PERRY RHODAN 3000: MYTHOS ERDE – und warum ich nicht weiter lesen werde

PERRY RHODAN 3000: MYTHOS ERDE – und warum ich nicht weiter lesen werde

Ich hole an die­ser Stel­le etwas aus: Mit dem Lesen der bekann­tes­ten und lang­le­bigs­ten deut­schen SF-Serie im Heft­ro­man­for­mat habe ich bereits vor über 40 Jah­ren ange­fan­gen, das war so um Band 800 her­um. Ich bin also kein Leser der ers­ten Stun­de, aber doch bereits eini­ge Zeit dabei. Aus Grün­den die ich nicht mehr so genau nach­voll­zie­hen kann, hör­te ich dann vor Heft 1400 auf und fand erst mit 1800 wie­der zur Serie, der ich dann bis über 2700, also fast tau­send Hef­te lang, erneut treu blieb. Wobei »Hef­te« nicht ganz kor­rekt ist, denn irgend­wann stieg ich auf eBooks um, denn die müllen einem nicht die Woh­nung voll und ab einem gewis­sen Alter weiß man zudem eine Text-Zoom­funk­ti­on ganz erheb­lich zu schät­zen.

wei­ter­le­sen →

EU-Finanzminister machen Weg für geringere Besteuerung von eBooks frei

EU-Finanzminister machen Weg für geringere Besteuerung von eBooks frei

Es war seit Jah­ren eine nicht nach­zu­voll­zie­hen­de Rege­lung: Auf Bücher fällt eine Mehr­wert­steu­er von 7% an (weil es sich um Kul­tur­gü­ter han­delt, sagt man), für eBooks und ande­re elek­tro­ni­sche Publi­ka­tio­nen wie bei­spiels­wei­se PDF-Aus­ga­ben von Zeit­schrif­ten fiel 19% MWSt an, weil die nicht als Bücher son­dern als Dienst­leis­tun­gen ein­ge­stuft wur­den.

Auf Anra­ten der EU-Kom­mis­si­on haben die EU-Finanz­mi­nis­ter heu­te beschlos­sen, dass es den Län­dern frei­ge­stellt wer­den soll, einen gerin­ge­ren Steu­er­satz auf eBooks & Co. zu ermög­li­chen. Schon vor unge­fähr einem Jahr hat­te das eU-Par­la­ment für die ver­rin­ger­ten Steu­er­sät­ze gestimmt. Finanz­mi­nis­ter Scholz hat bereits ange­kün­digt, dass er das im #neu­land so schnell wie mög­lich umset­zen will.

Bis­her galt inner­halb der EU ein Min­dest­steu­er­satz von 15% auf eBooks und ähn­li­che Publi­ka­tio­nen.

Damit wer­den auch Bund­le­an­ge­bo­te für Print und eBook deut­lich ein­fa­cher anbiet­bar als bis­her, denn bis dato hat­te das wegen der unter­schied­li­chen Steu­er­sät­ze einen deut­li­chen Mehr­auf­wand bedeu­tet, so dass etli­che Anbie­ter dar­auf ver­zich­te­ten.

Ich wür­de übri­gens nicht davon aus­ge­hen, dass eBooks dadurch güns­ti­ger wer­den, son­dern dass ins­be­son­de­re die Groß­ver­la­ge sich die Dif­fe­renz ein­strei­chen wer­den.

Update: Pegasus und die eBooks …

Update: Pegasus und die eBooks …

Ich hat­te mich vor­ges­tern dar­über gewun­dert, dass man SHADO­WRUN-Roma­ne aus dem Pega­sus-Ver­lag nicht als eBooks bekom­men kann. Das war so pau­schal nicht ganz kor­rekt, wie ich auch schon im ursprüng­li­chen Arti­kel ergänzt hat­te. Die grund­sätz­li­che Fehl­ein­schät­zung ent­stand dar­aus, dass man a) auf den Sei­ten der Bücher auf der Ver­lags­home­page kei­ner­lei Hin­wei­se auf die eBooks fand (ohne­hin wirkt der Shop des Pega­sus Ver­lags, als sei er aus dem letz­ten Jahr­tau­send übrig geblie­ben) und b) auch bei Ama­zon nicht das Gerings­te zu fin­den war.

Ich wur­de dann von Drit­ten dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es noch pegasusdigital.de gäbe. Das ist kor­rekt, es han­delt sich um einen Shop, der via Dri­veThruR­PG betrie­ben wird. Aber auch dort fand ich für etli­che der Roma­ne nur PDFs vor – und PDFs sind kein eBook-For­mat, son­dern ein Doku­men­ten­aus­tausch­for­mat und für die Nut­zung auf dedi­zier­ten eRe­adern unge­eig­net.

