Mimimi! – oder »Der Wert des geschriebenen Wortes«

Mimimi! – oder »Der Wert des geschriebenen Wortes«

Das Wort zum Sams­tag

Ak­tu­ell sehe ich wie­der ver­mehrt Jam­mer­posts von Self­pu­blishe­rIn­nen auf Face­book, die laut­stark ver­kün­den nie­mals (!!einself!!!1!) eBooks für 99 Cent ver­kau­fen zu wol­len. Der Wort­laut ist grob wie folgt:

»Mimi­mi! Ich wer­de mein eBook nicht für 99 Cent an­bie­ten! Es steckt doch so viel Herz­blut drin!!!einself! Wo bleibt denn da ’der Wert des ge­schrie­be­nen Wor­tes’?«

Dazu ei­ni­ge An­mer­kun­gen:

1.: Wer­be­ak­tio­nen sind ge­nau das: Wer­be­ak­tio­nen. Man kann tau­sen­de Eu­ro­nen aus­ge­ben, um eine An­zei­ge in ir­gend­ei­nem Kä­se­blatt zu schal­ten, die dann kei­ner sieht – oder die kei­nen in­ter­es­siert. Oder man ver­sucht eben durch eine Wer­be­ak­ti­on Sicht­bar­keit her­zu­stel­len. Die Dif­fe­renz zum üb­li­chen Ver­kaufs­preis ist dann eine ganz nor­ma­le Wer­be­in­ve­sti­ti­on, die kei­nes­wegs den ei­gent­li­chen Wert des Bu­ches ver­rin­gert.

2.: Wenn das eBook nicht ge­kauft wird, dann ist es völ­lig egal was es ko­stet: Was ist dann der »Wert des ge­schrie­be­nen Wor­tes«?

3.: Wenn das eBook den Um­fang ei­nes Hef­t­romans hat, kann 99 Cent ein durch­aus an­ge­mes­se­ner Preis sein.

4.: Schnell her­un­ter ge­schrie­be­ner Mas­sen­sch­monz ist viel­leicht auch nur 99 Cent wert, und das ist dann mög­li­cher­wei­se auch sinn­voll, wenn er sich da­für viel öf­ter ver­kauft als für 4,99 Eu­ro­nen.

5.: Wenn du dein eBook nicht für 99 Cent ver­kau­fen möch­test, dann ist das selbst­ver­ständ­lich dei­ne ei­ge­ne Ent­schei­dung. Pri­ma, mach es so! Aber war­um uns des­we­gen stän­dig lan­ge voll­tex­ten?

6.: »Der Wert des ge­schrie­be­nen Wor­tes« muss sich an zahl­lo­sen wei­te­ren Me­di­en mes­sen, bei­spiels­wei­se Fern­seh­se­ri­en, Fil­men, Com­pu­ter­spie­len – oder Apps für eben­falls 99 Cent. Mit de­nen steht man in der Gunst des Käu­fers in di­rek­ter Kon­kur­renz.

p.s.: Ich kann die Mimi­mi-Tex­te nicht mehr se­hen und hal­te sie für Jam­mer­posts, die nur Ver­käu­fe ge­ne­rie­ren sol­len (wie es die mei­sten Au­to­ren-Jam­mer­posts sol­len). Das ist eine mi­se­ra­ble – weil ner­vi­ge – Art von »Wer­bung«.

p.p.s.: Das gilt wei­test­ge­hend ge­nau­so üb­ri­gens auch für ko­sten­los-Ak­tio­nen

Das neue Buchpreisbindungsgesetz, eBooks und die Selfpublisher

Das neue Buchpreisbindungsgesetz, eBooks und die Selfpublisher

eBook-ParagraphMan­che Ge­set­ze be­nö­ti­gen Jah­re bis zu ih­rem In­kraft­tre­ten, wenn al­ler­dings eine Lob­by drän­gelt, macht die Po­li­tik auch schon mal deut­lich schnel­ler: Seit heu­te gilt das neue Buch­preis­bin­dungs­ge­setz, her­bei­lob­by­isiert vom Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels und Co, das jetzt auch eBooks ein­deu­tig be­nennt (wit­zig dar­an ist al­ler­dings nach wie vor, dass es bis heu­te kei­ne ein­deu­ti­ge, rechts­gül­ti­ge De­fi­ni­ti­on gibt, was ein eBook ei­gent­lich ist).

Ma­thi­as Mat­ting wid­met sich dem The­ma auf sei­ner Sei­te Self­pu­blisher­bi­bel, und be­kräf­tigt auch auf Nach­fra­ge in der Face­book-Grup­pe »Self Pu­bli­shing«, dass sich für Selbst­ver­le­ger nichts än­dert. Er be­harrt dar­auf, dass das Ge­setz auch für Self­pu­blisher gilt.

Doch da irrt er mei­ner An­sicht nach. Ich schrieb be­reits im Mai die­ses Jah­res über das The­ma, denn in den Be­grün­dun­gen zum Ge­setz, die von Ge­rich­ten zur Ur­teils­fin­dung her­an­ge­zo­gen wer­den, steht, dass die Preis­bin­dung für eBooks von Self­pu­blishern eben NICHT gilt. Der Pas­sus (sie­he Be­grün­dung im PDF des BMWI)

»Der Preis­bin­dung un­ter­lie­gen­de elek­tro­ni­sche Bü­cher wer­den zum dau­er­haf­ten Zu­griff an­ge­bo­ten und sind un­ter Wür­di­gung al­ler Um­stän­de als über­wie­gend ver­lags- oder buch­han­dels­ty­pisch an­zu­se­hen.«

Und das schließt Self­pu­blisher aus, denn die sind eben NICHT ver­lags­ty­pisch, ins­be­son­de­re dann nicht, wenn man aus­schließ­lich über Ama­zon an­bie­tet, dann ist das eBook mög­li­cher­wei­se noch nicht ein­mal buch­han­dels­ty­pisch, denn man be­kommt es im her­kömm­li­chen Buch­han­del (bzw. bei de­ren On­line­platt­for­men) nicht. Ich ste­he üb­ri­gens mit die­ser Mei­nung nicht al­lei­ne.

Im Ge­set­zes­ent­wurf stand so­gar noch:

Elek­tro­ni­sche Bü­cher, die nicht als ver­lags- oder buch­han­dels­ty­pisch an­zu­se­hen sind, wie bei­spiels­wei­se von den Au­to­ren selbst un­ter Nut­zung spe­zia­li­sier­ter Platt­for­men ver­öf­fent­lich­te elek­tro­ni­sche Bü­cher, fal­len nicht un­ter die Preis­bin­dung.

Da hat man of­fen­bar noch ei­ni­ges an Lob­by­tum in Be­we­gung ge­setzt, um den Pas­sus aus den Be­grün­dun­gen her­aus zu be­kom­men.

