Kurzkritik: THE ORVILLE (spoilerfrei)

Kurzkritik: THE ORVILLE (spoilerfrei)

Seth Mac­Far­la­nes neue Sci­ence Fic­tion-Co­me­dy THE OR­VIL­LE hat­te uns vor­ab nicht wirk­lich viel ge­zeigt, nur ei­nen ein­zi­gen ech­ten Trai­ler, der ei­nen gro­ßen Schwer­punkt auf den Co­me­dy-As­pekt leg­te. Und da war dann auch mei­ne Sor­ge be­grün­det, denn oft lie­gen Mac­Far­la­nes Hu­mor und mei­ner nicht auf ei­ner Wel­len­län­ge.

THE OR­VIL­LE macht an kei­ner Stel­le ei­nen Hehl dar­aus, dass sie eine Hom­mage an STAR TREK ist, und gleich­zei­tig des­sen Tro­pes or­dent­lich durch den Ka­kao zieht – letzt­end­lich wirkt das wie eine Fan­se­rie, die sich be­müht, all das zu ver­mei­den, was zu ei­nem Rechts­streit mit CBS und Pa­ra­mount füh­ren könn­te, sich aber an die­ser »letz­ten Gren­ze« mit ei­ni­gem Ge­schick ent­lang la­viert (und auch Fox hat eine schlag­kräf­ti­ge Rechts­ab­tei­lung, mit der man sich bei den TREK-Rech­te­inha­bern ver­mut­lich nicht ohne Not an­le­gen möch­te).

Ich hat­te STAR­GA­TE SG 1 im­mer als »plan­los im Welt­all« be­zeich­net, das ist ein Prä­di­kat, das THE OR­VIL­LE un­be­dingt auch ver­dient, aber hier ist das Pro­gramm. Tat­säch­lich war der Plot des Pi­lo­ten ei­ner, wie er auch in ei­ner be­lie­bi­gen STAR TREK-Show ähn­lich hät­te statt­fin­den kön­nen, hier wird die Hand­lung al­ler­dings im­mer wie­der durch Gags und One­li­ner auf­ge­lockert – und eben durch das hu­mo­ri­sti­sche Über­stei­gern von Ver­satz­stücken, wie man sie eben aus dem Uni­ver­sum von Kirk, Pi­card und Co kennt.

Das hät­te übel ins Auge ge­hen kön­nen, aber von ein, zwei klei­ne­ren, Mac­Far­la­ne-ty­pi­schen, Hu­mor­aus­set­zern hal­ten sie sich mit den Gags noch zu­rück und so­mit pas­sie­ren die halt in der Hand­lung, stö­ren sie je­doch meist nicht, son­dern lockern das, was bei TREK eine bier­ern­ste Aus­ein­an­der­set­zung mit Ali­ens ge­we­sen wäre, er­fri­schend auf. Und den­noch schim­mert auch eine ge­wis­se Ernst­haf­tig­keit durch, tat­säch­lich SF-Ge­schich­ten er­zäh­len zu wol­len und die nicht zu­letzt we­gen der Ku­lis­sen und des Set­tings ge­ra­de und ge­zielt auch für STAR TREK-Fans. Aber eben gar­niert mit ei­nem Au­gen­zwin­kern. Trek­ker, die ihr Hob­by mit Hu­mor neh­men kön­nen, wer­den an THE OR­VIL­LE ver­mut­lich eine Men­ge Spaß ha­ben, ähn­lich wie bei GA­LA­XY QUEST. Und ge­nau wie bei GA­LA­XY QUEST schaf­fen die Ma­cher es, dem Gan­zen trotz al­ler Hom­mage und Par­odie eine wun­der­ba­re Ei­gen­stän­dig­keit zu ge­ben.

Fun Fact am Ran­de: Nach vor­ab-Scree­nings war die Se­rie in den letz­ten Ta­gen von so ziem­lich al­len Pro­fi-Kri­ti­kern arg ver­ris­sen wor­den. Jetzt al­ler­dings kom­men die Fan-Be­wer­tun­gen rein – und die sind so­wohl auf Rot­ten To­ma­toes (91%) als auch bei IMDd (7,5 von 10) ziem­lich po­si­tiv.

Ich bin mir un­si­cher, wie lan­ge das Kon­zept trägt, aber ich freue mich sehr auf die näch­sten Fol­gen. Und man kann nur hof­fen, dass ge­nug Zu­schau­er ak­ti­viert wer­den kön­nen, denn Fox ist be­kann­ter­ma­ßen der Ab­setz-Sen­der.

Wie man das se­hen kann? Se­mi­le­gal. Es gibt ei­nen frei­en Stream der er­sten Fol­ge bei Ya­hoo, die hat al­ler­dings ei­nen Geo­lo­ca­ti­on-Fil­ter. Den muss man mit ei­nem VPN um­ge­hen, das dem Ser­ver vor­spie­gelt, man woh­ne in den USA. Ist das le­gal? Sa­gen wir, es ist eine Grau­zo­ne, aber wirk­lich il­le­gal ist es nicht.

[Up­date 10:10 Uhr] Ich wur­de ge­fragt, ob es der­zeit eine völ­lig le­ga­le Mög­lich­keit gibt, sich das in Deutsch­land an­zu­se­hen. Lei­der nein. Da THE OR­VIL­LE in den USA al­ler­dings auch bei Ama­zon Prime Vi­deo läuft, wür­de ich da­von aus­ge­hen, dass die Show dem­nächst auch in Deutsch­land dort zu se­hen sein wird.