Ich frag­te bereits vor den Hin­wei­sen beim Ver­lag nach, war­um es kei­ne eBooks zu SHADO­WRUN-Roma­nen gebe. Die Ant­wort war kurz:

Alle unse­re Roma­ne gibt es als eBook, aller­dings der­zeit nur für Toli­no. Sie fin­den sie unter fol­gen­dem Link: (Link zu Tha­lia)

Aha. Dar­auf­hin frag­te ich nach und erhielt heu­te Ant­wor­ten:

1. Auf der Web­sei­te Ihres Ver­lags fin­de ich an den Print­ver­sio­nen kei­ner­lei Hin­wei­se auf eBook-Fas­sun­gen. War­um nicht?

Die Web­sei­te unse­res Ver­lags erfor­dert, dass wir die Links zu ebook-Fas­sun­gen per Hand ein­pfle­gen – was leicht in Ver­ges­sen­heit gerät. Das wer­den wir jetzt aller­dings nach­ho­len, vie­len Dank für den Hin­weis!

An die­ser Stel­le möch­te ich noch­mal den Hin­weis auf den alt­ba­cke­nen Shop wie­der­ho­len. Son­der­lich pro­fes­sio­nell wirkt das nicht.

2. Auf pegasusdigital.de fin­den sich für die meis­ten Bücher nur PDF-Fas­sun­gen, kei­ne ePub-Ver­sio­nen. War­um nicht?

Die Roma­ne gibt es als epub-Ver­sio­nen auf pegasusdigital.de. Rol­len­spie­le haben vie­le Illus­tra­tio­nen, Käs­ten, Schmuck­ele­men­te etc. Des­halb bevor­zu­gen wir ein sta­ti­sches For­mat – PDF -, das unab­hän­gig vom End­ge­rät des Users gleich aus­sieht.

Die­se Aus­sa­ge ist inkor­rekt, denn mache Roma­ne gibt es defi­ni­tiv auf pegasusdigital.de nur als PDF, bei­spiels­wei­se IWANS WEG oder FEUER UND FROST. Offen­bar ist also auch die­ser Shop schlecht gepflegt. Der Hin­weis auf Rol­len­spie­le macht an die­ser Stel­le über­haupt kei­nen Sinn, denn ich hat­te ja aus­drück­lich nach Roma­nen gefragt.

3. War­um wer­den die Roma­ne nicht für Ama­zons eRe­ader zur Ver­fü­gung gestellt, son­dern aus­schließ­lich im ePub-For­mat?

Die Umset­zung für Ama­zons eRe­ader ist in Arbeit, wobei sich jedoch lei­der noch kein genau­er Zeit­punkt für eine Ver­öf­fent­li­chung dafür nen­nen lässt.

Wie lan­ge gibt es jetzt in Deutsch­land eBooks via Ama­zon? Sogar Klein­ver­la­ge und Self­pu­blisher sind seit Jah­ren völ­lig pro­blem­los in der Lage, eBooks über Ama­zon bereit zu stel­len, aber Pega­sus kann das Ende des Jah­res 2018 immer noch nicht. Es gibt zahl­lo­se Dienst­leis­ter, die das für einen Ver­lag über­neh­men kön­nen, wenn der das nicht selbst machen will. Wäre es nicht so trau­rig, könn­te man lachen. Ich habe eher den Ein­druck, als sei es den Ver­ant­wort­li­chen beim Ver­lag völ­lig wum­pe, ob es die eBooks beim Markt­füh­rer gibt.

4. Heißt »nur für den Toli­no«, dass ande­re Lese­ge­rä­te als Toli­no nicht unter­stützt wer­den?

Kor­rekt, momen­tan sind unse­re eBooks nur für Toli­no-Lese­ge­rä­te und Gerä­te mit Toli­no-Lese-App ver­füg­bar.

Selt­sa­me Ant­wort, denn auf pega­sus­di­gi­tal sind expli­zit auch ande­re Lese­ge­rä­te genannt (Nook, Sony), solan­ge sie das For­mat ePub unter­stüt­zen. Ich habe kei­nen Test bei Tha­lia und Co gemacht, da ich auf einem Kind­le lese, aber ich gehe eigent­lich davon aus, dass man die ePubs auch abseits von Toli­no und des­sen Apps ein­fach her­un­ter laden und auf belie­bi­gen End­ge­rä­ten benut­zen kön­nen soll­te.

