Leipziger Buchmesse vergrätzt Blogger durch fragwürdige Akkreditierungspraktiken

Leipziger Buchmesse vergrätzt Blogger durch fragwürdige Akkreditierungspraktiken

Die Buch­branche und auch die Leipziger Buchmesse hofieren seit einiger Zeit mas­siv Blog­ger. Warum das so ist, hat­ten wir hier auf Phan­taNews vor einem Jahr anlässlich der LBM über einen Gast­beitrag mit dem Titel »Die Rat­ten­fänger von Leipzig« the­ma­tisiert: Weil Blog­ger vor allem spot­tbil­lige Wer­bung sind.

Tat­säch­lich sieht es nun allerd­ings so aus, als wolle man gar nicht jeden »daherge­laufe­nen« Blog­ger dabei haben und möchte Rosi­nen pick­en – oder das Akkred­i­tierungsver­fahren ist völ­lig plan­los. Darüber berichtet Daniel Isbern­er auf seinem Blog, der hat ger­ade auf seine Presseakkred­i­tierung hin eine Absage bekom­men. Man muss sich hier wirk­lich fra­gen, nach welchen Kri­te­rien die Ver­ant­wortlichen in Leipzig die Blogs bzw. Blog­ger aus­suchen? Ist ein Heititei-Blüm­chen-Blog mit massen­haft Besprechun­gen im Stil von »Ich habe das Buch gele­sen und es ist toll!!! Das Cov­er ist auch toll!!!!!11!einself!!1!« tat­säch­lich akkred­i­tierungswürdi­ger, als eines, das sich inhaltlich mit ver­schiede­nen Aspek­ten des Buch­han­dels (und zahllosen anderen The­men) beschäftigt, statt nur stumpf Massen schlechter Buchrezen­sio­nen zu veröf­fentlichen? Aus der Sicht der Ver­anstal­ter und Ver­lage, denen es tat­säch­lich nur um bil­lige Wer­bung geht, ganz sich­er.

Das Ver­fahren an sich scheint seit­ens der Ver­anstal­ter allerd­ings auch höchst unpro­fes­sionell durchge­führt zu wer­den. Daniel schreibt dazu:

Das bet­rifft dabei auch eine Menge Blog­ger, die in den Vor­jahren noch anstand­s­los akkred­i­tiert wur­den und geht teil­weise sog­ar so weit, dass bei Blogs, die von zwei Per­so­n­en betrieben wer­den ein­er Per­son schon vor Wochen eine Akkred­i­tierung erteilt wurde und die andere gestern ihre Absage bekom­men hat.

Man kann daraus aber ein­deutig ent­nehmen, dass alle Vor­würfe, es gin­ge nur um Wer­bung, offen­sichtlich kor­rekt sind, denn anders lässt sich das Ver­hal­ten der Ver­anstal­ter der Buchmesse Leipzig kaum erk­lären.

Neben Daniel wurde seinen Aus­sagen zufolge gestern auch haufen­weise weit­eren Blogs abge­sagt. Warum das erst so kurz vor der Messe passiert, ist eben­falls nicht erk­lär­lich, denn eine solche Absage sollte zeit­nah nach der Akkred­i­tierung erfol­gen, und nicht erst nach Gut­sher­re­nart an alle zusam­men kurz vor der Ver­anstal­tung, um neg­a­tive Pub­lic­i­ty zu ver­mei­den. Es mag den Ver­ant­wortlichen vielle­icht komisch vorkom­men, aber auch Blog­ger benöti­gen eine gewisse Pla­nungssicher­heit. Daniel schreibt weit­er:

Die Leipziger Buchmesse akkred­i­tiert also aus­ge­sprochen willkür­lich und die eige­nen Richtlin­ien scheinen nur bed­ingt zu gel­ten. Tat­säch­lich muss man sog­ar annehmen, dass es schlichtweg ein Kontin­gent der Zahl X für Blog­ger gab und sobald das aus­geschöpft war hanebüch­ene Begrün­dun­gen her­hal­ten mussten, warum man nicht mehr Blog­ger akkred­i­tiert. Das erk­lärt auch, warum man mit den Absagen bis gestern gewartet hat, denn mit­tler­weile kann man kaum noch andere Leute davon überzeu­gen, die Leipziger Buchmesse aus­fall­en zu lassen (die haben ihr Tick­et ja alle schon) und hat teil­weise schon selb­st Ter­mine auf der Messe vere­in­bart, muss sich also nun zwangsweise ein Tick­et kaufen.

