DIE VERSUNKENE STADT Z

DIE VERSUNKENE STADT Z

THE LOST CITY OF Z – Bun­des­start 30. 03.2017

Die er­ste Rei­se des Oberst­leut­nants Per­ci­val Har­r­i­son Faw­cett nach Ama­zo­ni­en im Jah­re 1906 war ein ein­fa­cher Auf­trag. Der Bri­te soll­te als schlich­ten­de Par­tei den Grenz­streit zwi­schen Bo­li­vi­en und Ko­lum­bi­en be­en­den. Doch auf die­ser Ex­pe­di­ti­on er­fährt er eine un­glaub­li­che Ge­schich­te, wel­che ihn sein Le­ben lang nicht mehr los­las­sen woll­te. Eine ver­schol­le­ne Stadt, die eine fort­ge­schrit­te­ne­re Zi­vi­li­sa­ti­on in Süd­ame­ri­ka be­wei­sen könn­te, noch lan­ge be­vor in der so­ge­nann­ten west­li­chen Welt an Zi­vi­li­sa­ti­on zu den­ken war. Per­cy Faw­cett wird letzt­end­lich zur Le­gen­de, lei­der aus ei­nem an­de­ren Grund, wenn­gleich wäh­rend ei­ner Ex­pe­di­ti­on nach der ver­sun­ke­nen Stadt Z. Also fast schon selbst­re­dend eine Ge­schich­te nach ei­ner wah­ren Be­ge­ben­heit. Aber man muss dem Pro­du­zen­ten und Au­tor so­wie Fil­me­ma­cher  Ja­mes Gray hoch an­rech­nen, dass sie ent­ge­gen nor­ma­len Ge­pflo­gen­hei­ten nie da­mit hau­sie­ren ge­hen.

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SILENCE

SI­LENCE – Bun­des­start 02.03.2017

Als sich Re­gis­seur Mar­tin Scor­se­se mit WIE EIN WIL­DER STIER das er­ste Mal an eine Bio­gra­fie wag­te, nun, da schrieb er Film­ge­schich­te. Nicht ohne den un­ver­kenn­ba­ren Ein­fluss von Haupt­dar­stel­ler Ro­bert de Niro, der sich für die Pro­duk­ti­on un­glaub­li­chen kör­per­li­chen Ver­än­de­rung hin­gab. Erst 17 Jah­re spä­ter soll­te die Ge­schich­te des Da­lai Lama er­zählt wer­den, und 2004 folg­te das Por­trait um das wil­de Trei­ben des Mil­li­ar­därs Howard Hug­hes. Je­der Film be­sitzt sei­nen ei­ge­nen Ton, sein ei­ge­nes Tem­po, sei­ne ei­ge­ne Struk­tur. Scor­se­se war und blieb krea­tiv. Be­reits Mit­te der 1980er spiel­te Scor­se­se aber schon mit ei­ner an­de­ren, aber spe­zi­el­len Art von Bio­gra­fie. Es war der Ro­man SI­LENCE, wel­cher von zwei Mis­sio­na­ren han­delt, die nach Ja­pan rei­sen, um ei­nen ab­trün­ni­gen Prie­ster der gleich­zei­tig ihr Men­tor war, zu­rück zu ho­len. Pech nur, dass der christ­li­che Glau­be in Ja­pan ver­bo­ten ist und un­ter schwe­rer Stra­fe steht.

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HIDDEN FIGURES: Unerkannte Heldinnen

HIDDEN FIGURES: Unerkannte Heldinnen

HID­DEN FI­GU­RES – Bun­des­start 02.02.2017

Der Ti­tel HID­DEN FI­GU­RES hat vie­ler­lei Be­deu­tung. Un­ter an­de­rem deu­tet er auf die ma­the­ma­ti­schen Schwie­rig­kei­ten hin, mit de­nen sich die Cha­rak­te­re im Zei­chen des Fort­schritts her­um­schla­gen müs­sen. Oder es ist auch der Hin­weis auf eine Grup­pe Men­schen, die im Welt­raum­pro­gramm der NASA nach au­ßen hin äu­ßerst zu­rück­hal­tend prä­sen­tiert wur­den. Es ist 1961, Prä­si­dent Ken­ne­dy hat der Na­ti­on ver­spro­chen, noch vor Ende der De­ka­de auf dem Mond zu lan­den. Nicht weil es leicht ist, son­dern ge­ra­de weil es schwie­rig ist. Da ist Mary Jack­son, wel­che In­ge­nieu­rin für Welt­raum­kap­seln wer­den möch­te. Und Do­ro­thy Vaug­han, die eine rie­si­ge Ab­tei­lung lei­tet, ohne da­nach be­zahlt zu wer­den, und auch nicht den Ti­tel er­hält. Oder das Ma­the­ge­nie Ka­the­ri­ne John­son, die le­dig­lich zu stump­fen Re­vi­si­ons­ana­ly­sen ver­dammt wird. Es ist 1961, und die drei Da­men sind Far­bi­ge. Da­mals durf­te man das so noch sa­gen. Manch­mal fällt so­gar das Wort »Ne­ger«, der Eu­ro­pä­er wird sich wie­der ein­mal em­pört zei­gen.

