Cory Doctorow: Die Internetzensur der EU wird das gesamte Internet betreffen

Cory Doctorow: Die Internetzensur der EU wird das gesamte Internet betreffen

Hin­weis: Dieser Text von Cory Doc­torow erschien ursprünglich auf der Web­seite der Elec­tron­ic Fron­tier Foun­da­tion, er ste­ht unter der Cre­ative Com­mons-Lizenz CC-BY. Die Über­set­zung stammt von mir, diese ste­ht eben­falls unter CC-BY.

Während die EU daran arbeit­et, dass die neue Urhe­ber­recht­sricht­line in den 28 Mit­gliedsstaat­en Gesetz wird, ist es wichtig sich ein­deutig klar zu machen, dass die Pläne der EU dazu führen wer­den, dass das Inter­net für jeden zen­siert wer­den wird, nicht nur für Europäer.

Eine kurze Erin­nerung: Nach dem Artikel 13 der neuen Urhe­ber­rechts­di­rek­tive muss jed­er der eine (hin­re­ichend große) Plat­tform betreibt, auf der Per­so­n­en Dinge posten kön­nen, die möglicher­weise einem Urhe­ber­recht unter­liegen (Dinge wie Text, Bilder, Videos, Pro­gramm­code, Spiele, Audio, etc.) eine Daten­bank mit »urhe­ber­rechtlich geschütztem Mate­r­i­al« crowd­sourcen müssen, für das die Nutzer keine Berech­ti­gung haben es zu teilen, und alles block­en, das möglicher­weise einem Ein­trag in der Daten­bank entspricht.

In diese Black­list-Daten­banken wird so ziem­lich jed­er alles ein­tra­gen lassen kön­nen (immer­hin kann jede/r urhe­ber­rechtlich geschützte Werke erstellen): Das bedeutet, dass Mil­liar­den Men­schen auf der ganzen Welt in der Lage sein wer­den, so ziem­lich alles in diese Black­lis­ten zu laden, und das ohne nach­weisen zu müssen, dass sie das Urhe­ber­recht daran tat­säch­lich hal­ten (und auch ohne nach­weisen zu müssen, dass ihre Ein­re­ichun­gen über­haupt urhe­ber­rechtlich geschützt sind). Die Richtlin­ie sieht kein­er­lei Bestra­fung dafür vor, dass jemand fälschlich behauptet sein Urhe­ber­recht werde ver­let­zt – und eine Plat­tform die sich entschei­det jeman­den zu block­ieren, weil er wieder­holt falsche angaben gemacht hat, läuft in das Risiko gegenüber dem Miss­brauchen­den ver­ant­wortlich zu sein, wenn dann doch mal jemand etwas postet an dem der­jenige die Rechte hält.

Das Hauptziel dieser Zen­sur­pläne sind die sozialen Medi­en – und es ist das »sozial«, über das wir alle mal nach­denken soll­ten.

Und das weil die Währung der sozialen Medi­en die soziale Inter­ak­tion zwis­chen den Nutzern ist. Ich poste etwas, Du antwortest, eine dritte Per­son klinkt sich ein, ich antworte, und so weit­er.

Nehmen wir mal eine hypo­thetis­che Twit­ter-Diskus­sion zwis­chen drei Nutzern an: Alice (eine Amerikaner­in), Bob (ein Bul­gare) und Car­ol (eine Kanadierin).

Alice postet ein Bild eines poli­tis­chen Marsches: Tausende Protestierende und Gegen­protestierende, alle wedeln mit Trans­par­enten. Wie es auf der ganzen Welt üblich ist bein­hal­ten diese Trans­par­ente auch urhe­ber­rechtlich geschützte Bilder, nach US-Recht ist das unter der »fair use«-Klausel möglich, die Par­o­di­en erlaubt. Weil Twit­ter seinen Nutzern ermöglicht sig­nifikante Men­gen an nutzer­gener­iertem Con­tent zu kom­mu­nizieren fällt die Plat­tform unter den Gel­tungs­bere­ich des Artikels 13.

Bob lebt in Bul­gar­ien, einem Mit­glied­s­land der EU, dessen Urhe­ber­rechts­ge­setz Par­o­die nicht erlaubt. Er will vielle­icht mit einem Zitat des bul­gar­ischen Dis­si­den­ten Geor­gi Markov antworten, dessen Werke in den späten 1970ern ins Englis­che über­set­zt wur­den und die noch dem Urhe­ber­recht unter­liegen.

Car­ol, eine Kanadierin, die Bob und Alice deswe­gen gefun­den hat, weil sie alle DOCTOR WHO lieben, entschei­det sich, ein geistre­ich­es Mem aus THE MARK OF THE RANI zu posten, ein­er Episode aus dem Jahr 1985, in der Col­in Bak­er in der Zeit zurück reist, um die Lud­diten-Proteste des 19. Jahrhun­derts mitzuer­leben.

Alice, Bob und Car­ol drück­en sich alle durch die Nutzung urhe­ber­rechtlich geschützten kul­turellen Mate­ri­als aus, auf eine Art und Weise, die in Zukun­ft im Rah­men der mei­n­ung­sun­ter­drück­enden Urhe­ber­recht­sprechung der EU ille­gal wäre. Unter den heuti­gen Sys­te­men muss die Plat­tform nur dann in Aktion treten, wenn sie darauf reagieren müssen, dass jemand sein Urhe­ber­recht für ver­let­zt hält und sich gegen eine Nutzung ausspricht. Bis dahin kann aber jed­er jeden Post von anderen sehen und eine Diskus­sion mit Mit­teln führen, die in unseren mod­er­nen, dig­i­tal­en Diskursen vol­lkom­men nor­mal sind.

Doch sobald Artikel 13 in Kraft ist, sieht sich Twit­ter vor ein unlös­bares Prob­lem gestellt: Der Fil­ter gemäß Artikel 13 wird von Alices witzi­gen Trans­par­enten eben­so getrig­gert wie von Bobs poli­tis­chem Zitat und Car­ols DOCTOR WHO Mem, doch the­o­retisch muss Twit­ter das urhe­ber­rechtsver­let­zende Mate­r­i­al nur vor Bob ver­ber­gen.

