BLADE RUNNER 2099 ist eine Miniserie, die Amazon hat produzieren lassen. Showrunnerin ist Silka Luisa (HALO TV), die hat hauch die Story geschrieben, und der dritte Teil des BLADE RUNNER-Franchise handelt, wie der Titel bereits sagt, 50 Jahre nach dem zweiten Film. Michelle Yeoh spielt eine Replikanten-Blade Runnerin kurz vor dem Ende ihres Lebenszyklusses und Hunter Schafer ist ihre Partnerin, ein Mensch der vorgibt, eine Replikantin zu sein.
Ridley Scott ist einer in einer schier endlosen Reihe von ausführenden Produzenten (»viele Köche …«).
Der Teaser hat mich noch nicht so richtig überzeugt. Es wirkt auf mich irgendwie bemüht, wie man auf der einen Seite versucht, das BLADE RUNNER-Look & Feel zu kopieren, es aber mit den sinnlosen anamorphischen Lensflares gleich wieder versaut. Aber es gilt wie immer die Binsenweisheit, dass man von einem Trailer nicht auf das fertige Produkt schließen darf.
Starttermin von BLADE RUNNER 2099 soll der 25. November 2026 sein, zumindest wenn man Amazon Prime Video abonniert hat.
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Gestern berichtete ich hier über die Klage von zwölf US-Bundesstaaten gegen die Fusion von Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery. Nun hat die US-Autorengewerkschaft WGA ebenfalls Klage eingereicht.
Writers Guild of America East und West gingen am 14. Juli 2026 gemeinsam vor Gericht. Sie sehen in der Fusion einen Verstoß gegen das US-Kartellrecht und machen konkrete Schäden für die eigene Berufsgruppe geltend: Der fusionierte Konzern wäre der mit Abstand größte Arbeitgeber für Autor°Innen und wäre motiviert, hätte die Mittel und vor allem dann auch die Marktmacht, Honorare zu drücken und weniger zu produzieren, entgegen aller Produktionszusagen. Weniger Aufträge, schlechtere Bezahlung, und Studios, die eher auf risikoarme Projekte setzen als auf originelle Stoffe. Paramount behauptet natürlich das Gegenteil, man wolle den Autor°Innen mehr Möglichkeiten geben, nicht weniger. In meinen Augen wenig glaubwürdig, denn die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, wie diese Spielchen in Hollywood gespielt werden; wir erinnern uns an die monatelangen Streiks in Tinseltown.
Mit der zweiten Klage binnen weniger Tage wächst der Druck auf den Deal. Spannend wird zu sehen, ob sich den Bundesstaaten und der WGA noch weitere Akteure anschließen werden.
Logo Paramount Copyright Paramount, Logo Warner Bros. Discovery Copyright Warner Bros. Discovery
Robert Picardo kennen wir in erster Linie als Holodoc, im STAR TREK-Universum, erst in VOYAGER, aktuell in STARFLEET ACADEMY. Der hat sich auf der Spacecon 2026 in San Antonio zur Absetzung der Serie geäußert – und das in ziemlich deutlichen Worten (sieht so aus, als rechne er eh nicht mehr mit einem Job bei Paramount).
STAR TREK: STARFLEET ACADEMY startete am 15. Januar 2026 auf Paramount+, wurde sofort von den üblichen Trollen als »zu divers« oder »zu woke« konzertiert in Besprechungen verrissen und zwei Monate später abgesetzt. Staffel 2 war da bereits abgedreht und soll 2027 laufen, ist aber die letzte, die Kulissen wurden bereits zerschlagen. Die offizielle Begründung: zu wenige Zuschauer°Innen.
