Mini-Rant: Was läuft eigentlich in diesem deutschen SF-Fandom falsch?

Mini-Rant: Was läuft eigentlich in diesem deutschen SF-Fandom falsch?

Jed­er, der sich inten­siv­er mit Sci­ence Fic­tion beschäftigt, weiß was Fanzines sind. Fanzines sind von Fans her­aus­gegebene Mag­a­zine, die sich mit Aspek­ten der SF und ver­wandten Gebi­eten beschäfti­gen. Die gibt es seit vie­len, vie­len Jahren, seit man als Sterblich­er abseits von Ver­la­gen halb­wegs brauch­baren Zugriff auf Vervielfäl­ti­gungsmeth­o­d­en für Totholz bekam. Ich kann mich noch an Fanzines erin­nern, die vor dem großflächi­gen Entste­hen von Copy­shops mit Spir­i­tus-Umdruck ent­standen sind. Mit Stück­zahlen, die man an vier Hän­den abzählen kon­nte. Oder drei. Oder 20. Es gab Fanzines mit den ver­schieden­sten Inhal­ten, manche befassten sich sekundär­lit­er­arisch mit dem Gerne, andere bracht­en selb­stver­fasste Sto­ries, wieder andere waren reine Egozines, die ver­mut­lich meis­ten ein Mix aus all dem. Fanzines waren ein Aspekt des Gen­res und des Hob­bies, das nicht wegzu­denken war – und streng genom­men bis heute ist.

Aber wenn wir das mal mit etwas Abstand und objek­tiv betra­cht­en, dann waren das Pub­lika­tions­for­men für jed­er­mann, lange bevor so etwas wie das Inter­net oder Self­pub­lish­ing all­ge­mein ver­füg­bar waren. Mag­a­zine, die in eben­falls ein­er Art von Self­pub­lish­ing erschienen sind.

Und da kom­men wir zum Punkt: Angesichts dieser jahrzehn­te­lan­gen His­to­rie des Self­pub­lish­ings im deutschen SF-Fan­dom kann ich abso­lut nicht nachvol­lziehen, warum etliche Pro­tag­o­nis­ten dieses Geron­tenstadls dieser Grup­pierung heutzu­tage via Self­pub­lish­ing veröf­fentlichte Werke oder Kurzgeschicht­en­samm­lun­gen pauschal als »Mist« ablehnen, ohne auch nur mal ein Blick hinein gewor­fen zu haben? Warum find­en Self­pub­lish­ing-Werke kein­er­lei Berück­sich­ti­gung, wenn es um Preise aus dem Dun­stkreis »deutsches SF-Fan­dom« geht, Veröf­fentlichun­gen in Fanzines – die heute bisweilen noch wie mit Spir­i­tusum­druck hergestellt wirken, selb­st wenn sie eine Webpräsenz sind – aber schon? Wird da mit zweier­lei Maß gemessen? Weil »wir das noch nie so gemacht haben«? Warum? Ich kann es ein­fach nicht nachvol­lziehen, denn es gibt fra­g­los im Bere­ich SF via Self­pub­lish­ing haufen­weise bemerkenswerte Veröf­fentlichun­gen, sog­ar welche, die ander­swo Preise ein­heim­sen kön­nen. Warum wer­den die nicht zur Ken­nt­nis genom­men? Weil ger­ade die Juroren für SF-Preise eine neue Tech­nolo­gie wie eBooks und eBook-Read­er als neu­modis­ches Teufel­swerk ablehnen und lieber verzückt an Druck­er­schwärze und Buchrück­en­kleb­stoff von bedruck­tem Totholz schnüf­feln? Und weil sie nicht erken­nen, dass Self­pub­lish­ing so weit vom Fan­dom-Klas­sik­er Fanzine nicht ent­fer­nt ist? Oder sind sie ver­grätzt, dass wir heute in der Lage sind, Sto­rysamm­lun­gen via Ama­zon großflächig unters Volks zu brin­gen, statt nur zwei Hand­voll handgeklam­mert­er nach Sprit riechen­der Umdruck-Hefte verteilen oder per Post ver­schick­en zu kön­nen? Warum lehnen Urgesteine, die uns früher mit mehr oder weniger schlecht kopierten Fanzines zweifel­haften Inhalts gequält haben (die aber den­noch als Fan-Arbeit selb­stver­ständlich liebens- und bemerkenswert waren), heute andere Fans ab, die eigentlich genau das­selbe tun?

Ich ver­ste­he es nicht. Ich ver­ste­he es wirk­lich nicht.

p.s.: Nein, es geht dies­mal nicht um den DPP, selb­st wenn der sich auch jahre­lang mit Hän­den und Füßen gegen Self­pub­lish­ing gewehrt hat.

Header­bild Copy­right: Stock­Un­lim­it­ed

VG Wort-Rückzahlungen: Karen Köhler versteht unser Rechtssystem nicht

VG Wort-Rückzahlungen: Karen Köhler versteht unser Rechtssystem nicht

eBook-Paragraph

In einem Kom­men­tar auf der Web­seite der Zeit wirft Autorin Karen Köh­ler Mar­tin Vogel ern­sthaft vor, dass er durch seinen Rechtsstre­it Ver­lage zer­stören wird. Ich muss es ganz offen sagen: Bei so einem Rechtsver­ständ­nis wird mir schlecht. Vogel hat einen Rechtsver­stoß gese­hen, von dem er per­sön­lich betrof­fen ist, und hat den kor­rek­ten Weg gewählt: Den durch die Instanzen der Gerichte. Und die haben Recht gesprochen, und höch­strichter­lich fest­gestellt, dass die Prax­is der VG Wort-Auss­chüt­tung an Ver­lage rechtswidrig ist.