Ob man sich mit dem Bör­sen­ver­ein und des­sen Treu­hän­der­kanz­lei, die über die Ein­hal­tung der Buch­preis­bin­dung wacht und da­für auch gern mal ab­mahnt, an­le­gen möch­te, muss man na­tür­lich als Self­pu­blisher ab­wä­gen. Es könn­te al­ler­dings sein, dass Bör­sen­ver­ein und Co. wie bis­her lie­ber die Schaf­fung ei­nes Prä­ze­denz­falls un­be­dingt ver­mei­den möch­ten. Ein recht­li­ches Rest­ri­si­ko bleibt, denn was die ju­ri­sti­sche Power an­geht, sitzt der Bör­sen­ver­ein si­cher am län­ge­ren He­bel und be­reits die­ses Droh­sze­na­rio könn­te ver­hin­dern, dass Selbst­ver­le­ger Ex­pe­ri­men­te wa­gen, hier das Recht also durch In­ter­es­sen­grup­pen selbst­ge­macht wird.

Man könn­te an die­ser Stel­le auch mal dar­über nach­den­ken, war­um Mat­ting so of­fen­siv eine an­de­re Mei­nung ver­tritt. Viel­leicht weil er Mit­glied und 1. Vor­sit­zen­der ei­nes Self­pu­blisher-Ver­eins ist, der in den Räu­men des Bör­sen­ver­eins ge­grün­det wur­de?

In mei­nen Au­gen ist das Buch­preis­bin­dungs­ge­setz oh­ne­hin ein fos­si­ler Ein­griff in den Markt, der es der Bran­che er­mög­licht, kar­tell­ar­ti­ge Struk­tu­ren zu schaf­fen und schwä­che­re Markt­teil­neh­mer aus­zu­boo­ten. Es ge­hört ab­ge­schafft.

Wortwerke: Buchhandlungen für Bücher von Selbstverlegern und Kleinverlagen

Wortwerke: Buchhandlungen für Bücher von Selbstverlegern und Kleinverlagen

Logo Wortwerke

Und es gibt sie doch, die Buch­händ­ler, die an­ders den­ken und nicht am Ge­stern kle­ben:

Bei »Wort­wer­ke« han­delt es sich um eine Buch­hand­lung aus Bad Se­ge­berg, die in­zwi­schen über meh­re­re Fi­lia­len ver­fügt (bis­lang lei­der nur in Nord­deutsch­land: Hu­sum und Bre­mer­ha­ven) und die sich auf die Bü­cher von Selbst­ver­le­gern und Klein­ver­la­gen spe­zia­li­siert ha­ben. Das steht im kras­sen Ge­gen­satz zum Re­gel­fall bei deut­schen Buch­händ­lern, die Klein­ver­lags­bü­cher nicht be­stel­len wol­len, wenn der Groß­händ­ler sie zwar ge­li­stet hat aber nicht di­rekt lie­fern kann, oder die bei Selbst­ver­le­gern gar nicht erst an­fra­gen, weil ih­nen das zu­viel Auf­wand be­deu­tet. Al­les kei­ne Aus­nah­men son­dern nach mei­nen Er­fah­run­gen eher die Re­gel, des­we­gen kann man ei­nen An­satz wie bei Wort­wer­ke gar nicht hoch ge­nug lo­ben.

Die Be­trei­ber schrei­ben auf Wort­wer­ke:

Wir von »Wort­wer­ke« ha­ben uns auf die Prä­sen­ta­ti­on und den Ver­kauf von Bü­chern selbst­ver­le­gen­der Au­to­ren und Klein­ver­la­gen spe­zia­li­siert.
Bei uns fin­den Sie Wer­ke von In­ter­net-Best­sel­lern und Au­ßen­sei­tern, von De­bü­t­au­to­ren und Wie­der­ho­lungs­tä­tern, von  Jung­schrift­stel­lern und »al­ten Ha­sen«.
Ob Lie­bes­ro­man oder Fan­ta­sy, Kri­mi oder Sach­buch, Bel­le­tri­stik oder Le­se­stoff für die Klei­nen, Kurz­ge­schich­ten­samm­lun­gen oder Fic­tion: Un­se­re Re­ga­le sind voll mit Schät­zen, die pu­res Le­se­ver­gnü­gen ver­spre­chen. Und es ist für je­den et­was da­bei.
Doch auch Künst­ler wie Ma­ler, De­si­gner, Bild­hau­er, Töp­fe­rer und Gold­schmie­de fin­den hier eine Platt­form, ihre Wer­ke in Aus­stel­lun­gen zu prä­sen­tie­ren. Das An­ge­bot va­ri­iert von Fi­lia­le zu Fi­lia­le, es lohnt sich also, im­mer ein­mal wie­der her­ein­zu­schau­en.

Doch das ist nicht al­les. In den Fi­lia­len gibt es auch ku­li­na­ri­sche Zu­satz­an­ge­bo­te, wie Kaf­fee, Tee oder Ku­chen, bei de­nen man in ein »Schmö­ker-Ex­em­plar« in al­ler Ruhe hin­ein­se­hen kann. Und ab­schlie­ßend exi­stiert auch ein Ver­an­stal­tungs­ka­len­der, denn Au­to­ren le­sen vor Ort.

Ak­tu­el­le In­for­ma­tio­nen fin­det man auch auf Face­book.

Bra­vo! Ich hof­fe, dass die­sem äu­ßerst po­si­ti­ven Bei­spiel vie­le fol­gen wer­den.

[Up­date 15:20] Es war dann doch zu schön, um wahr zu sein, denn die Kon­di­tio­nen sind lei­der nicht ak­zep­ta­bel, wie ich ge­ra­de er­fah­re: Es han­delt sich gar nicht um eine Buch­hand­lung im üb­li­chen Sin­ne, denn die Self­pu­blisher und Ver­la­ge müs­sen dort Reg­al­platz mie­ten. Wird ein Buch im Miet­zeit­raum ver­kauft, er­hält man 100% der Er­lö­se, wird es das nicht, hat man das Geld in den Wind ge­schos­sen. Das Pro­blem da­bei ist: Wenn man als Klein­ver­lag oder Self­pu­blisher meh­re­re Bü­cher platz­iert, die sich aber nicht, oder nur ver­ein­zelt ver­kau­fen, be­deu­te­te das im schlimm­sten Fall meh­re­re hun­dert Euro Ver­lust.

Scha­de, es hät­te so schön sein kön­nen. Das Ri­si­ko aus­schließ­lich auf den An­bie­ter aus­zu­la­gern mag aus Buch­händ­ler­sicht er­stre­bens­wert sein, für alle An­bie­ter ab­seits von Best­sel­ler­au­to­ren ist das aber in mei­nen Au­gen eine ganz mie­se Ge­schäfts­prak­tik.

Logo »Wort­wer­ke« Co­py­right Buch­hand­lung Wort­wer­ke Bi­an­ca Bol­duan

Wirmachendruck.de: kein cremefarbenes Papier?

