Zu sagen, William Gibsons NEUROMANCER sei ein Klassiker, untertreibt wohl, denn der Roman hat ein ganzes neues Genre definiert, das bis heute hochaktuell ist: CYBERPUNK (und angesichts der Entwicklungen mit korrupter Politik, die Konzernen hörig ist, oder wenn Konzerne gleich die Gesetze schreiben, angesichts von US-Techbros und angesichts der KI-Entwicklungen ist das Genre nicht nur aktuell, sondern holt uns gerade ein).
Apple TV hat eine Fernsehserie daraus machen lassen und dazu gibt es nun den ersten Trailer. Ich kann inhaltlich ehrlich nicht viel dazu sagen, denn es ist fast 40 Jahre her, dass ich den Roman gelesen habe. Vielleicht sollte ich ihn mir nochmal vornehmen. Aber vielleicht erst nachdem ich die Serie gesehen habe…
Die Show ist von Graham Roland and J. D. Dillard, wobei ersterer als Showrunner agiert und letzterer bei den ersten drei Episoden Regie geführt hat. Es spielen Callum Turner als Case, Briana Middleton als Molly, Joseph Lee als Hideo, Mark Strong als Armitage, Clémence Poésy as Marie-France Tessier, Peter Sarsgaard as John Ashpool, Emma Laird as Linda Lee und andere.
NEUROMANCER startet am 22. Januar 2027 bei Apple TV+.
englisch:
Der Inhalt ist nicht verfügbar. Bitte erlaube Cookies und externe Javascripte, indem du sie im Popup am unteren Bildrand oder durch Klick auf dieses Banner akzeptierst. Damit gelten die Datenschutzerklärungen der externen Abieter.
deutsch:
Der Inhalt ist nicht verfügbar. Bitte erlaube Cookies und externe Javascripte, indem du sie im Popup am unteren Bildrand oder durch Klick auf dieses Banner akzeptierst. Damit gelten die Datenschutzerklärungen der externen Abieter.
BLADE RUNNER 2099 ist eine Miniserie, die Amazon hat produzieren lassen. Showrunnerin ist Silka Luisa (HALO TV), die hat hauch die Story geschrieben, und der dritte Teil des BLADE RUNNER-Franchise handelt, wie der Titel bereits sagt, 50 Jahre nach dem zweiten Film. Michelle Yeoh spielt eine Replikanten-Blade Runnerin kurz vor dem Ende ihres Lebenszyklusses und Hunter Schafer ist ihre Partnerin, ein Mensch der vorgibt, eine Replikantin zu sein.
Ridley Scott ist einer in einer schier endlosen Reihe von ausführenden Produzenten (»viele Köche …«).
Der Teaser hat mich noch nicht so richtig überzeugt. Es wirkt auf mich irgendwie bemüht, wie man auf der einen Seite versucht, das BLADE RUNNER-Look & Feel zu kopieren, es aber mit den sinnlosen anamorphischen Lensflares gleich wieder versaut. Aber es gilt wie immer die Binsenweisheit, dass man von einem Trailer nicht auf das fertige Produkt schließen darf.
Starttermin von BLADE RUNNER 2099 soll der 25. November 2026 sein, zumindest wenn man Amazon Prime Video abonniert hat.
Der Inhalt ist nicht verfügbar. Bitte erlaube Cookies und externe Javascripte, indem du sie im Popup am unteren Bildrand oder durch Klick auf dieses Banner akzeptierst. Damit gelten die Datenschutzerklärungen der externen Abieter.
Gestern berichtete ich hier über die Klage von zwölf US-Bundesstaaten gegen die Fusion von Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery. Nun hat die US-Autorengewerkschaft WGA ebenfalls Klage eingereicht.
Writers Guild of America East und West gingen am 14. Juli 2026 gemeinsam vor Gericht. Sie sehen in der Fusion einen Verstoß gegen das US-Kartellrecht und machen konkrete Schäden für die eigene Berufsgruppe geltend: Der fusionierte Konzern wäre der mit Abstand größte Arbeitgeber für Autor°Innen und wäre motiviert, hätte die Mittel und vor allem dann auch die Marktmacht, Honorare zu drücken und weniger zu produzieren, entgegen aller Produktionszusagen. Weniger Aufträge, schlechtere Bezahlung, und Studios, die eher auf risikoarme Projekte setzen als auf originelle Stoffe. Paramount behauptet natürlich das Gegenteil, man wolle den Autor°Innen mehr Möglichkeiten geben, nicht weniger. In meinen Augen wenig glaubwürdig, denn die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, wie diese Spielchen in Hollywood gespielt werden; wir erinnern uns an die monatelangen Streiks in Tinseltown.
