Amazon Affiliate Widgets und die Datenschutzgrundverordnung

Amazon Affiliate Widgets und die Datenschutzgrundverordnung

Hier aus gegebenem Grund mal ein Artikel, der überhaupt nichts mit Phantastik zu tun hat.

Die neue europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) dräut seit Jahren am Himmel und auch wenn das aus Verbraucher- und Bürgersicht durchaus zu begrüßen ist, beinhaltet sie wieder mal schlimme handwerkliche Mängel, die die Realitäten im Web nicht abbilden. Beispielsweise wird man auf das Einbinden von Google Fonts ebenso verzichten müssen wie, auf Gravatar oder Discus und vielen weiteren im Web völlig üblichen Anwendungen, denn die übertragen alle Nutzerdaten an Dritte – und das müsste man vom Nutzer vorher erlauben lassen, was völlig unmöglich ist (damit sind z.B. auch Content Delivery Networks, die Medien wie beispielsweise Bilder ausliefern kritisch, solange sie nicht im europäischen Inland liegen). Man hätte sich hier beim Umsetzen der DSGVO deutlich mehr gesunden Menschenverstand und Realismus gewünscht, denn so hängt sich Europa noch weiter vom Internet ab, als es insbesondere in Deutschland ohnehin bereits ist. Aber was will man von EU-Politikern in der Hinsicht schon erwarten … Man kann sich bei etlichen Aspekten der DSGVO nur an den Kopf fassen und muss wieder mal den Eindruck gewinnen, dass kleine Anbieter oder private Webseiten über Gebühr abgestarft werden sollen, damit alternative Angebote – und damit Konkurrenz für die “Großen” – entnervt und wegen Angst vor Abmahntrollen aufgeben.

Zu den problematischen Funktionen gehört auch die Einbindung von Amazon-Widgets (reine Links sind unproblematisch, da entscheidet der Nutzer ja selbst, ob er drauf klicken möchte), denn auch die übertragen ja direkt beim Aufruf der Seite ungefragt Informationen über den Nutzer an Amazon.
Nun ist es aber natürlich so, dass reine Textlinks lange nicht so sehr zum Klicken animieren, wie Bilder, deswegen ist so eine Umsetzung nicht zufriedenstellend. Man könnte jetzt einfach jedesmal denselben Button mit einem Amazon-Logo als Linkbild verwenden, aber das ist auch doof, denn ich persönlich sehe die Artikelbilder durchaus als eine sinnvolle Zusatzinformation für den Leser von PhantaNews, insbesondere, wenn Sekundärisches zum Artikel verlinkt wird und nicht direkt ein im Text vorgestelltes Medium.

Die Lösung ist – zumindest unter WordPress – ein Plugin namens Amazon Affiliates WordPress Plugin (kurz: AAWP). Das stammt von einem deutschen Entwickler und bietet die Option, die Inhalte (also vor allem Bilder) vom Amazon-Server automatisiert herunter zu laden und dann vom lokalen Server auszuliefern. Da wird dann nichts übertragen und man hat letztlich wieder nur einen Link, den der Nutzer anklicken kann – oder eben nicht.

Nachteil: Das funktioniert nur mit einen selbst gehosteten WordPress, nicht auf wordpress.com. Und der Webserver auf dem die WordPress-Installation läuft muss ein paar Voraussetzungen in Sachen PHP erfüllen, folgende Erweiterungen müssen vorhanden sein:

  • cURL
  • XML
  • SOAP
  • mbstring

Weiterhin muss die Funktion “curl_exec” aktiv sein und der Parameter “allow_url_fopen” muss aktiv sein.

Wenn das für euch nur böhmische Dörfer sind, müsst ihr euch deswegen an euren Hoster oder Serverbetreiber wenden.

AAWP ist nicht kostenlos, es kostet 39 Euro, dafür erhält man eine Lizenz die ein Jahr lang Updates und Support beinhaltet. Danach hört das Plugin nicht auf zu funktionieren, es ist also kein Abo, man kann nach Ablauf des Jahres für den halben Preis nachlizensieren oder es lassen.

