Demnächst: Shakespeares Enkel – neue Buchhandlung in Dresden

Demnächst: Shakespeares Enkel – neue Buchhandlung in Dresden

Woan­ders machen klas­sis­che Buch­hand­lun­gen zu, in Dres­den wird in Kürze eine neue eröffnet. Die ist allerd­ings eher außergewöhn­lich, denn dort wird man auss­chließlich Büch­er von unab­hängi­gen Klein­ver­la­gen bekom­men.

Die Buch­hand­lung mit dem Namen »Shake­spear­es Enkel« wird von Edi­tion Rot­er Drache, Lysan­dra Books, acabus und und Salo­mo Pub­lish­ing betrieben, man find­et dort (momen­tan unter anderem) Büch­er der fol­gen­den Ver­lage:

- Acabus Ver­lag (Bel­letris­tik)
– Severus Ver­lag (über­ar­beit­ete anti­quar­ische Kost­barkeit­en)
– fab­u­la (Klas­sik­er)
– Igel Ver­lag Ham­burg (Lit­er­atur­wis­senschaftliche Titel)
– Edi­tion Rot­er Drache (Bel­letris­tik, Sach­buch)
– Lysan­dra Books Ver­lag (Fan­ta­sy, Frauen­lit­er­atur)
– salo­mo pub­lish­ing (Roman­lit­er­atur)
– Dres­d­ner Buchver­lag (Dres­den und Sach­sen region­al und his­torisch)
– zwiebook (Kurzro­mane, Kurzprosa, Poet­ry-Slam-Texte, Lyrik)
– Mirabilis Ver­lag (lit­er­arische Erzäh­lun­gen, Lit­er­atur, die einen Bezug zu Film und Fotografie hat)
– edi­tion kri­mi (Kri­mi, Thriller)
– Edi­tion Wan­nen­buch (wasser­feste Bade­büch­er für Erwach­sene)
– Neis­sufer­ver­lag (Kinder- und Jugend­buch)
– Franke Ver­lag (Bel­letris­tik, Klas­sik­er)
– Ver­lag Ille & Riemer (Geis­teswis­senschaftliche Titel, Lan­des­geschichte Mit­teldeutsch­lands)
– ono­ma­to ver­lag (Hör­büch­er und Büch­er zum The­ma Philoso­phie und bildende Kun­st, Pub­lika­tio­nen zu Franz Kaf­ka)
– Ver­lag OPERNMOUTH (Opern ein­fach erk­lärt)
– Traum­sa­lon edi­tion (Kinder­buch)
– Fah­nauer Ver­lag / Ardeen (Fan­ta­sy)
– Ver­lag Kirch­schlager (His­torische Krim­i­nal­lit­er­atur)
– Edi­tion Pas­tor­platz (Kinder­büch­er, Car­toons, Comics, Graph­ic-Nov­els)
– Biber & Butze­mann (Kinder­buch)
– Wiesen­grund Ver­lag (His­torische Romane, Kinder­buch, Fan­ta­sy)

Diese Liste ist allerd­ings unvoll­ständig, denn es kom­men täglich neue hinzu.

Die Eröff­nung der Buch­hand­lung Shake­spear­es Enkel find­et am Sam­stag, den 25. August statt, geöffnet ist an diesem Tag zwis­chen 11 und 22 Uhr. Die Adresse lautet: Weimarische Str. 7, 01127 Dres­den. Regelmäßige Updates zum Laden find­et man auch auf dessen Face­book-Seite.

Feine Sache – eine Buch­hand­lung auss­chließlich mit Klein­ver­lags­büch­ern ist etwas Außergewöhn­lich­es, das sich von der üblichen Massen­ware-Dreherei der Buch­branche erfreulich abhebt.

Logo Copy­right Shake­spear­es Enkel – Ver­lags­buch­hand­lung unab­hängiger Ver­lage

Verlagsvergleich oder dreiste Eigenwerbung mit Falschaussagen?

Verlagsvergleich oder dreiste Eigenwerbung mit Falschaussagen?

verlagsvergleich.orgAuf der Seite verlagsvergleich.org find­et sich eine tabel­lar­ische Liste, in der die Leis­tun­gen von Ver­la­gen, Klein­ver­la­gen, Druck­kosten­zuschussver­la­gen, On Demand-Dien­stleis­tern und Eigen­ver­lag ver­glichen wer­den. Weit­er­hin gibt es eine her­vorge­hobene Spalte mit soge­nan­ntem »Val­ue Added Pub­lish­ing«. Die ist her­vorge­hoben, denn für Leis­tun­gen unter diesem Bull­shit-Bin­go-tauglichen Begriff soll offen­sichtlich gewor­ben wer­den.

