Cory Doctorow: Die Internetzensur der EU wird das gesamte Internet betreffen

Cory Doctorow: Die Internetzensur der EU wird das gesamte Internet betreffen

Hin­weis: Dieser Text von Cory Doc­torow erschien ursprünglich auf der Web­seite der Elec­tron­ic Fron­tier Foun­da­tion, er ste­ht unter der Cre­ative Com­mons-Lizenz CC-BY. Die Über­set­zung stammt von mir, diese ste­ht eben­falls unter CC-BY.

Während die EU daran arbeit­et, dass die neue Urhe­ber­recht­sricht­line in den 28 Mit­gliedsstaat­en Gesetz wird, ist es wichtig sich ein­deutig klar zu machen, dass die Pläne der EU dazu führen wer­den, dass das Inter­net für jeden zen­siert wer­den wird, nicht nur für Europäer.

Eine kurze Erin­nerung: Nach dem Artikel 13 der neuen Urhe­ber­rechts­di­rek­tive muss jed­er der eine (hin­re­ichend große) Plat­tform betreibt, auf der Per­so­n­en Dinge posten kön­nen, die möglicher­weise einem Urhe­ber­recht unter­liegen (Dinge wie Text, Bilder, Videos, Pro­gramm­code, Spiele, Audio, etc.) eine Daten­bank mit »urhe­ber­rechtlich geschütztem Mate­r­i­al« crowd­sourcen müssen, für das die Nutzer keine Berech­ti­gung haben es zu teilen, und alles block­en, das möglicher­weise einem Ein­trag in der Daten­bank entspricht.

In diese Black­list-Daten­banken wird so ziem­lich jed­er alles ein­tra­gen lassen kön­nen (immer­hin kann jede/r urhe­ber­rechtlich geschützte Werke erstellen): Das bedeutet, dass Mil­liar­den Men­schen auf der ganzen Welt in der Lage sein wer­den, so ziem­lich alles in diese Black­lis­ten zu laden, und das ohne nach­weisen zu müssen, dass sie das Urhe­ber­recht daran tat­säch­lich hal­ten (und auch ohne nach­weisen zu müssen, dass ihre Ein­re­ichun­gen über­haupt urhe­ber­rechtlich geschützt sind). Die Richtlin­ie sieht kein­er­lei Bestra­fung dafür vor, dass jemand fälschlich behauptet sein Urhe­ber­recht werde ver­let­zt – und eine Plat­tform die sich entschei­det jeman­den zu block­ieren, weil er wieder­holt falsche angaben gemacht hat, läuft in das Risiko gegenüber dem Miss­brauchen­den ver­ant­wortlich zu sein, wenn dann doch mal jemand etwas postet an dem der­jenige die Rechte hält.

Das Hauptziel dieser Zen­sur­pläne sind die sozialen Medi­en – und es ist das »sozial«, über das wir alle mal nach­denken soll­ten.

Und das weil die Währung der sozialen Medi­en die soziale Inter­ak­tion zwis­chen den Nutzern ist. Ich poste etwas, Du antwortest, eine dritte Per­son klinkt sich ein, ich antworte, und so weit­er.

Nehmen wir mal eine hypo­thetis­che Twit­ter-Diskus­sion zwis­chen drei Nutzern an: Alice (eine Amerikaner­in), Bob (ein Bul­gare) und Car­ol (eine Kanadierin).

Alice postet ein Bild eines poli­tis­chen Marsches: Tausende Protestierende und Gegen­protestierende, alle wedeln mit Trans­par­enten. Wie es auf der ganzen Welt üblich ist bein­hal­ten diese Trans­par­ente auch urhe­ber­rechtlich geschützte Bilder, nach US-Recht ist das unter der »fair use«-Klausel möglich, die Par­o­di­en erlaubt. Weil Twit­ter seinen Nutzern ermöglicht sig­nifikante Men­gen an nutzer­gener­iertem Con­tent zu kom­mu­nizieren fällt die Plat­tform unter den Gel­tungs­bere­ich des Artikels 13.