5. Sind die ePubs DRM-geschützt oder kann man sie nach Erwerb ins mobi-oder azw-For­mat kon­ver­tie­ren?

Die ebub-Ver­sio­nen unse­rer Roma­ne sind nicht DRM-geschützt.

Na immer­hin das, man könn­te also, wenn man unbe­dingt woll­te, die ePub-Fas­sung kau­fen und die mit­tels Calibre in eine mobi oder azw-Fas­sung umwan­deln, um sie auf dem Kind­le lesen zu kön­nen. Mit den übli­chen Pro­ble­men, die durch eine Kon­ver­tie­rung ent­ste­hen kön­nen.

6. Den Roman »Alter Ego« fin­de ich auch bei Tha­lia nicht als eBook.
War­um nicht?

Die Print­aus­ga­be von »Alter Ego« ist jüngst erschie­nen und die Toli­no-eBook-Aus­ga­be folgt in Kür­ze.

Auch das fin­de ich im Jahr 2018 eher befremd­lich. War­um steht eine eBook-Aus­ga­be nicht zeit­gleich zur Ver­fü­gung?

Bei klei­nen Klit­schen könn­te ich man­ches davon mit Mühe nach­voll­zie­hen, aber bei Pega­sus han­delt es sich um einen nam­haf­ten deut­schen Ver­lag aus dem Bereich Gesell­schafts- und Rol­len­spie­le. Dass die noch ana­lo­ger und rück­stän­di­ger zu sein schei­nen, als ihre Vet­tern aus der her­kömm­li­chen Buch­bran­che lässt mich bei­na­he fas­sungs­los zurück. Dass es dabei um SHADO­WRUN-Roma­ne aus einer tech­ni­sier­ten Zukunft geht, rückt das Dilem­ma sogar ins Komö­di­an­ti­sche. Die Ant­wor­ten las­sen zudem eine gewis­se Ahnungs­lo­sig­keit erken­nen, wenn es um eBooks geht.

Ich hat­te vor, SHADO­WRUN-eBooks zu kau­fen, aber das Kon­ver­tie­ren zu ePub und dann han­tie­ren mit USB-Kabel, um die eBooks vom Rech­ner auf den Kind­le zu bekom­men, ist mir zuviel Gener­ve. Es gibt aber mehr als genug eBooks ande­rer Anbie­ter als Alter­na­ti­ven, denen ich mein Geld hin­ter­her wer­fen kann, wenn Pega­sus es nicht haben möch­te.

Bild von mir, dar­in ein Face­palm von Alex E. Proi­mos, aus der Wiki­pe­diaCC BY

Willkommen im 21. Jahrhundert: Keine eBooks bei Pegasus

Willkommen im 21. Jahrhundert: Keine eBooks bei Pegasus

Edit: Es gibt ein Update in einem wei­te­ren Arti­kel.

Das Neu­land, unent­deck­te Tech­nik. Wir schrei­ben das 21. Jahr­hun­dert, und das immer­hin seit 18 Jah­ren, auch wenn man in Deutsch­land an all­zu vie­len Stel­len nichts davon bemerkt. Der Pega­sus-Ver­lag ist nicht nur für die deut­sche Fas­sung des Pen & Paper-Rol­len­spiels SHADOWRUN ver­ant­wort­lich, son­dern bringt auch neue Roma­ne von deut­schen Autoren dazu her­aus.

SHADOWRUN spielt in einer nahen Cyber­punk-Zukunft, zwar gar­niert mit Orks, Elfen, Zwer­gen und Magie, aber in sei­nem Kern trotz­dem hoch­tech­ni­siert, mit Netrun­nern, Rig­gern und Cyber­wa­re.

Gera­de bei die­sem High­tech-The­ma soll­te man eigent­lich davon aus­ge­hen, dass es die Roma­ne auch als eBooks bekom­men kann. Doch als ich gera­de einen neu erschie­nen Roman eines mir bekann­ten Autors bestel­len woll­te, muss­te ich Erschre­cken­des fest­stel­len: Es gibt nicht einen ein­zi­gen SHADO­WRUN-Roman aus dem Hau­se Pega­sus als eBook. Im 21. Jahr­hun­dert. Ernst­haft. Da blei­be ich völ­lig fas­sungs­los zurück. Jeder Klein­ver­lag ist heut­zu­ta­ge in der Lage, eBooks zu erstel­len oder erstel­len zu las­sen. Ich ken­ne einen Hau­fen Self­pu­blisher, die pro­blem­los vali­die­ren­de eBooks her­stel­len kön­nen (ich mache das ja mit den Steam­punk-Chro­ni­ken auch schon seit sie­ben Jah­ren). Inde­sign kann eBook-For­ma­te expor­tie­ren, eben­so wie Open­Of­fice (mit Plugin). Man kann auch spe­zia­li­sier­te Soft­ware wie Jutoh nut­zen, und die ist zudem spott­bil­lig.

