Kurzkritik: THE ORVILLE (spoilerfrei)

Kurzkritik: THE ORVILLE (spoilerfrei)

Seth Mac­Far­lanes neue Sci­ence Fic­tion-Com­e­dy THE ORVILLE hat­te uns vor­ab nicht wirk­lich viel gezeigt, nur einen einzi­gen echt­en Trail­er, der einen großen Schw­er­punkt auf den Com­e­dy-Aspekt legte. Und da war dann auch meine Sorge begrün­det, denn oft liegen Mac­Far­lanes Humor und mein­er nicht auf ein­er Wellen­länge.

THE ORVILLE macht an kein­er Stelle einen Hehl daraus, dass sie eine Hom­mage an STAR TREK ist, und gle­ichzeit­ig dessen Tropes ordentlich durch den Kakao zieht – let­z­tendlich wirkt das wie eine Fanserie, die sich bemüht, all das zu ver­mei­den, was zu einem Rechtsstre­it mit CBS und Para­mount führen kön­nte, sich aber an dieser »let­zten Gren­ze« mit einigem Geschick ent­lang laviert (und auch Fox hat eine schlagkräftige Rechtsabteilung, mit der man sich bei den TREK-Rechtein­hab­ern ver­mut­lich nicht ohne Not anle­gen möchte).

Ich hat­te STARGATE SG 1 immer als »plan­los im Weltall« beze­ich­net, das ist ein Prädikat, das THE ORVILLE unbe­d­ingt auch ver­di­ent, aber hier ist das Pro­gramm. Tat­säch­lich war der Plot des Piloten ein­er, wie er auch in ein­er beliebi­gen STAR TREK-Show ähn­lich hätte stat­tfind­en kön­nen, hier wird die Hand­lung allerd­ings immer wieder durch Gags und One­lin­er aufge­lock­ert – und eben durch das humoris­tis­che Über­steigern von Ver­satzstück­en, wie man sie eben aus dem Uni­ver­sum von Kirk, Picard und Co ken­nt.

Das hätte übel ins Auge gehen kön­nen, aber von ein, zwei kleineren, Mac­Far­lane-typ­is­chen, Humoraus­set­zern hal­ten sie sich mit den Gags noch zurück und somit passieren die halt in der Hand­lung, stören sie jedoch meist nicht, son­dern lock­ern das, was bei TREK eine bier­ern­ste Auseinan­der­set­zung mit Aliens gewe­sen wäre, erfrischend auf. Und den­noch schim­mert auch eine gewisse Ern­sthaftigkeit durch, tat­säch­lich SF-Geschicht­en erzählen zu wollen und die nicht zulet­zt wegen der Kulis­sen und des Set­tings ger­ade und gezielt auch für STAR TREK-Fans. Aber eben gar­niert mit einem Augen­zwinkern. Trekker, die ihr Hob­by mit Humor nehmen kön­nen, wer­den an THE ORVILLE ver­mut­lich eine Menge Spaß haben, ähn­lich wie bei GALAXY QUEST. Und genau wie bei GALAXY QUEST schaf­fen die Mach­er es, dem Ganzen trotz aller Hom­mage und Par­o­die eine wun­der­bare Eigen­ständigkeit zu geben.

Fun Fact am Rande: Nach vor­ab-Screen­ings war die Serie in den let­zten Tagen von so ziem­lich allen Profi-Kri­tik­ern arg ver­ris­sen wor­den. Jet­zt allerd­ings kom­men die Fan-Bew­er­tun­gen rein – und die sind sowohl auf Rot­ten Toma­toes (91%) als auch bei IMDd (7,5 von 10) ziem­lich pos­i­tiv.

Ich bin mir unsich­er, wie lange das Konzept trägt, aber ich freue mich sehr auf die näch­sten Fol­gen. Und man kann nur hof­fen, dass genug Zuschauer aktiviert wer­den kön­nen, denn Fox ist bekan­nter­maßen der Absetz-Sender.

Wie man das sehen kann? Semi­le­gal. Es gibt einen freien Stream der ersten Folge bei Yahoo, die hat allerd­ings einen Geolo­ca­tion-Fil­ter. Den muss man mit einem VPN umge­hen, das dem Serv­er vor­spiegelt, man wohne in den USA. Ist das legal? Sagen wir, es ist eine Grau­zone, aber wirk­lich ille­gal ist es nicht.