Sieht man sich die Liste an, bleibt einem allerd­ings ob der mein­er Ansicht nach kack­dreis­ten Falschaus­sagen ziem­lich schnell die Spucke weg, denn es wird ein­fach mal behauptet, dass man als Autor bei Klein­ver­la­gen mit Geld in Vor­leis­tung treten muss, damit das eigene Buch veröf­fentlich wer­den kann. Das ist natür­lich pauschal – und man kann es ein­fach nicht anders sagen – Bull­shit. Da wird beispiel­sweise ein­fach mal behauptet, man müsse als Autor bei einem Klein­ver­lag für den Druck mit 5000 bis 15000 Euro in Vor­leis­tung treten. Das ist allerd­ings das typ­is­che Geschäftsmod­ell von Druck­kosten­zuschussver­la­gen. Weit­er­hin wer­den Kosten in Höhe von 250 – 1500 Euro fürs Cov­er oder 500 Euro fürs Lay­out angegeben, alles eben­falls arg­er Blödsinn. Sieht man sich die Tabelle weit­er an, stellt man schnell fest, dass auch andere Angaben zur Veröf­fentlichungs­geschwindigkeit, zur Sicht­barkeit in Shops oder zum Mar­ket­ing vol­lkom­men aus der Luft gegrif­f­en sind.

In meinen Augen sieht es so aus, als wolle hier jemand durch solche Real­itäts­beu­gun­gen seine Dien­stleis­tung bess­er ausse­hen lassen, als sie tat­säch­lich ist.

Sehen wir uns die Seite weit­er an. Als Web­seite, die auf ein deutsches Pub­likum zielt, müsste sie eigentlich trotz .org Toplev­el-Domain über ein Impres­sum ver­fü­gen. Das fehlt allerd­ings, Macht man einen Whois-Lookup auf den Domain­na­men, stellt man fest, dass dieser auf eine Per­son in den USA aus­gestellt wurde. Hier gibt sich offen­sichtlich jemand redlich Mühe, den Hin­ter­grund der Domain zu ver­schleiern und die Impres­sum­spflicht für Webange­bote für ein deutschen Pub­likum zu umge­hen. Es gibt Dien­stleis­ter, die genau das anbi­eten, also als Domain­in­hab­er aufzutreten, um die wahren Hin­ter­män­ner von Webange­boten zu ver­schleiern und beispiel­sweise Abmah­nun­gen zu ver­hin­dern. Und eine Abmah­nung durch Mit­be­wer­ber auf­grund falsch­er Aus­sagen wäre in diesem Fall dur­chaus denkbar.

Ser­iös ist so etwas nicht und dient in meinen Augen einzig dazu, sich rechtlichen Schrit­ten zu entziehen.

Fol­gt man allerd­ings dem einzi­gen Link auf der Seite, wird schnell klar, wer hin­ter der Tabelle mit den frag­würdi­gen Aus­sagen ste­hen kön­nte. Denn der führt zum Wind­sor Ver­lag (dem spendiere ich keinen Link). Dieser möchte sich gern als Ver­lag mit Dien­stleis­tun­gen für Autoren präsen­tieren, oder vielle­icht eben als Anbi­eter für das Buzz­word »Val­ue Added Pub­lish­ing«. Dabei han­delt es sich auch beim Wind­sor-Ver­lag nicht nur mein­er mein­er Ansicht nach eben­falls nur um einen Anbi­eter, der vor Veröf­fentlichung von den Autoren Geld haben will. Als Geschäftsmod­ell frag­würdig, wenn auch nicht in irgen­dein­er Form rechtswidrig.

Allerd­ings zu behaupten, Klein­ver­lage näh­men haufen­weise Geld für eine Veröf­fentlichung von Autoren, um das eigene Geschäftsmod­ell zu pro­moten, welch­es genau das­selbe tut, ist mein­er Mei­n­ung nach schon eine arge Unver­schämtheit. Das Faz­it »lange Wartezeit­en, teuer« set­zt dem ganzen dann noch die Kro­ne auf. Übri­gens kommt auch der Self­pub­lish­er beim Ver­gle­ich sehr schlecht weg. Ach was ..?