Picardo sieht das laut seinen Aussagen auf der Spacecon (via Popverse) anders. Er macht die neuen Eigentümer von Paramount verantwortlich (Skydance übernahm während der Produktionszeit der Serie). Die Show sei unter der vorherigen CBS-Paramount-Führung entwickelt worden, und nach dem Eigentümerwechsel habe es keinerlei Unterstützung gegeben. Keine Werbung, keine Platzierung im Menü von Paramount+. Picardo wörtlich auf der Spacecon:
Our show was conceived under the prior ownership régime at CBS Paramount and once the new owners took over, we had no support with the release of the show. We didn’t get any ads. You couldn’t even find us. I had friends who said, where is STARFLEET ACADEMY? I said, it’s on Paramount+. And they said, I have Paramount+, I can’t find it. And I thought, well that’s weird. After the première episode, it kind of dropped off the menu. Usually if people have a history on Paramount+ of watching STAR TREK, you would pitch them the new STAR TREK show, but that didn’t happen on mine. I wish we had gotten more support.
Unsere Serie wurde noch unter der früheren Unternehmensführung von CBS Paramount konzipiert, und als die neuen Eigentümer das Ruder übernahmen, erhielten wir keinerlei Unterstützung bei der Veröffentlichung der Serie. Wir bekamen keinerlei Werbung. Man konnte uns nicht einmal finden. Ich hatte Freunde, die fragten: »Wo ist die STARFLEET ACADEMY?« Ich antwortete: „Sie läuft auf Paramount+.“ Und sie sagten: »Ich habe Paramount+, aber ich kann sie nicht finden.« Und ich dachte mir: „Das ist ja seltsam.“ Nach der ersten Folge ist die Serie irgendwie aus dem Angebot verschwunden. Normalerweise würde man Leuten, die bei Paramount+ bereits STAR TREK geschaut haben, die neue STAR TREK-Serie empfehlen, aber bei mir war das nicht der Fall. Ich hätte mir mehr Unterstützung gewünscht.
Was Picardo beschreibt, klingt nicht nach einer Serie, die gescheitert ist, sondern nach einer, die man hat scheitern lassen, weil das Konzept nicht zu den Ansichten der neuen Inhaber passt, egal ob immer wieder behauptet wird, Ellison sei Fan von STAR TREK. Eine Streaming-Serie, die vom eigenen Streamingdienst nicht beworben und nicht in den Vorschlägen angezeigt wird, noch nicht mal bei Nutzer°Innen, die sonst STAR TREK schauen, hat deutlich weniger Chancen auf Zuschauer°Innen, egal wie gut oder schlecht sie ist. Dass die neuen Eigentümer dann niedrige Zuschauerzahlen als Absetzungsgrund anführen, hat definitiv ein Geschmäckle.
Wenn Staffel 2 2027 vorbei sein wird, steht STAR TREK zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt ohne laufende oder bestellte Serie da, zumindest falls bis dahin nichts Neues produziert werden wird, wonach es im Moment nicht aussieht. STRANGE NEW WORLDS endet ebenfalls mit der fünften Staffel. Danach: Pause. Picardo hofft, dass die Franchise irgendwann zurückkommt. Die Frage ist, in welcher Form und unter welcher Führung – und vor allem: in welchem Stil?
STAR TREK has been, and always will be, woke. Um mal ein Zitat eines gewissen Vulkaniers abzuändern.
Neulich war ich äußerst positiv überrascht, als ich die SciFi-Mystery-Serie THE BOROUGHS, ausführend produziert von den Duffer Brothers (STRANGER THINGS) bei Netflix entdeckte. Man könnte es als eine Art STRANGER THINGS mit Senior°Innen beschreiben; innovativ und eben mal mal mit älteren statt jungen Schauspieler°Innen.
Netflix hat die Show allerdings nach einer Staffel abgesetzt, knapp einen Monat nach dem Start und während die Serie noch in den hauseigenen Top 10 lief. Das berichtet The Hollywood Reporter unter Berufung auf mehrere Quellen. Im Cast: Alfred Molina, Geena Davis, Alfre Woodard, Denis O’Hare, Clarke Peters und Bill Pullman, also nicht die billigste Truppe, die man so zusammenbekommt.