Pro­mo­fo­tos THE OR­VIL­LE Co­py­right Fox Te­le­vi­si­on

Wirmachendruck.de: kein cremefarbenes Papier?

Wirmachendruck.de: kein cremefarbenes Papier?

wirmachendruckEi­gent­lich woll­te ich die bei­den Gas­licht-Bän­de der Steam­punk-Chro­ni­ken, de­ren Druck­fas­sun­gen nun end­lich fer­tig ge­wor­den sind, wie üb­lich bei Books­fac­to­ry drucken las­sen. Da die aber zick­ten und un­be­dingt ei­nen Nach­weis der Zu­tei­lung mei­ner USt-ID ha­ben woll­ten (die hat­te ich nicht mehr griff­be­reit und hät­te sich bei der Fi­nanz­ver­wal­tung an­for­dern müs­sen, was Wo­chen dau­ern wür­de, da hat­te ich die Fa­xen dicke), habe ich den Druck­auf­trag stor­niert.

Auf der Su­che nach ei­ner Al­ter­na­ti­ve fiel mir wirmachendruck.de ein, die wa­ren mir be­reits mehr­fach emp­foh­len wor­den und wir hat­ten auch be­reits Fly­er und ein Book­let dort drucken las­sen, de­ren Qua­li­tät gut war.

Bei der Nut­zung des Kon­fi­gu­ra­tors gibt es nur fest vor­ge­ge­be­ne Buch­grö­ßen, da hat­te mir al­ler­dings schon mal je­mand mit­ge­teilt, dass auch Son­der­for­ma­te kein Pro­blem dar­stel­len. Der kal­ku­lier­te Preis für ein A5-Buch (mei­ne wä­ren et­was klei­ner) war auch gran­di­os und deut­lich gün­sti­ger als bei Books­fac­to­ry. Was ich al­ler­dings nicht er­ken­nen konn­te war, wel­che Pa­pier­sor­te ich neh­men muss­te. Wie bei den an­de­ren Bän­den auch – und wie bei Bel­le­tri­stik üb­lich – woll­te ich kein rein­wei­ßes Pa­pier, son­dern ein leicht creme­far­be­nes (also bei­spiels­wei­se Mun­ken Cream). Um nicht lan­ge auf eine Email zu war­ten, rief ich die Sup­port-Hot­line an. Und was ich da er­fuhr, war schon er­staun­lich.

Nein, im Kon­fi­gu­ra­tor gäbe es kei­ne Op­ti­on für creme­far­be­nes Pa­pier. Mei­ne Fra­ge, wie das sein kön­ne, da man doch auch Bel­le­tri­stik-Kun­den an­spre­chen wol­le, konn­te mir die Dame nicht be­ant­wor­ten. Sie wis­se aber, dass die­ses Pa­pier vor­rä­tig sei. Ich sol­le doch bit­te eine Son­der­an­fra­ge über On­line­for­mu­lar ein­rei­chen, dann kön­ne man mir ein An­ge­bot ma­chen. Das kön­ne aber bis zu 48 Stun­den dau­ern.

Gnarf. Wo­für eine Te­le­fon­hot­line, wenn die eine ein­fa­che An­fra­ge nicht be­ant­wor­ten kann?

Also mir die Zeit ge­nom­men und das For­mu­lar mit den nö­ti­gen In­for­ma­tio­nen be­füllt. Er­freu­li­cher­wei­se kam be­reits heu­te mor­gen eine Ant­wort, al­ler­ding war die Ant­wort nicht zu­frie­den­stel­lend. Ein Soft­co­ver­druck ist bei wirmachendruck.de mit creme­far­be­nem Pa­pier nicht mög­lich. Ob­wohl es laut Hot­line vor­rä­tig ist.

Sehr ge­ehr­ter Herr Holz­hau­er,

vie­len Dank für Ihre in­di­vi­du­el­le An­fra­ge bei WIR­ma­chen­Druck und das
da­mit in uns ge­setz­te Ver­trau­en.

Be­dau­er­li­cher­wei­se müs­sen wir Ih­nen zu die­sem Zeit­punkt auf­grund des Pa­piers mit­tei­len,
dass es uns nicht mög­lich ist Ih­nen ein ent­spre­chen­des An­ge­bot zu­kom­men zu las­sen.

Wir hof­fen in die­sem Zuge auf Ihr Ver­ständ­nis und wür­den uns sehr freu­en,
wenn Sie uns zu­künf­tig bei wei­te­ren in­di­vi­du­el­len An­fra­gen wie­der
be­rück­sich­ti­gen wür­den.

