Tolino-Allianz: Neues eBook-Abo – wir haben gelacht

Tolino-Allianz: Neues eBook-Abo – wir haben gelacht

Es war ja schon ab­zu­se­hen, dass die Buch­mes­se wie­der für Ge­läch­ter über die Buch­bran­che füh­ren wür­de. Und so ist es na­tür­lich auch.

Die To­li­no-Al­li­anz fei­ert heu­te mit viel Pres­se-Tam­tam und ei­ner Vor­stel­lung in Frank­furt ihr tol­les, neu­es eBook-Abo ab. Als be­son­ders vor­teil­haft he­ben sie her­vor, dass es sich um eine »re­du­zier­te Aus­wahl« han­delt, und fa­seln von »Klas­se statt Mas­se«. Ernst­haft.

Für ei­nen Preis von fast zehn Euro im Mo­nat darf man »frei« aus 40 Ti­teln der Gen­res »Ro­ma­ne & Er­zäh­lun­gen«, »Kri­mis & Thril­ler«, »Fan­ta­sy & Sci­ence Fic­tion« und »Lie­bes­ro­ma­ne & Ero­tik« wäh­len. Da­mit wir uns kor­rekt ver­ste­hen: Nicht 40 Ti­tel pro Gen­re, son­dern ins­ge­samt. Die Aus­wahl wech­selt mo­nat­lich.

An­ge­sichts sol­cher Knül­ler der Kon­kur­renz ha­ben die Ver­ant­wort­li­chen bei Ama­zon ga­ran­tiert ge­ra­de wie­der ei­nen Zwerch­fell­krampf vom La­chen …

Wer dem gran­dio­sen An­ge­bot nicht wi­der­ste­hen kann, darf das Abo ab heu­te bei To­li­no ab­schlie­ßen, es ist mo­nat­lich künd­bar. Die ak­tu­el­len Ti­tel sind eher äl­te­re Schin­ken.

[Up­date:] Was ich über­sah: Es ist noch viel gei­ler: Man darf im Rah­men des Abos mo­nat­lich ma­xi­mal vier eBooks aus­lei­hen. HA­H­A­HA! (Dank an Fal­ko Löff­ler, der mich auf den Punkt hin­wies).

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tolino media senkt Honorare für Selfpublisher

tolino media senkt Honorare für Selfpublisher

Logo Tolino MediaAuch wenn man bei To­li­no Me­dia mit di­ver­sen PR-Maß­nah­men durch­sich­tig ver­sucht, das noch als tol­les Ding zu ver­kau­fen: Die aus­zu­zah­len­den Tan­tie­men an Self­pu­blisher wur­den deut­lich ge­senkt. Auch wenn man An­fang des Jah­res noch voll­mun­dig ver­such­te, Nut­zer auf die Platt­form zu be­kom­men, in­dem man eine un­be­fri­ste­te Be­tei­li­gung an den Um­sät­zen in Höhe von 70% ver­sprach.

Da­mit ist es jetzt vor­bei, denn ab dem 1. Juli sinkt die Be­tei­li­gung bei Bü­chern, die we­ni­ger als 2,99 Euro ko­sten, auf 40%. Be­grün­det wird das da­mit, dass die ent­ste­hen­den Ko­sten für Down­load und Be­zah­lung an­geb­lich so hoch sei­en, dass To­li­no Me­dia da­bei drauf­zah­len muss. Hät­te man das nicht vor­her wis­sen müs­sen? Die Kon­di­tio­nen ha­ben sich ja nicht ver­än­dert. Das be­stärkt mich dar­in, dass es sich um ein Lock­vo­gel­an­ge­bot han­del­te. Au­ßer­dem möch­te man die Self­pu­blisher »dazu an­re­gen« ei­nen hö­he­ren Preis für ihre Bü­cher zu neh­men. Das ist so pau­schal na­tür­lich völ­li­ger Blöd­sinn, der Preis muss selbst­ver­ständ­lich dem In­halt an­ge­mes­sen sein, ich kau­fe ja auch kei­nen Hef­t­ro­man oder eine Kurz­ge­schich­te als eBook für mehr als drei Euro.