Glaubt der Pro­pa­gan­da auf der Seite verlagsvergleich.de also nicht, denn die arbeit­et offen­bar mit Falschaus­sagen, um Klein­ver­lage schlechtzu­machen und dann selb­st Autoren das Geld aus der Tasche ziehen zu kön­nen. Es han­delt sich mein­er Mei­n­ung nach nicht um einen Ver­lag, son­dern um einen Anbi­eter für Lek­torat, Druck und ähn­liche buch­na­he Dien­stleis­tun­gen (üblicher­weise Druck­kosten­zuschussver­lag oder Pseudover­lag genan­nt). Dass den Ver­ant­wortlichen selb­st klar ist, dass das nicht ganz kosch­er ist, was sie da tun, zeigt allein schon die Ver­schleierung der wahren Inter­essen­ten hin­ter der Ver­gle­ich­sweb­seite. Wobei die Ver­ant­wortlichen ver­mut­lich jede Beteili­gung an der Domain ablehnen wer­den, ist ja nur irgen­dein Amerikan­er.

Lasst euch nicht ins Bock­shorn jagen, liebe Autoren. Klein­ver­lage wollen nicht, dass ihr in finanzielle Vor­leis­tung tretet. Und wenn es doch ein­er will, dann ist es kein Klein­ver­lag, son­dern ein Druck­kosten­zuschuss, bzw. Pseudover­lag. Klein­ver­lage kön­nen euch auch auf alle Verkauf­s­plat­tfor­men brin­gen.

Sowohl verlagsvergleich.org wie auch der Wind­sor-Ver­lag wur­den mit voller Absicht nicht ver­linkt.

[Update 9:45 Uhr] Die Web­seite des Wind­sor-Ver­lags ver­fügt übri­gens eben­falls nicht über ein rechts­gültiges Impres­sum: Keine ladungs­fähige Adresse, keine recht­skon­forme Kon­tak­t­möglichkeit. Als Domain­in­hab­er ist bei Denic der­selbe Eric Somes aus Cheyenne, USA einge­tra­gen, wie bei verlagsvergleich.de. Auch hier möchte man sich schein­bar aus der Ver­ant­wor­tung stehlen. Ich würde allerd­ings mit keinem Dien­stleis­ter einen Ver­trag einge­hen, der seine Adresse nicht angeben möchte.

[Update 10:10 Uhr] Der Tweet der kurz nach der Veröf­fentlichung meines Artikels online ging, ist ist dann aber große Real­satire …

Screen­shot-Inhalte Copy­right Eric J Somes

Buchmesse Leipzig: Erster Verlag zieht Konsequenzen

Buchmesse Leipzig: Erster Verlag zieht Konsequenzen

Buchmesse Euro

Nach den Quere­len um die Phan­tastik-Lesein­sel auf der Buchmesse Leipzig zieht der erste Ver­lag jet­zt Kon­se­quen­zen. Wie Ver­legerin Grit Richter auf der Web­seite von Art Skript Phan­tastik schreibt, hat sie sich schw­eren Herzens entschlossen, der Messe im Jahr 2017 fern zu bleiben, und rechtzeit­ig die Not­bremse zu ziehen, bevor die Kosten astronomisch wer­den.

Das hängt eher sekundär mit Werkzeugs zusam­men, da die Halle zwei deut­lich umstruk­turi­ert wer­den soll, wie ich schon in meinem anderen Artikel heute erläuterte, fall­en Stand­typen weg und die Stände sollen auch anders aufge­baut wer­den, wodurch es zu Platz­man­gel kom­men wird. Zu dem neuen Stand­konzept äußerte sich auch schon Jür­gen Eglseer vom Amrûn-Ver­lag mir gegenüber kri­tisch. Grit Richter stellt zudem her­aus, dass es bere­its in der Ver­gan­gen­heit diverse Prob­leme mit der Messe Leipzig gab, und das für sie jet­zt nur der Tropfen ist, der das Fass zum Über­laufen brachte.