Der Funktionsumfang ist reichhaltig, man kann eine Menge konfigurieren und das mag technisch weniger affine Nutzer möglicherweise ein wenig überfordern, auch wenn das Backend des Plugins sehr aufgeräumt und übersichtlich ist. Aber man muss halt wissen, wie man an seine Amazon API-Keys kommt, dabei hilft allerdings das Backend des Amazon Partnernets, also da, wo man sich angemeldet hat, um Affiliate-Links generieren zu können.

AAWP kann auch nicht nur simple Links generieren, der Funktionsumfang ist groß und lässt neben simplen Textlinks auch elaboriertere Dinge wie Bestenlisten oder Vergleichstabellen zu, auch einfache Produktboxen sind umfangreich konfigurierbar.

Wer also nach einem DSGVO-konformen Weg sucht, auch nach Ende Mai Affiliate-Links zu Amazon auf seiner Webseite anbieten zu können, sollte sich AAWP mal ansehen.

Hier auf PhantaNews habe ich das Plugin “Amazon Einzeltitellinks”, das ich bisher genutzt habe, abgeschaltet, damit kann man leider in älteren Artikeln die Widgets nicht mehr sehen. Ich habe allerdings stattdessen eine Funktion implementiert, die an deren Stelle wenigstens Textlinks anbietet. In Zukunft wird es dann die von AAWP generierten Produktboxen geben.

Disclaimer: Ich bin kein Anwalt, das hier ist also keine rechtsverbindliche Beratung, ihr setzt auch dieses Plugin auf eigene Gefahr ein, falls sich herausstellt, dass auch das möglicherweise doch nicht DSGVO-konform ist.

Update und Hinweis: Das Herunterladen von Inhalten verstößt offenbar gegen Amazons Nutzungsbedingungen. Amazon kann sich jetzt überlegen, ob sie weiterhin Kunden von mir vermittelt bekommen möchten, oder ob ich die Inhalte lokal ausliefern darf.

Buy Local: Amazon-Shops auch in Deutschland

Buy Local: Amazon-Shops auch in Deutschland

Das ist vermutlich eher kein schönes Weihnachtsgeschenk für den hiesigen Buchhandel: Amazon Deutschland-Chef Ralf Kleber antwortete in einem Interview auf die Frage, ob es auch hierzulande stationäre Amazon-Läden geben werde, “das sei keine Frage des Ob, sondern des Wann”.

Weitere Details dazu gab es dann aber wie beim Onlineversender üblich nicht, es ist also unklar, welche Produkte in diesen Amazon-Shops verkauft werden sollen, oder an welchen Standorten sie entstehen werden (ich würde mal von Großstädten ausgehen). Amazuon hält sich in Sachen von Neuerungen ja gern sehr bedeckt und rollt diese eher überraschend aus.

In den USA gibt es sowohl derzeit 13 feste Standorte, als auch die sogenannten Pop-Up-Stores, die immer nur zeitlich begrenzt stattfinden. In den Pop-Up-Stores werden in erster Linie Amazon-eigene Produkte vertrieben, also Kindles, Fire-Tablets und Fire-TV oder Echos. Die festen Läden haben die auch, aber darüber hinaus auch noch besonders gut laufende Bücher und weitere Artikel.

Logo Amazon Copyright Amazon

EU hält unerwünschte Piraterie-Studie unter Verschluss

EU hält unerwünschte Piraterie-Studie unter Verschluss

 

Der im EU-Parlament sitzenden Piratin Julia Reda (die dort von den meisten leider unbemerkt immer wieder großartige Arbeit leistet) haben wir es zu verdanken, dass eine von der EU-Kommission in Auftrag gegebene und unter Verschluss gehaltene Studie endlich ans Tageslicht kommt.