Diese Ein­schätzung der Tak­tik der Mes­sev­er­anstal­ter dürfte mein­er Ansicht nach zutr­e­f­fend sein.

Man kann es nur erneut deut­lich sagen: Blog­ger, lasst euch von der Buchmesse Leipzig und der Branche nicht ver­arschen!

Leipziger Buchmesse: Podiumsdiskussion über Blogger – ohne Blogger

Leipziger Buchmesse: Podiumsdiskussion über Blogger – ohne Blogger

LogoLBM16

Nach Infor­ma­tio­nen des Buchre­ports wird auf der Leipziger Buchmesse eine Podi­ums­diskus­sion zum The­ma »Blog­ger« und »Blogs« stat­tfind­en. Allerd­ings ohne Blog­ger. Dafür mit Vertretern von Totholzme­di­en und Ver­la­gen.

Es ist seit­ens dieser Branche kaum noch deut­lich­er zu doku­men­tieren, dass man Blog­ger nur für bil­lige Werbeschafe hält, denen man bloß darüber hin­aus keine Stimme zugeste­hen sollte. Das passt ja auch ger­adezu per­fekt zur Mel­dung, dass die ein­tägige Infover­anstal­tung Blog­gers­es­sions eben­falls weitest­ge­hend ohne Blog­ger stat­tfind­en wird.

Die Branche macht sich ihre Welt Blo­gosphäre, wie sie ihr gefällt. Man möchte also über Blog­ger reden und sie selb­stver­ständlich als gün­stige oder sog­ar kosten­lose Wer­be­fläche nutzen. Aber sie sollen bitte fern bleiben, wenn sich die »Erwach­se­nen« unter­hal­ten. Das ist alles ähn­lich pein­lich, wie die kläglichen Ver­suche der Buchmessen auf Youtube.

Logo Leipziger Messe Copy­right Leipziger Messe GmbH

Bloggersessions 16 auf der Leipziger Buchmesse?

Bloggersessions 16 auf der Leipziger Buchmesse?

LogoLBM16

Im Rah­men der Leipziger Buchmesse find­et eine Ver­anstal­tung namens »Blog­gers­es­sions 16« statt (die »16« weist übri­gens auf das Jahr hin, nicht auf die laufende Num­mer der Ver­anstal­tung – vor 16 Jahren wussten die ver­mut­lich noch nicht mal, wie man »Inter­net« buch­sta­biert). Dafür nimmt man vor­sicht­shal­ber auch gle­ich mal ordentlich Geld. Wenn man allerd­ings annimmt, dass es bei den Blog­gers­es­sions etwa um Blog­ger und deren Blogs geht, oder dass Blog­ger einen zen­tralen Punkt bei der Ver­anstal­tung bilden, der irrt. Ger­ade mal zwei Blog­ger dür­fen im Zeit­slot zwis­chen 12:00 und 13:00 Uhr etwas vor­tra­gen, und das auch nur zeit­gle­ich mit einem anderen Vor­trag, der sich um rechtliche Belange bei Buch­blogs dreht.

In allen anderen Pro­gramm­punk­ten erk­lären irgendwelche Schlauberg­er von Ver­la­gen und Co., was Blogs ihrer Ansicht nach sind, und wie gefäl­ligst deren Inhalte auszuse­hen haben, damit sie das Wohlge­fall­en der Branche find­en. Wir erin­nern uns: Das sind genau diesel­ben Fig­uren, die bis heute nicht richtig mit dem Web, mit sozialen Medi­en oder auch nur eBooks zurecht kom­men.

Beispiele:

Lit­er­atur­blog­ger herzen sich fernab jeglich­er Geschäftsmod­elle und bedi­enen kosten- und kri­tik­los die Wün­sche der Ver­lage.

Ja, sich­er, das ist garantiert deren feuchter Traum, dass man das kosten- und kri­tik­los tut. Das ist aber nicht bloggen. Das ist ein­fach Wer­bung. Und das »Herzen« zeigt allein schon, wie wenig ernst man den Bürg­er­jour­nal­is­mus nimmt.

Direkt aus dem Ver­lagswe­sen berichtet Rain­er Dresen was beim Zitieren, Ver­wen­den von Cov­ern, Autoren­fo­tos usw. beachtet wer­den muss.

Rain­er Dresen ist der Jus­tiziar der Ver­lags­gruppe Ran­dom House. Und der erläutert das ganz sich­er völ­lig neu­tral und in kein­er Weise zugun­sten der Ver­lage geprägt. Glaubt das irgend jemand?

