Soso, LSL »launcht« also einen Fantasy-Bereich auf der Buchmesse Leipzig?

Soso, LSL »launcht« also einen Fantasy-Bereich auf der Buchmesse Leipzig?

Mei­ne Güte, pein­li­cher gehts nim­mer. Der Buch­re­port be­rich­tet: LSL, of­fen­bar der neue Lieb­lings­dienst­lei­ster der Mes­se Leip­zig, der man im­mer mehr Auf­ga­ben zu­schu­stert, die frü­her an­de­re wahr­ge­nom­men ha­ben (erst die Mes­se­buch­hand­lung, jetzt der Fan­ta­sy-Be­reich), »launcht« also et­was, das es schon jah­re­lang gibt, näm­lich eben die­sen Fan­ta­sy-Be­reich. Dass die sich ernst­haft trau­en, das so zu for­mu­lie­ren lässt mich nach all den Que­re­len dar­um sprach­los zu­rück, und ich bin nun wirk­lich eine Men­ge in Sa­chen Mar­ke­ting-Ge­schwur­bel ge­wöhnt. Noch nicht mal die Ar­beit auf der Fan­ta­sy-Le­se­insel ma­chen sie selbst, die macht – nach dem Raus­drän­geln von Werk­Zeugs – PAN für sie.

Und dann steht da tat­säch­lich:

Das Gen­re­por­tal Werk­Zeugs, das fast 10 Jah­re lang die Fan­ta­sy-Le­se­insel be­treut, sich als An­lauf­punkt für Au­to­ren eta­bliert und auch den Ver­kauf von Bü­chern und Mer­chan­di­se-Ar­ti­keln durch­ge­führt hat­te, sag­te an­läss­lich ei­ner deut­lich ge­stie­ge­nen Stand­mie­te die Mes­se­teil­nah­me ab. Die Mes­se­di­rek­ti­on küm­mer­te sich um­ge­hend um eine Al­ter­na­ti­ve für den Mes­se­ver­kauf und en­ga­gier­te LSL.

Al­ler­dings wur­de be­reits ver­mu­tet, dass es tat­säch­lich so war, dass man Werk­Zeugs sei­tens der Mes­se­ver­an­stal­ter die dra­ma­tisch er­höh­ten Stand­prei­se prä­sen­tier­te, mit dem be­reits vor­her ge­fass­ten Plan, dass die dar­auf­hin ab­sa­gen, und man das Gan­ze LSL zu­schu­stern konn­te.

Wei­ter kann man le­sen:

Nach ei­ni­gem Hin und Her ist die Leip­zi­ger Buch­mes­se der ge­mein­sa­men Frak­ti­on von Werk­Zeugs und dem Phan­ta­stik-Au­to­ren-Netz­werk (PAN) in­so­fern ent­ge­gen­ge­kom­men, dass PAN eine Flä­che für die Com­mu­ni­ty-Ver­net­zung zur Ver­fü­gung ge­stellt wird.

Ver­schwie­gen wird da­bei al­ler­dings, dass es zu­vor der­art mas­si­ve Pro­te­ste von Ver­la­gen und auch nam­haf­ten Au­to­ren aus dem Gen­re-Be­reich Deut­sche Phan­ta­stik ge­ge­ben hat­te, dass sich die Mes­se­ver­an­stal­ter of­fen­sicht­lich zum Ein­len­ken ge­nö­tigt sa­hen, da sie sonst Ge­fahr ge­lau­fen wä­ren, dass nam­haf­te Prot­ago­ni­sten aus dem Be­reich der Ver­an­stal­tung fern ge­blie­ben wä­ren – und da­mit eben auch die zu­ge­hö­ri­gen Be­su­cher.

Aber Haupt­sa­che, eine voll­mun­di­ge Pres­se­mit­tei­lung ab­ge­son­dert …

[Edit 16:50 Uhr:] Ich wur­de dar­auf hin­ge­wie­sen, dass sich PAN um die Au­to­ren­lounge küm­mert, nicht um die Le­se­insel. Was die Sach­la­ge al­ler­dings nur mi­ni­mal ver­än­dert.

Bild »Face­palm« von Alex E. Proi­mos, aus der Wi­ki­pe­dia, CC BY

Buchmesse Leipzig: Erster Verlag zieht Konsequenzen

Buchmesse Leipzig: Erster Verlag zieht Konsequenzen

Buchmesse Euro

Nach den Que­re­len um die Phan­ta­stik-Le­se­insel auf der Buch­mes­se Leip­zig zieht der er­ste Ver­lag jetzt Kon­se­quen­zen. Wie Ver­le­ge­rin Grit Rich­ter auf der Web­sei­te von Art Skript Phan­ta­stik schreibt, hat sie sich schwe­ren Her­zens ent­schlos­sen, der Mes­se im Jahr 2017 fern zu blei­ben, und recht­zei­tig die Not­brem­se zu zie­hen, be­vor die Ko­sten astro­no­misch wer­den.

Das hängt eher se­kun­där mit Werk­zeugs zu­sam­men, da die Hal­le zwei deut­lich um­struk­tu­riert wer­den soll, wie ich schon in mei­nem an­de­ren Ar­ti­kel heu­te er­läu­ter­te, fal­len Stand­ty­pen weg und die Stän­de sol­len auch an­ders auf­ge­baut wer­den, wo­durch es zu Platz­man­gel kom­men wird. Zu dem neu­en Stand­kon­zept äu­ßer­te sich auch schon Jür­gen Egl­se­er vom Am­rûn-Ver­lag mir ge­gen­über kri­tisch. Grit Rich­ter stellt zu­dem her­aus, dass es be­reits in der Ver­gan­gen­heit di­ver­se Pro­ble­me mit der Mes­se Leip­zig gab, und das für sie jetzt nur der Trop­fen ist, der das Fass zum Über­lau­fen brach­te.

