Buchmesse 2013: Holzhauer warnt vor Phrasendreschern

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tl;dr; Ich kann das Gelaber nicht mehr hören.

Heute begin­nt die Buchmesse, gestern jedoch gab es bere­its die Pressekon­ferenz und Medi­en­rum­mel – und sowohl Got­tfried Hon­nefelder, der Vor­stand des Börsen­vere­ins des deutschen Buch­han­dels wie auch Juer­gen Boos, Direk­tor der Buchmesse, haben sich selb­stver­ständlich in diesem Rah­men geäußert.
Dazu vor­ab ein klein­er Exkurs: man muss den Ein­druck haben, dass Got­tfried Hon­nefelder seine Reden in jedem Jahr recycelt und vielle­icht max­i­mal ein paar Worte umstellt, so sehr gle­ichen sich die gedrosch­enen Phrasen. Und immer wieder, wenn solche ver­meintlich hohen Her­ren ihren Ser­mon abson­dern, fällt unver­mei­dlich das Wort »warnt«. Hon­nefelder warnt, Boos warnt, sonst­wer warnt. Glaubt ihr mir nicht? Sucht auf Google mal nach »Hon­nefelder warnt« oder »Hon­nefelder warnte«, es wer­den reich­lich Tre­f­fer aus den ver­gan­genen Jahren zu find­en sein. Klickt aber bitte nicht auf diese Tre­f­fer, denn darin lauert ein Wahnsinn von ger­adezu cthul­hoiden Aus­maßen. Ich habe euch … äh … gewarnt.

Und wovor war­nen sie? Vor der Zukun­ft. Sei es nun das Inter­net (und damit ein­herge­hend die neuen Medi­en­for­mate), oder seien es neue Geschäftsmod­elle, denen sich die träge und zutief­st im Gestern gefan­gene Buch­branche nicht anpassen kann oder will. Und selb­stver­ständlich muss das »Urhe­ber­recht« gestärkt wer­den, auch wenn man tat­säch­lich etwas ganz anderes meint: sich selb­st und die Ver­w­ert­er­rechte. Dazu weit­er unten mehr.

Ich möchte auf ein paar Artikel einge­hen, die ich anlässlich der Buchmesse-Eröff­nung bei ein­schlägi­gen Claque­uren wie Börsen­blatt und Buchre­port im Netz fand:

Auf der Online-Ver­sion des Börsen­blattes befasste man sich gestern mit Worten von Buchmesse-Direk­tor Juer­gen Boos. Da ste­ht unter anderem:

Buchmesse-Direk­tor Juer­gen Boos sprach heute (8. Okto­ber) auf der Eröff­nungs-Pressekon­ferenz der Frank­furter Buchmesse von ein­er »neuen Grün­derzeit im Pub­lish­ing« und warnte gle­ichzeit­ig vor der Dom­i­nanz von Oli­gop­olen, die tech­nol­o­gis­che Stan­dards dik­tieren.

Da haben wir es wieder: es wird »gewarnt«. Wovor genau ist mir unklar. Ama­zon kann es nicht sein, denn die sind in Sachen Online-Ver­trieb nicht Teil eines Oli­gop­ols, son­dern haben beina­he ein Monopol. Unklar ist für mich zudem, was er für ein Prob­lem mit tech­nis­chen Stan­dards hat. Da Papier­büch­er gedruckt wer­den und diese Tech­nik nun wahrlich bere­its ein paar Jahre auf dem Buck­el hat, kann er eigentlich nur eBooks meinen. Da gibt es im Prinzip zwei Stan­dards: das offene ePub und Ama­zons Kin­dle-For­mat, ob es nun azw oder mobi sein mag. Wo da allerd­ings »Stan­dards dik­tiert wer­den« kann ich nicht nachvol­lziehen. ePub und mobi sind For­mate, deren Auf­bau bekan­nt ist, jed­er­mann kann sie erzeu­gen. Oder meint Boos etwa Ama­zons Kopier­schutz, der ver­hin­dert, dass man Kin­dle-eBooks auf anderen Geräten lesen kann? Das würde mich ver­wun­dern, denn Adobes DRM ist exakt das­selbe und wird auf einem Großteil der eBooks der Börsen­vere­ins-Mit­glieder nach wie vor einge­set­zt. Sind die Mit­glieder des Oli­gop­ols also Ama­zon und die Ver­lage, die DRM ein­set­zen? Worin liegt der Unter­schied, zwis­chen bei­den kun­den­feindlichen Sys­te­men – mal davon abge­se­hen, dass Ama­zons Ver­sion inner­halb seines Ökosys­tems für den Kun­den weitaus kom­fort­abler ist? Und weit­er­hin davon abge­se­hen, dass es seit­ens des Buch­han­dels en vogue ist, gegen Ama­zon zu wet­tern statt kun­den­fre­undlich­er zu wer­den …