Bob lebt in Bul­gar­ien, einem Mit­glied­s­land der EU, dessen Urhe­ber­rechts­ge­setz Par­o­die nicht erlaubt. Er will vielle­icht mit einem Zitat des bul­gar­ischen Dis­si­den­ten Geor­gi Markov antworten, dessen Werke in den späten 1970ern ins Englis­che über­set­zt wur­den und die noch dem Urhe­ber­recht unter­liegen.

Car­ol, eine Kanadierin, die Bob und Alice deswe­gen gefun­den hat, weil sie alle DOCTOR WHO lieben, entschei­det sich, ein geistre­ich­es Mem aus THE MARK OF THE RANI zu posten, ein­er Episode aus dem Jahr 1985, in der Col­in Bak­er in der Zeit zurück reist, um die Lud­diten-Proteste des 19. Jahrhun­derts mitzuer­leben.

Alice, Bob und Car­ol drück­en sich alle durch die Nutzung urhe­ber­rechtlich geschützten kul­turellen Mate­ri­als aus, auf eine Art und Weise, die in Zukun­ft im Rah­men der mei­n­ung­sun­ter­drück­enden Urhe­ber­recht­sprechung der EU ille­gal wäre. Unter den heuti­gen Sys­te­men muss die Plat­tform nur dann in Aktion treten, wenn sie darauf reagieren müssen, dass jemand sein Urhe­ber­recht für ver­let­zt hält und sich gegen eine Nutzung ausspricht. Bis dahin kann aber jed­er jeden Post von anderen sehen und eine Diskus­sion mit Mit­teln führen, die in unseren mod­er­nen, dig­i­tal­en Diskursen vol­lkom­men nor­mal sind.

Doch sobald Artikel 13 in Kraft ist, sieht sich Twit­ter vor ein unlös­bares Prob­lem gestellt: Der Fil­ter gemäß Artikel 13 wird von Alices witzi­gen Trans­par­enten eben­so getrig­gert wie von Bobs poli­tis­chem Zitat und Car­ols DOCTOR WHO Mem, doch the­o­retisch muss Twit­ter das urhe­ber­rechtsver­let­zende Mate­r­i­al nur vor Bob ver­ber­gen.

Sollte Twit­ter die Nachricht­en von Alice und Car­ol vor Bob ver­ber­gen? Falls Bobs Zitat in Bul­gar­ien zen­siert wird, sollte Twit­ter es Alice und car­ol zeigen (es aber vor Bob selb­st, der es gepostet hat, ver­ber­gen)? Was, wenn Bob nach außer­halb der EU reist und dort mal in seine Time­line schaut? Oder wenn Alice Bob in Bul­gar­ien wegen ein­er DOCTOR WHO Con­ven­tion besucht, und dann ver­sucht den Thread aufzu­rufen? Und denkt dabei immer daran, dass es keinen Weg gibt sich­er zu sein, von woher ein Besuch­er ein­er Web­seite kommt.

Die gefährliche aber sim­ple Option ist es, alle Twit­ter-Nachricht­en der europäis­chen Urhe­ber­rechts-Zen­sur zu unter­w­er­fen, eine Katas­tro­phe für die Online-Kom­mu­nika­tion.

Und natür­lich geht es nicht nur um Twit­ter: Jed­er Plat­tform mit Benutzern aus der EU wird dieses Prob­lem lösen müssen. Google, Face­book, LinkedIn, Insta­gram, Tik­tok, Snapchat, flickr, Tum­blr – jed­er Anbi­eter wird sich damit auseinan­der­set­zen müssen.

Durch die Ein­führung des Artikels 13 erschafft die EU ein Sys­tem in dem Urhe­ber­rechts-Beschw­erde­führer einen gewalti­gen Knüp­pel erhal­ten, mit dem sie das Inter­net ver­prügeln kön­nen, in dem Per­so­n­en, die diese Macht miss­brauchen, kein­er­lei Strafen befürcht­en müssen, und in dem Plat­tfor­men, die auf Seite der freien Mei­n­ungsäußerun­gen Fehler machen, diesen Knüp­pel mit­ten ins Gesicht bekom­men wer­den.