[Update 10:10 Uhr] Ich wurde gefragt, ob es derzeit eine völ­lig legale Möglichkeit gibt, sich das in Deutsch­land anzuse­hen. Lei­der nein. Da THE ORVILLE in den USA allerd­ings auch bei Ama­zon Prime Video läuft, würde ich davon aus­ge­hen, dass die Show dem­nächst auch in Deutsch­land dort zu sehen sein wird.

Pro­mo­fo­tos THE ORVILLE Copy­right Fox Tele­vi­sion

Wirmachendruck.de: kein cremefarbenes Papier?

Wirmachendruck.de: kein cremefarbenes Papier?

wirmachendruckEigentlich wollte ich die bei­den Gaslicht-Bände der Steam­punk-Chroniken, deren Druck­fas­sun­gen nun endlich fer­tig gewor­den sind, wie üblich bei Books­fac­to­ry druck­en lassen. Da die aber zick­ten und unbe­d­ingt einen Nach­weis der Zuteilung mein­er USt-ID haben woll­ten (die hat­te ich nicht mehr griff­bere­it und hätte sich bei der Finanzver­wal­tung anfordern müssen, was Wochen dauern würde, da hat­te ich die Fax­en dicke), habe ich den Druck­auf­trag storniert.

Auf der Suche nach ein­er Alter­na­tive fiel mir wirmachendruck.de ein, die waren mir bere­its mehrfach emp­fohlen wor­den und wir hat­ten auch bere­its Fly­er und ein Book­let dort druck­en lassen, deren Qual­ität gut war.

Bei der Nutzung des Kon­fig­u­ra­tors gibt es nur fest vorgegebene Buch­größen, da hat­te mir allerd­ings schon mal jemand mit­geteilt, dass auch Son­der­for­mate kein Prob­lem darstellen. Der kalkulierte Preis für ein A5-Buch (meine wären etwas klein­er) war auch grandios und deut­lich gün­stiger als bei Books­fac­to­ry. Was ich allerd­ings nicht erken­nen kon­nte war, welche Papier­sorte ich nehmen musste. Wie bei den anderen Bän­den auch – und wie bei Bel­letris­tik üblich – wollte ich kein rein­weißes Papi­er, son­dern ein leicht cre­me­far­benes (also beispiel­sweise Munken Cream). Um nicht lange auf eine Email zu warten, rief ich die Sup­port-Hot­line an. Und was ich da erfuhr, war schon erstaunlich.

Nein, im Kon­fig­u­ra­tor gäbe es keine Option für cre­me­far­benes Papi­er. Meine Frage, wie das sein könne, da man doch auch Bel­letris­tik-Kun­den ansprechen wolle, kon­nte mir die Dame nicht beant­worten. Sie wisse aber, dass dieses Papi­er vor­rätig sei. Ich solle doch bitte eine Son­der­an­frage über Online­for­mu­lar ein­re­ichen, dann könne man mir ein Ange­bot machen. Das könne aber bis zu 48 Stun­den dauern.

Gnarf. Wofür eine Tele­fon­hot­line, wenn die eine ein­fache Anfrage nicht beant­worten kann?

Also mir die Zeit genom­men und das For­mu­lar mit den nöti­gen Infor­ma­tio­nen befüllt. Erfreulicher­weise kam bere­its heute mor­gen eine Antwort, allerd­ing war die Antwort nicht zufrieden­stel­lend. Ein Soft­cover­druck ist bei wirmachendruck.de mit cre­me­far­ben­em Papi­er nicht möglich. Obwohl es laut Hot­line vor­rätig ist.

Sehr geehrter Herr Holzhauer,

vie­len Dank für Ihre indi­vidu­elle Anfrage bei WIRma­chen­Druck und das
damit in uns geset­zte Ver­trauen.

Bedauer­licher­weise müssen wir Ihnen zu diesem Zeit­punkt auf­grund des Papiers mit­teilen,
dass es uns nicht möglich ist Ihnen ein entsprechen­des Ange­bot zukom­men zu lassen.

Wir hof­fen in diesem Zuge auf Ihr Ver­ständ­nis und wür­den uns sehr freuen,
wenn Sie uns zukün­ftig bei weit­eren indi­vidu­ellen Anfra­gen wieder
berück­sichti­gen wür­den.