Aber ein nam­haf­ter Ver­lag wie Pega­sus ist dazu nicht in der Lage? Ich kann es nicht fas­sen, fin­de das in hohem Maße pein­lich und auch ziem­lich trau­rig. Damit bin ich als Kun­de lei­der raus, denn ich lese inzwi­schen allein aus ergo­no­mi­schen Grün­den (kommt mal in mein Alter …) fast aus­schließ­lich eBooks; mei­nen ers­ten eRe­ader habe ich übri­gens bereits 2008 gekauft, also vor sagen­haf­ten zehn Jah­ren.

Ich wer­de mal ver­su­chen eine Stel­lung­nah­me von Pega­sus zu bekom­men.

Update: Nach­dem ich zuerst nur einen Roman im PDF-For­mat gefun­den hat­te, muss ich nach Hin­weis fest­stel­len, dass es auf pegasusdigital.de tat­säch­lich auch ePub-Fas­sun­gen von SHADO­WRUN-Büchern gibt (zwei Stück). Aller­dings offen­bar nur dort und Kind­le ist Fehl­an­zei­ge (als Kind­le-Nut­zer hat­te ich natür­lich bei Ama­zon geschaut). Aller­dings nur ein paar, man­che davon wer­den auch dort nur als PDFs ange­bo­ten. Offen ist ins­be­son­de­re die Fra­ge, war­um die Bücher nicht für den Kind­le ange­bo­ten wer­den. Ich war­te auf die Ant­wort von Pega­sus und hake dann nach.

Ich stel­le mir zudem die Fra­ge, war­um auf der »ana­lo­gen« Shop­sei­te, wo sie das Tot­holz anbie­ten, nicht auf die eBooks hin­ge­wie­sen wird, so dass der Ein­druck ent­ste­hen muss, es gäbe kei­ne?

Bild von mir, dar­in ein Face­palm von Alex E. Proi­mos, aus der Wiki­pe­dia, CC BY

Lesestoff für kleines Geld: Humble Book Bundle: SF & Fantasy

Lesestoff für kleines Geld: Humble Book Bundle: SF & Fantasy

Hum­ble haut mal wie­der ein eBook-Bund­le mit Sci­ence Fic­tion- und Fan­ta­sy-Büchern raus, dies­mal von Angry Robot Books. Bereits auf der kleins­ten Stu­fe, also für einen Dol­lar, erhält man sechs Elek­tro­bü­cher aus ver­schie­dens­ten Gen­res wie Fan­ta­sy, Cyber­punk oder Urban Fan­ta­sy.

Legt man 15 Dol­lar, also knapp über 12 Euro, bekommt man das kom­plet­te Bund­le aus ins­ge­samt 20 eBooks, das sind dann deut­lich unter einem Euro pro Buch.

Zeit hat man dafür noch ein wenig mehr als 13 Tage, auf der Web­sei­te gibt es auch eine Erin­ne­rungs­funk­ti­on.

Die eBooks sind wie immer erfreu­li­cher­wei­se DRM-frei und lie­gen in den For­ma­ten epub, mobi und pdf vor, kön­nen also auf ver­schie­de­nen Platt­for­men genutzt wer­den.

Screen­shot Web­sei­te Copy­right Hum­ble Bund­le Inc.

Lobbylutscherei: eBooks vom Geoblocking-Verbot ausgenommen

Lobbylutscherei: eBooks vom Geoblocking-Verbot ausgenommen

Die Euro­päi­sche Uni­on arbei­tet bereits seit län­ge­rem an Ver­ord­nun­gen, die dafür sor­gen, dass es kein Geo­blo­cking von Kun­den mehr gibt. Damit könn­te man dann euro­pa­weit Gerä­te und Dienst­leis­tun­gen ein­kau­fen, ohne dass einem dabei Fil­ter in die Que­re kom­men, die einen basiert auf dem Land, aus dem man stammt, blo­ckie­ren. Man nennt die­sen Vor­gang Geo­blo­cking.

Das soll ange­sichts der Rea­li­tä­ten in einer digi­ta­li­sier­ten, glo­ba­li­sier­ten Inter­net­welt abge­schafft wer­den, und das ist auch gut so, denn es ist nicht ein­zu­se­hen, war­um euro­päi­scher Bin­nen­markt oder Glo­ba­li­sie­rung immer nur Fir­men zugu­te kom­men sol­len, aber nicht Ver­brau­chern.

