Bandit bespricht: DER LEUCHTTURM – THE LIGHTHOUSE

Bandit bespricht: DER LEUCHTTURM – THE LIGHTHOUSE

THE LIGHTHOUSE – Bun­des­start 28.11.2019

Mit die­sen Dar­stel­lern und dem grim­mig unheil­vol­len Set­ting, gene­riert Robert EggersTHE LIGHTHOUSE umge­hend den Ein­druck eines Pflicht­be­su­ches. Dafoe und Pat­t­in­son sind ger­ne gese­he­ne Dar­stel­ler im Main­stream-Kino. Wo aber ihre wirk­li­che Lei­den­schaft zu fin­den ist, sieht man an ihrer Aus­wahl von extrem schwie­ri­gen Fil­men die nur in Pro­gramm­ki­nos zu fin­den sind. Und ohne auch nur ansatz­wei­se dar­über nach­den­ken zu müs­sen, zählt THE LIGHTHOUSE defi­ni­tiv zu die­sen Fil­men. Er ist schwe­re Kost, und das vom Feins­ten. Das kann man jetzt so oder anders sehen. Ihn ver­ständ­lich zu beschrei­ben muss fehl­schla­gen, weil man sei­ne Kom­ple­xi­tät nicht begreif­lich machen kann. THE LIGHTHOUSE ist anspruchs­vol­le Unter­hal­tung und eine aggres­si­ve Her­aus­for­de­rung.

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Bandit bespricht: Joaquin Phoenix – JOKER

Bandit bespricht: Joaquin Phoenix – JOKER

JOKER – Bun­des­start 10.10.2019

Wenn ein Film mit soviel Wucht im Kino ein­schlägt und schlag­ar­tig aus den Fugen gera­te­ne Kon­tro­ver­sen her­vor ruft, hat das was zu bedeu­ten. Wenn die­ser Film den­noch von den kri­ti­sie­ren­den Moral­apos­teln wie begeis­ter­ten Film­kri­ti­kern glei­cher­ma­ßen in höchs­ten Tönen gelobt wird, dann scheint die Film­welt schon seit gerau­mer Zeit etwas ver­misst zu haben. Wie nähert man sich einem Film an, der bei Kino­gän­gern schon der­art beliebt ist, dass sie ihn nicht erst ein­mal sehen müs­sen. Schon die aller­ers­te Sze­ne, Phoe­nix in extre­mer Nahein­stel­lung schminkt sich ein Clowns­ge­sicht, und das Audi­to­ri­um erup­tiert in fre­ne­ti­schen Jubel. Augen­blick­lich wird der Wunsch frei­ge­setzt, den Film als Scree­ner in den befrie­de­ten Wän­den des eige­nen Hei­mes sehen zu kön­nen. Die­ser Wunsch wird ad absur­dum geführt, wenn die Abspann­ti­tel lau­fen.

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AD ASTRA: ZU DEN STERNEN

AD ASTRA: ZU DEN STERNEN

AD ASTRA: Deutsch­land­start am 19. Sep­tem­ber 2019

Ent­hält am Ende Spoi­ler, ohne die man den Film nicht bespre­chen könn­te

Schon die Trai­ler lie­ßen ver­mu­ten, dass der Sci­ence Fic­tion-Film AD ASTRA nicht gera­de der Action­kra­cher-Block­bus­ter wer­den wür­de, die ansons­ten so die Kinos (und inzwi­schen auch die Fern­se­her) domi­nie­ren. Ein deut­lich geal­ter­ter Brad Pitt spielt einen Astro­nau­ten in einer ver­gleichs­wei­se nahen Zukunft, der sich auf den Weg macht, um sei­nen Vater zu suchen, eben­falls ein Astro­naut, der vor 30 Jah­ren auf einer Mis­si­on zum Nep­tun ver­schol­len ist. Was dabei her­aus­kam ist deut­lich näher am Art­house als am Block­bus­ter.