Für wei­te­re Fra­gen ste­hen wir Ih­nen selbst­ver­ständ­lich […] zur Ver­fü­gung

Für pro­fes­sio­nell hal­te ich das nicht. Da­mit ist wir­ma­chen­druck für Per­so­nen, die kei­ne Soft­co­ver-Bü­cher mit rein­wei­ßem Pa­pier möch­ten, nicht nutz­bar, egal wie ver­meint­lich gün­stig ihr An­ge­bot auch sein mag und wie sehr sie auf ih­rer Web­sei­te da­mit an­ge­ben, Test­sie­ger bei ir­gend­wem ge­wor­den zu sein. Und wenn man laut der Wer­bung auf der Web­sei­te so ein­deu­tig auch Self­pu­blisher als Kun­den wer­ben  möch­te:

Buch­druck in höch­ster Qua­li­tät – Sei­te für Sei­te. Sie möch­ten ver­lags­un­ab­hän­gig Ihr Buch ver­öf­fent­li­chen und su­chen nach ei­ner zu­ver­läs­si­gen Drucke­rei für hoch­wer­ti­gen Buch­druck? Wir drucken Ihre Bü­cher auf mo­dern­sten Druck­ma­schi­nen zu un­ge­wöhn­lich gün­sti­gen Prei­sen, auch in klei­nen Auf­la­gen. […] Schwarz/Weiß- oder Farb­druck so­wie ver­schie­de­ne For­ma­te und Pa­pie­re ste­hen zur Ver­fü­gung.

… dann ist es noch viel un­ver­ständ­li­cher, war­um sie ein sim­pel­stes Stan­dard­pa­pier nicht zur Ver­fü­gung stel­len kön­nen.

Ich su­che dann mal wei­ter, für den Buch­druck kann ich wirmachedruck.de lei­der ver­ges­sen.

Nach­trag: Auf Twit­ter ist »Mell« ernst­haft der Mei­nung, »die Nach­fra­ge sei nicht hoch ge­nug« und be­harrt auch dar­auf. Soll das hei­ßen, die ver­kau­fen ernst­haft hau­fen­wei­se ah­nungs­lo­sen Kun­den Bü­cher, bei de­nen man auf­grund des wei­ßen Pa­piers schnee­blind wird? Wie ver­trägt sich das mit der über­all auf der Web­sei­te ge­tä­tig­ten Wer­be­aus­sa­ge, dass man sei­ne Kun­den so gran­di­os be­rät und be­glei­tet?

Nach­trag zwei: Ich habe jetzt trotz­dem ein Kon­to an­ge­legt, um ein Pa­pier­mu­ster­buch zu be­stel­len (wer weiß, ob »Na­tur­pa­pier« nicht doch den ge­wünsch­ten Vor­ga­ben ent­spricht? Der Sup­port wuss­te es je­den­falls nicht wirk­lich). Und da dann gleich der näch­te Knül­ler: Das Kon­to wird ohne das in Deutsch­land zwin­gend vor­ge­schrie­be­ne Dou­ble-Opt-In ein­fach mal un­ve­ri­fi­ziert durch­ge­führt. Ich kann also für be­lie­bi­ge Per­so­nen, de­ren Email­adres­se ich ken­ne, ein Kon­to er­öff­nen. Das wäre mei­ner An­sicht nach so­fort ab­mahn­bar.

Nach­trag drei: Und pam­pig wird sie auch noch.

Nach­trag vier: Wenn es kei­ne Nach­fra­ge für creme­far­be­nes Pa­pier gibt (was ich mir nur schwer vor­stel­len kann, da die­ses für Bel­le­stri­stik ei­gent­lich Stan­dard ist), soll­te man die­se Nach­fra­ge viel­leicht er­zeu­gen? Also lie­be Self­pu­blisher, fragt doch ein­fach mal bei wir­ma­chen­druck an, ob ein Soft­co­ver­druck mit creme­far­be­nem Pai­er mög­lich ist. Ent­we­der über de­ren Kon­takt­for­mu­lar (bei­spiels­wei­se un­ter »Lob, Kri­tik und An­re­gun­gen«), oder via Emails an info[at]wir-machen-druck[dot]de. Und im­mer schön freund­lich blei­ben. :)

Film und Fernsehen in der Langeweile: Gründe

Film und Fernsehen in der Langeweile: Gründe

Dominik Graf

Und viel­leicht war die­se Aus­beu­te so­gar im­mer schon das ma­xi­mal Mög­li­che in ei­ner Ki­no­in­du­strie, die nach Ober­hau­sen nie mehr eine funk­tio­nie­ren­de In­du­strie war und die sich mit je­der Ge­ne­ra­ti­on mehr ver­strick­te in ger­ma­ni­sche Recht­ha­be­rei, klein­bür­ger­li­che Ge­schmacks­ver­ir­rung, in Fron­ten­bil­dung und ei­fer­süch­ti­gen Par­ti­ku­la­ris­mus? Do­mi­nik Graf

