Der PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 631

Der PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 631

Cover Buecherbrief 631Gestern ist der neue PHANATASTISCHE BÜCHERBRIEF von Erik Schreiber in meinen virtuellen Postkas­ten geflat­tert und heute stelle ich ihn hier zum Down­load zur Ver­fü­gung.

Wie immer befasst Erik sich mit diversen Medi­en, dies­mal aus den Bere­ichen deutsche und inter­na­tionale Phan­tastik, Jugendlit­er­atur, Fanzines und Mag­a­zine, Kri­mi & Thriller, his­torische Romane, Hör­spiele und Comics. Beispiel­sweise: Miri­am Pharos SCHLANGENFUTTER, Hans J. Müggen­burgs HEXER STANLEY CHRONIKEN, Chuck Wendigs STAR WARS-Roman NACHSPIEL, Miri­am Mous´ VIRUS, dem Mag­a­zin Cthul­hu Lib­ria Neo 1, sowie GEIS­TER­SCHOCK­ER-Comics.

Eröffnet wird der Bücher­brief mit einem Bericht von der Role­play Con­ven­tion 2016 in Köln.

Der PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF liegt als PDF-Datei vor und kann hier kosten­los herunter geladen wer­den.

Bücher­brief 631 Mai 2016 (PDF, ca. 1,6 MB)

Lovelybooks entdeckt englische Bücher

Lovelybooks entdeckt englische Bücher

Lovelybooks Read English»Let‘s read in Eng­lish 2016« heißt eine aktuelle Kam­pagne bei der soge­nan­nten Buch­com­mu­ni­ty Lovely­books. Man bewirbt das Ganze mit:

You are a fan of read­ing in Eng­lish or want to read more Eng­lish books? We have the per­fect read­ing chal­lenge for you: ‘Let’s read in Eng­lish’! Read Eng­lish books, join the fun and win great prizes!

Nun ist das Geschäftsmod­ell von Lovely­books jedem klar: Man bietet den Leser ein soziales Net­zw­erk rund um Büch­er, lässt sich von denen sog­ar im Prinzip den gesamten Con­tent in Form von Besprechun­gen und Leserun­den schreiben ohne einen Cent Vergü­tung zahlen zu müssen (und sog­ar die Büch­er für Leserun­den kom­men von Autoren und Ver­la­gen selb­st – bril­liantes Geschäft­skonzept, da hätte ich drauf kom­men sollen …), und ver­di­ent an den Affil­i­ate-Links zu Ama­zon und Buch­han­del. Jet­zt ist man offen­sichtlich auf den Trichter gekom­men, dass man auch mit englis­chsprachi­gen Büch­ern ein paar Euro machen kann. Aus Sicht von Lovely­books sich­er keine ganz schlechte Idee.

Das Prob­lem dabei ist allerd­ings, dass man sowohl für englis­chsprachige Print­büch­er wie eBooks beim tra­di­tionellen Buch­han­del abseits von Ama­zon Preise bezahlen soll, die mit »Mond« noch sehr fre­undlich umschrieben sind. Wer mehr zu dem The­ma wis­sen möchte, sollte sich meinen Artikel zu Gemüte führen, in denen ich das mal detail­liert analysiert hat­te. Zudem hat­te ich bei den ver­ant­wortlichen hiesi­gen Aggre­ga­toren nachge­fragt. Die Quin­tes­senz der dabei her­aus gekomme­nen Aus­sage war salopp aus­ge­drückt: »Die Preise sind eh egal, weil englis­chsprachige Büch­er hier keine Sau inter­essieren!« Eine Reak­tion, die ich als jemand der inzwis­chen über­wiegend englis­che Orig­i­nale liest, höchst inter­es­sant fand.

Und was ist nun mit Lovely­books? Stimmt die mir gegenüber gemachte Aus­sage nicht und es wer­den doch so viele englis­che Büch­er gele­sen, dass sich so etwas lohnt? Oder ver­sucht man es ein­fach mal, weil das ohne großen Aufwand eine zusät­zliche Ein­nah­me­quelle darstellt? Ich werde mal beobacht­en, wie die Res­o­nanz ist.

Und wer solche Büch­er kaufen möchte, sollte ganz drin­gend die Preise ver­gle­ichen, denn seit dem Erscheinen des Artikels in 2013 hat sich in der Hin­sicht nicht viel (bis nichts) getan.

Screen­shot Pro­mo­grafik Copy­right Lovely­books

Reality Check: Vortrag von Anja Bagus und Alex Jahnke

Reality Check: Vortrag von Anja Bagus und Alex Jahnke

Auf dem BuCon in Dreie­ich gab es in diesem Jahr einen Vor­trag von Anja Bagus und Alex Jahnke mit dem Titel »Real­i­ty Check« Er dreht sich ums Schreiben, darum, wie man ein Autor wird und was einem dabei alles begeg­nen (Harpyien!) und passieren kann, sowie um Self­pub­lish­ing und Fak­ten zu den The­men und zum Buch­markt.

Da ich Anjas und meinen Gemein­schafts­stand hüten sollte, kon­nte ich die Kam­era lei­der nur hin­stellen und musste dann wieder entschwinden, deswe­gen ist das Video lei­der ein wenig … sta­tisch … ;) Mein beson­der­er Dank muss hier dem Tütenknis­ter­er gel­ten, der seinen Jab am Anfang wirk­lich ernst genom­men hat.

[ytv]https://www.youtube.com/watch?v=iRPxdnXSbAM[/ytv]

Revisited: buchhandel.de

Revisited: buchhandel.de

buchhandel.deIm Feb­ru­ar 2013 hat­te ich die Branchen­plat­tform buchhandel.de besucht und einem Test unter­zo­gen. Die Ergeb­nisse dieses natür­lich rein sub­jek­tiv­en Tests sind mit »ernüchternd« nur sehr unzure­ichend zu umschreiben.

Damals hieß es kurz danach auf boersenblatt.net:

Wir wol­len ge­mein­sam mit dem Buch­han­del die Platt­form in den nächs­ten Mo­na­ten kom­plett über­ar­bei­ten. Das be­trifft zum Ei­nen die Dar­stel­lung, die Su­che und den Bestell­prozess …

Da ich heute dank eines Back­links nochmal über meinen Artikel gestolpert bin, dachte ich, ich kön­nte doch mal nach­se­hen, was sich da inzwis­chen getan hat, es sind ja immer­hin fast 16 Monate ver­gan­gen. Mehr als genug Zeit, um die Plat­tform wie angekündigt zu verbessern.

Und was sehen meine Augen? Die Seite ist in exakt dem­sel­ben trau­ri­gen Zus­tand wie zum Zeit­punkt meines Tests. Es gibt kein­er­lei Verbesserung oder auch nur min­i­mal­ste Verän­derun­gen an der Suche. Geän­derte Bedin­gun­gen bei der Bestel­lung kann ich eben­falls nicht fest­stellen. Auch das Design ist exakt das­selbe wie wei­land, also alt­back­en und an den linken Rand gequetscht.
Ich habe mal die »nor­male«, also nicht die Profisuche, ver­wen­det und nach »Alan Dean Fos­ter« gesucht. Da gibt es tat­säch­lich Tre­f­fer. Fünf Stück. Wenn ich diese Suche bei Ama­zon eingebe, zeigen mir die 714 Tre­f­fer, die sich auch wirk­lich alle auf den US-Autor beziehen.

Bahn­brechend. Mit dieser Arbeitsver­weigerung will man gegen Ama­zon anstinken?

Ich ers­pare mir jeden weit­eren Kom­men­tar.

Reaktion des Betreibers von 100Fans

Reaktion des Betreibers von 100Fans

Update: 100 Fans CrowdfundingSiehe auch den Fol­geartikel: Fünf Fra­gen an 100 Fans.

Auf meinen gestri­gen Artikel zur »Crowdfunding«-Plattform 100fans von der Münch­n­er Ver­lags­gruppe erhielt ich eben­falls gestern noch eine Email mit Bitte um Richtig­stel­lung. Eigentlich wollte ich mit der Veröf­fentlichung warten, bis auch die Antworten auf meine restlichen gestell­ten Fra­gen ein­tr­e­f­fen, habe mich aber dann doch dage­gen entsch­ieden. Ich führe die von den Betreibern bemän­gel­ten Stellen hier im einzel­nen auf und gehe auch gle­ich inhaltlich darauf ein.

Der Betreiber schrieb:

Bevor ich Ihre weit­erge­hen­den Fra­gen beant­worte, muss ich Sie auf einige sach­liche Fehler in dem Artikel auf Ihrer Seite hin­weisen und um deren Berich­ti­gung bit­ten. Wenn man sich sach­lich mit etwas auseinan­der­set­zen möchte, soll­ten die Fak­ten schon stim­men.

Unwahr ist:
»…das darf in Form ei­nes eBooks oder oder her­kömm­li­chen Druck­werks da­her kom­men…«
Wahr ist: Alle 100 FANS-Büch­er wird es sowohl als E-Book als auch als gedruck­te Büch­er geben. Zum Fund­ing muss kein Autor ein fer­tiges Buch bei uns abliefern, son­dern er präsen­tiert sein Buch oder seine Buchidee mit einem Exposé oder einem Auszug auf unser­er elek­tro­n­is­chen Plat­tform.

Tat­säch­lich habe ich geschrieben:

Man kann dort sein Buch­pro­jekt vor­stel­len, das darf in Form ei­nes eBooks oder her­kömm­li­chen Druck­werks da­her kom­men, und nach Schwarm-Finanzier­ern su­chen.

Ich sehe nicht, wo das »unwahr« sein soll. Die Autoren wer­den ohne­hin nur Dateien ein­re­ichen, aus denen wer­den dann eBooks oder Büch­er oder bei­des. Ich sehe ehrlich gesagt nicht ganz den Kri­tikpunkt, eben­so wenig kann ich meinen Satz als »unwahr« erken­nen. Vielle­icht als »unge­nau for­muliert«.