Man muss ein­fach ganz klar sehen, dass die Kosten für so einen Präsenz auf der Messe erhe­blich sind, denn zu den Standge­bühren kom­men ja auch noch Anreise, Über­nach­tung und Verpfle­gung. Wenn ein Ver­anstal­ter sich so ein­deutig auf große Anbi­eter ein­richtet und keine passenden Kon­di­tio­nen für Klein- und Kle­in­stver­lage anbi­etet, son­dern stattdessen auch noch von »Gle­ich­be­hand­lung gegenüber anderen Part­nern« schwadroniert, dann beleuchtet das mein­er Mei­n­ung nach deut­lich, wie egal die kleinen Anbi­eter dem Mes­sev­er­anstal­ter sind. Denn wäre es anders, kön­nten sich­er Wege gefun­den wer­den, wie man eine kul­turelle Vielfalt mit auch kleinen Ver­la­gen oder sog­ar Self­pub­lish­ern her­stellt. Das­selbe gilt übri­gens in ganz ähn­lich­er Form auch für die Buchmesse Frank­furt. Aber dass dort die Großen lieber unter sich bleiben möcht­en, und das durch völ­lig über­zo­gene Stand­preise garantieren, sind eben­falls News von vorgestern. Dort bleiben ja inzwis­chen sog­ar renom­mierte Pub­likumsver­lage fern, weil es sich nicht rech­net.

Ob weit­ere Phan­tastik-Anbi­eter mit Absagen fol­gen wer­den bleibt abzuwarten. Angesichts der Tat­sache, dass die Messe zum Zeit­punkt der WerkZeugs-Absage offen­bar bere­its ein kom­plett neues Konzept inklu­sive geän­dert­er Stan­danord­nung ste­hen hat­te, erscheint mir die ganze Geschichte ziem­lich abgekartet und ich ver­mute nach wie vor, dass WerkZeugs aus­ge­bootet wer­den sollte, eben zu Gun­sten des Dien­stleis­ters LSL.

[Update 16:52 Uhr:] Wie ich soeben erfahre, ist auch der Ver­lag ohneohren raus.

[Update 16.09.2016, 11:00 Uhr:] Uschi Zietsch und ihr Faby­lon-Ver­lag waren schon 2016 nicht mehr auf der Buchmesse Leipzig, auch sie äußert sich in ihrem Blog kri­tisch:

Und dann, weil WerkZeugs öffentlich / auf FB mit­teilt, 2017 nicht mehr dabei zu sein, tritt Oliv­er Zille belei­digt im Börsen­blatt kräftig nach, mit Behaup­tun­gen, die nicht nur so nicht stim­men kön­nen – wir ken­nen WerkZeugs seit vie­len Jahren und wis­sen, wie kom­mu­nika­tiv und koop­er­a­tiv sie sind -, son­dern man stellt sich auch noch der­art selb­s­ther­rlich dar, dass man schon fra­gen muss, wohin will Herr Zille denn?

Logo Buch­messe Leip­zig Co­py­right Leip­zi­ger Messe GmbH

Wortwerke: Buchhandlungen für Bücher von Selbstverlegern und Kleinverlagen

Wortwerke: Buchhandlungen für Bücher von Selbstverlegern und Kleinverlagen

Logo Wortwerke

Und es gibt sie doch, die Buch­händler, die anders denken und nicht am Gestern kleben:

Bei »Wortwerke« han­delt es sich um eine Buch­hand­lung aus Bad Sege­berg, die inzwis­chen über mehrere Fil­ialen ver­fügt (bis­lang lei­der nur in Nord­deutsch­land: Husum und Bre­mer­haven) und die sich auf die Büch­er von Selb­stver­legern und Klein­ver­la­gen spezial­isiert haben. Das ste­ht im krassen Gegen­satz zum Regelfall bei deutschen Buch­händlern, die Klein­ver­lags­büch­er nicht bestellen wollen, wenn der Großhändler sie zwar gelis­tet hat aber nicht direkt liefern kann, oder die bei Selb­stver­legern gar nicht erst anfra­gen, weil ihnen das zuviel Aufwand bedeutet. Alles keine Aus­nah­men son­dern nach meinen Erfahrun­gen eher die Regel, deswe­gen kann man einen Ansatz wie bei Wortwerke gar nicht hoch genug loben.

Die Betreiber schreiben auf Wortwerke:

Wir von »Wortwerke« haben uns auf die Präsen­ta­tion und den Verkauf von Büch­ern selb­stver­legen­der Autoren und Klein­ver­la­gen spezial­isiert.
Bei uns find­en Sie Werke von Inter­net-Best­sellern und Außen­seit­ern, von Debü­tau­toren und Wieder­hol­ungstätern, von  Jungschrift­stellern und »alten Hasen«.
Ob Liebesro­man oder Fan­ta­sy, Kri­mi oder Sach­buch, Bel­letris­tik oder Leses­toff für die Kleinen, Kurzgeschicht­en­samm­lun­gen oder Fic­tion: Unsere Regale sind voll mit Schätzen, die pures Lesev­ergnü­gen ver­sprechen. Und es ist für jeden etwas dabei.
Doch auch Kün­stler wie Maler, Design­er, Bild­hauer, Töpfer­er und Gold­schmiede find­en hier eine Plat­tform, ihre Werke in Ausstel­lun­gen zu präsen­tieren. Das Ange­bot vari­iert von Fil­iale zu Fil­iale, es lohnt sich also, immer ein­mal wieder here­inzuschauen.