Doch dank mas­si­ver Lob­by­ar­beit unter ande­rem des Bör­sen­ver­eins des Deut­schen Buch­han­dels, sol­len eBooks expli­zit von der Geo­blo­cking-Ver­ein­ba­rung aus­ge­schlos­sen blei­ben. Einen sach­li­chen Grund dafür gibt es außer Pfrün­de­si­che­rung nicht, außer viel­leicht die Angst, dass die fos­si­le und längst über­flüs­sig gewor­de­ne Buch­preis­bin­dung auf­ge­weicht wer­den könn­te.

Als Begrün­dung wird dabei unter ande­rem tat­säch­lich ange­bracht, dass

»auf­grund natür­li­cher Sprach­bar­rie­ren zwi­schen den Län­dern Ver­käu­fe über Gren­zen hin­aus ohne­hin gering blie­ben, und die not­wen­di­gen tech­ni­schen Inves­ti­tio­nen, um über Gren­zen hin­weg zu ver­kau­fen zu hoch wären«

… und dadurch klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men gezwun­gen wür­den, aus dem Ver­kauf von Büchern aus­zu­stei­gen.

Das ist natür­lich dum­mes Geschwätz, denn die Pro­ble­me, über Gren­zen hin­weg Waren zu ver­kau­fen, hat jede Bran­che, nicht nur der Buch­han­del. Und wenn die grenz­über­grei­fen­den Ver­käu­fe tat­säch­lich nicht ins Gewicht fal­len, wäre das in mei­nen Augen sogar eher ein Grund dafür, euro­pa­wei­tes Ver­kau­fen von eBooks zu ermög­li­chen. Das mit den klei­nen Unter­neh­men ist Augen­wi­sche­rei und falsch, im Rah­men des grenz­über­grei­fenen Anbie­tens von Dienst­leis­tun­gen, das vor eini­gen Jah­ren ein­ge­führt wur­de, hat der Gesetz­ge­ber ohne­hin ver­ein­fach­te Mög­lich­kei­ten für klei­ne Anbie­ter geschaf­fen, um mit den gesetz­li­chen Vor­ga­ben bei­spiels­wei­se in Sachen Umsatz­steu­er zurecht zu kom­men (Stich­wort: One-Stop-Shop). Und wenn so ziem­lich jeder klei­ne Krau­ter das inzwi­schen kann, dann soll­ten es auch Buch­händ­ler auf die Ket­te bekom­men kön­nen. Aber die ver­schla­fen ja lie­ber auf ihrem sanf­ten Kis­sen namens Buch­preis­bin­dung wei­ter­hin die Digi­ta­li­sie­rung – und die­se Ein­fluss­nah­me auf EU-Ver­ord­nun­gen soll dafür sor­gen, dass sie auch nicht auf­wa­chen müs­sen.

Grund für die Ein­wir­kung auf die Poli­tik dürf­te in mei­nen Augen eher sein, dass nicht-deutsch­spra­chi­ge eBooks in Deutsch­land maß­los über­teu­ert sind, und in ande­ren Län­dern erheb­lich güns­ti­ger gekauft wer­den könn­ten, sogar zum Teil noch güns­ti­ger als hier­zu­lan­de ohne­hin bereits bei Ama­zon.

Dass die EU-Poli­tik vor der Buch­lob­by ein­ge­knickt ist, fin­de ich offen gesagt zum Kot­zen.

p.s.: Mit der Hil­fe von VPNs kann man Geo­blo­cking mehr oder weni­ger legal umge­hen (mög­li­cher­wei­se unter­sa­gen die AGB des jewei­li­gen Anbie­ters das).

Humble Book Bundle: Stellar SF & Fantasy für kleines Geld

Humble Book Bundle: Stellar SF & Fantasy für kleines Geld

Phan­tas­tik-Freun­de mit einem eBook-Reader auf­ge­merkt: Bei Hum­ble Bund­le gibt es mal wie­der einen »Sta­pel« eBooks aus dem Bereich SF & Fan­ta­sy für klei­nes Geld.

Ent­hal­ten sind Bücher zahl­lo­ser nam­haf­ter Autoren, wie bei­spiels­wei­se Jeff Van­der­Meer, Peter S. Bea­gle, Tad Wil­liams, Patri­cia A. McKil­lip, Bruce Ster­ling, Cory Doc­to­row, Alasta­ir Rey­nolds, Bran­don San­der­son und Nan­cy Kress.