Das Kuriose: Die Serie kam gut an. In der ersten vollen Woche Platz eins der englischsprachigen Netflix-Charts mit 9,5 Millionen Views, danach Platz vier, dann Platz acht, bei Nielsen Platz zwei für die Startwoche hinter NEMESIS, ebenfalls Netflix. Bei Rotten Tomatoes 97 Prozent Kritikenscore, 79 Prozent Audience Score. Abgesetzt wurde THE BOROUGHS am 17. Juni, einen Tag nach Veröffentlichung der Zahlen für die vierte Woche.
Offiziell sind es die Kosten. Laut THR liegt das Budget bei rund zehn Millionen Dollar pro Folge, eine zweite Quelle nennt eine deutlich höhere Zahl. Netflix rechnet Zuschauer gegen Produktionskosten und THE BOROUGHS war zwar erfolgreich, aber halt nicht WEDNESDAY.
Die etwas weniger offizielle Version: Die Duffer-Brüder haben Netflix für einen Vierjahresvertrag bei Paramount verlassen, und das hat einigen Verantwortlichen beim Streamingdienst offenbar gar nicht geschmeckt. Eine Quelle sagte dem Hollywood Reporter, das Verhältnis sei seitdem »angespannt«, die Brüder hätten den Streamer mit ihrem Abgang »blamiert«. Eine Netflix-nahe Quelle dementiert das allerdings prompt und eine den Duffer-Brüdern nahestehende Quelle sagte, das Verhältnis zu Netflix sei weiterhin gut und die beiden hätten dort mehrere Projekte in Entwicklung, was die Zerwürfnis-Lesart wieder ein Stück weit einkassiert.. Zwei Tage vor der Absetzungsmeldung hatte Paramount übrigens den geheimnisumwitterten Event-Film der Duffer-Brothers auf den 3. November 2028 datiert. Zufall?
Am 15. Juni lief die Frist für die Verlängerung der Cast-Optionen, der Streamer ließ sie ungenutzt verstreichen. Netflix besitzt die Serie zu 100 Prozent, ein Verkauf an die Konkurrenz, zu der jetzt eben auch Paramount gehört, gilt als ausgeschlossen. Geena Davis sagt im Interview mit dem Hollywood Reporter, sie habe keine Erklärung für die Absetzung bekommen.
Warner möchte bekanntlich via HBO nochmal richtig Kohle mit seinen Rechten an HARRY POTTER machen und produziert deswegen eine TV‑, oder genauer gesagt, Streaming-Serie (so wie es aussieht, soll jedes Buch zu einer Staffel aufgeblasen werden). Leider wird die Autorin auch daran wieder ordentlich mitverdienen und seit ihren Ausfällen in Sachen trans-Personen finde ich das äußerst unschön. Das Thema finde ich schwierig, denn es ist nun mal nicht wegzudiskutieren, dass Harry Potter ein zentraler Teil der Kindheit und Jugend zahlloser Fans war und ich verstehen kann, dass man das nicht einfach wegwerfen möchte, nur weil die Autorin plötzlich zum (Achtung! Meinungsäußerung!) Arschloch wurde. Ich bin grundsätzlich der Ansicht, dass alles mit Harry Potter, an dem Rowling nix verdient grundsätzlich in Ordnung geht, also beispielsweise Fan-Art, wenn die nicht von Warner weggeklagt wird. Quintessenz: Es bleibt schwierig. Laut Warner hat Frau Rowling mit der Produktion der Serie nichts zu tun (was ich unglaubwürdig finde, denn sie wird als Produzentin genannt), aber Einnahmen wird sie trotzdem haben.
Da die Serie gegen Weihnachten starten soll, gibt es jetzt den ersten Teaser. Der sieht soweit okay aus, in Details frage ich mich allerdings »WTF«, insbesondere bei der kurzen Szene des Hogwarts Express, das sieht mir doch verteufelt KI-generiert aus.