Rechtswidrig. Höch­strichter­lich.

Das sind Vok­a­beln, die einem zu denken geben soll­ten, bevor man sich als Autorin vor den Kar­ren von Börsen­vere­in und Co. span­nen lässt und einen Kom­men­tar veröf­fentlicht, der inhaltlich der­maßen daneben ist und das Opfer zum Täter machen soll.

Grund für den Artikel dürfte sein, dass die VG Wort jet­zt Rück­zahlun­gen der rechtswidrig aus­geschüt­teten Beträge ein­fordert. Und das tun sie in kom­pro­miss­los­er Weise, die für mich abso­lut nicht nachvol­lziehbar ist. Selb­st kle­in­ste Ver­lage sollen sofort den gesamten, über Jahre aufge­laufe­nen, Betrag über­weisen.

Man muss sich hier mehrere Fra­gen stellen:

An erster Stelle natür­lich, warum sich die Ver­w­er­tungs­ge­sellschaft so vehe­ment weigert, Stun­dungs- oder Raten­zahlungsvere­in­barun­gen anzu­bi­eten (Update: siehe unten – ver­ant­wortlich ist die Autoren­ver­samm­lung, bitte den Rest des Artikels unter dieser für mich neuen Voraus­set­zung sehen). Man kön­nte fast den Ein­druck gewin­nen, als wolle man in voller Absicht ein paar kleine Ver­lage über die Klinge sprin­gen lassen, um zu zeigen: »seht ihr, wir haben es doch gesagt!«. Die Gericht­surteile geben in let­zter Kon­se­quenz nicht her, dass es keine Flex­i­bil­ität bei der Rück­zahlung geben kön­nte, es wurde allein die Auszahlung­sprax­is für rechtswidrig erk­lärt. Deswe­gen wieder­hole ich meine Frage: Warum zeigt die VG Wort kein­er­lei Ent­ge­genkom­men bei den Rück­forderun­gen? Warum gibt es keine Härte­fall­regelun­gen? Weil es ihnen zuviel Arbeit ist? Weil sie konkrete Ziele mit der star­ren Hal­tung ver­fol­gen (siehe oben)? Mein­er Ansicht nach kön­nte man das Ver­hal­ten der VG Wort beina­he als mafiös beze­ich­nen.

Eine weit­ere Frage ist: Warum hat man seit­ens des Börsen­vere­ins und der VG Wort jahre­lang so getan, als sei das alles über­haupt kein Prob­lem und werde am Ende irgend­wie wegge­hen, statt sich und die Ver­lage auf den abse­hbar kom­menden Ern­st­fall vorzu­bere­it­en? Es hätte konkrete War­nun­gen geben müssen, sich durch Rück­la­gen auf Rück­zahlun­gen einzustellen, das hätte über all die Jahre, die das Ver­fahren läuft, bere­its geschehen kön­nen. Stattdessen hat man medi­en­wirk­sam und pro­pa­gan­daar­tig die ganze Zeit kol­portiert, dass Vogel am Ende eh ver­lieren wird. Das war hoch gepok­ert und der Bluff ist am Ende geplatzt. Hät­ten VG Wort und Börsen­vere­in statt »Hurra-Wir-Gewinnen!«-Tamtam nicht die Auf­gabe gehabt, die Ver­lage real­is­tisch auf das vorzu­bere­it­en, was kommt? Warum ist das weitest­ge­hend unterblieben? Was ist von einem Vere­in zu hal­ten, der seine Mit­glieder der­art falsch berät?

Nein, Mar­tin Vogel hat hier nicht mal einen Ansatz von Schuld, denn der hat das Rechtssys­tem genutzt, und dieses hat ihm durch alle Instanzen das ihm zuste­hende Recht auch zuge­bil­ligt. Wenn Ver­la­gen und auch manchen Autoren das nicht passt, kann ich das nachvol­lziehen, aber auch Ver­lage ste­hen nicht außer­halb des Rechtssys­tems. Sie haben die Möglichkeit, auf den Geset­zge­ber Ein­fluss zu nehmen, oder es zumin­d­est zu ver­suchen, um Änderun­gen her­beizuführen. Wenn Autoren weit­er wollen, dass Ver­lage mehr Geld bekom­men, ste­ht es ihnen sog­ar ohne Geset­zesän­derun­gen frei, entsprechende Verträge mit ihren Ver­la­gen abzuschließen.

An der nun konkret ent­stande­nen Mis­ere viel­er Klein­ver­lage hat in erster Lin­ie die VG Wort Schuld, indem sie keine Möglichkeit zur Stun­dung oder Raten­zahlung ein­räumt – aus Grün­den, die nur die Ver­ant­wortlichen bei der Ver­w­er­tungs­ge­sellschaft ken­nen. Die ver­ständliche Wut sollte sich gegen den diejeni­gen richt­en, die die Zahlun­gen nun kom­pro­miss­los ein­fordern, und die sitzen bei der VG Wort. Und man kön­nte auch einen Groll gegen den Börsen­vere­in hegen, der wider besseren Wis­sens jahre­lang behauptet hat, dass Vogel niemals erfol­gre­ich sein wird.

Aber bitte ver­sucht nicht, mit Pro­pa­gan­damaß­nah­men das Opfer zum Täter zu machen.