Weit­er mit dem Hin­weis auf »Total Buy­out«:

weit­er­lesen →

Neues aus Absurdistan: Backlistvernichtung bei Cross Cult dank Finanzamt

Neues aus Absurdistan: Backlistvernichtung bei Cross Cult dank Finanzamt

Logo Cross CultAls ich gestern den Artikel beim Tagesspiegel gefun­den habe, dachte ich erst an den ersten April. Oder einen schlecht­en Scherz. Doch lei­der han­delt es sich um Real­ität.

Kurz­fas­sung: Der Cross Cult-Ver­lag, bekan­nt für deutsche Fas­sun­gen divers­er US-Comics und auch zahllos­er Roman­rei­hen zu Fernsehse­rien, allen voran STAR TREK, muss Ende August (also jet­zt) große Teile seines Lagers schred­dern, weil das Finan­zamt den Wert viel zu hoch anset­zt und eine gigan­tis­che Steuer­nachzahlung in Höhe von 60000 – 70000 Euro ver­lan­gen würde. Da ein ver­gle­ich­sweise klein­er Ver­lag sich das nicht leis­ten kann, bleibt nur der Ausweg der Ver­nich­tung des Lagerbe­stands, um diese Kosten zu umge­hen. Der voll­ständi­ge Artikel im Tagesspiegel.

Da bleibt mir die Luft weg. Back­lists sind für Ver­lage ohne­hin ein Greuel, für den Leser sind sie Gold wert. Wie es sein kann, dass so ein Finan­zamt Fan­tasiew­erte für Lager­hal­tung anset­zen kann, und damit für die Ver­nich­tung von Kul­turgüter sorgt, kann ich nicht mal ansatzweise nachvol­lziehen. Fragt man die Haus­bank nach dem Wert des Lagerbe­stands, dann wird die ver­mut­lich etwas wie »Alt­pa­pi­er« antworten und ihn in kein­er Weise als Wert oder Sicher­heit anerken­nen wollen. Das Finan­zamt kehrt das zur Gener­ierung von Steuer­mit­teln für den Staat ein­fach mal uni­lat­er­al um. Wider­stand ist zweck­los, mit den »grauen Her­ren« legt man sich nicht an, das weiß jed­er Selb­st­ständi­ge, denn die sitzen immer am län­geren Hebel und lassen Dich im Zweifels­fall nicht nur sin­ngemäß am aus­gestreck­ten Arm veren­den. Genan­nt wird sowas dann üblicher­weise »Ermessensentschei­dung«.

Unfass­bar.

Da zeigt sich wieder mal die Steuerg­erechtigkeit in Deutsch­land: je größer die Fir­men, desto größer üblicher­weise deren Steuer­be­freiung. Erst gestern fand sich ein Artikel auf Tele­po­lis, der beleuchtete, dass durch von der Poli­tik so gewollt ver­miedene Steuern und Abgaben ins­beson­dere großer und multi­na­tionaler sich auf über eine Bil­lion Euro jährlich (!) belaufen. Kön­nten die kassiert wer­den, wäre Europa auf einen Schlag saniert.

Statt aber die dicke Kohle bei den ganz Großen endlich abzu­holen, sorgt das deutsche Finan­zamt, legit­imiert durch eben diese Poli­tik, dafür, dass kleine Fir­men unter Druck geset­zt wer­den und ihre Back­list ver­nicht­en müssen. Ich will hier wahrlich keinen God­win pro­duzieren, aber da kommt mir schon unwillkür­lich das Wort »Bücherver­bren­nung« in den Sinn. Das ist die Real­ität, während irgendwelche Poli­tik­er immer wieder mal von der »Steuer­erk­lärung auf einem Bierdeck­el« schwafeln. ich würde mal ver­muten, dass die Finanzbeamten umso kreativ­er sind, je leer­er bei der jew­eili­gen Gemeinde die Kasse ist.

Wenn ihr also dem­nächst wieder mal einen Titel aus der Back­list nicht mehr bekommt, dann wisst ihr, wem ihr zu danken habt. Den Kul­turver­nichtern aus dem Bun­desmin­is­teri­um der Finanzen und den Sach­bear­beit­ern in den Finanzämtern mit ihren »Ermessensentschei­dun­gen«.

Ein Fall wie bei Cross Cult erzeugt nur Ver­lier­er (Zitat Tagesspiegel):

Der Ver­lag ver­liert seine Büch­er, das Finan­zamt sein Geld und die Leser den Zugriff auf mitunter preis­gekröntes Kul­turgut.

Wenn ihr schnell noch ein paar Büch­er vor der Ver­nich­tung bewahren wollt, dann kauft was bei Cross Cult.

Übri­gens kön­nte auch das zu ein­er ver­stärk­ten Ver­bre­itung von eBooks führen, denn da gibt es sys­tem­be­d­ingt keine Lager­hal­tung …

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Weltrekord-Dominokette – aus Büchern

Weltrekord-Dominokette – aus Büchern

Die Öffentliche Bücherei Seat­tle startet ihr »2013 Sum­mer Read­ing Pro­gram« mit Stil: ein­er Wel­treko­rd-Domi­nokette, allerd­ings beste­ht die nicht aus Domi­nos­teinen, son­dern aus Büch­ern, wie es sich für eine Bücherei gehört. Die 27 Auf­bauer benötigten für das Auf­stellen der 2131 Büch­er sieben Stun­den (und drei Fehlver­suche). Die Büch­er mussten hin­ter­her übri­gens nicht wieder an ihre passenden Plätze sortiert wer­den, denn es han­delte sich um aus­ge­musterte oder gespendete, die nun zugun­sten der Library verkauft wer­den. Coole Aktion.

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
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Qindie – Die Schatzkarte zu Selfpublishing-Perlen

Heute ging das Por­tal Qindie online. Qindie ist eine grif­fige Zusam­men­fas­sung aus zwei Worten: »Qual­ität« und »Indie«. Was will uns das sagen? Ziem­lich ein­fach: Self­pub­lish­ing wäre eigentlich eine coole Sache, aber man kann und darf ein­fach nicht mehr ver­leug­nen, dass wir damit ein Prob­lem haben: ich sage gerne »jed­er Anal­pha­bet und sein Hund kann veröf­fentlichen und tut es auch«. Und dieses Prob­lem führt dazu, dass die ein­schlägi­gen Inde­pen­dent-Plat­tfor­men wie beispiel­sweise Kin­dle Direct Pub­lish­ing oder Kobo Writ­ing Life in Haufen von stilis­tisch und orthografisch unerträglichem Bull­shit versinken, den sich ern­sthaft kein­er geben kann. Das führte lei­der dazu, dass der Begriff »Self­pub­lish­ing« sich ob dieser Auswüchse in let­zter Zeit eher zu einem Schimpf­wort wan­delte.

Lei­der, denn tat­säch­lich gibt es defin­i­tiv auch viel Lesenswertes unter den Indie-Pub­lika­tio­nen – und zwar sowohl von Autoren und Autorin­nen, die bere­its bei namhaften Ver­la­gen veröf­fentlicht haben, aber den­noch zusät­zlich auch als Self­pub­lish­er Werke pub­lizieren (die laut Ver­la­gen kein­er lesen möchte), als auch von New­com­ern, die noch kein­er ken­nt, die es aber den­noch ver­ste­hen zu schreiben. Im Inter­net ist das ähn­lich, auch dort gibt es haufen­weise Null­num­mern unter den Web­seit­en – doch hier weisen uns Such­maschi­nen mit ihren Algo­rith­men den Weg und tren­nen Spreu von Weizen und Dünger von Dung. Warum gibt es so etwas nicht für Indie-Pub­lika­tio­nen? Weil es tech­nisch nicht geht. Den Infor­ma­tion­s­ge­halt ein­er Web­seite kann man – vielle­icht – durch Inhalt­s­analyse und Back­link-Sta­tis­tik erfassen, bei Bel­letris­tik ist dies ungle­ich schwieriger bis unmöglich.

Die Plat­tform Qindie will eine Bresche in das Dic­kicht des Self­pub­lish­ings schla­gen und möchte auf die Perlen hin­weisen. Möchte dem Leser die Möglichkeit geben, unter all dem oft schw­er ver­daulichen Buch­staben­wust die lesenswerten, nein, die unbe­d­ingt les­baren Werke abseits der etablierten Ver­lage zu find­en. Möchte die Zeit min­dern, die man dabei aufwen­det, sich mit der Machete erschöpft und frus­tri­ert durch Urwälder voller orthografis­ch­er und stilis­tis­ch­er Schlingpflanzen zu hack­en, während man dabei von Stink­tieren bedro­ht wird, die der Ansicht sind, nach Laven­del zu duften.

Wer die heute ges­tartete Seite besucht, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass dieses Pflänzchen noch jung ist. Es muss wach­sen und gedei­hen. Den Dünger kön­nen auch die Leser liefern, denn Rück­mel­dun­gen was man anders oder bess­er machen kann oder ob man was überse­hen hat, also kon­struk­tive Kri­tik, kann jed­er brauchen. »Nobody is per­fect«, sagt ein altes klin­go­nis­ches Sprich­wort, das ich im Orig­i­nal lei­der nicht aussprechen kann. :)

Also, liebe Leser, egal welchen Gen­res: besucht Qindie. Find­et coole Büch­er abseits des Ver­lags-Main­streams. Elek­trische und papierne. Bringt euch mit Kom­mentaren oder Emails ein. Und sagt es weit­er! Alle wichti­gen Infor­ma­tio­nen find­et man dort. Keine Geschmack­spolizei. Aber Anre­gun­gen.

Dis­claimer: ich bin nicht ganz neu­tral in dieser Sache, denn ihr werdet auf Qindie meinen Namen find­en. Den­noch: selb­st wenn ich noch nie etwas davon gehört hätte, würde ich das als Fre­und von Büch­ern und eBooks sowie Anhänger der Self­pub­lish­ing-Idee ganz großar­tig find­en. Ehrlich. Entschei­det selb­st.

