Die Leipziger Buchmesse wird eröffnet
AchÂtung!
In KĂĽrÂze wird irgendÂein GroĂźÂkopf vor irgendÂetÂwas warÂnen!
AchÂtung!
In KĂĽrÂze wird irgendÂein GroĂźÂkopf vor irgendÂetÂwas warÂnen!
MeiÂne GĂĽte, peinÂliÂcher gehts nimÂmer. Der BuchÂreÂport berichÂtet: LSL, offenÂbar der neue LiebÂlingsÂdienstÂleisÂter der MesÂse LeipÂzig, der man immer mehr AufÂgaÂben zuschusÂtert, die frĂĽÂher andeÂre wahrÂgeÂnomÂmen haben (erst die MesÂseÂbuchÂhandÂlung, jetzt der FanÂtaÂsy-Bereich), »launcht« also etwas, das es schon jahÂreÂlang gibt, nämÂlich eben dieÂsen FanÂtaÂsy-Bereich. Dass die sich ernstÂhaft trauÂen, das so zu forÂmuÂlieÂren lässt mich nach all den QueÂreÂlen darÂum sprachÂlos zurĂĽck, und ich bin nun wirkÂlich eine MenÂge in Sachen MarÂkeÂting-GeschwurÂbel gewöhnt. Noch nicht mal die Arbeit auf der FanÂtaÂsy-LeseÂinsel machen sie selbst, die macht – nach dem RausÂdränÂgeln von WerkÂZeugs – PAN fĂĽr sie.
Und dann steht da tatÂsächÂlich:
Das GenÂreÂporÂtal WerkÂZeugs, das fast 10 JahÂre lang die FanÂtaÂsy-LeseÂinsel betreut, sich als AnlaufÂpunkt fĂĽr Autoren etaÂbliert und auch den VerÂkauf von BĂĽchern und MerÂchanÂdiÂse-ArtiÂkeln durchÂgeÂfĂĽhrt hatÂte, sagÂte anlässÂlich einer deutÂlich gestieÂgeÂnen StandÂmieÂte die MesÂseÂteilÂnahÂme ab. Die MesÂseÂdiÂrekÂtiÂon kĂĽmÂmerÂte sich umgeÂhend um eine AlterÂnaÂtiÂve fĂĽr den MesÂseÂverÂkauf und engaÂgierÂte LSL.
AllerÂdings wurÂde bereits verÂmuÂtet, dass es tatÂsächÂlich so war, dass man WerkÂZeugs seiÂtens der MesÂseÂverÂanÂstalÂter die draÂmaÂtisch erhöhÂten StandÂpreiÂse präÂsenÂtierÂte, mit dem bereits vorÂher gefassÂten Plan, dass die darÂaufÂhin absaÂgen, und man das GanÂze LSL zuschusÂtern konnÂte.
WeiÂter kann man lesen:
Nach einiÂgem Hin und Her ist die LeipÂziÂger BuchÂmesÂse der gemeinÂsaÂmen FrakÂtiÂon von WerkÂZeugs und dem PhanÂtasÂtik-Autoren-NetzÂwerk (PAN) insoÂfern entÂgeÂgenÂgeÂkomÂmen, dass PAN eine FläÂche fĂĽr die ComÂmuÂniÂty-VerÂnetÂzung zur VerÂfĂĽÂgung gestellt wird.
VerÂschwieÂgen wird dabei allerÂdings, dass es zuvor derÂart masÂsiÂve ProÂtesÂte von VerÂlaÂgen und auch namÂhafÂten Autoren aus dem GenÂre-Bereich DeutÂsche PhanÂtasÂtik gegeÂben hatÂte, dass sich die MesÂseÂverÂanÂstalÂter offenÂsichtÂlich zum EinÂlenÂken genöÂtigt sahen, da sie sonst Gefahr gelauÂfen wären, dass namÂhafÂte ProtÂagoÂnisÂten aus dem Bereich der VerÂanÂstalÂtung fern geblieÂben wären – und damit eben auch die zugeÂhöÂriÂgen BesuÂcher.
Aber HauptÂsaÂche, eine vollÂmunÂdiÂge PresÂseÂmitÂteiÂlung abgeÂsonÂdert …
[Edit 16:50 Uhr:] Ich wurÂde darÂauf hinÂgeÂwieÂsen, dass sich PAN um die AutorenÂlounge kĂĽmÂmert, nicht um die LeseÂinsel. Was die SachÂlaÂge allerÂdings nur miniÂmal verÂänÂdert.
