EU-Finanzminister machen Weg für geringere Besteuerung von eBooks frei

EU-Finanzminister machen Weg für geringere Besteuerung von eBooks frei

Es war seit Jahren eine nicht nachzu­vol­lziehende Regelung: Auf Büch­er fällt eine Mehrw­ert­s­teuer von 7% an (weil es sich um Kul­turgüter han­delt, sagt man), für eBooks und andere elek­tro­n­is­che Pub­lika­tio­nen wie beispiel­sweise PDF-Aus­gaben von Zeitschriften fiel 19% MWSt an, weil die nicht als Büch­er son­dern als Dien­stleis­tun­gen eingestuft wur­den.

Auf Anrat­en der EU-Kom­mis­sion haben die EU-Finanzmin­is­ter heute beschlossen, dass es den Län­dern freigestellt wer­den soll, einen gerin­geren Steuer­satz auf eBooks & Co. zu ermöglichen. Schon vor unge­fähr einem Jahr hat­te das eU-Par­la­ment für die ver­ringerten Steuer­sätze ges­timmt. Finanzmin­is­ter Scholz hat bere­its angekündigt, dass er das im #neu­land so schnell wie möglich umset­zen will.

Bish­er galt inner­halb der EU ein Min­dest­s­teuer­satz von 15% auf eBooks und ähn­liche Pub­lika­tio­nen.

Damit wer­den auch Bundleange­bote für Print und eBook deut­lich ein­fach­er anbi­et­bar als bish­er, denn bis dato hat­te das wegen der unter­schiedlichen Steuer­sätze einen deut­lichen Mehraufwand bedeutet, so dass etliche Anbi­eter darauf verzichteten.

Ich würde übri­gens nicht davon aus­ge­hen, dass eBooks dadurch gün­stiger wer­den, son­dern dass ins­beson­dere die Großver­lage sich die Dif­ferenz ein­stre­ichen wer­den.

Update: Pegasus und die eBooks …

Update: Pegasus und die eBooks …

Ich hat­te mich vorgestern darüber gewun­dert, dass man SHAD­OWRUN-Romane aus dem Pega­sus-Ver­lag nicht als eBooks bekom­men kann. Das war so pauschal nicht ganz kor­rekt, wie ich auch schon im ursprünglichen Artikel ergänzt hat­te. Die grund­sät­zliche Fehlein­schätzung ent­stand daraus, dass man a) auf den Seit­en der Büch­er auf der Ver­lagshome­page kein­er­lei Hin­weise auf die eBooks fand (ohne­hin wirkt der Shop des Pega­sus Ver­lags, als sei er aus dem let­zten Jahrtausend übrig geblieben) und b) auch bei Ama­zon nicht das Ger­ing­ste zu find­en war.

Ich wurde dann von Drit­ten darauf hingewiesen, dass es noch pegasusdigital.de gäbe. Das ist kor­rekt, es han­delt sich um einen Shop, der via Dri­veThruRPG betrieben wird. Aber auch dort fand ich für etliche der Romane nur PDFs vor – und PDFs sind kein eBook-For­mat, son­dern ein Doku­mente­naus­tauschfor­mat und für die Nutzung auf dedi­zierten eRead­ern ungeeignet.

Ich fragte bere­its vor den Hin­weisen beim Ver­lag nach, warum es keine eBooks zu SHAD­OWRUN-Roma­nen gebe. Die Antwort war kurz:

Alle unsere Romane gibt es als eBook, allerd­ings derzeit nur für Toli­no. Sie find­en sie unter fol­gen­dem Link: (Link zu Thalia)

Aha. Daraufhin fragte ich nach und erhielt heute Antworten:

1. Auf der Web­seite Ihres Ver­lags finde ich an den Print­ver­sio­nen kein­er­lei Hin­weise auf eBook-Fas­sun­gen. Warum nicht?

Die Web­seite unseres Ver­lags erfordert, dass wir die Links zu ebook-Fas­sun­gen per Hand einpfle­gen – was leicht in Vergessen­heit gerät. Das wer­den wir jet­zt allerd­ings nach­holen, vie­len Dank für den Hin­weis!