Sollte Twit­ter die Nachricht­en von Alice und Car­ol vor Bob ver­ber­gen? Falls Bobs Zitat in Bul­gar­ien zen­siert wird, sollte Twit­ter es Alice und car­ol zeigen (es aber vor Bob selb­st, der es gepostet hat, ver­ber­gen)? Was, wenn Bob nach außer­halb der EU reist und dort mal in seine Time­line schaut? Oder wenn Alice Bob in Bul­gar­ien wegen ein­er DOCTOR WHO Con­ven­tion besucht, und dann ver­sucht den Thread aufzu­rufen? Und denkt dabei immer daran, dass es keinen Weg gibt sich­er zu sein, von woher ein Besuch­er ein­er Web­seite kommt.

Die gefährliche aber sim­ple Option ist es, alle Twit­ter-Nachricht­en der europäis­chen Urhe­ber­rechts-Zen­sur zu unter­w­er­fen, eine Katas­tro­phe für die Online-Kom­mu­nika­tion.

Und natür­lich geht es nicht nur um Twit­ter: Jed­er Plat­tform mit Benutzern aus der EU wird dieses Prob­lem lösen müssen. Google, Face­book, LinkedIn, Insta­gram, Tik­tok, Snapchat, flickr, Tum­blr – jed­er Anbi­eter wird sich damit auseinan­der­set­zen müssen.

Durch die Ein­führung des Artikels 13 erschafft die EU ein Sys­tem in dem Urhe­ber­rechts-Beschw­erde­führer einen gewalti­gen Knüp­pel erhal­ten, mit dem sie das Inter­net ver­prügeln kön­nen, in dem Per­so­n­en, die diese Macht miss­brauchen, kein­er­lei Strafen befürcht­en müssen, und in dem Plat­tfor­men, die auf Seite der freien Mei­n­ungsäußerun­gen Fehler machen, diesen Knüp­pel mit­ten ins Gesicht bekom­men wer­den.

Während die Zen­sur­pläne der EU auf den näch­sten Schrit­ten hin zu ihrer Umset­zung sind, um für die gesamte EU bindend zu wer­den, ist die gesamte Welt betrof­fen – aber nur eine hand­voll ernan­nter Ver­hand­lungs­führer haben eine Stimme.

Falls Du ein Europäer bist, dann wäre der Rest der Welt Dir sehr dankbar, wenn Du dir einen Moment Zeit nehmen würdest, um Deinen Abge­ord­neten des Europäis­chen Par­la­ments zu kon­tak­tieren, und drin­gend darum zu bit­ten uns alle in der neuen Urhe­ber­rechts­di­rek­tive zu schützen [und nicht nur die Konz­erne].

Anmerkung des Über­set­zers: Und das ist nur ein ganz klein­er Auss­chnitt aus dem, was auf die ganze Welt zukom­men würde, wenn die tech­nisch und inhaltlich handw­erk­lich man­gel­haft gemacht­en EU-Urhe­ber­recht­srichtlin­ien zu Geset­zen wer­den. Weil zu viele EU-Poli­tik­er entwed­er den Konz­er­nen hörig sind, oder keine Ahnung von dem haben, was sie da tun, wird das Inter­net irrepara­bel beschädigt und die freie Mei­n­ungsäußerung mas­siv eingeschränkt, unter dem Deck­man­tel des Urhe­ber­rechtss­chutzes.

Bild: The World Flag, CC-BY-SA

Cory Doctorow zur EU-Abstimmung in Sachen Urheberrecht

Cory Doctorow zur EU-Abstimmung in Sachen Urheberrecht

Europa hat gerade dafür gestimmt, das Internet zu ruinieren, so ziemlich alles zu überwachen und große Teile unserer Kommunikation zu zensieren.

[Anmerkung: bei diesem Text han­delt es sich um die Über­set­zung eines Artikels von Cory Doc­torow auf Boing­Bo­ing vom 12. Sep­tem­ber 2018]

Lob­by­is­ten für »Urhe­ber« haben sich mit den großen Unter­hal­tungs­fir­men und den Zeitungsver­legern zusam­menge­tan und schafften es, dass die neue [europäis­che] Urhe­ber­rechts­di­rek­tive heute mor­gen mit Haares­bre­ite ver­ab­schiedet wurde. Es han­delt sich um einen Akt äußerst gewis­senlosen Han­delns; der Schaden für Kün­stler die von ihrer Kun­st leben wird nur noch übertrof­fen vom Schaden für jed­er­mann der das Inter­net für alles andere nutzt.

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Cory Doctorow: Das Ding mit dem Copyright

Cory Doctorow: Das Ding mit dem Copyright

Cory Doctorow

Vor­wort zur Neu­veröf­fentlichung: Dieser Text erschien ursprünglich im April 2010 (also bere­its vor sagen­haften sechs Jahren) auf dem alten Artikel­por­tal von Phan­taNews. Aus gegeben­em Anlass habe ich ihn jet­zt hier­her über­tra­gen, denn er erscheint angesichts der Tat­sache, dass die Buch­branche nach allen anderen die Dig­i­tal­isierung ent­deckt hat, in immer größeres »Mim­i­mi« aus­bricht und offen­bar alle Fehler der Musikin­dus­trie wieder­holen möchte, aktueller denn je. Aus­lös­er war konkret allerd­ings das Erscheinen eines Artikels von Felix Mün­ter bei Teilzei­thelden, bei dem mich allein der polemis­che (und sach­lich falsche) Titel bere­its schaud­ern lässt. Mir hängt diese Form der Diskus­sion zum Hals raus, denn sie wurde bere­its erschöpfend geführt und muss wahrlich nicht erneut ange­fan­gen wer­den, nur weil Buch­branche und Autoren etliche Jahre nach allen anderen die Dig­i­tal­isierung ent­deckt haben.

