Wie könnte ein Phantastik-Publikumspreis aussehen?

Wie könnte ein Phantastik-Publikumspreis aussehen?

Aufgrund der aktuellen Diskussionen um den Deutschen Phantastik-Preis habe ich mir einige Gedanken darum gemacht, wie denn die Ausrichtung eines solchen Preises aussehen könnte, und wie die Rahmenbedingungen sein müssten, damit Streit und Kontroversen minimiert werden und die Ausrichtung fair ist. Das sind an dieser Stelle – wie gesagt – erst einmal nur Ideen und Gedanken, die in konkreter Durchführung sicherlich noch optimiert werden können.

Worüber man sich bei jedem reinen Publikumspreis im Klaren sein muss: Es wird immer der- oder diejenige gewinnen, der oder die die meisten Fans aktivieren kann. Das ist so, und das ist auch durchaus nichts Schlimmes oder Negatives, und bei einem Publikumspreis immanent. Das macht deswegen nicht, weil man ohnehin nicht feststellen kann, ob irgendein Werk “das Beste” ist, denn eine qualitative Bewertung liegt immer im Auge des Betrachters.

Es sollte sich meiner Ansicht nach übrigens nicht um einen “deutschen” Preis handeln, sondern um einen, der deutschsprachige Werke auszeichnet, diese könnten selbstverständlich auch beispielsweise aus der Schweiz, Österreich oder Burkina Faso stammen. Der Name des Preises sollte das reflektieren.

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Das ist ja gar keine Science Fiction! – Ein Kommentar

Das ist ja gar keine Science Fiction! – Ein Kommentar

Ich habe es über die Jahre immer wieder mal vernommen, zumeist von alternden SF-“Fans”, die lautstark die Ansicht vertreten, dass selbstverständlich “früher alles besser war, und das doch alles keine Science Fiction sei”. Früher, das ist ein nicht ganz genau zu beziffernder Zeitraum, aber eben nicht heute. Aber ich schweife ab. Was habe ich genau vernommen? Die zumeist aufgebracht vorgetragene These, dass dies und jenes, oft Popkultur, in Wirklichkeit gar keine Science Fiction sei, sondern nur … irgend so ein Mist. Je nach Alter (es sind nach meiner Beobachtung tatsächlich überwiegend die älteren SF-Anhänger), Geisteszustand und Fanatismuslevels des Vortragenden wird verschiedenen Spielarten der SF pauschal abgesprochen, tatsächlich Science Fiction zu sein, in den meisten Fällen ohne inhaltliche Begründung, sondern nur mit irgendwelchen hastig vorgetragenen Schimpfworten, oder schwummrigen Scheinargumenten, die wenig durchdacht erscheinen. Gerne vorneweg kritisiert immer wieder mal STAR WARS, heutzutage nimmt man sich bevorzugt die diversen Spielarten des Superhelden-Genres vor, aber sogar der Erforschungs- und Entdeckungsserie STAR TREK wird abgesprochen, tatsächlich SF zu sein. Weil? Wegen!

Warum? Die Begründungen sind oft schwurbelig, fußen aber nicht selten auf der mit zahlreichen Ausrufezeichen vorgebrachten These, dass “das alles” nur “Fantasy” sei, und mit Wissenschaft nichts zu tun habe. Und schließlich habe das Genre Science Fiction die “Wissenschaft” im Titel und müsse deswegen auf irgendwelchen wissenschaftlichen Grundlagen beruhen.

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Eine subjektive Betrachtung: Die komische Con in Dortmund – Flop oder Top?

Eine subjektive Betrachtung: Die komische Con in Dortmund – Flop oder Top?

komischercon

Dieser Bericht bezieht sich auf die Teilnahme an der Veranstaltung als Aussteller.

Die erste ComicCon in Dortmund im Dezember 2015 war furchtbar. Zu klein, zu schlecht organisiert und chaotisch. Ich habe sie damals als Besucher mit Presseausweis wahrgenommen und war enttäuscht. Hätte ich regulär bezahlt, wäre ich ziemlich sauer gewesen.

Aber als Aussteller wollte ich der Sache noch einmal eine Chance geben, man lernt ja manchmal aus Fehlern, dachte ich, und hoffte, dass das auch für den Veranstalter gelten würde. Aber weit gefehlt.