Tech­nol­o­gis­che Stan­dards sind Werkzeuge. Sie müssen sich nach den Men­schen und ihren Bedürfnis­sen richt­en, nicht umgekehrt.

… sagt Boos. Das sehe ich genau­so. Weg mit harten DRM-Maß­nah­men, die nur die ehrlichen Kun­den benachteili­gen. Richtet euch nach den Men­schen und ihren Bedürfnis­sen. Dazu gehört übri­gens auch, dass nach ein­er Studie, die Leser nach ihren Mei­n­un­gen befragte, der Preis für ein eBook ca. 40 % unter dem ein­er Druck­aus­gabe liegen darf. Auch Preis­gestal­tung muss sich nach den Men­schen und deren Bedürfnis­sen richt­en – son­st kauft ein­fach nie­mand den über­teuerten Schmonz, bei dem sich der Preis am Hard­cov­er ori­en­tiert. Und dann sind selb­stver­ständlich wieder die Raubkopier­er schuld, nicht diejeni­gen, die Mond­preise befehlen.

Die neue Grün­derzeit im Pub­lish­ing find­et ohne die alte Garde, also die Ver­lage, statt, denn die Gold­gräber am eBook-Klondyke sind die Self­pub­lish­er, auch wenn man nach den Nuggets zwis­chen den Rechtschreibfehler-Sand­körn­ern lange sieben muss. Und wer bietet den Indies die besten Kon­di­tio­nen? Richtig: Ama­zon, Google und Kobo. Die Geld­schef­fler in den hiesi­gen Ver­la­gen knirschen ob der Höhe der Tantiemen­zahlun­gen durch die Inter­net-Rivalen an die Autoren ver­mut­lich 24/7 mit den Zäh­nen. Und deswe­gen sind die der Erzfeind. Und weil sie kun­den­fre­undlich agieren. Das ist hochgr­a­dig imper­ti­nent, sowas macht man doch nicht! Kun­den­fre­undlich. Wo kom­men wir hin? Wenn das alle machen wür­den …

Die Rede Hon­nefelders dage­gen erschien – wie oben bere­its ange­merkt – wie der immer wieder rea­n­imierte Zom­bie sein­er Reden aus den ver­gan­genen Jahren. Im Buchre­port schreibt man:

Für eine neue Kul­tur des Wis­sens plädierte Börsen­vere­ins-Vorste­her Got­tfried Hon­nefelder zum Auf­takt der Frank­furter Buchmesse 2013. Das Wis­sen müsse vor der Autorität von Online-Riesen wie Ama­zon und Google geschützt wer­den, die »an Inhal­ten nur so weit inter­essiert sind, als sie ihrem Geschäft als Wer­be­träger nützen«.