Doch das ist nicht alles. In den Fil­ialen gibt es auch kuli­nar­ische Zusatzange­bote, wie Kaf­fee, Tee oder Kuchen, bei denen man in ein »Schmök­er-Exem­plar« in aller Ruhe hinein­se­hen kann. Und abschließend existiert auch ein Ver­anstal­tungskalen­der, denn Autoren lesen vor Ort.

Aktuelle Infor­ma­tio­nen find­et man auch auf Face­book.

Bra­vo! Ich hoffe, dass diesem äußerst pos­i­tiv­en Beispiel viele fol­gen wer­den.

[Update 15:20] Es war dann doch zu schön, um wahr zu sein, denn die Kon­di­tio­nen sind lei­der nicht akzept­abel, wie ich ger­ade erfahre: Es han­delt sich gar nicht um eine Buch­hand­lung im üblichen Sinne, denn die Self­pub­lish­er und Ver­lage müssen dort Regalplatz mieten. Wird ein Buch im Miet­zeitraum verkauft, erhält man 100% der Erlöse, wird es das nicht, hat man das Geld in den Wind geschossen. Das Prob­lem dabei ist: Wenn man als Klein­ver­lag oder Self­pub­lish­er mehrere Büch­er platziert, die sich aber nicht, oder nur vere­inzelt verkaufen, bedeutete das im schlimm­sten Fall mehrere hun­dert Euro Ver­lust.

Schade, es hätte so schön sein kön­nen. Das Risiko auss­chließlich auf den Anbi­eter auszu­lagern mag aus Buch­händler­sicht erstrebenswert sein, für alle Anbi­eter abseits von Best­seller­autoren ist das aber in meinen Augen eine ganz miese Geschäft­sprak­tik.

Logo »Wortwerke« Copy­right Buch­hand­lung Wortwerke Bian­ca Bold­u­an

Kleinverlage und der Buchhandel – Keinen Bock, Bücher zu verkaufen?

Kleinverlage und der Buchhandel – Keinen Bock, Bücher zu verkaufen?

Buchhandlung2

In der eingeschränk­ten schwarz-weiß-Welt­sicht des Buch­han­dels ist die Lage klar. Ama­zon wurde als das Böse an sich aus­gemacht und man wird nicht müde, darauf hinzuweisen, dass man dort gefäl­ligst nicht kaufen soll. Mit teil­weise außeror­dentlich hanebüch­enen Begrün­dun­gen und völ­lig außer Acht lassend, dass der Onlin­ev­ersender aus den USA ins­beson­dere im Bere­ich Kun­den­fre­undlichkeit die Nase Licht­jahre weit vorne hat. Man ver­sucht die Leser mit so hal­b­garen Kam­pag­nen wie »Vor­sicht! Buch!« oder »Buy Local« zu gewin­nen, statt ein­fach bess­er zu wer­den.

Dass der Slo­gan »Vor­sicht! Buch!« aber auch in ganz ander­er Hin­sicht stimmt, beweist ein Artikel von »Seit­en­flügel«, auf den ich heute hingewiesen wurde. Darin beklagt man sich konkret über einen unwilli­gen Buch­han­del, der offen­bar nicht die ger­ing­ste Lust hat, Büch­er zu verkaufen, sobald sie außer­halb des Main­streams oder der großen Ver­lage liegen. Da heißt es:

Wir küm­mern uns nun seit einem Jahr ver­stärkt um unser Buch­pro­gramm, das bis dahin ein Nebengeschäft war. Und unsere Analy­sen der Branche sind fatal: Der klas­sis­che Buch­han­del block­iert sich selb­st. Ama­zon hat all unsere Büch­er immer aufgenom­men, ange­boten, auf Lager bestellt, damit sie jed­erzeit liefer­bar sind. Die Großeinkäufer des sta­tionären Buch­han­dels (KNV, Lib­ri, Umbre­it) sind da viel träger, nach­läs­siger.