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SUFFRAGETTE – Taten statt Worte

SUFFRAGETTE – Taten statt Worte

Poster SuffragetteSUF­FRA­GET­TE – Bun­des­start 04.02.2016

In Groß­bri­tan­ni­en steckt die Frau­en­be­we­gung 1912 noch im­mer in den Kin­der­schu­hen. Frau­en, die für das Wahl­recht pro­te­stie­ren, wer­den nicht ernst ge­nom­men und aus­ge­lacht. SUF­FRA­GET­TE hat sich un­ter der Füh­rung von Sa­rah Gav­ron ei­nes sehr schwie­ri­gen The­mas an­ge­nom­men. Denn die Ge­schich­te der bri­ti­schen Frau­en­recht­le­rin­nen hat kei­ne ein­fach zu er­zäh­len­de Hand­lung. Gav­ron muss­te auf­pas­sen, nicht zu sen­ti­men­tal zu wer­den, aber den­noch Emo­tio­nen zu wah­ren. Zeit­gleich soll­te das Ge­sche­hen auch im rich­ti­gen Kon­text sei­ner Zeit er­zählt wer­den, um die Glaub­wür­dig­keit nicht zu ver­lie­ren.

Im Jah­re 1912 ist Maud Watts 24 Jah­re alt, als sie zum er­sten Mal mit Ak­tio­nen der Suf­fra­get­ten kon­fron­tiert wird. De­ren An­füh­re­rin Em­meli­ne Pankhurst hat zur of­fe­nen Ge­walt auf­ge­ru­fen, und ist da­nach un­ter­ge­taucht. Nun lacht die Män­ner­welt nicht mehr, son­dern hat ein kla­res Feind­bild. Selbst von an­de­ren Frau­en wer­den die Kämp­fe­rin­nen fürs Wahl­recht ge­schmäht. Maud ist erst schockiert, spä­ter fas­zi­niert. Wor­te ha­ben längst aus­ge­dient, und Ge­walt wirkt wie die ein­zig lo­gi­sche Kon­se­quenz. Ei­gent­lich un­ge­wollt wird Mau­de in die Be­we­gung hin­ein­ge­zo­gen. Das hat un­ge­ahn­te Aus­wir­kun­gen auf ihr Fa­mi­li­en­le­ben und das so­zia­le Um­feld. Mau­de Watts Schick­sal wird zu ei­nem Pa­ra­do­xon. Sie muss sich viel mehr für die Suf­fra­get­ten en­ga­gie­ren, um wie­der Nor­ma­li­tät er­fah­ren zu dür­fen.

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LEGEND – mit Tom Hardy

LEGEND – mit Tom Hardy

Poster LegendLE­GEND – Bun­des­start 07.01.2016

Ist der Name Al Ca­po­ne der In­be­griff für das ame­ri­ka­ni­sche Gang­ster­tum, kön­nen die Brü­der Re­gi­nald und Ro­nald Kray die­sen Sta­tus in Groß­bri­tan­ni­en für sich be­an­spru­chen. Ihr Auf­stieg be­ginnt in den Sech­zi­gern. Ron­nie sitzt noch in der ge­schlos­se­nen Psych­ia­trie, we­gen psy­chi­scher In­sta­bi­li­tät und pa­tho­lo­gi­schen Ge­walt­aus­brü­chen. Er ist Fa­mi­lie, be­tont Reg­gie im Ver­lauf im­mer wie­der, so nutzt er sei­nen Ruf, um die ärzt­li­che Dia­gno­se et­was zu be­schleu­ni­gen, na­tür­lich in die rich­ti­ge Rich­tung. Die Zwil­lings­brü­der ha­ben zwar un­ter­schied­li­che An­sich­ten, wie Ge­schäf­te ge­tä­tigt wer­den soll­ten, aber ge­nau das stellt sie noch brei­ter ge­gen kon­kur­rie­ren­de Ban­den auf. Da­durch wird das Ge­schäft al­ler­dings auch bru­ta­ler, und un­be­re­chen­ba­rer.