Ger­ade für Neulinge in der Blog­ger­welt ist es wichtig, konkrete Rubriken im Blog zu haben, diese regelmäßig zu befüllen und Kon­ti­nu­ität aufzubauen. Dabei helfen ein Redak­tion­s­plan und die richtige Organ­i­sa­tion unge­mein.

Bitte? Vielle­icht wenn man ein Ver­lags­blog betreibt. Dieser Vor­trag kommt von Lovely­books. Angesichts deren völ­lig uner­gonomis­ch­er Plat­tform­soft­ware sollte man vielle­icht eher weghören, wenn sie erläutern, was sie durch ihre branchengetönte Brille für »richtiges« Bloggen hal­ten. Authen­tisch sieht sich­er anders aus.

Blog­ger und Ver­lage sprechen über die Möglichkeit­en für Blog­ger Geschäftsmod­elle aufzubauen und die Blogs zu pro­fes­sion­al­isieren.

Und da sieht man abschließend, dass die tat­säch­lich nicht mal ansatzweise ver­standen haben, worum es beim Bloggen eigentlich geht. Sich­er nicht in erster Lin­ie ums »Pro­fes­sion­al­isieren«, auch wenn jegliche andere Vorstel­lung den umsatzgeprägten Ver­la­gen fremd erscheinen muss.

Schade, dass ich mich dage­gen entsch­ieden habe, die LBM aufzusuchen, die 35 Euro hätte ich wohl mal investiert, auch wenn ich arge Sorge um mein Zwer­ch­fell haben müsste.

Logo Leipziger Messe Copy­right Leipziger Messe GmbH

Buchhandel.de, Cover und die Blogger: Die Antwort von MVB

Buchhandel.de, Cover und die Blogger: Die Antwort von MVB

Buchcover BloggerGestern hat­te ich auf – vor­sichtig aus­ge­drückt – merk­würdi­ge Pas­si auf ein­er Web­seite von buchhandel.de hingewiesen, betrieben von MVB, ein­er Tochter des Börsen­vere­ins des deutschen Buch­han­dels. Da war man in meinen Augen offen­bar der Ansicht, dass jede Nutzung eines Buch­cover­bildes einen Urhe­ber­rechtsver­stoß darstellte, oder wollte zumin­d­est diesen Ein­druck erweck­en. Zudem sollte man sich Nutzungs­be­din­gun­gen unter­w­er­fen, die unter anderem eine Prü­fung auf Kred­itwürdigkeit bein­hal­teten.

Ich hat­te daraufhin MVB über die angegebene Kon­tak­tadresse einige Fra­gen zu dem The­menkom­plex gestellt, die möchte ich hier nochmal wiedergeben:

weit­er­lesen →

Facepalm: Buchhandel.de, Buchcover und die Blogger

Facepalm: Buchhandel.de, Buchcover und die Blogger

Buchcover BloggerBuchhandel.de ist eine Plat­tform der Börsen­vere­ins-Tochter MVB. Da kann man online Büch­er kaufen. Oder eBooks. Sie haben lange gebraucht, um diese halb­wegs ergonomisch zu gestal­ten (die Such­mas­chine lässt nach wie vor zu wün­schen übrig). Und die gerieren sich jet­zt als große Gön­ner der Buch­blog­ger, denn in ihrer unendlichen Großzügigkeit erlaubt man diesen Blog­gern, Buch­cov­er für Rezen­sio­nen nutzen zu dür­fen.

Nein! Doch! Oh!

Die Rah­menbe­din­gun­gen sind in meinen Augen fast schon grotesk zu nen­nen. Zum einen muss man sich zwin­gend reg­istri­eren und dabei per­so­n­en­be­zo­gene Dat­en wie den Real­na­men angeben (was ist mit der geset­zlichen Vor­gabe laut Teleme­di­enge­setz, Onlin­eange­bote auch anonym oder mit Pseu­do­nym nutzen zu kön­nen? Warum will MVB sich bei ein­er Anmel­dung ein­räu­men, die Kred­itwürdigkeit des Blog­be­treibers zu prüfen?). Zum anderen weist man darauf hin, dass Buch­cov­er rechtssich­er zu nutzen seien, wenn man sich den Vor­gaben unter­wirft. Auf der Seite spricht man tat­säch­lich konkret von »rechtssich­er« und baut in meinen Augen eine reine Drohkulisse im Zusam­men­hang mit dem Urhe­ber­recht auf Buch­cov­er auf, sollte man sich nicht an ihre Vor­gaben hal­ten. Dum­mer­weise wurde das allerd­ings offen­bar von jeman­dem ver­fasst, der wed­er über tech­nis­che noch rechtliche Exper­tise ver­fügt.