Ich habe großes Ver­ständ­nis für die zum Teil prekäre Sit­u­a­tion der Klein- und Kle­in­stver­lage. Und bin dafür, dass die Ver­ant­wortlichen für diese Sit­u­a­tion deut­lich benan­nt wer­den: diese sitzen in meinen Augen im Vor­stand der VG Wort und ver­weigern ohne Anse­hen von Härte­fällen jegliche Stun­dun­gen und Raten­zahlun­gen. Das ist der eigentliche Skan­dal. Wenn jemand gegen irgend­was protestieren möchte, dann sollte er über­legen, ob dieser Protest bei der VG Wort nicht erhe­blich bess­er aufge­hoben ist, als gegen Mar­tin Vogel.

[Update:] Hol­ger Klie­man­nel kom­men­tiert auf Face­book:

Zu Dein­er Frage: »An ers­ter Stel­le na­tür­li­ch, war­um sich die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft so ve­he­ment wei­gert, Stun­­dungs- oder Ra­ten­zah­lungs­ver­ein­ba­run­gen an­zu­bie­ten.« Das hat­ten sie gemacht, wurde jedoch auf der Hauptver­samm­lung von den anwe­senden Autoren block­iert (müsste jet­zt mal die Unter­la­gen durch­forsten, irgend­wo im Brief der VG Wort ste­ht »Stun­dungsmöglichkeit­en, die die Leitung der VG Wort vorgeschla­gen hat, wur­den abgelehnt.«). Vogel hat­te ja dazu aufgerufen, dass Autoren Mit­glied wer­den um bei der Ver­samm­lung diese Pläne zu ver­hin­dern.

Ich kor­rigiere mich dem­nach insofern, dass nicht der Vor­stand der VG Wort ver­ant­wortlich ist, son­dern die Autoren­ver­samm­lung der VG Wort.

Die neue Fassung des Buchpreisbindungsgesetzes – ein Kommentar

Die neue Fassung des Buchpreisbindungsgesetzes – ein Kommentar

eBook-ParagraphBeim Börsen­vere­in und dessen Mit­gliedern herrschte zuerst ein­mal große Freude, wie man den ver­schiede­nen Pub­lika­tio­nen online leicht ent­nehmen kon­nte. Hat­te man es durch inten­sive Lob­b­yarbeit doch durchge­set­zt, dass eBooks expliz­it ins Buch­preis­bindungs­ge­setz aufgenom­men wur­den. Und das, obwohl man seit Jahren behauptete, dass dieses ohne­hin auch für elek­tro­n­is­che Büch­er gelte. Und man hat­te auch ein­deutig mit Abmah­nun­gen gedro­ht, sollte ein Häretik­er das anders sehen und von der wahren Lehre abwe­ichen. Doch so sich­er scheint man sich dann selb­st doch nicht gewe­sen sein, wenn man es den­noch für notwendig hielt, diese Geset­zesän­derung her­beizuführen, die in der let­zten Woche ver­ab­schiedet wurde und am 1. Sep­tem­ber 2016 in Kraft tritt.

Aber wie es scheint, hat sich irgend­je­mand beim Dik­tieren der Änderun­gen aufs Gröb­ste ver­tan. Oder vielle­icht hat ein Self­pub­lish­er an den For­mulierun­gen mit­gear­beit­et. Denn, oh Wun­der, eBooks von Self­pub­lish­ern sind aus­drück­lich vom neuen Gesetz ausgenom­men. Das kann nicht im Sinne des Börsen­vere­ins und sein­er Mit­glieder gewe­sen sein, denn diese Aus­nahme ver­schafft Self­pub­lish­ern deut­liche Wet­tbe­werb­svorteile.

Man ist als Selb­stver­leger nicht mehr gezwun­gen, darauf zu acht­en, dass seine Büch­er auf allen Plat­tfor­men gle­ich viel kosten. Ab dem Datum des Inkraft­tretens sind auch »zahl´ was Du willst«-Angebote oder -Bun­dles möglich, eben­so wie »zahl´ mit einem Tweet« oder ähn­liche Mod­elle. Und das sowohl für eBooks wie für Print­büch­er. Das ist aus Sicht der Self­pub­lish­er natür­lich über­aus erfreulich – und ich kann mir vorstellen, dass das bei den Mit­gliedern des Börsen­vere­ins eher für Heulen und Zäh­neklap­pern sor­gen dürfte. Man muss sich fra­gen, wie es sein kon­nte, dass das so durchrutschte? Hat man da bei der Lob­by tief und fest gepen­nt, dass das während der Entwick­lung der Geset­zesän­derung nicht auffiel? Hat­te man gehofft, die Poli­tik werde das schon richtig machen? Dabei weiß man doch, wie handw­erk­lich schlecht etliche Geset­ze der let­zten Jahre sind.

Wie handw­erk­lich schlecht die Geset­zesän­derun­gen auch in ander­er Hin­sicht sind, zeigt der neue Absatz über den »Let­ztab­nehmer in Deutsch­land«, der dazu führen soll, dass aus­ländis­che Verkäufer das Buch­PrG nicht umge­hen kön­nen (wie das bish­er beispiel­sweise gewisse britis­che Anbi­eter tat­en). Nach Kom­mentaren von Juris­ten, die ich las, ist durch die For­mulierung hier nicht der Wohn­sitz auss­chlaggebend, son­dern wo sich dieser Let­ztab­nehmer zum Zeit­punkt des Kaufs befind­et. Sprich: Bin ich im Urlaub, beispiel­sweise in den Nieder­lan­den, kann ich preis­ge­bun­dene Büch­er möglicher­weise gün­stiger bekom­men. Man muss sich fra­gen, wie das durchge­set­zt wer­den soll? Mit­tels Geolo­ca­tion? Das wäre pri­ma, ich bin Nutzer eines VPN-Dien­stes, mit dem ich schein­bar aus ein­er Menge von Län­dern im Inter­net unter­wegs sein kann … Und bevor jet­zt wieder irgen­dein Schlaumeier lamen­tiert: Nein, die Nutzung von VPNs ist nicht nur völ­lig legal, son­dern auch für manche Anwen­dun­gen tech­nisch unab­d­ing­bar notwendig.