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Alternativen beim Online-Kauf, gibt es die? libreka.de

Ihr müsst jet­zt ganz stark sein, liebe Leser. Diesen Test erträgt nur, wer extrem geistesstark oder völ­lig besof­fen ist. Oder sein Hirn großzügig notlei­den­den Zom­bies gespendet hat. You have been warned!

Here­inspaziert, here­inspaziert, meine sehr geehrten Damen und Her­ren, in unsere ein­ma­lige Show der Abson­der­lichkeit­en! Hier sehen Sie abstoßende Mon­stren eben­so, wie verwach­sene Freaks, hier bleibt kein Auge trock­en und hier erblick­en Sie Dinge, die man ander­swo totschla­gen würde!

Bish­er kon­nte man in diesem Test von Onli­neshops halb­wegs brauch­bare Ergeb­niss eben­so find­en, wie man­gel­hafte oder durchwach­sene. Aber was libre­ka!, der von MVB – und damit vom Börsen­vere­in des Buch­han­dels, MVB heisst »Mar­ket­ing- und Ver­lagsser­vice des Buch­han­dels GmbH« – betriebene Buch­laden im Web bietet, ist so hanebüchen, dass das oben zu lesende Intro seine Berech­ti­gung hat. Denn ich habe vor lauter »an den Kopf fassen« (neudeutsch: Facepalms) während des Tests jet­zt haufen­weise deut­liche Griff­stellen im Gesicht und – um bei der Freak­show zu bleiben: dieser Shop muss aus Leichen­teilen mumi­fiziert­er Börsen­vere­ins-Zom­bies zusam­menge­set­zt wor­den sein, anders lässt sich das, was mir begeg­net ist, nicht erk­lären.

Ins­beson­dere sind die gle­ich fol­gen­den Erken­nt­nisse dann witzig, wenn man sich vor Augen führt, wie MVB unter einem »über libreka!«-Link großspurig angibt:

libre­ka! ist die große E-Book-Plat­tform für den deutschsprachi­gen Raum – mit einem umfassenden Leis­tungsange­bot, das von der Infor­ma­tion über die Möglichkeit zum Rein­le­sen in Büch­er bis zum Kauf von E-Books und gedruck­ten Büch­ern reicht. 1.947.526 Büch­er aus über 1.763 Ver­la­gen mit über 50 Mil­lio­nen Buch­seit­en ste­hen für die Suche zur Ver­fü­gung und652.937 E-Books zum Kauf bere­it. Wer als Leser Büch­er sucht, ist bei libre­ka! an der richti­gen Adresse.

Den let­zten Satz möchte ich aber sowas von bezweifeln. Wer als Leser Büch­er sucht (ins­beson­dere englis­che Print- oder eBooks), der ist in einem türkischen Gemüse­laden bess­er aufge­hoben, als bei libre­ka. Da kann man wenig­stens die Inhaltsstoffe der Sucuk von der Ver­pack­ung able­sen, manch­mal sog­ar in englisch.

Mer­ket auf, liebe Besuch­er der Freak­show, wenn ich euch den degener­iertesten und verwach­sen­sten Onli­neshop in Sachen »ich kauf´ im Inter­net« vorstelle, den ich je gese­hen habe. Bühne frei für: libre­ka! Unsere gedun­genen Clowns wer­den jet­zt noch schnell Val­i­um verteilen, damit es nicht zu Hyper­ven­ti­la­tion kommt.

Auf den ersten Blick ist man noch arg­los und erfreut sich an der Über­sichtlichkeit und dem halb­wegs hüb­schen und mod­er­nen Anblick der Seite. Das zeigt allerd­ings, dass man auch aus einem hirn­losen Zom­bie mit ein wenig Make Up und neuen Design­er-Klam­ot­ten zumin­d­est äußer­lich einen Super­star machen kann (ähn­lich­es betreiben Pri­vat­sender seit Jahren und auch öffentlich-rechtliche kön­nen das inzwis­chen ganz gut, aber das ist doch dieses … Fernse­hen … iii­i­ih­h­hh!).
Aber ich schweife ab. Erfreut nimmt man erst ein­mal ein hor­i­zon­tales Haupt­menü zur Ken­nt­nis, das nicht nur eBooks und Büch­er, son­dern auch »Audio«, »Video/DVD« (»Blu­Ray« ist ver­mut­lich zu mod­ern für den … äh … tra­di­tions­be­wussten Börsen­vere­in), »Soft­ware« und »Weit­ere Medi­en« feil bietet. Wobei ich mir auf Anhieb unter »Weit­ere Medi­en« so gar nix vorstellen kon­nte. Also der Neugi­er nachgekom­men und mal darauf gek­lickt.
Ahja. Unter »Weit­ere Medi­en« finde ich … Büch­er. Das ist ja orig­inell. Warum sind die nicht unter »Büch­er«? Weil man unbe­d­ingt einen weit­eren Menüpunkt brauchte, um wichtiger zu wirken? Oder bess­er sortiert? Das Menü musste voll wer­den? Man kön­nte annehmen, dass die Schlauberg­er, die das Por­tal ver­brochen haben, nach dem hasti­gen Genuss ein­er Flasche Hörn­er­tee möglicher­weise dacht­en »Hach, wir machen den über­flüs­si­gen Menüpunkt ganz nach rechts. Mit dem Titel und dem Namen klickt da eh nie jemand drauf!« Doch: ich. Unfass­bar. Ver­lassen wir schnell diesen Ort, denn hier lauert der Wahnsinn der »Großen Alten« des Börsen­vere­ins und ihrer nich­teuk­lidis­chen Nav­i­ga­tion. Mir ist schon ganz schwumm­rig,

Mal abge­se­hen davon, dass sich der Inhalt auch hier liebevoll an die linke Seite des Browser­fen­sters schmiegt, sieht die Front des Haus­es eigentlich ganz gut aus. Top­menü mit Haupt­nav­i­ga­tion, man kön­nte sich fra­gen, warum im Head­er »Büch­er und eBooks« ste­ht, in der Nav­i­ga­tion jedoch eBooks vor Büch­ern ange­ord­net sind. Ist man sich sein­er Pri­or­itäten nicht ganz sich­er? Grün als dom­i­nante Farbe soll einen Ein­druck von Frische erzeu­gen. An der linken Seite zeigen sich the­ma­tis­che Unterteilun­gen, klicke ich auf Bel­letris­tik, stelle ich erstaunt fest, dass als »The­men« unter anderem »Fan­tastis­che Lit­er­atur«, »Fan­ta­sy«, »Sci­ence Fic­tion« und »Fan­ta­sy & Sci­ence Fic­tion« auf­tauchen. Das sind keine Kat­e­gorien, wie auf den bish­er getesteten Seit­en, son­dern Fil­ter, die die angezeigten Inhalte (erst­mal irgend­wie alles) ein­schränken. Eigentlich ganz pfif­fig gemacht. Wäh­le ich irgend­was davon kann ich sog­ar gezielt nach Sprachen fil­tern und sog­ar nach Preis­rah­men. Bei diversen Büch­ern wird mir die Option »rein­le­sen« angezeigt, damit also eine Möglichkeit, die ganz ähn­lich der »Blick ins Buch«-Funktion bei Ama­zon ist.

Mal im Ernst und außer­halb mein­er Spot­tereien weit­er oben: wer auss­chließlich auf der Hatz nach deutschen Main­stream-Büch­ern ist, wird hier ver­mut­lich ganz gut bedi­ent, denn eigentlich ist das Konzept der Suche mit nach­fol­gen­der Fil­terung dur­chaus schlüs­sig und das Fil­tern auch ganz gut umge­set­zt (die eigentliche Suche aber nicht). Von der völ­lig unbe­di­en­baren ergonomis­chen Katas­tro­phe, die libre­ka! vor dem Relaunch war, ist das tat­säch­lich Licht­jahre ent­fer­nt. MVB hat in Sachen Bedi­enung offen­bar bessere Leute als beim let­zten Mal für die Umset­zung eingekauft – das ist aber auch wahrlich nicht schw­er. Zu den unentschuld­baren Tück­en der Suche (merke: Suche ist nicht gle­ich Fil­terung) kom­men wir gle­ich.

Nur: ich möchte gern englis­che Büch­er erwer­ben, sei es in Totholz- oder in elek­tro­n­is­ch­er Form – dazu kom­men wir jet­zt und es wird kleinkari­ert und komisch, denn zumin­d­est dieser Teil der Hütte bröck­elt hin­ter der aufgestyleten Fas­sade ziem­lich heftig.

Die Suche nach BLOOD RITES mit ein­er nach­fol­gen­den Fil­terung »Eng­lish« bringt den gesucht­en Roman auf den ersten drei Seit­en (also dreißig Suchergeb­nis­sen) nicht ans Tages­licht. Deswe­gen die Ver­feinerung mit dem Autoren­na­men »Butch­er«, das hat bish­er auf den anderen Shops fast immer funk­tion­iert. Hier jedoch: ins­ge­samt vier Ergeb­nisse (der Englisch-Fil­ter ist noch aktiv), keines (!) davon ist der gesuchte Har­ry Dres­den-Roman.
Na gut, ver­suche ich also mal den im Novem­ber erschiene­nen neuen Roman COLD DAYS. Auch hier finde ich auf den ersten Ergeb­nis­seit­en den gesucht­en Titel nicht, die Such­mas­chine behauptet zwar, nach »Rel­e­vanz« zu sortieren, was das für eine Rel­e­vanz sein kön­nte, geht mir allerd­ings auch nach ein­er aus­giebi­gen Med­i­ta­tion auf meinem Daniel Düsen­trieb-Kissen nicht auf. Markiert sind bei den Tre­f­fern die einzel­nen Worte »cold« und »days«, eine Suche nach bei­den Begrif­f­en zusam­men scheint nicht pri­or­isiert nach Rel­e­vanz sortiert zu wer­den. Wer pro­gram­miert so etwas? In ein­wöchigem Lehrgang zur IT-Kraft umgeschulte MVB-Man­ag­er? Auch wenn ich COLD DAYS in Anführungsze­ichen set­ze, eine übliche Vorge­hensweise um Such­be­griffe zusam­men zu fügen: Fehlanzeige; eben­so, wenn ich den Titel um den Autoren­na­men ergänze: dann gibt es neun englis­che Tre­f­fer, kein­er davon ist der gesuchte Roman – es ist noch nicht ein­mal ein einziger davon von Jim Butch­er.
Noch ein let­zter Ver­such mit CHANGES. Über 30000 Tre­f­fer in »englis­che Büch­er« – ah ja … Ver­feinerung mit dem Autoren­na­men: kein Tre­f­fer auf den ersten paar Seit­en der Suchergeb­nisse. Ernüchternd.