Nein, Herr Hon­nefelder. Seien Sie doch bitte ehrlich. Nicht »das Wis­sen« soll geschützt wer­den, son­dern die Pfründe der Börsen­vere­ins-Mit­glieder. Nach­dem Jahrzehnte, oder fast Jahrhun­derte lang alles eit­el Son­nen­schein war, kommt hop­pla­hopp dieses Inter­net aus einem Anar­cho-Loch gekrochen und zwingt doch tat­säch­lich zum Umdenken. Das ist aber auch eine Unver­schämtheit.
Liebe Branche, tut doch bitte nicht so, als seien Apple, Ama­zon und Google die bösen Dämo­nen und ihr die hehren Licht­gestal­ten. Euch geht es genau­so ums Absei­hen von Lesern und das Ein­fahren von Gewin­nen wie den Online-Anbi­etern. Etwas anders zu behaupten wäre unredlich und schlichtweg unwahr. Und ihr macht es trotz­dem, denn wir sind ja dumm. Denkt ihr.
Eine »Kul­tur des Wis­sens« wäre eine Kul­tur, in der dieses Wis­sen nicht via haupt­säch­lich durch mas­sive Lob­b­yarbeit ent­standene ver­w­ert­er­fre­undliche Urhe­ber­rechte Jahrzehnte lang in Sta­sis ver­fällt, näm­lich bis 70 Jahre nach dem Tod eines Urhe­bers. Das ist Irrsinn, denkt mal darüber nach, liebe Leser. Wenn ein Werkschaf­fend­er vor 30 Jahren ver­stor­ben ist, dauert es noch 40 weit­ere ver­dammte Jahre, bis seine Werke geme­in­frei wer­den. Das führt dazu, dass Kul­turgüter in Vergessen­heit versinken. Werke von vor der Ein­führung der 70-Jahres-Schranke sind heutzu­tage im Web zu find­en und zugänglich, danach qua­si nichts mehr. Was hier an Wis­sen ver­nichtet wird, ins­beson­dere, weil die Ver­w­ert­er es so wollen, ist unbeschreib­lich. Haufen­weise Back­list-Mate­r­i­al ist unzugänglich, weil irgendwelche Rechtein­hab­er drauf hock­en und es nicht her­aus geben wollen, es lässt sich damit ihrer Ansicht nach kein Geld ver­di­enen. Dann gebt die Rechte den Autoren zurück, die wer­den das schon als Self­pub­lish­er ohne euch veröf­fentlichen. Self­pub­lish­ing? Kommt schon, das ken­nt ihr, das habt ihr doch zu dem ganz großen Ding auf dieser Messe erk­lärt. Das sind so Nuggets. Zwis­chen haufen­weise Sand­körn­ern. Habe ich weit­er oben erk­lärt.

Ein weit­er­er Artikel über Hon­nefelder auf dem dig­i­tal­en Börsen­blatt-Ableger (die müssen das kom­men­tar­los wiedergeben, der ist so etwas wie ihr Chef):

Es gehe um die Frage, »was wir als Wis­sen ver­ste­hen wollen, jeden­falls so lange unter Wis­sen eine Erken­nt­nis gemeint ist, die nicht wie ein sub­jek­t­los­es Datum herum­liegt, son­dern durch einen Urhe­ber gewon­nen und auf einen Kreis von Adres­sat­en hin veröf­fentlicht wurde.«
Gebraucht werde eine neue Kul­tur des Wis­sens. »Das dig­i­tale Zeichen­sys­tem ist bedeu­tungs­frei; seine Seman­tik erhält es erst durch Zuord­nung von außen«, so Hon­nefelder.

Wis­sen ist eine Erken­nt­nis, die »sub­jek­t­los« herum liegt, bis sie durch einen Urhe­ber »gewon­nen« wird? Das »dig­i­tale Zeichen­sys­tem ist bedeu­tungs­frei« und »seine Seman­tik erhält es erst von außen«? Mal unter uns und ganz offen: so einen inhalt­sleeren Bull­shit habe ich schon lange nicht mehr gele­sen, auch nicht in den Parteipro­gram­men vor der Bun­destagswahl, und das will was heißen. Ein­er­seits müssen Urhe­ber gar nicht zwin­gend Wis­sen schaf­fen. Kun­st und Unter­hal­tung reichen völ­lig. Ander­er­seits sind Büch­er auch als eBook keines­falls nur »bedeu­tungs­freie dig­i­tale Zeichen­sys­teme«, son­dern den gedruck­ten Fas­sun­gen inhaltlich gle­ich. Da muss man nichts »von außen zuord­nen«. Das poten­tielle Wis­sen der Men­schen, die Zugriff auf das Inter­net haben wurde in nie zuvor gese­hen­em Aus­maß erweit­ert. Infor­ma­tion at your fin­ger­tips. Jed­erzeit. Jede Per­son mit einem Inter­ne­tan­schluss kann sich überzeu­gen, dass das »dig­i­tale Zeichen­sys­tem« alles andere als bedeu­tungs­frei ist.
Falls mir jemand das unerträglich hohle Phrasen­ge­dresche in den Kom­mentaren zu diesem Artikel mit Sinn und Inhalt füllen kann, wäre ich dankbar. Anson­sten kön­nte ich auch ver­suchen, mir das Gebrabbel schön zu saufen.