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Bandit bespricht: An Alexandre Aja Film – CRAWL

Bandit bespricht: An Alexandre Aja Film – CRAWL

CRAWL – Bun­des­start 22.08.2019

Eine klei­ne Berich­ti­gung, bevor wei­ter­hin Miss­ver­ständ­nis­se ver­brei­tet wer­den: In Ame­ri­ka sind Ein­fa­mi­li­en­häu­ser oft­mals nicht mit Kel­lern geseg­net. Die­se Häu­ser haben dafür einen soge­nann­ten Crawl-Space zwi­schen Grund und dem Boden des Hau­ses. Hier ver­lau­fen meist die Was­ser­lei­tun­gen und Abwas­ser­roh­re und kön­nen zwecks even­tu­el­ler Repa­ra­tu­ren auf Kni­en erreicht wer­den. Gera­de in Flo­ri­da lie­gen die meis­ten Gebäu­de auf Mee­res­hö­he oder dar­un­ter, da wür­den Kel­ler nur ein ewig feuch­tes Ärger­nis sein. Das Haus von Dave und sei­ner Toch­ter liegt auf einer win­zi­gen Stei­gung, wes­we­gen ihr Crawl-Space etwas höher aus­fällt, aber man dar­in noch immer nicht auf­recht ste­hen kann. Daher auch der Titel, der eben nicht auf Kro­ko­di­le bezo­gen ist. Und Kri­ti­ker die mäkeln, es gäbe in Flo­ri­da über­haupt kei­ne Kel­ler, haben zwar recht, soll­ten sich in Bezug auf den Film die­sen auch erst ein­mal anse­hen.

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Bandit bespricht: ONCE UPON A TIME … IN HOLLYWOOD

Bandit bespricht: ONCE UPON A TIME … IN HOLLYWOOD

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Bun­des­start 15.08.2019

Vol­ler Stolz ver­kün­de­te Quen­tin Taran­ti­no in Can­nes, Brad Pitt und Leo­nar­do DiCa­prio wären das bes­te Lein­wand­duo seit New­man und Red­ford. Das mag in den Augen von Taran­ti­no so erschei­nen, dazu müss­te er aber selbst ein­mal Fil­me wie BUTCH CASSIDY AND THE SUNDANCE KID oder DER CLOU schrei­ben und insze­nie­ren. Das hat er bis­her nicht annä­hernd erreicht. Was Taran­ti­no in sei­ner Fil­mo­gra­fie fehlt, ist etwas Eigen­stän­di­ges, etwas ori­gi­nell Neu­es. Das kann man – mit viel gutem Wil­len – dem Fil­me­ma­cher bereits zuge­ste­hen. Das Eige­ne bei Taran­ti­no ist sein unend­li­cher Zita­ten­schatz, den er sich zusam­men­setzt wie ein Spiel mit Bau­klöt­zen. Bei ihm steht stets die Lie­be zu Film, des­sen Geschich­te und sei­ner Indus­trie im Vor­der­grund. Jetzt ist Hol­ly­wood also direkt an der Rei­he. Näher wird er der Traum­fa­brik wahr­schein­lich auch nicht mehr kom­men. Eben­falls in Can­nes soll er gesagt haben, ONCE UPON A TIME … IN HOLLYWOOD wäre sein Magnum Opus.

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Bandit bespricht: DER KÖNIG DER LÖWEN

Bandit bespricht: DER KÖNIG DER LÖWEN

THE LION KING – Bun­des­start 17.07.2019

Das war ein Jahr, als man den Löwen frei ließ. Es war schon die Zeit, dass tra­di­tio­nell jeder Zei­chen­trick­film von Dis­ney als »neu­es Meis­ter­werk« ange­kün­digt wur­de. Und sel­ten konn­te das Ver­spre­chen gehal­ten wer­den. Wie auch, war man seit Walt Dis­neys Tod mehr an Mas­se anstatt auf Klas­se ein­ge­stellt. Infla­ti­ons­be­rei­nigt waren wei­ter­hin die wah­ren Klas­si­ker füh­rend. SCHNEEWITTCHEN bleibt vor­erst der erfolg­reichs­te Dis­ney-Zei­chen­trick­film, gefolgt von 101 DALMATINER. Doch dann kommt schon der König aus der Neu­zeit, wie­der nur mit Klas­si­kern wie FANTASIA, DSCHUNGELBUCH und DORNRÖSCHEN hin­ten an. Von den erfolg­reichs­ten Fil­men, gemes­sen am ame­ri­ka­ni­schen Markt, belegt KÖNIG DER LÖWEN Platz 20. Heu­te fei­ert man groß­ar­tig AVENGERS: ENDGAME, aller­dings nach rei­nen Zah­len. Tat­säch­lich ist der jetzt als erfolg­reichs­te Film aller Zei­ten geprie­se­ne ENDGAME nur auf Platz 16. Also gar nicht so schlecht für KÖNIG DER LÖWEN, einen 25 Jah­re alten, hand­ge­zeich­ne­ten Kin­der­film.