Unter dem »Finden«-Button der Such­funk­tion ent­decke ich einen kleinen Link: »Erweit­erte Suche«. Hier kann ich den Titel und den Autoren­na­men einzeln eingeben. Ich tue dies für bei­de vorste­hen­den Romane und zusät­zlich noch für CHANGES, das Ergeb­nis ist jedes­mal das­selbe:

Ihre Suchan­frage nach * und Titel »Changes« und Autor »Butch­er« lieferte keine Ergeb­nisse. Bitte ver­suchen Sie es mit einem anderen Such­be­griff.

»Erbärm­lich« ist wieder ein­mal das einzige Wort, das mir dazu ein­fällt. Nein, das stimmt nicht, mir fall­en noch ganz andere Worte ein, aber die sind hier nicht wieder­gabefähig, das ver­bi­etet mir meine Erziehung. Ver­mut­lich nutze ich wieder eine Art und Weise des Suchens, die nicht mit den Vorstel­lun­gen der MVB-Entwick­ler übere­in­stimmt, was zuläs­sige oder valide Suchan­fra­gen sind (siehe die Lach­num­mer auf buchhandel.de). Vielle­icht soll­ten die ein Hand­buch zur Suche her­aus geben. Man würde das nur ver­mut­lich auf der Seite nicht find­en.

Die Suche nach REDSHIRTS liefert drei Tre­f­fer. Der erste ist die Heyne-Aus­gabe, zwei und drei muss man sich auf der Zunge zerge­hen lassen, das ist ver­mut­lich wieder diese okkulte MVB-»Relevanz«:

  • Augen­blicke ein­er Wel­treise, Helge Negele
  • The Pulitzer Price Archive. A His­to­ry And Anthol­o­gy …

Man sieht: höchst beein­druck­end, was diese Such­mas­chine leis­tet … Englis­che Aus­gaben von REDSHIRTS sowohl als eBook wie auch als Print­buch: nix ist.
Die Suche nach Alan Dean Fos­ter fördert eben­so wie eine nach »Fos­ter, Alan Dean« und ein­er Ein­schränkung auf englis­che Büch­er ger­ade mal 13 Tre­f­fer zutage, davon ist nicht ein einziger von Alan Dean Fos­ter. Eine Ver­tip­per-Suche nach »Alan Dearn Fos­ter« liefert wie erwartet: … nix.

Ihre Suchan­frage nach »alan« »dearn« »fos­ter« lieferte keine Ergeb­nisse. Bitte ver­suchen Sie es mit einem anderen oder all­ge­meineren Such­be­griff.

Danke, aber ich ver­suche es lieber mit Bol, Osian­der oder eben doch wieder Ama­zon. Und: Bei diversen Büch­ern fehlen die Cov­er­ab­bil­dun­gen.

Eigentlich habe ich an dieser Stelle des Tests schon gar keinen Bock mehr, mich weit­er mit diesem hal­b­vergam­melten Untoten auseinan­der zu set­zen, aber ich beisse die Zähne zusam­men, ver­suche mich in einen stoizis­tisch-masochis­tis­chen Geis­teszu­s­tand zu ver­set­zen, der mich diese Freak-Web­seite weit­er­hin ertra­gen lässt, und mache weit­er. Ne Pulle Leberkleis­ter wäre vielle­icht auch eine Hil­fe gewe­sen.
Wobei: eigentlich kön­nte ich mir die Tests in Sachen eBooks tat­säch­lich sparen, denn bei den vor­ge­nan­nten Suchergeb­nis­sen wur­den auch immer die eBooks mit angezeigt und sind fil­ter­bar. Deswe­gen in aller Kürze:

Die Suche nach ICERIGGER fördert tat­säch­lich ein Resul­tat her­vor, was ist denn jet­zt los? Die gesamte Trilo­gie in einem eBook, her­aus­gegeben von Open Road für EUR 14,20. Die hat Ama­zon nicht. Die Einzel­bände gibt es bei libre­ka nicht, bei den Ama­zo­nen allerd­ings schon. Das mit ICERIGGER war jedoch ein Zufall­str­e­f­fer. Charles Stross´ HIDDEN FAMILY: Fehlanzeige. Scalzis REDSHIRTS: Fehlanzeige. Und sog­ar die bei­den Best­seller THE HUNGER GAMES und A DANCE WITH DRAGONS: Fehlanzeige.
Ver­suchen wir noch schnell einen Klas­sik­er: MOUNTAINS OF MADNESS von H. P. Love­craft. Und der wird tat­säch­lich als eBook in ein­er Aus­gabe von Ran­dom House gefun­den, der Preis beträgt üppige 21,31 Euro, bei Ama­zon gibt es ver­schiedene Aus­gaben, die preiswertesten davon kosten … 89 Cent, allerd­ings habe ich die Ran­dom House-Aus­gabe auf Ama­zon nicht gefun­den. Ein großer Teil der Werke Love­crafts sind übri­gens seit 2007 geme­in­frei … 21,31 Euro … ohne Worte … ich habe für eine Love­craft-Gesam­taus­gabe für den Kin­dle 99 Cent bezahlt …

Man kann kon­sta­tieren: ekla­tante Preisun­ter­schiede gibt es deswe­gen nicht, weil die ach so tolle eBook-Plat­tform des Börsen­vere­ins in Sachen englis­ch­er eBooks extrem schlecht sortiert ist, zumin­d­est was den Bere­ich Phan­tastik ange­ht.

Ich bin ja gar nicht so, gebe ihnen bei deutschen Büch­ern eine Chance, suche nochmal nach Alan Dean Fos­ter und beschränke dies­mal nicht auf »englisch«. Nach der Ein­schränkung auf »Büch­er« und »Bel­letris­tik« erhalte ich 34 Tre­f­fer. Ja, das kön­nte hinkom­men. Allerd­ings sind nur 12 davon tat­säch­lich von ihm der Rest ist von irgendwem. Noch eins? Gern: Ich suche nach »George R. R. Mar­tin« und schränke auf »Büch­er« ein, Bel­letris­tik bietet mir der Fil­ter gar nicht an. Ergeb­nis: vier Graph­ic Nov­els nach Mar­tin, dann ein Buch über Pfer­de­sport im Nation­al­sozial­is­mus (nein, kein Scherz!), eine Götz George-Biografie, erst dann die ersten bei­den Romane aus der LIED VON EIS UND FEUER-Rei­he. Dann ein Buch über Design­meth­o­d­en und eins über Mar­tin Gropius. Auf der zweit­en Ergeb­nis­seite kein anderes Bild, da wun­dert man sich nicht, dass 2475 Tre­f­fer gemeldet wer­den. Und so geht es weit­er. An dieser Stelle hätte ich, um ein hys­ter­isches Gekich­er zu unter­drück­en, erneut die bere­its bemühte Flasche Leberkleis­ter zum Ein­satz kom­men lassen müssen. Ergo: auch bei der Recherche in der Kernkom­pe­tenz »deutschsprachige Büch­er« sind die Ergeb­nisse dieser Such­mas­chine mit »sub­ter­ran« noch sehr fre­undlich umschrieben.

Liebe Leute von MVB: Lucene/Solr ist eine Open Source-Such­mas­chine unter Ägide des Apache-Pro­jek­ts und liefert schon unkon­fig­uri­ert bessere Ergeb­nisse als euer Pro­gram­mier­er-Ejaku­lat!

Schauen wir noch auf die AGBs und Lieferbe­din­gun­gen der Börsen­vere­in­szom­bie­seite:

Aus irgendwelchen nicht nachvol­lziehbaren Grün­den bleiben gekaufte eBooks nur zwei Jahre lang herun­ter­lad­bar. Das muss in Zeit­en der Cloud ein­fach deut­lich bess­er gehen, warum hier nicht ein zeitlich unbe­gren­zter Zugriff auf die zumeist mit DRM verseucht­en Werke ermöglicht wird, ist nicht nachvol­lziehbar. Man sollte an dieser Stelle jedoch fair­nesshal­ber anmerken, dass es bei libre­ka! auch eBooks gibt, die nur mit Soft-DRM verse­hen oder völ­lig frei von Kopier­schutzmech­a­nis­men sind. Meine Ver­mu­tung ist, dass man sich darüber im Klaren ist, dass auch diese Seite dem­nächst wieder über Bord gekippt wird und man dann keinen Bock hat, die Kun­den­dat­en und -eBook-Lizen­zen zu migri­eren.

Bei der Liefer­ung von Büch­ern und den Preisen hier­für dann der Klop­per: hier wird man auf die Seite buchhandel.de ver­wiesen, die ich an ander­er Stelle bere­its als völ­lig untauglich getestet hat­te; Man weist nur darauf hin, dass man sich die Waren dann an einen Buch­händler der Wahl senden lassen kann – oder eben gegen einen Obo­lus nach Hause. Warum das keine Option ist, kann man in meinem Artikel zu buchhandel.de nach­le­sen. Diese Vorge­hensweise ist natür­lich völ­lig sin­n­frei, denn warum leis­tet man sich eine zweite, redun­dante Plat­tform, wenn von da wieder nur auf die erste geleit­et wird und beschränkt libre­ka nicht, wie ursprünglich gedacht, auss­chließlich auf eBooks?