Mit der zweiten Klage binnen weniger Tage wächst der Druck auf den Deal. Spannend wird zu sehen, ob sich den Bundesstaaten und der WGA noch weitere Akteure anschließen werden.
Logo Paramount Copyright Paramount, Logo Warner Bros. Discovery Copyright Warner Bros. Discovery
Die virtuellen Spatzen pfeifen es von allen Netzdächern: Netflix hat Probleme. Zum einen melden gerade diverse Medien, die alle voneinander abschreiben (was ich hier streng genommen ebenfalls tue), dass sich kaum noch jemand zweite Staffeln von Serien ansieht. Beispielsweise geht offenbar gerade Season zwei von AVATAR – THE LAST AIRBENDER unter.
Das nächste Problem ist, dass Netflix offenbar die Abonnentinnen in Scharen weglaufen, das haben »Quellen« zumindest gegenüber dem Wall Street Journal gesagt.
Tja. Irgendwann sind die Zuschauerinnen halt nicht mehr gewillt, die Preiserhöhungen mitzumachen. Und die vergleichsweise langen Zeiträume, die zwischen den Staffeln vergehen, lassen möglicherweise das Interesse einfach schwinden. Dazu kommt, dass man die Zielgruppe darauf trainiert hat, sich Serien sofort am Stück ansehen zu können, das berühmte »Bingen«, und wenn man dann die Nutzer°Innen durch das Aufteilen der Inhalte dazu nötigen möchte, länger zu abonnieren, dann könnte es sein, dass denen das auffällt.
Ich selbst habe mein Netflix-Abo über Jahre durchlaufen lassen, es gab halt immer irgendwas zu sehen, unter anderem eben auch diverse STAR TREK-Serien. Im vergangenen Jahr hatte ich nach den letzten frechen Preiserhöhungen die Faxen aber dicke und habe gekündigt; nicht ausschließlich wegen des Preises, sondern auch weil Inhalte, die mich interessierten immer seltener wurden (weil die Anbieter die lieber auf ihren eigenen Diensten zeigen wollten). WEDNESDAY und STRANGER THINGS habe ich mir erst angesehen, als alles komplett vorhanden war und dann auch nur für einen Monat gezahlt. Seitdem nicht mehr, denn mich hat auch nichts bei Netflix wirklich interessiert. Die erste Staffel von AVATAR war zwar ganz nett. Aber eben nur das.
Die Goldgräberzeit des Streaming ist vorbei. Der Versuch, den Zuschauer°Innen zwanzig kostenpflichtige Dienste aufzudrücken, wenn man alles sehen wollte, war zum Scheitern verurteilt, auch wenn das die Nieten in Nadelstreifen mit Dollarzeichen in den Augen in den Studios nicht sehen wollten. Nebeneffekt: Das illegale Herunterladen von Inhalten hat wieder zugenommen, nachdem es zu Beginn der Streaming-Ära, als man alles für kleines Geld bekommen konnte, eingebrochen war.
Netflix hat jetzt zwei Pläne: Zum einen wollen sie Inhalte Dritter bündeln, man soll also Amazon Video-artig auch Content anderer Anbieter sehen können. Ich finde das nicht sonderlich originell, denn das gab es auch bereits in der Vergangenheit. Zudem müssten diese Anbieter dabei aber auch mitspielen. Die wollen allerdings lieber selbst Geld verdienen.
Zum anderen wollen sie dem Vernehmen nach ernsthaft einen linearen Dienst anbieten, ähnlich wie PlutoTV, der die Nutzer°Innen dann wieder zwingen würde, Sendungen zu bestimmten Uhrzeiten zu schauen. Wie bitte?
