Bandit bespricht: NEUES AUS DER WELT

Bandit bespricht: NEUES AUS DER WELT

NEWS OF THE WORLD – Net­flix ab 10.02.2021

Es ist ein zufrie­de­ner Blick, der durch die Run­de geht. Kei­ne Über­heb­lich­keit, son­dern ein wenig Stolz, gepaart mit Hoff­nung. Her­un­ter­ge­kom­me­ne Cow­boys, ver­arm­te Far­mer, sie sind gekom­men um ihn zu hören. Es ist nicht so, dass Tom Hanks die­se Figur spielt, son­dern sie ist Tom Hanks. Cap­tain Jef­fer­son Kyle Kidd reist durch Texas und trägt aus ver­schie­de­nen Zei­tun­gen die wich­tigs­ten oder amü­san­tes­ten Nach­rich­ten vor. Seit dem Bür­ger­krieg sind fünf Jah­re ver­gan­gen, und die süd­lich gele­ge­nen Staa­ten lei­den noch unter den Nach­we­hen. Die Men­schen haben kei­ne Zeit oder kein Geld Zei­tung zu lesen, wobei die meis­ten über­haupt nicht lesen kön­nen. Es ist schwer vor­stell­bar, dass es NEUES AUS DER WELT geben wür­de, wenn nicht Tom Hanks die­se Rol­le über­nom­men hät­te. Geschwei­ge denn, dass man sich für die­sen Film inter­es­sie­ren wür­de. Cap­tain Jef­fer­son Kyle Kidd ist ein beson­ne­ner Mensch, Rea­list mit Güte und Ver­stand. So einen Men­schen fast zwei Stun­den der­art prag­ma­tisch und gleich­zei­tig emo­tio­nal zu ver­kör­pern, ohne der Ver­su­chung zu erlie­gen ihn mit dra­ma­tur­gi­schen Schwan­kun­gen mehr Tie­fe zu geben, das ist nicht ein­fach Schau­spiel­kunst, son­dern Charisma.

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Bandit bespricht: THE STAND – erste Episode

Bandit bespricht: THE STAND – erste Episode

THE STAND – Starz­play via Ama­zon Prime, ab 03.01.2021 wöchentlich

Wie will man objek­tiv urtei­len, wenn man die Roman­vor­la­ge kennt, oder die Film­ad­ap­ti­on von 1994. Schlim­mer noch, man ist begeis­ter­ter Anhän­ger von bei­dem. Man soll­te nicht etwa im Sin­ne des Wor­tes urtei­len, wie eigent­lich ein geneig­ter Leser immer zu erwar­ten haben soll­te, son­dern nüch­tern und prag­ma­tisch rezen­sie­ren. Wel­che Recht­fer­ti­gung hat also der Rezen­sent, wenn er sich als ehr­furchts­vol­ler Ver­eh­rer des Romans zu erken­nen geben muss? Zudem er geste­hen soll­te, auch Sym­pa­thi­sant der vier­tei­li­gen Mini-Serie zu sein. Übri­gens mit den­sel­ben Vor­be­hal­ten, die auch Mis­ter King selbst umtrei­ben. Dem umsich­ti­ge Leser ist zumin­dest gewahr, dass er nega­ti­ve, oder viel­leicht sogar posi­ti­ve Kri­tik, als durch­weg sub­jek­ti­ve Mei­nung bewer­ten muss. Denn THE STAND, von und Ben­ja­min Cavell kon­zi­piert, macht schon in der ers­ten von neun Fol­gen alles falsch, was man nicht falsch machen sollte.

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Bandit bespricht: THE MIDNIGHT SKY

Bandit bespricht: THE MIDNIGHT SKY


THE MIDNIGHT SKY – Net­flix 23.12.2020

 

Mit ver­klär­tem Blick starrt Augus­ti­ne in den Nach­him­mel und erklärt der neben ihm ste­hen­den klei­nen Iris, dass sie da den Polar­stern sehen. Er führt mit ehr­furchts­vol­ler Stim­me aus, dass der Polar­stern der wich­tigs­te Stern wäre. Er ist auf der nörd­li­chen Erd­halb­ku­gel immer sicht­bar, ein ver­läss­li­cher Freund, an dem man sich ori­en­tie­ren kann. Aber spielt er eine Rol­le im Welt­raum? Kann man ihn da sehen? Wür­de er auch dort immer den rich­ti­gen Weg zei­gen? Nein, los­ge­löst von die­ser Welt sind wir auf uns allei­ne gestellt. Es ist in die­sem Film die ein­dring­lichs­te von den Fra­gen die von der Wis­sen­schaft in die Phi­lo­so­phie füh­ren. Augus­ti­ne Lof­t­house hat geglaubt, der letz­te Mensch auf der ark­ti­schen For­schungs­sta­ti­on zu sein. Bis er die acht­jäh­ri­ge Iris in den ver­wais­ten Räum­lich­kei­ten findet.