Während die Zen­sur­pläne der EU auf den näch­sten Schrit­ten hin zu ihrer Umset­zung sind, um für die gesamte EU bindend zu wer­den, ist die gesamte Welt betrof­fen – aber nur eine hand­voll ernan­nter Ver­hand­lungs­führer haben eine Stimme.

Falls Du ein Europäer bist, dann wäre der Rest der Welt Dir sehr dankbar, wenn Du dir einen Moment Zeit nehmen würdest, um Deinen Abge­ord­neten des Europäis­chen Par­la­ments zu kon­tak­tieren, und drin­gend darum zu bit­ten uns alle in der neuen Urhe­ber­rechts­di­rek­tive zu schützen [und nicht nur die Konz­erne].

Anmerkung des Über­set­zers: Und das ist nur ein ganz klein­er Auss­chnitt aus dem, was auf die ganze Welt zukom­men würde, wenn die tech­nisch und inhaltlich handw­erk­lich man­gel­haft gemacht­en EU-Urhe­ber­recht­srichtlin­ien zu Geset­zen wer­den. Weil zu viele EU-Poli­tik­er entwed­er den Konz­er­nen hörig sind, oder keine Ahnung von dem haben, was sie da tun, wird das Inter­net irrepara­bel beschädigt und die freie Mei­n­ungsäußerung mas­siv eingeschränkt, unter dem Deck­man­tel des Urhe­ber­rechtss­chutzes.

Bild: The World Flag, CC-BY-SA

Wie könnte ein Phantastik-Publikumspreis aussehen?

Wie könnte ein Phantastik-Publikumspreis aussehen?

Auf­grund der aktuellen Diskus­sio­nen um den Deutschen Phan­tastik-Preis habe ich mir einige Gedanken darum gemacht, wie denn die Aus­rich­tung eines solchen Preis­es ausse­hen kön­nte, und wie die Rah­menbe­din­gun­gen sein müssten, damit Stre­it und Kon­tro­ver­sen min­imiert wer­den und die Aus­rich­tung fair ist. Das sind an dieser Stelle – wie gesagt – erst ein­mal nur Ideen und Gedanken, die in konkreter Durch­führung sicher­lich noch opti­miert wer­den kön­nen.

Worüber man sich bei jedem reinen Pub­likum­spreis im Klaren sein muss: Es wird immer der- oder diejenige gewin­nen, der oder die die meis­ten Fans aktivieren kann. Das ist so, und das ist auch dur­chaus nichts Schlimmes oder Neg­a­tives, und bei einem Pub­likum­spreis imma­nent. Das macht deswe­gen nicht, weil man ohne­hin nicht fest­stellen kann, ob irgen­dein Werk »das Beste« ist, denn eine qual­i­ta­tive Bew­er­tung liegt immer im Auge des Betra­chters.

Es sollte sich mein­er Ansicht nach übri­gens nicht um einen »deutschen« Preis han­deln, son­dern um einen, der deutschsprachige Werke ausze­ich­net, diese kön­nten selb­stver­ständlich auch beispiel­sweise aus der Schweiz, Öster­re­ich oder Burk­i­na Faso stam­men. Der Name des Preis­es sollte das reflek­tieren.

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Das ist ja gar keine Science Fiction! – Ein Kommentar