Und wir Dummerchen hatten gedacht, dass lineares Fernsehen was mittelalterliches ist, das nur noch Boomer nutzen …
Am Ende zeigt das wieder einmal, dass man als Nutzer°In eben doch Macht hat und dass man mit den Füßen abstimmen kann. Und das sollten wir alle vielleicht viel öfter tun, nicht nur bei Streamingdiensten.
Am Wochenende wurde ich auf ein Video des Synchronsprechers Sven Plate aufmerksam, der auf einen Film namens DEADLY PATIENT (Originaltitel: INTENSIVE CARE, 2018) bei Amazon Video hinwies, der offensichtlich nicht nur KI-übersetzt, sondern auch noch KI-synchronisiert worden war.
Ich habe mir das sofort mal angesehen, bzw. ‑gehört und was man da vorgesetzt bekam war schon ein starkes Stück, insbesondere da Amazon einen auch noch zwang, sich sagenhafte zwei Minuten Werbung anzusehen (der Grund, warum ich auf Prime Video nichts mehr schaue und mich der Sammelklage angeschlossen habe). Die Darbietung war dermaßen platt und emotionsfrei, das war an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Und auch manche Formulierungen ließen nicht nur vermuten, dass KI bei der Übersetzung herumgepfuscht hatte, das war eindeutig. Als ich mir das ansah hatten sich bei dem Film – vermutlich nach nach Plates Aufruf – bereits eine enorme Menge negativer Rezensionen angesammelt.
Erst wurde vermutet, Amazon selbst sei für die KI-Katastrophe verantwortlich, dem Vernehmen nach war dem allerdings nicht so. Amazon sagte in einer Stellungnahme, dass die Synchro nicht von ihnen stamme. Vermutlich hat DEADLY PATIENT seinen Weg über »Prime Video Direct« auf die Plattform gefunden, über die Drittanbieter Filme in Amazons Katalog veröffentlichen können. Gegenüber dwdl sagte ein Amazon-Sprecher: »Die deutsche Synchronisation des Films ‘Deadly Patient – Tödlicher Patient’ entsprach nicht den Qualitätsstandards von Prime Video. Der Film ist vorerst nicht mehr bei Prime Video verfügbar.«
Auch wenn der Film rasch verschwand: Das Problem bleibt, denn auch Netflix hatte sich bereits mit KI-generierten Animé-Übersetzungen in die Nesseln gesetzt und ich gehe davon aus, dass auch in Zukunft Anbieter mit Dollarzeichen in den Augen versuchen werden, uns so etwas unterzujubeln, um möglichst billig übersetzte Versionen an den Start zu bringen, für die man keine Sprecher°Innen bezahlen muss. Umso wichtiger, dann sofort zu zeigen, was man von so einem Dreck hält. Und auch Filmemacher°Innen sollten vielleicht genau hinsehen, den so etwas können die Beteiligten an einem Film nicht wollen und es verdirbt das Werk.
Ich weiß: Ich beklage mich regelmäßig über schlechte Synchros von US-Filmen. Dabei sind es aber in den allermeisten Fällen nicht die Sprecher°Innen, die schlechte Arbeit leisten (die machen das meist sogar sehr gut), sondern die Dialogregie mit Übersetzungen, die völlig daneben sind. Angesichts der drohenden KI-Gefahr, sollten die sich vielleicht ab sofort ein wenig mehr Mühe geben.
Ich habe noch einen Schrank voller DVDs- und Blu-rays, in dem die Video-Konserven stehen, die ich dort haben möchte, weil ich mich nicht darauf verlassen will, dass irgendein Streaming-Dienst sie morgen vielleicht noch im Programm hat – wird er nämlich nicht haben. Genau dieses Argument scheint inzwischen wieder mehr Leute zu überzeugen, denn ein britisches Presswerk meldet erstaunliche Zahlen.
Am 20. Juni 2026 wird die Blu-ray 20 Jahre alt. Pünktlich zum Jubiläum hat das britische Branchenmagazin TechRadar mit Kath Summersgill gesprochen, Joint Group Head of Sales bei Key Production Group, einem Hersteller, der eigentlich primär Vinyl, Kassetten und CDs fertigt, daneben aber eben auch Blu-rays und DVDs. Summersgills Aussage zur Auftragslage: ein Plus von über 10.000 Prozent bei Blu-ray-Bestellungen, insbesondere im Bereich Blu-ray Audio, gemessen über die letzten acht bis zehn Jahre. Für ein angeblich totes Format ist das eine ziemlich bemerkenswerte Hausnummer.