Grund für die Geheimhaltung, die jetzt durch eine Anfrage im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes beendet wurde: Die Ergebnisse der Studie passten der EU-Kommission offenbar nicht ins Konzept und widersprechen der von Verwertern immer wieder mantraartig wiederholten Aussage, dass Piraterie die Umsätze schmälert oder sogar wegbrechen lässt. Zitat:

In general, the results do not show robust statistical evidence of displacement of sales by online copyright infringements.

Pikant ist daran, dass die EU-Kommission plante und immer noch plant, aufgrund angeblicher Einbußen der Verwerter – und auf deren Betreiben hin – die Urheberrechte deutlich zu ungunsten der Bürger und Nutzer zu verschärfen oder sogar Zensurinfrastrukturen einzuführen. Da kann man nachvollziehen, dass einem eine solche Studie nicht in den Kram passt. Man könnte auch sagen, dass ihnen die Realität nicht passt. Oder dass sie lieber weiter die von Lobbyisten diktierten Gesetze verabschieden wollen.

Denn den Versuch, die Studie geheim zu halten, halte ich für kackendreiste Lobbypolitik. Da soll sich nochmal ein EU-Politiker der etablierten Parteien wundern, dass man ihnen nicht über den Weg traut …

Das sollte allerdings insbesondere auch all denjenigen Autoren, die immer lautstark über ihre ach so großen vermeintlichen Einbußen durch Piraterie jammern, zu denken geben, weil sie schwer daneben liegen (wie ich es schon immer sagte). Ja – es gibt Piraterie. Nein, ihr würdet nicht ein Buch mehr verkaufen, gäbe es sie nicht. Nein, ihr wärt ohne Raubkopien nicht reich, egal wie oft ihr euch das auch einreden mögt.

[Edit]: Im Licht dieser Erkenntnisse wird natürlich auch das Geschäftsmodell der Dienstleister, die Piraterie-Gegenmaßnahmen gegen zum Teil horrende Kosten anbieten, ziemlich fragwürdig.

Mehr Details dazu auf netzpolitik.org, wo ich das Thema gefunden habe.

Wer die Studie lesen möchte, kann das hier tun, sie liegt als PDF-Datei vor (ca. 3,4 MB).

Grafik “Piraterie” von mir, CC-BY

Landgericht Hamburg erklärt Rechtssicherheit seiner Webseite nicht verbindlich

Landgericht Hamburg erklärt Rechtssicherheit seiner Webseite nicht verbindlich

Ich hatte nach dem völlig realitätsfernen Urteil des LG Hamburg zum Verlinken von Seiten mit möglicherweise urheberrechtsverletzenden Inhalten dort bereits am 9. Dezember 2016 eine Anfrage gestellt. Die Antwort kam spät, ist aber in keinster Weise überraschend, denn auch der Justiziar des Heise-Verlags erhielt eine ganz ähnliche:

Sehr geehrter Herr Holzhauer,

zu Ihrer Anfrage teile ich Ihnen mit, dass das Landgericht selbstverständlich davon ausgeht, dass die Zugänglichmachung sämtlicher Inhalte auf der Seite des Landgerichts rechtmäßig erfolgt.

Zu rechtsverbindlichen Erklärungen Ihnen gegenüber sehen wir uns indes nicht veranlasst.

Mit freundlichen Grüßen

xxx von yyy

Richterin
Landgericht Hamburg
Präsidialverwaltung (LP3)
Sievekingplatz 1, 20355 Hamburg

Wir halten fest: Das LG Hamburg schafft die rechtliche Notwendigkeit, sich beim Betreiber einer Webseite versichern zu müssen, dass deren Inhalte rechtskonform sind, will selbst aber diese Rechtssicherheit nicht schaffen (können sie auch gar nicht, mit ein wenig Stöbern fand ich auf deren Seite Inhalte, die – sagen wir mal vorsichtig – fishy sind, beispielsweise möglicherweise nicht ganz korrekt deklarierte Bild-Urheberschaften).

Willkommen im #neuland!