Den Rest des Artikel sollte man sich mal auf der Zunge zerge­hen lassen, ins­beson­dere die konkreten Fälle, die genan­nt wer­den. Man kann nur ver­muten, dass viele Buch­händler in einem Uni­ver­sum fern ab jeglich­er Real­ität leben, eingekuschelt in das warme, weiche Kissen aus jahrzehn­te­langer Preis­bindung und die fehlende Notwendigkeit kaufmän­nis­chen Denkens.

Einen ganz ähn­lichen Ton schlug neulich Joachim Kör­ber von der Edi­tion Phan­ta­sia auf Steglitz­Mind an. Der Artikel ist betitelt mit »Ich habe oft den Ein­druck, dass dem deutschen Buch­han­del nichts fern­er liegt, als Büch­er zu verkaufen.« Denn auch seine Erfahrun­gen mit Buch­hand­lun­gen sind seit Jahren ver­gle­ich­bar schlecht wie die aus dem oben genan­nten Beispiel.

Wir haben anfangs eine Menge Geld aus­gegeben und Adressen von Buch­händlern beim Börsen­vere­in gekauft, haben Wer­beak­tio­nen und Mail­ings gemacht, und die Res­o­nanz war gle­ich null. Ich habe oft den Ein­druck, dass dem deutschen Buch­han­del nichts fern­er liegt, als Büch­er zu verkaufen.

Auch dieses Inter­view außerst lesenswert.

Ich habe hier schon des Öfteren Ähn­lich­es behauptet, da mir solche Infor­ma­tio­nen bere­its unter der Hand von Klein­ver­la­gen bzw. deren Mitar­beit­ern gesteckt wur­den. Mit der Bitte, keine Namen zu nen­nen. Warum, kann man sich leicht vorstellen. Deswe­gen finde ich es umso schön­er, und über­aus mutig, dass das The­ma jet­zt auf diese Weise ein wenig öffentlich­er gemacht wird. ich habe allerd­ings die Befürch­tung, dass die ach so hehren Ver­fechter der Buch­han­delsethik, die es ange­ht, davon wieder mal nichts mit­bekom­men wer­den. Oder es ihnen weit­er­hin egal ist.

Und wenn man als Klein­ver­leger mit vorhan­den­er ISBN und teuer bezahltem VLB-Ein­trag schon diese Prob­leme hat, dann kann man sich vorstellen, wie es Self­pub­lish­ern geht.

Bild: Buch­hand­lung, aus der Wikipedia, geme­in­frei.

Liste von Indie- und Kleinverlagen – bitte melden!

Liste von Indie- und Kleinverlagen – bitte melden!

Phantanews-LogoIch möchte hier auf Phan­taNews eine Liste von Klein-, Indie- und Spe­cial Inter­est-Ver­la­gen bere­it­stellen und pfle­gen. Dabei soll sich diese Liste auss­chließlich auf solche Ver­lage beschränken, die Phan­tastik im Pro­gramm haben. Ich hoffe, dem inter­essierten Leser (aber auch Autoren) damit eine Infor­ma­tion­squelle zur Ver­fü­gung stellen zu kön­nen und den Ver­la­gen eine Möglichkeit zu bieten, sich zu präsen­tieren. Die Pub­likumsver­lage brauchen so etwas nun wirk­lich nicht, die haben Mar­ketingabteilun­gen und riesige Wer­be­bud­gets – außer­dem ken­nt sie ohne­hin jed­er. Klein­ver­lage sind im Bere­ich Phan­tastik viel aktiv­er und inno­v­a­tiv­er, gehen auch schon­mal Risiken ein, deswe­gen haben sie es ver­di­ent, hier präsen­tiert zu wer­den.

Im Moment ist das Ganze in ein­er Entste­hungsphase, das bedeutet, es gibt eine Liste mit Namen, die auf Detail­seit­en ver­linken, dort find­en sich weit­ere Infor­ma­tio­nen zum Ver­lag sowie ein Link zur Web­seite. Später möchte ich das erweit­ern, beispiel­sweise um eine Liste mit Namen, Gen­res, ange­bote­nen Medi­en (Buch, eBook, Hör­buch etc.) und Home­page-Link.

Ich werde mir die Infor­ma­tio­nen im Netz zusam­men­su­chen, Ver­lage kön­nen aber sehr gern auch proak­tiv auf mich zukom­men, und die rel­e­van­ten Infor­ma­tio­nen per Mail zur Ver­fü­gung stellen. Ein paar haben das fre­undlicher­weise bere­its getan.