In der FAZ lässt sich Do­mi­nik Graf recht aus­führ­lich dar­über aus (und man soll­te das drin­gend mal le­sen), war­um die weit­aus mei­sten deut­schen Fil­me und Fern­seh­pro­duk­tio­nen so sehr in Mit­tel­mä­ßig­keit ver­sin­ken, oder ein­fach nur grot­ten­schlecht sind. Hier ar­bei­tet un­ter an­de­rem das Prin­zip »vie­le Kö­che ver­der­ben den Brei«, wenn noch der letz­te kon­ser­va­ti­ve Vollhonk an den Dreh­bü­chern und Pro­duk­tio­nen her­um­krit­teln darf. Wenn Stof­fe nicht oder nicht in der ur­sprüng­li­chen Form ge­nom­men wer­den, weil man Angst vor der Mei­nung des an­de­ren Re­dak­teurs, des Sen­de­lei­ters, des Pro­gramm­di­rek­tors oder gar In­ten­dan­ten hat. Wenn Dreh­buch­au­to­ren schon in­ner­lich ge­kün­digt ha­ben und in vor­aus­ei­len­dem Ge­hor­sam die näch­ste strunz­lang­wei­li­ge TAT­ORT-Fol­ge schrei­ben, weil sie wis­sen, dass ori­gi­nel­le oder krea­ti­ve Her­an­ge­hens­wei­sen ent­we­der gleich ab­ge­lehnt, oder in den Re­dak­ti­ons­run­den so sehr zer­re­det wer­den, bis nichts mehr da­von üb­rig bleibt. Oder eben nur der­sel­be Schmonz wie im­mer. Wie man es bei­spiels­wei­se bei MOR­GEN HÖR ICH AUF se­hen konn­te, die kei­nes­wegs das deut­sche BREA­KING BAD war, wie an­ge­kün­digt, und die jeg­li­che In­no­va­ti­ons­an­sät­ze nach der er­sten Fol­ge so­fort wie­der über Bord warf. Und am Ende so­gar die Zu­schau­er ver­arsch­te, weil man sie mit ei­nem Cliff­han­ger völ­lig in der Luft … hän­gen ließ, ohne zu wis­sen, ob eine zwei­te Staf­fel je pro­du­ziert wer­den wird.

Man kann nur hof­fen, dass Schweig­hö­fer, War­ner und Ama­zon mit ih­rer Pro­duk­ti­on WAN­TED oder eine zu er­war­ten­de deut­sche Net­flix-Pro­duk­ti­on dem in­ze­stuö­sen Hau­fen mal zei­gen, wo der Bart­hel den Most  holt und dass aus dem Schock dar­aus end­lich ein Um­den­ken statt­fin­det. Ich be­fürch­te aber, dass es schwie­ri­ger sein dürf­te, die ver­filz­ten und ver­backe­nen Struk­tu­ren auf­zu­bre­chen.

Bild: Do­mi­nik Graf, von JCS, aus der Wi­ki­pe­dia, CC BY-SA

Deutsche Filme sind …

Deutsche Filme sind …

DeutscheFilmeGoogle

Ich habe mich hier be­reits des Öf­te­ren über die mi­se­ra­ble Qua­li­tät deut­scher Fil­me und Fern­seh­se­ri­en aus­ge­las­sen. Von die­sem Fakt gibt es lei­der nur ganz we­ni­ge er­freu­li­che Aus­nah­men wie MARA UND DER FEU­ER­BRIN­GER, IJON TI­CHY, oder den TAT­ORT­REI­NI­GER.

Nein, kei­ne Sor­ge, ich wer­de an die­ser Stel­le nicht schon wie­der ei­nen Rant über die Sch… Ex­kre­men­te vom Sta­pel las­sen, die in Sa­chen Be­wegt­bild­un­ter­hal­tung in Deutsch­land so ver­zapft wird, ich möch­te al­ler­dings auf eine ganz groß­ar­ti­ge Be­trach­tung der Pro­ble­ma­tik bei So­da­film hin­wei­sen, die mit den Be­din­gun­gen und Hin­ter­grün­den in deut­li­chen Wor­ten ins Ge­richt geht. Und zu­dem auf­zeigt, mit wel­chen fast ma­fi­ös zu nen­nen­den Struk­tu­ren je­mand kon­fron­tiert wird, der das be­stehen­de Sy­stem kri­ti­siert.

Des­we­gen bit­te un­be­dingt le­sen! (Ja, ich weiß, der ist lang. Dran­blei­ben! Es lohnt.)

Das obi­ge Bild zeigt üb­ri­gens die er­sten bei­den Vor­schlä­ge, wenn man in Goo­gles Such­mas­ke »Deut­sche Fil­me sind« ein­gibt. Das ist kei­ne Häme sei­tens des Such­ma­schi­nen­be­trei­bers, des­sen Al­go­rith­mus macht die­se Vor­schlä­ge an­hand ein­ge­ge­be­ner Such­be­grif­fe an­de­rer Nut­zer. Noch Fra­gen?

Kleines Update zu Beam eBooks und Trusted Shops: Kritik unerwünscht

Kleines Update zu Beam eBooks und Trusted Shops: Kritik unerwünscht

Trusted Shops Beam eBooks

Ich hat­te an an­de­rer Stel­le über der­zeit of­fen­bar be­stehen­de Pro­ble­me mit dem Sup­port von Beam eBooks hin­ge­wie­sen. Down­loads funk­tio­nie­ren nicht, Der Ser­vice re­agiert nicht oder völ­lig un­zu­rei­chend auf An­fra­gen der Kun­den. Do­ku­men­tiert wur­de das durch die Be­wer­tun­gen auf der Platt­form »Tru­sted Shops«.

Seit heu­te kann man die Be­wer­tun­gen nicht mehr ein­se­hen, weil »der Shop für die Nut­zung des Be­wer­tungs­sy­stems nicht frei­ge­schal­tet ist«. Sie­he Bild­schirm­fo­to.