Bild »FaceÂpalm« von Alex E. ProÂimos, aus der WikiÂpeÂdia, CC BY

Im RahÂmen der LeipÂziÂger BuchÂmesÂse finÂdet eine VerÂanÂstalÂtung namens »BlogÂgerÂsesÂsiÂons 16« statt (die »16« weist ĂĽbriÂgens auf das Jahr hin, nicht auf die lauÂfenÂde NumÂmer der VerÂanÂstalÂtung – vor 16 JahÂren wussÂten die verÂmutÂlich noch nicht mal, wie man »InterÂnet« buchÂstaÂbiert). DafĂĽr nimmt man vorÂsichtsÂhalÂber auch gleich mal ordentÂlich Geld. Wenn man allerÂdings annimmt, dass es bei den BlogÂgerÂsesÂsiÂons etwa um BlogÂger und deren Blogs geht, oder dass BlogÂger einen zenÂtraÂlen Punkt bei der VerÂanÂstalÂtung bilÂden, der irrt. GeraÂde mal zwei BlogÂger dĂĽrÂfen im ZeitÂslot zwiÂschen 12:00 und 13:00 Uhr etwas vorÂtraÂgen, und das auch nur zeitÂgleich mit einem andeÂren VorÂtrag, der sich um rechtÂliÂche BelanÂge bei BuchÂblogs dreht.
In allen andeÂren ProÂgrammÂpunkÂten erkläÂren irgendÂwelÂche SchlauÂberÂger von VerÂlaÂgen und Co., was Blogs ihrer Ansicht nach sind, und wie gefälÂligst deren InhalÂte ausÂzuÂseÂhen haben, damit sie das WohlÂgeÂfalÂlen der BranÂche finÂden. Wir erinÂnern uns: Das sind genau dieÂselÂben FiguÂren, die bis heuÂte nicht richÂtig mit dem Web, mit soziaÂlen MediÂen oder auch nur eBooks zurecht komÂmen.
BeiÂspieÂle:
LiteÂraÂturÂblogÂger herÂzen sich fernÂab jegÂliÂcher GeschäftsÂmoÂdelÂle und bedieÂnen kosÂten- und kriÂtikÂlos die WĂĽnÂsche der VerÂlaÂge.
Ja, sicher, das ist garanÂtiert deren feuchÂter Traum, dass man das kosÂten- und kriÂtikÂlos tut. Das ist aber nicht blogÂgen. Das ist einÂfach WerÂbung. Und das »HerÂzen« zeigt allein schon, wie wenig ernst man den BĂĽrÂgerÂjourÂnaÂlisÂmus nimmt.
Direkt aus dem VerÂlagsÂweÂsen berichÂtet RaiÂner DreÂsen was beim ZitieÂren, VerÂwenÂden von Covern, AutorenÂfoÂtos usw. beachÂtet werÂden muss.
RaiÂner DreÂsen ist der JusÂtiÂziÂar der VerÂlagsÂgrupÂpe RanÂdom House. Und der erläuÂtert das ganz sicher völÂlig neuÂtral und in keiÂner WeiÂse zugunsÂten der VerÂlaÂge geprägt. Glaubt das irgend jemand?
GeraÂde fĂĽr NeuÂlinÂge in der BlogÂgerÂwelt ist es wichÂtig, konÂkreÂte RubriÂken im Blog zu haben, dieÂse regelÂmäÂĂźig zu befĂĽlÂlen und KonÂtiÂnuiÂtät aufÂzuÂbauÂen. Dabei helÂfen ein RedakÂtiÂonsÂplan und die richÂtiÂge OrgaÂniÂsaÂtiÂon ungeÂmein.
BitÂte? VielÂleicht wenn man ein VerÂlagsÂblog betreibt. DieÂser VorÂtrag kommt von LoveÂlyÂbooks. AngeÂsichts deren völÂlig unerÂgoÂnoÂmiÂscher PlattÂformÂsoftÂware sollÂte man vielÂleicht eher wegÂhöÂren, wenn sie erläuÂtern, was sie durch ihre branÂchenÂgeÂtönÂte BrilÂle fĂĽr »richÂtiÂges« BlogÂgen halÂten. AuthenÂtisch sieht sicher anders aus.
BlogÂger und VerÂlaÂge spreÂchen ĂĽber die MögÂlichÂkeiÂten fĂĽr BlogÂger GeschäftsÂmoÂdelÂle aufÂzuÂbauÂen und die Blogs zu proÂfesÂsioÂnaÂliÂsieÂren.
Und da sieht man abschlieÂĂźend, dass die tatÂsächÂlich nicht mal ansatzÂweiÂse verÂstanÂden haben, worÂum es beim BlogÂgen eigentÂlich geht. Sicher nicht in ersÂter Linie ums »ProÂfesÂsioÂnaÂliÂsieÂren«, auch wenn jegÂliÂche andeÂre VorÂstelÂlung den umsatzÂgeÂprägÂten VerÂlaÂgen fremd erscheiÂnen muss.
SchaÂde, dass ich mich dageÂgen entÂschieÂden habe, die LBM aufÂzuÂsuÂchen, die 35 Euro hätÂte ich wohl mal invesÂtiert, auch wenn ich arge SorÂge um mein ZwerchÂfell haben mĂĽssÂte.
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