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“Zahl was Du willst”? Börsenvereins-Justiziar zur Buchpreisbindung – und Konsequenzen daraus

“Zahl was Du willst”? Börsenvereins-Justiziar zur Buchpreisbindung – und Konsequenzen daraus

eBook-Paragraph

Ich hatte vor einiger Zeit (2012) mal beim Börsenverein in Sachen Buchpreisbindung nachgefragt und daraufhin von deren Justiziar Christian Sprang eine Antwort bekommen, die die Sicht der Lobbyorganisation ausdrückte. Wie jeder weiß muss das allerdings nicht den Tatsachen entsprechen; dass sogar die Buchbindungstreuhändlerkanzlei das später anders sah, dürfte zwischen denen und dem Verein zu einigem … “Spaß” geführt haben, wie das spätere Rumgeeiere zum Thema ziemlich deutlich zeigt. Da man allerdings seine Meinung gern in Gesetze gefasst sieht, wurde so lange auf die Gesetzgeber eingeredet, bis eBooks explizit ins Buchpreisbindungsgesetz aufgenommen wurden, die Erweiterung trat am 1. September in Kraft. So weit, so normal.

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Buchblogs müssen sich professionalisieren? Einen Scheiß müssen Buchblogs!

Buchblogs müssen sich professionalisieren? Einen Scheiß müssen Buchblogs!

Buchblogs und VerlageAm vergangenen Donnerstag wurde ja hier auf PhantaNews bereits in einem Artikel aufgezeigt, warum Verlage derzeit geradezu hektische Aktivitäten verbreiten, was Blogs angeht. Und auch auf der Buchmesse Leipzig überschlug man sich geradezu zu dem Thema, auch wenn dabei die Blogger oft eher Nebensache zu sein scheinen.

Auf Karla Pauls Seite buchkolumne.de erschien soeben ihre “Keynote” zur Konferenz Blogger:Sessions auf der Leipziger Buchmesse. Und wenn ich das lese, geht mir ordentlich der Hut hoch, wenn gefordert wird, dass Blogs sich “professionalisieren” müssen. Einen Scheiß müssen Blogs. Das ist allein Wunschdenken der Branche.

Vorneweg: Blogmarketing ist keine neues Thema und auch über bezahlte Artikel oder Warentests diskutiert die Blogosphäre bereits seit Jahren. Da ist so ziemlich alles schonmal gesagt worden, und auch schon von jedem. Aber wie bei der Buchbranche üblich, merkt die das alles wieder mal ein paar Jahre später, und deswegen kocht das Thema im Zusammenhang mit Buchblogs jetzt nochmal hoch. Was dazu führt, dass das gesamte Geseiere nochmal von vorne los geht.

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Das Wort zum Samstag: Weigern oder nicht?

Das Wort zum Samstag: Weigern oder nicht?

Brille BuchAls ich Anja Bagus´ Kommentar »Ich weigere mich!« veröffentlicht habe, war mir schon klar, dass der kontroverse Reaktionen hervorrufen würde. Und das geschah dann wie erwartet auch, hauptsächlich in diversen sozialen Medien.

Es gab tatsächlich eine Menge Personen, die sich sachlich, offen, konstruktiv und vor allem mit Realismus mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Aber es gab auch haufenweise Reaktionen, die man – vorsichtig ausgedrückt – nur als »giftig« bezeichnen kann. Und insbesondere solche, die sich selbst als »professionell« bezeichneten, spuckten geradezu Gift und Galle. Aktuell wurde ein Artikel veröffentlicht, in dem man gleich haufenweise »Profis« in Stellung bringt, um dagegen zu reden. Ein solcher Diskurs und Meinungsaustausch ist selbstverständlich gewollt und erlaubt.

Ich möchte an dieser Stelle auch noch ein paar Gedanken zu dem Thema ergänzen.

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Kommentar: Ich weigere mich

Kommentar: Ich weigere mich

Anja Bagus

Ich weiß nicht, wie oft ich mich darüber schon aufgeregt habe. Und jetzt ist es auch mal wieder soweit. Mir ist vor ein paar Tagen förmlich der Kopf geplatzt und das hört nicht auf.

Worum geht´s?

Es geht mal wieder um das unsägliche Ding mit dem Lektorat. Und als Clickbait: es geht auch um Bücherklau und meinen Status als Autorin.

Ich weigere mich.

Ich bin dagegen, dass ein vorhandenes Lektorat (und am Besten noch ein bezahltes), ein Qualitätskriterium für Bücher ist.