Das ist ja gar keine Science Fiction! – Ein Kommentar

Ich habe es über die Jahre immer wieder mal ver­nom­men, zumeist von altern­den SF-»Fans«, die laut­stark die Ansicht vertreten, dass selb­stver­ständlich »früher alles bess­er war, und das doch alles keine Sci­ence Fic­tion sei«. Früher, das ist ein nicht ganz genau zu bez­if­fer­n­der Zeitraum, aber eben nicht heute. Aber ich schweife ab. Was habe ich genau ver­nom­men? Die zumeist aufge­bracht vor­ge­tra­gene These, dass dies und jenes, oft Pop­kul­tur, in Wirk­lichkeit gar keine Sci­ence Fic­tion sei, son­dern nur … irgend so ein Mist. Je nach Alter (es sind nach mein­er Beobach­tung tat­säch­lich über­wiegend die älteren SF-Anhänger), Geis­teszu­s­tand und Fanatismuslevels des Vor­tra­gen­den wird ver­schiede­nen Spielarten der SF pauschal abge­sprochen, tat­säch­lich Sci­ence Fic­tion zu sein, in den meis­ten Fällen ohne inhaltliche Begrün­dung, son­dern nur mit irgendwelchen hastig vor­ge­tra­ge­nen Schimpf­worten, oder schwumm­ri­gen Scheinar­gu­menten, die wenig durch­dacht erscheinen. Gerne vorneweg kri­tisiert immer wieder mal STAR WARS, heutzu­tage nimmt man sich bevorzugt die diversen Spielarten des Super­helden-Gen­res vor, aber sog­ar der Erforschungs- und Ent­deck­ungsserie STAR TREK wird abge­sprochen, tat­säch­lich SF zu sein. Weil? Wegen!

Warum? Die Begrün­dun­gen sind oft schwurbe­lig, fußen aber nicht sel­ten auf der mit zahlre­ichen Aus­rufeze­ichen vorge­bracht­en These, dass »das alles« nur »Fan­ta­sy« sei, und mit Wis­senschaft nichts zu tun habe. Und schließlich habe das Genre Sci­ence Fic­tion die »Wis­senschaft« im Titel und müsse deswe­gen auf irgendwelchen wis­senschaftlichen Grund­la­gen beruhen.

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Eine subjektive Betrachtung: Die komische Con in Dortmund – Flop oder Top?

Eine subjektive Betrachtung: Die komische Con in Dortmund – Flop oder Top?

komischercon

Dieser Bericht bezieht sich auf die Teil­nahme an der Ver­anstal­tung als Aussteller.

Die erste Comic­Con in Dort­mund im Dezem­ber 2015 war furcht­bar. Zu klein, zu schlecht organ­isiert und chao­tisch. Ich habe sie damals als Besuch­er mit Presseausweis wahrgenom­men und war ent­täuscht. Hätte ich reg­ulär bezahlt, wäre ich ziem­lich sauer gewe­sen.

Aber als Aussteller wollte ich der Sache noch ein­mal eine Chance geben, man lernt ja manch­mal aus Fehlern, dachte ich, und hoffte, dass das auch für den Ver­anstal­ter gel­ten würde. Aber weit gefehlt.

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»Zahl was Du willst«? Börsenvereins-Justiziar zur Buchpreisbindung – und Konsequenzen daraus

»Zahl was Du willst«? Börsenvereins-Justiziar zur Buchpreisbindung – und Konsequenzen daraus

eBook-Paragraph

Ich hat­te vor einiger Zeit (2012) mal beim Börsen­vere­in in Sachen Buch­preis­bindung nachge­fragt und daraufhin von deren Jus­tiziar Chris­t­ian Sprang eine Antwort bekom­men, die die Sicht der Lob­by­or­gan­i­sa­tion aus­drück­te. Wie jed­er weiß muss das allerd­ings nicht den Tat­sachen entsprechen; dass sog­ar die Buch­bindungstreuhändlerkan­zlei das später anders sah, dürfte zwis­chen denen und dem Vere­in zu einigem … »Spaß« geführt haben, wie das spätere Rumgeeiere zum The­ma ziem­lich deut­lich zeigt. Da man allerd­ings seine Mei­n­ung gern in Geset­ze gefasst sieht, wurde so lange auf die Geset­zge­ber ein­gere­det, bis eBooks expliz­it ins Buch­preis­bindungs­ge­setz aufgenom­men wur­den, die Erweiterung trat am 1. Sep­tem­ber in Kraft. So weit, so nor­mal.

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Buchblogs müssen sich professionalisieren? Einen Scheiß müssen Buchblogs!

Buchblogs müssen sich professionalisieren? Einen Scheiß müssen Buchblogs!