Man muss ein­fach ganz klar se­hen, dass die Ko­sten für so ei­nen Prä­senz auf der Mes­se er­heb­lich sind, denn zu den Stand­ge­büh­ren kom­men ja auch noch An­rei­se, Über­nach­tung und Ver­pfle­gung. Wenn ein Ver­an­stal­ter sich so ein­deu­tig auf gro­ße An­bie­ter ein­rich­tet und kei­ne pas­sen­den Kon­di­tio­nen für Klein- und Kleinst­ver­la­ge an­bie­tet, son­dern statt­des­sen auch noch von »Gleich­be­hand­lung ge­gen­über an­de­ren Part­nern« schwa­dro­niert, dann be­leuch­tet das mei­ner Mei­nung nach deut­lich, wie egal die klei­nen An­bie­ter dem Mes­se­ver­an­stal­ter sind. Denn wäre es an­ders, könn­ten si­cher Wege ge­fun­den wer­den, wie man eine kul­tu­rel­le Viel­falt mit auch klei­nen Ver­la­gen oder so­gar Self­pu­blishern her­stellt. Das­sel­be gilt üb­ri­gens in ganz ähn­li­cher Form auch für die Buch­mes­se Frank­furt. Aber dass dort die Gro­ßen lie­ber un­ter sich blei­ben möch­ten, und das durch völ­lig über­zo­ge­ne Stand­prei­se ga­ran­tie­ren, sind eben­falls News von vor­ge­stern. Dort blei­ben ja in­zwi­schen so­gar re­nom­mier­te Pu­bli­kums­ver­la­ge fern, weil es sich nicht rech­net.

Ob wei­te­re Phan­ta­stik-An­bie­ter mit Ab­sa­gen fol­gen wer­den bleibt ab­zu­war­ten. An­ge­sichts der Tat­sa­che, dass die Mes­se zum Zeit­punkt der Werk­Zeugs-Ab­sa­ge of­fen­bar be­reits ein kom­plett neu­es Kon­zept in­klu­si­ve ge­än­der­ter Stan­d­an­ord­nung ste­hen hat­te, er­scheint mir die gan­ze Ge­schich­te ziem­lich ab­ge­kar­tet und ich ver­mu­te nach wie vor, dass Werk­Zeugs aus­ge­boo­tet wer­den soll­te, eben zu Gun­sten des Dienst­lei­sters LSL.

[Up­date 16:52 Uhr:] Wie ich so­eben er­fah­re, ist auch der Ver­lag oh­neoh­ren raus.

[Up­date 16.09.2016, 11:00 Uhr:] Uschi Zietsch und ihr Fa­by­lon-Ver­lag wa­ren schon 2016 nicht mehr auf der Buch­mes­se Leip­zig, auch sie äu­ßert sich in ih­rem Blog kri­tisch:

Und dann, weil Werk­Zeugs öf­fent­lich / auf FB mit­teilt, 2017 nicht mehr da­bei zu sein, tritt Oli­ver Zil­le be­lei­digt im Bör­sen­blatt kräf­tig nach, mit Be­haup­tun­gen, die nicht nur so nicht stim­men kön­nen – wir ken­nen Werk­Zeugs seit vie­len Jah­ren und wis­sen, wie kom­mu­ni­ka­tiv und ko­ope­ra­tiv sie sind -, son­dern man stellt sich auch noch der­art selbst­herr­lich dar, dass man schon fra­gen muss, wo­hin will Herr Zil­le denn?

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Buchmesse Leipzig und WerkZeugs: Statement der Veranstalter

Buchmesse Leipzig und WerkZeugs: Statement der Veranstalter

Buchmesse Euro

In Sa­chen der Que­re­len um die Buch­mes­se Leip­zig und die von Werk­Zeugs ver­an­stal­te­te Le­se­insel, hat­te ich die Pres­se­ab­tei­lung der Mes­se um Stel­lung­nah­me ge­be­ten:

Sehr ge­ehrte Frau Jus­ten,

den nach­fol­gen­den Text ver­öf­fent­lichte die Werk­Zeugs KG, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren die Phan­tas­tik-Les­ein­sel auf der Leip­zi­ger Buch­messe be­trie­ben hat, heu­te auf ih­rer Face­book-Seite und hat da­mit viel Ver­wun­de­rung in der Phan­tas­tik-Szene, so­wohl bei Le­sern, wie auch bei Ver­la­gen und Au­to­ren, aus­ge­löst.

[hier der obi­ge Text von Werk­Zeugs]

Ich wür­de hier­zu um eine Stel­lung­nahme bit­ten und dan­ke da­für im vor­aus.


Mit freund­li­chem Gruß,
Ste­fan Holz­hauer
PhantaNews.de
Phan­tas­ti­sche Nach­rich­ten

Dar­auf­hin hat­te ich noch am sel­ben Tag fol­gen­de Ant­wort be­kom­men:

Sehr ge­ehr­ter Herr Holz­hau­er,

das Un­ter­neh­men Werk­Zeugs KG ist ein lang­jäh­ri­ger Part­ner für den Ge­mein­schafts­stand in­ner­halb des Fan­ta­sy-Be­rei­ches der Leip­zi­ger Buch­mes­se. Des­halb ha­ben wir ihm auch in die­sem Jahr ein An­ge­bot für die­sen Ge­mein­schafts­stand und sei­ne Dienst­lei­stun­gen rund um das Fo­rum zu wei­ter­hin gün­sti­gen Son­der­kon­di­tio­nen vor­ge­schla­gen, die deut­lich un­ter den re­gu­lä­ren Stand­ge­büh­ren lie­gen. Wir be­dau­ern sehr, dass Werk­Zeugs mit uns die­ses An­ge­bot nicht dis­ku­tiert hat, son­dern öf­fent­lich sei­ne Teil­nah­me ab­ge­sagt hat. In un­se­rem Fo­rum „Fan­ta­sy-Le­se­insel“ und in un­se­rem Aus­stel­lungs­be­reich fin­den Au­to­ren und Ver­la­ge selbst­ver­ständ­lich auch zu­künf­tig ein star­kes Po­di­um für ihre Prä­sen­ta­ti­on. Zu­dem wer­den die Ver­la­ge die Mög­lich­keit ha­ben, ihre Ti­tel über ei­nen ei­ge­nen Fan­ta­sy-Be­reich über die Mes­se­buch­hand­lung in Hal­le 2 zu ver­kau­fen. Wir freu­en uns selbst­ver­ständ­lich auf alle Fan­ta­sy-Fans in Leip­zig und se­hen wei­ter­hin den Be­reich als ei­nen wich­ti­gen Teil der Leip­zi­ger Buch­mes­se.

Mit freund­li­chen Grü­ßen

i. A. Ruth Ju­sten
Pres­se­spre­che­rin Leip­zi­ger Buch­mes­se 2017
i. A. der Leip­zi­ger Mes­se GmbH

Da sich die­se Aus­sa­ge nun doch deut­lich von der un­ter­schei­det, die Werk­Zeugs ver­öf­fent­licht hat­te (und es für mich des­we­gen so aus­sah, als wol­len die Ver­an­stal­ter sie in die Pfan­ne hau­en), stell­te ich Werk­Zeugs via Face­book die­ses State­ment be­reits vor­ab zur Ver­fü­gung und bat ih­rer­seits um Stel­lung­nah­me, da ich das hin­sicht­lich der von den Ver­an­stal­tern ge­äu­ßer­ten Vor­wür­fen für fair hielt. Die wur­de mir für heu­te zu­ge­sagt.

Al­ler­dings be­kom­me ich die­sen Kom­men­tar nun nicht, das stand in ei­ner Mail, die ich so­eben er­hielt. Man möch­te kei­ne of­fi­zi­el­len State­ments ab­ge­ben, »um eine Schlamm­schlacht zu ver­mei­den« und weil man »über ver­schie­de­ne Schie­nen mit der Mes­se in Dia­log zu kom­men ver­sucht«. Das fin­de ich re­la­tiv ul­kig, im­mer­hin ist die Schlamm­schlacht be­reits in vol­lem Gan­ge. Of­fen­bar hofft man bei Werk­Zeugs im­mer noch, dass die Ver­an­stal­ter ein­len­ken. An­ge­sichts der Tat­sa­che, dass be­reits vor­ge­stern ein an­de­rer Be­treu­er der Le­se­insel fest­stand (LSL Leip­zig) und dass die Rah­men­be­din­gun­gen in Sa­chen Stän­de auch für die Ver­la­ge grund­le­gend ge­än­dert wur­den, sehe ich al­ler­dings kaum Hoff­nung, dass es die Le­se­insel mit Lounge samt an­ge­schlos­se­nen Stän­den auch in 2017 in ak­zep­ta­bler Form ge­ben wird. Da das Kon­zept sei­tens der Mes­se be­reits weit fort­ge­schrit­ten scheint, hal­te ich Än­de­run­gen für un­wahr­schein­lich.

Noch ge­stern um 7:48 Uhr schrie­ben Werk­Zeugs auf ih­rer Face­book-Sei­te:

Wir dan­ken Euch herz­lich für Euer Feed­back be­züg­lich der #Leip­zi­ger­Buch­mes­se – so vie­le lie­be, ent­rü­ste­te und trau­ri­ge Kom­men­ta­re, Nach­rich­ten und Emails! Ir­gend­was müs­sen wir also in den ver­gan­ge­nen Jah­ren rich­tig ge­macht ha­ben.
Zum »Fak­ten­check« der Leip­zi­ger Buch­mes­se hier zwei klei­ne Rich­tig­stel­lun­gen, eine et­was aus­führ­li­che­re Stel­lung­nah­me wird es in Kür­ze auf #Phan­ta­News ge­ben.

(1) »Des­halb ha­ben wir ihm auch in die­sem Jahr ein An­ge­bot für die­sen Ge­mein­schafts­stand und sei­ne Dienst­lei­stun­gen rund um das Fo­rum zu wei­ter­hin gün­sti­gen Son­der­kon­di­tio­nen vor­ge­schla­gen«

Fakt: Es ist rich­tig, dass wir für 2017 noch gün­sti­ge (wenn auch schon deut­lich ge­stie­ge­ne) Kon­di­tio­nen be­kom­men hät­ten. Al­ler­dings hät­ten wir uns auf drei Jah­re ver­trag­lich fest­le­gen müs­sen, im drit­ten Jahr hät­ten die Stand­ge­büh­ren mehr als das dop­pel­te des bis­he­ri­gen Prei­ses be­tra­gen.

(2) »Wir be­dau­ern sehr, dass Werk­Zeugs mit uns die­ses An­ge­bot nicht dis­ku­tiert hat, son­dern öf­fent­lich sei­ne Teil­nah­me ab­ge­sagt hat.«

Fakt: Wir ha­ben schrift­lich vor­lie­gen, dass die Leip­zi­ger Buch­mes­se von ih­rem »An­ge­bot« nicht ab­wei­chen und und die Zu­sam­men­ar­beit des­halb nicht wei­ter­füh­ren möch­te.

Und noch ein Wort zur #Le­se­insel: Die­se bleibt un­se­res Wis­sens nach wei­ter­hin be­stehen – eben »nur« ohne die von uns er­brach­ten Dienst­lei­stun­gen (wie etwa An­mo­de­ra­ti­on, Ko­or­di­na­ti­on der Si­gnier­schlan­gen, Stel­len der Se­cu­ri­ty etc.).

