Mimimi! – oder »Der Wert des geschriebenen Wortes«

Mimimi! – oder »Der Wert des geschriebenen Wortes«

Das Wort zum Sam­stag

Aktuell sehe ich wieder ver­mehrt Jam­mer­posts von Self­pub­lish­erIn­nen auf Face­book, die laut­stark verkün­den niemals (!!einself!!!1!) eBooks für 99 Cent verkaufen zu wollen. Der Wort­laut ist grob wie fol­gt:

»Mim­i­mi! Ich werde mein eBook nicht für 99 Cent anbi­eten! Es steckt doch so viel Herzblut drin!!!einself! Wo bleibt denn da ›der Wert des geschriebe­nen Wortes‹?«

Dazu einige Anmerkun­gen:

1.: Wer­beak­tio­nen sind genau das: Wer­beak­tio­nen. Man kann tausende Euro­nen aus­geben, um eine Anzeige in irgen­deinem Käse­blatt zu schal­ten, die dann kein­er sieht – oder die keinen inter­essiert. Oder man ver­sucht eben durch eine Wer­beak­tion Sicht­barkeit herzustellen. Die Dif­ferenz zum üblichen Verkauf­spreis ist dann eine ganz nor­male Wer­bein­vesti­tion, die keineswegs den eigentlichen Wert des Buch­es ver­ringert.

2.: Wenn das eBook nicht gekauft wird, dann ist es völ­lig egal was es kostet: Was ist dann der »Wert des geschriebe­nen Wortes«?

3.: Wenn das eBook den Umfang eines Heftro­mans hat, kann 99 Cent ein dur­chaus angemessen­er Preis sein.

4.: Schnell herunter geschrieben­er Massen­schmonz ist vielle­icht auch nur 99 Cent wert, und das ist dann möglicher­weise auch sin­nvoll, wenn er sich dafür viel öfter verkauft als für 4,99 Euro­nen.

5.: Wenn du dein eBook nicht für 99 Cent verkaufen möcht­est, dann ist das selb­stver­ständlich deine eigene Entschei­dung. Pri­ma, mach es so! Aber warum uns deswe­gen ständig lange voll­tex­ten?

6.: »Der Wert des geschriebe­nen Wortes« muss sich an zahllosen weit­eren Medi­en messen, beispiel­sweise Fernsehse­rien, Fil­men, Com­put­er­spie­len – oder Apps für eben­falls 99 Cent. Mit denen ste­ht man in der Gun­st des Käufers in direk­ter Konkur­renz.

p.s.: Ich kann die Mim­i­mi-Texte nicht mehr sehen und halte sie für Jam­mer­posts, die nur Verkäufe gener­ieren sollen (wie es die meis­ten Autoren-Jam­mer­posts sollen). Das ist eine mis­er­able – weil nervige – Art von »Wer­bung«.

p.p.s.: Das gilt weitest­ge­hend genau­so übri­gens auch für kosten­los-Aktio­nen

Das neue Buchpreisbindungsgesetz, eBooks und die Selfpublisher

Das neue Buchpreisbindungsgesetz, eBooks und die Selfpublisher

eBook-ParagraphManche Geset­ze benöti­gen Jahre bis zu ihrem Inkraft­treten, wenn allerd­ings eine Lob­by drän­gelt, macht die Poli­tik auch schon mal deut­lich schneller: Seit heute gilt das neue Buch­preis­bindungs­ge­setz, her­beilob­by­isiert vom Börsen­vere­in des Deutschen Buch­han­dels und Co, das jet­zt auch eBooks ein­deutig benen­nt (witzig daran ist allerd­ings nach wie vor, dass es bis heute keine ein­deutige, rechts­gültige Def­i­n­i­tion gibt, was ein eBook eigentlich ist).

Math­ias Mat­ting wid­met sich dem The­ma auf sein­er Seite Self­pub­lisher­bibel, und bekräftigt auch auf Nach­frage in der Face­book-Gruppe »Self Pub­lish­ing«, dass sich für Selb­stver­leger nichts ändert. Er behar­rt darauf, dass das Gesetz auch für Self­pub­lish­er gilt.

Doch da irrt er mein­er Ansicht nach. Ich schrieb bere­its im Mai dieses Jahres über das The­ma, denn in den Begrün­dun­gen zum Gesetz, die von Gericht­en zur Urteils­find­ung herange­zo­gen wer­den, ste­ht, dass die Preis­bindung für eBooks von Self­pub­lish­ern eben NICHT gilt. Der Pas­sus (siehe Begrün­dung im PDF des BMWI)

»Der Preis­bindung unter­liegende elek­tro­n­is­che Büch­er wer­den zum dauer­haften Zugriff ange­boten und sind unter Würdi­gung aller Umstände als über­wiegend ver­lags- oder buch­han­del­styp­isch anzuse­hen.«

Und das schließt Self­pub­lish­er aus, denn die sind eben NICHT ver­lagstyp­isch, ins­beson­dere dann nicht, wenn man auss­chließlich über Ama­zon anbi­etet, dann ist das eBook möglicher­weise noch nicht ein­mal buch­han­del­styp­isch, denn man bekommt es im herkömm­lichen Buch­han­del (bzw. bei deren Online­plat­tfor­men) nicht. Ich ste­he übri­gens mit dieser Mei­n­ung nicht alleine.

Im Geset­ze­sen­twurf stand sog­ar noch:

Elek­tro­n­is­che Büch­er, die nicht als ver­lags- oder buch­han­del­styp­isch anzuse­hen sind, wie beispiel­sweise von den Autoren selb­st unter Nutzung spezial­isiert­er Plat­tfor­men veröf­fentlichte elek­tro­n­is­che Büch­er, fall­en nicht unter die Preis­bindung.

Da hat man offen­bar noch einiges an Lob­by­tum in Bewe­gung geset­zt, um den Pas­sus aus den Begrün­dun­gen her­aus zu bekom­men.