Die Drohkulisse ver­weist auf das Urhe­ber­recht in Sachen Buch­cov­er und auf »strafrechtliche Fol­gen« (ich lachte). Man kann auf der Seite lesen:

weit­er­lesen →

Leistungsschutzrecht: zieht euch warm an!

Bere­its seit Län­gerem ver­suchen gewisse Zeitungsver­leger bekan­nter­maßen, sich Textschnipsel und Über­schriften im Rah­men eines soge­nan­nten »Leis­tungss­chutzrecht­es« schützen zu lassen und betrieben dafür mas­sive Lob­b­yarbeit bei den Klien­telpoli­tik­ern von CDU/CSU und FDP; fed­er­führend ist hier beispiel­sweise der Axel Springer-Ver­lag, bekan­nt durch das Revolverblatt BILD. Die Lob­by-Manip­u­la­tio­nen führten natür­lich zum gewün­scht­en Ergeb­nis: Schwarz-Gelb hat ein entsprechen­des Gesetz vor­bere­it­et, dessen Inhalt Anfang der Woche bekan­nt wurde.

Und: welch´ Wun­der … war zuerst die Rede davon, dass es haupt­säch­lich darum geht, Google für seine Dien­stleis­tung Rech­nun­gen stellen zu kön­nen – man sprach bere­its von einen »Lex Google« – ist vom Such­maschi­ne­nan­bi­eter und Inter­net­gi­gan­ten nun auf ein­mal nicht mehr die Rede (kein Wun­der: der nimmt ein­fach die Ver­lage aus seinen Suchergeb­nis­sen und lässt sie am aus­gestreck­ten Arm ver­hungern – keine Leser mehr auf ihren Pay­wall-gesicherten Web­seit­en woll­ten die Ver­leger dann eben­falls nicht – also möchte man Blog­ger abzock­en, die haben schließlich keine Rechtsabteilung). Dafür find­en sich Pas­si, die konkret und direkt darauf aus­gelegt sind, Blog­gern das Leben so schw­er wie möglich zu machen und Abmahn­ab­zock­ern (alias entsprechend täti­gen Anwäl­ten) ein dauer­haft gesichertes Einkom­men zu ver­schaf­fen.

Zwar wird all­ge­mein voll­mundig behauptet, dass die zu schützen­den Pres­se­texte (bis hin zu Mikro­for­mulierun­gen, die nor­maler­weise bei Nutzung unter das Zita­trecht fall­en) nur nicht »kom­merziell« ver­wen­det wer­den dür­fen – unter kom­merziell ver­ste­ht Schwarz-Gelb allerd­ings keine Gewin­nerzielungsab­sicht oder geschäftsmäßige Tätigkeit, es reicht bere­its ein sim­pler Flat­tr-But­ton!

Ich will mich hier gar nicht in Details erge­hen, die rechtliche und gesellschaftliche Bew­er­tung haben andere bere­its ein­drucksvoll geleis­tet, beispiel­sweise Udo Vet­ter in seinem Law Blog (unbe­d­ingt lesen!), Thomas Stadler auf Inter­net-Law und Kai Bier­mann in der Zeit.

Hier wird nicht nur ver­sucht, ein ver­al­tetes Geschäftsmod­ell auf Kosten der All­ge­mein­heit am Leben zu erhal­ten, hier wer­den nach den Analy­sen nicht weniger Fach­leute die Bürg­er­rechte mit Füßen getreten. Sollte das Gesetz in Kraft treten wäre es ein ein­deutiger Fall für das Bun­desver­fas­sungs­gericht.

Wir soll­ten aber dafür sor­gen, dass es gar nicht erst dazu kommt!

Weit­ere Infor­ma­tio­nen find­en sich beispiel­sweise auf der Web­seite der »Ini­tia­tive gegen ein Leis­tungss­chutzrecht«. Informiert euch! Ver­bre­it­et die Infor­ma­tio­nen!