An dieser Stelle möchte ich nochmal den Hin­weis auf den alt­back­e­nen Shop wieder­holen. Son­der­lich pro­fes­sionell wirkt das nicht.

2. Auf pegasusdigital.de find­en sich für die meis­ten Büch­er nur PDF-Fas­sun­gen, keine ePub-Ver­sio­nen. Warum nicht?

Die Romane gibt es als epub-Ver­sio­nen auf pegasusdigital.de. Rol­len­spiele haben viele Illus­tra­tio­nen, Kästen, Schmuck­ele­mente etc. Deshalb bevorzu­gen wir ein sta­tis­ches For­mat – PDF -, das unab­hängig vom Endgerät des Users gle­ich aussieht.

Diese Aus­sage ist inko­r­rekt, denn mache Romane gibt es defin­i­tiv auf pegasusdigital.de nur als PDF, beispiel­sweise IWANS WEG oder FEUER UND FROST. Offen­bar ist also auch dieser Shop schlecht gepflegt. Der Hin­weis auf Rol­len­spiele macht an dieser Stelle über­haupt keinen Sinn, denn ich hat­te ja aus­drück­lich nach Roma­nen gefragt.

3. Warum wer­den die Romane nicht für Ama­zons eRead­er zur Ver­fü­gung gestellt, son­dern auss­chließlich im ePub-For­mat?

Die Umset­zung für Ama­zons eRead­er ist in Arbeit, wobei sich jedoch lei­der noch kein genauer Zeit­punkt für eine Veröf­fentlichung dafür nen­nen lässt.

Wie lange gibt es jet­zt in Deutsch­land eBooks via Ama­zon? Sog­ar Klein­ver­lage und Self­pub­lish­er sind seit Jahren völ­lig prob­lem­los in der Lage, eBooks über Ama­zon bere­it zu stellen, aber Pega­sus kann das Ende des Jahres 2018 immer noch nicht. Es gibt zahllose Dien­stleis­ter, die das für einen Ver­lag übernehmen kön­nen, wenn der das nicht selb­st machen will. Wäre es nicht so trau­rig, kön­nte man lachen. Ich habe eher den Ein­druck, als sei es den Ver­ant­wortlichen beim Ver­lag völ­lig wumpe, ob es die eBooks beim Mark­t­führer gibt.

4. Heißt »nur für den Toli­no«, dass andere Lesegeräte als Toli­no nicht unter­stützt wer­den?

Kor­rekt, momen­tan sind unsere eBooks nur für Toli­no-Lesegeräte und Geräte mit Toli­no-Lese-App ver­füg­bar.

Selt­same Antwort, denn auf pega­sus­dig­i­tal sind expliz­it auch andere Lesegeräte genan­nt (Nook, Sony), solange sie das For­mat ePub unter­stützen. Ich habe keinen Test bei Thalia und Co gemacht, da ich auf einem Kin­dle lese, aber ich gehe eigentlich davon aus, dass man die ePubs auch abseits von Toli­no und dessen Apps ein­fach herunter laden und auf beliebi­gen Endgeräten benutzen kön­nen sollte.

5. Sind die ePubs DRM-geschützt oder kann man sie nach Erwerb ins mobi-oder azw-For­mat kon­vertieren?

Die ebub-Ver­sio­nen unser­er Romane sind nicht DRM-geschützt.

Na immer­hin das, man kön­nte also, wenn man unbe­d­ingt wollte, die ePub-Fas­sung kaufen und die mit­tels Cal­i­bre in eine mobi oder azw-Fas­sung umwan­deln, um sie auf dem Kin­dle lesen zu kön­nen. Mit den üblichen Prob­le­men, die durch eine Kon­vertierung entste­hen kön­nen.

6. Den Roman »Alter Ego« finde ich auch bei Thalia nicht als eBook.
Warum nicht?

Die Print­aus­gabe von »Alter Ego« ist jüngst erschienen und die Toli­no-eBook-Aus­gabe fol­gt in Kürze.