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Bandit bespricht: HIGH LIFE

Bandit bespricht: HIGH LIFE

HIGH LIFE – Bun­des­start 30.05.2019

Lieb­ha­ber des Gen­res sind intel­li­gen­ter Sci­ence Fic­tion nie abge­neigt. Hier und da sind Welt­raum­schlach­ten sehr schön anzu­se­hen, oder man lässt sich durch futu­ris­ti­sche Gedan­ken­spiel her­aus­for­dern. HIGH LIFE for­dert her­aus. Er könn­te auf hoher See spie­len, oder irgend­wo in der Wüs­te, in einem Hoch­haus, oder auf dem Mond. Die Figu­ren könn­ten alle­samt Aka­de­mi­ker sein, oder römi­sche Legio­nä­re. Die Räum­lich­kei­ten könn­ten ein Pent­house sein, oder eine ver­fal­le­ne Block­hüt­te. Die Expe­ri­men­te könn­ten das Wachs­tum von Grä­sern erfor­schen, oder das tra­gen von Ango­ra-Socken. Aber HIGH LIFE spielt im Welt­raum, in einem her­un­ter­ge­kom­me­nen Raum­schiff, mit aus­schließ­lich hoch­gra­dig Kri­mi­nel­len, die Expe­ri­men­ten zur mensch­li­chen Fort­pflan­zung aus­ge­setzt sind. Das eher­ne Ziel der Rei­se ist letzt­end­lich der Flug in ein schwar­zes Loch.

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Bandit bespricht: THE SILENCE

Bandit bespricht: THE SILENCE

Bun­des­start 16.05.2019

Wenn Net­flix Fil­me pro­du­ziert dann muss man sich oft wun­dern. Dar­stel­ler, die Geschich­ten, der Auf­wand, die Qua­li­tät. Wenn Net­flix Fil­me ins Pro­gramm nimmt, dann muss man sich oft wun­dern, war­um man die ein oder ande­re Pro­duk­ti­on nicht im Kino sehen kann. Wie BEASTS OF NO NATION, der ers­te Film die­ser Fir­ma der gleich­zei­tig im Kino und im Fern­se­hen star­te­te, und für sehr vie­le Prei­se nomi­niert war. Nun kommt THE SILENCE, der welt­weit auf dem Abo-Kanal star­tet. Mit Aus­nah­me von Deutsch­land, wo der Film in den Kinos sei­ne Pre­miè­re fei­ern soll. Regis­seur John R. Leo­net­ti ist im Hor­ror- und Fan­ta­sy-Gen­re auch als Kame­ra­mann hei­misch. Also muss irgend­wo in die­sem Bereich eine Kino-Aus­wer­tung ihre Recht­fer­ti­gung fin­den.

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Bandit bespricht: EIN LETZTER JOB

Bandit bespricht: EIN LETZTER JOB

KING OF THIEVES – Bun­des­start 25.04.2019

Gera­de mal ein Jahr vor die­sem Film bril­lier­te Micha­el Cai­ne in ABGANG MIT STIL. Er bril­lier­te nicht allei­ne, an sei­ner Sei­te waren Mor­gan Free­man und Alan Arkin. Die­ses Remake des Klas­si­kers von 1979 zeich­net sich eben­falls durch ein star­kes Ensem­ble aus. Und ohne eine per­fekt funk­tio­nie­ren­de Grup­pe kommt auch EIN LETZTER JOB nicht aus. Wie­der wird sie von Micha­el Cai­ne ange­führt. Und wie­der geht es um in die Jah­re gekom­me­ne Män­ner, die einen gro­ßen Raub pla­nen und aus­füh­ren. Man darf sich nicht wun­dern, aber es ist eine Geschich­te die tat­säch­lich auf wah­ren Ereig­nis­sen beruht. Wei­ter­hin soll­te man sich nicht wun­dern, dass auch EIN LETZTER JOB ein Remake ist. Der Ein­bruch ins Hat­ton Gar­den-Tres­or­de­pot war bereits bei zwei Fil­men das The­ma. Schließ­lich war es mit geschätz­ten 200 Mil­lio­nen Pfund der ergie­bigs­te Raub in der Geschich­te Groß­bri­tan­ni­ens.

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AVENGERS: ENDGAME

AVENGERS: ENDGAME

Kann Spu­ren­ele­men­te von Spoi­lern ent­hal­ten, aber nix Schlim­mes. Ehr­lich.