Faz­it: Geht gar nicht. Zwar nette Fil­ter­möglichkeit­en (die Idee sollte Dok­tor Franken­stein in einen anderen Patien­ten trans­plantieren), aber eine kom­plett untaugliche Such­funk­tion. Weit­er­hin gäh­nende Leere bei englis­chen Print­büch­ern und eBooks aus dem Bere­ich Phan­tastik.

Völ­lig indiskutabel. Man kann nur hof­fen, dass diese ober­fläch­lich geschmink­te Zom­bie-Seite schnell von Rick Grimes mit ein­er großkalib­ri­gen Feuer­waffe von ihren Lei­den erlöst wird.
Was? Es ist immer­hin die Seite ein­er Tochter­fir­ma des »Börsen­vere­ins des Teutschen Puch­han­dels« und die muss gar keine englis­chen Schmök­er vorhal­ten? Was für ein Unsinn, Auswahl und Gen­rekom­pe­tenz sind die Stich­worte, die von Ama­zon bedi­ent wer­den – und hier sollte ger­ade eine Buch­han­dels­seite wenig­stens ver­suchen gegen zu hal­ten. Ins­beson­dere, wenn englis­che Büch­er expliz­it als Auswahl zur Ver­fü­gung ste­hen, dann muss man auch gängige Exem­plare oder min­destens Best­seller find­en kön­nen. Wer glaubt, Ama­zon eine solche max­i­mal hal­b­gare Seite mit max­i­mal ungar­er Suche ent­ge­gen set­zen zu kön­nen, der gehört wirk­lich in die ein­gangs erwäh­nte Freak­show. Am besten auf einem hohen Elfen­bein­turm, denn um diese Freaks zu sehen, würde zumin­d­est ich kein Geld aus­geben wollen.

Mir ist zudem nicht wirk­lich klar, wie sich die gravierende Diskrepanz zwis­chen der genialen Fil­ter­funk­tion und der grot­ti­gen Such­mas­chine erk­lären lässt. Das fühlt sich an, als hät­ten unter­schiedliche Entwick­ler daran gear­beit­et und nicht miteinan­der kom­mu­niziert. Und als hät­ten die an der Such­mas­chine im Gegen­satz zu denen am Fil­ter­sys­tem keine Ahnung von der Materie gehabt. Oder kann es sein, dass man auf irgen­deine vorhan­dene, alte Tech­nik zurück griff und die Fil­ter­num­mer nur drange­frick­elt hat? Wir wer­den es wohl nie erfahren.

Da libre­ka! allerd­ings wie buchhandel.de von MVB betrieben wird, wun­dert mich hier – ehrlich gesagt – gar nichts.

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Dis­claimer: wer Satire oder Sarkas­mus find­et liegt nicht ganz falsch und darf sie behal­ten.

Die anderen Tests: buchhandel.dekohlibri.deosiander.delehmanns.debol.de

Alternativen beim Online-Buchkauf, gibt es die? Kurztest lehmanns.de

Eben­falls völ­lig unbekan­nt war mir die Online-Buch­hand­lung lehmanns.de, die ich mir an dieser Stelle vorgenom­men habe. Auf den ersten Blick ist die Start­seite über­sichtlich, erscheint allerd­ings auf mich alt­back­en und kon­ser­v­a­tiv. Web­de­sign geht so seit ca. 10 Jahren nicht mehr, wirk­lich ansprechend wirkt das nicht. Das kön­nte man mit ein wenig css-Fu leicht verbessern.

Ein Blick ins Menü an der linken Seite zeigt, dass dieser Shop offen­bar einen Schw­er­punkt auf Sach- und Fach­lit­er­atur legt, denn diese bei­den Kat­e­gorien nehmen die ersten Plätze in der Nav­i­ga­tion­sstruk­tur ein. Die Haupt­punk­te sind als soge­nan­nte Akko­rdeons aus­gelegt, die ihre Unter­punk­te offen­baren, wenn man darauf klickt. Erfreut stelle ich fest, dass es hier eine Abteilung »Fan­ta­sy / Sci­ence Fic­tion« gibt. Fol­gt man diesem Link, ent­deckt man ober­halb des Inhalts eine weit­ere Unterteilung in »Fan­ta­sy« und »Sci­ence Fic­tion«. Im Prinzip sehr schön und so, wie ich das in anderen Onli­neshops gern gehabt hätte. Ergonomisch völ­liger Mumpitz ist in meinen Augen allerd­ings die Zer­split­terung der Menüführung: oben auf der Seite eine Auswahl für die Medi­en (also Buch, eBook, Hör­büch­er und so weit­er), links die Kat­e­gorie­un­terteilung und dann noch ein weit­eres Menü mit Sub­kat­e­gorien ober­halb des Con­tents? Das gehört links mit in die Haupt­nav­i­ga­tion. Die bei­den kleinen Links oben hätte ich fast überse­hen.

Auf der SF & F-Start­seite find­en sich ein paar Beispiele, da sie jew­eils eigene Titel haben, han­delt es sich offen­bar um eine Art Empfehlun­gen, angenehm finde ich, dass es hier schein­bar keine Anspruchs-Standes­dünkel gibt, denn auch ein Sach­buch zu STAR WARS ist darunter. Links führen nicht nur zu den Print­aus­gaben, son­dern auch zu den eBooks der Büch­er (falls vorhan­den).

Ein Klick auf »Sci­ence Fic­tion« führt zu ein­er Über­sicht, die ist ange­blich nach »Rel­e­vanz« sortiert (sagt mir ein Drop­down am oberen Rand), was hier die Rel­e­vanzkri­te­rien sind, erschließt sich mir allerd­ings nicht. Immer­hin kann man auch nach »Autor«, »Titel« und »Jahr« sortieren. Die Suche find­et nicht nur Print­ver­sio­nen, son­dern auch eBooks. Drit­ter Tre­f­fer ist John Scalzis REDSHIRTS, das ich in meinen Tests immer als Beispiel ver­wen­det habe, doch dazu weit­er unten mehr.

Die erste Suche starte ich wie immer mit dem Begriff BLOOD RITES, dem Titel eines Har­ry Dres­den-Romans von Jim Butch­er. In der erscheinen­den Liste ist der erste Tre­f­fer erst weit­er unten, deswe­gen ver­feinere ich die Suche, indem ich den Autoren­nach­na­men anhänge. Das klappt bess­er, es gibt fünf Tre­f­fer. Auch hier wer­den nicht bei allen Tre­f­fern Cover­bilder angezeigt, gefun­den wer­den Soft- und Hard­cov­er von Roc und Orbit, allerd­ings auch die von James Marsters einge­sproch­enen Hör­büch­er. Zu den Preisen: das Roc-Taschen­buch kostet 8,22 Euro, der Ama­zon-Preis liegt bei 7,10 Euro – Ama­zon kann sofort liefern, Lehmanns eben­falls. Beim Roc-Hard­cov­er sagt Lehmanns 21,36 an, Ama­zon liegt bei 20,99, das wäre ein okay-Preis, lei­der kann Lehmanns nicht liefern, Ama­zon hat auf Lager.

Weit­er mit CHANGES, auch hier muss ich die Suche mit dem Autoren­na­men erweit­ern, auch hier kom­men mehrere Ergeb­nisse, die meis­ten ohne Cover­bild, die Roc-Taschen­buchaus­gabe fehlt eben­so wie das Hard­cov­er, das Orbit-Taschen­buch kostet 11,13, Euro und ist nicht liefer­bar. Bei Ama­zon zahlt man 10,99 Euro und kann es sofort bekom­men. Nimmt man die Roc-Aus­gabe ist man sog­ar mit nur 7,00 Euro dabei. Anmerkung zwis­chen­durch: Die Dres­den-Romane erscheinen bei Roc und Orbit, üblicher­weise sind die Roc-Aus­gaben deut­lich preiswert­er als die des anderen Ver­lags, deswe­gen fokussiere ich üblicher­weise auf diese.

Die Recherche nach John Scalzis REDSHIRTS fördert sowohl die deutschen wie auch die englis­chen Aus­gaben zutage. Das Soft­cov­er von Tor Books wird für 12,34 Euro ange­boten, ist aber wieder mal nicht liefer­bar. Beim Konkur­renten kostet die 10,70 Euro und ist  – ich möchte fast anmerken: wie immer – liefer­bar. Cov­er gibt es manch­mal, manch­mal nicht.

Bevor ich das vergesse: ich kann in der Seit­en­leiste nach ein­er durchge­führten Suche diese ein­schränken, beispiel­sweise nur auf englis­che Büch­er. Das ist genau das, was ich möchte und wäre ein grandios­es Fea­ture – nur lei­der ste­ht bei gefühlten 90% der Büch­er, dass sie »in zehn bis 20 Tagen liefer­bar« sind. Und das schmälert die Freude doch ganz erhe­blich. Beim Konkur­renten kann ich die Werke sofort bekom­men.

Eine Suche nach »Alan Dean Fos­ter« ist äußerst erfol­gre­ich, auch nach ein­er Ein­schränkung auf englis­che Büch­er. Wenn ich den Autoren­na­men falsch eingebe, find­et die Such­mas­chine gar nichts. Das ist schlapp. Beim kor­rekt eingegebe­nen Namen existieren zwar beein­druck­ende 504 Tre­f­fer, allerd­ings ist lei­der so gut wie kein­er davon mit einem Cov­er geschmückt. Da ich Büch­er die ich bere­its besitze auch am Cov­er erkenne, ist das wenig hil­fre­ich.

Ich bemühe die erweit­erte Suche für eine Recherche nach »Alan Dean Fos­ter« im Medi­en­bere­ich »ebooks«, denn jet­zt möchte ich erneut der Frage nachge­hen, ob ich hier englis­che eBooks erwer­ben kann. Es wer­den haufen­weise elek­tro­n­is­che Büch­er gefun­den. Der halb­wegs neue Roman »HUMAN BLEND« in der Del Rey-Aus­gabe kostet – und ich traue meinen Augen kaum – 21,32 Euro. Hier muss man allerd­ings zugeben, dass Ama­zon den über­haupt nicht als eBook liefern kann. Trotz­dem ist der Preis lach­haft.