Auch das finde ich im Jahr 2018 eher befremdlich. Warum ste­ht eine eBook-Aus­gabe nicht zeit­gle­ich zur Ver­fü­gung?

Bei kleinen Klitschen kön­nte ich manch­es davon mit Mühe nachvol­lziehen, aber bei Pega­sus han­delt es sich um einen namhaften deutschen Ver­lag aus dem Bere­ich Gesellschafts- und Rol­len­spiele. Dass die noch analoger und rück­ständi­ger zu sein scheinen, als ihre Vet­tern aus der herkömm­lichen Buch­branche lässt mich beina­he fas­sungs­los zurück. Dass es dabei um SHAD­OWRUN-Romane aus ein­er tech­nisierten Zukun­ft geht, rückt das Dilem­ma sog­ar ins Komö­di­antis­che. Die Antworten lassen zudem eine gewisse Ahnungslosigkeit erken­nen, wenn es um eBooks geht.

Ich hat­te vor, SHAD­OWRUN-eBooks zu kaufen, aber das Kon­vertieren zu ePub und dann hantieren mit USB-Kabel, um die eBooks vom Rech­n­er auf den Kin­dle zu bekom­men, ist mir zuviel Gen­erve. Es gibt aber mehr als genug eBooks ander­er Anbi­eter als Alter­na­tiv­en, denen ich mein Geld hin­ter­her wer­fen kann, wenn Pega­sus es nicht haben möchte.

Bild von mir, darin ein Facepalm von Alex E. Proimos, aus der WikipediaCC BY

Willkommen im 21. Jahrhundert: Keine eBooks bei Pegasus

Willkommen im 21. Jahrhundert: Keine eBooks bei Pegasus

Edit: Es gibt ein Update in einem weit­eren Artikel.

Das Neu­land, unent­deck­te Tech­nik. Wir schreiben das 21. Jahrhun­dert, und das immer­hin seit 18 Jahren, auch wenn man in Deutsch­land an allzu vie­len Stellen nichts davon bemerkt. Der Pega­sus-Ver­lag ist nicht nur für die deutsche Fas­sung des Pen & Paper-Rol­len­spiels SHADOWRUN ver­ant­wortlich, son­dern bringt auch neue Romane von deutschen Autoren dazu her­aus.

SHADOWRUN spielt in ein­er nahen Cyber­punk-Zukun­ft, zwar gar­niert mit Orks, Elfen, Zwer­gen und Magie, aber in seinem Kern trotz­dem hochtech­nisiert, mit Netrun­nern, Rig­gern und Cyber­ware.

Ger­ade bei diesem High­tech-The­ma sollte man eigentlich davon aus­ge­hen, dass es die Romane auch als eBooks bekom­men kann. Doch als ich ger­ade einen neu erschienen Roman eines mir bekan­nten Autors bestellen wollte, musste ich Erschreck­endes fest­stellen: Es gibt nicht einen einzi­gen SHAD­OWRUN-Roman aus dem Hause Pega­sus als eBook. Im 21. Jahrhun­dert. Ern­sthaft. Da bleibe ich völ­lig fas­sungs­los zurück. Jed­er Klein­ver­lag ist heutzu­tage in der Lage, eBooks zu erstellen oder erstellen zu lassen. Ich kenne einen Haufen Self­pub­lish­er, die prob­lem­los vali­dierende eBooks her­stellen kön­nen (ich mache das ja mit den Steam­punk-Chroniken auch schon seit sieben Jahren). Inde­sign kann eBook-For­mate exportieren, eben­so wie OpenOf­fice (mit Plu­g­in). Man kann auch spezial­isierte Soft­ware wie Jutoh nutzen, und die ist zudem spot­tbil­lig.

Aber ein namhafter Ver­lag wie Pega­sus ist dazu nicht in der Lage? Ich kann es nicht fassen, finde das in hohem Maße pein­lich und auch ziem­lich trau­rig. Damit bin ich als Kunde lei­der raus, denn ich lese inzwis­chen allein aus ergonomis­chen Grün­den (kommt mal in mein Alter …) fast auss­chließlich eBooks; meinen ersten eRead­er habe ich übri­gens bere­its 2008 gekauft, also vor sagen­haften zehn Jahren.