Wikipedia: Als Bearbeitungsform umfasst das Lektorat für gewöhnlich die rechtschreibliche, stilistische,grammatikalische und inhaltliche Verbesserung von Texten. Das Aufgabenfeld eines Lektors umfasst über die Tätigkeit des Lektorierens hinaus aber auch die Prüfung der eingehenden Manuskripte oder Typoskripte, die Zusammenstellung eines Verlagsprogramms, das Publikationsmarketing und die Begleitung von Skripten bis zur Veröffentlichung. Durch einen Korrektor werden Texte rechtschreiblich und grammatikalisch überprüft. Die stilistische Bearbeitung wird als stilistisches Lektorat bezeichnet, das zwar zumeist ein Korrektorat einschließt, jedoch stets darüber hinausgeht.

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Kommentar: Der Börsenverein und Altersbeschränkung auf eBooks

Kommentar: Der Börsenverein und Altersbeschränkung auf eBooks

FSK18 eBookAls ich vor ein paar Tagen über dieses Thema auf der Onlineversion des Börsenblattes las, hatte ich zuerst Griffspuren vom Gesichtspalmieren im Gesicht und dann sofort den Gedanken, mal wieder einen Rant vom Stapel zu lassen. Es macht Spaß die zu verfassen und Klicks sind ebenfalls gesichert. Ich habe aber davon abgesehen und lieber erst einmal ein wenig nachgedacht. Die Ergebnisse dieses Denkens möchte ich im vorliegenden Kommentar präsentieren, sie mögen in Teilen etwas ungeordnet sein, das ist dem schlichtweg unbegreiflichen Thema abseits medialer Realitäten geschuldet. Und selbst wenn das kein Rant wird, mag man Spuren von Satire, Ironie und möglicherweise auch Sarkasmus darin entdecken.

Was war passiert? Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hatte kürzlich eine der regelmäßigen Sitzungen ihres Verlegerausschusses. Nach dem, was man darüber so lesen kann (und auch den Bildern nach zu urteilen), diskutieren dort alte Männer mit Kugelschreibern und Faxgeräten, wie es mit der Branche, dem Drumherum und diesem neumodischen Schnickschnack weiter zu gehen hat. Einer der Punkte war nun, dass Christian Sprang, Justiziar des Börsenvereins, den Anwesenden eröffnete, es müsse ab 2017 zwingend eine Alterskennzeichnung, ähnlich der FSK (freiwilligen Selbstkontrolle) bei Filmen, auf eBooks geben. Denn diese seien Telemedien.

Das Börsenblatt selbst verwendete dazu die Formulierung:

Was zunächst wie ein verspäteter Aprilscherz klingt …

Und dem ist eigentlich schon wenig hinzuzufügen, ich werde es aber dennoch tun. Ausgiebig.

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Leserkommentar zum AVENGERS-Boykott-Artikel

Leserkommentar zum AVENGERS-Boykott-Artikel

Kino

Ich habe einen Kommentar zu meinem gestrigen Rant bekommen, den ich hier nochmal prominenter platzieren möchte, Ich gehe mal davon aus, dass “Flex” echt ist, auch wenn er oder sie die Identität verbirgt. Bei den Details kann ich das aber nachvollziehen. Besonders interessant finde ich die Aussagen zu MARA. Nehmt es als so etwas Ähnliches wie eine Gegendarstellung, auch wenn ich etliche Anmerkungen aufrecht erhalte. Ich habe natürlich keine Möglichkeit, die Aussagen zu prüfen.

Hallo Ste­fan,

ich bin so­eben via Face­book auf dei­nen Ar­ti­kel auf­merk­sam ge­wor­den.
Erst habe ich mich ge­är­gert, al­ler­dings habe ich mir den Ar­ti­kel dann noch­mal ein zwei­tes mal durch­ge­le­sen und möchte nun ein paar Dinge rich­tig stel­len.
Viele dei­ner Ansich­ten er­schei­nen durch­aus lo­gisch, wenn man über die Ki­no­bran­che in Deutsch­land nur so­viel weiß, wie ein Kunde eben über die Ki­no­bran­che wis­sen kann.