Belastbarer als die Zahlen eines einzelnen Presswerks sind die Daten der britischen Entertainment Retailers Association. Laut deren Jahresreport für 2025 ist der physische Videomarkt insgesamt zwar weiter geschrumpft, Blu-ray legte aber um drei Prozent zu, 4K-Blu-ray sogar um 19,5 Prozent. Bestverkaufte Scheibe des Jahres war WICKED. Steelbooks und Sondereditionen spielen dabei eine wachsende Rolle: Jede zehnte 4K-Blu-ray-Veröffentlichung kam 2025 als Steelbook oder Special Edition, und auf diese Editionen entfielen 20 Prozent des gesamten 4K-Blu-ray-Umsatzes in Großbritannien.
Warum das so ist, ist wahrlich kein Mysterium. Filme verschwinden ohne Vorwarnung aus den Streaming-Bibliotheken, wechseln zu Konkurrenten, bei denen man kein Abo hat, oder werden auch nach dem Kauf wieder einkassiert. Auf reddit gibt es regelmäßig Berichte von Leuten, denen gekaufte Filme bei Amazon Prime Video schlicht aus der Bibliothek verschwunden sind. Dazu kommt die völlige Abhängigkeit von der Internetverbindung. Wer schon mal versucht hat, einen 4K-Stream mit mäßiger deutscher Bandbreite zu schauen und stattdessen ein matschiges 720p-Bild mit Buffering-Pausen serviert bekam, weiß, wovon ich rede. Eine Scheibe im Player macht solche Probleme nicht. Und eben der zentrale Punkt: Man kann zwar theoretisch alle Marvel-Blockbuster bei Disney+ sehen, aber nur so lange, bis man das Abo kündigt. Auf Silberscheibe kann man sie nach dem Kauf jederzeit aus dem Schrank ziehen.
Summersgill zieht im Gespräch eine Parallele zum Vinyl, die auch einleuchtet: Niemand erwartet, dass Schallplatten oder Blu-rays das Streaming ersetzen, aber sie existieren daneben, weil sie etwas anderes bieten. Etwas, das man besitzt, anfassen und immer wieder abspielen kann, ohne dass eine Lizenzabteilung in Burbank oder Seattle darüber entscheidet, ob man das morgen noch darf.
Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die unabhängigen Labels, die hochwertige Restaurationen herausbringen und Filmen damit überhaupt erst einen Grund geben, im Regal zu landen. Criterion, Arrow Video, Kino Lorber, Shout Factory und das BFI bedienen ein Publikum, das nicht unbedingt den nächsten Marvel-Film konsumieren will, sondern eine sorgfältig restaurierte Fassung eines Klassikers in der bestmöglichen Bild- und Tonqualität. Genau dieses Publikum wächst offenbar wieder und das finde ich überaus erfreulich, denn das bedeutet, dass wir möglicherweise Klassiker in verbesserter Form bekommen können.
Sony und LG haben sich Ende 2024 beziehungsweise Anfang 2025 aus dem Blu-ray-Player-Geschäft zurückgezogen, was als Sargnagel für das Format gehandelt wurde. Verbatim und I‑O Data haben dagegen erklärt, dass sie an der Disc festhalten. Wenn die Zahlen der ERA und die Auftragslage bei Presswerken stimmen, dann war das vielleicht keine Fehlentscheidung, sondern Realitätssinn. Zumindest ist die Lage der Blu-ray zum 20. Geburtstag deutlich besser, als die Abgesänge der letzten Jahre vermuten ließen. Und man bekommt nach wie vor nicht nur Player, sondern auch reichlich Medien; zudem wissen wir dass es äußerst umtriebige chinesische Anbieter gibt, die vermeintlich vorsintflutliche Medien wie CDs oder sogar Compact-Cassetten aus Coolness- und Lifestyle-Gründen mit neuen Playern versorgen (FiiO), ich bin sicher, dass aus der Quelle auch qualitativ hochwertige DVD und Blu-Ray-Abspieler kommen werden, wenn auch nur ein wenig Nachfrage besteht – und die wird bestehen.