Wirmachendruck.de: kein cremefarbenes Papier?

wirmachendruckEi­gent­lich woll­te ich die bei­den Gas­licht-Bän­de der Steam­punk-Chro­ni­ken, de­ren Druck­fas­sun­gen nun end­lich fer­tig ge­wor­den sind, wie üb­lich bei Books­fac­to­ry drucken las­sen. Da die aber zick­ten und un­be­dingt ei­nen Nach­weis der Zu­tei­lung mei­ner USt-ID ha­ben woll­ten (die hat­te ich nicht mehr griff­be­reit und hät­te sich bei der Fi­nanz­ver­wal­tung an­for­dern müs­sen, was Wo­chen dau­ern wür­de, da hat­te ich die Fa­xen dicke), habe ich den Druck­auf­trag stor­niert.

Auf der Su­che nach ei­ner Al­ter­na­ti­ve fiel mir wirmachendruck.de ein, die wa­ren mir be­reits mehr­fach emp­foh­len wor­den und wir hat­ten auch be­reits Fly­er und ein Book­let dort drucken las­sen, de­ren Qua­li­tät gut war.

Bei der Nut­zung des Kon­fi­gu­ra­tors gibt es nur fest vor­ge­ge­be­ne Buch­grö­ßen, da hat­te mir al­ler­dings schon mal je­mand mit­ge­teilt, dass auch Son­der­for­ma­te kein Pro­blem dar­stel­len. Der kal­ku­lier­te Preis für ein A5-Buch (mei­ne wä­ren et­was klei­ner) war auch gran­di­os und deut­lich gün­sti­ger als bei Books­fac­to­ry. Was ich al­ler­dings nicht er­ken­nen konn­te war, wel­che Pa­pier­sor­te ich neh­men muss­te. Wie bei den an­de­ren Bän­den auch – und wie bei Bel­le­tri­stik üb­lich – woll­te ich kein rein­wei­ßes Pa­pier, son­dern ein leicht creme­far­be­nes (also bei­spiels­wei­se Mun­ken Cream). Um nicht lan­ge auf eine Email zu war­ten, rief ich die Sup­port-Hot­line an. Und was ich da er­fuhr, war schon er­staun­lich.

Nein, im Kon­fi­gu­ra­tor gäbe es kei­ne Op­ti­on für creme­far­be­nes Pa­pier. Mei­ne Fra­ge, wie das sein kön­ne, da man doch auch Bel­le­tri­stik-Kun­den an­spre­chen wol­le, konn­te mir die Dame nicht be­ant­wor­ten. Sie wis­se aber, dass die­ses Pa­pier vor­rä­tig sei. Ich sol­le doch bit­te eine Son­der­an­fra­ge über On­line­for­mu­lar ein­rei­chen, dann kön­ne man mir ein An­ge­bot ma­chen. Das kön­ne aber bis zu 48 Stun­den dau­ern.

Gnarf. Wo­für eine Te­le­fon­hot­line, wenn die eine ein­fa­che An­fra­ge nicht be­ant­wor­ten kann?

Also mir die Zeit ge­nom­men und das For­mu­lar mit den nö­ti­gen In­for­ma­tio­nen be­füllt. Er­freu­li­cher­wei­se kam be­reits heu­te mor­gen eine Ant­wort, al­ler­ding war die Ant­wort nicht zu­frie­den­stel­lend. Ein Soft­co­ver­druck ist bei wirmachendruck.de mit creme­far­be­nem Pa­pier nicht mög­lich. Ob­wohl es laut Hot­line vor­rä­tig ist.

Sehr ge­ehr­ter Herr Holz­hau­er,

vie­len Dank für Ihre in­di­vi­du­el­le An­fra­ge bei WIR­ma­chen­Druck und das
da­mit in uns ge­setz­te Ver­trau­en.

Be­dau­er­li­cher­wei­se müs­sen wir Ih­nen zu die­sem Zeit­punkt auf­grund des Pa­piers mit­tei­len,
dass es uns nicht mög­lich ist Ih­nen ein ent­spre­chen­des An­ge­bot zu­kom­men zu las­sen.

Wir hof­fen in die­sem Zuge auf Ihr Ver­ständ­nis und wür­den uns sehr freu­en,
wenn Sie uns zu­künf­tig bei wei­te­ren in­di­vi­du­el­len An­fra­gen wie­der
be­rück­sich­ti­gen wür­den.

Für wei­te­re Fra­gen ste­hen wir Ih­nen selbst­ver­ständ­lich […] zur Ver­fü­gung

Für pro­fes­sio­nell hal­te ich das nicht. Da­mit ist wir­ma­chen­druck für Per­so­nen, die kei­ne Soft­co­ver-Bü­cher mit rein­wei­ßem Pa­pier möch­ten, nicht nutz­bar, egal wie ver­meint­lich gün­stig ihr An­ge­bot auch sein mag und wie sehr sie auf ih­rer Web­sei­te da­mit an­ge­ben, Test­sie­ger bei ir­gend­wem ge­wor­den zu sein. Und wenn man laut der Wer­bung auf der Web­sei­te so ein­deu­tig auch Self­pu­blisher als Kun­den wer­ben  möch­te:

Buch­druck in höch­ster Qua­li­tät – Sei­te für Sei­te. Sie möch­ten ver­lags­un­ab­hän­gig Ihr Buch ver­öf­fent­li­chen und su­chen nach ei­ner zu­ver­läs­si­gen Drucke­rei für hoch­wer­ti­gen Buch­druck? Wir drucken Ihre Bü­cher auf mo­dern­sten Druck­ma­schi­nen zu un­ge­wöhn­lich gün­sti­gen Prei­sen, auch in klei­nen Auf­la­gen. […] Schwarz/Weiß- oder Farb­druck so­wie ver­schie­de­ne For­ma­te und Pa­pie­re ste­hen zur Ver­fü­gung.

… dann ist es noch viel un­ver­ständ­li­cher, war­um sie ein sim­pel­stes Stan­dard­pa­pier nicht zur Ver­fü­gung stel­len kön­nen.

Ich su­che dann mal wei­ter, für den Buch­druck kann ich wirmachedruck.de lei­der ver­ges­sen.

Nach­trag: Auf Twit­ter ist »Mell« ernst­haft der Mei­nung, »die Nach­fra­ge sei nicht hoch ge­nug« und be­harrt auch dar­auf. Soll das hei­ßen, die ver­kau­fen ernst­haft hau­fen­wei­se ah­nungs­lo­sen Kun­den Bü­cher, bei de­nen man auf­grund des wei­ßen Pa­piers schnee­blind wird? Wie ver­trägt sich das mit der über­all auf der Web­sei­te ge­tä­tig­ten Wer­be­aus­sa­ge, dass man sei­ne Kun­den so gran­di­os be­rät und be­glei­tet?

Nach­trag zwei: Ich habe jetzt trotz­dem ein Kon­to an­ge­legt, um ein Pa­pier­mu­ster­buch zu be­stel­len (wer weiß, ob »Na­tur­pa­pier« nicht doch den ge­wünsch­ten Vor­ga­ben ent­spricht? Der Sup­port wuss­te es je­den­falls nicht wirk­lich). Und da dann gleich der näch­te Knül­ler: Das Kon­to wird ohne das in Deutsch­land zwin­gend vor­ge­schrie­be­ne Dou­ble-Opt-In ein­fach mal un­ve­ri­fi­ziert durch­ge­führt. Ich kann also für be­lie­bi­ge Per­so­nen, de­ren Email­adres­se ich ken­ne, ein Kon­to er­öff­nen. Das wäre mei­ner An­sicht nach so­fort ab­mahn­bar.