Er ist das Ergeb­nis einer Rei­he von mehr als 20 Fil­men (plus Fern­seh­se­ri­en) über einen Zeit­raum von elf Jah­ren. Ein gigan­ti­sches Expe­ri­ment, das so vor­her noch nie­mand gemacht hat­te: Ein zusam­men­hän­gen­des Kino­uni­ver­sum, in dem die Fil­me zwar im Prin­zip unab­hän­gig sind, aber doch alle zusam­men­hän­gen. Nach AVENGERS: INFINITY WAR muss­te Mar­vel lie­fern, die Fort­set­zung und damit auch der abschlie­ßen­de Teil deser Pha­se des Mar­vel Cine­ma­tic Uni­ver­se wur­de sehn­süch­tig erwar­tet und die Macher hät­ten das übel in den Sand set­zen kön­nen, denn wie soll man der­art viel Erwar­tungs­hal­tung erfül­len kön­nen? Muss ein der­art gehyp­ter Film nicht bei­na­he zwangs­läu­fig sein Ziel nicht errei­chen und die Erwar­tun­gen nicht erfül­len?

Ja, AVENGERS: ENDGAME hät­te übel ins Auge gehen kön­nen, aber eben nicht bei Mar­vel, denn die wis­sen ganz offen­sicht­lich was sie tun. Und dazu gehört eben auch an ers­ter Stel­le die Zuschau­er zu über­ra­schen und sie trotz­dem zufrie­den­zu­stel­len.

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Bandit bespricht: THE HIGHWAYMEN

Bandit bespricht: THE HIGHWAYMEN

THE HIGHWAYMEN – seit 29.03.2019 auf Net­flix

Es war der bes­te Tag mei­nes Lebens, nach Süden zu rei­sen und den Tag mit Paul New­man zu ver­brin­gen. Nur reden über alle mög­li­chen Din­ge. Er ist ein erstaun­li­cher Typ. Es wäre mit Sicher­heit ein inter­es­san­tes Gespann gewe­sen, die bei­den zum drit­ten mal zusam­men.
John Lee Han­cock in Enter­tain­ment Wee­kly

Red­ford hat sofort unter­zeich­net, und ist nach Con­nec­ti­cut geflo­gen um es sei­nem CLOU und BUTCH CASSIDY AND THE SUNDANCE KID Mit­strei­ter anzu­prei­sen. New­man war mit an Bord, und bei­de arbei­te­ten sechs Mona­te selbst­stän­dig an der Ent­wick­lung des Dreh­buchs. Dann schlug der Krebs zu.
John Fus­co nach Zita­ten aus Vani­ty Fair

Dies ist eine Geschich­te, die kaum in Geschichts­bü­chern zu fin­den ist. Eine Welt im Umbruch. Ame­ri­ka erlebt das in ver­schie­de­nen Epo­chen immer wie­der. Miri­am »Ma« Fer­gu­son wur­de 1925 der ers­te weib­li­che Gou­ver­neur im Staa­te Texas. Sie war es, wel­che die Divi­si­on der Texas Ran­ger abschaff­te. Zu selbst­stän­dig, nicht zim­per­lich, meist unbe­re­chen­bar, und sie woll­ten sich nicht unter­ord­nen. Doch dann kam ein jun­ges Pär­chen wel­ches sich ob ihrer Skru­pel­lo­sig­keit der moder­nen Straf­ver­fol­gung voll­kom­men ent­zog. Und so erfor­dern dras­ti­sche Gege­ben­hei­ten eben dras­ti­sche Maß­nah­men. Da es die Texas Ran­ger nicht mehr geben soll­te, wur­den zwei von ihnen wie­der rekru­tiert, als Auto­bahn­po­li­zis­ten. Frank Hamer und Maney Gault, längst in Ren­te, viel zu alt, aber vom alten Schlag. Ihr nicht offi­zi­el­ler Auf­trag: Bon­nie und Cly­de regel­recht aus­zu­lö­schen.

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SHAZAM!

SHAZAM!

Es ist eine alte Bin­sen­weis­heit: Nie­mals von einem Trai­ler auf den Film schlie­ßen. Wenn das irgend­wo zutrifft, dann bei SHAZAM!, denn die Vor­gu­cker haben viel Wert auf die Kalau­er und die her­um­al­bern­den Jugend­li­chen gelegt, die offen­sicht­lich nicht damit zurecht kom­men, dass einer von ihnen plötz­lich und uner­war­tet zu einem Super­hel­den wird – und die dann anfan­gen zu expe­ri­men­tie­ren und selbst­ver­ständ­lich auch Unfug zu trei­ben. Das alles ist streng genom­men auch kein Spoi­ler, denn das ist der zen­tra­le Punkt beim Hel­den SHAZAM!

Ja, das kommt alles tat­säch­lich im Film vor und es ergibt eine Men­ge gute Lacher, aber die Macher haben es geschafft, so viel mehr dar­aus zu machen, als eine plat­te Komö­die.

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