Wie sagte schon Mark Twain: »Die Berichte über meinen Tod waren eine Übertreibung.«
Die Streamingserie SPIDER-NOIR basiert auf Marvel Comics (SPIDER-MAN NOIR) und die Macher dahinter sind dieselben wie bei den SPIDER-VERSE-Filmen, wo die Figur auch bereits einen Auftritt hatte, gesprochen von Nicolas Cage. Und der übernimmt die Rolle auch in dieser Serie, die in einem alternativen New York in den 930ern handelt und die sich um einen abgehalfterten Privatschnüffler dreht, der Superkräfte bekommt. Die Show wird es sowohl in Film Noir-Schwarz-Weiß geben, als auch in einer Farbversion und auch der Trailer steht in beiden Varianten zur Verfügung.
Ich weiß noch nicht so recht, was ich davon halten soll, aber die Schwarz-Weiß-Fassung fängt den alten Film Noir-Stil schon schön ein. Cage sagte zu der Rolle übrigens, er spiele sie in einer Mischung von 70 Prozent Bogart und 30 Prozent Bugs Bunny.
SPIDER-NOIR startet am 27. Mai 2026, leider bei Amazon Prime Video.
Trailer deutsch, schwarz-weiß:
Der Inhalt ist nicht verfügbar. Bitte erlaube Cookies und externe Javascripte, indem du sie im Popup am unteren Bildrand oder durch Klick auf dieses Banner akzeptierst. Damit gelten die Datenschutzerklärungen der externen Abieter.
Trailer deutsch, Farbe:
Der Inhalt ist nicht verfügbar. Bitte erlaube Cookies und externe Javascripte, indem du sie im Popup am unteren Bildrand oder durch Klick auf dieses Banner akzeptierst. Damit gelten die Datenschutzerklärungen der externen Abieter.
Trailer englisch, schwarz-weiß:
Der Inhalt ist nicht verfügbar. Bitte erlaube Cookies und externe Javascripte, indem du sie im Popup am unteren Bildrand oder durch Klick auf dieses Banner akzeptierst. Damit gelten die Datenschutzerklärungen der externen Abieter.
Trailer englisch, Farbe:
Der Inhalt ist nicht verfügbar. Bitte erlaube Cookies und externe Javascripte, indem du sie im Popup am unteren Bildrand oder durch Klick auf dieses Banner akzeptierst. Damit gelten die Datenschutzerklärungen der externen Abieter.
Normalerweise würde ich hier etwas über die Golden Globes schreiben, dass sie eine Vorschau auf die Oscars sind, was man alles so üblicherweise jedes Jahr copy&pasted, bevor man zu den Sieger°Innen kommt. Aber tatsächlich habe ich gar keine Lust dazu. Nicht etwa, weil die Phantastik nicht vorkäme, einige Preisträger°Innen kommen aus den Genres.
Allerdings sehe ich mit Blick auf die politische Lage in den USA und aufgrund der Tatsache wie kackendreist Trump und seine Fascho-Regierung agiert und Völkerrechte einfach ignoriert, den Tag kommen, an dem man sich US-Produktionen nicht mehr guten Gewissens wird ansehen können. Denn auch Kinofilme und Fernsehserien aus den USA bringen Geld ins Land – und das bei Blockbustern nicht zu knapp. Und ich befürchte nun, dass es vielleicht bald nicht mehr vertretbar sein könnte, noch US-Produktionen zu schauen.
Ich bin, wie man auf dieser Seite unschwer erkennen kann, immer ein großer Freund von US-Unterhaltung gewesen, insbesondere im Bereich der Genres, über die ich hier auf PhantaNews schreibe, also beispielsweise SciFi, Fantasy, Mystery – Phantastik halt. Einer der Hauptgründe dafür war – und ist – natürlich, dass insbesondere Deutschland seit Dekaden nicht in der Lage ist auch nur halbwegs brauchbare Alternativen zu produzieren. Das höchste der Gefühle hierzulande sind nach wie vor mehr oder weniger dümmliche Komödien im Kino oder stinklangweiliger Tatort im Fernsehen, immer noch inszeniert wie zu Großvaters Zeiten.