Nach­trag drei: Und pam­pig wird sie auch noch.

Nach­trag vier: Wenn es kei­ne Nach­fra­ge für creme­far­be­nes Pa­pier gibt (was ich mir nur schwer vor­stel­len kann, da die­ses für Bel­le­stri­stik ei­gent­lich Stan­dard ist), soll­te man die­se Nach­fra­ge viel­leicht er­zeu­gen? Also lie­be Self­pu­blisher, fragt doch ein­fach mal bei wir­ma­chen­druck an, ob ein Soft­co­ver­druck mit creme­far­be­nem Pai­er mög­lich ist. Ent­we­der über de­ren Kon­takt­for­mu­lar (bei­spiels­wei­se un­ter »Lob, Kri­tik und An­re­gun­gen«), oder via Emails an info[at]wir-machen-druck[dot]de. Und im­mer schön freund­lich blei­ben. :)

Die neue Fassung des Buchpreisbindungsgesetzes – ein Kommentar

Die neue Fassung des Buchpreisbindungsgesetzes – ein Kommentar

eBook-ParagraphBeim Bör­sen­ver­ein und des­sen Mit­glie­dern herrsch­te zu­erst ein­mal gro­ße Freu­de, wie man den ver­schie­de­nen Pu­bli­ka­tio­nen on­line leicht ent­neh­men konn­te. Hat­te man es durch in­ten­si­ve Lob­by­ar­beit doch durch­ge­setzt, dass eBooks ex­pli­zit ins Buch­preis­bin­dungs­ge­setz auf­ge­nom­men wur­den. Und das, ob­wohl man seit Jah­ren be­haup­te­te, dass die­ses oh­ne­hin auch für elek­tro­ni­sche Bü­cher gel­te. Und man hat­te auch ein­deu­tig mit Ab­mah­nun­gen ge­droht, soll­te ein Hä­re­ti­ker das an­ders se­hen und von der wah­ren Leh­re ab­wei­chen. Doch so si­cher scheint man sich dann selbst doch nicht ge­we­sen sein, wenn man es den­noch für not­wen­dig hielt, die­se Ge­set­zes­än­de­rung her­bei­zu­füh­ren, die in der letz­ten Wo­che ver­ab­schie­det wur­de und am 1. Sep­tem­ber 2016 in Kraft tritt.

Aber wie es scheint, hat sich ir­gend­je­mand beim Dik­tie­ren der Än­de­run­gen aufs Gröb­ste ver­tan. Oder viel­leicht hat ein Self­pu­blisher an den For­mu­lie­run­gen mit­ge­ar­bei­tet. Denn, oh Wun­der, eBooks von Self­pu­blishern sind aus­drück­lich vom neu­en Ge­setz aus­ge­nom­men. Das kann nicht im Sin­ne des Bör­sen­ver­eins und sei­ner Mit­glie­der ge­we­sen sein, denn die­se Aus­nah­me ver­schafft Self­pu­blishern deut­li­che Wett­be­werbs­vor­tei­le.

Man ist als Selbst­ver­le­ger nicht mehr ge­zwun­gen, dar­auf zu ach­ten, dass sei­ne Bü­cher auf al­len Platt­for­men gleich viel ko­sten. Ab dem Da­tum des In­kraft­tre­tens sind auch »zahl´ was Du willst«-Angebote oder -Bund­les mög­lich, eben­so wie »zahl´ mit ei­nem Tweet« oder ähn­li­che Mo­del­le. Und das so­wohl für eBooks wie für Print­bü­cher. Das ist aus Sicht der Self­pu­blisher na­tür­lich über­aus er­freu­lich – und ich kann mir vor­stel­len, dass das bei den Mit­glie­dern des Bör­sen­ver­eins eher für Heu­len und Zäh­ne­klap­pern sor­gen dürf­te. Man muss sich fra­gen, wie es sein konn­te, dass das so durch­rutsch­te? Hat man da bei der Lob­by tief und fest ge­pennt, dass das wäh­rend der Ent­wick­lung der Ge­set­zes­än­de­rung nicht auf­fiel? Hat­te man ge­hofft, die Po­li­tik wer­de das schon rich­tig ma­chen? Da­bei weiß man doch, wie hand­werk­lich schlecht et­li­che Ge­set­ze der letz­ten Jah­re sind.

Wie hand­werk­lich schlecht die Ge­set­zes­än­de­run­gen auch in an­de­rer Hin­sicht sind, zeigt der neue Ab­satz über den »Letzt­ab­neh­mer in Deutsch­land«, der dazu füh­ren soll, dass aus­län­di­sche Ver­käu­fer das Buch­PrG nicht um­ge­hen kön­nen (wie das bis­her bei­spiels­wei­se ge­wis­se bri­ti­sche An­bie­ter ta­ten). Nach Kom­men­ta­ren von Ju­ri­sten, die ich las, ist durch die For­mu­lie­rung hier nicht der Wohn­sitz aus­schlag­ge­bend, son­dern wo sich die­ser Letzt­ab­neh­mer zum Zeit­punkt des Kaufs be­fin­det. Sprich: Bin ich im Ur­laub, bei­spiels­wei­se in den Nie­der­lan­den, kann ich preis­ge­bun­de­ne Bü­cher mög­li­cher­wei­se gün­sti­ger be­kom­men. Man muss sich fra­gen, wie das durch­ge­setzt wer­den soll? Mit­tels Geo­lo­ca­ti­on? Das wäre pri­ma, ich bin Nut­zer ei­nes VPN-Dien­stes, mit dem ich schein­bar aus ei­ner Men­ge von Län­dern im In­ter­net un­ter­wegs sein kann … Und be­vor jetzt wie­der ir­gend­ein Schlau­mei­er la­men­tiert: Nein, die Nut­zung von VPNs ist nicht nur völ­lig le­gal, son­dern auch für man­che An­wen­dun­gen tech­nisch un­ab­ding­bar not­wen­dig.

Da­mit könn­te ich preis­ge­bun­de­ne Bü­cher gün­sti­ger er­wer­ben, weil ich den An­schein er­wecke, kein Käu­fer aus Deutsch­land zu sein.