Ob man sich mit dem Börsen­vere­in und dessen Treuhän­derkan­zlei, die über die Ein­hal­tung der Buch­preis­bindung wacht und dafür auch gern mal abmah­nt, anle­gen möchte, muss man natür­lich als Self­pub­lish­er abwä­gen. Es kön­nte allerd­ings sein, dass Börsen­vere­in und Co. wie bish­er lieber die Schaf­fung eines Präze­den­z­falls unbe­d­ingt ver­mei­den möcht­en. Ein rechtlich­es Restrisiko bleibt, denn was die juris­tis­che Pow­er ange­ht, sitzt der Börsen­vere­in sich­er am län­geren Hebel und bere­its dieses Drohszenario kön­nte ver­hin­dern, dass Selb­stver­leger Exper­i­mente wagen, hier das Recht also durch Inter­es­sen­grup­pen selb­st­gemacht wird.

Man kön­nte an dieser Stelle auch mal darüber nach­denken, warum Mat­ting so offen­siv eine andere Mei­n­ung ver­tritt. Vielle­icht weil er Mit­glied und 1. Vor­sitzen­der eines Self­pub­lish­er-Vere­ins ist, der in den Räu­men des Börsen­vere­ins gegrün­det wurde?

In meinen Augen ist das Buch­preis­bindungs­ge­setz ohne­hin ein fos­siler Ein­griff in den Markt, der es der Branche ermöglicht, kartel­lar­tige Struk­turen zu schaf­fen und schwächere Mark­t­teil­nehmer auszu­booten. Es gehört abgeschafft.

Wortwerke: Buchhandlungen für Bücher von Selbstverlegern und Kleinverlagen

Wortwerke: Buchhandlungen für Bücher von Selbstverlegern und Kleinverlagen

Logo Wortwerke

Und es gibt sie doch, die Buch­händler, die anders denken und nicht am Gestern kleben:

Bei »Wortwerke« han­delt es sich um eine Buch­hand­lung aus Bad Sege­berg, die inzwis­chen über mehrere Fil­ialen ver­fügt (bis­lang lei­der nur in Nord­deutsch­land: Husum und Bre­mer­haven) und die sich auf die Büch­er von Selb­stver­legern und Klein­ver­la­gen spezial­isiert haben. Das ste­ht im krassen Gegen­satz zum Regelfall bei deutschen Buch­händlern, die Klein­ver­lags­büch­er nicht bestellen wollen, wenn der Großhändler sie zwar gelis­tet hat aber nicht direkt liefern kann, oder die bei Selb­stver­legern gar nicht erst anfra­gen, weil ihnen das zuviel Aufwand bedeutet. Alles keine Aus­nah­men son­dern nach meinen Erfahrun­gen eher die Regel, deswe­gen kann man einen Ansatz wie bei Wortwerke gar nicht hoch genug loben.

Die Betreiber schreiben auf Wortwerke:

Wir von »Wortwerke« haben uns auf die Präsen­ta­tion und den Verkauf von Büch­ern selb­stver­legen­der Autoren und Klein­ver­la­gen spezial­isiert.
Bei uns find­en Sie Werke von Inter­net-Best­sellern und Außen­seit­ern, von Debü­tau­toren und Wieder­hol­ungstätern, von  Jungschrift­stellern und »alten Hasen«.
Ob Liebesro­man oder Fan­ta­sy, Kri­mi oder Sach­buch, Bel­letris­tik oder Leses­toff für die Kleinen, Kurzgeschicht­en­samm­lun­gen oder Fic­tion: Unsere Regale sind voll mit Schätzen, die pures Lesev­ergnü­gen ver­sprechen. Und es ist für jeden etwas dabei.
Doch auch Kün­stler wie Maler, Design­er, Bild­hauer, Töpfer­er und Gold­schmiede find­en hier eine Plat­tform, ihre Werke in Ausstel­lun­gen zu präsen­tieren. Das Ange­bot vari­iert von Fil­iale zu Fil­iale, es lohnt sich also, immer ein­mal wieder here­inzuschauen.

Doch das ist nicht alles. In den Fil­ialen gibt es auch kuli­nar­ische Zusatzange­bote, wie Kaf­fee, Tee oder Kuchen, bei denen man in ein »Schmök­er-Exem­plar« in aller Ruhe hinein­se­hen kann. Und abschließend existiert auch ein Ver­anstal­tungskalen­der, denn Autoren lesen vor Ort.

Aktuelle Infor­ma­tio­nen find­et man auch auf Face­book.

Bra­vo! Ich hoffe, dass diesem äußerst pos­i­tiv­en Beispiel viele fol­gen wer­den.

[Update 15:20] Es war dann doch zu schön, um wahr zu sein, denn die Kon­di­tio­nen sind lei­der nicht akzept­abel, wie ich ger­ade erfahre: Es han­delt sich gar nicht um eine Buch­hand­lung im üblichen Sinne, denn die Self­pub­lish­er und Ver­lage müssen dort Regalplatz mieten. Wird ein Buch im Miet­zeitraum verkauft, erhält man 100% der Erlöse, wird es das nicht, hat man das Geld in den Wind geschossen. Das Prob­lem dabei ist: Wenn man als Klein­ver­lag oder Self­pub­lish­er mehrere Büch­er platziert, die sich aber nicht, oder nur vere­inzelt verkaufen, bedeutete das im schlimm­sten Fall mehrere hun­dert Euro Ver­lust.

Schade, es hätte so schön sein kön­nen. Das Risiko auss­chließlich auf den Anbi­eter auszu­lagern mag aus Buch­händler­sicht erstrebenswert sein, für alle Anbi­eter abseits von Best­seller­autoren ist das aber in meinen Augen eine ganz miese Geschäft­sprak­tik.

Logo »Wortwerke« Copy­right Buch­hand­lung Wortwerke Bian­ca Bold­u­an

Wirmachendruck.de: kein cremefarbenes Papier?