Dass die Buch­mes­se von Ih­rem An­ge­bot nicht ab­wei­chen woll­te ist doch in mei­nen Au­gen ein ziem­lich zen­tra­les Ar­gu­ment für den Stand­punkt von Werk­Zeugs und an­de­rer Teil­neh­mer, die jetzt noch ver­su­chen, auf die Ver­an­stal­ter ein­zu­wir­ken.

Ich weiß zu­dem auch von Klein­ver­la­gen, die auf­grund des ge­än­der­ten, un­vor­teil­haf­ten Stand­kon­zepts nun über­le­gen, in den sau­ren Ap­fel zu bei­ßen und an­statt nun in­ak­zep­ta­ble neue Be­din­gun­gen zu ak­zep­tie­ren, lie­ber die Stor­no­ge­bühr in Höhe von EUR 350 zu zah­len, um der Mes­se fern­zu­blei­ben. Wie man sieht, ge­hen die Pro­ble­me rund um die Le­se­insel über den The­men­kom­plex »Werk­Zeugs« deut­lich hin­aus.

Un­ab­hän­gig da­von sehe ich die Aus­sa­ge der Pres­se­spre­che­rin eben­so wie das sehr ähn­lich klin­gen­de State­ment des Mes­se­chefs im Bör­sen­blatt äu­ßerst kri­tisch und hal­te bei­de für ei­nen fe­sten Tritt in den Hin­tern der Au­to­ren, Ver­la­ge und Fans des Phan­ta­stik-Be­reichs, Werk­Zeugs so­wie­so. Mal ganz un­ab­hän­gig da­von, wie die ak­tu­el­le Kon­stel­la­ti­on in Sa­chen Ver­ant­wor­tung für die Mi­se­re zwi­schen Mes­se und Werk­Zeugs tat­schlich aus­se­hen mag:

Auch Mes­se­di­rek­tor Oli­ver Zil­le soll­te zur Kennt­nis neh­men, dass Werk­Zeugs in den ver­gan­ge­nen Jah­ren da nicht nur ei­nen Stand hat­te und an­son­sten Däum­chen dreh­te, son­dern viel­mehr die Le­sun­gen, An­mo­de­ra­tio­nen, Se­cu­ri­ty und jede Men­ge mehr rund um die Le­se­insel or­ga­ni­siert hat. Al­les Tä­tig­kei­ten, für die sich die Mes­se­ver­an­stal­ter nicht be­fä­higt sa­hen – be­vor Werk­Zeugs das über­nahm, war der Phan­ta­stik-Be­reich samt Le­se­insel eine lieb­lo­se Ecke, die aus hin­ge­streu­ten Sitz­mö­beln be­stand. Statt die Prei­se in­ner­halb von drei Jah­ren (mit gleich­zei­ti­gem Kne­bel­ver­trag über drei Jah­re) auf das Dop­pel­te zu er­hö­hen, soll­te die Mes­se für das En­ga­ge­ment eher eine Gage zah­len.

Man wird se­hen, wie die Ver­hand­lun­gen PANs und Werk­Zeugs´ mit der Leip­zi­ger Mes­se GmbH tat­säch­lich en­den, und ob es zu ei­nem für alle be­tei­lig­ten Prot­ago­ni­sten be­frie­di­gen­den Er­geb­nis kom­men wird. Ab­ge­sichts di­ver­ser Ver­hal­tens­wei­sen des Mes­se­ver­an­stal­ters in den letz­ten Jah­ren (fragt bei­spiels­wei­se mal Klein­ver­la­ge, wie lan­ge die im ver­gan­ge­nen Jahr auf die Ab­rech­nung der in den Mes­se­buch­hand­lun­gen ver­kauf­ten Bü­cher ge­war­tet ha­ben) hege ich dar­an star­ke Zwei­fel, aber man soll ja die Hoff­nung nie auf­ge­ben …

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Keine WerkZeugs Phantastik-Leseinsel auf der Buchmesse Leipzig

Keine WerkZeugs Phantastik-Leseinsel auf der Buchmesse Leipzig

Buchmesse Euro

Auf ih­rer Face­book­sei­te mel­den sich die Be­trei­ber hin­ter der Werk­Zeugs Krea­tiv KG mit ei­ner Pres­se­mit­tei­lung zu Wort. Werk­Zeugs hat­te in den ver­gan­ge­nen neun Jah­ren auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se die Phan­ta­stik-Le­se­insel so­wie ei­nen Gen­re-Buch­han­del be­trie­ben. Jetzt schrei­ben sie:

Lie­be Freun­de der Fan­ta­sti­schen Li­te­ra­tur, lie­be Buch­mes­se-Fans,

lei­der müs­sen wir Euch heu­te et­was für uns sehr trau­ri­ges mit­tei­len:
Nach gut neun Jah­ren en­det 2016 un­se­re Ko­ope­ra­ti­on mit der Leip­zi­ger Buch­mes­se.
Wir ha­ben uns in den ver­gan­ge­nen Jah­ren be­müht, die Le­se­insel Fan­ta­sy und den da­zu­ge­hö­ren­den Werk­Zeugs-Stand, die Fan­ta­sy-Buch­hand­lung, zu ei­nem span­nen­den Ort mit vie­len tol­len Le­sun­gen und Be­geg­nun­gen zu ma­chen. Nicht nur für die Le­ser, son­dern auch für die Au­to­ren und Ver­lags­ver­tre­ter, die un­se­re Lounge gern ge­nutzt ha­ben.
Un­se­re be­stehen­den Ver­trä­ge mit der Mes­se­lei­tung sind in die­sem Jahr aus­ge­lau­fen. Die neu­en Kon­di­tio­nen, die uns die Mes­se an­ge­bo­ten hat, ma­chen je­doch ein wirt­schaft­li­ches Ar­bei­ten un­mög­lich, da die Stand­ge­büh­ren mehr als ver­dop­pelt wer­den sol­len. Ein Auf­tritt auf der Mes­se in der ge­wohn­ten Wei­se wäre ei­nem fi­nan­zi­el­len Ruin gleich­zu­setz­ten. Un­se­re Ver­su­che, eine Lö­sung zu fin­den, die für bei­de Par­tei­en sinn­voll wäre, wa­ren ver­geb­lich.
Aus die­sem Grund muss­ten wir un­se­re Zu­sam­men­ar­beit mit der Leip­zi­ger Buch­mes­se lei­der be­en­den und wer­den 2017 nicht auf der Mes­se ver­tre­ten sein.