Buchblogs und VerlageAm ver­gan­genen Don­ner­stag wurde ja hier auf Phan­taNews bere­its in einem Artikel aufgezeigt, warum Ver­lage derzeit ger­adezu hek­tis­che Aktiv­itäten ver­bre­it­en, was Blogs ange­ht. Und auch auf der Buchmesse Leipzig über­schlug man sich ger­adezu zu dem The­ma, auch wenn dabei die Blog­ger oft eher Neben­sache zu sein scheinen.

Auf Kar­la Pauls Seite buchkolumne.de erschien soeben ihre »Keynote« zur Kon­ferenz Blogger:Sessions auf der Leipziger Buchmesse. Und wenn ich das lese, geht mir ordentlich der Hut hoch, wenn gefordert wird, dass Blogs sich »pro­fes­sion­al­isieren« müssen. Einen Scheiß müssen Blogs. Das ist allein Wun­schdenken der Branche.

Vorneweg: Blog­mar­ket­ing ist keine neues The­ma und auch über bezahlte Artikel oder War­entests disku­tiert die Blo­gosphäre bere­its seit Jahren. Da ist so ziem­lich alles schon­mal gesagt wor­den, und auch schon von jedem. Aber wie bei der Buch­branche üblich, merkt die das alles wieder mal ein paar Jahre später, und deswe­gen kocht das The­ma im Zusam­men­hang mit Buch­blogs jet­zt nochmal hoch. Was dazu führt, dass das gesamte Geseiere nochmal von vorne los geht.

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Das Wort zum Samstag: Weigern oder nicht?

Das Wort zum Samstag: Weigern oder nicht?

Brille BuchAls ich Anja Bagus´ Kom­men­tar »Ich weigere mich!« veröf­fentlicht habe, war mir schon klar, dass der kon­tro­verse Reak­tio­nen her­vor­rufen würde. Und das geschah dann wie erwartet auch, haupt­säch­lich in diversen sozialen Medi­en.

Es gab tat­säch­lich eine Menge Per­so­n­en, die sich sach­lich, offen, kon­struk­tiv und vor allem mit Real­is­mus mit dem The­ma auseinan­derge­set­zt haben. Aber es gab auch haufen­weise Reak­tio­nen, die man – vor­sichtig aus­ge­drückt – nur als »giftig« beze­ich­nen kann. Und ins­beson­dere solche, die sich selb­st als »pro­fes­sionell« beze­ich­neten, spuck­ten ger­adezu Gift und Galle. Aktuell wurde ein Artikel veröf­fentlicht, in dem man gle­ich haufen­weise »Profis« in Stel­lung bringt, um dage­gen zu reden. Ein solch­er Diskurs und Mei­n­ungsaus­tausch ist selb­stver­ständlich gewollt und erlaubt.

Ich möchte an dieser Stelle auch noch ein paar Gedanken zu dem The­ma ergänzen.

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Kommentar: Ich weigere mich

Kommentar: Ich weigere mich

Anja Bagus

Ich weiß nicht, wie oft ich mich darüber schon aufgeregt habe. Und jet­zt ist es auch mal wieder soweit. Mir ist vor ein paar Tagen förm­lich der Kopf geplatzt und das hört nicht auf.

Worum geht´s?

Es geht mal wieder um das unsägliche Ding mit dem Lek­torat. Und als Click­bait: es geht auch um Bücherk­lau und meinen Sta­tus als Autorin.

Ich weigere mich.

Ich bin dage­gen, dass ein vorhan­denes Lek­torat (und am Besten noch ein bezahltes), ein Qual­ität­skri­teri­um für Büch­er ist.

Wikipedia: Als Bear­beitungs­form umfasst das Lek­torat für gewöhn­lich die rechtschreib­liche, stilistische,grammatikalische und inhaltliche Verbesserung von Tex­ten. Das Auf­gaben­feld eines Lek­tors umfasst über die Tätigkeit des Lek­to­ri­erens hin­aus aber auch die Prü­fung der einge­hen­den Manuskripte oder Typoskripte, die Zusam­men­stel­lung eines Ver­lagspro­gramms, das Pub­lika­tion­s­mar­ket­ing und die Begleitung von Skripten bis zur Veröf­fentlichung. Durch einen Kor­rek­tor wer­den Texte rechtschreib­lich und gram­matikalisch über­prüft. Die stilis­tis­che Bear­beitung wird als stilis­tis­ches Lek­torat beze­ich­net, das zwar zumeist ein Kor­rek­torat ein­schließt, jedoch stets darüber hin­aus­ge­ht.