Creative Commons License

Bild: »Fear! The Ab­mahn­an­walt«, Co­py­right Jo­han­nes Kretz­sch­mar, CC BY-NC-SA

WordPress-Plugin: Autorbeschwerde

Es wurde haufen­weise gewün­scht, hier ist es: mit­tels des Plu­g­ins »Phan­taNews Autorbeschw­erde« (ein Name wie eine Steuer­erk­lärung :o) werdet ihr in die Lage ver­set­zt, ein For­mu­lar zum Zusam­men­klick­en ein­er Beschw­erde in den Kom­mentaren eines missliebi­gen Buch­blog­gers in euer Word­Press-basiertes Blog einzu­binden.

Die Instal­la­tion geschieht wie bei jedem anderen Plu­g­in auch, indem man den ent­pack­ten Plu­g­in-Ord­ner (»autorbeschw­erde«) entwed­er per FTP ins Word­Press-Verze­ich­nis hochlädt, oder die zip-Datei im Back­end unter »Plu­g­ins instal­lieren« hochlädt. Einzustellen ist nix.

Man kann das For­mu­lar dann mit­tels des Short­codes [ autor­form ] (ohne die Leerze­ichen, aber die muss ich hier aber ein­bauen, son­st wird nicht der Short­code angezeigt, son­dern das Beschw­erde­for­mu­lar :o) in einen Artikel oder in eine Seite ein­fü­gen.

Das Plu­g­in ste­ht unter ein­er Cre­ative Com­mons-Lizenz: CC-BY. Wenn ihr es ver­wen­det, dann nen­nt bitte Phan­taNews und ver­linkt auf phantanews.de. Wer es ander­swo ein­binden möchte und grundle­gende php-Ken­nt­nisse hat: der Code ist kein Zauber­w­erk (im Gegen­teil). Ihr dürft auf­grund der Lizenz auch abgeleit­ete Werke schaf­fen, solange ihr Phan­taNews nen­nt und hier­her ver­linkt. :o)

Down­load Phan­taNews Autorbeschw­erde (zip-Datei, ca. 5k)

Internet: das Ende der »Mittler«?

InternetWir haben ein Grun­drecht auf freie Mei­n­ungsäußerung (eingeschränkt durch z.B. Jugend­schutzge­set­ze) und wir haben ein Grun­drecht auf Infor­ma­tions­frei­heit, das bedeutet, dass man die Quellen aus denen man sich informiert frei wählen darf (solange sie im Ein­klang mit dem Gesetz ste­hen).

Vor der bre­it­en Ent­deck­ung des Inter­net durch die Bürg­er war ins­beson­dere bei der Infor­ma­tions­frei­heit die Auswahl beschränkt: Man erhielt seine Infor­ma­tio­nen haupt­säch­lich aus Fernse­hen und Tageszeitun­gen. Auch im Bere­ich Unter­hal­tung war man auf die vorgegebe­nen und vor­sortierten medi­alen Kon­ser­ven der ein­schlägi­gen »Inhal­tean­bi­eter« (neusprech: »Con­tent Provider«) wie Ver­leger, Fernsehsender oder (bei der musikalis­chen Unter­hal­tung) Musik­mul­tis angewiesen, denn es gab kaum Alter­na­tiv­en.

Das ändert sich zur Zeit mas­siv und drastisch. Ein Web­serv­er ist schnell angemietet, noch schneller kann man beispiel­sweise ein vorge­fer­tigtes Blog nutzen, um selb­st zum Anbi­eter von Inhal­ten zu wer­den. Damit wer­den die Mit­tler immer mehr aus­geschal­tet, man informiert sich nicht mehr nur über Tagess­chau, Zeit, Blöd Bild und Co. son­dern auch über Bürg­er­jour­nal­is­mus und Mei­n­ungs­mul­ti­p­lika­toren im Netz – die zuvor mit Sicher­heit bei den etablierten, angepassten und zum Teil gle­ichgeschal­teten (oder gar ver­dum­menden) Medi­en keine Stimme gefun­den hät­ten. Klar gibt es eine Menge über­flüs­siges Grun­drauschen von Wichtigtuern oder Dumm­schwätzern, aber wen stört es? Die wichti­gen und guten Blogs wer­den auch gele­sen, zitiert und sog­ar über das Netz hin­aus wahrgenom­men. Im Unter­hal­tungs­bere­ich kön­nen Nis­chen­grup­pen und -Inter­essen bedi­ent wer­den, der­er sich die Etablierten niemals annehmen wür­den. All das gilt für Infor­ma­tion wie auch für Unter­hal­tung allen For­men.