Dann wen­det sich Hon­nefelder an die Poli­tik:

Die Mehrgliedrigkeit der Branche müsse auch im dig­i­tal­en Zeital­ter bewahrt wer­den; dieses Gefüge schließe auch den Buch­han­del ein.

Das bedeutet: liebe Poli­tik, wir schaf­fen es nicht, unser Geschäftsmod­ell an die Gegeben­heit­en anzu­passen und wir sind lei­der total unflex­i­bel. Das find­en wir doof. Bitte beschließt Geset­ze, damit wir uns nicht bewe­gen müssen.
Es mag weh tun, Herr Hon­nefelder, aber wenn ich mich so umse­he, gibt es nur noch sehr wenige Kutsch­er. Oder vielle­icht ein Beispiel, das Ihnen bekan­nter vorkom­men dürfte: Schrift­set­zer. Als die Branche »com­put­er­isiert« wurde, hat man sich von denen, die den Umgang mit den neuen Tech­niken nicht beherrscht­en, flugs getren­nt. Es gibt heute keine Schrift­set­zer mehr, weil es keine beweglichen Let­tern mehr gibt und man stattdessen Desk­top Pub­lish­ing nutzt. Schon mal gehört? Das läuft auf den bösen Com­put­ern – muss man aber wed­er als Vere­ins­funk­tionär noch als Ver­leger wis­sen, da küm­mern sich die Fußtrup­pen drum.
Wenn die Branche nicht in der Lage ist, sich und ihre Geschäftsmod­elle von Let­tern auf Com­put­er umzustellen, wenn man lieber inflex­i­bel bleibt und nach poli­tis­chen Lösun­gen und damit Feigen­blät­tern für die eigene Bewe­gungslosigkeit ruft, dann sollte man sich nicht wun­dern, wenn man den Weg der Dinosauri­er geht. Oder den der Schrift­set­zer, suchen Sie sich einen aus. Man kann ja immer noch auf Krankenpfleger oder Kindergärt­ner umschulen. Oder Autor. Was? Schlecht bezahlt? Tja, man kann halt nicht alles haben.

Eben­falls im Buchre­port weist man weit­er­hin auf Dampf­blasen der »Con­tent Alliance« hin, der der Börsen­vere­in ange­hört, aber auch die Musikin­dus­trie. Auch hier wird nach dem Geset­zge­ber und einem »starken Urhe­ber­recht« geschrien:

Kurz vor der Frank­furter Buchmesse hat die Con­tent Allianz, der auch der Börsen­vere­in ange­hört, noch ein­mal ihre Forderun­gen nach einem starken Urhe­ber­recht bekräftigt. Der Schutz der Leis­tung von Kreativ­en vor ille­galer Nutzung müsse zur Chef­sache im Kan­zler­amt wer­den, erk­lärte das Bünd­nis von Medi­en- und Kul­turver­bän­den.

Wenn ich das lese kommt mir ganz deut­lich gesagt das kalte Kotzen. Denn hier wird das Urhe­ber­recht vorgeschoben, obwohl es tat­säch­lich um etwas ganz anderes geht. Das Urhe­ber­recht – das wie der Name bere­its sagt die Urhe­ber schützt und begün­stigt – ist den Ver­w­ert­ern tat­säch­lich völ­lig egal (und ich habe mir »scheiße­gal« verknif­f­en). Tat­säch­lich geht es ihnen auss­chließlich um die Teile daraus, die ihnen die Ver­w­er­tung (sprich: Mon­e­tarisierung – ja, das sagen die so. Es bedeutet: Kohle machen) geschaf­fen­er Werke Drit­ter ermöglichen.
Tat­säch­lich lässt man den Autor oder Musik­er (auch der unerträgliche Gorny von der Musikin­dus­trie hat wieder gepö­belt) mit Peanuts am aus­gestreck­ten Arm ver­hungern, während man selb­st das Geld absackt, auch wenn immer wieder anderes behauptet wird.
Sprecht mal mit Autoren abseits des Best­sellers, liebe Leser, und fragt sie, was von den Buchverkäufen bei ihnen ankommt. Ich wieder­hole mich und ich tue es gern, damit es ein­sick­ert: das sind Peanuts. Es macht sich natür­lich ganz pri­ma, sich als Beschützer der armen, armen Urhe­ber zu gerieren und laut­stark zu verkün­den, man selb­st (und das Urhe­ber­recht) seien die let­zten Schutzwälle, die die Urhe­ber vor den ille­galen Nutzun­gen behüten. Tat­säch­lich gehts auch hier wieder nur um ihre Kohle, um ihre Ein­nah­men. Und sie wis­sen genau: ihre Zahlen über ille­gale Down­loads und deren Schaden sind von vorne bis hin­ten erstunken und erlogen.