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Bandit bespricht: Pixars SOUL

Bandit bespricht: Pixars SOUL

SOUL – Dis­ney+ 25.12.2020

Er ist Musik­leh­rer mit weni­ger begab­ten Schü­lern. Dies macht ihm umso mehr zu schaf­fen, weil Joe Gard­ner eigent­lich davon träumt, sei­nen Lebens­weg als respek­tier­ter Jazz-Pia­nist zu gehen. Eine zufäl­li­ge Ses­si­on mit der umju­bel­ten Doro­thea Wil­liams bringt Joe die­sen Traum sehr nahe. Sein Kom­men­tar zu die­sem glück­li­chen Ereig­nis: »Wenn ich heu­te ster­ben soll­te, ster­be ich als der glück­lichs­te Mensch der Welt.«
Eigent­lich soll­te es genau in die­sem Moment für Joe Gard­ner gewe­sen sein. Doch auf dem För­der­band zum »Gro­ßen Jen­seits«, will Joe von sei­nen eige­nen Wor­ten nichts mehr wis­sen. Der Tod ist noch lan­ge kei­ne Opti­on, auch wenn alle Gesetz­mä­ßig­kei­ten gegen ihn spre­chen. Und damit stel­len sich Regis­seur Pete Doc­ter und sei­ne Co-Autoren Kemp Powers und Mike Jones einer Auf­ga­be, wie sie für einen Fami­li­en­film nicht heik­ler sein könnte.

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Bandit bespricht: ALICE IN BORDERLAND

Bandit bespricht: ALICE IN BORDERLAND

ALICE IN BORDERLAND – Net­flix 10.12.2020

Der Titel kommt nicht von unge­fähr. Das ver­steht sich. Aber durch die gesam­te ers­te Staf­fel hin­durch stellt sich immer die Fra­ge, ob die Hand­lung ver­ständ­li­cher wäre, wür­de man Lewis Car­rolls Non­sens-Roma­ne um die jun­ge Ali­ce ken­nen. Oder ob sich der Unter­hal­tungs­wert stei­gern wür­de, könn­te man Par­al­le­len zwi­schen den bei­den Wer­ken kla­rer erken­nen. Die Spiel­kar­ten und der Hut­ma­cher sind Merk­ma­le, die sogar Nicht­be­le­se­ne aus­ma­chen kön­nen. Viel­leicht lie­gen die ver­bin­den­den Cha­rak­te­ris­ti­ka viel tie­fer in der Essenz der Geschich­te. Wer will das beur­tei­len, der nicht mit dem Ursprung, dem kul­tu­rel­len Stel­len­wert oder der intel­lek­tu­el­len Struk­tur von Man­gas ver­traut ist?

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Bandit bespricht: Gerard Butler in GREENLAND

Bandit bespricht: Gerard Butler in GREENLAND

GREENLAND – Bun­des­start 22.10.2020

Die­ser Film hat wirk­lich alles, was ein alt­be­kann­tes und bewähr­tes Kata­stro­phen­sze­na­rio braucht: Der unbe­darf­te Vater, der mit gott­ge­ge­be­ner Selbst­ver­ständ­lich­keit den Hel­den gibt. Dazu­ge­hö­rig die zer­rüt­te­te Bezie­hung zu sei­ner Frau, bei der die Ehe ohne Kata­stro­phe nicht mehr zu ret­ten gewe­sen wäre. Da ist natür­lich auch der Sohn, wel­cher die unge­bro­che­ne Lie­be bei­der Eltern­tei­le genießt. Und es gibt jenes omi­nö­se Ziel, wel­ches man unter schwie­rigs­ten Bedin­gun­gen errei­chen muss, um dem Ende der Zivi­li­sa­ti­on zu ent­kom­men. Nicht ver­ges­sen sind die vie­len Neben­cha­rak­te­re, die ent­we­der ver­ständ­nis­voll hilfs­be­reit sind, oder kalt­her­zig bru­tal. Nicht wie es die Figu­ren erfor­dern, son­dern der dra­ma­tur­gisch über­spitz­te Handlungsverlauf.