Wirmachendruck.de: kein cremefarbenes Papier?

wirmachendruckEigentlich wollte ich die bei­den Gaslicht-Bände der Steam­punk-Chroniken, deren Druck­fas­sun­gen nun endlich fer­tig gewor­den sind, wie üblich bei Books­fac­to­ry druck­en lassen. Da die aber zick­ten und unbe­d­ingt einen Nach­weis der Zuteilung mein­er USt-ID haben woll­ten (die hat­te ich nicht mehr griff­bere­it und hätte sich bei der Finanzver­wal­tung anfordern müssen, was Wochen dauern würde, da hat­te ich die Fax­en dicke), habe ich den Druck­auf­trag storniert.

Auf der Suche nach ein­er Alter­na­tive fiel mir wirmachendruck.de ein, die waren mir bere­its mehrfach emp­fohlen wor­den und wir hat­ten auch bere­its Fly­er und ein Book­let dort druck­en lassen, deren Qual­ität gut war.

Bei der Nutzung des Kon­fig­u­ra­tors gibt es nur fest vorgegebene Buch­größen, da hat­te mir allerd­ings schon mal jemand mit­geteilt, dass auch Son­der­for­mate kein Prob­lem darstellen. Der kalkulierte Preis für ein A5-Buch (meine wären etwas klein­er) war auch grandios und deut­lich gün­stiger als bei Books­fac­to­ry. Was ich allerd­ings nicht erken­nen kon­nte war, welche Papier­sorte ich nehmen musste. Wie bei den anderen Bän­den auch – und wie bei Bel­letris­tik üblich – wollte ich kein rein­weißes Papi­er, son­dern ein leicht cre­me­far­benes (also beispiel­sweise Munken Cream). Um nicht lange auf eine Email zu warten, rief ich die Sup­port-Hot­line an. Und was ich da erfuhr, war schon erstaunlich.

Nein, im Kon­fig­u­ra­tor gäbe es keine Option für cre­me­far­benes Papi­er. Meine Frage, wie das sein könne, da man doch auch Bel­letris­tik-Kun­den ansprechen wolle, kon­nte mir die Dame nicht beant­worten. Sie wisse aber, dass dieses Papi­er vor­rätig sei. Ich solle doch bitte eine Son­der­an­frage über Online­for­mu­lar ein­re­ichen, dann könne man mir ein Ange­bot machen. Das könne aber bis zu 48 Stun­den dauern.

Gnarf. Wofür eine Tele­fon­hot­line, wenn die eine ein­fache Anfrage nicht beant­worten kann?

Also mir die Zeit genom­men und das For­mu­lar mit den nöti­gen Infor­ma­tio­nen befüllt. Erfreulicher­weise kam bere­its heute mor­gen eine Antwort, allerd­ing war die Antwort nicht zufrieden­stel­lend. Ein Soft­cover­druck ist bei wirmachendruck.de mit cre­me­far­ben­em Papi­er nicht möglich. Obwohl es laut Hot­line vor­rätig ist.

Sehr geehrter Herr Holzhauer,

vie­len Dank für Ihre indi­vidu­elle Anfrage bei WIRma­chen­Druck und das
damit in uns geset­zte Ver­trauen.

Bedauer­licher­weise müssen wir Ihnen zu diesem Zeit­punkt auf­grund des Papiers mit­teilen,
dass es uns nicht möglich ist Ihnen ein entsprechen­des Ange­bot zukom­men zu lassen.

Wir hof­fen in diesem Zuge auf Ihr Ver­ständ­nis und wür­den uns sehr freuen,
wenn Sie uns zukün­ftig bei weit­eren indi­vidu­ellen Anfra­gen wieder
berück­sichti­gen wür­den.

Für weit­ere Fra­gen ste­hen wir Ihnen selb­stver­ständlich […] zur Ver­fü­gung

Für pro­fes­sionell halte ich das nicht. Damit ist wirma­chen­druck für Per­so­n­en, die keine Soft­cov­er-Büch­er mit rein­weißem Papi­er möcht­en, nicht nutzbar, egal wie ver­meintlich gün­stig ihr Ange­bot auch sein mag und wie sehr sie auf ihrer Web­seite damit angeben, Test­sieger bei irgendwem gewor­den zu sein. Und wenn man laut der Wer­bung auf der Web­seite so ein­deutig auch Self­pub­lish­er als Kun­den wer­ben  möchte:

Buch­druck in höch­ster Qual­ität – Seite für Seite. Sie möcht­en ver­lag­sun­ab­hängig Ihr Buch veröf­fentlichen und suchen nach ein­er zuver­läs­si­gen Druck­erei für hochw­er­ti­gen Buch­druck? Wir druck­en Ihre Büch­er auf mod­ern­sten Druck­maschi­nen zu ungewöhn­lich gün­sti­gen Preisen, auch in kleinen Aufla­gen. […] Schwarz/Weiß- oder Farb­druck sowie ver­schiedene For­mate und Papiere ste­hen zur Ver­fü­gung.

… dann ist es noch viel unver­ständlich­er, warum sie ein sim­pel­stes Stan­dard­pa­pi­er nicht zur Ver­fü­gung stellen kön­nen.

Ich suche dann mal weit­er, für den Buch­druck kann ich wirmachedruck.de lei­der vergessen.

Nach­trag: Auf Twit­ter ist »Mell« ern­sthaft der Mei­n­ung, »die Nach­frage sei nicht hoch genug« und behar­rt auch darauf. Soll das heißen, die verkaufen ern­sthaft haufen­weise ahnungslosen Kun­den Büch­er, bei denen man auf­grund des weißen Papiers schnee­blind wird? Wie verträgt sich das mit der über­all auf der Web­seite getätigten Wer­beaus­sage, dass man seine Kun­den so grandios berät und begleit­et?

Nach­trag zwei: Ich habe jet­zt trotz­dem ein Kon­to angelegt, um ein Papier­muster­buch zu bestellen (wer weiß, ob »Natur­pa­pi­er« nicht doch den gewün­scht­en Vor­gaben entspricht? Der Sup­port wusste es jeden­falls nicht wirk­lich). Und da dann gle­ich der nächte Knüller: Das Kon­to wird ohne das in Deutsch­land zwin­gend vorgeschriebene Dou­ble-Opt-In ein­fach mal unver­i­fiziert durchge­führt. Ich kann also für beliebige Per­so­n­en, deren Emailadresse ich kenne, ein Kon­to eröff­nen. Das wäre mein­er Ansicht nach sofort abmahn­bar.