Und selbst wenn die In­ter­pre­ta­ti­on falsch wäre, und doch der Wohn­ort des Kun­den gilt: Wer will mich denn dar­an hin­dern, eine Aus­lands­adres­se als Haupt­an­schrift beim On­line­shop zu hin­ter­le­gen, und dann an eine ab­wei­chen­de Zwei­t­adres­se in Deutsch­land lie­fern zu las­sen? Wie­der ein­mal – und wie so oft – hat der Ge­setz­ge­ber die Mög­lich­kei­ten des #neu­lands völ­lig über­se­hen. Alte Män­ner mit Ku­gel­schrei­bern und Fax­ge­rä­ten …

Ab­schlie­ßend ist die Ze­men­tie­rung des fos­si­len Buch­preis­bin­dungs­ge­set­zes in mei­nen Au­gen der fal­sche Weg, weil hier eine kar­tell­ar­ti­ge Struk­tur ge­setz­lich un­ter­stützt wird. Die Ar­gu­men­ta­ti­on, dass die Buch­preis­bin­dung auch Ni­schen­pro­duk­te er­mög­li­che, ist oh­ne­hin eine Lä­cher­li­che, wenn man sich an­sieht, was die Pu­bli­kums­ver­la­ge so an bil­li­gem und mies lek­to­rier­tem Mas­sen­müll auf den Markt pum­pen. Auch der Hin­weis auf kul­tu­rel­le Viel­falt zieht mei­ner An­sicht nach nicht im Ge­ring­sten. Wenn dem so wäre, müss­te es auch Preis­bin­dungs­ge­set­ze für Mu­sik, Fil­me oder Com­pu­ter­spie­le ge­ben. Die gibt es aber nicht und man kann nicht sa­gen, dass es bei die­sen Me­di­en kei­ne Viel­falt gäbe – so­gar ganz im Ge­gen­teil.

So wer­den wir aber wei­ter mit die­sem un­zeit­ge­mä­ßen Ge­setz le­ben müs­sen. Dass die Self­pu­blisher da­von aus­ge­nom­men wur­den, er­freut mich dann aber doch – das kann man fast pro­gres­siv nen­nen, auch wenn es mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit nur ein Ver­se­hen war.

Kor­rek­tur: Nur eBooks von Self­pu­blishern fal­len of­fen­bar nicht un­ter die Buch­preis­bin­dung, für Print­bü­cher gilt sie. Mein Feh­ler. Und na­tür­lich völ­lig da­ne­ben, war­um die­se Un­ter­schei­dung? Der ent­spre­chen­de Pas­sus steht nicht im Ge­setz selbst, son­dern in der Be­grün­dung zum Ge­setz, die Ge­rich­te eben­falls zur In­ter­pre­ta­ti­on her­an­zie­hen.

Gra­fik von mir, CC BY-NC-SA

Verlage liefern Qualität – bei Heyne muss man daran zweifeln

Verlage liefern Qualität – bei Heyne muss man daran zweifeln
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Ei­nes der größ­ten Ar­gu­men­te von Ver­la­gen für ihre Ar­beit (und ihre teils ge­pfef­fer­ten Prei­se) ist: »Wir lie­fern Qua­li­tät!« Und mit die­sem Qua­li­täts­an­spruch schaut man gern auf die vor sich hin frickeln­den Self­pu­blisher her­ab.

Wie sieht denn die Rea­li­tät aus? Zu­min­dest bei Hey­ne nicht gut. Chri­sti­ne Ul­rich fand in ei­nem eBook des Ver­lags, näm­lich Ri­chard Mor­gans GLÜ­HEN­DER STAHL, gleich hau­fen­wei­se Feh­ler, wie man den Bild­schirm­fo­tos ent­neh­men kann. Die Li­ste der Pat­zer ist groß. Jede Men­ge Kur­siv­schrift, wo die de­fi­ni­tiv nicht hin­ge­hört, fal­sche Buch­sta­ben (»m« statt »rn«, »F« statt »E«), oder zu­sam­men­ge­schrie­be­ne Wör­ter, die nicht zu­sam­men­ge­schrie­ben sein dür­fen. Da­für be­zahlt man doch die von Hey­ne an­ge­sag­ten 10,99 Euro für das eBook rich­tig ger­ne. Nicht.

Was ich dar­an am er­schrecken­sten fin­de: Ich hät­te an­ge­nom­men, dass Ver­la­ge die bis­he­ri­gen Work­flows er­wei­tern, um die oh­ne­hin elek­tro­nisch vor­lie­gen­den Da­tei­en über Kon­ver­ter in eBooks zu ver­wan­deln. Zu­min­dest wür­de ich das so ma­chen, letzt­end­lich ist der Un­ter­schied ei­gent­lich nur eine an­de­re XSL-Trans­for­ma­ti­on, um statt ei­nes PDFs ein va­li­des epub oder mobi/azw aus­zu­ge­ben. Oder an­de­re au­to­ma­ti­sche Ar­ten der Kon­ver­tie­rung.

Screenshot Heyne eBookWie aber je­der weiß, der schon ein­mal mit Schrift­er­ken­nungs­soft­ware (OCR) ge­ar­bei­tet hat, sind die oben be­män­gel­ten Feh­ler ex­akt sol­che, die bei sub­op­ti­ma­ler und un­kor­ri­gier­ter Schrift­er­ken­nung ent­ste­hen. Hat man bei Hey­ne das Buch etwa ein­ge­scannt und dann ohne Über­ar­bei­tung in ein eBook ver­wan­delt? Das wäre dann tat­säch­lich schon eine be­acht­li­che Men­ge an Dumm­heit bei ei­nem der nam­haf­te­sten deut­schen Ver­la­ge. Oder in­ter­es­siert das da kei­nen, weil eBooks oh­ne­hin nur un­ge­lieb­te Ab­fall­pro­duk­te des Print­mark­tes sind? Das Ab­lie­fern der­art gro­test feh­ler­be­haf­te­ter eBooks ist auf je­den Fall der be­ste Weg, es sich mit den Le­sern zu ver­scher­zen. Schuld sind dann am Ende wie­der die Raub­ko­pier­ter­ro­ri­sten, nie die Ver­la­ge selbst.

Ja, ich weiß, es han­delt sich um ein eBook aus dem Jahr 2010, da hat­te man es viel­leicht noch nicht so mit der Tech­nik … Hät­te man es nicht in­zwi­schen kor­ri­gie­ren und die Le­ser dar­auf hin­wei­sen kön­nen?

Dass das bis heu­te kein Ein­zel­fall ist, zeigt ein Kom­men­tar auf Face­book, nach dem auch der neue Lu­kia­nen­ko (Hey­ne) und Ri­chard Schwartz´ WAN­DE­RER (Pi­per) vor Feh­lern nur so strot­zen.

Ist das die­se le­gen­dä­re Qua­li­tät, über die die Ver­la­ge im­mer sal­ba­dern, und die un­ter an­de­rem als Be­grün­dung für die über­zo­ge­nen eBook-Prei­se an­ge­führt wird?

Ich wer­de mal ver­su­chen, von Hey­ne eine Stel­lung­nah­me zu er­hal­ten.

Wie se­hen eure Er­fah­run­gen mit Feh­lern in Ver­lags­bü­chern aus? Mei­ner An­sicht nach tre­ten die in letz­ter Zeit ge­häuft auf.

Up­date: Das ging ge­ra­de an Hey­ne raus:

Sehr ge­ehr­te Frau xxx,

wie ich auf Phan­ta­News be­rich­te­te, fin­den sich in der Hey­ne eBook-Fas­sung von Ri­chard Mor­gans »Glü­hen­der Stahl« der­art vie­le Feh­ler, dass man das ge­trost als gro­tesk be­zeich­nen kann.