Die eBooks sind selbst­ver­ständ­lich DRM-frei und lie­gen als pdf, mobi (Kind­le) sowie epub vor.

Wie immer gibt es ver­schie­de­ne Bezahl-Stu­fen für die man unter­schied­li­che eBook-Pake­te erhält. Das Gan­ze beginnt bei einem Dol­lar (unge­fähr 0,85 Euro), um alle Bücher zu bekom­men, muss man 18 Dol­lar (ca. 15,32 Euro) berap­pen.

Alle Details auf der Sei­te von Hum­ble Bund­le.

HUMBLE RPG BOOK BUNDLE: PATHFINDER

HUMBLE RPG BOOK BUNDLE: PATHFINDER

Eigent­lich wei­se ich hier nicht mehr auf jedes Hum­ble Bund­le hin, da die inzwi­schen etwas infla­tio­när gewor­den sind. Dies­mal geht es aller­dings nicht um Com­pu­ter­spie­len, son­dern um Rol­len­spie­le.

Der Name ist äußerst sper­rig: Das HUMBLE RPG BOOK BUNDLE – PATHFINDER WORLDSCAPE ULTIMATE CROSSOVER ent­hält nicht nur Rol­len­spiel-Quel­len­bü­cher, son­dern auch Comics von Dyna­mi­te (wie das genau zusam­men­passt ist mir nicht ganz klar gewor­den, aber viel­leicht weiß ja ein Leser mehr).

Neben RPG-PDFs und Comics bekommt man auch noch Batt­le­maps (die man sich dann ver­mut­lich aus­dru­cken muss) und im höchs­ten Tier eine Hand­voll Minia­tu­ren.

Die Comics lie­gen als PDF, CBZ und ePub vor, die Rol­len­spiel-Bücher als PDF.

Tolino-Allianz: Neues eBook-Abo – wir haben gelacht

Tolino-Allianz: Neues eBook-Abo – wir haben gelacht

Es war ja schon abzu­se­hen, dass die Buch­mes­se wie­der für Geläch­ter über die Buch­bran­che füh­ren wür­de. Und so ist es natür­lich auch.

Die Toli­no-Alli­anz fei­ert heu­te mit viel Pres­se-Tam­tam und einer Vor­stel­lung in Frank­furt ihr tol­les, neu­es eBook-Abo ab. Als beson­ders vor­teil­haft heben sie her­vor, dass es sich um eine »redu­zier­te Aus­wahl« han­delt, und faseln von »Klas­se statt Mas­se«. Ernst­haft.

Für einen Preis von fast zehn Euro im Monat darf man »frei« aus 40 Titeln der Gen­res »Roma­ne & Erzäh­lun­gen«, »Kri­mis & Thril­ler«, »Fan­ta­sy & Sci­ence Fic­tion« und »Lie­bes­ro­ma­ne & Ero­tik« wäh­len. Damit wir uns kor­rekt ver­ste­hen: Nicht 40 Titel pro Gen­re, son­dern ins­ge­samt. Die Aus­wahl wech­selt monat­lich.

Ange­sichts sol­cher Knül­ler der Kon­kur­renz haben die Ver­ant­wort­li­chen bei Ama­zon garan­tiert gera­de wie­der einen Zwerch­fell­krampf vom Lachen …

Wer dem gran­dio­sen Ange­bot nicht wider­ste­hen kann, darf das Abo ab heu­te bei Toli­no abschlie­ßen, es ist monat­lich künd­bar. Die aktu­el­len Titel sind eher älte­re Schin­ken.

[Update:] Was ich über­sah: Es ist noch viel gei­ler: Man darf im Rah­men des Abos monat­lich maxi­mal vier eBooks aus­lei­hen. HAHAHA! (Dank an Fal­ko Löff­ler, der mich auf den Punkt hin­wies).