Nach­trag drei: Und pampig wird sie auch noch.

Nach­trag vier: Wenn es keine Nach­frage für cre­me­far­benes Papi­er gibt (was ich mir nur schw­er vorstellen kann, da dieses für Bellestris­tik eigentlich Stan­dard ist), sollte man diese Nach­frage vielle­icht erzeu­gen? Also liebe Self­pub­lish­er, fragt doch ein­fach mal bei wirma­chen­druck an, ob ein Soft­cover­druck mit cre­me­far­ben­em Paier möglich ist. Entwed­er über deren Kon­tak­t­for­mu­lar (beispiel­sweise unter »Lob, Kri­tik und Anre­gun­gen«), oder via Emails an info[at]wir-machen-druck[dot]de. Und immer schön fre­undlich bleiben. :)

Die neue Fassung des Buchpreisbindungsgesetzes – ein Kommentar

Die neue Fassung des Buchpreisbindungsgesetzes – ein Kommentar

eBook-ParagraphBeim Börsen­vere­in und dessen Mit­gliedern herrschte zuerst ein­mal große Freude, wie man den ver­schiede­nen Pub­lika­tio­nen online leicht ent­nehmen kon­nte. Hat­te man es durch inten­sive Lob­b­yarbeit doch durchge­set­zt, dass eBooks expliz­it ins Buch­preis­bindungs­ge­setz aufgenom­men wur­den. Und das, obwohl man seit Jahren behauptete, dass dieses ohne­hin auch für elek­tro­n­is­che Büch­er gelte. Und man hat­te auch ein­deutig mit Abmah­nun­gen gedro­ht, sollte ein Häretik­er das anders sehen und von der wahren Lehre abwe­ichen. Doch so sich­er scheint man sich dann selb­st doch nicht gewe­sen sein, wenn man es den­noch für notwendig hielt, diese Geset­zesän­derung her­beizuführen, die in der let­zten Woche ver­ab­schiedet wurde und am 1. Sep­tem­ber 2016 in Kraft tritt.

Aber wie es scheint, hat sich irgend­je­mand beim Dik­tieren der Änderun­gen aufs Gröb­ste ver­tan. Oder vielle­icht hat ein Self­pub­lish­er an den For­mulierun­gen mit­gear­beit­et. Denn, oh Wun­der, eBooks von Self­pub­lish­ern sind aus­drück­lich vom neuen Gesetz ausgenom­men. Das kann nicht im Sinne des Börsen­vere­ins und sein­er Mit­glieder gewe­sen sein, denn diese Aus­nahme ver­schafft Self­pub­lish­ern deut­liche Wet­tbe­werb­svorteile.

Man ist als Selb­stver­leger nicht mehr gezwun­gen, darauf zu acht­en, dass seine Büch­er auf allen Plat­tfor­men gle­ich viel kosten. Ab dem Datum des Inkraft­tretens sind auch »zahl´ was Du willst«-Angebote oder -Bun­dles möglich, eben­so wie »zahl´ mit einem Tweet« oder ähn­liche Mod­elle. Und das sowohl für eBooks wie für Print­büch­er. Das ist aus Sicht der Self­pub­lish­er natür­lich über­aus erfreulich – und ich kann mir vorstellen, dass das bei den Mit­gliedern des Börsen­vere­ins eher für Heulen und Zäh­neklap­pern sor­gen dürfte. Man muss sich fra­gen, wie es sein kon­nte, dass das so durchrutschte? Hat man da bei der Lob­by tief und fest gepen­nt, dass das während der Entwick­lung der Geset­zesän­derung nicht auffiel? Hat­te man gehofft, die Poli­tik werde das schon richtig machen? Dabei weiß man doch, wie handw­erk­lich schlecht etliche Geset­ze der let­zten Jahre sind.

Wie handw­erk­lich schlecht die Geset­zesän­derun­gen auch in ander­er Hin­sicht sind, zeigt der neue Absatz über den »Let­ztab­nehmer in Deutsch­land«, der dazu führen soll, dass aus­ländis­che Verkäufer das Buch­PrG nicht umge­hen kön­nen (wie das bish­er beispiel­sweise gewisse britis­che Anbi­eter tat­en). Nach Kom­mentaren von Juris­ten, die ich las, ist durch die For­mulierung hier nicht der Wohn­sitz auss­chlaggebend, son­dern wo sich dieser Let­ztab­nehmer zum Zeit­punkt des Kaufs befind­et. Sprich: Bin ich im Urlaub, beispiel­sweise in den Nieder­lan­den, kann ich preis­ge­bun­dene Büch­er möglicher­weise gün­stiger bekom­men. Man muss sich fra­gen, wie das durchge­set­zt wer­den soll? Mit­tels Geolo­ca­tion? Das wäre pri­ma, ich bin Nutzer eines VPN-Dien­stes, mit dem ich schein­bar aus ein­er Menge von Län­dern im Inter­net unter­wegs sein kann … Und bevor jet­zt wieder irgen­dein Schlaumeier lamen­tiert: Nein, die Nutzung von VPNs ist nicht nur völ­lig legal, son­dern auch für manche Anwen­dun­gen tech­nisch unab­d­ing­bar notwendig.

Damit kön­nte ich preis­ge­bun­dene Büch­er gün­stiger erwer­ben, weil ich den Anschein erwecke, kein Käufer aus Deutsch­land zu sein.