Bitte gebt diese Infor­ma­tion auch an Dritte und euch bekan­nte Klein­ver­leger weit­er!

Wer hier ein­ge­tra­gen wer­den möchte, schickt mir ent­spre­chende In­for­ma­tio­nen per Email an admin[at]phantanews[dot]de. Bitte fügt die nach­ste­hen­den In­fos auch tat­säch­lich mit bei, das macht mir das Ein­tra­gen ein­fa­cher. Bitte nicht wun­dern, wenn es bis zum Er­schei­nen ei­nes Ein­trags ein we­nig dauert, ich mach das in Han­dar­beit und sitze ent­ge­gen ander­er Ver­mu­tun­gen nicht immer auf Arm­länge vom Com­put­er ent­fer­nt … :)

An­ga­ben:

Name
Na­mens­zu­satz (oder Slo­gan oder ähn­lich)

Gen­res (also bei­spiels­weise, SF, Fan­tasy, Hor­ror, Steam­punk)
Me­dien (bei­spiels­weise Bü­cher, eBooks, Hör­büch­er)

Strasse, Adress­zu­satz (falls vor­han­den), PLZ, Ort

Email­adresse
Te­le­fon­num­mer
Te­le­fax­num­mer (falls vorhan­den)

Home­page-Adresse

Twit­ter, Face­book, Google Plus (bitte je­weils die URLs, alias Adressen)

Be­schrei­bung (ei­nen In­for­ma­ti­ons­text, der eu­ren Ver­lag beschreibt)

Bitte sen­det auch euer Logo mit, denn auch das kann ich ein­bauen. Bitte in ei­nem web­taug­li­chen For­mat und nicht so groß, dass ich meine Wand da­mit ta­pe­zie­ren kann… ;)

Ach ja: Bitte weitersagen!

Morgen ist Indiebookday. Schon was davon gehört? Ich auch nicht …

Heute ist wieder so ein Tag … Ich wollte nicht schon wieder meck­ern. Ehrlich nicht. Aber es tut so weh …

Mor­gen ist »Indiebook­day« (kön­nt ihr ruhig kurz hin­klick­en, die Seite ist mit »über­sichtlich« schon sehr aus­führlich charak­ter­isiert). Das habe ich soeben eher zufäl­lig her­aus gefun­den. Ini­ti­iert wurde die Aktion von mairisch; der Plan ist, dass man mor­gen, also am 23.03.2013, in eine Buch­hand­lung gehen und dort ein Buch eines Indie-Ver­lages kaufen soll. Darüber schreibt man dann in den sozialen Medi­en oder in seinem Blog und postet auch ein Bild des gekauften Buch­es.

Eigentlich eine gute Idee. Die nur einen Hak­en hat. Oder zwei. Hak­en eins: in so gut wie kein­er mir bekan­nten Buch­hand­lung find­et man Büch­er von Klein- oder Indie-Ver­la­gen aus dem Bere­ich Phan­tastik. Da liegt immer nur das übliche Pub­likumsver­lag­pro­gramm promi­nent präsen­tiert rum – und in den Regalen dann die Titel, die entwed­er schon älter sind, oder bei denen die Her­aus­ge­ber es ver­säumt haben, genug Kohle abzu­drück­en, um auf den Präsen­tierteller zu kom­men.

Hak­en zwei: Es gibt einen Blog­beitrag zum The­ma »was ist eigentlich ein Indie-Ver­lag?«. Damit der dumme Kunde nicht aus Verse­hen was von einem nicht-Indie kauft, liefert man in dem Artikel gle­ich eine Liste solch­er Ver­lage. Seht es euch ruhig mal an. Und man stellt großäugig und voller Staunen fest, dass da die Phan­tastik nicht stat­tfind­et. Gar nicht. Nada. Niente. Wo sind beispiel­sweise Fed­er & Schw­ert, Wur­dack, Torsten Low, Atlantis, Acabus, Faby­lon (Liste erhebt kein­er­lei Anspruch auf Voll­ständigkeit!) und die ganzen andern kleinen, unab­hängi­gen Ver­lage, die sich – im Gegen­satz zu den Pub­likumsver­la­gen mit ihrem Main­stream-Kram – um die deutsche Phan­tastik bemühen? Oder muss man die etwa gar nicht lis­ten, weil die sowieso in den aller­meis­ten Buch­hand­lun­gen nicht aus­liegen? Bleibt wohl wieder mal nur, sein Indie-Buch bei Ama­zon zu erwer­ben, oder was?