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Rant: AGE OF ULTRON, MARA und die Dummheit der deutschen Kinobetreiber

Rant: AGE OF ULTRON, MARA und die Dummheit der deutschen Kinobetreiber

no brainEs geht soeben durch den virtuellen Blätterwald und durch die “Qualitätsmedien”: “Kleine Kinobetreiber” üben den Aufstand und wollen den Blockbuster AVENGERS – AGE OF ULTRON nicht zeigen (Vorsicht, Link zum Dummenblatt Focus). Warum das so ist? Kurzfassung: Weil Verleiher Disney mal kurz unilateral die Verträge aufgekündigt hat, und einen höheren Anteil an den Eintrittsgeldern will. Weil sie es können. Die Reaktion von inzwischen bundesweit bisher ungefähr 200 Kinos ist: Dann boykottieren wir den eben. Ätsch!

Das ist natürlich ein Mordsplan. Einen Film nicht anzubieten, der vermutlich einer der Top Acts in diesem Jahr sein wird. Ein weiterer ist DAS ERWACHEN DER MACHT, übrigens auch von Disney. Es können zwei Dinge passieren. Besucher gehen in ein anderes Kino -> keine Einnahmen. Gibt es kein anderes Kino in brauchbarer Nähe, wird der Film auf Tauschbörsen heruntergeladen -> keine Einnahmen.

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Die Frankfurter Buchmesse und ihr Publikumspreis “Beauty and the Book Award”

Die Frankfurter Buchmesse und ihr Publikumspreis “Beauty and the Book Award”

Screenshot BATB-WebseiteOder: Wenn der Kopf platzt

Als Jungautorin wurde ich von einem Freund darauf aufmerksam gemacht, dass die Frankfurter Buchmesse zusammen mit der Stiftung Buchkunst einen Preis fürs schönste Buch vergeben wollte. Einen Publikumspreis, hieß es.

Und ganz genau:

Die schönsten Bücher aus aller Welt treffen sich auf der Frankfurter Buchmesse 2014. Vom schönen Buchdetail über das beste Layout, den tollsten Schriftsatz bis hin zum gelungensten Cover oder der überzeugendsten Grafik wird gewählt. Jetzt noch bis zum 14. September Vorschläge einreichen und abstimmen! Das Voting ist bis zur Bekanntgabe der Shortlist am 30. September online möglich, danach werden die Stimmen auf Null zurückgesetzt, um die Platzierungen der Titel unter den Top Ten im finalen Voting während der Messe zu ermitteln.

Die Webseite ist auf den ersten Blick ganz nett aufgemacht, auf den zweiten ein Synonym für Wartezeit. (Angeblich – aber dazu komme ich später) werden hier ALLE eingereichten Cover abgebildet.
Beim ersten Laden sind es neun oder zehn, wenn man sich etwas geduldet, lädt die Seite nach und zeigt die nächsten paar Cover. Dann wieder warten, und weitere Cover erscheinen. Wohlgemerkt: NUR die Cover, kein Innenleben, dazu der Titel des Buches, der Name des Autors und ein Kommentar desjenigen, der den Vorschlag eingereicht hat.
Der Publikumspreis wiederum sollte, das möchte ich noch einmal betonen, an das schönste Buch gehen. Egal ob Cover, Layout oder Innengestaltung.
Dass das Publikum vom Innenleben des Buches nichts auf der Website sehen konnte, war offenbar nicht so wichtig.

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Fantasy Film Fest 2014: Ein Fazit

Fantasy Film Fest 2014: Ein Fazit

Cover White Bird Richtig populär geworden ist das Fantasy Filmfest bei Genrefreunden, wegen des unerschütterlichen Eifers, besser zu sein als andere Filmfeste. An der steigenden Begeisterung für das Fest kamen schließlich auch die Verleiher nicht vorbei. Das Fantasy Filmfest wurde zu einer unbedingt förderungswürdigen Institution. Weltpremieren wurden gefeiert, Testvorführungen veranstaltet, Previews lange vor Kinostart. Der Veranstalter Rosebud Entertainment ließ von nicht wenigen Filmen, die überhaupt keinen Verleiher gefunden hatten, extra für das Filmfest fff201435mm-Kopien anfertigen. Das sorgte nicht nur für Aufsehen bei Horror- und Thrillerfans, sondern auch für größtmögliche Akzeptanz.

Von den über sechzig Filmen in diesem Jahr konnte ich persönlich nur sechzehn Vorstellungen besuchen. Die Auswahl fiel entsprechend schwer, und terminlich verpasste man bisweilen die ein oder andere Perle. Vielleicht. Denn gab es in den letzten Jahren immer wieder diese sogenannten Perlen, sehr überdrehte, sehr blutige oder sehr begehrte Filme, hatte man 2014 irgendwie das Gefühl, dass Besonderheiten außen vor blieben.

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