Wir be­dau­ern dies sehr.
Euer Werk­Zeugs-Team

Ver­dop­pel­te Stand­prei­se. Da kann man wie­der ein­mal se­hen, wor­um den Ver­an­stal­tern es auch auf der Buch­mes­se Leip­zig letzt­end­lich geht: Nicht um Bü­cher, son­dern um das Ge­ne­rie­ren von mög­lichst viel Koh­le. So eine Mes­se ist ja qua­si eine Geld­druck­ma­schi­ne, ins­be­son­de­re, wenn ei­nem die Mes­se­hal­len selbst ge­hö­ren. Man kas­siert von al­len ab: Von Be­su­chern und Fach­be­su­chern bei den Ein­tritts­kar­ten und von den Aus­stel­lern gleich dop­pelt bei den Stand­ge­büh­ren und über die Mes­se­buch­hand­lun­gen.

Man kann nun spe­ku­lie­ren, war­um auf ein­mal die dop­pel­te Stand­ge­bühr ge­nom­men wer­den soll? Das er­scheint als Preis­stei­ge­rung doch arg über­trie­ben und kaum ver­tret­bar. Es gibt al­ler­dings neu­er­dings ei­ni­ge Pu­bli­kums­ver­la­ge, die sich in­ten­siv im Gen­re-Be­reich po­si­tio­nie­ren, bei­spiels­wei­se Fi­scher mit der deut­schen Aus­ga­be von TOR oder Pi­per Fan­ta­sy. Man könn­te nun auf die Idee ver­fal­len, dass die ver­meint­li­chen Ama­teu­re aus­ge­boo­tet wer­den sol­len, da­mit Buchbranchen-»Profis« die Phan­ta­stik-Le­se­insel über­neh­men kön­nen. War­ten wir mal ab, aber ich pro­phe­zei­he, dass die Buch­mes­se-Ver­an­stal­ter dem­nächst mit ei­nem tol­len, neu­en Part­ner für die Le­se­insel um die Ecke kom­men wer­den.

Oder ob die Stand­ge­büh­ren all­ge­mein so an­ge­zo­gen wur­den? In dem Fall dürf­te das ver­mut­lich auch für et­li­che Klein­ver­la­ge das Mes­se-Aus be­deu­ten, wenn sich der Stand rein wirt­schaft­lich nicht mehr recht­fer­ti­gen lässt, weil man die Aus­ga­be nicht mal an­satz­wei­se wie­der rein­ho­len kann. Dazu kommt ja noch, dass man sei­ne Bü­cher dort nicht selbst ver­kau­fen darf, son­dern die Ver­an­stal­ter so­gar dar­an noch ei­nen nicht ge­rin­gen An­teil ha­ben wol­len und des­we­gen nur über spe­zi­el­le Mes­se­buch­hand­lun­gen abe­setzt wer­den darf.

An­ge­sichts der Ge­schäfts­prak­ti­ken der Ver­an­stal­ter der Leip­zi­ger Buch­mes­se wun­dert man sich in der Nach­schau nicht mehr dar­über, dass sie schon ein­mal eine re­nom­mier­te Bran­chen­mes­se ver­lo­ren ha­ben: Die Ga­mes­con, die heu­te un­ter der Neu­fir­mie­rung Ga­mes­Com in Köln ver­an­stal­tet wird. Es ist nun si­cher un­wahr­schein­lich, dass eine so lang­jäh­ri­ge Ver­an­stal­tung wie die Buch­mes­se ein­fach um­zieht, aber wenn durch sin­ken­de At­trak­ti­vi­tät we­gen deut­lich we­ni­ger Aus­stel­lern die Be­su­cher­zah­len zu­rück ge­hen, wird  sich der Ver­an­stal­ter et­was ein­fal­len las­sen müs­sen.

Da es doch an­geb­lich um Kul­tur geht, könn­te man die­se ak­tiv för­dern, in­dem die Groß­an­bie­ter (also Pu­bli­kums­ver­la­ge ober­halb ei­nes ge­wis­sen Jah­res­ge­winns) et­was hö­he­re Ge­büh­ren zah­len und da­mit die klei­ne­ren An­bie­ter bzw. de­ren Stän­de spon­sorn. Es wird ja re­gel­mä­ßig die kul­tu­rel­le Viel­falt be­schwo­ren, bei­spiels­wei­se wenn es um die Recht­fer­ti­gung der Buch­preis­bin­dung geht. Auf Ver­an­stal­tun­gen wie der Leip­zi­ger oder Frank­fur­ter Buch­mes­se ist da­von dann aber kei­ne Rede mehr, da darf nur teil­neh­men, wer auch or­dent­lich Geld auf den Tisch legt – und das über­steigt eben die Mög­lich­kei­ten vie­ler Klein- und Kleinst­ver­la­ge ganz er­heb­lich. Hier wird, von der Bran­che si­cher nicht ganz un­be­ab­sich­tigt, eine Zwei­klas­sen­ge­sell­schaft ge­pflegt: auf der ei­nen Sei­te die Branchen-»Elite« und auf der an­de­ren Sei­te die In­dies, mit de­nen man gern prahlt, die sich die teu­ren Prä­sen­zen auf den Bran­chen­selbst­be­weih­räu­che­rungs­ver­an­stal­tun­gen aber eben nicht lei­sten kön­nen.