Sie­he hier­zu mein Ar­ti­kel vom heu­ti­gen Tage:

Ver­la­ge lie­fern Qua­li­tät – bei Hey­ne muss man dar­an zwei­feln

Ich möch­te auf die­sem Weg um eine Stel­lung­nah­me bit­ten, wie es dazu kom­men konn­te und wie Sie den Ver­kaufs­preis an­ge­sichts der mi­se­ra­blen Qua­li­tät des Pro­dukts recht­fer­ti­gen wol­len.

Ich wei­se dar­auf hin, dass Ihre Ant­wor­ten im Rah­men ei­nes wei­te­ren Ar­ti­kels auf Phan­ta­News the­ma­ti­siert und wie­der­ge­ge­ben wer­den.


Mit freund­li­chem Gruß,
Ste­fan Holz­hau­er

PhantaNews.de
Phan­ta­sti­sche Nach­rich­ten

Screen­shots von Chri­sti­ne Ul­rich.

Leipziger Buchmesse: »Veranstaltungen für Selfpublisher«?

Leipziger Buchmesse: »Veranstaltungen für Selfpublisher«?

LogoLBM16Mat­thi­as Mat­tig hat auf sei­ner Web­sei­te eine Rei­he von »Ver­an­stal­tun­gen für Self­pu­blisher« auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se zu­sam­men­ge­stellt. Und sehe ich mir die­se Li­ste an, dann wird deut­lich, dass es sich da­bei tat­säch­lich viel­mehr um »Wer­be­ver­an­stal­tun­gen für klas­si­sche Ver­la­ge« han­delt.

Denn ein Blick auf die Aus­rich­ter för­dert mit gro­ßem Über­hang Dienst­lei­ster zu­ta­ge, die aus den klas­si­schen Bran­chen­struk­tu­ren ent­stan­den sind, al­len vor­an Books On De­mand (Li­bri-Toch­ter) und epu­bli (Holtz­brinck), aber so­gar die Bör­sen­ver­eins­toch­ter MVB (Mar­ke­ting- und Ver­lags­ser­vice des Buch­han­dels GmbH) möch­te er­läu­tern, war­um man sich uuuun­be­dingt den Struk­tu­ren der Bran­che un­ter­wer­fen muss.

Man möge mir ver­ge­ben, aber: das ist lä­cher­lich. Die ver­fol­gen aus­schließ­lich eine ei­ge­ne Agen­da und wer glaubt, dass ei­nem Self­pu­blisher dort neu­tra­le und ob­jek­ti­ve Be­ra­tung er­hal­ten, der glaubt auch an den Weih­nachts­mann.

Wer die mei­ner An­sicht nach schlech­ten Kon­di­tio­nen bei BoD kennt, der weiß, war­um er die­sen Dienst­lei­ster mei­det. Bei epu­bli sieht das ganz ähn­lich aus, zu de­nen wer­de ich in Kür­ze noch was schrei­ben, die sind mög­li­cher­wei­se noch nicht ein­mal in der Lage, ihre ei­ge­nen Ver­trä­ge zu er­fül­len. Und es in­ter­es­siert sie auch nicht son­der­lich.

Des­we­gen: Wer die­se Ver­an­stal­tun­gen be­sucht, soll­te sich ganz ge­nau dar­über im Kla­ren sein, wer da vor­trägt, und wel­che Be­weg­grün­de die Dienst­lei­ster da­bei ha­ben. Und das ist mei­ner Mei­nung nach nicht die op­ti­ma­le Be­ra­tung der Self­pu­blisher, son­dern die Meh­rung des ei­ge­nen Um­sat­zes. Und man soll­te sich fra­gen, ob man Self­pu­blisher ge­wor­den ist, um sich dann doch wie­der den fos­si­len Bran­chen­struk­tu­ren zu un­ter­wer­fen, wie es die MVB of­fen­sicht­lich gern möch­te. Viel­mehr soll­te sich so­gar um­ge­kehrt die Bran­che an die ge­än­der­ten Um­stän­de an­pas­sen (aber dar­an glau­be ich in ab­seh­ba­rer Zeit nicht).

Logo Leip­zi­ger Buch­mes­se Co­py­right Leip­zi­ger Mes­se GmbH

Wo bleiben eigentlich die Leseproben?

Wo bleiben eigentlich die Leseproben?

Leseproben LogoRe­gel­mä­ßi­ge Le­ser wer­den sich er­in­nern: Ich hat­te Self­pu­blisher zum Ein­sen­den von Le­se­pro­ben auf­ge­ru­fen, die dann durch eine Jury be­gut­ach­tet wer­den und hier auf Phan­ta­News ver­öf­fent­licht wer­den soll­ten.

Wo blei­ben die?

Zwei sind be­reits da. Der Rest kommt noch. Zum ei­nen hat­te ich den Auf­wand bei der Auf­be­rei­tung ein klein we­nig un­ter­schätzt. Zum an­de­ren hat­te ich viel um die Oh­ren, so dass ich mich dem nicht mit der er­for­der­li­chen Sorg­falt wid­men konn­te. Zum drit­ten aber – und das muss ich lei­der ganz of­fen sa­gen – wa­ren die Zu­grif­fe auf die be­reits er­schie­ne­nen Le­se­pro­ben (ge­nau­er ge­sagt: die zum Down­load an­ge­bo­te­nen Fas­sun­gen) er­schreckend ge­ring, so dass ich mir Ge­dan­ken dar­über ma­chen muss­te, in­wie­weit da der Auf­wand der Da­tei­er­stel­lung in Re­la­ti­on zum Nut­zen steht.

Ich wer­de des­we­gen die Dar­rei­chungs­for­men ver­rin­gern. Statt der On­line­va­ri­an­te plus drei ver­schie­de­ne elek­tro­ni­sche For­ma­te (pdf, epub, mobi) wird es in Zu­kunft al­ler Vor­aus­sicht nach nur noch die On­line­form und ein Da­tei­for­mat da­von ge­ben. Ich prü­fe aber auch, ob ich eine Le­se­pro­be, die hier on­line auf Phan­ta­News er­schie­nen ist, nicht ein­fach au­to­ma­ti­siert in pdf und epub um­wan­deln und zum Down­load an­bie­ten kann. Das wür­de den Auf­wand deut­lich ver­rin­gern.

Ergo: Kommt. In Kür­ze mehr.

tolino-media.de ist online – irgendwie

tolino-media.de ist online – irgendwie

Logo Tolino MediaIch hat­te hier über tolino-media.de, die Self­pu­blisher-Platt­form, der To­li­no-Al­li­anz be­rich­tet. Die scheint nun on­line zu sein, auch wenn so man­ches arg »mit hei­ßer Na­del ge­strickt« wirkt. Das war üb­ri­gens der O-Ton ei­nes Mit­ar­bei­ters des Be­trei­bers auf Face­book.