Bei Charles Stross´ HIDDEN FAMILY bestätigt sich die Befürchung: englis­che eBooks sind auch hier ger­adezu aas­geierig teuer, denn es wird ein Preis von unver­schämten 12,36 Euro ange­sagt. Dafür wird dann aber auch mal vor­sicht­shal­ber kein Cov­er angezeigt. Ama­zon bietet eine Umschlagab­bil­dung und sagt nur 4,37 Euro an, also nur unge­fähr ein Drit­tel des Lehmanns-Preis­es. Auch hier sind die englis­chsprachi­gen eBook-Ver­sio­nen durch die Bank weg viel zu teuer, zum Teil muss man deut­lich mehr als den dop­pel­ten Preis bezahlen. Wür­feln die ihre Preise alle aus? Es kann mir nie­mand erzählen, dass Ama­zon die US-Ver­lage der­art unter Druck set­zt, dass die ePub-Preisangaben um soviel höher aus­fall­en, als die der Kin­dle-Fas­sun­gen. Zudem liegen die Preise für die elek­tro­n­is­chen Ver­sio­nen der Büch­er sog­ar deut­lich über denen der Print­aus­gaben. Dass hier etwas ganz und gar nicht stim­men kann, sollte sog­ar jeman­dem auf­fall­en, der glaubt, dass man die Bildzeitung für mehr als Fis­che ein­wick­eln gebrauchen kann.

Verblüfft musst ich zwis­chen­durch einen »zulet­zt angesehen«-Balken ent­deck­en. Das ist ja mal ein Fea­ture. Nur lei­der wer­den hier falsche Hoff­nun­gen geweckt, denn es gab Preisangaben von null Euro. Oh, dachte ich, gibt es hier etwa Pro­mo­tion-Ange­bote für lau?

Doch beim Durchk­lick­en zu PULSARNACHT fand ich:

Oder bei REDSHIRTS:

War also nix mit Pro­mo-Ange­boten, es han­delte sich um irgen­dein tech­nis­ches Prob­lem.

Auch bei Lehmanns sind selb­stver­ständlich, wie in der Branche bis auf löbliche Aus­nah­men üblich, alle eBooks mit Adobe-DRM verseucht.

Noch ein Blick auf die Ver­sand­kosten: inner­halb Deutsch­lands liefert Lehmanns Büch­er, CDs, Soft­ware und »Videos« ver­sand­kosten­frei, beim Verkauf an End­kun­den bleibt das Ver­san­drisiko bis zum Ein­gang beim Kun­den beim Versender. Irgendwelche »schrä­gen« For­mulierun­gen in den AGB finde ich nicht, lei­der auch keine Angaben zur Ver­sand­dauer.

Faz­it: tech­nisch ganz gut gelöst, auch wenn die Such­funk­tion ein wenig bess­er sein kön­nte, was Ver­tip­per ange­ht. Das Sor­ti­ment ist dur­chaus umfan­gre­ich und auch ältere englis­che Büch­er wer­den gelis­tet, eben­so wie ver­schiedene englis­che Ver­lagsvari­anten. Lei­der ist Lehmanns für mich aus zwei Grün­den den­noch nicht ein­mal ansatzweise eine Alter­na­tive: zum einen sind so gut wie keine englis­chen Taschen­büch­er sofort liefer­bar, alle Stich­proben waren es bei Ama­zon. Zum anderen sind auch hier die Mond­preise für englis­che eBooks mit »Unver­schämtheit« noch äußerst zuvork­om­mend umschrieben. Für mich trotz guter Ansätze keines­falls eine Alter­na­tive.

Nach­trag: ich wurde auf Google+ von Ron Müller darauf hingewiesen, dass es sich bei Lehmanns primär um eine Fach­buch­hand­lung mit Spezial­isierung auf wis­senschaftliche Fach­lit­er­atur han­delt. Deswe­gen seien die Suchen außer­halb ihrer Fachkom­pe­tenz. Das mag kor­rekt sein, ich ste­he allerd­ings auf dem Stand­punkt: wenn man eine Bellestris­tik-Abteilung vorhält, dann sollte man diese auch ern­sthaft betreiben – son­st kön­nte der Ein­druck entste­hen, man wolle das Seg­ment »noch eben« mit­nehmen.

Um der Fach­buchkom­n­pe­tenz nachzuge­hen, habe ich mich zu ein paar Stich­proben im Fach­buch­bere­ich entschlossen (auch hier wieder englis­chsprachig, da Ver­gle­iche mit deutschen Büch­ern auf­grund der Buch­preis­bindung keinen Sinn machen):

BLENDER FOR DUMMIES
Lehmanns: liefer­bar, EUR 29,17
Ama­zon: liefer­bar, EUR 27,10

MASTERING BLENDER
Lehmanns: liefer­bar, EUR 46,81
Ama­zon: liefer­bar, EUR 48,00

HTML 5 CANVAS (O’Reilly)
Lehmanns: liefer­bar, EUR 28,90
Ama­zon: liefer­bar, EUR 24,95

DEFINITIVE GUIDE TO HTML5
Lehmanns: nicht liefer­bar, EUR 42,46
Ama­zon: liefer­bar, EUR 33,80

ADOBE PHOTOSHOP CS6 CLASSROOM IN A BOOK
Lehmanns: liefer­bar, EUR 53,59
Amazon:lieferbar, EUR 36,95

Lehmanns kann bei englis­chsprachi­gen Fach­büch­ern offen­bar eine Alter­na­tive sein, die let­zten bei­den Beispiele zeigen allerd­ings, dass man in Sachen Preis vor­sichtig sein sollte.

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Wei­tere Tests von Ama­zon-Alter­na­tiv­en:

Test buchhandel.de

Test kohlibri.de

Test osiander.de

Alternativen beim Online-Buchkauf, gibt es die? Kurztest osiander.de

Osiander.de hat­te ich über­haupt nicht auf dem Schirm, noch nie davon gehört, deswe­gen danke für den Hin­weis.

Die Start­seite wirkt auf mich auf den ersten Blick sehr über­sichtlich, dass ein paar Neuer­schei­n­un­gen gelis­tet wer­den geht in Ord­nung, eben­so wie der Slid­er, obwohl der auf­grund sein­er Geschwindigkeit nervt. Etwas verblüfft bin ich darüber, dass in der oberen, hor­i­zon­tal­en Menüleiste nur die Rede von »Neue Büch­er« ist. Kann ich hier etwa keine älteren Büch­er bekom­men? Eine schnelle Suche überzeugt mich vom Gegen­teil, den­noch halte ich die For­mulierung für unglück­lich.

Nach einem Klick auf »Neue Büch­er -> Lit­er­atur« öffnet sich links ein neues, ver­tikales Menü mit Sub­kat­e­gorien. Das gefällt mir, ist über­sichtlich, so muss das gehen. Und hier finde ich dann auch zum ersten Mal bei meinen Tests eine Kat­e­gorie namens »Sci­ence Fic­tion | Fan­ta­sy«. Ich kann mein Glück kaum fassen, es hält allerd­ings nicht lange an, denn eine weit­ere Unterteilung sucht man eben­so verge­blich, wie die Möglichkeit, nach Kri­te­rien zu sortieren. Eine Unter­schei­dung min­destens zwis­chen SF und Fan­ta­sy wäre zu begrüßen, weit­ere Unterkat­e­gorien noch viel mehr. Erfreulich ist, dass an den gelis­teten Büch­ern Ver­merke darauf hin­weisen, ob es ein Werk auch als eBook gibt. Das ist vor­bildlich. Die Rei­hen­folge der Auflis­tung scheint mir nach Erschei­n­ungs­da­tum zu sein.

Dann suchen wir mal nach BLOOD RITES. In der Suche kann ich spez­i­fizieren, in welch­er Sub­kat­e­gorie ich forschen möchte, beispiel­sweise alle, Buch, eBook, Soft­ware, aber nicht nach englis­chen Büch­ern. Erst­mal Print. Erfreulicher­weise wer­den mehrere Vari­anten des Romans gefun­den, sowohl englis­che wie auch deutsche, dass bei den englis­chen Titeln auch noch der deutsche Name genan­nt wird, lässt mich daran glauben, aus Verse­hen in einem Par­al­lelu­ni­ver­sum angekom­men zu sein. Grandios. Die Taschen­buch­fas­sung kostet 8,55 Euro, bei Ama­zon 7,10 Euro, hier also ein ähn­lich­er Preis wie bei Kohlib­ri. Eine Suche nach CHANGES, dem vor­let­zten Har­ry Dres­den-Roman zeigt mir eine Menge Zeug, aber nicht das Gesuchte, also ver­feinere ich die Suche: »CHANGES Jim Butch­er«, das hil­ft. Die preiswerteste Fas­sung ist die von Roc für 8,01 Euro, die kostet bei Ama­zon 7,00 Euro. Das Hard­cov­er wird für 22,95 Euro feil geboten, beim Konkur­renten 20,99 Euro. Die Preise gehen im Prinzip in Ord­nung, kön­nten aber bess­er sein.

An den Büch­ern wird übri­gens angezeigt, ob sie auf Lager sind und sofort ver­sandt wer­den kön­nen oder nicht, auch das sollte lobend erwäh­nt wer­den. Lei­der brin­gen ein paar Suchen nach anderen englis­chen Taschen­büch­ern zu Tage, dass man hier allzuoft lesen muss »Lieferzeit eine Woche oder mehr«, Ver­gle­iche mit Ama­zon zeigen dort eine Lager­hal­tung.

Der Such­be­griff REDSHIRTS fördert diverse Tre­f­fer ans Licht, sowohl die Heyne-Aus­gabe als Print und Hard­cov­er, sowie ver­schiedene englis­che Fas­sun­gen. Die Gol­lancz-Ver­sion wird für 9,99 Euro ange­boten, beim Konkur­renten kostet die 9,00 Euro. Lei­der ist das Taschen­buch bei Osian­der nicht sofort liefer­bar (»länger als eine Woche«), bei Ama­zon aber schon. Das englis­che eBook ist nicht zu find­en. Ich ver­mute den Grund darin, dass Scalzi den Ver­legern vorgeschrieben hat, auf DRM zu verzicht­en – und das mag man hierzu­lande eben nicht.