Cory Doc­torow ist ein kanadis­ch­er Sci­ence-Fic­tion-Schrift­steller und Aktivist in Sachen neue Medi­en, Inter­net, Copy­right-Lib­er­al­isierung und Pri­vat­sphäre. Am let­zten Woch­enende habe ich sein Buch LITTLE BROTHER in Reko­rdzeit gele­sen, nach­dem es mir von »fel­low neti­zens« bere­its mehrfach nach­drück­lich ans Herz gelegt wurde.

Das Beson­dere an diesem Buch: man kann es nicht nur über die ein­schlägi­gen Ver­trieb­skanäle kaufen, son­dern es auch ein­fach auf sein­er Web­seite kosten­los in zahlre­ichen For­mat­en herunter laden. Kosten­los. Ein­fach so. Legal. Unter ein­er Cre­ative Com­mons-Lizenz. Trotz dieser Tat­sache verkaufen sich seine Büch­er wie geschnit­ten Brot.

Wie kann das sein? Ins­beson­dere angesichts des Dauerge­jam­mers gewiss­er Ver­leger und Ver­lage, wie böse kosten­lose Ange­bote sind – seien sie nun semi­le­gal oder legal – und dass bei­de den Markt zer­stören…

Im Vor­wort zu LITTLE BROTHER befind­et sich der fol­gende Text, den ich aus dem Englis­chen über­set­zt habe, um ihn hier zu veröf­fentlichen, was ich auf­grund der CC-Lizenz prob­lem­los tun darf, wenn ich den Namen des Autoren nenne, auf seine Web­seite hin­weise und kein Geld damit ver­di­ene.

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Die Rattenfänger von Leipzig – über Verlage und Buchblogs

Die Rattenfänger von Leipzig – über Verlage und Buchblogs

Buchblogs und Verlage

Gle­ich vor­weg, die Buch­branche ist Big Busi­ness – ganz egal, was der sym­pa­this­che Buch­händler ums Eck auch erzählt. Jahr für Jahr erwirtschaftet allein der Buch­han­del einen Umsatz von sage und schreibe zehn Mil­liar­den Euro, und das nur in Deutsch­land. Aus­lands­geschäfte, Lizen­zverkäufe und Mer­chan­dis­ing deutsch­er Buchver­lage nicht mit­gezählt. Ama­zon und die etablierte Buch­branche insze­nieren öffentliche Rosenkriege und prof­i­tieren doch zugle­ich an den 50 – 60 Prozent-Mar­gen (Buch­händlerra­batt), die ihnen das Buch­preis­bindungs­ge­setz ermöglicht. Nach außen markieren sie Feind­schaft, nach innen hin eint sie das gemein­same Ziel der guten Geschäfte. Ein Gesetz aus dem let­zten Jahrtausend – die Buch­preis­bindung – schweißt alle zusam­men. In der Branche herrschen die klas­sis­chen Spiel­regeln eines Kartells: Man stre­it­et sich, man verk­lagt sich – und dann legt man sich doch wieder ins gemein­same Bett.

Es gibt aber jeman­den, der vor allen anderen die Strip­pen zieht, bei dem alle Fäden zusam­men­laufen, der die Preise fest­set­zt und der immer ver­di­ent, egal wer was wo verkauft. Dieser mächtig­ste aller Play­er im Spiel, wenn man so will, dieser Play­er heißt: Buchver­lag. Er ist qua­si die Dame im Schachspiel um den König Kun­den. Wo es aber eine Dame und einen König gibt, dort muss es auch zwin­gend Bauern geben.

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Steampunk als Wortmarke – Kommentar und Fragen an Stefan Arbes

Steampunk als Wortmarke – Kommentar und Fragen an Stefan Arbes

Free SteampunkPer Email hat­te sich Ste­fan Arbes bei mir gemeldet und ange­boten, auf eventuelle Fra­gen mein­er­seits zu sein­er Beantra­gung der Ein­tra­gung ein­er Wort­marke des Begriffes »Steam­punk« zu antworten. Dem komme ich selb­stver­ständlich gerne nach, denn ich halte seine Stel­lung­nahme inhaltlich für zumin­d­est frag­würdig, denn sie geht mein­er Ansicht nach von falschen Voraus­set­zun­gen aus. Meine Antwort an ihn, die er auch per Email erhal­ten hat, kann man unten lesen. Wenn ich darauf eine Reak­tion bekomme, wird die selb­stver­ständlich eben­falls hier auf Phan­taNews veröf­fentlicht (dazu gibt er ja aus­drück­lich sein Ein­ver­ständ­nis).

Ich war in der Zwis­chen­zeit eben­falls nicht untätig, und habe mich hin­sichtlich der Markenein­tra­gun­gen schlauer gemacht, als ich es vor dem Zutage­treten der Sach­lage am Fre­itag war. Gle­ich vorneweg: Der zen­trale Punkt ist, dass über eine solche Beantra­gung der Markenein­tra­gung und einem eventuellen Wider­spruch dage­gen, gar nicht, wie in sein­er Stel­lung­nahme fälschlich angedeutet, sichergestellt wer­den kann, dass die Wort­marke »Steam­punk« in Zukun­ft nicht von irgendwem geschützt wird oder wer­den kann. Und damit fällt Ste­fan Arbes´ Argu­men­ta­tions­kette lei­der wie ein Karten­haus in sich zusam­men.

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Buchmesse 2013: Holzhauer warnt vor Phrasendreschern

Buchmesse 2013: Holzhauer warnt vor Phrasendreschern

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tl;dr; Ich kann das Gelaber nicht mehr hören.