Dabei weiß ich, dass es kreative Köpfe in diesem Land gib, die in der Lage sind, ansprechende, moderne, unpeinliche Produktionen zu schaffen (herausragendes Beispiel in letzter Zeit sicherlich Tommy Krappweis’ KOHLRABENSCHWARZ). Nur leider lassen die verantwortlichen alten, weißen Männer (alte, weiße Frauen sind mitgemeint) in den Sendern und Produktionsfirmen die nicht machen, oder reden ihnen so dermaßen rein, dass am Ende nur wieder Derselbe alte, langweilige Matsch dabei heraus komm, den man sich nicht ansehen kann, weil man vor cringe langsam im Sessel vor sich hin schrumpelt. Und wenn mal etwas Ansehnliches produziert wird, wie beispielsweise die brillante Produktion SPIDES (manchmal auch THE SPIDES, derzeit leider nur auf US-Streamingplattformen verfügbar), dann geht die sang- und klanglos unter, weil nicht beworben und nur auf okkulten Sendern zu sehen. Und im Indie-Genre-Bereich scheint es in Deutschland kein anderes Thema zu geben, als Splatter-Horror.
Erschwerend kommt hinzu, dass ein nicht geringer Teil der Schauspielerinnen in Deutschland leider nicht in der Lage ist, natürlich zu spielen und sie alle ständig komplett overacten. Das mag an der Ausbildung hierzulande liegen, die vermutlich immer noch die Bühne als das Maß aller Dinge sieht, auf Leinwand oder im TV sind allerdings deutlich nuanciertere und vor allem natürlichere Darstellungen gefragt. Wer auf US-Produktionen getrimmt ist wie ich, kann sich deutsche Produktionen in aller Regel nur ein paar Minuten ansehen, bevor man entnervt abschaltet, weil das alles so unnatürlich und unglaubwürdig ist. Bemerkenswert ist hier, dass die meisten jungen deutschen Schauspieler°Innen dieses Problem nicht haben, vermutlich sind die noch nicht durch Jahrzehnte an Regie verdorben, die Overacting einfordert.
Genau jetzt wäre die Gelegenheit, Mut zu zeigen und zu versuchen, der US-Marktmacht hiesige Produktionen entgegen zu setzen. Natürlich hat man keine Budgets wie Hollywood, aber die benötigt man auch nicht (mehr). Selbst wenn man weiß, dass eine Produktion wie AKTE X jetzt bereits Jahrzehnte alt ist, zeigt insbesondere diese Serie doch eindrücklich bis heute, wie man auch mit wenigen oder minimalistischen Spezialeffekten äußerst spannende Geschichten erzählen kann (auch KOHLRABENSCHWARZ als jüngere Produktion hat das übrigens bewiesen). Und zahllose Fanproduktionen – auch aus deutschen und europäischen Landen – demonstrieren deutlich, was aktuell mit Mitteln bewerkstelligt werden kann, die man heutzutage zuhause herum stehen hat. Am Geld oder an den Möglichkeiten kann es also nicht liegen, nur am Willen der Verantwortlichen.
Nur: Ich predige dergleichen bereits seit Jahrzehnten – und es hat sich nahezu nichts geändert, trotz vermehrter Präsenzen der ÖR-Sender auf Videoplattformen und einem Ausbau der Mediatheken, die Inhalte bleiben deutsch-piefig, das gilt genauso für die Produzent°Innen von Kinofilmen. Das höchste der Gefühle im Phantastik-Bereich sind Film-Epigonen von FANTASTISCHE TIERWESEN für Kinder.
Deswegen mag man mir vergeben, dass ich skeptisch bleibe, was ansehbare Genre-Produktionen aus Deutschland angeht.
Sie wären allerdings möglich und wünschenswert. Der Verlust von US-Produktionen wäre für die Unterhaltungswelt sehr schmerzhaft – umso mehr benötigen wir Alternativen.
Es ist schon ein wenig ironisch: Da produziert Disney mit ANDOR eine der besten STAR WARS-Serien aller Zeiten – von Kritikern gefeiert, von Fans geliebt – und dann kommt ausgerechnet vom Showrunner die Hiobsbotschaft: »Streaming ist tot«.