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Anfrage ans Landgericht Hamburg bezüglich Linksetzung

Anfrage ans Landgericht Hamburg bezüglich Linksetzung

Es geht natürlich weiterhin um das realitätsferne Urteil des LG Hamburg in Sachen Linksetzung. Soeben ging von mir per Mail folgende Anfrage an die Betreiber der Webseite des Landgerichts Hamburg raus:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich würde zum Zwecke der Berichterstattung über eins ihrer Urteile gerne einen Link auf Ihre Website

http://justiz.hamburg.de/gerichte/landgericht-hamburg/ und Unterseiten

setzen. Bitte bestätigen Sie mir, dass alle auf der Webseite eingesetzten und urheberrechtlich geschützten Inhalte (Fotografien, Grafiken, Videos, Programmcode, etc.) rechtmäßig sind, d.h. mit Willen der Rechteinhaber verwendet werden. Das gilt auch für Inhalte aus fremden Quellen, die Sie möglicherweise eingebunden haben, wie z.B. YouTube-Videos.

Vielen Dank.


Mit freundlichem Gruß,
Stefan Holzhauer

PhantaNews.de
Phantastische Nachrichten

Erstens bin ich auf die Antwort gespannt, zweitens könnten das andere auch so handhaben, wenn sie über das Urteil berichten möchten … Kontaktdaten findet man unter http://justiz.hamburg.de/gerichte/landgericht-hamburg/impressum/ Ichmeinjanur (ich hoffe auf deren Seiten findet sich nichts Illegales, sonst bin ich erledigt).

Der Text der Anfrage stammt aus einem Artikel von Rechtsanwalt Schwenke

p.s.: Eine sehr ähnliche Anfrage ging auch gerade an die Betreiber von bundesregierung.de raus …

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Die größte Gefahr für das Internet in Deutschland sind ahnungslose Richter und Politiker

Die größte Gefahr für das Internet in Deutschland sind ahnungslose Richter und Politiker

Bundesregierung und Co. tun sich in letzter Zeit damit hervor, dass man Netzinfrastrukturen gegen “Cyber”-Angriffe schützen müsse (kleiner Einschub: jeder der den Begriff “Cyber” im Zusammenhang mit Netzthemen verwendet, demonstriert, dass er keinerlei fachliche Ahnung hat, und nur sinnentleerte Buzzwords verwendet). Da soll es “schnelle Eingreiftruppen” geben, zusammengestellt aus “Spezialisten”, die aus Firmen rekrutiert werden sollen.

Tatsächlich muss man allerdings feststellen, dass ahnungslose Richter, die sich offenbar das Internet ausdrucken lassen, aber deren Urteile durch keinerlei Sachkenntnis getrübt sind, eine viel größere Gefahr für das Internet in Deutschland darstellen, als irgendwelche mehr oder weniger eingebildeten “Cyber-Bedrohungen”. Das berüchtigte LG Hamburg hat mal wieder einen rausgehauen, da wird einem schlecht. Es bestätigte einen urheberrechtlichen Verstoß alleine durch die Linksetzung auf eine Seite, wo ein Bild nicht in der durch die Creative Commons-Lizenz gewünschten Form wiedergegeben worden war. Noch mal ganz klar: Es wurde also nicht das Bild selbst eingebunden, sondern nur auf die Seite verlinkt.

Danke, LG Hamburg, da können wir das Internet auch gleich ganz abschalten, denn die Verlinkung von Inhalten ist DER zentrale Punkt im Netz, darauf beruht es (und nicht etwa auf Werbeeinblendungen, Katzenbildern, oder Urheberrechtsabzocke).

Das Urteil lässt zudem viel mehr Fragen offen, als es klärt. Gelten nur direkte Links, oder auch indirekte? Sprich: Wenn ich eine Homepage verlinke, aber auf einer Unterseite ein problematisches Bild steht, ist das dann abmahnbar? Wie soll man sich dagegen schützen, dass Inhalte auf Seiten verändert werden, aber behauptet wird “das war da schon immer!”?