Heute begin­nt die Buchmesse, gestern jedoch gab es bere­its die Pressekon­ferenz und Medi­en­rum­mel – und sowohl Got­tfried Hon­nefelder, der Vor­stand des Börsen­vere­ins des deutschen Buch­han­dels wie auch Juer­gen Boos, Direk­tor der Buchmesse, haben sich selb­stver­ständlich in diesem Rah­men geäußert.
Dazu vor­ab ein klein­er Exkurs: man muss den Ein­druck haben, dass Got­tfried Hon­nefelder seine Reden in jedem Jahr recycelt und vielle­icht max­i­mal ein paar Worte umstellt, so sehr gle­ichen sich die gedrosch­enen Phrasen. Und immer wieder, wenn solche ver­meintlich hohen Her­ren ihren Ser­mon abson­dern, fällt unver­mei­dlich das Wort »warnt«. Hon­nefelder warnt, Boos warnt, sonst­wer warnt. Glaubt ihr mir nicht? Sucht auf Google mal nach »Hon­nefelder warnt« oder »Hon­nefelder warnte«, es wer­den reich­lich Tre­f­fer aus den ver­gan­genen Jahren zu find­en sein. Klickt aber bitte nicht auf diese Tre­f­fer, denn darin lauert ein Wahnsinn von ger­adezu cthul­hoiden Aus­maßen. Ich habe euch … äh … gewarnt.

Und wovor war­nen sie? Vor der Zukun­ft. Sei es nun das Inter­net (und damit ein­herge­hend die neuen Medi­en­for­mate), oder seien es neue Geschäftsmod­elle, denen sich die träge und zutief­st im Gestern gefan­gene Buch­branche nicht anpassen kann oder will. Und selb­stver­ständlich muss das »Urhe­ber­recht« gestärkt wer­den, auch wenn man tat­säch­lich etwas ganz anderes meint: sich selb­st und die Ver­w­ert­er­rechte. Dazu weit­er unten mehr.

Ich möchte auf ein paar Artikel einge­hen, die ich anlässlich der Buchmesse-Eröff­nung bei ein­schlägi­gen Claque­uren wie Börsen­blatt und Buchre­port im Netz fand:

Auf der Online-Ver­sion des Börsen­blattes befasste man sich gestern mit Worten von Buchmesse-Direk­tor Juer­gen Boos. Da ste­ht unter anderem:

Buchmesse-Direk­tor Juer­gen Boos sprach heute (8. Okto­ber) auf der Eröff­nungs-Pressekon­ferenz der Frank­furter Buchmesse von ein­er »neuen Grün­derzeit im Pub­lish­ing« und warnte gle­ichzeit­ig vor der Dom­i­nanz von Oli­gop­olen, die tech­nol­o­gis­che Stan­dards dik­tieren.

Da haben wir es wieder: es wird »gewarnt«. Wovor genau ist mir unklar. Ama­zon kann es nicht sein, denn die sind in Sachen Online-Ver­trieb nicht Teil eines Oli­gop­ols, son­dern haben beina­he ein Monopol. Unklar ist für mich zudem, was er für ein Prob­lem mit tech­nis­chen Stan­dards hat. Da Papier­büch­er gedruckt wer­den und diese Tech­nik nun wahrlich bere­its ein paar Jahre auf dem Buck­el hat, kann er eigentlich nur eBooks meinen. Da gibt es im Prinzip zwei Stan­dards: das offene ePub und Ama­zons Kin­dle-For­mat, ob es nun azw oder mobi sein mag. Wo da allerd­ings »Stan­dards dik­tiert wer­den« kann ich nicht nachvol­lziehen. ePub und mobi sind For­mate, deren Auf­bau bekan­nt ist, jed­er­mann kann sie erzeu­gen. Oder meint Boos etwa Ama­zons Kopier­schutz, der ver­hin­dert, dass man Kin­dle-eBooks auf anderen Geräten lesen kann? Das würde mich ver­wun­dern, denn Adobes DRM ist exakt das­selbe und wird auf einem Großteil der eBooks der Börsen­vere­ins-Mit­glieder nach wie vor einge­set­zt. Sind die Mit­glieder des Oli­gop­ols also Ama­zon und die Ver­lage, die DRM ein­set­zen? Worin liegt der Unter­schied, zwis­chen bei­den kun­den­feindlichen Sys­te­men – mal davon abge­se­hen, dass Ama­zons Ver­sion inner­halb seines Ökosys­tems für den Kun­den weitaus kom­fort­abler ist? Und weit­er­hin davon abge­se­hen, dass es seit­ens des Buch­han­dels en vogue ist, gegen Ama­zon zu wet­tern statt kun­den­fre­undlich­er zu wer­den …

Tech­nol­o­gis­che Stan­dards sind Werkzeuge. Sie müssen sich nach den Men­schen und ihren Bedürfnis­sen richt­en, nicht umgekehrt.

… sagt Boos. Das sehe ich genau­so. Weg mit harten DRM-Maß­nah­men, die nur die ehrlichen Kun­den benachteili­gen. Richtet euch nach den Men­schen und ihren Bedürfnis­sen. Dazu gehört übri­gens auch, dass nach ein­er Studie, die Leser nach ihren Mei­n­un­gen befragte, der Preis für ein eBook ca. 40 % unter dem ein­er Druck­aus­gabe liegen darf. Auch Preis­gestal­tung muss sich nach den Men­schen und deren Bedürfnis­sen richt­en – son­st kauft ein­fach nie­mand den über­teuerten Schmonz, bei dem sich der Preis am Hard­cov­er ori­en­tiert. Und dann sind selb­stver­ständlich wieder die Raubkopier­er schuld, nicht diejeni­gen, die Mond­preise befehlen.