Das ist ge­ra­de­zu ein Mu­ster­bei­spiel, wie PR im Netz nicht funk­tio­niert. Da gibt es öf­fent­li­che Kri­tik an ei­nem On­line­shop – und statt sich der Feh­ler an­zu­neh­men und die­se zu be­he­ben, ver­sucht man sie zu ver­tu­schen. Das ist so ziem­lich der al­ler­fal­sche­ste Weg, den Lub­be in mei­nen Au­gen hat be­schrei­ten kön­nen. Kri­ti­sche Nut­zer­stim­men ein­fach ent­fer­nen zu las­sen, zeigt in mei­nen Au­gen, dass bei Beam eBooks tat­säch­lich ei­ni­ges im Ar­gen lie­gen muss. Wenn man be­grün­de­te ne­ga­ti­ve Kri­tik er­hält, dann be­sei­tigt man den Grund und nicht die Kri­tik.

[Up­date 18:06 Uhr]: Auf der Web­sei­te von Beam eBooks ist die ver­meint­lich gute Wer­tung »sehr gut« bei Tru­sted Shops im­mer noch zu se­hen. Ver­folgt man den Link, kommt man al­ler­dings auf die oben ge­zeig­te Feh­ler­sei­te. Nach mei­ner An­sicht grenzt das schon an Be­trug. Die an­de­re Mög­lich­keit ist na­tür­lich, dass da neu­er­dings je­mand für die Web­sei­te ver­ant­wort­lich ist, der vom #neu­land kei­ne Ah­nung hat.

Screenshot Beam

 

Das GYGAX MAGAZINE: Europa vergessen …

Was hat­te ich mich ge­freut, als es hieß, die Fir­ma TSR, de­ren Rech­te aus­ge­lau­fen wa­ren, wür­de von ei­ner Grup­pe zu­rück­ge­kauft, zu der auch Söh­ne von D&D-Erfinder Gary Gy­gax ge­hör­ten – und es soll­te ein Rol­len­spiel-Ma­ga­zin mit dem viel­ver­spre­chen­den Na­men GY­GAX-Ma­ga­zi­ne ver­öf­fent­licht wer­den. Ganz klas­sisch, im Print­for­mat. Und so ge­hör­te auch ich zu den Vor­be­stel­lern. Doch die Ent­täu­schung ist groß.

Die Ver­sand­ko­sten nach Eu­ro­pa wa­ren astro­no­misch hoch, so hoch, dass sich eine Be­stel­lung von Deutsch­land aus nicht lohn­te. Hoff­nun­gen keim­ten auf, da man an­bot, sich über ei­nen Op­ti­ons­kauf erst ein­mal im Shop ein Ex­em­plar zu si­chern, man wür­de an der Ver­sand­ko­sten­pro­ble­ma­tik ar­bei­ten und in­for­mie­ren, wenn es wei­te­re Mög­lich­kei­ten gäbe. Eine sol­che in­for­ma­ti­on kam nicht, da­für nerv­te der On­line­shop mit hau­fen­wei­se über­flüs­si­gen Mails.
Das Gan­ze ist für mich nach wie vor un­ver­ständ­lich, denn ich habe be­reits mehr­fach Print­pu­bli­ka­tio­nen (und an­de­res) in den USA be­zo­gen und die Por­to­ko­sten wa­ren deut­lich ge­rin­ger, als die von den Her­aus­ge­bern für das Ma­ga­zin an­ge­sag­ten.

Kürz­lich frag­te ich dann nach, was dar­aus ge­wor­den sei. Durch die Ant­wor­ten er­fuhr ich eher zu­fäl­lig, dass es in­zwi­schen auch eine preis­wer­te­re Op­ti­on gibt, dar­über soll­te ich als Vor­be­stel­ler ei­gent­lich in­for­miert wer­den – was nicht pas­siert war. Man kann nun also auch für acht Dol­lar or­dern – im­mer noch teu­er ge­nug, an­ge­sichts des Prei­ses von 8,95 Dol­lar für das Ma­ga­zin. Wei­te­re In­for­ma­tio­nen dazu, bei­spiels­wei­se wie lan­ge der Ver­sand dau­ern wird, feh­len voll­stän­dig, man weiß also nicht, ob man ei­nen Mo­nat oder ein hal­bes Jahr auf sei­ne Aus­ga­be wird war­ten müs­sen. Die ge­sam­te Her­an­ge­hens­wei­se er­weckt bei mir nicht das Ver­trau­en, die 17 Dol­lar für eine Ware zu in­ve­stie­ren, die dann viel­leicht nie bei mir an­kommt – oder erst, wenn die Höl­le ein­friert.
Auch der Hin­weis auf eine PDF-Ver­si­on bei Dri­ve­Thr­uR­PG geht fehl, denn ich hat­te ja aus­drück­lich eine Print­fas­sung vor­be­stellt und kei­ne Da­tei. Zu­dem war das Ma­ga­zin ex­pli­zit als Print­ma­ga­zin be­wor­ben, das Her­aus­ge­ben ei­nes Print­ma­ga­zins in di­gi­ta­len Zei­ten war aus­drück­lich her­aus ge­stellt wor­den.