Neues Abmahnmodell: Ich setze vollkommen harmlose Inhalte auf eine Webseite und bringe Dritte dazu, diese zu verlinken. Optimalerweise Dritte, die irgendeine Art von Werbung auf ihrer Seite haben (da reicht schon ein Partnerlink zu Amazon), damit die verlinkende Seite als “im weitesten Sinne geschäftsmäßig” gelten kann. Wenn ich ordentlich Links habe, stelle ich ein angeblich widerrechtlich verwendetes Bild dort ein und mache mit Abmahnungen groß Kasse.

Was ist mit Suchmaschinen, die automatisiert auf Inhalte verlinken? Was ist mit Werbebannern, die von entsprechenden Servern kommen und automatisiert eingeblendet werden?

Das Urteil betrifft übrigens selbstverständlich auch Links auf und von sozialen Medien wie Facebook, Google+ oder Twitter, das gilt insbesondere für Freiberufler, oder für gemischt beruflich und privat genutzte Profile.

Man weiß gar nicht, wo man damit anfangen soll zu erklären, warum dieses Urteil nicht das Geringste mit der Realität im Web zu tun hat, und brandgefährlich für all jene ist, die Inhalte online stellen. Das bedroht die Freiheit und Meinungsfreiheit im Netz – und das ist keineswegs übertrieben. Meiner Ansicht nach ist das Urteil sogar ein klarer Verstoß gegen die Grundrechte. Zudem wird hier ein zentraler Mechanismus des Web auf dem Altar völlig veralteter Urheberrechte geopfert, deren Novellierung an der Lobbyarbeit der Verwerter und willigen, kleptokratischen Politikern scheitert. Wäre es anders, hätten wir schon längst eine fair-use-Klausel.

Mehr Informationen dazu, und das auch noch von fachlicher Kompetenz hinterfüttert, die ich nicht habe, da ich kein Jurist bin, findet man in einem Artikel von Rechtsanwalt Schwenke.

Ich kann nur hoffen, dass sich irgendjemand, beispielsweise Heise, des Themas annimmt, und es durch die Instanzen streitet. Bis dahin freuen sich die Abmahn-Abzocker über die hübsche, richterlich geschaffene, Einnahmequelle.

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Warner Music, Copyright-Trolle und Lobbyhuren

Warner Music, Copyright-Trolle und Lobbyhuren

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Ich habe auf Youtube seit 2013 ein Video von der Intermodellbau, das Miniatur-Dampfmaschinen zeigt. Hinterlegt hatte ich den Clip mit Ragtime-Musik aus der Public Domain-Sammlung von freemusicarchive.org. Die verwendeten Dateien sind Originalaufnahmen aus den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts (ungefähr 1900 bis 1916) und selbstverständlich sind alle Urheber schon so lange tot, dass sämtliche Rechte erloschen sind.

Das hindert natürlich die Algorithmen der Copyright-Trolle nicht daran, die bekannteren der verwendeten Musikstücke als geklaut zu flaggen, insbesondere Gershwins Chinese Blues oder Scott Joplins Maple Leaf Rag (aus dem Jahr 1899!). An sich schon eine Unverschämtheit (insbesondere da im Abspann des Video die Quellen eindeutig genannt sind, das hat allerdings logischerweise weder die Automatismen von Warner noch die von Youtube gejuckt), aber normalerweise sollte ein Claim damit aus der Welt sein, dass man Youtube die Quelle nennt. Im Falle von Koch Media war das auch so (da hat sich das offenbar tatsächlich jemand angesehen), aber Warner Music trieb das Spiel bei George Gershwin auf die Spitze, indem mein Einspruch als nicht valide abgeschmettert wurde. Da blieb mir schon die Spucke weg, denn offensichtlich hatte sich das beim Musikmulti niemand inhaltlich angesehen – denn dann wäre sofort klar gewesen, dass das alles kompletter Bullshit ist.

Wenn man dann nochmal widersprechen möchte, weist Youtube einen dann auch mit dramatischen Worten darauf hin, dass ein weiterer Einspruch drastische rechtliche Konsequenzen haben kann, es wird also eine Drohkulisse aufgebaut, die möglicherweise Ängstlichere dazu verführen kann, ihre Ansprüche aufzugeben und den Copyright-Trollen von Warner und Co. das Feld zu überlassen. Nicht mit mir, also noch einen Einspruch eingereicht und nochmal dieselben Hinweise wie beim ersten hinterlassen.