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IM HERZEN DER SEE

IM HERZEN DER SEE

Poster Heart Of The SeaIN THE HEART OF THE SEA – Bun­des­start 26.11.2015

Die Ge­schich­te des Wal­fang­schif­fes Es­sex war nicht »die« In­spi­ra­ti­on für Her­man Mel­vil­les MOBY DICK. Son­dern ei­nes von meh­re­ren Er­eig­nis­sen, wel­che Mel­vil­le zu sei­nem Er­folgs­ro­man in­spi­rier­ten, und in den er die­ses mit ein­flie­ßen ließ. Das macht die Ge­schich­te von IM HER­ZEN DER SEE nur noch in­ter­es­san­ter, die letzt­end­lich auch als eine Art Pre­quel in­ter­pre­tiert wer­den könn­te. Ron Howard ist be­kannt­lich ei­ner der Re­gis­seu­re, der wah­re Be­ge­ben­hei­ten wie ein weit her­ge­hol­tes Spek­ta­kel an Er­fin­dungs­reich­tum in­sze­nie­ren kann, um den Zu­schau­er in best­mög­li­cher Form mit den Mit­teln des Kino zu un­ter­hal­ten. APOL­LO 13, A BE­AU­TI­FUL MIND, CIN­DE­REL­LA MAN, FROST/NIXON, und RUSH gin­gen IM HER­ZEN DER SEE vor­aus, und ver­deut­li­chen für den Ein­zel­nen ein­dring­lich, was er von die­sem Film zu er­war­ten hat.

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BRIDGE OF SPIES – Der Unterhändler

BRIDGE OF SPIES – Der Unterhändler

Poster Bridge Of SpiesBRIDGE OF SPIES – Bun­des­start 26.011.2015

Wenn Ste­ven Spiel­berg ei­nen hi­sto­risch be­grün­de­ten Film dreht, dann ist die­ser stets ein per­fek­tes Kon­strukt aus dra­ma­tur­gi­schen Frei­hei­ten und ge­schicht­li­chen Fak­ten. Die Frei­hei­ten al­lein sind schon dem Me­di­um ge­schul­det. Die Kunst von Dreh­buch und Re­gie ist es, nicht ein­fach nur al­les har­mo­nisch zu­sam­men zu füh­ren, son­dern es auch da­vor zu be­wah­ren, dass hin­ter­fragt wer­den muss. Spiel­berg hat die­se Gabe, und dar­über hin­aus lässt er stets den Kern der ur­sprüng­li­chen Ge­schich­te und die Kraft der ei­gent­li­chen Aus­sa­gen und Be­deu­tun­gen nie aus den Au­gen. Sie blei­ben das Herz­stück die­ser Fil­me. Und es ist das Herz­stück von BRIDGE OF SPIES.  Die mitt­ler­wei­le vier­te Zu­sam­men­ar­beit von Tom Hanks und Ste­ven Spiel­berg. Aber wie schon in PRI­VA­TE RYAN und CATCH ME IF YOU CAN, tritt Hanks er­neut in den Hin­ter­grund, um die ei­gent­li­che Ge­schich­te nur über­grei­fend zu be­glei­ten.

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Galerie: Historischer Jahrmarkt in der Jahrhunderthalle Bochum

Galerie: Historischer Jahrmarkt in der Jahrhunderthalle Bochum

Karussell

Ende Fe­bru­ar fin­det in der Jahr­hun­dert­hal­le Bo­chum im Rah­men des dort oh­ne­hin aus­ge­rich­te­ten Hi­sto­ri­schen Jahr­mark­tes der er­ste Steam­punk-Jahr­markt statt. Da wir mit den Æther­an­ge­le­gen­hei­ten dort eben­falls ver­tre­ten sind, woll­ten wir uns die Hal­le und die Ge­ge­ben­hei­ten vor­ab mal an­se­hen. Grund­sätz­lich war ich aber auch all­ge­mein an der Ver­an­stal­tung in­ter­es­siert, die am letz­ten Sams­tag star­te­te und über meh­re­re Wo­chen­en­den dort zu be­su­chen sein wird.