Und selb­st wenn die Inter­pre­ta­tion falsch wäre, und doch der Wohnort des Kun­den gilt: Wer will mich denn daran hin­dern, eine Aus­land­sadresse als Haup­tan­schrift beim Onli­neshop zu hin­ter­legen, und dann an eine abwe­ichende Zweitadresse in Deutsch­land liefern zu lassen? Wieder ein­mal – und wie so oft – hat der Geset­zge­ber die Möglichkeit­en des #neu­lands völ­lig überse­hen. Alte Män­ner mit Kugelschreibern und Faxgeräten …

Abschließend ist die Zemen­tierung des fos­silen Buch­preis­bindungs­ge­set­zes in meinen Augen der falsche Weg, weil hier eine kartel­lar­tige Struk­tur geset­zlich unter­stützt wird. Die Argu­men­ta­tion, dass die Buch­preis­bindung auch Nis­chen­pro­duk­te ermögliche, ist ohne­hin eine Lächer­liche, wenn man sich ansieht, was die Pub­likumsver­lage so an bil­ligem und mies lek­to­ri­ertem Massen­müll auf den Markt pumpen. Auch der Hin­weis auf kul­turelle Vielfalt zieht mein­er Ansicht nach nicht im Ger­ing­sten. Wenn dem so wäre, müsste es auch Preis­bindungs­ge­set­ze für Musik, Filme oder Com­put­er­spiele geben. Die gibt es aber nicht und man kann nicht sagen, dass es bei diesen Medi­en keine Vielfalt gäbe – sog­ar ganz im Gegen­teil.

So wer­den wir aber weit­er mit diesem unzeit­gemäßen Gesetz leben müssen. Dass die Self­pub­lish­er davon ausgenom­men wur­den, erfreut mich dann aber doch – das kann man fast pro­gres­siv nen­nen, auch wenn es mit großer Wahrschein­lichkeit nur ein Verse­hen war.

Kor­rek­tur: Nur eBooks von Self­pub­lish­ern fall­en offen­bar nicht unter die Buch­preis­bindung, für Print­büch­er gilt sie. Mein Fehler. Und natür­lich völ­lig daneben, warum diese Unter­schei­dung? Der entsprechende Pas­sus ste­ht nicht im Gesetz selb­st, son­dern in der Begrün­dung zum Gesetz, die Gerichte eben­falls zur Inter­pre­ta­tion her­anziehen.

Grafik von mir, CC BY-NC-SA

Verlage liefern Qualität – bei Heyne muss man daran zweifeln

Verlage liefern Qualität – bei Heyne muss man daran zweifeln
Screenshot Heyne eBook
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Eines der größten Argu­mente von Ver­la­gen für ihre Arbeit (und ihre teils gepf­ef­fer­ten Preise) ist: »Wir liefern Qual­ität!« Und mit diesem Qual­ität­sanspruch schaut man gern auf die vor sich hin frick­el­nden Self­pub­lish­er herab.

Wie sieht denn die Real­ität aus? Zumin­d­est bei Heyne nicht gut. Chris­tine Ulrich fand in einem eBook des Ver­lags, näm­lich Richard Mor­gans GLÜHENDER STAHL, gle­ich haufen­weise Fehler, wie man den Bild­schirm­fo­tos ent­nehmen kann. Die Liste der Patzer ist groß. Jede Menge Kur­sivschrift, wo die defin­i­tiv nicht hinge­hört, falsche Buch­staben (»m« statt »rn«, »F« statt »E«), oder zusam­mengeschriebene Wörter, die nicht zusam­mengeschrieben sein dür­fen. Dafür bezahlt man doch die von Heyne ange­sagten 10,99 Euro für das eBook richtig gerne. Nicht.

Was ich daran am erschreck­en­sten finde: Ich hätte angenom­men, dass Ver­lage die bish­eri­gen Work­flows erweit­ern, um die ohne­hin elek­tro­n­isch vor­liegen­den Dateien über Kon­vert­er in eBooks zu ver­wan­deln. Zumin­d­est würde ich das so machen, let­z­tendlich ist der Unter­schied eigentlich nur eine andere XSL-Trans­for­ma­tion, um statt eines PDFs ein valides epub oder mobi/azw auszugeben. Oder andere automa­tis­che Arten der Kon­vertierung.

Screenshot Heyne eBookWie aber jed­er weiß, der schon ein­mal mit Schrifterken­nungssoft­ware (OCR) gear­beit­et hat, sind die oben bemän­gel­ten Fehler exakt solche, die bei sub­op­ti­maler und unko­r­rigiert­er Schrifterken­nung entste­hen. Hat man bei Heyne das Buch etwa einges­can­nt und dann ohne Über­ar­beitung in ein eBook ver­wan­delt? Das wäre dann tat­säch­lich schon eine beachtliche Menge an Dummheit bei einem der namhaftesten deutschen Ver­lage. Oder inter­essiert das da keinen, weil eBooks ohne­hin nur ungeliebte Abfall­pro­duk­te des Print­mark­tes sind? Das Abliefern der­art grotest fehler­be­hafteter eBooks ist auf jeden Fall der beste Weg, es sich mit den Lesern zu ver­scherzen. Schuld sind dann am Ende wieder die Raubkopiert­er­ror­is­ten, nie die Ver­lage selb­st.

Ja, ich weiß, es han­delt sich um ein eBook aus dem Jahr 2010, da hat­te man es vielle­icht noch nicht so mit der Tech­nik … Hätte man es nicht inzwis­chen kor­rigieren und die Leser darauf hin­weisen kön­nen?

Dass das bis heute kein Einzelfall ist, zeigt ein Kom­men­tar auf Face­book, nach dem auch der neue Lukia­nenko (Heyne) und Richard Schwartz´ WANDERER (Piper) vor Fehlern nur so strotzen.

Ist das diese leg­endäre Qual­ität, über die die Ver­lage immer sal­badern, und die unter anderem als Begrün­dung für die über­zo­ge­nen eBook-Preise ange­führt wird?

Ich werde mal ver­suchen, von Heyne eine Stel­lung­nahme zu erhal­ten.

Wie sehen eure Erfahrun­gen mit Fehlern in Ver­lags­büch­ern aus? Mein­er Ansicht nach treten die in let­zter Zeit gehäuft auf.

Update: Das ging ger­ade an Heyne raus:

Sehr geehrte Frau xxx,

wie ich auf Phan­taNews berichtete, find­en sich in der Heyne eBook-Fas­sung von Richard Mor­gans »Glühen­der Stahl« der­art viele Fehler, dass man das get­rost als grotesk beze­ich­nen kann.