Dann passierte lange nichts und nach 30 Tagen kam die Meldung von Youtube, dass bei Warner niemand auf den Einspruch reagiert habe und der Fall nun geschlossen sei. Neues von Captain Obvious, denn selbst wenn sich das irgendein Erfüllungsgehilfe bei Warner angesehen haben sollte, was ich nicht glaube, wäre sofort klar gewesen, dass der Claim, der sofort dazu führte, dass sämtliche Monetarisierung des Videos sofort an Warner geht, völlig für die Füße ist.

Verdammte Copyright-Trolle. Ich habe kurz darüber nachgedacht, Warner Music Deutschland wegen Betrugs anzuzeigen, habe es dann aber gelassen, weil ich mir das daraus resultierende Generve nicht antun wollte, und weil vermutlich eh niemand ermittelt hätte, da die Einnahmen aus der Video-Monetarisierung schlichtweg Peanuts sind.

Wie dumm die von Contentmafia (Musik, Film, egal) verwendeten Verfahren tatsächlich daher kommen, zeigt der Bericht darüber, dass sie ihre eigenen Seiten oder sogar Shopseiten Amazons, auf denen sie selbst ihre Filme verkaufen, als Urheberrechtsverstöße bei Google melden. Man darf an dieser Stelle darüber spekulieren, wieviele völlig legale Google-Suchergebnisse aufgrund unberechtigter Ansprüche seitens irgendwelcher Rechteinhaber-Vollidioten gesperrt werden.

Auch hier gehört das Urheberrecht dringend zugunsten der Urheber und Nutzer reformiert, damit nicht Copyright-Trolle in großen Massen Claims ins Netz bomben dürfen, sondern bei falschen Anschuldigungen und Mißbrauch des Urheberrechts (das nach Vergabe von Lizenzen “Verwerterrecht” heißen sollte) auch Konsequenzen zu tragen haben. Das würde die automatisierten Trollereien erheblich verringern.

Ich gehe aber davon aus, dass in der Hinsicht dank unserer lobbylutschenden Politik nichts passieren wird. Der geleakte Entwurf des “reformierten” Urheberrechts der EU-Kommission und des in meinen Augen mehr als peinlichen Internet-Kommissars Oettinger (wenn man irgendwelche Vögel in der deutschen Politik nicht mehr brauchen kann, werden sie nach Brüssel abgeschoben, um dort Unheil anzurichten) zeigt ja eindeutig, dass der Verwertermafia alles in den Hintern geschoben werden soll, und man die Interessen und Rechte der Urheber und Nutzer erneut mit Füßen tritt. Teile des Gesetzes lesen sich, als seien sie von den Contentanbietern diktiert worden, und vermutlich war das auch so.

Wenn diese Gesetze so durchkommen, wird Raubkopieren zu zivilem Ungehorsam.

Steampunk als Marke – Anmeldung vom DPMA zurückgewiesen

Steampunk als Marke – Anmeldung vom DPMA zurückgewiesen

Free SteampunkIm vergangenen Jahr gab es einige Aufregung, weil versucht wurde, sich den Begriff “Steampunk” beim Deutschen Patent- und Markenamt als Marke eintragen zu lassen. Die Erklärungen des Antragstellers zu den Hintergründen waren inhaltlich nicht unbedingt nachzuvollziehen, alle Details findet man in den oben verlinkten Artikeln.

Noch im vergangenen Oktiber äußersten sich Mitarbeiter beim DPMA, dass man “sehr kurzfristig” innerhalb von ca. zwei Wochen entscheiden wolle. Wie man das von Ämter so kennt, ist bei denen “sehr kurzfristig” allerdings ein weiter Begriff. Noch in der vergangenen Woche hatte ich nachgesehen und der Markenantrag war nach wie vor offen.