Regisseur des Piloten ist Mark Mylod, Drehbücher schrieben u.a. Francesca Gardiner, Laura Neal und Martha Hillier. Showrunnerin ist Francesca Gardiner.
Es spielen Dominic McLaughlin (Potter), Alastair Stout (Ron Weasley), Arabella Stanton (Hermione), John Lithgow, Bertie Carvel, Warwick Davis, Janet McTeer, Nick Frost, Paapa Essiedu, Johnny Flynn und viele andere.
Trailer in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln, es gibt noch keine deutsche Fassung.
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Die letzte Staffel von Seth MacFarlanes Science Fiction-Serie THE ORVILLE ist jetzt vier Jahre her. Im Prinzip hatte man damit abgeschlossen, denn ich persönlich hatte zumindest nicht mehr damit gerechnet, dass es nach Season drei nochmal weiter gehen würde, denn unter anderem waren die Schauwerte für eine TV-Serie schon enorm und die Produktionskosten hoch, insbesondere für eine eher Underdog-Show wie THE ORVILLE, die klar als STAR TREK-Parodie gestartet war (vermutlich aus Angst vor den Rechteinhabern der Vorlage), dann aber mehr wurde.
Gegenüber dem Hollywood Reporter hat MacFarlane jetzt aber Hoffnung gemacht:
I will be honest with you: Season four is written. It’s just a question of when we have the time to produce it. The 10 scripts are done. I’m the problem. It’s [a matter of] when I can make that my year, with all the other stuff we have in the works. But we can hit the ground running when it happens.
Ich will ehrlich sein: Die vierte Staffel ist fertig geschrieben. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann wir die Zeit finden, sie zu produzieren. Die zehn Drehbücher sind fertig. Das Problem bin ich. Es kommt darauf an, wann ich mir das Jahr dafür freimachen kann, bei all den anderen Projekten, die wir gerade am Laufen haben. Aber wenn es soweit ist, können wir sofort loslegen.
Die gesamte restlich Besetzung hatte ebenfalls bereit angegeben, sofort wieder dabei zu sein. MacFarlane spielt den Captain der Orville, weiterhin waren dabei Adrianne Palicki, Penny Johnson Jerald, Scott Grimes, Jessica Szohr, Peter Macon und Mark Jackson. bei einer Fortführung dürfte diese ein paar Jahre nach der letzten handeln, denn anders ist vermutlich der Alterssprung der Doktorinnen-Söhne kaum zu erklären… ;)
Bei HBO ist eine Fernsehserie nach den GREEN LANTERNS von DC Comics in Arbeit, Teil des neuen DC-Universums unter der Ägide von James Gunn. Beim Betrachten des Trailers kommen mir mehrere Fragen: Seit wann ist Hal Jordan ein Arschloch? War das nicht die Rolle von Guy Gardner (der spielt allerdings ebenfalls mit, erneut dargestellt von Nathan Filion)? Versucht man hier schon wieder auf Sinestro-komm-raus einen auf Grimdark zu machen? Und eigentlich hätte ich in einer Serie um GREEN LANTERNs auch ganz gern ein paar GREEN LANTERNs gesehen – aber gut, das kann ja noch kommen, war nur ein Teaser.
Zusammenfassung:
Lanterns follows new recruit John Stewart and Lantern legend Hal Jordan, two intergalactic cops drawn into a dark, Earth-based mystery as they investigate a murder in the American heartland.
Es spielen Kyle Chandler (Hal Jordan), Aaron Pierre (John Stewart), Nathan Fillion (Guy Gardner), Ulrich Thomsen (Sinestro) und andere. Autoren beim Piloten sind Tom King, Damon Lindelof und Chris Mundy. Es produziert Breannah Gibson, ausführende Produzent°Innen sind unter anderem James Gunn, Peter Safran, Damon Lindelof.