Ich werde mal ver­suchen eine Stel­lung­nahme von Pega­sus zu bekom­men.

Update: Nach­dem ich zuerst nur einen Roman im PDF-For­mat gefun­den hat­te, muss ich nach Hin­weis fest­stellen, dass es auf pegasusdigital.de tat­säch­lich auch ePub-Fas­sun­gen von SHAD­OWRUN-Büch­ern gibt (zwei Stück). Allerd­ings offen­bar nur dort und Kin­dle ist Fehlanzeige (als Kin­dle-Nutzer hat­te ich natür­lich bei Ama­zon geschaut). Allerd­ings nur ein paar, manche davon wer­den auch dort nur als PDFs ange­boten. Offen ist ins­beson­dere die Frage, warum die Büch­er nicht für den Kin­dle ange­boten wer­den. Ich warte auf die Antwort von Pega­sus und hake dann nach.

Ich stelle mir zudem die Frage, warum auf der »analo­gen« Shop­seite, wo sie das Totholz anbi­eten, nicht auf die eBooks hingewiesen wird, so dass der Ein­druck entste­hen muss, es gäbe keine?

Bild von mir, darin ein Facepalm von Alex E. Proimos, aus der Wikipedia, CC BY

Lesestoff für kleines Geld: Humble Book Bundle: SF & Fantasy

Lesestoff für kleines Geld: Humble Book Bundle: SF & Fantasy

Hum­ble haut mal wieder ein eBook-Bun­dle mit Sci­ence Fic­tion- und Fan­ta­sy-Büch­ern raus, dies­mal von Angry Robot Books. Bere­its auf der kle­in­sten Stufe, also für einen Dol­lar, erhält man sechs Elek­trobüch­er aus ver­schieden­sten Gen­res wie Fan­ta­sy, Cyber­punk oder Urban Fan­ta­sy.

Legt man 15 Dol­lar, also knapp über 12 Euro, bekommt man das kom­plette Bun­dle aus ins­ge­samt 20 eBooks, das sind dann deut­lich unter einem Euro pro Buch.

Zeit hat man dafür noch ein wenig mehr als 13 Tage, auf der Web­seite gibt es auch eine Erin­nerungs­funk­tion.

Die eBooks sind wie immer erfreulicher­weise DRM-frei und liegen in den For­mat­en epub, mobi und pdf vor, kön­nen also auf ver­schiede­nen Plat­tfor­men genutzt wer­den.

Screen­shot Web­seite Copy­right Hum­ble Bun­dle Inc.

Lobbylutscherei: eBooks vom Geoblocking-Verbot ausgenommen

Lobbylutscherei: eBooks vom Geoblocking-Verbot ausgenommen

Die Europäis­che Union arbeit­et bere­its seit län­gerem an Verord­nun­gen, die dafür sor­gen, dass es kein Geoblock­ing von Kun­den mehr gibt. Damit kön­nte man dann europaweit Geräte und Dien­stleis­tun­gen einkaufen, ohne dass einem dabei Fil­ter in die Quere kom­men, die einen basiert auf dem Land, aus dem man stammt, block­ieren. Man nen­nt diesen Vor­gang Geoblock­ing.

Das soll angesichts der Real­itäten in ein­er dig­i­tal­isierten, glob­al­isierten Inter­netwelt abgeschafft wer­den, und das ist auch gut so, denn es ist nicht einzuse­hen, warum europäis­ch­er Bin­nen­markt oder Glob­al­isierung immer nur Fir­men zugute kom­men sollen, aber nicht Ver­brauch­ern.

Doch dank mas­siv­er Lob­b­yarbeit unter anderem des Börsen­vere­ins des Deutschen Buch­han­dels, sollen eBooks expliz­it von der Geoblock­ing-Vere­in­barung aus­geschlossen bleiben. Einen sach­lichen Grund dafür gibt es außer Pfrün­desicherung nicht, außer vielle­icht die Angst, dass die fos­sile und längst über­flüs­sig gewor­dene Buch­preis­bindung aufgewe­icht wer­den kön­nte.