Damit kön­nte ich preis­ge­bun­dene Büch­er gün­stiger erwer­ben, weil ich den Anschein erwecke, kein Käufer aus Deutsch­land zu sein.

Und selb­st wenn die Inter­pre­ta­tion falsch wäre, und doch der Wohnort des Kun­den gilt: Wer will mich denn daran hin­dern, eine Aus­land­sadresse als Haup­tan­schrift beim Onli­neshop zu hin­ter­legen, und dann an eine abwe­ichende Zweitadresse in Deutsch­land liefern zu lassen? Wieder ein­mal – und wie so oft – hat der Geset­zge­ber die Möglichkeit­en des #neu­lands völ­lig überse­hen. Alte Män­ner mit Kugelschreibern und Faxgeräten …

Abschließend ist die Zemen­tierung des fos­silen Buch­preis­bindungs­ge­set­zes in meinen Augen der falsche Weg, weil hier eine kartel­lar­tige Struk­tur geset­zlich unter­stützt wird. Die Argu­men­ta­tion, dass die Buch­preis­bindung auch Nis­chen­pro­duk­te ermögliche, ist ohne­hin eine Lächer­liche, wenn man sich ansieht, was die Pub­likumsver­lage so an bil­ligem und mies lek­to­ri­ertem Massen­müll auf den Markt pumpen. Auch der Hin­weis auf kul­turelle Vielfalt zieht mein­er Ansicht nach nicht im Ger­ing­sten. Wenn dem so wäre, müsste es auch Preis­bindungs­ge­set­ze für Musik, Filme oder Com­put­er­spiele geben. Die gibt es aber nicht und man kann nicht sagen, dass es bei diesen Medi­en keine Vielfalt gäbe – sog­ar ganz im Gegen­teil.

So wer­den wir aber weit­er mit diesem unzeit­gemäßen Gesetz leben müssen. Dass die Self­pub­lish­er davon ausgenom­men wur­den, erfreut mich dann aber doch – das kann man fast pro­gres­siv nen­nen, auch wenn es mit großer Wahrschein­lichkeit nur ein Verse­hen war.

Kor­rek­tur: Nur eBooks von Self­pub­lish­ern fall­en offen­bar nicht unter die Buch­preis­bindung, für Print­büch­er gilt sie. Mein Fehler. Und natür­lich völ­lig daneben, warum diese Unter­schei­dung? Der entsprechende Pas­sus ste­ht nicht im Gesetz selb­st, son­dern in der Begrün­dung zum Gesetz, die Gerichte eben­falls zur Inter­pre­ta­tion her­anziehen.

Grafik von mir, CC BY-NC-SA

Kommentar: CBS und die übernächste Generation von STAR TREK

Kommentar: CBS und die übernächste Generation von STAR TREK

neuestartrekserie

Kür­zlich ging ein Rauschen durch den virtuellen Blät­ter­wald. Nach langer Absti­nenz (2005 endete ENTERPRISE) soll es endlich wieder eine neue STAR TREK-Fernsehserie geben, kurz nach dem 50. Jubiläum des Fran­chise. Das führte allen­thal­ben zu Freude, auch wenn noch völ­lig unklar ist, wie diese Serie ausse­hen wird, ob sie beispiel­sweise in der Prime-Zeitlin­ie spielt (für Unwis­sende: Das ist die der Fernsehshows im Gegen­satz zum J.J. Abrams-Reboot im Kino, die in ein­er par­al­le­len Real­ität stat­tfind­et). Die Chance darauf, ins Uni­ver­sum der bish­eri­gen STAR TREK-Serien zurück­zukehren, ste­ht nicht schlecht, da CBS nur die Rechte an Fernsehse­rien hat, nicht aber die an Kinofil­men. Diese merk­würdi­ge Gemen­ge­lage ent­stand durch die Tren­nung von CBS und Para­mount in unter­schiedliche Fir­men.

Auf der offiziellen Seite startrek.com hieß es allerd­ings ein­deutig:

The new tele­vi­sion series is not relat­ed to the upcom­ing fea­ture film Star Trek Beyond which is sched­uled to be dis­trib­uted by Para­mount Pic­tures in sum­mer 2016.

Das kön­nte bedeuten, dass die neue Serie nicht im Reboot-Uni­ver­sum spielt.

Eigentlich möchte ich allerd­ings auf etwas ganz anderes hin­aus. CBS will die erste Folge ganz nor­mal im US-Fernse­hen zeigen, um anzu­fix­en. Die fol­gen­den Episo­den sollen allerd­ings auss­chließlich auf dem hau­seige­nen Stream­ing­di­enst CBS All Access gezeigt wer­den. Dabei fragt man sich allerd­ings, was die bei CBS für Dro­gen nehmen, denn man bezahlt dort monatliche Kosten und bekommt trotz­dem auch noch Wer­bung nicht nur zwis­chen den Sendun­gen, son­dern auch noch mit­ten drin. Man muss sich fra­gen, ob die Amerikan­er gewil­lt sind, dafür Geld auszugeben, zumal konkur­ri­erende Anbi­eter das nicht so machen.

Und: Für die inter­na­tionalen Fans ist das eine eher schlechte Nachricht, denn CBS All Access gibt es nur in den USA – und es ist nicht zu erwarten, dass der Dienst auf andere Län­der aus­geweit­et wer­den wird. Ste­hen die inter­na­tionalen Fans damit im Regen?