Für mich kommt das nicht über­ra­schend. Ich hat­te be­reits zum Start der Platt­form ge­mut­maßt, dass sich die Kon­di­tio­nen schnel­ler zu Un­gun­sten der Self­pu­blisher än­dern dürf­ten, als man gucken kann, wenn eine ge­wis­se Zahl an Nut­zern er­reicht wird und die Wer­be­pha­se vor­bei ist. Wenn man auf die ver­öf­fent­lich­ten Zah­len der Platt­form zum An­teil am eBook-Markt blickt, muss man sich oh­ne­hin fra­gen, wie re­le­vant die Ver­kaufs­men­gen dort über­haupt sind.

p.s.: Man kann auf­grund die­ser uni­la­te­ra­len Än­de­rung na­tür­lich sein Kon­to bei To­li­no ganz ein­fach kün­di­gen …

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Tolino Media will den Begriff »Kindle« nicht in eBooks haben

Tolino Media will den Begriff »Kindle« nicht in eBooks haben

TolinoDie Self­pu­blisher­platt­form To­li­no Me­dia war mit viel Tam­tam als Al­ter­na­ti­ve zu Ama­zon pro­pa­giert wor­den. Der gro­ße Er­folg hat sich al­ler­dings bis­her nicht so recht ein­ge­stellt, es gab zu­dem di­ver­se An­lauf­pro­ble­me, vie­les an der Platt­form schien mit der hei­ßen Na­del ge­strickt (das wur­de mir ge­gen­über auch ge­nau so for­mu­liert) und es gibt bis heu­te tech­ni­sche Pro­ble­me.

De­ren Be­he­bung scheint aber nicht das pri­mä­re Pro­blem der Be­trei­ber zu sein. Viel­mehr wer­den die hoch­ge­la­de­nen eBooks auf »un­er­wünsch­te« Wor­te durch­sucht. Das ist an sich schon eine Un­ver­schämt­heit. Noch bes­ser wird das Gan­ze al­ler­dings, wenn sich ir­gend­wo im Buch der Be­griff »Kind­le« be­fin­det. Dann er­hält man als Au­tor den Hin­weis, dass das Buch lei­der nicht on­line ge­hen kann und über­ar­bei­tet wer­den muss, weil man nicht im Text »auf ein Mit­be­wer­ber-Pro­dukt Be­zug neh­men darf«. Mit die­sem Teu­fels­wort im Text wol­len sie das Buch nicht an­neh­men und dem­zu­fol­ge auch nicht on­line stel­len. Bei dem frag­li­chen eBook han­delt es sich üb­ri­gens um ei­nen Rat­ge­ber für Self­pu­blisher – ob die To­li­no-Al­li­anz nun alle Sach­bü­cher auf das Un­wort un­ter­sucht, und die­se dann aus den Shops wer­fen wird? Mög­li­cher­wei­se so­gar die Print-Aus­ga­ben? Oder wer­den nur Self­pu­blisher drang­sa­liert?

Es ist ein­fach un­fass­bar. Die­ses Ver­hal­ten ist so der­ma­ßen lä­cher­lich und un­pro­fes­sio­nell, dass es mir die Spra­che ver­schlägt. Nach­dem das jah­re­lan­ge Ama­zon-Bashing der Bran­che kei­ne Er­fol­ge ge­zeigt hat, nun die­se in ho­hem Maße frag­wür­di­ge Ak­ti­on. Als Au­tor soll­te man sich von ei­ner in mei­nen Au­gen eher halb­ga­ren Möch­te­gern-Self­pu­blisher­platt­form nicht vor­schrei­ben las­sen, wel­che Wör­ter in den eBooks zu ste­hen ha­ben und wel­che nicht. Ama­zon, Goog­le Play und Kobo fil­tern das Wort »To­li­no« selbst­ver­ständ­lich nicht.