Als Begrün­dung wird dabei unter anderem tat­säch­lich ange­bracht, dass

»auf­grund natür­lich­er Sprach­bar­ri­eren zwis­chen den Län­dern Verkäufe über Gren­zen hin­aus ohne­hin ger­ing blieben, und die notwendi­gen tech­nis­chen Investi­tio­nen, um über Gren­zen hin­weg zu verkaufen zu hoch wären«

… und dadurch kleine und mit­tlere Unternehmen gezwun­gen wür­den, aus dem Verkauf von Büch­ern auszusteigen.

Das ist natür­lich dummes Geschwätz, denn die Prob­leme, über Gren­zen hin­weg Waren zu verkaufen, hat jede Branche, nicht nur der Buch­han­del. Und wenn die gren­züber­greifend­en Verkäufe tat­säch­lich nicht ins Gewicht fall­en, wäre das in meinen Augen sog­ar eher ein Grund dafür, europaweites Verkaufen von eBooks zu ermöglichen. Das mit den kleinen Unternehmen ist Augen­wis­cherei und falsch, im Rah­men des gren­züber­greife­nen Anbi­etens von Dien­stleis­tun­gen, das vor eini­gen Jahren einge­führt wurde, hat der Geset­zge­ber ohne­hin vere­in­fachte Möglichkeit­en für kleine Anbi­eter geschaf­fen, um mit den geset­zlichen Vor­gaben beispiel­sweise in Sachen Umsatzs­teuer zurecht zu kom­men (Stich­wort: One-Stop-Shop). Und wenn so ziem­lich jed­er kleine Krauter das inzwis­chen kann, dann soll­ten es auch Buch­händler auf die Kette bekom­men kön­nen. Aber die ver­schlafen ja lieber auf ihrem san­ften Kissen namens Buch­preis­bindung weit­er­hin die Dig­i­tal­isierung – und diese Ein­flussnahme auf EU-Verord­nun­gen soll dafür sor­gen, dass sie auch nicht aufwachen müssen.

Grund für die Ein­wirkung auf die Poli­tik dürfte in meinen Augen eher sein, dass nicht-deutschsprachige eBooks in Deutsch­land maß­los über­teuert sind, und in anderen Län­dern erhe­blich gün­stiger gekauft wer­den kön­nten, sog­ar zum Teil noch gün­stiger als hierzu­lande ohne­hin bere­its bei Ama­zon.

Dass die EU-Poli­tik vor der Buchlob­by eingeknickt ist, finde ich offen gesagt zum Kotzen.

p.s.: Mit der Hil­fe von VPNs kann man Geoblock­ing mehr oder weniger legal umge­hen (möglicher­weise unter­sagen die AGB des jew­eili­gen Anbi­eters das).

Humble Book Bundle: Stellar SF & Fantasy für kleines Geld

Humble Book Bundle: Stellar SF & Fantasy für kleines Geld

Phan­tastik-Fre­unde mit einem eBook-Read­er aufge­merkt: Bei Hum­ble Bun­dle gibt es mal wieder einen »Stapel« eBooks aus dem Bere­ich SF & Fan­ta­sy für kleines Geld.

Enthal­ten sind Büch­er zahllos­er namhafter Autoren, wie beispiel­sweise Jeff Van­der­Meer, Peter S. Bea­gle, Tad Williams, Patri­cia A. McKil­lip, Bruce Ster­ling, Cory Doc­torow, Alas­tair Reynolds, Bran­don Sander­son und Nan­cy Kress.

Die eBooks sind selb­stver­ständlich DRM-frei und liegen als pdf, mobi (Kin­dle) sowie epub vor.

Wie immer gibt es ver­schiedene Bezahl-Stufen für die man unter­schiedliche eBook-Pakete erhält. Das Ganze begin­nt bei einem Dol­lar (unge­fähr 0,85 Euro), um alle Büch­er zu bekom­men, muss man 18 Dol­lar (ca. 15,32 Euro) berap­pen.