Das hat sich jetzt geändert. Der Antrag wurde abgewiesen.

Wir werden das natürlich in Zukunft weiter beobachten müssen, denn es kann jederzeit erneut versucht werden, den Begriff Steampunk als Marke einzutragen.

WARHAMMER 40.000 Fanfilm: EXTERMINATUS

WARHAMMER 40.000 Fanfilm: EXTERMINATUS

EXTERMINATUS ist ein Fanfilm zu Games Workshops Spielereihe WARHAMMER 40.000. Paul Doucet hat geschrieben, produziert und auch Regie geführt.

As Dante IV is on the verge of Exterminatus, veteran Dark Angel sergent Orias departs on a suicide mission to gather some intel…

Während Dante IV auf der Schwelle zum Exterminatus steht, bricht Dark Angel Sergeant Orias zu einer Selbstmordmission auf, um Informationen zu sammeln …

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Amazon Video Direct: Amazon greift YouTube an

Amazon Video Direct: Amazon greift YouTube an

Amazon Video DirectYoutube ist fraglos die meistgenutzte Plattform, wenn es um von Nutzern (und natürlich auch Firmen) online gestellte – und monetarisierbare – Videos geht. Doch das könnte sich ändern, denn nun ist Amazon in das Geschäft mit den Onlinevideos eingestiegen. Deren neue Plattform Amazon Video Direct (AVD) ermöglicht es Videoerstellern ebenfalls, ihre Videos hochzuladen und zu Geld zu machen.

Der Unterschied zu Youtube ist dabei: Auch die Nutzer von Amazon Prime Video können die Inhalte auf verschiedene Endgeräte streamen, und wenn Videos darüber angesehen werden, können die Urheber Tantiemen dafür bekommen. Ebenso können Contentanbieter ihre Videos über die Plattform vermieten oder verkaufen. Amazon behält dabei 50% der Erlöse durch Verkäufe, Vermietungen oder Abos ein, der Rest geht an die Schöpfer der Videos. Für jede auf Amazon Prime gestreamte Stunde erhält man in den USA 15 Cent, in Deutschland (Österreich, UK, Japan) sind es nur sechs Cent. Bei kostenlosen Videos mit Werbeeinblendungen gehen 55% der Einnahmen an den Content Creator.

Mit einem ähnlichen Konzept wie bei den Selfpublisher-eBooks wird es allerdings auch hier eine Ausschüttungen für besonders erfolgreiche Videos geben, Amazon nennt das “AVD Stars”. Ab Juni wird monatlich eine Million Dollar an die 100 bestplatzierten Videos ausgeschüttet. So kann man eventuell auch an Geld kommen, wenn man seine Videos einfach kostenlos einstellt.

Nutzerzahlen, Sehzeiten, Abonnenten und natürlich auch generierte Einnahmen wird man in einem Backend begutachten und auswerten können.

Angesichts der durchaus attraktiven Konditionen wird sich auch Youtube-Inhaber Google warm anziehen müssen. Einen Blick muss man noch auf die Nutzungsbedingungen werfen, und welche Rechte Amazon sich einräumt, aber es gibt wenig Gründe anzunehmen, dass die maßgeblich schlechter sein werden, als bei eBooks. Allerdings muss man sich anders als bei Youtube durch Online-Steuerformulare schlagen und umfangreiche Angaben zum Nutzer machen, wenn man ein Amazon Video Direct-Konto eröffnen möchte.

THE EMPIRE STRIKES BACK-Eröffnungssequenz im Bond-Stil

THE EMPIRE STRIKES BACK-Eröffnungssequenz im Bond-Stil

Kurt Rauffer hat als Hommage an den vermutlich besten STAR WARS-Film THE EMPIRE STRIKES BACK eine Introsequenz erstellt, die nicht ganz zufällig an James Bond erinnert. Die Musik dazu stammt von Radiohead und trägt den Titel SPECTRE. Ja, es handelt sich um die vom Studio abgelehnte Titelmusik für den letzten Bond-Film.

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