Siehe hierzu mein Artikel vom heuti­gen Tage:

Ver­lage liefern Qual­ität – bei Heyne muss man daran zweifeln

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
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Ich möchte auf diesem Weg um eine Stel­lung­nahme bit­ten, wie es dazu kom­men kon­nte und wie Sie den Verkauf­spreis angesichts der mis­er­ablen Qual­ität des Pro­duk­ts recht­fer­ti­gen wollen.

Ich weise darauf hin, dass Ihre Antworten im Rah­men eines weit­eren Artikels auf Phan­taNews the­ma­tisiert und wiedergegeben wer­den.


Mit fre­undlichem Gruß,
Ste­fan Holzhauer

PhantaNews.de
Phan­tastis­che Nachricht­en

Screen­shots von Chris­tine Ulrich.

Leipziger Buchmesse: »Veranstaltungen für Selfpublisher«?

Leipziger Buchmesse: »Veranstaltungen für Selfpublisher«?

LogoLBM16Matthias Mat­tig hat auf sein­er Web­seite eine Rei­he von »Ver­anstal­tun­gen für Self­pub­lish­er« auf der Leipziger Buchmesse zusam­mengestellt. Und sehe ich mir diese Liste an, dann wird deut­lich, dass es sich dabei tat­säch­lich vielmehr um »Wer­bev­er­anstal­tun­gen für klas­sis­che Ver­lage« han­delt.

Denn ein Blick auf die Aus­richter fördert mit großem Über­hang Dien­stleis­ter zutage, die aus den klas­sis­chen Branchen­struk­turen ent­standen sind, allen voran Books On Demand (Lib­ri-Tochter) und epub­li (Holtzbrinck), aber sog­ar die Börsen­vere­in­stochter MVB (Mar­ket­ing- und Ver­lagsser­vice des Buch­han­dels GmbH) möchte erläutern, warum man sich uuu­unbe­d­ingt den Struk­turen der Branche unter­w­er­fen muss.

Man möge mir vergeben, aber: das ist lächer­lich. Die ver­fol­gen auss­chließlich eine eigene Agen­da und wer glaubt, dass einem Self­pub­lish­er dort neu­trale und objek­tive Beratung erhal­ten, der glaubt auch an den Wei­h­nachts­mann.

Wer die mein­er Ansicht nach schlecht­en Kon­di­tio­nen bei BoD ken­nt, der weiß, warum er diesen Dien­stleis­ter mei­det. Bei epub­li sieht das ganz ähn­lich aus, zu denen werde ich in Kürze noch was schreiben, die sind möglicher­weise noch nicht ein­mal in der Lage, ihre eige­nen Verträge zu erfüllen. Und es inter­essiert sie auch nicht son­der­lich.

Deswe­gen: Wer diese Ver­anstal­tun­gen besucht, sollte sich ganz genau darüber im Klaren sein, wer da vorträgt, und welche Beweg­gründe die Dien­stleis­ter dabei haben. Und das ist mein­er Mei­n­ung nach nicht die opti­male Beratung der Self­pub­lish­er, son­dern die Mehrung des eige­nen Umsatzes. Und man sollte sich fra­gen, ob man Self­pub­lish­er gewor­den ist, um sich dann doch wieder den fos­silen Branchen­struk­turen zu unter­w­er­fen, wie es die MVB offen­sichtlich gern möchte. Vielmehr sollte sich sog­ar umgekehrt die Branche an die geän­derten Umstände anpassen (aber daran glaube ich in abse­hbar­er Zeit nicht).

Logo Leipziger Buchmesse Copy­right Leipziger Messe GmbH

Wo bleiben eigentlich die Leseproben?

Wo bleiben eigentlich die Leseproben?

Leseproben LogoRegelmäßige Leser wer­den sich erin­nern: Ich hat­te Self­pub­lish­er zum Ein­senden von Leseproben aufgerufen, die dann durch eine Jury begutachtet wer­den und hier auf Phan­taNews veröf­fentlicht wer­den soll­ten.

Wo bleiben die?

Zwei sind bere­its da. Der Rest kommt noch. Zum einen hat­te ich den Aufwand bei der Auf­bere­itung ein klein wenig unter­schätzt. Zum anderen hat­te ich viel um die Ohren, so dass ich mich dem nicht mit der erforder­lichen Sorgfalt wid­men kon­nte. Zum drit­ten aber – und das muss ich lei­der ganz offen sagen – waren die Zugriffe auf die bere­its erschiene­nen Leseproben (genauer gesagt: die zum Down­load ange­bote­nen Fas­sun­gen) erschreck­end ger­ing, so dass ich mir Gedanken darüber machen musste, inwieweit da der Aufwand der Dateier­stel­lung in Rela­tion zum Nutzen ste­ht.

Ich werde deswe­gen die Dar­re­ichungs­for­men ver­ringern. Statt der Onlinevari­ante plus drei ver­schiedene elek­tro­n­is­che For­mate (pdf, epub, mobi) wird es in Zukun­ft aller Voraus­sicht nach nur noch die Online­form und ein Dateifor­mat davon geben. Ich prüfe aber auch, ob ich eine Leseprobe, die hier online auf Phan­taNews erschienen ist, nicht ein­fach automa­tisiert in pdf und epub umwan­deln und zum Down­load anbi­eten kann. Das würde den Aufwand deut­lich ver­ringern.

Ergo: Kommt. In Kürze mehr.

tolino-media.de ist online – irgendwie

tolino-media.de ist online – irgendwie

Logo Tolino MediaIch hat­te hier über tolino-media.de, die Self­pub­lish­er-Plat­tform, der Toli­no-Allianz berichtet. Die scheint nun online zu sein, auch wenn so manch­es arg »mit heißer Nadel gestrickt« wirkt. Das war übri­gens der O-Ton eines Mitar­beit­ers des Betreibers auf Face­book.