Man ent­schul­dig­te sich zwar via Twit­ter ober­fläch­lich (na gut, das geht auf Twit­ter kaum an­ders), und wies auch dar­auf hin, dass man nur eine klei­ne Fir­ma sei. Das mag sein und grund­sätz­lich hät­te ge­ra­de eine sol­che klei­ne Fir­ma auch bei mir ei­nen Sym­pa­thie­bo­nus. Al­ler­dings bin ich der An­sicht, dass das of­fen­bar voll­stän­di­ge Ver­ges­sen der eu­ro­päi­schen Fans un­ent­schuld­bar ist. Nicht nur in den USA wur­den D&D und Nach­fol­ger ge­spielt, die Fan­ba­se hier der­art zu igno­rie­ren kann man ei­gent­lich nur mit ty­pisch US-ame­ri­ka­ni­schem Chau­vi­nis­mus er­klä­ren und zeugt mei­ner An­sicht nach von schwer nach­voll­zieh­ba­rer Ar­ro­ganz. Dass als Sah­ne­häub­chen dann aber auch noch ver­ges­sen wird, den Vor­be­stel­lern die neu hin­zu­ge­kom­me­ne Por­to­op­ti­on mit­zu­tei­len, kommt er­schwe­rend hin­zu; es müs­sen of­fen­bar bei TSR noch vie­le Haus­auf­ga­ben ge­macht wer­den.

Für zu­künf­ti­ge Aus­ga­ben will man sich mit ir­gend­wel­chen Dis­tri­bu­to­ren zu­sam­men tun, die dann da­für sor­gen, dass die fol­gen­den Num­mern auch in Eu­ro­pa er­hält­lich sein wer­den. Im­mer­hin et­was, al­ler­dings habe ich ehr­lich ge­sagt nach dem Er­leb­ten ei­gent­lich kein In­ter­es­se mehr dar­an. Zu­dem: auch das Ver­spre­chen, mich zu in­for­mie­ren, wenn es in Sa­chen Ver­sand­ko­sten Neu­es gibt, wur­de nicht ein­ge­hal­ten – des­we­gen bin ich nicht ge­neigt, den Aus­sa­gen der Her­aus­ge­ber hin­sicht­lich der zu­künf­ti­gen Dis­tri­bu­ti­on noch Glau­ben zu schen­ken.

Ich fin­de das al­les sehr scha­de, denn mei­ne Sym­pa­thi­en als lang­jäh­ri­ger Spie­ler la­gen durch­aus beim »re­inkar­nier­ten« TSR und de­ren GY­GAX MA­GA­ZI­NE; die­se wur­den al­ler­dings leicht­fer­tig ver­spielt.

Logo Gy­gax Ma­ga­zi­ne Co­py­right TSR, Inc.

Keine Werbung für STAR TREK ONLINE

So­eben ging per Mail eine An­fra­ge ei­ner Mar­ke­ting­fir­ma für On­line­g­a­mes bei mir ein. Man bot mir an, Wer­bung für STAR TREK ON­LINE zu schal­ten, da­für soll­te ich ei­nen Obo­lus von 1,85 Euro pro ab­ge­schlos­se­nem Abon­ne­ment er­öff­ne­tem Kon­to er­hal­ten.

Mei­ne Ant­wort möch­te ich den Le­sern nicht vor­ent­hal­ten:

Vie­len Dank für die An­fra­ge, die ich lei­der ab­schlä­gig be­ant­wor­ten muss.

Der Grund hier­für ist, dass ich Vor­be­stel­ler von STO war und nach ei­ni­gen Wo­chen Spiel­zeit eine aus­führ­li­che Kri­tik zum MMO ver­fass­te (da­mals noch im al­ten Ar­ti­kel­por­tal):

http://phantanews.de/dp/node/722

Auf­grund die­ser Kri­tik er­hielt ich im of­fi­zi­el­len STO-Fo­rum eine dau­er­haf­te Sper­re, eine An­fra­ge bei Cryp­tic we­gen ei­ner Stel­lung­nah­me zur Ver­öf­fent­li­chung auf Phan­ta­News blieb un­be­ant­wor­tet. Ei­nen An­bie­ter, der so mit sei­nen Kun­den und mit kri­ti­schen Stim­men um­geht, will und wer­de ich nicht un­ter­stüt­zen und ich wer­de für ihn auch kei­ne Wer­bung ma­chen.

Da die­se un­ge­recht­fer­tig­te und in mei­nen Au­gen in ho­hem Maße un­pro­fes­sio­nel­le Sper­re bis heu­te auf­recht er­hal­ten ge­blie­ben ist, gehe ich da­von aus, dass sich auch nach dem Wech­sel von Ata­ri zu Per­fect World En­ter­tain­ment bei Cryp­tic in die­ser Hin­sicht nichts zum Po­si­ti­ven ge­än­dert hat.

Falls Per­fect World En­ter­tain­ment oder Cryp­tic sich zu ei­ner Stel­lung­nah­me be­we­gen las­sen, kann ich das gern noch­mals neu be­wer­ten, aber im Mo­ment muss ich die An­fra­ge lei­der ab­leh­nen.

Mit freund­li­chem Gruß,

Jaja, ich weiß, im Prin­zip ma­che ich auch mit die­sem Ar­ti­kel Wer­bung für Cryp­tic (»auch schlech­te Kri­tik ist gute Wer­bung« – weiß je­der, der mit dem The­ma zu tun hat), aber Links be­kom­men sie nicht spen­diert. :) Und wer sol­che Num­mern ab­zieht wird auch dann nicht mit Kun­den ver­sorgt, wenn er mit Geld we­delt.