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Kommentar: Der Börsenverein und Altersbeschränkung auf eBooks

Kommentar: Der Börsenverein und Altersbeschränkung auf eBooks

FSK18 eBookAls ich vor ein paar Tagen über dieses The­ma auf der Onlin­ev­er­sion des Börsen­blattes las, hat­te ich zuerst Griff­spuren vom Gesichtspalmieren im Gesicht und dann sofort den Gedanken, mal wieder einen Rant vom Stapel zu lassen. Es macht Spaß die zu ver­fassen und Klicks sind eben­falls gesichert. Ich habe aber davon abge­se­hen und lieber erst ein­mal ein wenig nachgedacht. Die Ergeb­nisse dieses Denkens möchte ich im vor­liegen­den Kom­men­tar präsen­tieren, sie mögen in Teilen etwas unge­ord­net sein, das ist dem schlichtweg unbe­grei­flichen The­ma abseits medi­aler Real­itäten geschuldet. Und selb­st wenn das kein Rant wird, mag man Spuren von Satire, Ironie und möglicher­weise auch Sarkas­mus darin ent­deck­en.

Was war passiert? Der Börsen­vere­in des deutschen Buch­han­dels hat­te kür­zlich eine der regelmäßi­gen Sitzun­gen ihres Ver­legerauss­chuss­es. Nach dem, was man darüber so lesen kann (und auch den Bildern nach zu urteilen), disku­tieren dort alte Män­ner mit Kugelschreibern und Faxgeräten, wie es mit der Branche, dem Drumherum und diesem neu­modis­chen Schnickschnack weit­er zu gehen hat. Ein­er der Punk­te war nun, dass Chris­t­ian Sprang, Jus­tiziar des Börsen­vere­ins, den Anwe­senden eröffnete, es müsse ab 2017 zwin­gend eine Alterskennze­ich­nung, ähn­lich der FSK (frei­willi­gen Selb­stkon­trolle) bei Fil­men, auf eBooks geben. Denn diese seien Teleme­di­en.

Das Börsen­blatt selb­st ver­wen­dete dazu die For­mulierung:

Was zunächst wie ein ver­späteter Aprilscherz klingt …

Und dem ist eigentlich schon wenig hinzuzufü­gen, ich werde es aber den­noch tun. Aus­giebig.

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Leserkommentar zum AVENGERS-Boykott-Artikel

Leserkommentar zum AVENGERS-Boykott-Artikel

Kino

Ich habe einen Kom­men­tar zu meinem gestri­gen Rant bekom­men, den ich hier nochmal promi­nen­ter platzieren möchte, Ich gehe mal davon aus, dass »Flex« echt ist, auch wenn er oder sie die Iden­tität ver­birgt. Bei den Details kann ich das aber nachvol­lziehen. Beson­ders inter­es­sant finde ich die Aus­sagen zu MARA. Nehmt es als so etwas Ähn­lich­es wie eine Gegen­darstel­lung, auch wenn ich etliche Anmerkun­gen aufrecht erhalte. Ich habe natür­lich keine Möglichkeit, die Aus­sagen zu prüfen.

Hal­lo Ste­fan,

ich bin so­eben via Face­book auf dei­nen Ar­ti­kel auf­merk­sam ge­wor­den.
Erst habe ich mich ge­är­gert, al­ler­dings habe ich mir den Ar­ti­kel dann noch­mal ein zwei­tes mal durch­ge­le­sen und möchte nun ein paar Dinge rich­tig stel­len.
Viele dei­ner Ansich­ten er­schei­nen durch­aus lo­gisch, wenn man über die Ki­no­bran­che in Deutsch­land nur so­viel weiß, wie ein Kunde eben über die Ki­no­bran­che wis­sen kann.