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Bandit bespricht: Richard Dreyfuss in ASTRONAUT

Bandit bespricht: Richard Dreyfuss in ASTRONAUT

ASTRONAUT – Bun­des­start 15.10.2020

Angus Ste­wart ist nicht allei­ne. Jedes Kind träumt davon ins Welt­all zu flie­gen. Jun­ge Men­schen wür­den einen Flug in die unend­li­chen Wei­ten als Her­aus­for­de­rung emp­fin­den. Für Erwach­se­ne wäre es eine Bestä­ti­gung ihrer Frau- und Männ­lich­keit. Angus Ste­wart ist 72, etwas über­ge­wich­tig und trinkt recht ger­ne. Der pen­sio­nier­te Stra­ßen­bau­in­ge­nieur war einer der Bes­ten. Jetzt soll­te er sei­nen Ruhe­stand genie­ßen, doch sei­ne Frau ist auch schon ver­stor­ben. Angus fühlt sich ein­sam und nicht mehr gebraucht, obwohl ihn die Toch­ter zu sich und ihrer Fami­lie ins Haus geholt hat. Es ist ein Lebens­ab­schnitt den wohl sehr vie­le auf die­se Wei­se emp­fin­den. Auf ein­mal ist man allei­ne und wird nicht mehr gebraucht, auch wenn man im Kreis der eige­nen Fami­lie lebt und geliebt wird.

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Bandit bespricht: DER GEHEIME GARTEN

Bandit bespricht: DER GEHEIME GARTEN

THE SECRET GARDEN – Bun­des­start 15.10.2020

Wer auch nur im Ent­fern­tes­ten schon ein­mal von Fran­ces Hodg­son Bur­netts DER GEHEIME GARTEN gehört hat, dürf­te von selbst erah­nen, dass die­se Geschich­te ein brei­tes Spek­trum von Inter­pre­ta­tio­nen zulässt. Da ist der Gar­ten an sich, die cha­rak­ter­li­chen Eigen­schaf­ten der Kin­der, oder das Rot­kehl­chen, die selt­sam abwei­sen­den Erwach­se­nen, und in die­ser Ver­fil­mung natür­lich der Hund. Aber da ist noch das Leben, und der Tod im Beson­de­ren. Das sind alle­samt kei­ne ein­fa­chen The­men, Meta­phern und Aus­le­gun­gen für eine emp­foh­le­ne Leser­schaft zwi­schen acht und elf Jah­ren. Aber es sind span­nen­de The­men und zudem sehr anre­gend. Wenn­gleich kein durch­weg freu­de­strah­len­des, oder leich­tes Erlebnis.

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Bandit bespricht: THE NEW MUTANTS

Bandit bespricht: THE NEW MUTANTS

THE NEW MUTANTS – Bun­des­start 10.09.2020

Es war abzu­se­hen, dass die Vor­ver­ur­tei­lun­gen umge­hend fol­gen und über­hand neh­men wür­den. An einen wohl­ge­son­ne­nen Start war da schon gar nicht mehr zu den­ken, nicht zwei­ein­halb Jah­re nach dem eigent­lich geplan­ten Ter­min. Und eine rei­che Aus­wahl an Schul­di­gen ist selbst­ver­ständ­lich auch vor­han­den, halt­los und unsin­nig. Hier wird das Schei­tern von THE NEW MUTANTS schon zele­briert, bevor die het­zen­de Meu­te den Film über­haupt gese­hen hat. Hat man ihn dann end­lich gese­hen lässt sich zwei­fel­los gut spe­ku­lie­ren, aber Ant­wor­ten wer­den aus­blei­ben. Und der Tanz um Schuld­zu­wei­sun­gen und Spe­ku­la­tio­nen wird sich lan­ge fortsetzen.