Beim Ein­tip­pen von »Alan Dean Fos­ter« ver­tippe ich mich, es wird »Alan Diean Fos­ter« daraus. Osian­der zeigt sofort wie es gehen muss, denn ich werde gefragt: »mein­ten Sie Alan Dean Fos­ter?« und bietet den Namen gle­ich ver­linkt an. Allerd­ings ist der Link nicht als solch­er gekennze­ich­net und ich stelle das erst fest, als ich verse­hentlich mit der Maus darüber fahre – trotz­dem: fast alles richtig gemacht! Erneut bin ich verblüfft, denn ich muss fest­stellen, dass auss­chließlich englis­che Romane gelis­tet wer­den – darunter sind zu meinem Erstauen sog­ar englis­che eBooks! Und: die Taschen­büch­er sind alle liefer­bar. Kann doch alles gar nicht wahr sein, erst­mal einen Kaf­fee und dabei meine sichere Verbindung zur Real­ität über­prüft. Nein, alles noch gut, ich bin offen­bar nicht aus Verse­hen in ein anderes Uni­ver­sum gerutscht.

Nochmal die Gegen­probe: die Suchauswahl auf »eBooks« gestellt und »Charles Stross« eingegeben – und tat­säch­lich erscheinen reich­lich englis­che eBooks im ePub-For­mat vom gesucht­en Autoren.

Ich kön­nte jet­zt glück­lich sein, und Osian­der mein Geld hin­wer­fen. Alles hätte so schön sein kön­nen, doch dann kommt der unver­mei­dliche Absturz: im Ver­gle­ich zu anderen Anbi­etern sind die Preise der eBooks lei­der deut­lich zu hoch. Stross´ HIDDEN FAMILY kostet als englis­ches ePub 9,51 Euro, für den Kin­dle nur 4,37 Euro. Das ist ein Unter­schied, der sich gewaschen hat: mehr als dop­pelt so teuer und damit lei­der völ­lig inakzept­abel. Noch ein Ver­such mit englis­chen eBooks: THE APOCALYPSE CODEX, auch von Char­lie Stross: Osian­der sagt über­zo­gene 11,35 Euro an, im Ver­gle­ich dazu ruft Ama­zon 5,99 Euro auf. Es hätte so schön sein kön­nen …

An dieser Stelle kann ich resum­ieren: in Sachen Ange­bot, Tech­nik und Präsen­ta­tion um Län­gen bess­er als die bei­den zuvor getesteten Shops, es sind sog­ar verblüf­fend­er­weise englis­chsprachige eBooks vorhan­den. Nur lei­der kann man deren Preise nur mit der Beze­ich­nung »Wuch­er« bele­gen. Oder auch Raubrit­ter­tum. Oder Wege­lagerei. Es hätte also alles wirk­lich schön sein kön­nen, die Pflicht absolviert, bei der Kür aber lei­der gestürzt.

Wer­fen wir noch einen Blick auf die Ver­sand­kosten:

Inner­halb Deutsch­lands liefern wir portofrei. Lediglich bei Sendun­gen, die das Maß 120 cm x 60 cm über­schre­it­en oder schw­er­er als 31,5 kg sind, müssen wir einen Sper­rgutzuschlag von 20 Euro berech­nen.

Daran ist nichts auszuset­zen. Im Gegen­teil. Bei einem schnellen Blick über die AGB finde ich keine keine frag­würdi­gen Pas­si.

Als Faz­it: hier wird eine ganze Menge richtig gemacht, sog­ar fast alles, und ich kön­nte mir dur­chaus vorstellen, den Shop hin und wieder zu nutzen. Lei­der wird der gute Ein­druck dadurch deut­lich geschmälert, dass zum einen etliche englis­che Taschen­büch­er nicht vor­rätig sind und keine konkreten Angaben zur Lieferzeit gemacht wer­den. Was als mas­siv neg­a­tiv eingestuft wer­den muss und den Shop für mich im Bere­ich eBooks dann wieder inakzept­abel macht, sind zum anderen die völ­lig aus der Luft gegrif­f­e­nen Mond­preise für englis­che eBooks im Ver­gle­ich mit den Kin­dle-Fas­sun­gen. Vorteil­haft wäre, wenn der Bere­ich SF & Fan­ta­sy noch in die bei­den Gen­res aufgeteilt wer­den würde.

Aber im Ver­gle­ich zu den bei­den anderen bish­er getesteten Shops fra­g­los »Dau­men hoch«. Ich stelle mir allerd­ings die Frage, warum Osiander.de nicht deut­lich bekan­nter ist, ver­di­ent hät­ten sie es.

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Wei­tere Tests von Ama­zon-Alter­na­tiv­en:

Test buchhandel.de

Test kohlibri.de

Test lehmanns.de

 

Alternativen beim Online-Buchkauf, gibt es die? Kurztest kohlibri.de

Zweit­er Test alter­na­tiv­er Onlinebestellmöglichkeit­en für Büch­er. Dies­mal habe ich mir René Kohls kohlibri.de vorgenom­men, eine Seite von der ich im Netz immer wieder mal gehört hat­te und die eben­so wie ihr Betreiber in der Branche offen­bar als inno­v­a­tiv gilt. Auf Anhieb fiel mir auf, dass die ach so inno­v­a­tive Seite mit xt:commerce nicht ger­ade eine son­der­lich mod­erne oder »inno­v­a­tive« Shoplö­sung nutzt. Und dementsprechend sieht das Design der Seite auch arg alt­back­en aus; hüb­sch und mod­ern (oder gar »inno­v­a­tiv«) ist anders. Auf der Start­seite wer­den in Kachelform promi­nent Bilder darge­boten, dort zeigt man irgendwelche Inhalte, die mich alle­samt nicht inter­essieren und möglicher­weise auf einen anspruchsvolleren Besuch­er als mich Nerd gezielt sind. Gefühlte Mit­teilung: wir haben hier Anspruch. Bei mir angekom­men: gähn. Typ­isch Deutsch.

Offen­sichtliche Kat­e­gorien suche ich erst ein­mal verge­blich, erst nach ein wenig Klick­en finde ich diese links im Menü – und dann auch nur ver­gle­ich­sweise grobe – unter dem Menüpunkt »Lit­er­atur«. Dafür sind Punk­te wie »Kalen­der«, »Kun­st­büch­er & Musik« oder »Filme, DVD und Film­büch­er« gle­ich oben im Menü zu find­en (ähn­lich der »Anord­nung« in ein­er Buch­hand­lung, es fehlen nur Duftk­erzen. Allerd­ings im Web als Präsen­ta­tion irgend­wie merk­würdig). Der erste Nav­i­ga­tion­spunkt trägt den Titel »Ausze­ich­nun­gen und Preise«, warum da nicht »Lit­er­atur« oder »Bel­letris­tik« ste­ht, erschließt sich mir nicht. Warum soll­ten irgendwelche von irgendwem ver­liehenen Preise eine Auswirkung auf mein Kaufver­hal­ten haben? Möglicher­weise ist man der Ansicht, dass eine Preisver­lei­hung ein Buch beson­ders kaufenswert macht – nach meinen Erfahrun­gen ist dem allerd­ings nicht so, eher im Gegen­teil.

Unter dem Punkt »Lit­er­atur« ver­misse ich jeglichen Ein­trag zu Sci­ence Fic­tion und Fan­ta­sy. Das erin­nert mich an diverse Buch­hand­lun­gen im realen Leben, wo ich eben­falls den Ein­druck ver­mit­telt bekomme, ich komis­ch­er Freak soll doch bitte meine schrä­gen Fetis­che woan­ders suchen … Man kön­nte sich fast wie zu Hause fühlen … Auch einen konkreten Menüein­trag für englis­che Büch­er suche ich vergebens, dabei sind die neben SF&F mein vor­rangiges Inter­esse. Siehe oben: Freak und so … Aber ich ver­heim­liche ja nicht, dass ich für mich eine Alter­na­tive suche und nicht für ZDF-Zom­bies oder Per­so­n­en, die mit dem aus­tauschbaren Ange­bot der Pub­likumsver­lage tooootal zufrieden sind.

Zurück zum The­ma: auf diesem Wege kann ich also nicht im von mir gewün­scht­en Ange­bot stöbern, benutzer­fre­undlich geht anders. Dann eben über die Suche (natür­lich kann ich nur Stich­proben durch­führen).

Hier kann ich auswählen, ob ich nach »Allem«, »Autor« oder »Titel« suchen möchte. Ana­log zum let­zten Test suche ich nach BLOOD RITES von Jim Butch­er. Tat­säch­lich, der zweite Tre­f­fer ist der gesuchte Roman um Har­ry Dres­den. Zum Preis von 8,55 Euro, bei Ama­zon bekomme ich das Buch für 7,10 Euro. Jet­zt kön­nte man natür­lich über­legen, ob man den Mehrbe­trag aufwen­den möchte, um nicht bei Ama­zon kaufen zu müssen.

Klicke ich »Titel« an und suche erneut, wird das Suchergeb­nis witziger­weise deut­lich schlechter, wenn man die Suchkri­te­rien in dieser Form ein­schränkt, soll­ten die angezeigten Ergeb­nisse eigentlich bess­er wer­den. Sollte man annehmen, aber aus meinen beru­flichen Erfahrun­gen mit xt:commerce weiß ich, dass das Shop­sys­tem nicht ger­ade … na sagen wir mal: die tech­nis­che Spitze der Verkauf­s­plat­tfor­men im Web darstellt.