Ich ver­suchte mich anzumelden, gab also meine Dat­en ein und klick­te auf »absenden«. Im Brows­er erschien erneut dieselbe Seite, meine eingegebe­nen Infor­ma­tio­nen waren noch vorhan­den, aber son­st passierte gar nichts. Nach mehreren Ver­suchen kam ich dem auf die Spur: Die Betreiber erlauben offen­bar keine Son­derze­ichen im Pass­wort (warum auch, wäre ja nur sich­er), weisen aber vor­sicht­shal­ber mal nicht darauf hin, damit es für den Nutzer span­nend bleibt.Weiterhin ver­wen­det die Seite ein ungültiges falsch einge­bun­denes SSL-Zer­ti­fikat (siehe auch Kyrs Kom­men­tar weit­er unten), darauf weist der Brows­er beim Aufrufen hin. Sehr ver­trauen­er­weck­end. Wenn die ein­fach­sten Dinge schon nicht klap­pen, habe ich arge Bedenken hin­sichtlich des Funk­tion­ierens der restlichen Plat­tform.

In meinen Augen aber höchst beden­klich ist, dass es kein­er­lei AGB hin­sichtlich vom Nutzer hochge­laden­er eBooks gibt. Die auf der Seite ver­link­ten Nutzungs­be­din­gun­gen befassen sich auss­chließlich mit der Nutzung der Web­seite. Rechtssichere Hin­weise dazu, unter welchen Bedin­gun­gen man seine Werke hochlädt, fehlen voll­ständig (oder ich habe sie trotz inten­siv­er Suche nicht gefun­den). Mir per­sön­lich wäre es deswe­gen derzeit viel zu gefährlich, dort eBooks hochzu­laden, denn man weiß nicht, welchen Regeln man sich damit unter­wirft.

p. s.: Nach wie vor wird damit gewor­ben, dass das Ein­stellen der Büch­er kosten­frei ist. Allerd­ings nur bis Jahres­be­ginn 2016. Da das immer wieder so betont wird, würde ich davon aus­ge­hen, dass ab diesem Zeit­punkt dafür ein Obo­lus erhoben wird, zusät­zlich zu den 30% die toli­no media ohne­hin bere­its erhält. Möglicher­weise wer­den etliche Self­pub­lish­er dann diese zusät­zlichen Kosten zäh­neknirschend auf sich nehmen, um in den angeschlosse­nen Shops präsent zu bleiben. Trans­parenz und autoren­fre­undlich­es Ver­hal­ten sieht in meinen Augen jedoch anders aus. Wenn man ab Anfang 2016 mehr nehmen möchte, kön­nte man das ein­fach mal ganz ehrlich sagen, statt sich um die Antwort herum zu lavieren.

p. p. s. (29.04.2015): Nutzer bericht­en von mas­siv­en Prob­le­men bei der Nutzung und beim Hochladen, wenn man andere Brows­er als den Inter­net Explor­er benutzt, also beispiel­sweise Fire­fox. Tja, sowas kommt dabei raus, wenn man Seit­en nicht mit mehreren Browsern testet. Mir scheint aber ohne­hin, dass kein umfan­gre­ich­er Test der Plat­tform stattge­fun­den hat. Auf­grund der offen­sichtlichen Prob­leme schon bei Kleinigkeit­en mache ich mir ern­sthafe Sor­gen über das Sicher­heit­skonzept. Wie lange mag es dauern, bis das Sys­tem von Inter­netkrim­inellen gehackt wird und die Nutzer­dat­en abge­grif­f­en wer­den?

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Der »Indie-Katalog« des Buchreports

Der »Indie-Katalog« des Buchreports

Screenshot Indie-KatalogJauchzet und frohlock­et, liebe Self­pub­lish­er, denn der Buchre­port ist euer Hei­land. In sein­er uner­messlichen Güte räumt er euch und euren Büch­ern einen Platz in seinem Novitätenkat­a­log ein, der im Herb­st als Print­fas­sung aber auch online erscheinen soll. Damit möchte er euch »eine Brücke zum Buch­han­del bauen«.

Zumin­d­est schreibt man das in einem Newsar­tikel und geriert sich als großer Gön­ner der Indies. Na, wenn das nicht vortr­e­f­flich zum »Welt­tag des Buch­es« passt.

Klickt man dann mal auf »weit­ere Infos«, wird der wahre Grund für die großzügige Auf­nahme der selb­st­pub­lizierten Werke in das Pam­phlet deut­lich: Abgreifen von Kohle.

Für einen nor­malen Buchein­trag soll der Self­pub­lish­er 99 Euro in den Klin­gel­beu­tel des Gön­ners wer­fen, für einen »Pre­mi­umein­trag« wer­den bere­its 149 Euro fäl­lig. Dieser Pre­mi­umein­trag unter­schei­det sich auf den ersten Blick durch eine ger­ingfügig größere Aus­dehnung und eine graue Hin­ter­legung des Textes. Na solch ein außeror­dentlich­er gestal­ter­isch­er Mehraufwand (der gegen Null tendiert) ist aber mal entspan­nt 50 Tack­en wert! Und das sind auch nur »Ein­führung­spreise«, um euch zu ködern. Später wirds ver­mut­lich teur­er.

indiekatalog

Man kann da auch Wer­bung schal­ten und ist mit ger­adezu lächer­lichen 880 Euro für eine Halb­seite dabei. Da greift man doch sofort gern zu. Ob die beim Buchre­port über­haupt auch nur ahnen, was durch­schnit­tliche Self­pub­lish­er abseits von Liebess­chmonzetten-Mil­lionärin­nen an ihren Büch­ern ver­di­enen?

Net­ter Ver­such. Ihr »öffnet euch nicht den Self­pub­lish­ern«, ihr möchtet ein­fach nur ihr Geld. Denn auch wenn die Indie-Büch­er im Kat­a­log ste­hen, wer­den die Buch­händler sie trotz­dem nicht bestellen und auch nicht verkaufen. In meinen Augen kann man seine Euros auch ein­fach cen­tweise in den Gul­ly rollen und hat mehr davon.