Hilfe für von Buchblogger-Rezensionen frustrierte Autoren und Verleger

Als un­be­kann­ter Au­tor wie auch als Klein- oder Kleinst­ver­le­ger hat man es heut­zu­ta­ge schon schwer (ich wer­de aus na­he­lie­gen­den Grün­den kei­ne Na­men nen­nen, es weiß eh je­der, wer ge­meint ist). Da müht man sich als Schrei­ber ab, gießt sei­ne Ge­dan­ken in eine Ta­sta­tur, auf dass dar­aus ein Werk wer­de, das der Le­ser gou­tiert. Als Ver­le­ger platz­iert man dann Wer­bung für das Buch und steht selbst­ver­ständ­lich hin­ter dem Ver­fas­ser.

Wie kann es da sein, dass sich im In­ter­net im­mer wie­der und im­mer öf­ter her­ge­lau­fe­ne »Blog­ger« er­drei­sten, ein­fach so Be­spre­chun­gen die­ser Wer­ke zu ver­fas­sen? Der Gip­fel der Un­ver­schämht­heit ist na­tür­lich, wenn die­se Re­zen­sio­nen auch noch ne­ga­tiv aus­fal­len! Das geht gar nicht!

Ich möch­te den Au­to­ren und Ver­le­gern an die­ser Stel­le eine ko­sten­lo­se Hil­fe zur Ver­fü­gung stel­len. Mit­tels des nach­fol­gen­den For­mu­lars kann man sich sei­nen Kom­ment­ar­text für das Blog der un­ver­schäm­ten Re­zen­sen­ten schnell zu­sam­men­klicken, da­mit man nicht im­mer wie­der neu tip­pen muss.

Ich wei­se dar­auf hin, dass die ge­ne­rier­ten Tex­te kei­ne Rechts­be­ra­tung dar­stel­len …

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EVE ONLINE: CCP reagiert auf massive Kritik an INCARNA

Seit der Ein­füh­rung der letz­ten Er­wei­te­rung des SF-MMOs EVE ON­LINE na­mens IN­CAR­NA ist die Kri­tik der Spie­ler groß. Zum ei­nen gab es Pro­ble­me mit kos­me­ti­schen Ge­gen­stän­den, die man ge­gen ech­tes Geld er­wer­ben konn­te und die – vor­sich­tig ge­spro­chen – schwei­ne­teu­er wa­ren.

Aber auch an­de­re Än­de­run­gen sorg­ten nicht für Freu­de. So ist bei­spiels­wei­se die ro­tie­ren­de An­sicht des ei­ge­nen Schif­fes im Han­ger ent­fernt wor­den, da man den Rau­mer nun auch aus den neu ein­ge­führ­ten »Cap­ta­ins Quar­tes« se­hen kann. Dass da­bei al­ler­dings nütz­li­che Funk­tio­na­li­tät wie drag&drop ver­lo­ren ging, hat­te man bei CCP ent­we­der über­se­hen oder als ver­nach­läs­sig­bar ein­ge­stuft. Zu­dem gab es hau­fen­wei­se Kla­gen von Nut­zern lei­stungs­schwä­che­rer Hard­ware. zu die­sen The­men gibt es eine ak­tu­el­le Nach­richt von CCP t0r­fif­rans, die De­tails zu kom­men­den Än­de­run­gen nennt.

Das und vie­les mehr schlug so gro­ße Wel­len, dass man sich nun of­fen­bar zu ei­nem grund­le­gen­den Um­den­ken ent­schlos­sen hat. Zu­min­dest kann man das aus ei­nem State­ment von CCP Zulu ali­as Ar­nar Hrafn Gyl­fa­son im Dev­Blog ent­neh­men:

Over the past days and weeks, CCP has been doing ex­ten­si­ve and in­ten­se in­tro­spec­tion and re­vi­ta­li­za­ti­on. The re­sult of this is a re­fo­cu­sing and re­prio­ri­tiza­ti­on on a sca­le un­he­ard of wi­t­hin our com­pa­ny.
[…]
We will re­veal more over the co­m­ing weeks. As cer­tain de­tails are pro­ne to chan­ge, we want to make sure we have ab­so­lute­ly con­cre­te in­for­ma­ti­on to give you. You’ve of­ten told us that we pro­mi­se too much and de­li­ver too litt­le, and this time we want to be cer­tain that doesn’t hap­pen.  We are li­sten­ing to you, we have heard you, and plans are al­re­ady in mo­ti­on.

Man darf ge­spannt sein, was hin­ter die­sem PR-Sprech kon­kret steckt…

Creative Commons License

Bild: Co­py­right CCP

Kritik an Onkel George erreicht Amazon

Wir er­in­nern uns: On­kel Ge­or­ge fin­gert seit Jah­ren im­mer wie­der an den STAR WARS-Fil­men her­um. An man­chen Stel­len mag das Sinn ma­chen, an an­de­ren ganz si­cher nicht. Im Netz regt sich Wi­der­stand ge­gen Ge­or­ge Lu­cas­sens letz­te mas­si­ve Än­de­rung: wo Darth Va­der frü­her in Epi­so­de 6 den Im­pe­ra­tor wort­los in den Re­ak­tor­schacht des To­des­sterns wirft, brüllt er jetzt an­ge­sichts der Quä­le­rei an sei­nem Sohn Luke »Noooooo!«. Geht gar nicht und zer­stört eine Sze­ne, auf die alle sechs Fil­me hin­ar­bei­ten, aber das hat­te ich be­reits ge­sagt.