Alle Details auf der Seite von Hum­ble Bun­dle.

HUMBLE RPG BOOK BUNDLE: PATHFINDER

HUMBLE RPG BOOK BUNDLE: PATHFINDER

Eigentlich weise ich hier nicht mehr auf jedes Hum­ble Bun­dle hin, da die inzwis­chen etwas infla­tionär gewor­den sind. Dies­mal geht es allerd­ings nicht um Com­put­er­spie­len, son­dern um Rol­len­spiele.

Der Name ist äußerst sper­rig: Das HUMBLE RPG BOOK BUNDLE – PATHFINDER WORLDSCAPE ULTIMATE CROSSOVER enthält nicht nur Rol­len­spiel-Quel­len­büch­er, son­dern auch Comics von Dyna­mite (wie das genau zusam­men­passt ist mir nicht ganz klar gewor­den, aber vielle­icht weiß ja ein Leser mehr).

Neben RPG-PDFs und Comics bekommt man auch noch Bat­tlemaps (die man sich dann ver­mut­lich aus­druck­en muss) und im höch­sten Tier eine Hand­voll Minia­turen.

Die Comics liegen als PDF, CBZ und ePub vor, die Rol­len­spiel-Büch­er als PDF.

Tolino-Allianz: Neues eBook-Abo – wir haben gelacht

Tolino-Allianz: Neues eBook-Abo – wir haben gelacht

Es war ja schon abzuse­hen, dass die Buchmesse wieder für Gelächter über die Buch­branche führen würde. Und so ist es natür­lich auch.

Die Toli­no-Allianz feiert heute mit viel Presse-Tam­tam und ein­er Vorstel­lung in Frank­furt ihr tolles, neues eBook-Abo ab. Als beson­ders vorteil­haft heben sie her­vor, dass es sich um eine »reduzierte Auswahl« han­delt, und faseln von »Klasse statt Masse«. Ern­sthaft.

Für einen Preis von fast zehn Euro im Monat darf man »frei« aus 40 Titeln der Gen­res »Romane & Erzäh­lun­gen«, »Krim­is & Thriller«, »Fan­ta­sy & Sci­ence Fic­tion« und »Liebesro­mane & Erotik« wählen. Damit wir uns kor­rekt ver­ste­hen: Nicht 40 Titel pro Genre, son­dern ins­ge­samt. Die Auswahl wech­selt monatlich.

Angesichts solch­er Knüller der Konkur­renz haben die Ver­ant­wortlichen bei Ama­zon garantiert ger­ade wieder einen Zwer­ch­fel­lkrampf vom Lachen …

Wer dem grandiosen Ange­bot nicht wider­ste­hen kann, darf das Abo ab heute bei Toli­no abschließen, es ist monatlich künd­bar. Die aktuellen Titel sind eher ältere Schinken.

[Update:] Was ich über­sah: Es ist noch viel geil­er: Man darf im Rah­men des Abos monatlich max­i­mal vier eBooks auslei­hen. HAHAHA! (Dank an Falko Löf­fler, der mich auf den Punkt hin­wies).

Logo Toli­no Copy­right toli­no media GmbH & Co. KG

Holtzbrinck, Bonnier und Skoobe – und die öffentlichen Büchereien

Holtzbrinck, Bonnier und Skoobe – und die öffentlichen Büchereien

ebookpreise

Neulich hat­te ich mich in einem Kom­men­tar über die Kon­di­tio­nen beklagt, die die Ver­lags­grup­pen Holtzbrinck und Bon­nier den Onlei­hen der öffentlichen Bib­lio­theken gemacht hat­ten. Ein Ange­bot, das diese dank­end ablehn­ten, da es auch in meinen Augen nicht nur finanziell über­zo­gen war. Erneut soll­ten eBooks völ­lig anders als Print­büch­er behan­delt wer­den, und erneut zeigte sich das big­otte Han­deln der Pub­likumsver­lage: Zum einen lob­by­isiert man inten­siv, um eBooks den Büch­ern gle­ichzustellen, aber gle­ichzeit­ig möchte man von diesem Sta­tus gern jede Menge Aus­nah­men, die natür­lich nur den Rechtev­er­w­ert­ern nutzen sollen. Die Inter­essen der Nutzer bleiben außen vor, ein Ungle­ichgewicht, dass dank mas­siv­er Ein­flussnahme der Ver­w­ert­er auf die Poli­tik immer mehr in Schieflage gerät. Mit dem Vor­sitzen­den des Ver­legerauss­chuss­es hat­te sich ein Lob­byvertreter zu Wort gemeldet und in Kom­mentaren ordentlich Pro­pa­gan­da für die Hal­tung der Ver­lage gemacht.