Diese bemerkenswerte Aussage machte Tony Gilroy, Showrunner von ANDOR, auf dem ATX Television Festival. Während der Verhandlungen zur zweiten Staffel wurde ihm von Disney mitgeteilt, dass das Studio nicht mehr das Geld habe wie früher. Sicherlich eine bittere Pille für den Mann, der aus dem STAR WARS-Universum eine erwachsene, politisch aufgeladene Geschichte über Faschismus und Widerstand geformt hat.
Die Zahlen sind durchaus beeindruckend – und erschreckend zugleich. Für die gesamten 24 Episoden von ANDOR (beide Staffeln) hat Disney stolze 650 Millionen Dollar ausgegeben, das ist mehr als so mancher Blockbuster-Film kostet. Gilroy berichtet, dass er während der ersten Staffel praktisch keine kreativen Vorgaben erhielt – Disney ließ ihn machen, selbst als die Serie mit dem berühmten »Fuck the Empire«-Ausspruch für Diskussionen sorgte.
Doch dann kam die Ernüchterung. Für die zweite Staffel musste Gilroy um das Budget kämpfen, mehrere Handlungsstränge mussten gestrichen werden. Die kreative Freiheit blieb zwar bestehen, aber die finanziellen Ressourcen wurden drastisch gekürzt.
Disney CEO Bob Iger hatte bereits bestätigt, dass Streaming dem Konzern vier Milliarden Dollar Verluste beschert hat. Der Misserfolg von teuren Produktionen wie THE ACOLYTE – die über 200 Millionen Dollar kostete, aber wenige Zuschauer anlockte – führte offenbar zu einem Umdenken. Die Folgen sind bereits spürbar: THE ACOLYTE wurde nach einer Staffel abgesetzt, die bei Faninnen relativ beliebte Show SKELETON CREW schaffte es nicht in die Nielsen-Charts und Disney kündigte massive Stellenkürzungen in den Film- und TV-Abteilungen an. Hunderte von Arbeitsplätzen in den Bereichen Casting, Marketing und Produktion fallen weg. Und sollen wohl irgendwie durch »KI« ersetzt werden.
Und auch außerhalb von STAR WARS wurden die Mittel gekürzt, auch Marvel-Produktionen waren betroffen: DAREDEVIL: BORN AGAIN hatte ebenfalls unter Budgetkürzungen zu leiden – was dabei heraus kam, war nicht wirklich sehenswert und zudem bemüht und stellenweise sinnlos gewalttätig, was sich in den vergleichsweise geringen Zuschauerzahlen niederschlug.
Der Fokus verlagert sich dem Vernehmen nach wieder auf Kinofilme. THE MANDALORIAN & GROGU kommt im Mai 2026 in die Kinos, und dessen Erfolg wird wohl darüber entscheiden, ob weitere Star Wars-Filme folgen werden. KENOBI Staffel 2? Abgesagt. THE BOOK OF BOBA FETT Staffel 2? Ebenfalls begraben. Für Genre-Fans ist das ein herber Rückschlag. Gerade Serien wie ANDOR zeigten, dass komplexe, erwachsene Science Fiction auf Streaming-Plattformen funktionieren kann. Doch die aufgeblähten Budgets brachten das Streaming-Modell offenbar an seine Grenzen.
Experten sehen die Entwicklung kritisch: Am Ende bleiben wohl nur drei, vier große Streaming-Anbieter übrig – Netflix, Amazon, Disney und vielleicht noch Apple TV+. Dabei wird das Gebotene immer mehr dem alten US-Kabelfernsehen ähneln: Man zahlt Premium-Preise, muss aber trotzdem Werbung schauen (falls die Zuschauer°Innen mitspielen, schon seit einiger Zeit ist aufgrund der kundenfeindlichen Sperenzchen der Anbieter wieder ein Trend zu P2P-Plattformen erkennbar). Gilroys Enthüllungen zeigen ein Dilemma auf: ANDOR ist eines der wenigen Projekte, bei denen man sagen kann »das Geld war gut investiert«. Die Serie wird vermutlich auch in 30 Jahren noch als Meisterwerk gelten. Doch in der aktuellen Kostenrealität wird es wohl keine vergleichbaren Produktionen mehr geben.