LANTERNS soll im August 2026 bei HBO Max starten.
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Die Streamingserie SPIDER-NOIR basiert auf Marvel Comics (SPIDER-MAN NOIR) und die Macher dahinter sind dieselben wie bei den SPIDER-VERSE-Filmen, wo die Figur auch bereits einen Auftritt hatte, gesprochen von Nicolas Cage. Und der übernimmt die Rolle auch in dieser Serie, die in einem alternativen New York in den 930ern handelt und die sich um einen abgehalfterten Privatschnüffler dreht, der Superkräfte bekommt. Die Show wird es sowohl in Film Noir-Schwarz-Weiß geben, als auch in einer Farbversion und auch der Trailer steht in beiden Varianten zur Verfügung.
Ich weiß noch nicht so recht, was ich davon halten soll, aber die Schwarz-Weiß-Fassung fängt den alten Film Noir-Stil schon schön ein. Cage sagte zu der Rolle übrigens, er spiele sie in einer Mischung von 70 Prozent Bogart und 30 Prozent Bugs Bunny.
SPIDER-NOIR startet am 27. Mai 2026, leider bei Amazon Prime Video.
Trailer deutsch, schwarz-weiß:
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Trailer deutsch, Farbe:
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Trailer englisch, schwarz-weiß:
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Trailer englisch, Farbe:
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Die erste Staffel ONE PIECE hatte mir gut gefallen, da man es verstanden hatte, die überdrehten Animés ziemlich zielsicher in eine ebenso überdrehte Realserie zu übertragen, inklusive bekloppter Charaktere und noch bekloppterer Fähigkeiten. Das war allgemein so gut angekommen, dass schnell eine zweite Staffel angekündigt wurde, die nun auch in den Startlöchern steht. ONE PIECE Season zwei mit dem Untertitel INTO THE GRAND LINE soll am 10. März 2026 beim Streamingdienst Netflix starten.
Man spendiert einen Trailer, der schon zeigt, dass man wieder mit unterhaltsamen Abstrusitäten rechnen darf.
Trailer eins: deutsch, Trailer zwei: englisch.
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Normalerweise würde ich hier etwas über die Golden Globes schreiben, dass sie eine Vorschau auf die Oscars sind, was man alles so üblicherweise jedes Jahr copy&pasted, bevor man zu den Sieger°Innen kommt. Aber tatsächlich habe ich gar keine Lust dazu. Nicht etwa, weil die Phantastik nicht vorkäme, einige Preisträger°Innen kommen aus den Genres.
Allerdings sehe ich mit Blick auf die politische Lage in den USA und aufgrund der Tatsache wie kackendreist Trump und seine Fascho-Regierung agiert und Völkerrechte einfach ignoriert, den Tag kommen, an dem man sich US-Produktionen nicht mehr guten Gewissens wird ansehen können. Denn auch Kinofilme und Fernsehserien aus den USA bringen Geld ins Land – und das bei Blockbustern nicht zu knapp. Und ich befürchte nun, dass es vielleicht bald nicht mehr vertretbar sein könnte, noch US-Produktionen zu schauen.
Ich bin, wie man auf dieser Seite unschwer erkennen kann, immer ein großer Freund von US-Unterhaltung gewesen, insbesondere im Bereich der Genres, über die ich hier auf PhantaNews schreibe, also beispielsweise SciFi, Fantasy, Mystery – Phantastik halt. Einer der Hauptgründe dafür war – und ist – natürlich, dass insbesondere Deutschland seit Dekaden nicht in der Lage ist auch nur halbwegs brauchbare Alternativen zu produzieren. Das höchste der Gefühle hierzulande sind nach wie vor mehr oder weniger dümmliche Komödien im Kino oder stinklangweiliger Tatort im Fernsehen, immer noch inszeniert wie zu Großvaters Zeiten.