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Bandit hat fast verpasst: TIME TRAP – DIE HÖHLE

Bandit hat fast verpasst: TIME TRAP – DIE HÖHLE

TIME TRAP – DVD Pre­miè­re 05.12.2019 – VOD Ama­zon & iTunes

Wenn man sich dem Main­stream-Kino ver­schrie­ben hat, bleibt immer eini­ges zu tun. Da springt man von einem Start­ter­min zum nächs­ten, muss koor­di­nie­ren, zwi­schen­drin auch mal etwas Arthouse ein­schie­ben. Und zu allem Unglück wer­den ab und an auch sozia­le Kon­tak­te eingefordert.
In Zei­ten wie die­sen rela­ti­viert sich so man­ches. Da ist plötz­lich Zeit, kei­ner hetzt einen von Block­bus­ter zu Block­bus­ter, und man rich­tet sei­ne Auf­merk­sam­keit auch ein­mal auf Emp­feh­lun­gen, wenn­gleich auch wider­wil­lig, denn was könn­te ein Film mit einem Bud­get unter 80 Mil­lio­nen Dol­lar ernst­haft bie­ten? Woo­dy Allen macht noch Fil­me unter zehn Mil­lio­nen Dol­lar, aber die wer­den ja nur geschaut, weil da ein Ensem­ble an Schau­spie­lern dabei ist, das sonst nur in hoch­prei­si­gen Block­bus­tern spielt. Da muss man dann bei Fil­men wie DIE HÖHLE schon bei­de Augen zudrü­cken, wo das Kame­ra-Equip­ment ver­mut­lich allein fünf­zig Pro­zent des Bud­gets gefres­sen hat und der sich zudem auch noch »Sci­ence Fic­tion« schimpft.

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Bandit bespricht: CURON

Bandit bespricht: CURON

CURON – Net­flix seit 10.06.2020

Es sind jun­ge, ambi­tio­nier­te Fil­me­ma­cher. Autoren die etwas wagen. Und es gibt Dar­stel­ler die cha­ris­ma­tisch, begabt und unver­braucht sind. Das gesam­te krea­ti­ve Team ist inter­na­tio­nal noch voll­kom­men unbe­kannt, hat sich höchs­tens im Hei­mat­land Ita­li­en bis­her einen zwei­ten Blick erar­bei­tet. Und es gibt einen Sen­der, der gera­de­zu nach Poten­ti­al für Seri­en mit even­tu­el­lem Kult­cha­rak­ter und mys­tisch, fan­tas­ti­schen Ein­schlä­gen lechzt. Es ist natür­lich Net­flix – mit soviel Unver­fro­ren­heit und Selbst­be­wusst­sein, dass die­se Brut­stät­te von Inno­va­ti­on inner­halb kür­zes­ter Zeit die eiser­nen Struk­tu­ren des unbe­zwing­bar schei­nen­den Kolos­ses an Film­in­dus­trie auf­riss. Dass unmit­tel­bar so kurz nach dem Instant-Kult STRANGER THINGS aus­ge­rech­net eine deut­sche Serie wie DARK pro­du­ziert wer­den konn­te, ist kla­res Indiz, dass das gesam­te Kon­zept und die Bücher von sel­bi­ger bereits in den Schub­la­den vor sich hingam­mel­ten. Es bedurf­te nur einer Initi­al­zün­dung. DARK hat bei wei­tem nicht die Qua­li­tä­ten von STRANGER THINGS, aber es gab ein heiß­ge­lau­fe­nes Publi­kum. Und dass die ers­te ita­lie­ni­sche Net­flix-Serie CURON die­sem Trend fol­gen soll, war schon beim ers­ten Vor­gu­cker unübersehbar.

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Bandit bespricht: THE LAST DAYS OF AMERICAN CRIME

Bandit bespricht: THE LAST DAYS OF AMERICAN CRIME

THE LAST DAYS OF AMERICAN CRIME – Net­flix-Pre­miè­re 05.06.2020

Wenn das Ende jeder kri­mi­nel­len Akti­vi­tät bevor­steht, dann wird man nicht zur Legen­de mit dem Ver­bre­chen, wel­ches man begeht. Man wird zur Legen­de das wirk­lich letz­te Ver­bre­chen in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten began­gen zu haben. Das hört sich nach einer Geschich­te an, die äußerst viel­ver­spre­chend sein muss. Das gan­ze setzt man vor einem Hin­ter­grund der zwi­schen STRANGE DAYS und THE PURGE ange­sie­delt ist, das macht es viel span­nen­der. Zuge­ge­ben, die Gra­phic Novel als Vor­la­ge für die­sen Film wur­de vier Jah­re vor THE PURGE publi­ziert, span­nend bleibt es den­noch. THE LAST DAYS OF AMERICAN CRIME hat so vie­les, aus ver­schie­dens­ten Gen­res, dass er ein­fach ein lau­ni­ger Zeit­ver­treib sein muss. Dabei hat die­ser Film so vie­les, aus ver­schie­dens­ten Gen­res, mit dem er nichts anzu­fan­gen weiß.

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