Aber wie ich schon schrieb: Es geht auf den Mes­sen we­der ums Buch, noch um Kul­tur, und schon gar nicht um Au­to­ren und de­ren Bü­cher, son­dern nur noch dar­um, mög­lichst viel Geld zu ge­ne­rie­ren. Als Be­su­cher soll­te man sich das vor Au­gen füh­ren, und viel­leicht mal mit den Fü­ßen ab­stim­men.

Up­date: Ich habe bei den Ver­an­stal­tern der Leip­zi­ger Buch­mes­se um Stel­lung­nah­me ge­be­ten:

Sehr ge­ehr­te Frau Ju­sten,

den nach­fol­gen­den Text ver­öf­fent­lich­te die Werk­Zeugs KG, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren die Phan­ta­stik-Le­se­insel auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se be­trie­ben hat, heu­te auf ih­rer Face­book-Sei­te und hat da­mit viel Ver­wun­de­rung in der Phan­ta­stik-Sze­ne, so­wohl bei Le­sern, wie auch bei Ver­la­gen und Au­to­ren, aus­ge­löst.

[hier der obi­ge Text von Werk­Zeugs]

Ich wür­de hier­zu um eine Stel­lung­nah­me bit­ten und dan­ke da­für im vor­aus.


Mit freund­li­chem Gruß,
Ste­fan Holz­hau­er

PhantaNews.de
Phan­ta­sti­sche Nach­rich­ten

Man darf ge­spannt sein, wie die­se Tel­lung­nah­me aus­se­hen wird, falls über­haupt eine kommt.

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Leipziger Buchmesse: Podiumsdiskussion über Blogger – ohne Blogger

Leipziger Buchmesse: Podiumsdiskussion über Blogger – ohne Blogger

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Nach In­for­ma­tio­nen des Buch­re­ports wird auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se eine Po­di­ums­dis­kus­si­on zum The­ma »Blog­ger« und »Blogs« statt­fin­den. Al­ler­dings ohne Blog­ger. Da­für mit Ver­tre­tern von Tot­holz­me­di­en und Ver­la­gen.

Es ist sei­tens die­ser Bran­che kaum noch deut­li­cher zu do­ku­men­tie­ren, dass man Blog­ger nur für bil­li­ge Wer­be­scha­fe hält, de­nen man bloß dar­über hin­aus kei­ne Stim­me zu­ge­ste­hen soll­te. Das passt ja auch ge­ra­de­zu per­fekt zur Mel­dung, dass die ein­tä­gi­ge In­fo­ver­an­stal­tung Blog­ger­ses­si­ons eben­falls wei­test­ge­hend ohne Blog­ger statt­fin­den wird.

Die Bran­che macht sich ihre Welt Blo­go­sphä­re, wie sie ihr ge­fällt. Man möch­te also über Blog­ger re­den und sie selbst­ver­ständ­lich als gün­sti­ge oder so­gar ko­sten­lo­se Wer­be­flä­che nut­zen. Aber sie sol­len bit­te fern blei­ben, wenn sich die »Er­wach­se­nen« un­ter­hal­ten. Das ist al­les ähn­lich pein­lich, wie die kläg­li­chen Ver­su­che der Buch­mes­sen auf You­tube.

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»Erniedrige dich selbst« für Autoren auf der Leipziger Buchmesse

LogoLeipzigerBuchmesseMan fasst es kaum, aber das Bör­sen­blatt nennt das Gan­ze auf sei­ner Face­book­sei­te ein »span­nen­des Event­for­mat«. Wor­um es geht? Es wird zum ei­nen »Meet & Greet«, zum an­de­ren »eine Art Speed­da­ting« ge­nannt. Am Sonn­tag der Leip­zi­ger Buch­mes­se dür­fen »Nach­wuchs­au­to­ren« in Kon­takt mit Ver­la­gen und Agen­ten tre­ten. Wie über­aus groß­zü­gig. Da­für ist al­ler­dings nur an­dert­halb Stun­den Zeit (11:00 bis 12:30). Das be­deu­tet: für je­des Ge­spräch zwi­schen »Jung­au­tor« und Ver­le­ger blei­ben laut Ver­an­stal­ter sie­ben Mi­nu­ten. Die­se Ver­an­stal­tung fin­det zum er­sten Mal statt.

Aha.

Im Ernst?

Man darf also am Sonn­tag der Mes­se, an dem schon kei­ner mehr auf ir­gend­was Bock hat, im Eil­ver­fah­ren ver­su­chen, ir­gend­wel­chen un­in­ter­es­sier­ten Ver­lags­ver­tre­tern (ver­mut­lich schicken sie die Prak­ti­kan­ten, ja ich weiß, die hei­ßen Vo­lon­tä­re) sich und sein Werk an­zu­die­nen. Viel­leicht trifft man aber auch auf sol­che Ent­schei­der, wie die, die HAR­RY POT­TER ab­ge­lehnt ha­ben. Aber wenn man viel Glück hat, neh­men sie ei­nen wahr, brin­gen das Buch her­aus und las­sen ei­nen dann mit Tan­tie­men-Bro­sa­men am aus­ge­streck­ten Arm ver­hun­gern. In der Zeit hät­te man das Werk als Self­pu­blisher ver­mut­lich schon zig­fach ab­ge­setzt und zig­fa­che Einn­nah­men ge­habt.