In der offiziellen Ankündi­gung kann man lesen:

»Every day, an episode of the Star Trek fran­chise is seen in almost every coun­try in the world,« said Arman­do Nuñez, Pres­i­dent and CEO, CBS Glob­al Dis­tri­b­u­tion Group. »We can’t wait to intro­duce Star Trek’s next voy­age on tele­vi­sion to its vast glob­al fan base.«

Das kön­nte allerd­ings darauf hin­deuten, dass man die Show auch gle­ich inter­na­tion­al ver­mark­ten möchte. Denkbar wären hier Net­flix oder Ama­zon. Bei let­zterem kann man ja jet­zt schon diverse US-Serien sofort nach der Ausstrahlung jen­seits des großen Teichs auch in Deutsch­land anse­hen, beispiel­sweise FLASH oder GRIMM.

CBS sollte sich über eins im Klaren sein: Tun sie das nicht, und lassen die Show tat­säch­lich nur auf All Acess laufen, oder lizen­sieren sie erst deut­lich ver­spätet inter­na­tion­al, dürften die ille­galen Down­loads die Reko­rde von GAME OF THRONES brechen.

Pro­mo­grafik Copy­right startrek.com

Kommentar: Das Adobe-DRM-Debakel

Kommentar: Das Adobe-DRM-Debakel

Logo Readers Against DRMDass harte DRM-Maß­nah­men Mist sind und auss­chließlich ehrliche Kun­den bestrafen, hat die Musikin­dus­trie bere­its vor Jahren auf die harte Tour erfahren müssen. Diese gab dann irgend­wann ihre Evo­lu­tion­sre­sistenz auf und verzichtete darauf. Seit­dem brum­men dig­i­tale Musikverkäufe. Weniger gesun­den Men­schen­ver­stand zeigt die kon­ser­v­a­tive Buch­branche, in der viel zuviele Ver­lage Kopier­schutz­maß­nah­men immer noch für das Ei des Kolum­bus hal­ten, und eine mein­er Ansicht nach völ­lig über­zo­gene Para­noia gegenüber irgendwelchen »Buch­pi­rat­en« pfle­gen.

Nun ist es also passiert: Adobe bringt eine neue Ver­sion von Dig­i­tal Edi­tions her­aus und das führt erwartungs­gemäß zu Prob­le­men. eRead­er für die es keine Firmware-Updates mehr geben wird, sind raus, man wird sie zum Lesen von eBooks, die mit ADE3 geschützt sind nicht mehr nutzen kön­nen. Aktuelle Lesegeräte benöti­gen möglicher­weise Firmware­up­dates, von denen man nicht weiß, wie schnell sie kom­men wer­den. Oder ob diese jemals erscheinen.

Pikant in diesem Zusam­men­hang auch: Kür­zlich erst wur­den Adobe haufen­weise Daten­sätze entwen­det, man spricht von bis zu 150 Mil­lio­nen Kun­den­dat­en, die auf­grund möglicher­weise schlecht gesichert­er Serv­er des Anbi­eters Krim­inellen in die Hände fie­len. Darunter eben auch die Dat­en von Kun­den, die man nur deswe­gen genötigt hat, ein Adobe-Kon­to einzuricht­en, damit diese eBooks lesen kön­nen, die mit dem DRM der Fir­ma geschützt sind. Unfass­bar. Auch hier sollte die Buch­branche drin­gend mal in sich gehen und darüber nach­denken, wieviel Ver­ant­wor­tung sie in dieser Causa mitzu­tra­gen hat.

Was mich daran am meis­ten belustigt: Seit Monat­en, wenn nicht Jahren, schießt die Branche mit zahllosen mehr oder weniger halt­losen Argu­menten gegen den Antichris­ten Ama­zon. Statt nun aber dafür zu sor­gen, dass man kun­den­fre­undlich­er und beque­mer wird als der Onliner­iese, treibt man den eBook-Leser mit untauglichen, durch Update defek­te und ver­mut­lich ohne­hin dem­nächst obso­leten DRM-Maß­nah­men (»unknack­bar« – daran glaube ich nicht) ger­adezu ins Kin­dle-Ökosys­tem, wo zwar eben­falls ein Kopier­schutz vorhan­den sein kann, der Kunde aber in der Nutzung nichts davon bemerkt.

Wenn es die Buch­branche ernst damit meint, (nicht nur) in Sachen eBooks eine ern­stzunehmende Alter­na­tive zu Ama­zon wer­den zu wollen, dann sollte sie die lächer­lichen, kun­den­feindlichen DRM-Spielchen sofort ein­stellen. Unter anderem. Aber die zahllosen anderen Defizite sind hier nicht das The­ma.

Creative Commons License

Gra­fik von Re­a­ders Bill of Rights, CC BY SA

Vom Taschenbuch zum Paperback – Evolution oder Abzocke?

Vom Taschenbuch zum Paperback – Evolution oder Abzocke?

Bücher

(Sech­ste Un­ter­bre­chung der Som­mer­pause, Anm. d. Red.)

In den let­zten Tagen wird in ein­schlägi­gen Medi­en, die sich mit dem Buch­markt befassen gemeldet, dass die Pro­duk­tion von Taschen­büch­ern der Pub­likumsver­lage deut­lich zurück geht. Genan­nt wer­den beispiel­sweise Zahlen von nicht uner­he­blichen 18% unter Vor­jahres­niveau. Auf den ersten Blick scheint das nicht ver­wun­der­lich, denn das eBook knab­bert selb­stver­ständlich ins­beson­dere am Taschen­buch­markt. Den­noch: angesichts der kol­portierten Absatz­zahlen in Sachen eBook kann dieses nicht der maßge­bliche Grund für den gedrossel­ten Out­put der Ver­lage sein.