Oder ist Phan­tastik mal wieder nicht »anspruchsvoll« genug und es dür­fen nur lit­er­arisch hochw­er­tige Indies gekauft wer­den?

Das darf doch alles gar nicht wahr sein!

Creative Commons License

Logo Indiebook­day Copy­right mairisch (ver­mut­lich, stand nicht dran)

Jürgen Eglseer startet Amrûn – Marktplatz für Kleinverlage und Selbstverleger

Jür­gen Eglseer ist dem an Phan­tastik Inter­essierten (nicht nur) im Web sicher­lich kein Unbekan­nter, denn er hob bere­its im jahr 2001 das Rezen­sion­sportal Fic­tion­fan­ta­sy aus der Taufe, war auch davor bere­its in Sachen Fanzines umtriebig und liefert mit dem Mag­a­zin PHANTAST regelmäßig kom­pe­ten­ten Leses­toff für Fre­unde des Gen­res.

Genau dieser Jür­gen Eglseer hat  nun die die Web­seite »Amrûn« ins Leben gerufen, dort kann man Büch­er kaufen. Das wäre an sich zwar schon eine Mel­dung wert, aber es hat etwas Beson­deres damit auf sich: denn diese Buch­plat­tform verkauft keine Massen­ware von Pub­likumsver­la­gen, son­dern Büch­er von Self­pub­lish­ern und Klein­ver­la­gen. Dazu kann ich eigentlich nur eins sagen:

Was für eine großar­tige Idee!

Die Kon­di­tio­nen für die Selb­stver­leger wie für die Kun­den sind mehr als fre­undlich und auf den ersten und zweit­en Blick sieht das bere­its deut­lich bess­er aus, als die unför­mi­gen und uner­gonomis­chen Plat­tfor­men der soge­nan­nten »Profis«, die ich mir in den let­zten Tagen für meine Kurztests so ange­se­hen habe. Derzeit befind­et sich die Seite noch im Auf­bau, aber es wer­den ständig neue Inhalte hinzuge­fügt.

Der Ablauf ist wie fol­gt: man bestellt ein Buch und sobald das Geld via Vorkasse oder Pay­Pal einge­gan­gen ist, wird der Ver­lag oder Self­pub­lish­er informiert und der ver­schickt dann an den Kun­den. Inner­halb Deutsch­lands portofrei, in andere europäis­che Län­der fall­en drei Euro Ver­sand­kosten an. Ein­fach­er geht’s kaum.

Derzeit find­et man übri­gens noch keine eBooks auf Amrûn, weil man sich vor­erst auf Print­büch­er beschränken möchte, allerd­ings wird das für die Zukun­ft nicht kat­e­gorisch aus­geschlossen.

Also: nix wie hin!

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Portal für Buchhändler und Kleinverlage

Logo Pro BuchhandelVom Arcanum Fan­ta­sy-Ver­lag erre­ichte uns der Hin­weis auf eine neue Web­seite unter der Adresse www.pro-buchhandel.de. Ziel des Por­tals ist es, Klein­ver­lage und Buch­händler miteinan­der in Kon­takt zu brin­gen. Auf der Seite wird erläutert:

Was ist der Sinn dieser Web­site?

Kleine Ver­lage und Kle­in­stver­lage haben oft ein Prob­lem: Die Anbindung an den Buch­han­del ist schwierig erfol­gre­ich zu gestal­ten, denn allein der Anschluss an ein oder mehrere Bar­sor­ti­mente genügt nicht, damit ein Buch auch bestellt wird. Auch, wenn das Inter­net erst die Exis­ten­z­grund­lage für viele Klein­ver­lage geschaf­fen hat, so ist die Anbindung an den Buch­han­del doch ein wichtiger, wahrschein­lich sog­ar der wichtig­ste Punkt für einen erfol­gre­ichen Klein­ver­lag.

Buch­hand­lun­gen auf der anderen Seite haben eben­falls oft Prob­leme. Genan­nt seien hier beispiel­haft Liq­uid­ität­sprob­leme, da Bar­sor­ti­mente im Voraus bezahlt wer­den müssen und somit drin­gend benötigtes Kap­i­tal gebun­den wird, sowie die Frage nach attrak­tiv­en Ange­boten oder Extras, die Kun­den in die Buch­hand­lung ziehen kön­nten. […]

Ein wie ich finde sehr sin­nvolles Pro­jekt.