Die neue Grün­derzeit im Pub­lish­ing find­et ohne die alte Garde, also die Ver­lage, statt, denn die Gold­gräber am eBook-Klondyke sind die Self­pub­lish­er, auch wenn man nach den Nuggets zwis­chen den Rechtschreibfehler-Sand­körn­ern lange sieben muss. Und wer bietet den Indies die besten Kon­di­tio­nen? Richtig: Ama­zon, Google und Kobo. Die Geld­schef­fler in den hiesi­gen Ver­la­gen knirschen ob der Höhe der Tantiemen­zahlun­gen durch die Inter­net-Rivalen an die Autoren ver­mut­lich 24/7 mit den Zäh­nen. Und deswe­gen sind die der Erzfeind. Und weil sie kun­den­fre­undlich agieren. Das ist hochgr­a­dig imper­ti­nent, sowas macht man doch nicht! Kun­den­fre­undlich. Wo kom­men wir hin? Wenn das alle machen wür­den …

Die Rede Hon­nefelders dage­gen erschien – wie oben bere­its ange­merkt – wie der immer wieder rea­n­imierte Zom­bie sein­er Reden aus den ver­gan­genen Jahren. Im Buchre­port schreibt man:

Für eine neue Kul­tur des Wis­sens plädierte Börsen­vere­ins-Vorste­her Got­tfried Hon­nefelder zum Auf­takt der Frank­furter Buchmesse 2013. Das Wis­sen müsse vor der Autorität von Online-Riesen wie Ama­zon und Google geschützt wer­den, die »an Inhal­ten nur so weit inter­essiert sind, als sie ihrem Geschäft als Wer­be­träger nützen«.

Nein, Herr Hon­nefelder. Seien Sie doch bitte ehrlich. Nicht »das Wis­sen« soll geschützt wer­den, son­dern die Pfründe der Börsen­vere­ins-Mit­glieder. Nach­dem Jahrzehnte, oder fast Jahrhun­derte lang alles eit­el Son­nen­schein war, kommt hop­pla­hopp dieses Inter­net aus einem Anar­cho-Loch gekrochen und zwingt doch tat­säch­lich zum Umdenken. Das ist aber auch eine Unver­schämtheit.
Liebe Branche, tut doch bitte nicht so, als seien Apple, Ama­zon und Google die bösen Dämo­nen und ihr die hehren Licht­gestal­ten. Euch geht es genau­so ums Absei­hen von Lesern und das Ein­fahren von Gewin­nen wie den Online-Anbi­etern. Etwas anders zu behaupten wäre unredlich und schlichtweg unwahr. Und ihr macht es trotz­dem, denn wir sind ja dumm. Denkt ihr.
Eine »Kul­tur des Wis­sens« wäre eine Kul­tur, in der dieses Wis­sen nicht via haupt­säch­lich durch mas­sive Lob­b­yarbeit ent­standene ver­w­ert­er­fre­undliche Urhe­ber­rechte Jahrzehnte lang in Sta­sis ver­fällt, näm­lich bis 70 Jahre nach dem Tod eines Urhe­bers. Das ist Irrsinn, denkt mal darüber nach, liebe Leser. Wenn ein Werkschaf­fend­er vor 30 Jahren ver­stor­ben ist, dauert es noch 40 weit­ere ver­dammte Jahre, bis seine Werke geme­in­frei wer­den. Das führt dazu, dass Kul­turgüter in Vergessen­heit versinken. Werke von vor der Ein­führung der 70-Jahres-Schranke sind heutzu­tage im Web zu find­en und zugänglich, danach qua­si nichts mehr. Was hier an Wis­sen ver­nichtet wird, ins­beson­dere, weil die Ver­w­ert­er es so wollen, ist unbeschreib­lich. Haufen­weise Back­list-Mate­r­i­al ist unzugänglich, weil irgendwelche Rechtein­hab­er drauf hock­en und es nicht her­aus geben wollen, es lässt sich damit ihrer Ansicht nach kein Geld ver­di­enen. Dann gebt die Rechte den Autoren zurück, die wer­den das schon als Self­pub­lish­er ohne euch veröf­fentlichen. Self­pub­lish­ing? Kommt schon, das ken­nt ihr, das habt ihr doch zu dem ganz großen Ding auf dieser Messe erk­lärt. Das sind so Nuggets. Zwis­chen haufen­weise Sand­körn­ern. Habe ich weit­er oben erk­lärt.

Ein weit­er­er Artikel über Hon­nefelder auf dem dig­i­tal­en Börsen­blatt-Ableger (die müssen das kom­men­tar­los wiedergeben, der ist so etwas wie ihr Chef):

Es gehe um die Frage, »was wir als Wis­sen ver­ste­hen wollen, jeden­falls so lange unter Wis­sen eine Erken­nt­nis gemeint ist, die nicht wie ein sub­jek­t­los­es Datum herum­liegt, son­dern durch einen Urhe­ber gewon­nen und auf einen Kreis von Adres­sat­en hin veröf­fentlicht wurde.«
Gebraucht werde eine neue Kul­tur des Wis­sens. »Das dig­i­tale Zeichen­sys­tem ist bedeu­tungs­frei; seine Seman­tik erhält es erst durch Zuord­nung von außen«, so Hon­nefelder.

Wis­sen ist eine Erken­nt­nis, die »sub­jek­t­los« herum liegt, bis sie durch einen Urhe­ber »gewon­nen« wird? Das »dig­i­tale Zeichen­sys­tem ist bedeu­tungs­frei« und »seine Seman­tik erhält es erst von außen«? Mal unter uns und ganz offen: so einen inhalt­sleeren Bull­shit habe ich schon lange nicht mehr gele­sen, auch nicht in den Parteipro­gram­men vor der Bun­destagswahl, und das will was heißen. Ein­er­seits müssen Urhe­ber gar nicht zwin­gend Wis­sen schaf­fen. Kun­st und Unter­hal­tung reichen völ­lig. Ander­er­seits sind Büch­er auch als eBook keines­falls nur »bedeu­tungs­freie dig­i­tale Zeichen­sys­teme«, son­dern den gedruck­ten Fas­sun­gen inhaltlich gle­ich. Da muss man nichts »von außen zuord­nen«. Das poten­tielle Wis­sen der Men­schen, die Zugriff auf das Inter­net haben wurde in nie zuvor gese­hen­em Aus­maß erweit­ert. Infor­ma­tion at your fin­ger­tips. Jed­erzeit. Jede Per­son mit einem Inter­ne­tan­schluss kann sich überzeu­gen, dass das »dig­i­tale Zeichen­sys­tem« alles andere als bedeu­tungs­frei ist.
Falls mir jemand das unerträglich hohle Phrasen­ge­dresche in den Kom­mentaren zu diesem Artikel mit Sinn und Inhalt füllen kann, wäre ich dankbar. Anson­sten kön­nte ich auch ver­suchen, mir das Gebrabbel schön zu saufen.