Aber auch die Lösung wird gle­ich mit­geliefert: die Ver­lage steigen um auf soge­nan­nte »Paper­backs«, das sind im Prinzip nur etwas größere und min­i­mal aufweniger gestal­tete Taschen­büch­er (im Englis­chen ist Paper­back ein­fach nur das Wort für Taschen­buch). Und die verkauft man deut­lich teur­er, weil sie ja ver­meintlich »wer­tiger« sind, obwohl auch nix anderes drin ste­ht, als in den Taschen­buch-Cousins.

Das ist ein Klas­sik­er im neuen Gewand: auch früher schon hat man durch größere Schrif­tarten oder mehr Durch­schuss Platz geschun­den, um aus eigentlich mick­ri­gen Heftchen beein­druck­ende Wälz­er zu machen, die man dann zum dop­pel­ten Preis verkaufen kon­nte. Oder hat englis­che Romane so aufge­blasen, dass man aus einem Band zwei machen kon­nte – und daran gle­ich dop­pelt ver­di­ente. Promi­nen­testes Beispiel ist hier GAME OF THRONES, eine mein­er früheren Begeg­nun­gen damit war die deutsche Fas­sung der DRAG­ONLANCE-Romane wei­land bei Gold­mann. Die Aus­flüchte und Erk­lärungsver­suche  der Ver­lage sind vielfältig: auf­grund der Über­set­zung wür­den die Texte länger und die Büch­er wären dann nicht mehr ergonomisch ist die meist genutzte Ausrede. Das kön­nte man durch Anpas­sun­gen im Satz leicht umge­hen und wenn ich mir so manchen Ziegel­stein anse­he, scheint das auch nur manch­mal zu stören.

Jet­zt steigt man also gle­ich auf ein neues Buch­for­mat um und serviert den gle­ichen, alten Tex­twein in ver­meintlich neuen Paper­back-Schläuchen, die eben nur deut­lich teur­er sind.

Eigentlich kön­nte es einem Recht sein. Warum? Weil das mein­er Ansicht nach dem eBook als Taschen­buch-Alter­na­tive weit­eren Vorschub leis­ten wird. Wobei man sich natür­lich darüber im Klaren sein muss, dass damit auch die eBook-Fas­sun­gen teur­er wer­den, denn deren Preise leg­en die Ver­lage ja meist nach den Verkauf­spreisen der Print­aus­gaben unver­schämt hoch fest. Let­z­tendlich darf man aber davon aus­ge­hen, dass der Leser die Zeche zahlt und Mehrein­nah­men durch die höheren Preise noch nicht ein­mal bei den Autoren ankom­men, denn die Ver­lage dürften mit höheren Her­stel­lungskosten für die Paper­backs argu­men­tieren. Ver­lier­er sind neben den Ver­la­gen somit mal wieder alle.

Als Quin­tes­senz bleibt eine Bin­sen­weisheit: es geht wed­er um die Leser, noch um die Stoffe, noch die Autoren, son­dern einzig darum, Kohle zu machen. Man kön­nte aber wenig­stens ver­suchen, uns nicht der­art offen­sichtlich abzu­sei­hen, oder?

Creative Commons License

Bild: Büch­er von Nordic Co-oper­a­tion web­site (norden.org), aus der Wikipedia, CC BY

Bandits Kommentar: Ein guter Tag zum Ärgern

Erst war es ein ver­bar­rikadiertes Hochhaus. Es fol­gte der in sich geschlossene Kos­mos eines Flughafens. Dann kam der ver­dammte Steven Sea­gal, der auf diesen Zug auf­sprang und einen Ter­ror­is­ten abschlach­t­en­den Einzelkämpfer auf einem von der Außen­welt abgeschnit­ten Schiff gab. Eine Idee, an der die DIE-HARD-Pro­duzen­ten als zweite Fort­set­zung arbeit­eten, und dann in die Tonne treten kon­nten. Schmarotzer Sea­gal roch den Brat­en und sprang erneut auf den Zug auf, um in einem fahren­den Zug Ter­ror­is­ten zu töten. Die DIE-HARD-Pro­duzen­ten war­fen ein neues Konzept ins Spiel, in dem man den abge­halfterten Cop John McClane auf ter­ror­is­tis­che Schnitzel­jagd durch den Großs­tadtd­schun­gel jagt. Im fün­ften Teil ist es jet­zt Moskau, und es macht den Film auch nicht bess­er.

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Die Zeit: »Raubkopien machen CLOUD ATLAS kaputt«

In der Zeit schwadroniert eine Redak­teurin in einem länglichen Artikel mit dem Titel »Film­pi­rat­en: Auf­nahme läuft!« darüber, dass der Film CLOUD ATLAS durch Raubkopi­en kaputt gemacht wurde und nutzt dabei eine welt­ferne und/oder frag­würdi­ge Argu­men­ta­tion, die einem die Schuhe auszieht. Sie lässt zahllose Fak­ten kom­plett außer Acht und führt den Flop auf Pira­terie zurück … und das obwohl die ersten Rips erst auf­taucht­en, nach­dem der Film auf allen rel­e­van­ten Märk­ten bere­its ges­tartet war. Und obwohl andere Filme trotz vorhan­den­er Rips im Netz hohe dreis­tel­lige Mil­lio­nenum­sätze ein­fahren …

Ich muss gar keinen aus­führlichen Kom­men­tar dazu schreiben, denn das hat Thorsten Dewi auf wortvogel.de bere­its getan:

So, wie ich das sehe, bastelt Pro­duzent Ste­fan Arndt an sein­er eige­nen Leg­ende, um das Ver­sagen von CLOUD ATLAS zu recht­fer­ti­gen – und eine Jour­nal­istin hat sich für den inti­men Ein­blick in die Szene genau diese Nar­ra­tive füt­tern lassen, ohne sie je zu hin­ter­fra­gen. Handw­erk­lich sauber geschrieben, exzel­lent recher­chiert, aber abso­lut unser­iös und frag­würdig in den Schlussfol­gerun­gen.