Edit – Für die­je­ni­gen, die kei­nen Face­book-Zu­gang ha­ben und auch kei­nen wol­len:

tolinokindle

Dank an Alex Jahn­ke für den Hin­weis.

Up­date [15:00]: Auch bei To­li­no scheint man er­kannt zu ha­ben, dass das nicht eben schlau war, in­zwi­schen wur­de Frau Glomp groß­zü­gig er­laubt, das Wort Kind­le im Text zu las­sen. Das schafft na­tür­lich die grund­le­gen­de Ver­wei­ge­rung nicht aus der Welt, man muss sich fra­gen war­um es an­fangs über­haupt zu die­ser al­ber­nen Be­an­stan­dung ge­kom­men ist.

Ein Mit­ar­bei­ter von To­li­no kom­men­tiert un­ter die­sem Ar­ti­kel:

Die­ses State­ment ist so nicht kor­rekt. Frau Glomp hat dies selbst auch schon in der FB Grup­pe, aus der die­ser Post ist, zu­rück ge­nom­men. Es wäre doch kor­rekt, hier bei­de Sei­ten zu hö­ren, be­vor man als Blog­in­ha­ber tex­tet? Wir (to­li­no me­dia) ste­hen da ger­ne für zur Ver­fü­gung.

Und auch auf Face­book mel­det man sich zu Wort.

Frau Glomp selbst sieht das al­ler­dings deut­lich an­ders als der To­li­no-Ver­tre­ter. die ur­sprüng­li­che Aus­sa­ge der Auf­for­de­rung, das Wort zu ent­fer­nen, hält sie auf­recht. Und auch an­de­re Au­to­ren re­den ent­ge­gen der Aus­sa­gen der To­li­no-Ver­tre­ter von ei­ner voll­stän­di­gen Ab­leh­nung, nicht von »Emp­feh­lun­gen« wie be­haup­tet.

[Up­date 26.06.15]: Ich hat­te To­li­no Me­dia auf­grund ih­res Kom­men­tars per eMail die Mög­lich­keit an­ge­bo­ten, ihre Sicht der Din­ge dar­zu­stel­len, ich hät­te die­se dann hier wie­der­ge­ge­ben, hat­te al­ler­dings um sub­stan­zi­el­le­re In­for­ma­tio­nen ge­be­ten, als die durch­sich­ti­gen Aus­flüch­te im Face­book-Thread. Kei­ner­lei Re­ak­ti­on.

[Up­date 26.06.15, 11:00 Uhr] Wer den Links nach Face­book folgt, wird die Aus­sa­gen der To­li­no-Mit­ar­bei­ter nicht mehr fin­den, of­fen­bar wur­den die­se ge­löscht (ein Pa­ra­de­bei­spiel aus dem Lehr­buch »Wie PR auf so­zia­len Me­di­en nicht funk­tio­niert«). Wer das den­noch nach­voll­zie­hen möch­te, hier ein Screen­shot, in dem die Kom­men­ta­re noch zu se­hen sind: https://drive.google.com/file/d/0B9wDueprgUX2bWJtM3cwZWR2aVk/view?usp=sharing

Bild To­li­no von Wo­sch21149, aus der Wi­ki­pe­dia, CC-BY, be­ar­bei­tet von mir.

tolino-media.de ist online – irgendwie

tolino-media.de ist online – irgendwie

Logo Tolino MediaIch hat­te hier über tolino-media.de, die Self­pu­blisher-Platt­form, der To­li­no-Al­li­anz be­rich­tet. Die scheint nun on­line zu sein, auch wenn so man­ches arg »mit hei­ßer Na­del ge­strickt« wirkt. Das war üb­ri­gens der O-Ton ei­nes Mit­ar­bei­ters des Be­trei­bers auf Face­book.