Statt­des­sen soll man sich die­sem her­ab­wür­di­gen­den Ver­fah­ren un­ter­zie­hen. Wie ver­zwei­felt muss man sein? Sie­ben Mi­nu­ten pro Ge­spräch? Ich weiß nicht, was die bei den Mes­se­ver­an­stal­tern neh­men, wenn sie das als »tol­les neu­es Kon­zept« emp­fin­den, aber ich wür­de drin­gend dazu ra­ten, es ab­zu­set­zen. Was soll das Gan­ze? Will man den Ein­druck er­wecken, tat­säch­lich an Nach­wuchs­au­to­ren in­ter­es­siert zu sein? Und dann hat man nur Bock auf sie­ben Mi­nu­ten pro Au­tor? Das ist der­art arm­se­lig und ar­ro­gant, dazu fällt mir wirk­lich nichts mehr ein.

Ich wür­de den »Nach­wuchs­au­to­ren« emp­feh­len, statt­des­sen et­was Sinn­vol­les zu tun, bei­spiels­wei­se Socken rol­len oder den Ham­ster bür­sten.

Oder schrei­ben.

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Buchmesse Leipzig: Phantastik nein danke! Wie wär´s mit Köln?

Buchmesse Leipzig: Phantastik nein danke! Wie wär´s mit Köln?

Liest man die ein­schlä­gi­gen Web­pu­bli­ka­tio­nen wie Bör­sen­blatt und ähn­li­cher Cla­queu­re, dann war die Buch­mes­se Leip­zig ein vol­ler Er­folg und die be­ste Ver­an­stal­tung seit der Er­fin­dung des Buch­drucks. Man be­weih­räu­chert sich ge­gen­sei­tig, basht zwi­schen­durch kräf­tig  Ama­zon und platz­iert sich lie­ber mit ir­gend­wel­chen halb­ga­ren »buy local«-Initiativen, statt tat­säch­lich et­was an der Kun­den­freund­lich­keit des Buch­han­dels zu ver­bes­sern, was tat­säch­lich mög­li­cher­wei­se dazu füh­ren könn­te, dass ich lo­kal kau­fe. Wenn da al­ler­dings nur ein »buy local«-Schild klebt und sich am Ser­vice nichts än­dert, ist das pure Fas­sa­de und blin­der (und dum­mer) Ak­tio­nis­mus.

Das aber nur am Ran­de. Ich war selbst nicht auf der Buch­mes­se Leip­zig, un­ter an­de­rem, weil sie für mich zu weit weg ist und ich den Nut­zen nicht sehe. Bis­her war die­se je­doch nach über­ein­stim­men­den Au­sa­gen di­ver­ser Ver­la­ge und Au­to­ren ein wich­ti­ger Treff­punkt rund um die Phan­ta­stik.

Wenn ich jetzt je­doch die Kom­men­ta­re von Oli­ver Plasch­ka oder Uschi Zietsch lese, dann sind die be­kann­ten Stan­des­dün­kel der Bran­che und ih­rer Eli­ti­sten ge­gen­über Phan­ta­stik im all­ge­mei­nen of­fen­sicht­lich in Leip­zig an­ge­kom­men. Zu­sätz­lich ent­blö­det sich der Mes­se­ver­an­stal­ter nicht, Phan­ta­stik ein­fach mal mit Kin­der­li­te­ra­tur gleich­zu­stel­len. Wie im fin­ste­ren Mit­tel­al­ter. Liest man dann noch, wie hoch­herr­schaft­lich sich die­ser Ver­an­stal­ter ge­gen­über den Teil­neh­men­den be­nimmt, dann muss man sich fra­gen, ob die bei der Mes­se Leip­zig nicht wis­sen, wer ih­nen die Ein­nah­men bringt oder ob es ih­nen egal ist?

Zi­tat Oli­ver Plasch­ka:

Ein wei­te­rer Grund, wie­so ich mich hier dem Vor­wurf der Se­gre­ga­ti­on aus­set­ze, ist der Eli­tis­mus der Kri­tik.Ins­be­son­de­re die Fan­ta­sy (die seit den Neun­zi­gern in Deutsch­land un­frei­wil­lig zum Platz­hal­ter für jede Art von fan­ta­sti­scher Li­te­ra­tur ge­wor­den ist) kämpft seit ge­fühl­ten Zeit­al­tern (d.h., min­de­stens seit 1939) dar­um, dass man sie nicht als »was für Kin­der« ab­tut – die­ses dümm­ste al­ler Ar­gu­men­te, das sich letzt­lich gar nicht mal ge­gen uns, son­dern ge­gen die Kin­der­buch­au­to­ren und vor al­lem die Kin­der selbst rich­tet, und das aus dem Ver­sa­gen der grund­le­gend­sten al­ler li­te­ra­tur­kri­ti­schen Ka­te­go­ri­en er­wächst, näm­lich: »Wenn da was mit Zau­be­rei drin vor­kommt, ist das doch Un­sinn.«

Zi­tat Uschi Zietsch:

Wor­an liegt es? Am »neu­en« Kon­zept der Mes­se, das ja nun schon zwei Jah­re alt ist. Ob­wohl im­mer wie­der ver­si­chert wird, wie wich­tig die Hal­le 2 mit der Phan­ta­stik sei, wird al­les dazu ge­tan, um die Leu­te zu ver­grau­len. Das fängt da­mit an, dass wir nicht mehr ver­kau­fen dür­fen, und es geht da­mit wei­ter, dass die CosPlay­er, die we­gen der Me­di­en­auf­merk­sam­keit an­geb­lich »sehr ge­schätzt« sind, ans hin­te­re Ende der Hal­le ver­bannt wer­den, wo sie »auf ei­nen Hau­fen ge­drängt« dann TV-wirk­sam in Sze­ne ge­setzt wer­den kön­nen. Aber bit­te­schön den »nor­ma­len« (se­riö­sen?) Ab­lauf der Mes­se nicht stö­ren sol­len. […]

Es är­gert mich auch, dass ich kurz vor der Mes­se noch ein­mal eine Mail mit dra­sti­schen Wor­ten er­hal­ten habe, in der deut­lich dar­auf hin­ge­wie­sen wur­de, dass ich mich ge­fäl­ligst an alle Be­din­gun­gen zu hal­ten habe, an­dern­falls dro­hen enor­me Stra­fen. Und eine Bit­te von mir wur­de – zur Hälf­te – »aus­nahms­wei­se er­laubt«. Das ist ein Ton, den ich mir ver­bit­te, denn ich bin die­je­ni­ge, die den Stand be­zahlt und da­mit der Mes­se ihr Über­le­ben ga­ran­tiert.