Ich stimme zu, dass das Urhe­ber­recht drin­gend ein­er Ref­or­ma­tion bedarf. Es muss an die Real­itäten der mod­er­nen Net­zwelt angepasst wer­den. Die irrsin­ni­gen Schutzfris­ten müssen auf ein Maß zurecht­ges­tutzt wer­den, das kul­turell und aus Sicht ein­er Wis­sensall­mende sin­nvoll ist, damit Kul­tur nicht ver­schwindet, weil Ver­w­ert­er darauf sitzen und sie nicht veröf­fentlichen. Abmahn-Abzock­ern mit ihren Raubrit­ter-Geschäftsmod­ellen muss die Geschäfts­grund­lage ent­zo­gen wer­den, die Schulkinder krim­i­nal­isiert und pro­fes­sionelle Anbi­eter von Raubkopi­en davon kom­men lässt (weil die Branchen und ihre Hil­f­ssh­er­iffs zu dumm sind, die zu bekom­men, hält man sich lieber an die, die sich nicht wehren kön­nen).

Am wichtig­sten ist mein­er Ansicht nach jedoch, dass die Rechte der Urhe­ber statt die der Ver­w­ert­er gestärkt wer­den.  Schluss mit Total Buy­out, Schluss mit Knebelverträ­gen, Schluss mit Peanuts und Schluss mit pauschal eingeräumten Recht­en für »bish­er unbekan­nte Nutzungsarten«. Rechte müssen nach definierten Zeiträu­men wieder an die Urhe­ber zurück fall­en. eBooks müssen geson­dert vergütet wer­den, eben­so Hör­büch­er. Urhe­ber müssen mehr Mit­spracherecht bekom­men, wie ihre Werke ver­w­ertet wer­den. Urhe­ber müssen angemessen bezahlt wer­den, egal ob Autoren, Jour­nal­is­ten, Fotografen oder Musik­er. Und es muss zwis­chen den Ver­w­ert­er­recht­en und den Ver­braucher­recht­en abge­wogen wer­den. Denn: Gewinne ste­hen nicht über Bürg­er­in­ter­essen und auch nicht über Men­schen­recht­en.

Die Buch­branche zeigt durch ihre Köpfe immer wieder eine Kul­tur des Mah­nens und War­nens. Vor neuen Tech­nolo­gien, vor Mit­be­wer­bern, die im Gegen­satz zu ihr agil sind. Statt der unerträglichen Miesepeterei sollte man seine Kräfte darauf bün­deln, die Tech­nolo­gien zu ver­ste­hen und zu nutzen. Statt Gegeifere gegen Apple, Ama­zon und Google sollte man von den Gegen­spiel­ern ler­nen. Aber vielle­icht ist das von der tief kon­ser­v­a­tiv­en Branche zu viel ver­langt.

Die Buchmesse ist eine Ver­anstal­tung, auf der die Buch­branche sich pro­fil­ieren möchte und sich selb­st beweihräuchert. Das soll sie meinethal­ben gern tun. Nur mögen ihre Großkopfer­ten bitte davon abse­hen, mich mit Phrasen zu lang­weilen, mich offen­sichtlich zu belü­gen, oder mir zu ver­ste­hen zu geben, dass sie mich für dumm hal­ten. Davor warnt der Holzhauer nach­drück­lich.

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AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

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