auf anderen Geräten nutzen oder das DRM entfernen kann, gibt es allerdings noch zwei weitere Aspekte, auf den man im Licht der rechtsreaktionären Kräfte in den USA hinweisen sollte:
Erstens: Amazon kann jegliche Bücher aus euren Kontos entfernen. Und das tun sie auch, es ist in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen, dass Bücher klammheimlich aus Konten verschwanden. Amazon hatte dafür die verschiedensten Ausreden, viele davon albern. Angesichts der Tatsache, dass jetzt zahllose Bücher, darunter Klassiker, für bestimmte US-Schulen verboten werden, ist es kein großer Schritt mehr dahin, dass Amazon Bücher entfernt, um Trump und Co zu Gefallen und zu Diensten zu sein. Bezos ist Trump-Fan und war auf dessen Inthronisierung, deswegen darf man sicher davon ausgehen, dass auch hier die Enshittification drastisch zunehmen wird.
Zweitens: Amazon kann eBooks inhaltlich verändern. Auch das ist in der Vergangenheit bereits vorgekommen. Ursprünglich ist das eigentlich eine gute Sache, denn wenn in eBooks Fehler entdeckt werden, kann man einfach eine neue Version ausrollen. Aber auch hier muss man befürchten, dass die Funktion genutzt werden könnte, um eBooks aus Gründen zu verändern, die deutlich sinistrer sind, beispielsweise weil den USA-Regierungsnazis gewisse Inhalte nicht gefallen.
Beides sind keine Verschwörungstheorien, beides ist in der Vergangenheit passiert und wird auch in Zukunft passieren.
Die einzige Möglichkeit dagegen ist es, alle gekauften eBooks herunter zu laden, siehe den oben verlinkten Beitrag, der erläutert, wie da bei Amazon noch bis Ende Februar möglich ist.
Und auch wenn es in Deutschland streng genommen verboten ist, Kopierschutzmaßnahmen zu umgehen, kann man mal einen Blick auf Texte zum Thema Privatkopie bei t‑online oder Chip werfen.
Ein weiterer Weg ist es, nur noch eBooks ohne Kopierschutz zu erwerben. Es gibt auch noch andere Anbieter als Amazon und eBooks mit Soft-DRM können auf beliebigen Endgeräten genutzt werden. Ob und wie ein eBook DRM-geschützt ist, muss beim Kauf angegeben werden.
Eine neue Runde von Enshittification: Wie von verschiedenen Stellenim Web gemeldet wird, will Amazon Ende Februar die Möglichkeit entfernen, gekaufte eBooks von Geräten auf PCs oder Macs zu übertragen. Ich gehe davon aus, dass auch die Möglichkeit des Downloads via Kindle For PC entfernt werden wird. vermutlich ist Amazon ein Dorn im Auge, dass man bei übertragenen eBooks das DRM entfernen und sie auch auf anderen Geräten nutzen kann.
Ich weiß, dass ich vor Jahren ein Freund des Kaufens bei Amazon war, aber diese Zeiten sind lange vorbei. Zu schlecht sind Servicequalität und Zustellung geworden, mein Prime-Konto habe ich gekündigt, unter anderen auch deswegen, weil Jeff Bezos mit den Nazis um Trump und Musk kuschelt.
Da ich fast ausschließlich englischsprachige eBooks lese war Amazon im Prinzip immer noch die einzige mögliche Quelle für solche Elektrobücher, denn bis heute sagen alle deutschen Shops Mondpreise dafür an, die doppelt, dreifach oder noch höher über den Preisen von Amazon liegen. Und das ist schlichtweg inakzeptabel, weil das Geld nicht bei den Autor°Innen oder Buchhändler°Innen ankommt, sondern es sich deutsche Zwischenhändler ohne jede dafür angemessene Leistung in die Tasche stecken. Die Lösung dafür habe ich bereits gefunden: bei Rakuten/Kobo kosten die eBooks auch nicht mehr als bei Amazon.
Man sollte als allererstes seine bei Amazon gekauften eBooks sichern. Dazu geht man ins Konto -> Digitale Services -> Inhalte und Geräte verwalten -> Inhalt. Dort findet man alle seine gekauften eBooks. Man kann leider immer nur 25 davon auswählen, das tut man und klickt auf »An Gerät liefern«. Dort wählt man dann »Kindle For PC«, das man natürlich vorher auf einem Gerät installiert haben muss. Das sollte die Version 2.4.0 sein, keine höhere, man findet die relativ leicht im Web. Bei meinen knapp 600 Büchern seit 2011 hat das manuelle Anstoßen der Downloads ungefähr eine Viertelstunde gedauert; bis sie dann tatsächlich auf dem Rechner auftauchen dauert es etwas länger. Sie liegen unter Dokumente -> »My Kindle eBooks« oder »Meine Kindle eBooks«, zumindest unter Windows.
Wenn alle herunter geladen sind, kopiert man den gesamten Ordner an einen sicheren Ort.
Etliche der herunter geladenen eBooks sind DRM-geschützt (DRM = Digital Rights Management, Kopierschutz). Ich kann hier leider keine Anleitung dafür geben, wie man das loswird, aber eine Websuche sorgt schnell für Ergebnisse, es gibt beispielsweise Plugins für die beliebte eBook-Verwaltungssoftware Calibre, aber auch dedizierte Tools.
Ich weise an dieser Stelle darauf hin, dass das Entfernen von Kopierschutzmechanismen nach deutschem Recht illegal ist. Auf der anderen Seite ist eine Privatkopie ausdrücklich erlaubt. Anwälte wiesen bereits darauf hin, dass das Gesetz hier widersprüchlich und bürgerfeindlich ist und geändert gehört. Da es auf Wunsch der Contentindustrie herbeilobbyisiert wurde ist das allerdings äußerst unwahrscheinlich.
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