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Rant: AGE OF ULTRON, MARA und die Dummheit der deutschen Kinobetreiber

Rant: AGE OF ULTRON, MARA und die Dummheit der deutschen Kinobetreiber

no brainEs geht soeben durch den virtuellen Blät­ter­wald und durch die »Qual­itätsme­di­en«: »Kleine Kino­be­treiber« üben den Auf­s­tand und wollen den Block­buster AVENGERS – AGE OF ULTRON nicht zeigen (Vor­sicht, Link zum Dum­men­blatt Focus). Warum das so ist? Kurz­fas­sung: Weil Ver­lei­her Dis­ney mal kurz uni­lat­er­al die Verträge aufgekündigt hat, und einen höheren Anteil an den Ein­tritts­geldern will. Weil sie es kön­nen. Die Reak­tion von inzwis­chen bun­desweit bish­er unge­fähr 200 Kinos ist: Dann boykot­tieren wir den eben. Ätsch!

Das ist natür­lich ein Mord­splan. Einen Film nicht anzu­bi­eten, der ver­mut­lich ein­er der Top Acts in diesem Jahr sein wird. Ein weit­er­er ist DAS ERWACHEN DER MACHT, übri­gens auch von Dis­ney. Es kön­nen zwei Dinge passieren. Besuch­er gehen in ein anderes Kino -> keine Ein­nah­men. Gibt es kein anderes Kino in brauch­bar­er Nähe, wird der Film auf Tauschbörsen herun­terge­laden -> keine Ein­nah­men.

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Die Frankfurter Buchmesse und ihr Publikumspreis »Beauty and the Book Award«

Die Frankfurter Buchmesse und ihr Publikumspreis »Beauty and the Book Award«

Screenshot BATB-WebseiteOder: Wenn der Kopf platzt

Als Jun­gau­torin wurde ich von einem Fre­und darauf aufmerk­sam gemacht, dass die Frank­furter Buchmesse zusam­men mit der Stiftung Buchkun­st einen Preis fürs schön­ste Buch vergeben wollte. Einen Pub­likum­spreis, hieß es.

Und ganz genau:

Die schön­sten Büch­er aus aller Welt tre­f­fen sich auf der Frank­furter Buchmesse 2014. Vom schö­nen Buchde­tail über das beste Lay­out, den toll­sten Schrift­satz bis hin zum gelun­gen­sten Cov­er oder der überzeu­gend­sten Grafik wird gewählt. Jet­zt noch bis zum 14. Sep­tem­ber Vorschläge ein­re­ichen und abstim­men! Das Vot­ing ist bis zur Bekan­nt­gabe der Short­list am 30. Sep­tem­ber online möglich, danach wer­den die Stim­men auf Null zurück­ge­set­zt, um die Platzierun­gen der Titel unter den Top Ten im finalen Vot­ing während der Messe zu ermit­teln.

Die Web­seite ist auf den ersten Blick ganz nett aufgemacht, auf den zweit­en ein Syn­onym für Wartezeit. (Ange­blich – aber dazu komme ich später) wer­den hier ALLE ein­gere­icht­en Cov­er abge­bildet.
Beim ersten Laden sind es neun oder zehn, wenn man sich etwas geduldet, lädt die Seite nach und zeigt die näch­sten paar Cov­er. Dann wieder warten, und weit­ere Cov­er erscheinen. Wohlge­merkt: NUR die Cov­er, kein Innen­leben, dazu der Titel des Buch­es, der Name des Autors und ein Kom­men­tar desjeni­gen, der den Vorschlag ein­gere­icht hat.
Der Pub­likumspreis wiederum sollte, das möchte ich noch ein­mal beto­nen, an das schön­ste Buch gehen. Egal ob Cov­er, Lay­out oder Innengestal­tung.
Dass das Pub­likum vom Innen­leben des Buch­es nichts auf der Web­site sehen kon­nte, war offen­bar nicht so wichtig.

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