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THE IMITATION GAME – Ein streng gespoilertes Leben

THE IMITATION GAME – Ein streng gespoilertes Leben

Poster The Imitation Game

THE IMI­TA­TI­ON GAME – Bun­des­start 22.01.2015

Dies ist die Ge­schich­te von Alan Tu­ring, der sich 1953 das Le­ben nahm, weil er durch eine Hor­mon­be­hand­lung stark de­pres­siv wur­de. Alan Tu­ring war ei­ner von 49.000 Ho­mo­se­xu­el­len die zwangs­ste­ri­li­siert wur­den, als Ho­mo­se­xua­li­tät in Groß­bri­tan­ni­en noch den Tat­be­stand ei­ner Straf­tat er­füll­te. Es ist das trau­ri­ge Ende ei­nes Le­bens, das mit so viel hel­den­haf­ter Fül­le ge­seg­net schien. Dies ist die Ge­schich­te von Alan Tu­ring, der wäh­rend des zwei­ten Welt­krie­ges den Code der deut­schen Ver­schlüs­se­lungs­ma­schi­ne Enig­ma knack­te. Das ist doch der Stoff, aus dem die Hel­den sind. Die tra­gi­schen Hel­den, mit ganz ho­hem Film­po­ten­ti­al. Das muss der Nor­we­ger Mor­ten Tyld­um so­fort er­kannt ha­ben, auch wenn ihm be­stimmt nicht gleich die gro­ße Os­car-Pa­ra­de in den Sinn ge­kom­men sein wird. Aber wie sieht ein wah­rer Os­car-Stoff aus? Nach ei­ner wah­ren Be­ge­ben­heit, ein et­was ab­son­der­li­cher Cha­rak­ter, ein per­sön­li­ches be­rüh­ren­des Le­ben, eine Hel­den­rei­se, die ge­gen jede Ver­nunft ob­siegt. Dreht je­mand ei­nen Film nach ei­ner wah­ren Be­ge­ben­heit, ruft das um­ge­hend die Kri­ti­ker auf den Plan, wenn die dra­ma­ti­sier­te Ge­schich­te von den Fak­ten ab­weicht. Und im­mer wie­der muss man fest­stel­len, wie dumm sol­che Kri­tik ist. Wür­den Fil­me sich ge­streng an die Fak­ten hal­ten, wür­de sich das kein Zu­schau­er an­tun. Schließ­lich geht es in er­ster Li­nie um den Kern ei­ner Ge­schich­te, und um de­ren Aus­sa­ge. Auch THE IMI­TA­TI­ON GAME gibt sich fak­ti­schen Än­de­run­gen hin, um die Ge­schich­te glei­cher­ma­ßen span­nend, aber auch be­rüh­rend er­zäh­len zu kön­nen.

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DAS FINSTERE TAL des deutschsprachigen Genrefilms

DAS FINSTERE TAL des deutschsprachigen Genrefilms

Poster "Das finstere Tal"

Die Frei­heit ist ein Ge­schenk, das sich nicht je­der gern ma­chen lässt

Ent­hält mi­ni­ma­le Spu­ren von Spoi­lern.

Ir­gend­wann, als neu­lich der deut­sche Film­preis ver­lie­hen wur­de, hat auch DAS FIN­STE­RE TAL Prei­se ein­ge­heimst, wur­de so­gar als der gro­ße Sie­ger ver­kauft. Ich muss ehr­lich zu­ge­ben, dass mich der Deut­sche Film­preis nicht die Boh­ne in­ter­es­siert, denn üb­li­cher­wei­se wer­den ir­gend­wel­che Ge­schichts­be­wäl­ti­gungs-Dra­men aus­ge­zeich­net, oder höchst un­wit­zi­ge Ko­mö­di­en. In dem Be­richt, den ich zu­fäl­lig dar­über im Fern­se­hen sah (un­ter an­de­rem des­we­gen ein Zu­fall, weil ich TV ei­gent­lich nur noch vom Weg­se­hen ken­ne), war aber auch ein kur­zer Trai­ler ent­hal­ten, mehr ein Teaser. Das sah tat­säch­lich in­ter­es­sant aus – und dann mehr­ten sich die Stim­men, die DAS FIN­STE­RE TAL als »Al­pen­we­stern« be­zeich­ne­ten, gar als »Gen­re-Film«. Und so­was in deut­scher Spra­che (es ist eine öster­rei­chisch-deut­sche Ko­pro­duk­ti­on)? Ich war nun nicht so heiß dar­auf, mir den im Kino an­zu­se­hen, als der Preis für die Blu­Ray al­ler­dings kürz­lich im An­ge­bot un­ter zehn Euro fiel, woll­te ich dann doch mal ei­nen Blick ris­kie­ren, um fest­zu­stel­len, ob die eu­pho­risch klin­gen­den Kri­ti­ken ge­recht­fer­tigt sind.