Screen­shots von mir, Inhalte Copy­right Haren­berg Kom­mu­nika­tion Ver­lags- und Medi­en-GmbH & Co. KG

Die Gewinner des Selfpublisher Leseproben-Wettbewerbs der NAUTILUS

Die Gewinner des Selfpublisher Leseproben-Wettbewerbs der NAUTILUS

leseprobenwettbewerb

Die Gewin­ner des Self­pub­lish­er E-Book Leseproben-Wet­tbe­werbs der NAUTILUS ste­hen fest.

Die NAUTILUS freut sich, im Rah­men des »Self-Pub­lish­er E-Book Leseproben-Wet­tbe­werbs« nun jene drei Inde­pen­dent E-Book Schrift­steller zu benen­nen, die von der Experten-Jury let­ztlich aus der finalen Short­list zum Sieger gekürt wur­den. Alle Siegerti­tel erre­icht­en in der Jury-Bew­er­tung einen Durch­schnitts-Score mit der Schul­note »gut«, in der Einzel­be­w­er­tung sog­ar bis »sehr gut«. Die Gewin­ner und ihre Titel sind in alpha­betis­ch­er Rei­hen­folge:

* Leonore Pothast: DAS LETZTE SPIEL
(High Fan­ta­sy, Deutsch­land, erschienen 06/2014 per Self-Pub­lish­ing als E-Book)
NAU­TILUS-Lek­tor Lars Schiele kennze­ich­net den Beitrag mit diesen Worten: »In dieser Erzäh­lung mit der Magie ein­er real­is­tisch-bru­tal­en Geschichte aus 1001 Nacht ver­fol­gen wir den geschick­ten Dieb und Ein­brech­er Ser­did, der dem Zauber ein­er Stat­ue ver­fällt und unter Räu­ber gerät.«

* Mar­tin Riesen: AUSSERGEWÖHNLICHE AUTOMATONS
(Steam­punk, Schweiz, erschienen 11/2014 per Self-Pub­lish­ing als E-Book und Taschen­buch)
Die NAUTILUS sagt: »Eine span­nende Steam­punk-Geschichte im fik­tiv­en Jahr 1874 mit der beza­ubernd-intel­li­gen­ten Johan­na Bilse, die sich in ein­er von Män­nern beherrscht­en Gesellschaft als geniale Lochkarten­pro­gram­miererin erweist.«

* Markus Till­manns: TEUFEL
(Hor­ror, Deutsch­land, erschienen 11/2014 per Self-Pub­lish­ing als E-Book und Taschen­buch)
Die NAUTILUS sagt: »Das abso­lut Böse bricht in die Welt der kleinen Li ein und enthüllt die Äng­ste und Schreck­en unseres All­t­ags. Die Schilderung des Fam­i­lien­lebens trifft den Leser dort, wo es wehtut.«

Die siegre­ichen Leseproben der drei Gewin­ner-Romane erscheinen jew­eils promi­nent auf vier Farb­seit­en in der Heft­mitte kom­mender Aus­gaben des monatlichen Mag­a­zins NAUTILUS – Aben­teuer & Phan­tastik des Jahres 2015 print, dig­i­tal und online.

weit­er­lesen →

Leseproben: Die Jury

Leseproben: Die Jury

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Am Fre­itag hat­te ich hier auf Phan­taNews ein neues Pro­jekt aus der Taufe gehoben – Die Self­pub­lish­er-Leseproben. Ein paar Texte sind auch tat­säch­lich bere­its eingetrudelt. Das Prozedere ist hier­bei wie fol­gt: Ihr schickt mir die Leseproben per Mail und ich stelle diese dann den Jurymit­gliedern zur Ver­fü­gung. Sagt ein Mit­glied der Jury »das nehmen wir«, dann ist die Leseprobe angenom­men und wird auf Phan­taNews veröf­fentlicht. Damit das neu­traler geschehen kann, kenne nur ich die Namen der ein­senden­den Autoren, die Jurymit­glieder bekom­men die Texte anonymisiert.

Die Jury möchte ich in diesem Artikel vorstellen (die Rei­hen­folge ist bis auf eine Aus­nahme alpha­betisch):

Anja Bagus, Jahrgang 1967 lebt im Ruhrge­bi­et mit Katzen, Hund, Mann und Kind. Nach Studi­um und tausend Jobs hat sie eine Aus­bil­dung zur Heil­prak­tik­erin gemacht, bevor sie mit dem Schreiben von Steam­punk-Roma­nen begann. www.anja-bagus.de

Andreas Dresen, Jahrgang 1975, lebt mit Frau, Katzen, Hasen und zu vie­len Büch­ern in Aachen. Neben sein­er Arbeit als Dipl.Kaufmann schreibt er Phan­tastik, Sci­ence Fic­tion, Steam­punk und Geschicht­en über das Meer. www.andreas-dresen.de

Bernd Mey­er, Jahrgang 1968, lebt im flachen Nord­deutsch­land unter der Fuch­tel von Frau, Tochter und den Katzen. Neben eini­gen aus­pro­bierten Berufen wandte er sich dem Schreiben zu, in der Hoff­nung, damit irgend­wann seine Hob­bies finanzieren zu kön­nen. www.bedlamboys.de

Sabine Osman, Jahrgang 1970, macht mit Mann und Katzen das Saar­land unsich­er. Nach lan­gen Jahren in einem Zeitungsjob, ist sie nun als Tex­terin und Autorin selb­st­ständig. Ihre Schreib- und Lese­lei­den­schaft gilt der Fan­ta­sy. sabineosman.de

Ach ja, und ich natür­lich eben­falls (wobei ich aus organ­isatorischen Grün­den natür­lich die Autoren der einge­sandten Leseproben kenne):

Ste­fan Holzhauer, Jahrgang 1965, lebt mit Langzeit­fre­undin, Ech­sen und mehr Com­put­ern als nötig im Ber­gis­chen Land. Eigentlich ist er freiberu­flich­er IT-Berater, betreibt aber auch das Phan­tastik-Por­tal Phan­taNews und ist neuerd­ings zudem als Autor in Erschei­n­ung getretenphantanews.de

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