Dann wen­det sich Hon­nefelder an die Poli­tik:

Die Mehrgliedrigkeit der Branche müsse auch im dig­i­tal­en Zeital­ter bewahrt wer­den; dieses Gefüge schließe auch den Buch­han­del ein.

Das bedeutet: liebe Poli­tik, wir schaf­fen es nicht, unser Geschäftsmod­ell an die Gegeben­heit­en anzu­passen und wir sind lei­der total unflex­i­bel. Das find­en wir doof. Bitte beschließt Geset­ze, damit wir uns nicht bewe­gen müssen.
Es mag weh tun, Herr Hon­nefelder, aber wenn ich mich so umse­he, gibt es nur noch sehr wenige Kutsch­er. Oder vielle­icht ein Beispiel, das Ihnen bekan­nter vorkom­men dürfte: Schrift­set­zer. Als die Branche »com­put­er­isiert« wurde, hat man sich von denen, die den Umgang mit den neuen Tech­niken nicht beherrscht­en, flugs getren­nt. Es gibt heute keine Schrift­set­zer mehr, weil es keine beweglichen Let­tern mehr gibt und man stattdessen Desk­top Pub­lish­ing nutzt. Schon mal gehört? Das läuft auf den bösen Com­put­ern – muss man aber wed­er als Vere­ins­funk­tionär noch als Ver­leger wis­sen, da küm­mern sich die Fußtrup­pen drum.
Wenn die Branche nicht in der Lage ist, sich und ihre Geschäftsmod­elle von Let­tern auf Com­put­er umzustellen, wenn man lieber inflex­i­bel bleibt und nach poli­tis­chen Lösun­gen und damit Feigen­blät­tern für die eigene Bewe­gungslosigkeit ruft, dann sollte man sich nicht wun­dern, wenn man den Weg der Dinosauri­er geht. Oder den der Schrift­set­zer, suchen Sie sich einen aus. Man kann ja immer noch auf Krankenpfleger oder Kindergärt­ner umschulen. Oder Autor. Was? Schlecht bezahlt? Tja, man kann halt nicht alles haben.

Eben­falls im Buchre­port weist man weit­er­hin auf Dampf­blasen der »Con­tent Alliance« hin, der der Börsen­vere­in ange­hört, aber auch die Musikin­dus­trie. Auch hier wird nach dem Geset­zge­ber und einem »starken Urhe­ber­recht« geschrien:

Kurz vor der Frank­furter Buchmesse hat die Con­tent Allianz, der auch der Börsen­vere­in ange­hört, noch ein­mal ihre Forderun­gen nach einem starken Urhe­ber­recht bekräftigt. Der Schutz der Leis­tung von Kreativ­en vor ille­galer Nutzung müsse zur Chef­sache im Kan­zler­amt wer­den, erk­lärte das Bünd­nis von Medi­en- und Kul­turver­bän­den.

Wenn ich das lese kommt mir ganz deut­lich gesagt das kalte Kotzen. Denn hier wird das Urhe­ber­recht vorgeschoben, obwohl es tat­säch­lich um etwas ganz anderes geht. Das Urhe­ber­recht – das wie der Name bere­its sagt die Urhe­ber schützt und begün­stigt – ist den Ver­w­ert­ern tat­säch­lich völ­lig egal (und ich habe mir »scheiße­gal« verknif­f­en). Tat­säch­lich geht es ihnen auss­chließlich um die Teile daraus, die ihnen die Ver­w­er­tung (sprich: Mon­e­tarisierung – ja, das sagen die so. Es bedeutet: Kohle machen) geschaf­fen­er Werke Drit­ter ermöglichen.
Tat­säch­lich lässt man den Autor oder Musik­er (auch der unerträgliche Gorny von der Musikin­dus­trie hat wieder gepö­belt) mit Peanuts am aus­gestreck­ten Arm ver­hungern, während man selb­st das Geld absackt, auch wenn immer wieder anderes behauptet wird.
Sprecht mal mit Autoren abseits des Best­sellers, liebe Leser, und fragt sie, was von den Buchverkäufen bei ihnen ankommt. Ich wieder­hole mich und ich tue es gern, damit es ein­sick­ert: das sind Peanuts. Es macht sich natür­lich ganz pri­ma, sich als Beschützer der armen, armen Urhe­ber zu gerieren und laut­stark zu verkün­den, man selb­st (und das Urhe­ber­recht) seien die let­zten Schutzwälle, die die Urhe­ber vor den ille­galen Nutzun­gen behüten. Tat­säch­lich gehts auch hier wieder nur um ihre Kohle, um ihre Ein­nah­men. Und sie wis­sen genau: ihre Zahlen über ille­gale Down­loads und deren Schaden sind von vorne bis hin­ten erstunken und erlogen.

Ich stimme zu, dass das Urhe­ber­recht drin­gend ein­er Ref­or­ma­tion bedarf. Es muss an die Real­itäten der mod­er­nen Net­zwelt angepasst wer­den. Die irrsin­ni­gen Schutzfris­ten müssen auf ein Maß zurecht­ges­tutzt wer­den, das kul­turell und aus Sicht ein­er Wis­sensall­mende sin­nvoll ist, damit Kul­tur nicht ver­schwindet, weil Ver­w­ert­er darauf sitzen und sie nicht veröf­fentlichen. Abmahn-Abzock­ern mit ihren Raubrit­ter-Geschäftsmod­ellen muss die Geschäfts­grund­lage ent­zo­gen wer­den, die Schulkinder krim­i­nal­isiert und pro­fes­sionelle Anbi­eter von Raubkopi­en davon kom­men lässt (weil die Branchen und ihre Hil­f­ssh­er­iffs zu dumm sind, die zu bekom­men, hält man sich lieber an die, die sich nicht wehren kön­nen).