Ich ver­such­te mich an­zu­mel­den, gab also mei­ne Da­ten ein und klick­te auf »ab­sen­den«. Im Brow­ser er­schien er­neut die­sel­be Sei­te, mei­ne ein­ge­ge­be­nen In­for­ma­tio­nen wa­ren noch vor­han­den, aber sonst pas­sier­te gar nichts. Nach meh­re­ren Ver­su­chen kam ich dem auf die Spur: Die Be­trei­ber er­lau­ben of­fen­bar kei­ne Son­der­zei­chen im Pass­wort (war­um auch, wäre ja nur si­cher), wei­sen aber vor­sichts­hal­ber mal nicht dar­auf hin, da­mit es für den Nut­zer span­nend bleibt.Weiterhin ver­wen­det die Sei­te ein un­gül­ti­ges falsch ein­ge­bun­de­nes SSL-Zer­ti­fi­kat (sie­he auch Kyrs Kom­men­tar wei­ter un­ten), dar­auf weist der Brow­ser beim Auf­ru­fen hin. Sehr ver­trau­en­er­weckend. Wenn die ein­fach­sten Din­ge schon nicht klap­pen, habe ich arge Be­den­ken hin­sicht­lich des Funk­tio­nie­rens der rest­li­chen Platt­form.

In mei­nen Au­gen aber höchst be­denk­lich ist, dass es kei­ner­lei AGB hin­sicht­lich vom Nut­zer hoch­ge­la­de­ner eBooks gibt. Die auf der Sei­te ver­link­ten Nut­zungs­be­din­gun­gen be­fas­sen sich aus­schließ­lich mit der Nut­zung der Web­sei­te. Rechts­si­che­re Hin­wei­se dazu, un­ter wel­chen Be­din­gun­gen man sei­ne Wer­ke hoch­lädt, feh­len voll­stän­dig (oder ich habe sie trotz in­ten­si­ver Su­che nicht ge­fun­den). Mir per­sön­lich wäre es des­we­gen der­zeit viel zu ge­fähr­lich, dort eBooks hoch­zu­la­den, denn man weiß nicht, wel­chen Re­geln man sich da­mit un­ter­wirft.

p. s.: Nach wie vor wird da­mit ge­wor­ben, dass das Ein­stel­len der Bü­cher ko­sten­frei ist. Al­ler­dings nur bis Jah­res­be­ginn 2016. Da das im­mer wie­der so be­tont wird, wür­de ich da­von aus­ge­hen, dass ab die­sem Zeit­punkt da­für ein Obo­lus er­ho­ben wird, zu­sätz­lich zu den 30% die to­li­no me­dia oh­ne­hin be­reits er­hält. Mög­li­cher­wei­se wer­den et­li­che Self­pu­blisher dann die­se zu­sätz­li­chen Ko­sten zäh­ne­knir­schend auf sich neh­men, um in den an­ge­schlos­se­nen Shops prä­sent zu blei­ben. Trans­pa­renz und au­to­ren­freund­li­ches Ver­hal­ten sieht in mei­nen Au­gen je­doch an­ders aus. Wenn man ab An­fang 2016 mehr neh­men möch­te, könn­te man das ein­fach mal ganz ehr­lich sa­gen, statt sich um die Ant­wort her­um zu la­vie­ren.

p. p. s. (29.04.2015): Nut­zer be­rich­ten von mas­si­ven Pro­ble­men bei der Nut­zung und beim Hoch­la­den, wenn man an­de­re Brow­ser als den In­ter­net Ex­plo­rer be­nutzt, also bei­spiels­wei­se Fire­fox. Tja, so­was kommt da­bei raus, wenn man Sei­ten nicht mit meh­re­ren Brow­sern te­stet. Mir scheint aber oh­ne­hin, dass kein um­fang­rei­cher Test der Platt­form statt­ge­fun­den hat. Auf­grund der of­fen­sicht­li­chen Pro­ble­me schon bei Klei­nig­kei­ten ma­che ich mir ernst­ha­fe Sor­gen über das Si­cher­heits­kon­zept. Wie lan­ge mag es dau­ern, bis das Sy­stem von In­ter­net­kri­mi­nel­len ge­hackt wird und die Nut­zer­da­ten ab­ge­grif­fen wer­den?

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