Es ist abzuse­hen, dass das Ende für die »Mit­tler« kom­men wird. Schneller als man meinen kön­nte und sog­ar schneller als bei den Ver­la­gen, Ver­legern und son­sti­gen klas­sis­chen Inhal­tean­bi­etern viele bere­its fürcht­en. Das sehen die auch selb­st, wie die bisweilen verzweifelt anmu­ten­den Bemühun­gen zeigen, entwed­er bei Regierun­gen einen Bestandss­chutz für ihr über­holtes Geschäftsmod­ell einzu­fordern, oder aber sich der Konkur­renz durch Bürg­er­jour­nal­is­ten oder »nicht­pro­fes­sionelle« Anbi­eter von Unter­hal­tung auf die ver­schieden­sten Arten zu entledi­gen.

Der vorge­bliche Jugend­schutz der mit der Neuord­nung des Jugendme­di­en­schutz-Staatsver­trags angestrebt wird, ist mein­er Ansicht nach eben­falls ein kaum verdeck­ter Ver­such, diesen Bürg­er­jour­nal­is­mus und den direk­ten Kul­tur­aus­tausch zwis­chen den Men­schen mit uner­füll­baren Klauseln auszuhe­beln und durch die Hin­tertür Zen­surmech­a­nis­men zu instal­lieren, nach­dem das öffentlich über die Geset­zge­bung nicht funk­tion­iert hat.

Einen deut­lich detail­liert­eren und sehr empfehlenswerten Text hierzu find­et man auf der »Wun­der­baren Welt von Iso­topp«. Lesen!

Bild: »Inter­net« von Tran­scam auf flickr, CC-Lizenz

Welches »Recht« haben Volksvertreter an Städten?

Rathaus AugsburgEs ging gestern durch die Blo­gosphäre und die Oldie-Medi­en: Ein Blog­ger hat­te bei der Ver­wal­tung der Stadt Augs­burg um Erlaub­nis gebeten, unter der Webadresse augsburgr.de ein Blog betreiben zu dür­fen. Statt eines ein­fachen »nein« oder »ja« war ihm dann eine Unter­las­sungsauf­forderung eines von der Stadtver­wal­tung beauf­tragten Anwalts samt Kosten­note in Höhe von über 1800 Euro ins Haus geflat­tert. Auch wenn der Bürg­er­meis­ter von Augs­burg inzwis­chen eher halb­herzig zurück­gerud­ert ist und der Blog­ger nicht mehr zahlen soll, bleibt die Hand­lungsweise der Ver­wal­tung bürg­er­feindlich, bürokratisch und ins­beson­dere men­schlich nicht nachvol­lziehbar.

Es stellt sich aber in diesem Zusam­men­hang ganz klar eine Frage: Welche Rechte haben die Stadtver­wal­tun­gen tat­säch­lich an den Städte­na­men? Immer­hin han­delt es sich bei den in den Städten am Rud­er ste­henen Poli­tik­ern um gewählte Vertreter des Volkes, die im Rah­men der par­la­men­tarischen Demokratie im Auf­trag der Bürg­er han­deln, dadurch aber an der Bun­desre­pub­lik oder deren Teilen keine Besitzrechte erwer­ben. Auch die Ver­wal­tun­gen sind Insti­tu­tio­nen, die für den Bürg­er und ges­teuert von der Poli­tik eben die Organ­ista­tion von Län­dern, Städten und Gemein­den übernehmen, aber deswe­gen noch lange kein Besitzrecht daran erhal­ten. Und auch Beamte sind soge­nan­nte »Staats­di­ener« – und der Staat sind wir alle!
Die Recht­sprechung mag das vielle­icht anders sehen (im vor­liegen­den Fall darf allerd­ings deut­lich bezweifelt wer­den, dass Augs­burg vor Gericht durchgekom­men wäre), aber »gehören« let­z­tendlich die Rechte an Städte­na­men und ähn­lichem nicht den Bürg­ern, also mithin uns allen? Es ist vielle­icht noch nachzu­vol­lziehen, wenn Domains mit dem genauen Namen der Gemeinde der Ver­wal­tung zuge­sprochen wer­den, aber es kann nicht ange­hen, dass alle damit zusam­men­hän­gen­den Adressen vom Amtss­chim­mel automa­tisch als »meins« gese­hen wer­den.

Hier ein Update (27.11.2009): Oder war es gar Vet­tern­wirtschaft?

Bild: Rathaus Augs­burg, aus der Wikipedia