Ich ver­such­te mich an­zu­mel­den, gab also mei­ne Da­ten ein und klick­te auf »ab­sen­den«. Im Brow­ser er­schien er­neut die­sel­be Sei­te, mei­ne ein­ge­ge­be­nen In­for­ma­tio­nen wa­ren noch vor­han­den, aber sonst pas­sier­te gar nichts. Nach meh­re­ren Ver­su­chen kam ich dem auf die Spur: Die Be­trei­ber er­lau­ben of­fen­bar kei­ne Son­der­zei­chen im Pass­wort (war­um auch, wäre ja nur si­cher), wei­sen aber vor­sichts­hal­ber mal nicht dar­auf hin, da­mit es für den Nut­zer span­nend bleibt.Weiterhin ver­wen­det die Sei­te ein un­gül­ti­ges falsch ein­ge­bun­de­nes SSL-Zer­ti­fi­kat (sie­he auch Kyrs Kom­men­tar wei­ter un­ten), dar­auf weist der Brow­ser beim Auf­ru­fen hin. Sehr ver­trau­en­er­weckend. Wenn die ein­fach­sten Din­ge schon nicht klap­pen, habe ich arge Be­den­ken hin­sicht­lich des Funk­tio­nie­rens der rest­li­chen Platt­form.

In mei­nen Au­gen aber höchst be­denk­lich ist, dass es kei­ner­lei AGB hin­sicht­lich vom Nut­zer hoch­ge­la­de­ner eBooks gibt. Die auf der Sei­te ver­link­ten Nut­zungs­be­din­gun­gen be­fas­sen sich aus­schließ­lich mit der Nut­zung der Web­sei­te. Rechts­si­che­re Hin­wei­se dazu, un­ter wel­chen Be­din­gun­gen man sei­ne Wer­ke hoch­lädt, feh­len voll­stän­dig (oder ich habe sie trotz in­ten­si­ver Su­che nicht ge­fun­den). Mir per­sön­lich wäre es des­we­gen der­zeit viel zu ge­fähr­lich, dort eBooks hoch­zu­la­den, denn man weiß nicht, wel­chen Re­geln man sich da­mit un­ter­wirft.

p. s.: Nach wie vor wird da­mit ge­wor­ben, dass das Ein­stel­len der Bü­cher ko­sten­frei ist. Al­ler­dings nur bis Jah­res­be­ginn 2016. Da das im­mer wie­der so be­tont wird, wür­de ich da­von aus­ge­hen, dass ab die­sem Zeit­punkt da­für ein Obo­lus er­ho­ben wird, zu­sätz­lich zu den 30% die to­li­no me­dia oh­ne­hin be­reits er­hält. Mög­li­cher­wei­se wer­den et­li­che Self­pu­blisher dann die­se zu­sätz­li­chen Ko­sten zäh­ne­knir­schend auf sich neh­men, um in den an­ge­schlos­se­nen Shops prä­sent zu blei­ben. Trans­pa­renz und au­to­ren­freund­li­ches Ver­hal­ten sieht in mei­nen Au­gen je­doch an­ders aus. Wenn man ab An­fang 2016 mehr neh­men möch­te, könn­te man das ein­fach mal ganz ehr­lich sa­gen, statt sich um die Ant­wort her­um zu la­vie­ren.

p. p. s. (29.04.2015): Nut­zer be­rich­ten von mas­si­ven Pro­ble­men bei der Nut­zung und beim Hoch­la­den, wenn man an­de­re Brow­ser als den In­ter­net Ex­plo­rer be­nutzt, also bei­spiels­wei­se Fire­fox. Tja, so­was kommt da­bei raus, wenn man Sei­ten nicht mit meh­re­ren Brow­sern te­stet. Mir scheint aber oh­ne­hin, dass kein um­fang­rei­cher Test der Platt­form statt­ge­fun­den hat. Auf­grund der of­fen­sicht­li­chen Pro­ble­me schon bei Klei­nig­kei­ten ma­che ich mir ernst­ha­fe Sor­gen über das Si­cher­heits­kon­zept. Wie lan­ge mag es dau­ern, bis das Sy­stem von In­ter­net­kri­mi­nel­len ge­hackt wird und die Nut­zer­da­ten ab­ge­grif­fen wer­den?

Logo to­li­no me­dia Co­py­right to­li­no me­dia GmbH & Co. KG

Der »Indie-Katalog« des Buchreports

Der »Indie-Katalog« des Buchreports

Screenshot Indie-KatalogJauch­zet und froh­locket, lie­be Self­pu­blisher, denn der Buch­re­port ist euer Hei­land. In sei­ner un­er­mess­li­chen Güte räumt er euch und eu­ren Bü­chern ei­nen Platz in sei­nem No­vi­tä­ten­ka­ta­log ein, der im Herbst als Print­fas­sung aber auch on­line er­schei­nen soll. Da­mit möch­te er euch »eine Brücke zum Buch­han­del bau­en«.

Zu­min­dest schreibt man das in ei­nem News­ar­ti­kel und ge­riert sich als gro­ßer Gön­ner der In­dies. Na, wenn das nicht vor­treff­lich zum »Welt­tag des Bu­ches« passt.

Klickt man dann mal auf »wei­te­re In­fos«, wird der wah­re Grund für die groß­zü­gi­ge Auf­nah­me der selbst­pu­bli­zier­ten Wer­ke in das Pam­phlet deut­lich: Ab­grei­fen von Koh­le.

Für ei­nen nor­ma­len Buch­ein­trag soll der Self­pu­blisher 99 Euro in den Klin­gel­beu­tel des Gön­ners wer­fen, für ei­nen »Pre­mi­um­ein­trag« wer­den be­reits 149 Euro fäl­lig. Die­ser Pre­mi­um­ein­trag un­ter­schei­det sich auf den er­sten Blick durch eine ge­ring­fü­gig grö­ße­re Aus­deh­nung und eine graue Hin­ter­le­gung des Tex­tes. Na solch ein au­ßer­or­dent­li­cher ge­stal­te­ri­scher Mehr­auf­wand (der ge­gen Null ten­diert) ist aber mal ent­spannt 50 Tacken wert! Und das sind auch nur »Ein­füh­rungs­prei­se«, um euch zu kö­dern. Spä­ter wirds ver­mut­lich teu­rer.

indiekatalog

Man kann da auch Wer­bung schal­ten und ist mit ge­ra­de­zu lä­cher­li­chen 880 Euro für eine Halb­sei­te da­bei. Da greift man doch so­fort gern zu. Ob die beim Buch­re­port über­haupt auch nur ah­nen, was durch­schnitt­li­che Self­pu­blisher ab­seits von Lie­bes­sch­mon­zet­ten-Mil­lio­nä­rin­nen an ih­ren Bü­chern ver­die­nen?

Net­ter Ver­such. Ihr »öff­net euch nicht den Self­pu­blishern«, ihr möch­tet ein­fach nur ihr Geld. Denn auch wenn die In­die-Bü­cher im Ka­ta­log ste­hen, wer­den die Buch­händ­ler sie trotz­dem nicht be­stel­len und auch nicht ver­kau­fen. In mei­nen Au­gen kann man sei­ne Eu­ros auch ein­fach cent­wei­se in den Gul­ly rol­len und hat mehr da­von.