Jet­zt wird klar­er, warum Holtzbrinck und Bon­nier den Büchereien solche inakzept­ablen Ange­bote machen: Tat­säch­lich möchte Bon­nier lieber selb­st an attrak­tiv­en Lei­hange­boten ver­di­enen und tut sich zu diesem Zweck mit der Lese­fla­trate Skoobe zusam­men. Ab sofort sind die Büch­er der Bon­nier-Ver­lagstöchter dort zu erhal­ten, Skoobe ist ohne­hin bere­its ein Pro­jekt von Holtzbrinck und Ran­dom House. Die möcht­en halt lieber direkt an einem Entlei­hgeschäft ver­di­enen, statt einen Bruchteil davon Stadt­büchereien zu über­lassen. Sich­er auch mit der Idee im Hin­terkopf, dass der Leser ver­mut­lich das Geld für eine Lei­h­fla­trate berappt, wenn die gewün­scht­en eBooks in der Onlei­he nicht zu erhal­ten sind. Das mag so sein, aber ein solch­er Leser ist sich garantiert auch im Klaren darüber, dass er dann bei Ama­zon deut­lich bess­er aufge­hoben ist, als bei Skoobe.

Man darf anhand der bekan­nten Lizen­sierungskosten solch­er Fla­trates davon aus­ge­hen, dass die Kon­di­tio­nen dort um Län­gen schlechter sind, als bei den Lei­h­büchereien und die Autoren von den Erlösen so gut wie nichts sehen. In diesem Licht kann man die Aus­sagen von Her­rn Ulmer nochmal bew­erten …

Amazon meldet jetzt auch in Deutschland eBooks mit Qualitätsproblemen

Amazon meldet jetzt auch in Deutschland eBooks mit Qualitätsproblemen

Percy Jackson bei Amazon

Anfang des Jahres ging es durch den virtuellen Blät­ter­wald haupt­säch­lich rund ums Self­pub­lish­ing: Online­händler Ama­zon wollte Fehler in eBooks erken­nen und dann irgend­wie reagieren. In den USA geschieht das bere­its seit Feb­ru­ar 2016, jet­zt auch im deutschen Shop.

eBooks bei denen Qual­ität­sprob­leme fest­gestellt wer­den, markiert Ama­zon mit entsprechen­den Hin­weisen. Das kön­nen beispiel­sweise Rechtschreibfehler oder falsch for­matierte Bilder sein. Der Mel­dung »Qual­ität­sprob­leme wur­den gemeldet« nach zu urteilen, greift das Sys­tem dabei aber offen­bar nicht auf automa­tisierte Algo­rith­men zurück, son­dern auf Rück­mel­dun­gen von Kun­den.

Falls in den Ver­la­gen jet­zt ein lautes »Hähä!« anhebt, da jet­zt die unlieb­same Self­pub­lish­er-Konkur­renz ihr Fett weg bekommt, freut man sich dort allerd­ings zu früh, denn wie wir wis­sen, lei­den auch ver­meintliche Profi-Pub­lika­tio­nen unter Prob­le­men, seien es Rechtschreibfehler, oder gle­ich kom­plett mis­er­abel erstellte eBooks. Das zeigt sich beispiel­sweise an Carlsens PERCY JACKSON – DIE LETZTE GÖTTIN, das einen entsprechen­den Hin­weis ver­passt bekom­men hat.