Am wichtig­sten ist mein­er Ansicht nach jedoch, dass die Rechte der Urhe­ber statt die der Ver­w­ert­er gestärkt wer­den.  Schluss mit Total Buy­out, Schluss mit Knebelverträ­gen, Schluss mit Peanuts und Schluss mit pauschal eingeräumten Recht­en für »bish­er unbekan­nte Nutzungsarten«. Rechte müssen nach definierten Zeiträu­men wieder an die Urhe­ber zurück fall­en. eBooks müssen geson­dert vergütet wer­den, eben­so Hör­büch­er. Urhe­ber müssen mehr Mit­spracherecht bekom­men, wie ihre Werke ver­w­ertet wer­den. Urhe­ber müssen angemessen bezahlt wer­den, egal ob Autoren, Jour­nal­is­ten, Fotografen oder Musik­er. Und es muss zwis­chen den Ver­w­ert­er­recht­en und den Ver­braucher­recht­en abge­wogen wer­den. Denn: Gewinne ste­hen nicht über Bürg­er­in­ter­essen und auch nicht über Men­schen­recht­en.

Die Buch­branche zeigt durch ihre Köpfe immer wieder eine Kul­tur des Mah­nens und War­nens. Vor neuen Tech­nolo­gien, vor Mit­be­wer­bern, die im Gegen­satz zu ihr agil sind. Statt der unerträglichen Miesepeterei sollte man seine Kräfte darauf bün­deln, die Tech­nolo­gien zu ver­ste­hen und zu nutzen. Statt Gegeifere gegen Apple, Ama­zon und Google sollte man von den Gegen­spiel­ern ler­nen. Aber vielle­icht ist das von der tief kon­ser­v­a­tiv­en Branche zu viel ver­langt.

Die Buchmesse ist eine Ver­anstal­tung, auf der die Buch­branche sich pro­fil­ieren möchte und sich selb­st beweihräuchert. Das soll sie meinethal­ben gern tun. Nur mögen ihre Großkopfer­ten bitte davon abse­hen, mich mit Phrasen zu lang­weilen, mich offen­sichtlich zu belü­gen, oder mir zu ver­ste­hen zu geben, dass sie mich für dumm hal­ten. Davor warnt der Holzhauer nach­drück­lich.

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Fünf Fragen an 100 Fans

Fünf Fragen an 100 Fans

100 Fans Crowdfunding

Vorgestern und gestern hat­te ich mich mit der neuen Plat­tform 100 Fans kri­tisch auseinan­der geset­zt und dabei auch eine Stel­lung­nahme des Betreibers zu meinem ersten Artikel veröf­fentlicht. Ich hat­te der Münch­n­er Ver­lags­gruppe aber auch einen kurzen Kat­a­log von fünf Fra­gen zur Ver­fü­gung gestellt, auf die ich heute bere­its Antworten erhielt. Meine Fra­gen und diese Antworten kann man im Fol­gen­den lesen, ich habe mir zudem erlaubt, nochmals Kom­mentare dazu zu ver­fassen.

Erst ein­mal möchte ich mich an dieser Stelle jedoch für die zügige Beant­wor­tung mein­er Fra­gen bedanken.

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Testpiloten: Amazon Instant Video

Testpiloten: Amazon Instant Video

Ama­zon, das sind die, die mit Büch­ern ein­mal Geschäfte macht­en, will in die Film­pro­duk­tion ein­steigen. Ama­zon grün­dete dafür die Ama­zon Stu­dios. Was die tun, das ist nicht ein­fach nur riskant und kost­spielig, son­dern auch ein kleines biss­chen rev­o­lu­tionär. Ein kleines biss­chen. Sie pro­duzieren nicht ein­fach eine Serie nach eigen­em Gus­to, son­dern sie woll­ten eine Serie nach dem Geschmack des Pub­likums pro­duzieren.  Doch wie set­zt man dies auf effek­tive Weise um? Hier kommt die kost­spielige Vari­ante ins Spiel. Ama­zon Stu­dios pro­duzieren ein­fach ver­schiedene Pilot­filme. Ein wirk­lich geschmack­lich sehr unter­schiedlich­es Pub­likum wird dann über die aus­sicht­sre­ich­sten Ideen entschei­den. Dazu haben die Ama­zon Stu­dios sechs Pilot­filme für das Kinder­pro­gramm entwick­eln lassen und pro­duziert, sowie acht sehr aufwendi­ge Piloten für das Komö­di­en-Genre.

Obwohl Komödie eigentlich ein eigenes Genre darstellt, ist dieses the­ma­tisch nicht an ein Sub-Genre gebun­den. Denn aus vie­len Sit­u­a­tio­nen lassen sich Komö­di­en machen, sofern die Autoren etwas von ihrem Fach ver­ste­hen. Zum Beispiel ist da im Com­e­dy-Sek­tor eine Auseinan­der­set­zung mit dem amerikanis­chen Bil­dungssys­tem in THOSE WHO CAN’T, das Nachricht­en­we­sen in ONION NEWS EMPIRE, und die unteren Macht­struk­turen von Wash­ing­ton D.C., wie in ALPHA HOUSE. Für die speziellen Genre-Fre­unde gibt es unter anderem DARK MINIONS, über die Schreibtis­chtäter ein­er Dik­tatur in Sci­ence-Fic­tion-Ambi­ente ein­er Raum­sta­tion. Und let­z­tendlich auch die Fort­set­zung des für unbeschw­erte Hor­ror-Freaks bere­its zum Klas­sik­er erko­re­nen ZOMBIELAND.