Für STAR WARS-Fans bleibt die Hoffnung auf Staffel zwei von AHSOKA – eine der wenigen Serien, die überlebt haben. Ob sie allerdings mit dem gleichen Budget und der gleichen kreativen Freiheit produziert wird wie ihre Vorgänger, steht in den Sternen. Oder sollte man sagen: in einer weit, weit entfernten Galaxie, in der Streaming einst Imperator war und jetzt in einen tiefen Schacht fällt?
Verschiedenen Informationen zufolge will man im Maus-Haus zukünftig bei Produktionen vermehrt auf KI setzen. Ob ich das sehen will? Ich werfe mal einen Blick in meine Kristallkugel und prophezeihe: Nein. Für billig produzierten KI-Schrott werde ich ganz sicher kein Geld ausgeben. Netflix, Apple TV+, Disney+ und Co. haben sich mit ihrer aggressiven Verdrängungspolitik und der damit einher gehenden immer teureren Produktion von Streaming-Blockbustern, um die Konkurrenten in den Schatten zu stellen und Abos zu generieren, selbst ein Bein gestellt. Und natürlich auch mit den letzten Preiserhöhungen und der Einführung von Werbung.
Alte Dungeons & Dragon-Häsinnen wissen natürlich sofort, worum es geht, wenn der Name FORGOTTEN REALMS fällt, es handelt sich um den vom Kanadier Ed Greenwood entwickelten Kampagnen-Hintergrund für das TTRPG, mit europäischen und asiatischen Einflüssen auf dem Kontinent Faerûn. Die ersten Produkte aus der Reihe erschienen 1987. Zudem wurden zahllose Romane vor diesem Hintergrund veröffentlicht, darunter die überaus erfolgreichen Drizzt Do’Urden-Bücher von R.A. Salvatore. Auch der Kinofilm DUNGEONS & DRAGONS: HONOR AMONG THIEVES (2023) basiert auf diesem Setting – und selbstverständlich das rasend erfolgreiche Computerspiel BALDUR’S GATE 3 (2023) oder der Klassiker NEVERWINTER NIGHTS (2002).
Eigentlich wollte Paramount+ daraus eine Streamingserie machen, das ist aber gescheitert. Jetzt wurde laut verschiedenen Quellen im Netz Shawn Levy (STRANGER THINGS, DEADPOOL & WOLVERINE) durch den Streamingdienst Netflix angeheuert, um die FORGOTTEN REALMS in eine Serie zu adaptieren (vermutlich nicht ganz zufällig nach dem Erfolg von HONOR AMONG THIEVES). Showrunner soll Drew Crevello (WE CRASHED) werden, D&D‑Rechteinhaber Hasbro produziert mit. Ein Zusammenhang zum aktuellen Kinofilm soll allerdings nicht bestehen.
Details zu Besetzung oder Starttermin gibt es derzeit noch nicht.
Coverabbildung Copyright TSR/Wizards of the Coast/Hasbro
Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies und von eingebundenen Skripten Dritter zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest (Navigation) oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst Du Dich damit einverstanden. Dann können auch Cookies von Drittanbietern wie Amazon, Youtube oder Google gesetzt werden. Wenn Du das nicht willst, solltest Du entweder nicht auf "Akzeptieren" klicken und die Seite nicht weiter nutzen, oder Deinen Browser im Inkognito-Modus betreiben, und/oder Anti-Tracking- und Scriptblocker-Plugins nutzen.
Mit einem Klick auf "Akzeptieren" werden zudem extern gehostete Javascripte freigeschaltet, die weitere Informationen, wie beispielsweise die IP-Adresse an Dritte weitergeben können. Welche Informationen das genau sind liegt nicht im Einflussbereich des Betreibers dieser Seite, das bitte bei den Anbietern (jQuery, Google, Youtube, Amazon, Twitter *) erfragen. Wer das nicht möchte, klickt nicht auf "akzeptieren" und verlässt die Seite.
Wer wer seine Identität im Web schützen will, nutzt Browser-Erweiterungen wie beispielsweise uBlock Origin oder ScriptBlock und kann dann Skripte und Tracking gezielt zulassen oder eben unterbinden.