Dabei weiß ich, dass es kreative Köpfe in diesem Land gib, die in der Lage sind, ansprechende, moderne, unpeinliche Produktionen zu schaffen (herausragendes Beispiel in letzter Zeit sicherlich Tommy Krappweis’ KOHLRABENSCHWARZ). Nur leider lassen die verantwortlichen alten, weißen Männer (alte, weiße Frauen sind mitgemeint) in den Sendern und Produktionsfirmen die nicht machen, oder reden ihnen so dermaßen rein, dass am Ende nur wieder Derselbe alte, langweilige Matsch dabei heraus komm, den man sich nicht ansehen kann, weil man vor cringe langsam im Sessel vor sich hin schrumpelt. Und wenn mal etwas Ansehnliches produziert wird, wie beispielsweise die brillante Produktion SPIDES (manchmal auch THE SPIDES, derzeit leider nur auf US-Streamingplattformen verfügbar), dann geht die sang- und klanglos unter, weil nicht beworben und nur auf okkulten Sendern zu sehen. Und im Indie-Genre-Bereich scheint es in Deutschland kein anderes Thema zu geben, als Splatter-Horror.
Erschwerend kommt hinzu, dass ein nicht geringer Teil der Schauspielerinnen in Deutschland leider nicht in der Lage ist, natürlich zu spielen und sie alle ständig komplett overacten. Das mag an der Ausbildung hierzulande liegen, die vermutlich immer noch die Bühne als das Maß aller Dinge sieht, auf Leinwand oder im TV sind allerdings deutlich nuanciertere und vor allem natürlichere Darstellungen gefragt. Wer auf US-Produktionen getrimmt ist wie ich, kann sich deutsche Produktionen in aller Regel nur ein paar Minuten ansehen, bevor man entnervt abschaltet, weil das alles so unnatürlich und unglaubwürdig ist. Bemerkenswert ist hier, dass die meisten jungen deutschen Schauspieler°Innen dieses Problem nicht haben, vermutlich sind die noch nicht durch Jahrzehnte an Regie verdorben, die Overacting einfordert.
Genau jetzt wäre die Gelegenheit, Mut zu zeigen und zu versuchen, der US-Marktmacht hiesige Produktionen entgegen zu setzen. Natürlich hat man keine Budgets wie Hollywood, aber die benötigt man auch nicht (mehr). Selbst wenn man weiß, dass eine Produktion wie AKTE X jetzt bereits Jahrzehnte alt ist, zeigt insbesondere diese Serie doch eindrücklich bis heute, wie man auch mit wenigen oder minimalistischen Spezialeffekten äußerst spannende Geschichten erzählen kann (auch KOHLRABENSCHWARZ als jüngere Produktion hat das übrigens bewiesen). Und zahllose Fanproduktionen – auch aus deutschen und europäischen Landen – demonstrieren deutlich, was aktuell mit Mitteln bewerkstelligt werden kann, die man heutzutage zuhause herum stehen hat. Am Geld oder an den Möglichkeiten kann es also nicht liegen, nur am Willen der Verantwortlichen.
Nur: Ich predige dergleichen bereits seit Jahrzehnten – und es hat sich nahezu nichts geändert, trotz vermehrter Präsenzen der ÖR-Sender auf Videoplattformen und einem Ausbau der Mediatheken, die Inhalte bleiben deutsch-piefig, das gilt genauso für die Produzent°Innen von Kinofilmen. Das höchste der Gefühle im Phantastik-Bereich sind Film-Epigonen von FANTASTISCHE TIERWESEN für Kinder.
Deswegen mag man mir vergeben, dass ich skeptisch bleibe, was ansehbare Genre-Produktionen aus Deutschland angeht.
Sie wären allerdings möglich und wünschenswert. Der Verlust von US-Produktionen wäre für die Unterhaltungswelt sehr schmerzhaft – umso mehr benötigen wir Alternativen.
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