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AIRLORDS OF AIRIA – ein Interview mit Dirk Müller

»Ich fand die Idee faszinierend, eine futur­is­tis­che Welt mit der Ästhetik und Tech­nik des 19. und frühen 20. Jahrhun­derts zu erschaf­fen.«

Air­lord Karak, Admi­ral ein­er Luftschiff-Flotte, hat auf ein­er Expe­di­tion eine mächtige antike Kriegs­mas­chine ent­deckt. Nach­dem er den Flot­ten­stützpunkt Wod­nik 7 ein­genom­men hat, möchte er die Macht in der Repub­lik Airia an sich reißen und den ganzen Kon­ti­nent in einen Krieg hineinziehen.
Polize­ichefin Lura ver­bün­det sich mit ein­er Schmug­gler­bande, um sich dem machtbe­sesse­nen Admi­ral in den Weg zu stellen.

Ich hat­te bere­its mehrfach über das Pro­jekt AIRLORDS OF AIRIA berichtet, bei dem in let­zter Kon­se­quenz ein abend­fül­len­der Steam­punk-Spielfilm real­isiert wer­den soll. Das Beson­dere daran ist, dass das Ganze aus deutschen Lan­den kommt, denn in Sachen Phan­tastik bek­leck­ert sich die hiesige Film- und Fernse­hbranche seit Jahren oder sog­ar Jahrzehn­ten nicht eben mit Ruhm. Umso unter­stützenswert­er halte ich A.O.A. und deswe­gen habe ich nach­drück­lich auf die Crowd­fund­ing-Kam­pagne bei Start­next hingewiesen.
Das Fundrais­ing wurde erfol­gre­ich abgeschlossen, damit kann der Kurz­film real­isiert wer­den, der dazu dienen soll, Geldge­ber und Pro­duk­tions­fir­men zu überzeu­gen, einen voll­ständi­gen Spielfilm zu finanzieren. Falls also jemand ein paar Mil­lio­nen übrig haben sollte …

Um mehr über die Hin­ter­gründe zu erfahren, habe ich dem Mach­er hin­ter dem Pro­jekt, Dirk Müller, einige Inter­viewfra­gen dazu, aber auch zu ver­wandten The­men gestellt.

Die Antworten find­en sich im Fol­gen­den.

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Vom Mikro- zum Makrokosmos – eine Infografik

Auf numbersleuth.org gibt es unter dem Titel »Mag­ni­fy­ing The Uni­verse« eine Grafik, die es dem Nutzer ermöglicht, vom Pro­to­nen­nuk­leus des Wasser­stoffatoms bis hin zur Größe des poten­tiell zu beobach­t­en­den (nicht des bekan­nten) Uni­ver­sums mit­tels eines Slid­ers zu zoomen. Was sich jet­zt auf den ersten Blick wenig spek­takulär anhört, ist tat­säch­lich eine hochin­ter­es­sante Tour de Force durch Größen­ver­hält­nisse und man sollte sich das unbe­d­ingt mal anse­hen.

Zwis­chen den bei­den Extremen find­en sich Einzeller, Tiere, Gebäude, Land­massen, Plan­eten und Son­nen, die Präsen­ta­tion ist in ihrer Schlichtheit ein­drucksvoll und die tech­nis­che Umset­zung eben­falls äußerst gelun­gen. Num­ber­sleuth bietet eine Ein­bindung in eigene Web­seit­en, deswe­gen kon­nte ich die Grafik hier übernehmen.

Zur Betra­ch­tung benötigt man lei­der Flash.

Anse­hen. Auf Voll­bild schal­ten.

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Englische eBooks und ihre unerklärlichen Preise in deutschen Shops

Im Rah­men der Tests ver­schieden­er Onli­neshops für Büch­er und eBooks war ich über die Tat­sache gestolpert, dass englis­chsprachige eBooks auf allen bis­lang getesteten Plat­tfor­men erhe­blich teur­er ange­boten wer­den, als bei Ama­zon. Da mich die Hin­ter­gründe hier­für inter­essierten, fragte ich bei Shop­be­treibern nach. Deren übere­in­stim­mender Aus­sage zufolge haben die kaum eine Vari­a­tion­s­möglichkeit bei den Preisen. Warum? Die englis­chsprachi­gen eBooks wer­den von soge­nan­nten Aggre­ga­toren bezo­gen. Davon gibt es drei große in Deutsch­land, näm­lich libri.digital, libre­ka! und cian­do.

Für mich lag es auf­grund dieser Aus­sage nahe, bei den »Aggre­ga­toren« nachzufra­gen. Die Antworten find­en sich in diesem Artikel.

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2500 Artikel auf PhantaNews! Sektkorken! Konfetti! Gewinne!

Dieser Artikel hier ist der exakt zweitausend­fünfhun­dert­ste auf Phan­taNews. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Zweitausend­fünfhun­dert Mal News zu The­men aus dem weit­en Feld der Phan­tastik und darüber hin­aus. Zweitausend­fünfhun­dert Mal Infor­ma­tio­nen, Kurios­es, Trail­er, Rants und Bis­siges über Büch­er, Filme, Spiele, eBooks und Ver­lage und vieles mehr. Und ein deut­lich­er Anstieg der Besucherzahlen seit der Veröf­fentlichung meines For­mu­la­rs für gefrustete Autoren und Ver­leger. :o)

Anlässlich dieses run­den Jubiläums rufe ich zur Feier des Tages, äh, dieses Artikels, ein Gewinn­spiel aus. Im erweit­erten Text erfahrt ihr, wie ihr teil­nehmen kön­nt.

Zu gewin­nen gibt es den ersten Band von Sean O´Connells bril­liantem Genre-Mix TÍR NA NÒG – DER AUSERWÄHLTE ges­tiftet vom ACABUS-Ver­lag, einen Set mit den ersten drei Hör­spie­len aus der ELFEN-Rei­he nach Bern­hard Hen­nen aus dem Hause Fol­gen­re­ich, ein­mal das eBook ISAR 2066 – JIMMY DER MOPS von Miri­am Pharo und schließlich ein­mal eine DVD mit Christo­pher Nolans genialem und mehrfach aus­geze­ich­neten Mind­fuck INCEPTION. Weit­ere Details zu den Preisen und den Teil­nah­mebe­din­gun­gen im erweit­erten Artikel.

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