Es wird nicht ein­mal die Frage gestellt, ob der Film ein­fach sein Pub­likum ver­fehlt hat, ob das Mark­t­ing falsch war, ob nicht alle Beteiligten zu besof­fen von ihrer eige­nen Bril­lanz waren. Nein, es waren die Raubkopi­en. Die sind schuld.

Den kom­plet­ten Artikel find­et der geneigte Leser auf wortvogel.de und man sollte ihn gele­sen haben, um zu ver­ste­hen, mit welchen in meinen Augen halt­losen Behaup­tun­gen die Zeit argu­men­tiert.

Wer sich wun­dert, warum hier ein Link zum Zeit-Artikel fehlt: Leis­tungss­chutzrecht.

Update: auch Jens Scholz beschäftigt sich mit dem The­ma.

Update (08.03.2013): Die Zeit musste den Artikel auf­grund ein­er gerichtlichen Anord­nung löschen. Eine zitierte Wis­senschaft­lerin hat sich erfol­gre­ich gegen falsche Unter­stel­lun­gen gewehrt. Weit­ere Details find­en sich bei Ste­fan Nigge­mey­er:

Es ist eine kal­ku­lierte Ruf­schä­di­gung, die die »Zeit« hier vor­nimmt. Sie unter­stellt, dass Google Ein­fluss hat auf die For­schung des Hum­boldt-Insti­tutes — obwohl die Kon­struk­tion der Finan­zie­rung des­sen Unab­hän­gig­keit sicher­stel­len soll. Sie unter­stellt, dass die renom­mierte Wis­sen­schaft­le­rin Hof­mann sich von Google hat kau­fen las­sen und bestellte wis­sen­schaft­li­che Ergeb­nisse lie­fert.

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Rantiger Kommentar: Möge die Macht mit ihm sein!

Jed­er und sein Wook­iee reden im Moment über die Tat­sache, dass J. J. Abrams nun doch die Regie bei der näch­sten STAR WARS-Episode übern­immt. Und getreu dem Mot­to »es wurde alles bere­its gesagt, nur noch nicht von jedem« rei­he ich mich bei denen ein, die eine Mei­n­ung dazu haben.

Eins sollte völ­lig klar sein:

Kein­er ist gut genug für den Job.

Egal, wen Lucas­Film aus­gewählt hätte, die üblichen Verdächti­gen hät­ten gemault. Denn selb­stver­ständlich kann man es den religiösen Eifer­ern gar nicht wirk­lich recht machen. Nie­mand wird vor deren gestren­gen Augen beste­hen. Und selb­st wenn der Film ein weltweit­er Erfolg wer­den wird, das Gemaule Einzel­ner wird weit­erge­hen. Bere­it­et euch während­dessen schon mal darauf vor, dass das Spielchen genau so erneut abge­hen wird, wenn nach Regis­seuren für die Episo­den VIII und IX gesucht wird. Die selb­ster­nan­nten Pro­duzen­ten und STAR WARS-Spezial­is­ten wer­den es bess­er wis­sen und jedes einzelne Mal das Ende von STAR WARS prophezei­hen. Alles Bull­shit. Wenn der Film ins Kino kommt, kön­nen wir bew­erten, nicht vorher.

Ist J. J. Abrams der richtige für eine Weit­er­führung des STAR WARS-Uni­ver­sums? Na sich­er ist er das! STAR TREK war ein grandios­er Reboot des anges­taubten Uni­ver­sums, und ein klasse Film mit kleineren Schwächen, auch wenn manche das nicht hören wollen. Abrams ken­nt sich durch die von ihm mit­gestal­teten Fernsehse­rien mit Kon­ti­nu­ität aus (ich will jet­zt nichts über LOST hören, da stammt das Konzept von ihm und die späten Ver­saubeutelun­gen gehen auf das Kon­to der Showrun­ner). Abrams Geschicht­en konzen­tri­eren sich trotz der vorder­gründi­gen Effek­te immer auf die Charak­tere und die Inter­ak­tion zwis­chen diesen. Siehe FRINGE. Ich habe mir am Woch­enende viel zu spät SUPER 8 ange­se­hen. Eine ganz grandiose Hom­mage an Spiel­berg-Filme der 1980er (und zufäl­lig von Spiel­berg pro­duziert). In dem Hor­rorstreifen mit und für Kinder beweist er, dass er in der Lage ist, einen Film für jün­gere Zuschauer zu machen, der auch Erwach­sene anspricht, weil er eben NICHT kindisch daher kommt. Und genau das braucht eine weit­ere STAR WARS-Episode.

Abrams ist ein Nerd, ein Geek, ein Fan seit früh­ester Jugend. Der macht solche Filme vor allem auch, weil er genau darauf Bock hat, weil das seine The­men sind. Sich­er ist nicht alles, was er anfasst, ein Erfolg, aber bei wem ist das schon so? Abrams macht den Film nicht alleine, da wuseln haufen­weise Leute um ihn rum, die seit Jahrzehn­ten bei Fran­chise sind und die für die näch­ste Episode wieder stramm ste­hen. Die wer­den ihm die Lens­flares schon aus­treiben, wenn sie über­hand nehmen, eben­so wie abge­hobene Ideen, die sich zu weit vom Vorge­se­hen ent­fer­nen. Und den­noch wird er sich als inten­siv für den Job hofiert­er Star-Regis­seur an den richti­gen Stellen durch­set­zen, so dass der Film kein Pla­giat der anderen Episo­den wer­den wird (obwohl: jed­er STAR WARS-Con­tent muss das Fran­chise plagi­ieren, um erfol­gre­ich sein zu kön­nen).