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THE LEGEND OF HERCULES

THE LEGEND OF HERCULES

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THE LE­GEND OF HER­CU­LES – Bun­des­start 01.05.2014

Es ist lan­ge her, dass Ren­ny Har­lin mit ei­nem Film grö­ße­re Auf­merk­sam­keit er­fah­ren durf­te. Auf­ge­fal­len war er mit dem vier­ten NIGHT­MA­RE ON ELM STREET und durf­te sich dann mit DIE HARD 2 end­gül­tig be­wäh­ren. Kurz dar­auf kam be­reits CLIFF­HAN­GER, mit ei­ner we­ni­ger über­ra­schen­den Dra­ma­tur­gie, aber ex­zel­lent um­ge­setz­ten Span­nungs­mo­men­ten, die un­ter die Haut gin­gen.  Ge­bo­ren war die Zu­kunft des knall­har­ten Ac­tion-Films, und ver­sank nach die­ser Aus­zeich­nung um­ge­hend in der Mit­tel­mä­ßig­keit. In­halt­lich konn­ten sei­ne Fil­me wirk­lich nicht über­zeu­gen, und selbst sei­ne In­sze­nie­run­gen, für die er ge­adelt wor­den war, konn­ten nicht voll­stän­dig über­zeu­gen. War­ner setz­te trotz­dem auf den dy­na­mi­schen Fin­nen und ließ Paul Schra­ders Film­fas­sung des EX­OR­ZIST-Pre­quels von Har­lin kom­plett neu dre­hen, weil sie mit Schra­ders Ver­si­on über­haupt nicht ein­ver­stan­den wa­ren. Am Ende muss­te man un­ter dem Ti­tel DO­MI­NI­ON doch noch Schra­ders oh­ne­hin fer­ti­gen Film auf DVD ver­öf­fent­li­chen, um den fi­nan­zi­el­len Scha­den ein­zu­däm­men. Und so ging es wei­ter mit Ren­ny Har­lin, lei­der.

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DIE BÜCHERDIEBIN gespoilert

DIE BÜCHERDIEBIN gespoilert

Poster The Book ThiefTHE BOOK THIEF – Bun­des­start 13.03.2014

Den Vor­wurf, dass die BÜ­CHER­DIE­BIN eine viel zu mil­de Dar­stel­lung der Nazi-Herr­schaft ab­bil­det, kann man durch­aus gel­tend ma­chen. In der Tat ist es ein Film, der Bru­ta­li­tät und Will­kür mei­det. Doch das sieht nur der Er­wach­se­ne so. Wie er­le­ben aber Kin­der ein der­ar­ti­ges Schreckens­re­gime, die of­fe­nen Gräu­el­ta­ten, oder ein­fach nur den un­ter­schwel­li­gen Ras­sis­mus? DIE BÜ­CHER­DIE­BIN ver­deut­licht sehr an­schau­lich und nach­voll­zieh­bar, wie sich ein Kind durch so eine fürch­ter­li­che Zeit ma­nö­vrie­ren muss. Un­schul­di­ge Kin­der, die we­der Ras­sen­fra­gen ken­nen, noch den Tod als sol­ches ver­ste­hen. Lie­sel Me­min­ger kommt zu ih­ren Ad­op­ti­ons­el­tern Hans und Rosa Hu­ber­mann, in die Klein­stadt Mol­ching. Der Zwei­te Welt­krieg steht vor der Tür, doch da­von weiß Lie­sel nichts, ge­nau­so we­nig wie sie die im­mer wie­der auf­tau­chen­den Fa­schi­sten ver­steht. Ob­wohl, oder ge­ra­de weil, sie nicht le­sen kann, ist sie von Bü­chern fas­zi­niert. Das geht so weit, dass Liesl so­gar nach der Bü­cher­ver­bren­nung ein un­ver­sehr­tes Buch aus dem Asche­hau­fen fischt. Der treu­sor­gen­de und gut­mü­ti­ge Hans bringt ihr das Le­sen bei, wäh­rend die ro­bu­ste und hart­her­zig wir­ken­de Rosa das Le­ben der Fa­mi­lie mei­stert. Dann steht ei­nes Ta­ges Max vor der Tür, der Sohn ei­nes al­ten Freun­des, der im Kel­ler Un­ter­schlupf fin­det. Lie­sel ist von Max fas­zi­niert, denn was ei­nen Ju­den von an­de­ren Men­schen un­ter­schei­den soll, ir­ri­tiert das Mäd­chen ge­nau so, wie die Fra­ge, war­um man nicht ein­fach et­was da­ge­gen un­ter­neh­men kann.

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