Tolino-Allianz: Neues eBook-Abo – wir haben gelacht

Tolino-Allianz: Neues eBook-Abo – wir haben gelacht

Es war ja schon ab­zu­se­hen, dass die Buch­mes­se wie­der für Ge­läch­ter über die Buch­bran­che füh­ren wür­de. Und so ist es na­tür­lich auch.

Die To­li­no-Al­li­anz fei­ert heu­te mit viel Pres­se-Tam­tam und ei­ner Vor­stel­lung in Frank­furt ihr tol­les, neu­es eBook-Abo ab. Als be­son­ders vor­teil­haft he­ben sie her­vor, dass es sich um eine »re­du­zier­te Aus­wahl« han­delt, und fa­seln von »Klas­se statt Mas­se«. Ernst­haft.

Für ei­nen Preis von fast zehn Euro im Mo­nat darf man »frei« aus 40 Ti­teln der Gen­res »Ro­ma­ne & Er­zäh­lun­gen«, »Kri­mis & Thril­ler«, »Fan­ta­sy & Sci­ence Fic­tion« und »Lie­bes­ro­ma­ne & Ero­tik« wäh­len. Da­mit wir uns kor­rekt ver­ste­hen: Nicht 40 Ti­tel pro Gen­re, son­dern ins­ge­samt. Die Aus­wahl wech­selt mo­nat­lich.

An­ge­sichts sol­cher Knül­ler der Kon­kur­renz ha­ben die Ver­ant­wort­li­chen bei Ama­zon ga­ran­tiert ge­ra­de wie­der ei­nen Zwerch­fell­krampf vom La­chen …

Wer dem gran­dio­sen An­ge­bot nicht wi­der­ste­hen kann, darf das Abo ab heu­te bei To­li­no ab­schlie­ßen, es ist mo­nat­lich künd­bar. Die ak­tu­el­len Ti­tel sind eher äl­te­re Schin­ken.

[Up­date:] Was ich über­sah: Es ist noch viel gei­ler: Man darf im Rah­men des Abos mo­nat­lich ma­xi­mal vier eBooks aus­lei­hen. HA­H­A­HA! (Dank an Fal­ko Löff­ler, der mich auf den Punkt hin­wies).

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Frankfurter Buchmesse: Kinder müssen leider draußen bleiben

Frankfurter Buchmesse: Kinder müssen leider draußen bleiben

Kinder draußenIch habe eine Freun­din, die ist Kin­der­gärt­ne­rin. In den letz­ten Jah­ren er­zähl­te sie im­mer wie­der mal vol­ler Freu­de, dass sie mit ei­ni­gen der Kin­der, die sie be­treut, auf der Buch­mes­se war und wie toll die Kur­zen den Be­such in der Kin­der­buch­ab­tei­lung fan­den.

Als sie in die­sem Jahr we­gen Kar­ten nach­frag­te, er­hielt sie die Ant­wort, dass man lei­der kei­ne ko­sten­lo­sen Kar­ten für Schu­len und Kin­der­gär­ten mehr be­reit stel­len kön­ne. Die Be­grün­dung haut ei­nen um: Die Nach­fra­ge sei zu groß ge­we­sen.

Man fasst es kaum. Da ge­riert sich eine Bran­che im­mer wie­der als Ret­ter der Kul­tur und des Abend­lan­des und man wird nicht müde, zu be­to­nen, wie wich­tig Le­sen auch und ge­ra­de für die Jüng­sten sei und man sie un­be­dingt früh dar­an her­an­füh­ren müs­se – und dann ist man sich auf ein­mal zu fein, die dann auch kon­se­quen­ter­wei­se auf die Buch­mes­se ein­zu­la­den. Of­fen­sicht­lich möch­ten die Schaf­fen­den ver­meint­lich ho­her Li­te­ra­tur in Frank­furt lie­ber un­ter sich blei­ben. Das mit der »gro­ßen Nach­fra­ge« konn­te ich bei mei­nem Be­such im letz­ten Jahr nicht be­stä­tigt fin­den. Am Frei­tag, dem Tag an dem Schu­len und Kin­der­gär­ten auf der Mes­se wa­ren, konn­te ich wahr­lich kein Ge­drän­ge von Kin­dern fest­stel­len. Die Men­ge an Schlips­trä­gern und Wich­tig­tu­ern war im­mer noch deut­lich hö­her.

Ich kann für das Ver­wei­gern der Kar­ten nur ein Wort fin­den: er­bärm­lich.

Ver­mut­lich wer­den als näch­stes die Pu­bli­kums­ta­ge ab­ge­schafft, da­mit man gar nicht mehr mit den lä­sti­gen Le­sern in Kon­takt kom­men muss.

Bild »Kind« von Pixabay – CC0