Also lasst mich mit eurem Geheule und den Lens-Flare-Witzen in Ruhe, Fan­bois und Hard­core-Fans. Wartet´s doch erst­mal ab. Ich habe wirk­lich keine Lust, mir zweiein­halb Jahre lang eure kas­san­drischen Ergüsse über das vorge­bliche Ableben von STAR WARS anzuhören. Ich glaube der kriegt das hin, und 2015 (oder auch später, er hat sich auch bei STAR TREK 2 nicht drän­geln lassen) wis­sen wir mehr. Vor­abge­maule ohne auch nur einen Schnipsel gese­hen zu haben ist nur eins: dumm und arro­gant. Und wenn ich Unrecht habe? Dann wird eben Episode VIII bess­er. Dis­ney lässt sich die Lizenz zum Geld druck­en näm­lich nicht mehr abnehmen – und ins­beson­dere die Profinör­gler wer­den sowieso immer als erste ins Kino ren­nen.

»I’ve got a good feel­ing about this.«

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Bild J J. Abrams von Da­vid Shank­bone, aus der Wi­ki­pe­dia, CC BY

Die »Verkindlichung« der Literatur …

In der Zeit hat sich mal wieder ein­er der Anspruchs­fa­natik­er aus dem Fen­ster gelehnt. Ulrich Grein­er moniert, dass es der­art viele »Kinder­büch­er« in den Best­sellerlis­ten gibt – und ob das denn sein muss.

An dieser Stelle kön­nte ich natür­lich wieder ein­mal vom Led­er ziehen und pointiert zum Aus­druck brin­gen, was ich von der­lei eng­stirni­gen Sprüchen halte. Kurz­fas­sung: pseu­do-intellek­tuelles Gewäsch. Muss ich aber gar nicht, denn Jugend­buchau­torin Jut­ta Wilke hat in einem offe­nen Brief im Großen und Ganzen bere­its zum Aus­druck gebracht, was auch ich in ähn­lich­er Form sagen würde.

Eins noch zum unter­schiedlichen Lesev­er­hal­ten von Kindern und Erwach­se­nen:
Kinder lesen Büch­er, weil sie von ihnen gefes­selt wer­den. Nicht weil sie auf Best­sellerlis­ten ste­hen oder irgend­wo nominiert wor­den sind.

Ich möchte allerd­ings noch Fol­gen­des ergänzen: es sind die Kinder- und Jugend­büch­er, die aus jun­gen Men­schen über­haupt erst ein­mal Leser machen. Die dann später in ihrem Leben vielle­icht auch mal zu etwas Anspruchsvollerem greifen. Oder auch nicht, aber das ist zweitrangig: ohne les­bare Kinder- und Jugendlit­er­atur keine erwach­se­nen Leser. Deshalb finde ich es umso unver­ständlich­er, wie diese Lit­er­atur­form so unüber­legt herunter gemacht wird.

Und dem muss man keines­falls »Ein­halt gebi­eten«, wie es der Autor gerne hätte, zumin­d­est lässt sich das seinem Artikel ent­nehmen, son­dern im Gegen­teil muss man gute Kinder- und Jugendlit­er­atur sog­ar drin­gend fördern, statt sie in der vor­liegen­den Form als ner­vend oder qual­i­ta­tiv min­der­w­er­tig zu deklar­i­eren.

Oder räu­men wir solchen Dünnbret­tbohrereien mit unserem Kom­mentaren zuviel Gewicht ein und soll­ten sie eigentlich bess­er ignori­eren?

Dank an Alex Jahnke und Tom Orgel für den Hin­weis auf den offe­nen Brief

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Bild »blät­tern« von Nevit Dil­men, aus der Wikipedia, GFDL

eBooks und das Jammertal der Buchbranche

Wolf­gang Tis­ch­er, der Her­aus­ge­ber von literaturcafe.de, äußert sich in diesem Video über die aktuelle Sit­u­a­tion des eBooks in Deutsch­land und über das Dauerge­jam­mer der Branche. Im Prinzip ein sehenswert­er Beitrag, mich befremdet allerd­ings der Seit­en­hieb auf soziale Net­zw­erke, der mir einen eher über­he­blichen Ein­druck macht. Ver­ständlicher­weise mögen es »Profis« natür­lich nicht, dass sich nun auf ein­mal jed­er im Web zu Wort melden kann – und möglicher­weise dabei auch schlaue Dinge sagt. Ich bin allerd­ings der Ansicht, dass jene Profis die Wahrheit nicht für sich gepachtet haben und ich lese immer wieder Kom­mentare zu Büch­ern oder zum The­ma eBooks auf Blogs und in sozialen Net­zw­erken, die weitaus mehr Inhalt oder Nutzen haben, als die abge­hobe­nen Schwadronier­ereien eben jen­er »Profis«. Und so lässt er sich darüber aus, dass die Branche den Fortschritt ver­pen­nt, über­sieht jedoch, dass seine als Komik ver­brämte Kri­tik an mod­er­nen Kom­mu­nika­tions- und Pub­lika­tions­for­men (und den darauf schreiben­den Konkur­renten) auch nicht eben pro­gres­siv ist …

Übri­gens kön­nte man ein solch­es Video auch mit einem Ton verse­hen, der nicht über­s­teuert ist … :o)

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