Die aus­führ­li­chen Be­rich­te der bei­den soll­te man un­be­dingt mal ge­le­sen ha­ben (sind oben un­ter den Na­men der Au­to­ren ver­linkt), wenn das nicht von Per­so­nen stam­men wür­de, die vor Ort wa­ren und ab­so­lut glaub­wür­dig sind, könn­te man es nicht glau­ben wol­len. Mir fällt zu dem, was da in Leip­zig ab­ge­gan­gen ist, ehr­lich ge­sagt nicht mehr viel ein, au­ßer dass so et­was sym­pto­ma­tisch für die Bran­che zu sein scheint – und dass die Ver­an­stal­ter in ih­rer Ar­ro­ganz mei­ner An­sicht nach ei­nen Socken­schuss ha­ben.

Wie wäre denn der Plan ei­ner rei­nen Phan­ta­stik-Buch­mes­se zeit­gleich zur Role Play Con­ven­ti­on in Köln? Es wür­den durch die Ver­bin­dung zwei­er sol­cher Ver­an­stal­tun­gen an ei­nem Ter­min und Ort si­cher­lich Syn­er­gie­ef­fek­te ent­ste­hen und die Ziel­grup­pe treibt sich dort de­fi­ni­tiv her­um. Köln liegt zen­tral, schon die Ga­mes­Com war ja auf­grund von hef­ti­gen In­fra­struk­tur-Pro­ble­men in Leip­zig in die Rhein­me­tro­po­le ge­zo­gen, Stadt und Mes­se sind ver­kehrs­tech­nisch op­ti­mal an­ge­bun­den. Zwei Hal­len RPC mit coo­lem Au­ßen­ge­län­de, jede Men­ge er­wünsch­te Ge­wan­de­te, Cosplay­er und LAR­Per, das wäre mei­ner An­sicht nach ein op­ti­ma­ler Rah­men für eine zu­sätz­li­che Li­te­ra­tur-Ver­an­stal­tung, die sich rein um Phan­ta­stik dreht. Und die Kul­tur­chau­vi­ni­sten kön­nen blei­ben, wo der An­spruchs-Pfef­fer wächst.

Viel­leicht wür­de das mehr brin­gen, als eine Ver­an­stal­tung wie die Buch­mes­se Leip­zig, die Phan­ta­stik-Ver­la­ge und -Au­to­ren schein­bar nur als not­wen­di­ges Übel an­sieht?

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Shortlist des Seraph 2013

Im Rah­men der Leip­zi­ger Buch­mes­se ver­leiht die Jury der 2011 ins Le­ben ge­ru­fe­nen Phan­ta­sti­schen Aka­de­mie e. V. am 14. März 2013  den För­der­preis für phan­ta­sti­sche Li­te­ra­tur »Se­raph«. Der Ver­ein hat sich zur Auf­ga­be ge­macht, das An­se­hen phan­ta­sti­scher Li­te­ra­tur zu stei­gern und ins­be­son­de­re Nach­wuchs­ta­len­te des Gen­res zu för­dern.

Ge­mein­sam mit ei­ner für 2013 kom­plett neu zu­sam­men­ge­setz­ten Ex­per­ten­ju­ry aus Lek­to­ren, Jour­na­li­sten, Buch­händ­lern, Blog­gern und Le­sern, wur­den seit De­zem­ber 2012 un­ter den ins­ge­samt über 80 Ein­sen­dun­gen von rund 40 Ver­la­gen aus Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz zu­nächst die Long­lists der be­sten Ti­tel des zu­rück­lie­gen­den Jah­res in den Ka­te­go­ri­en »Be­stes Buch« und »Be­stes De­büt« er­ar­bei­tet und nun ste­hen die Short­lists der be­sten fünf re­spek­ti­ve drei Ti­tel fest.

Short­list des SE­RAPH 2013 »Be­stes Buch« in al­pha­be­ti­scher Rei­hen­fol­ge

  • Drven­kar, Zor­an: Der letz­te En­gel (cbj)
  • Hoff­mann, Mar­kolf: Ines öff­net die Tür (Ue­ber­reu­ter)
  • Mey­er, Kai: Asche und Phö­nix (Carl­sen)
  • Schrecken­berg, Mi­cha­el: Der wan­dern­de Krieg – Ser­gej (Juhr)
  • Wag­ner, Ant­je: Va­ku­um (Blooms­bu­ry)

Short­list des SE­RAPH 2013 »Be­stes De­büt« in al­pha­be­ti­scher Rei­hen­fol­ge

  • Glä­ser, Mecht­hild: Stadt aus Trug und Schat­ten (Lo­ewe)
  • Ol­den­burg, Jan: Fan­ta­stik AG – Ein Epos aus den Fer­nen Län­dern (Pi­per)
  • Si­mon, Cor­du­la: Der Po­tem­kin­sche Hund (Pi­cus Ver­lag)

Wei­te­re De­tails zum Preis und zur Phan­ta­sti­schen Aka­de­mie fin­den sich auf de­ren Web­sei­te.

Quel­le: Pres­se­mit­tei­lung, Logo »Se­raph« Co­py­right Phan­ta­sti­sche Aka­de­mie e.V.