Neuer Ver­such: der Titel des let­zten Har­ry Dres­den-Romans lautet COLD DAYS. Den kann ich aber lei­der im Ange­bot gar nicht find­en, was ich für außeror­dentlich bedauer­lich halte, immer­hin erschien er schon im Novem­ber, also aus­re­ichend Zeit, ihn ins Pro­gramm aufzunehmen. Beim … äh … Mit­be­wer­ber kon­nte ich den Roman schon ein dreivier­tel Jahr vor dem Erschei­n­ung­ster­min vorbestellen. Übri­gens ist bei keinem der von mir gesichteten englis­chen Romane der Ver­lag ver­merkt, es gibt aber beispiel­sweise bei den Dres­den-Büch­ern zwei Anbi­eter, die sich im Preis zum Teil deut­lich unter­schei­den. Vielle­icht meint man bei Kohlib­ri ja, ich müsste die Ver­lage an der ISBN erken­nen kön­nen …

Ich bin ja nicht so, also nochmal: eine Suche nach REDSHIRTS bringt zwar den Scalzi-Roman ans Tages­licht, allerd­ings lei­der nur die deutsche Fas­sung – und die inter­essiert mich nicht.

Diverse weit­ere Suchen zeigen an erster Stelle immer wieder mal Büch­er, die mit »unsere Empfehlung« gekennze­ich­net sind. Warum die emp­fohlen wer­den, ste­ht allerd­ings nicht dabei, das macht diese Empfehlung irgend­wie sehr sinn­los, ein Alle­in­stel­lungsmerk­mal ist das nicht. Die Beschrei­bung zum Charles Stross-Roman THE APOCALYPSE CODEX lautet:

Autoren­por­trait:

Charles Stross ist der Shoot­ing Star unter den amerikanis­chen SF-Autoren und wird schon heute in eine Rei­he mit den leg­endären Meis­tern des Gen­res, Arthur C. Clarke, Robert A. Hein­lein und Philip K. Dick, gestellt.Charles Stross was born in Leeds, Eng­land, in 1964. He has worked as a phar­ma­cist, soft­ware engi­neer and free­lance jour­nal­ist, but now writes full-time.

Ach? Das ist ja inter­es­sant, wusste ich aber dum­mer­weise schon, eine Inhalt­sangabe des Romans wäre mir deut­lich lieber gewe­sen, um einzuschätzen ob er mich inter­essiert. Ama­zon hat da deut­lich mehr zu bieten – näm­lich eine Inhalt­sangabe. Diese Prak­tik, statt des Waschzet­tels sich wieder­holende State­ments zu Autoren zu liefern, finde ich öfter. Inter­es­sant bei Stross der Preisver­gle­ich: Kohlib­ri sagt 11,35 Euro an, Ama­zon ger­ade mal 8,70 Euro. Mich würde inter­essieren, wie dieser deut­liche Preisun­ter­schied zus­tande kommt oder begrün­det wer­den soll. Ich ver­mute: keinen Bock die Preise anzu­passen.

Eine Suche nach »Per­ry Rho­dan« bringt verblüf­fende 467 Tre­f­fer. Ich bin stumm vor Glück. Lei­der kann ich in der Sortierung kein­er­lei Logik erken­nen. Weit­er­hin fehlen im Shop übri­gens Möglichkeit­en, eine Ergeb­nis­menge neu zu sortieren (Preis, Beliebtheit, Medi­um, also beispiel­sweise Taschen­buch und Hard­cov­er) – das wäre wirk­lich hil­fre­ich. Gin­ge alles, auch mit xt:commerce.

Bis hier­her würde ich das Ergeb­nis des Tests der Suche max­i­mal und mit ein­er Menge guten Wil­lens als »durchwach­sen« beze­ich­nen, kein Ver­gle­ich mit der ela­bori­erten und über­sichtlichen, vielfach gestaffel­ten Kat­e­gorisierung bei Ama­zon. Dass die Bere­iche SF & Fan­ta­sy  sowie englis­chsprachige Print­büch­er kom­plett fehlen (obwohl sie da sind!) ist für mich im Prinzip in Sachen »stöbern« bere­its ein Auschlusskri­teri­um und macht die Seite schw­er erträglich. Ich habe das unbes­timmte Gefühl, dass man mich gän­geln möchte.

Da expliz­it auch eBooks ange­boten wer­den, suche ich nach eini­gen englis­chen Roma­nen. Voll­ständi­ge Fehlanzeige, der Shop ist nicht in der Lage, solche zu liefern. Ich frage mich, was das soll? Aber auch in Sachen deutsche eBooks kann das Ange­bot nicht überzeu­gen: nach einem Klick auf »Lit­er­atur« im Menü wer­den mir ger­ade mal drei (in Zahlen: 3!) elek­tro­n­is­che Büch­er angezeigt. Der Menüpunkt »Thrill me!« liefert sage und schreibe 37 eBooks. Sci­ence Fic­tion und Fan­ta­sy auch hier im Menü kom­plette Fehlanzeige.

Auf­fal­l­end sind zwei Dinge: zum einen wird man in einen anderen Bere­ich des Shops geleit­et, wenn man auf der Start­seite »eBooks»anklickt. Hier ist die Nav­i­ga­tion eine andere (und es ver­schwinden die Meta-Links, beispiel­sweise zum Impres­sum). An den eBooks sucht man die vorgeschriebe­nen Hin­weise auf eine DRM-Verseuchung verge­blich. Warum das so ist, wird aber klar, wenn man tat­säch­lich mal bei einem Pro­dukt auf »Down­load« klickt. Dann wird man näm­lich nochmal in einen ganz anderen Shop umgeleit­et, dies­mal sog­ar unter ein­er anderen URL: https://kohlibri.e-bookshelf.de. Man möge mir vergeben, aber das Herum­schick­en zwis­chen Shop­un­ter­seit­en und anderen Webpräsen­zen wirkt wie hil­f­los zusam­mengestop­pelt. Hier find­et man dann allerd­ings am eBook nicht nur Hin­weise zum Kopier­schutz, son­dern auch eine Kat­e­gorie namens »Sci­ence Fic­tion, Fan­ta­sy« – und man kann nach ver­schiede­nen Kri­te­rien sortieren. Was die umständliche Ham­pelei mit nor­maler Shop -> eBook-Shop -> noch ein eBook-Shop soll, erschließt sich mir jedoch nicht.

Ich wollte dann noch einen Blick auf die Ver­sand­kosten wer­fen und da fand ich – und man kann es nicht anders umschreiben – Unfass­bares. Man kann zuerst ein­mal schein­bar Pos­i­tives lesen:

Wir liefern portofrei nach Ihrer Wahl an alle Postan­schriften in der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land.

Doch dann kommt das dicke Ende:

Die Gefahr geht auf den Besteller über, sobald die Liefer­ung den Betrieb von Kohlib­ri ver­lassen hat, und zwar auch dann, wenn Teil­liefer­un­gen erfol­gen.

Das ist nun nicht nur verblüf­fend, son­dern mein­er Mei­n­ung nach ein ekla­tan­ter Ver­stoß gegen deutsche Ver­braucher­rechte, denn im BGB kann man für einen Kon­sumentenkauf bei einem gewerblichen Anbi­eter (und dabei han­delt es sich bei Kohlib­ri fra­g­los) ein­deutig lesen:

§ 474 – Begriff des Ver­brauchs­güterkaufs

(1) Kauft ein Ver­brauch­er von einem Unternehmer eine bewegliche Sache (Ver­brauchs­güterkauf), gel­ten ergänzend die fol­gen­den Vorschriften. Dies gilt nicht für gebrauchte Sachen, die in ein­er öffentlichen Ver­steigerung verkauft wer­den, an der der Ver­brauch­er per­sön­lich teil­nehmen kann.

(2) Auf die in diesem Unter­ti­tel geregel­ten Kaufverträge ist § 439 Abs. 4 mit der Maß­gabe anzuwen­den, dass Nutzun­gen nicht her­auszugeben oder durch ihren Wert zu erset­zen sind. Die §§ 445 und 447 sind nicht anzuwen­den.

Ich bin nun kein Anwalt, aber die Aus­sage des Geset­zes ist mein­er Ansicht nach ein­deutig. Zudem: Das LG Lan­dau (Urteil vom 17.02.2006, HK O 977/05) hat die von einem Online-Händler gegenüber einem Ver­brauch­er ver­wen­dete AGB-Klausel »Ver­sand auf Risiko des Käufers« expliz­it als unzuläs­sig und wet­tbe­werb­swidrig eingestuft. Das LG Saar­brück­en (Urteil v. 15.9.2006, 7 I O 94/06) hat­te entsch­ieden, dass es irreführend ist, einen unver­sicherten und ver­sicherten Ver­sand zur Wahl anzu­bi­eten, wenn nicht ein­deutig klar gemacht wird, dass der Verkäufer unab­hängig von Art des Ver­sandes das Risiko trägt. Dass das in den AGB dieses Shops den­noch anders kom­mu­niziert wird, halte ich – gelinde gesagt – für eine Unver­schämtheit. Der Hin­ter­grund ist klar: man möchte schön preiswert als Büch­ersendung ver­schick­en und die ist nicht ver­sichert – wenn futsch, dann futsch. Und deses Risiko soll dem Kun­den aufge­drückt wer­den. Oder sollte es irgendwelche – echt­en oder einge­bilde­ten – Son­der­rechte für den Onlineb­uch­han­del geben? Ich glaube kaum.

Für mich als Kun­den ist ein solch­es Geschäfts­ge­baren ein KO-Kri­teri­um.

Faz­it: keine Alter­na­tive, wed­er von der Ergonomie her, erst recht nicht auf­grund der Auswahl, schon gar nicht in Sachen Kun­den­fre­undlichkeit, denn die Num­mer mit dem Ver­san­drisiko würde ich sog­ar für abmah­n­fähig hal­ten (das Impres­sum, in dem jegliche Angaben zum Daten­schutz fehlen, ist es ohne­hin, witziger­weise ste­ht da auch: »Preis­stand: 1.7.2010« – hochak­tuell!), eine Dreistigkeit ist das alle­mal. Ein Händler, der mich als Kun­den auf diese Art hin­ters Licht zu führen ver­sucht, hat, und man möge mir vergeben, dass ich es so offen sagen muss: ver­schissen.

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