Ne­ben den in­zwi­schen im Netz auf­ge­tauch­ten Par­odi­en und zahl­lo­sen Nör­gel­ar­ti­keln hat die Kri­tik an im­mer wie­der neu­en Ver­än­de­run­gen der Fil­me jetzt Amazon.com er­reicht. Hier sind die weit­aus mei­sten Re­zen­sio­nen zur Blu Ray-Box mit al­len sechs Fil­men sehr ne­ga­tiv und ge­ben nur ei­nen Stern (weil null Ster­ne nun ein­mal nicht geht).

Bin ge­spannt, wie lan­ge es dau­ert, bis die ge­sam­mel­te La­dung an ne­ga­ti­ver Kri­tik von Ama­zon ent­fernt wer­den wird, des­we­gen habe ich vor­sichts­hal­ber mal ei­nen Screen­shot ge­macht… :o)

Co­py­right In­hal­te des Screen­shots Amazon.com, das Bild­schirm­fo­to ist nach deut­schem Recht ein Bild­zi­tat.

Gebrauchsanleitung für TRON LEGACY

Vor 25 Jah­ren brach­te Dis­ney ei­nen Film in die Ki­nos, der zum da­ma­li­gen Zeit­punkt auf­grund der ver­wen­de­ten Tech­nik nur als »bahn­bre­chend« be­zeich­net wer­den konn­te. Schau­spie­ler agier­ten fast voll­stän­dig vor Blue- oder Green­screen und wur­den in eine vom Com­pu­ter ge­ne­rier­te Wun­der­welt ver­setzt, in das In­ne­re ei­nes Com­pu­ters, in dem Pro­gram­me wie Le­be­we­sen exis­tier­ten und agier­ten.

Die Rede ist selbst­ver­ständ­lich von TRON.

Jetzt, nur schlap­pe zwei­ein­halb De­ka­den spä­ter, schuf Dis­ney eine Fort­set­zung na­mens TRON LE­GA­CY; ei­ner der Pro­du­zen­ten war der Re­gis­seur des ers­ten Teils Ste­ven Lis­ber­ger. »Ernst­haf­te« Kri­ti­ker sind ent­setzt, Fans voll des Lo­bes. Falls ihn je­mand noch nicht ge­se­hen ha­ben soll­te (ich hat­te lei­der Ter­min­pro­ble­me), möch­te ich ein paar Hin­wei­se zur Nut­zung ge­ben…

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CODE 46

Ich hat­te nur die In­halts­an­ga­be für den Film ge­le­sen und ihn dann auf die Leih­lis­te mei­nes On­line-DVD-Ver­leihs ge­setzt. Als der Film ein­traf, wa­ren mei­ne Er­war­tun­gen nicht be­son­ders hoch – und wur­den mil­lio­nen­fach über­trof­fen!

Nicht in fer­ner Zu­kunft, nein, in ei­ner be­denk­lich na­hen Zu­kunft spielt die Hand­lung. An­fäng­li­che De­tails tra­gen zur ers­ten Fas­zi­na­ti­on bei: in den Städ­ten herrscht in­zwi­schen ein Misch­masch von Kul­tu­ren und Spra­chen, so dass trotz des Haupt­hand­lungs­or­tes Shang­hai lau­fend spa­ni­sche, fran­zö­si­sche, ita­lie­ni­sche und chi­ne­si­sche Flos­keln fal­len.

Doch die zu Me­ga­ci­ties aus­ge­bau­ten Städ­te be­her­ber­gen nicht die ge­sam­te Mensch­heit. Die Ge­sell­schaft hat sich im Film zu ei­nem zwei-Klas­sen-Sys­tem ent­wi­ckelt. Gut hat’s der, der »drin­nen« ist, also in der streng be­wach­ten Stadt woh­nen darf. Rich­tig dre­ckig geht’s de­nen, die »drau­ßen« sein müs­sen. »Drau­ßen«, also um die Me­ga­ci­tys her­um, gibt es – durch eine Kli­ma­ka­ta­stro­phe aus­ge­löst – nur trost­lo­se Wü­ste. Dort ve­ge­tie­ren alle un­ter­halb der Ar­muts­gren­ze vor sich hin. Es gibt kaum eine Chan­ce, in die si­che­re Zone ei­ner Stadt zu kom­men. Au­ßer auf il­le­ga­lem Weg…
Ohne ein gül­ti­ges »Pa­pel« kommt man in kei­ne Stadt und darf auch kei­ne Stadt ver­las­sen. Hin­zu kommt, dass man nach Aus­lau­fen ei­nes »Pa­pel« nicht mehr ver­si­chert ist. Das heißt al­les ist ab­ge­si­chert durch ir­gend­ei­ne Form von Ver­si­che­rung di­ver­ser Me­ga-Kon­zer­ne, in de­nen man Ar­beit fin­det (der Glo­ba­li­sie­rung sei Dank!). Ge­ra­de die­ses De­tail gibt eine zu­sätz­li­che Gän­se­haut, da eine solch ex­trem durch Rie­sen­kon­zer­ne »ab­ge­si­cher­te« Zu­kunft durch­aus im Be­reich des Mög­li­chen liegt(!).

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