Logo Toli­no Copy­right toli­no media GmbH & Co. KG

Holtzbrinck, Bonnier und Skoobe – und die öffentlichen Büchereien

Holtzbrinck, Bonnier und Skoobe – und die öffentlichen Büchereien

ebookpreise

Neu­lich hat­te ich mich in einem Kom­men­tar über die Kon­di­tio­nen beklagt, die die Ver­lags­grup­pen Holtz­brinck und Bon­nier den Onlei­hen der öffent­li­chen Biblio­the­ken gemacht hat­ten. Ein Ange­bot, das die­se dan­kend ablehn­ten, da es auch in mei­nen Augen nicht nur finan­zi­ell über­zo­gen war. Erneut soll­ten eBooks völ­lig anders als Print­bü­cher behan­delt wer­den, und erneut zeig­te sich das bigot­te Han­deln der Publi­kums­ver­la­ge: Zum einen lob­byisiert man inten­siv, um eBooks den Büchern gleich­zu­stel­len, aber gleich­zei­tig möch­te man von die­sem Sta­tus gern jede Men­ge Aus­nah­men, die natür­lich nur den Rech­te­ver­wer­tern nut­zen sol­len. Die Inter­es­sen der Nut­zer blei­ben außen vor, ein Ungleich­ge­wicht, dass dank mas­si­ver Ein­fluss­nah­me der Ver­wer­ter auf die Poli­tik immer mehr in Schief­la­ge gerät. Mit dem Vor­sit­zen­den des Ver­le­ger­aus­schus­ses hat­te sich ein Lob­by­ver­tre­ter zu Wort gemel­det und in Kom­men­ta­ren ordent­lich Pro­pa­gan­da für die Hal­tung der Ver­la­ge gemacht.

Jetzt wird kla­rer, war­um Holtz­brinck und Bon­nier den Büche­rei­en sol­che inak­zep­ta­blen Ange­bo­te machen: Tat­säch­lich möch­te Bon­nier lie­ber selbst an attrak­ti­ven Lei­h­an­ge­bo­ten ver­die­nen und tut sich zu die­sem Zweck mit der Lese­flat­rate Skoo­be zusam­men. Ab sofort sind die Bücher der Bon­nier-Ver­lags­töch­ter dort zu erhal­ten, Skoo­be ist ohne­hin bereits ein Pro­jekt von Holtz­brinck und Ran­dom House. Die möch­ten halt lie­ber direkt an einem Ent­leih­ge­schäft ver­die­nen, statt einen Bruch­teil davon Stadt­bü­che­rei­en zu über­las­sen. Sicher auch mit der Idee im Hin­ter­kopf, dass der Leser ver­mut­lich das Geld für eine Leih­flat­rate berappt, wenn die gewünsch­ten eBooks in der Onlei­he nicht zu erhal­ten sind. Das mag so sein, aber ein sol­cher Leser ist sich garan­tiert auch im Kla­ren dar­über, dass er dann bei Ama­zon deut­lich bes­ser auf­ge­ho­ben ist, als bei Skoo­be.

Man darf anhand der bekann­ten Lizen­sie­rungs­kos­ten sol­cher Flat­rates davon aus­ge­hen, dass die Kon­di­tio­nen dort um Län­gen schlech­ter sind, als bei den Leih­bü­che­rei­en und die Autoren von den Erlö­sen so gut wie nichts sehen. In die­sem Licht kann man die Aus­sa­gen von Herrn Ulmer noch­mal bewer­ten …

Amazon meldet jetzt auch in Deutschland eBooks mit Qualitätsproblemen

Amazon meldet jetzt auch in Deutschland eBooks mit Qualitätsproblemen

Percy Jackson bei Amazon

Anfang des Jah­res ging es durch den vir­tu­el­len Blät­ter­wald haupt­säch­lich rund ums Self­pu­bli­shing: Online­händ­ler Ama­zon woll­te Feh­ler in eBooks erken­nen und dann irgend­wie reagie­ren. In den USA geschieht das bereits seit Febru­ar 2016, jetzt auch im deut­schen Shop.

eBooks bei denen Qua­li­täts­pro­ble­me fest­ge­stellt wer­den, mar­kiert Ama­zon mit ent­spre­chen­den Hin­wei­sen. Das kön­nen bei­spiels­wei­se Recht­schreib­feh­ler oder falsch for­ma­tier­te Bil­der sein. Der Mel­dung »Qua­li­täts­pro­ble­me wur­den gemel­det« nach zu urtei­len, greift das Sys­tem dabei aber offen­bar nicht auf auto­ma­ti­sier­te Algo­rith­men zurück, son­dern auf Rück­mel­dun­gen von Kun­den.

Falls in den Ver­la­gen jetzt ein lau­tes »Hähä!« anhebt, da jetzt die unlieb­sa­me Self­pu­blisher-Kon­kur­renz ihr Fett weg bekommt, freut man sich dort aller­dings zu früh, denn wie wir wis­sen, lei­den auch ver­meint­li­che Pro­fi-Publi­ka­tio­nen unter Pro­ble­men, sei­en es Recht­schreib­feh­ler, oder gleich kom­plett mise­ra­bel erstell­te eBooks. Das zeigt sich bei­spiels­wei­se an Carl­sens PERCY JACKSON – DIE LETZTE GÖTTIN, das einen ent­spre­chen­den Hin­weis ver­passt bekom­men hat.