Unklar sind wie so oft die Kri­te­rien, die bei Ama­zon ange­set­zt wer­den, auch bleibt im Ungewis­sen, wieviele Mel­dun­gen zusam­men kom­men, oder wie wahrheits­ge­treu diese sein müssen, damit eBooks eine entsprechende Markierung ver­passt bekom­men. Laut Recherchen von lesen.net geht Ama­zon dabei aber offen­bar nach der Prämisse »lieber eins mehr als eins weniger kennze­ich­nen« vor.

Man sollte also möglicher­weise neben Ama­zons Hin­weis auch mal einen Blick in die Bew­er­tun­gen wer­fen, denn wenn ein Buch tausende fünf-Sterne-Wer­tun­gen hat, sollte man den Hin­weis vielle­icht nicht zu schw­er gewicht­en.

Autoren wie Ver­lage erhal­ten übri­gens eine Liste der Fehler, um diese beheben zu kön­nen, nach­dem das geschehen ist, sollen die neuen Ver­sio­nen wie bish­er kurzfristig online ste­hen und der Hin­weis ver­schwinden. Man darf ges­pan­nt sein, ob das auch in der Prax­is funk­tion­iert.

Onleihe: Bonnier und Holtzbrinck kriegen den Hals nicht voll

Onleihe: Bonnier und Holtzbrinck kriegen den Hals nicht voll

ebookpreise

Onlei­he nen­nt sich das Ver­fahren, mit dem die eBooks auch bei dem Stadt­büchereien angekom­men sein soll­ten. Tat­säch­lich ste­ht dem allerd­ings im Weg, dass den Ver­la­gen die Onlei­hen ein Dorn im Auge sind, da sie der Ansicht sind, dass dadurch ihr Einkom­men erhe­blich gemindert wird. Deswe­gen hört man aus Rich­tung der Ver­lage und des Börsen­vere­ins zu diesem The­ma bere­its seit Jahren viel »Mim­i­mi«.

Bon­nier und Holtzbrinck (und damit auch Droe­mer Knaur, Fis­ch­er, Kiepen­heuer & Witsch, Rowohlt, Piper, Ull­stein und Carlsen) haben den Büchereien jet­zt ein Ange­bot gemacht, das diese sehr wohl ablehnen kön­nen. Auch wenn man heftig herum­lob­by­isiert hat, um festzustellen, dass eBooks auch ganz nor­male Büch­er im Sinne des Buch­preis­bindungs­ge­set­zes sind, möchte man für die Onlei­he-eBooks offen­bar einen anderen Sta­tus inklu­sive Ver­falls­da­tum.

Denn die Lizenzbe­din­gun­gen bein­hal­ten zum einen, dass die klas­sisch klam­men Bib­lio­theken für eBooks den zweiein­halb­fachen End­kun­den­preis bezahlen sollen. Für den erhöht­en Preis haben die dann auch noch ein beson­deres Fea­ture: ein Ver­falls­da­tum. Denn die Lizen­zen sollen nach zwei vier Jahren oder ger­ade mal 52 Auslei­hvorgän­gen ver­fall­en.

Der Bib­lio­theksver­band Franken hat es dann in ein­er Stel­lung­nahme nachvol­lziehbar­erweise auch abgelehnt, eBook-Lizen­zen zu diesen Bedin­gun­gen zu erwer­ben. Ich gehe davon aus, dass andere nachziehen wer­den.

Da sehen wir in meinen Augen wieder ein­mal, dass großen Ver­la­gen die klin­gel­nde Kasse offen­bar deut­lich wichtiger ist, als die Unter­stützung von Kun­st und Kul­tur bei gemein­nützi­gen Ein­rich­tun­gen wie Stadt­büchereien. Diejeni­gen, die sich selb­st immer wieder gern als Kul­turhüter und -Unter­stützer gerieren, sind mein­er Ansicht nach längst primär zu Geld­hütern gewor­den. Per­so­n­en, die auf die Büchereien angewiesen sind, weil sie sich den Buchkauf nicht leis­ten kön­nen (in Deutsch­land ist inzwis­chen jed­er Fün­fte arm oder von Armut bedro­ht), schauen in die Röhre.