Screen­shots von mir, In­hal­te Co­py­right Ha­ren­berg Kom­mu­ni­ka­ti­on Ver­lags- und Me­di­en-GmbH & Co. KG

Die Gewinner des Selfpublisher Leseproben-Wettbewerbs der NAUTILUS

Die Gewinner des Selfpublisher Leseproben-Wettbewerbs der NAUTILUS

leseprobenwettbewerb

Die Ge­win­ner des Self­pu­blisher E-Book Le­se­pro­ben-Wett­be­werbs der NAU­TI­LUS ste­hen fest.

Die NAU­TI­LUS freut sich, im Rah­men des »Self-Pu­blisher E-Book Le­se­pro­ben-Wett­be­werbs« nun jene drei In­de­pen­dent E-Book Schrift­stel­ler zu be­nen­nen, die von der Ex­per­ten-Jury letzt­lich aus der fi­na­len Short­list zum Sie­ger ge­kürt wur­den. Alle Sie­ger­ti­tel er­reich­ten in der Jury-Be­wer­tung ei­nen Durch­schnitts-Score mit der Schul­no­te »gut«, in der Ein­zel­be­wer­tung so­gar bis »sehr gut«. Die Ge­win­ner und ihre Ti­tel sind in al­pha­be­ti­scher Rei­hen­fol­ge:

* Leo­no­re Pothast: DAS LETZ­TE SPIEL
(High Fan­ta­sy, Deutsch­land, er­schie­nen 06/2014 per Self-Pu­bli­shing als E-Book)
NAU­TI­LUS-Lek­tor Lars Schie­le kenn­zeich­net den Bei­trag mit die­sen Wor­ten: »In die­ser Er­zäh­lung mit der Ma­gie ei­ner rea­li­stisch-bru­ta­len Ge­schich­te aus 1001 Nacht ver­fol­gen wir den ge­schick­ten Dieb und Ein­bre­cher Ser­did, der dem Zau­ber ei­ner Sta­tue ver­fällt und un­ter Räu­ber ge­rät.«

* Mar­tin Rie­sen: AU­SSER­GE­WÖHN­LI­CHE AU­TO­MA­TONS
(Steam­punk, Schweiz, er­schie­nen 11/2014 per Self-Pu­bli­shing als E-Book und Ta­schen­buch)
Die NAU­TI­LUS sagt: »Eine span­nen­de Steam­punk-Ge­schich­te im fik­ti­ven Jahr 1874 mit der be­zau­bernd-in­tel­li­gen­ten Jo­han­na Bil­se, die sich in ei­ner von Män­nern be­herrsch­ten Ge­sell­schaft als ge­nia­le Loch­kar­ten­pro­gram­mie­re­rin er­weist.«

* Mar­kus Till­manns: TEU­FEL
(Hor­ror, Deutsch­land, er­schie­nen 11/2014 per Self-Pu­bli­shing als E-Book und Ta­schen­buch)
Die NAU­TI­LUS sagt: »Das ab­so­lut Böse bricht in die Welt der klei­nen Li ein und ent­hüllt die Äng­ste und Schrecken un­se­res All­tags. Die Schil­de­rung des Fa­mi­li­en­le­bens trifft den Le­ser dort, wo es weh­tut.«

Die sieg­rei­chen Le­se­pro­ben der drei Ge­win­ner-Ro­ma­ne er­schei­nen je­weils pro­mi­nent auf vier Farb­sei­ten in der Heft­mit­te kom­men­der Aus­ga­ben des mo­nat­li­chen Ma­ga­zins NAU­TI­LUS – Aben­teu­er & Phan­ta­stik des Jah­res 2015 print, di­gi­tal und on­line.

wei­ter­le­sen →

Leseproben: Die Jury

Leseproben: Die Jury

Leseproben Logo

Am Frei­tag hat­te ich hier auf Phan­ta­News ein neu­es Pro­jekt aus der Tau­fe ge­ho­ben – Die Self­pu­blisher-Le­se­pro­ben. Ein paar Tex­te sind auch tat­säch­lich be­reits ein­ge­tru­delt. Das Pro­ze­de­re ist hier­bei wie folgt: Ihr schickt mir die Le­se­pro­ben per Mail und ich stel­le die­se dann den Ju­ry­mit­glie­dern zur Ver­fü­gung. Sagt ein Mit­glied der Jury »das neh­men wir«, dann ist die Le­se­pro­be an­ge­nom­men und wird auf Phan­ta­News ver­öf­fent­licht. Da­mit das neu­tra­ler ge­sche­hen kann, ken­ne nur ich die Na­men der ein­sen­den­den Au­to­ren, die Ju­ry­mit­glie­der be­kom­men die Tex­te an­ony­mi­siert.

Die Jury möch­te ich in die­sem Ar­ti­kel vor­stel­len (die Rei­hen­fol­ge ist bis auf eine Aus­nah­me al­pha­be­tisch):

Anja Ba­gus, Jahr­gang 1967 lebt im Ruhr­ge­biet mit Kat­zen, Hund, Mann und Kind. Nach Stu­di­um und tau­send Jobs hat sie eine Aus­bil­dung zur Heil­prak­ti­ke­rin ge­macht, be­vor sie mit dem Schrei­ben von Steam­punk-Ro­ma­nen be­gann. www.anja-bagus.de

An­dre­as Dre­sen, Jahr­gang 1975, lebt mit Frau, Kat­zen, Ha­sen und zu vie­len Bü­chern in Aa­chen. Ne­ben sei­ner Ar­beit als Dipl.Kaufmann schreibt er Phan­ta­stik, Sci­ence Fic­tion, Steam­punk und Ge­schich­ten über das Meer. www.andreas-dresen.de

Bernd Mey­er, Jahr­gang 1968, lebt im fla­chen Nord­deutsch­land un­ter der Fuch­tel von Frau, Toch­ter und den Kat­zen. Ne­ben ei­ni­gen aus­pro­bier­ten Be­ru­fen wand­te er sich dem Schrei­ben zu, in der Hoff­nung, da­mit ir­gend­wann sei­ne Hob­bies fi­nan­zie­ren zu kön­nen. www.bedlamboys.de

Sa­bi­ne Os­man, Jahr­gang 1970, macht mit Mann und Kat­zen das Saar­land un­si­cher. Nach lan­gen Jah­ren in ei­nem Zei­tungs­job, ist sie nun als Tex­te­rin und Au­to­rin selbst­stän­dig. Ihre Schreib- und Le­se­lei­den­schaft gilt der Fan­ta­sy. sabineosman.de

Ach ja, und ich na­tür­lich eben­falls (wo­bei ich aus or­ga­ni­sa­to­ri­schen Grün­den na­tür­lich die Au­to­ren der ein­ge­sand­ten Le­se­pro­ben ken­ne):

Ste­fan Holz­hau­er, Jahr­gang 1965, lebt mit Lang­zeit­freun­din, Ech­sen und mehr Com­pu­tern als nö­tig im Ber­gi­schen Land. Ei­gent­lich ist er frei­be­ruf­li­cher IT-Be­ra­ter, be­treibt aber auch das Phan­ta­stik-Por­tal Phan­ta­News und ist neu­er­dings zu­dem als Au­tor in Er­schei­nung ge­tre­tenphantanews.de