Unklar sind wie so oft die Kri­te­ri­en, die bei Ama­zon ange­setzt wer­den, auch bleibt im Unge­wis­sen, wie­vie­le Mel­dun­gen zusam­men kom­men, oder wie wahr­heits­ge­treu die­se sein müs­sen, damit eBooks eine ent­spre­chen­de Mar­kie­rung ver­passt bekom­men. Laut Recher­chen von lesen.net geht Ama­zon dabei aber offen­bar nach der Prä­mis­se »lie­ber eins mehr als eins weni­ger kenn­zeich­nen« vor.

Man soll­te also mög­li­cher­wei­se neben Ama­zons Hin­weis auch mal einen Blick in die Bewer­tun­gen wer­fen, denn wenn ein Buch tau­sen­de fünf-Ster­ne-Wer­tun­gen hat, soll­te man den Hin­weis viel­leicht nicht zu schwer gewich­ten.

Autoren wie Ver­la­ge erhal­ten übri­gens eine Lis­te der Feh­ler, um die­se behe­ben zu kön­nen, nach­dem das gesche­hen ist, sol­len die neu­en Ver­sio­nen wie bis­her kurz­fris­tig online ste­hen und der Hin­weis ver­schwin­den. Man darf gespannt sein, ob das auch in der Pra­xis funk­tio­niert.

Onleihe: Bonnier und Holtzbrinck kriegen den Hals nicht voll

Onleihe: Bonnier und Holtzbrinck kriegen den Hals nicht voll

ebookpreise

Onlei­he nennt sich das Ver­fah­ren, mit dem die eBooks auch bei dem Stadt­bü­che­rei­en ange­kom­men sein soll­ten. Tat­säch­lich steht dem aller­dings im Weg, dass den Ver­la­gen die Onlei­hen ein Dorn im Auge sind, da sie der Ansicht sind, dass dadurch ihr Ein­kom­men erheb­lich gemin­dert wird. Des­we­gen hört man aus Rich­tung der Ver­la­ge und des Bör­sen­ver­eins zu die­sem The­ma bereits seit Jah­ren viel »Mimi­mi«.

Bon­nier und Holtz­brinck (und damit auch Droemer Knaur, Fischer, Kie­pen­heu­er & Witsch, Rowohlt, Piper, Ull­stein und Carl­sen) haben den Büche­rei­en jetzt ein Ange­bot gemacht, das die­se sehr wohl ableh­nen kön­nen. Auch wenn man hef­tig her­um­lob­byisiert hat, um fest­zu­stel­len, dass eBooks auch ganz nor­ma­le Bücher im Sin­ne des Buch­preis­bin­dungs­ge­set­zes sind, möch­te man für die Onlei­he-eBooks offen­bar einen ande­ren Sta­tus inklu­si­ve Ver­falls­da­tum.

Denn die Lizenz­be­din­gun­gen beinhal­ten zum einen, dass die klas­sisch klam­men Biblio­the­ken für eBooks den zwei­ein­halb­fa­chen End­kun­den­preis bezah­len sol­len. Für den erhöh­ten Preis haben die dann auch noch ein beson­de­res Fea­ture: ein Ver­falls­da­tum. Denn die Lizen­zen sol­len nach zwei vier Jah­ren oder gera­de mal 52 Aus­leih­vor­gän­gen ver­fal­len.

Der Biblio­theks­ver­band Fran­ken hat es dann in einer Stel­lung­nah­me nach­voll­zieh­ba­rer­wei­se auch abge­lehnt, eBook-Lizen­zen zu die­sen Bedin­gun­gen zu erwer­ben. Ich gehe davon aus, dass ande­re nach­zie­hen wer­den.

Da sehen wir in mei­nen Augen wie­der ein­mal, dass gro­ßen Ver­la­gen die klin­geln­de Kas­se offen­bar deut­lich wich­ti­ger ist, als die Unter­stüt­zung von Kunst und Kul­tur bei gemein­nüt­zi­gen Ein­rich­tun­gen wie Stadt­bü­che­rei­en. Die­je­ni­gen, die sich selbst immer wie­der gern als Kul­tur­hü­ter und ‑Unter­stüt­zer gerie­ren, sind mei­ner Ansicht nach längst pri­mär zu Geld­hü­tern gewor­den. Per­so­nen, die auf die Büche­rei­en ange­wie­sen sind, weil sie sich den Buch­kauf nicht leis­ten kön­nen (in Deutsch­land ist inzwi­schen jeder Fünf­te arm oder von Armut bedroht), schau­en in die Röh­re.