Für weit­ere Fra­gen ste­hen wir Ihnen selb­stver­ständlich […] zur Ver­fü­gung

Für pro­fes­sionell halte ich das nicht. Damit ist wirma­chen­druck für Per­so­n­en, die keine Soft­cov­er-Büch­er mit rein­weißem Papi­er möcht­en, nicht nutzbar, egal wie ver­meintlich gün­stig ihr Ange­bot auch sein mag und wie sehr sie auf ihrer Web­seite damit angeben, Test­sieger bei irgendwem gewor­den zu sein. Und wenn man laut der Wer­bung auf der Web­seite so ein­deutig auch Self­pub­lish­er als Kun­den wer­ben  möchte:

Buch­druck in höch­ster Qual­ität – Seite für Seite. Sie möcht­en ver­lag­sun­ab­hängig Ihr Buch veröf­fentlichen und suchen nach ein­er zuver­läs­si­gen Druck­erei für hochw­er­ti­gen Buch­druck? Wir druck­en Ihre Büch­er auf mod­ern­sten Druck­maschi­nen zu ungewöhn­lich gün­sti­gen Preisen, auch in kleinen Aufla­gen. […] Schwarz/Weiß- oder Farb­druck sowie ver­schiedene For­mate und Papiere ste­hen zur Ver­fü­gung.

… dann ist es noch viel unver­ständlich­er, warum sie ein sim­pel­stes Stan­dard­pa­pi­er nicht zur Ver­fü­gung stellen kön­nen.

Ich suche dann mal weit­er, für den Buch­druck kann ich wirmachedruck.de lei­der vergessen.

Nach­trag: Auf Twit­ter ist »Mell« ern­sthaft der Mei­n­ung, »die Nach­frage sei nicht hoch genug« und behar­rt auch darauf. Soll das heißen, die verkaufen ern­sthaft haufen­weise ahnungslosen Kun­den Büch­er, bei denen man auf­grund des weißen Papiers schnee­blind wird? Wie verträgt sich das mit der über­all auf der Web­seite getätigten Wer­beaus­sage, dass man seine Kun­den so grandios berät und begleit­et?

Nach­trag zwei: Ich habe jet­zt trotz­dem ein Kon­to angelegt, um ein Papier­muster­buch zu bestellen (wer weiß, ob »Natur­pa­pi­er« nicht doch den gewün­scht­en Vor­gaben entspricht? Der Sup­port wusste es jeden­falls nicht wirk­lich). Und da dann gle­ich der nächte Knüller: Das Kon­to wird ohne das in Deutsch­land zwin­gend vorgeschriebene Dou­ble-Opt-In ein­fach mal unver­i­fiziert durchge­führt. Ich kann also für beliebige Per­so­n­en, deren Emailadresse ich kenne, ein Kon­to eröff­nen. Das wäre mein­er Ansicht nach sofort abmahn­bar.

Nach­trag drei: Und pampig wird sie auch noch.

Nach­trag vier: Wenn es keine Nach­frage für cre­me­far­benes Papi­er gibt (was ich mir nur schw­er vorstellen kann, da dieses für Bellestris­tik eigentlich Stan­dard ist), sollte man diese Nach­frage vielle­icht erzeu­gen? Also liebe Self­pub­lish­er, fragt doch ein­fach mal bei wirma­chen­druck an, ob ein Soft­cover­druck mit cre­me­far­ben­em Paier möglich ist. Entwed­er über deren Kon­tak­t­for­mu­lar (beispiel­sweise unter »Lob, Kri­tik und Anre­gun­gen«), oder via Emails an info[at]wir-machen-druck[dot]de. Und immer schön fre­undlich bleiben. :)

Film und Fernsehen in der Langeweile: Gründe

Film und Fernsehen in der Langeweile: Gründe

Dominik Graf

Und vielle­icht war diese Aus­beute sog­ar immer schon das max­i­mal Mögliche in ein­er Kinoin­dus­trie, die nach Ober­hausen nie mehr eine funk­tion­ierende Indus­trie war und die sich mit jed­er Gen­er­a­tion mehr ver­strick­te in ger­man­is­che Rechthaberei, klein­bürg­er­liche Geschmacksverir­rung, in Fron­tenbil­dung und eifer­süchti­gen Par­tiku­lar­is­mus? Dominik Graf

In der FAZ lässt sich Dominik Graf recht aus­führlich darüber aus (und man sollte das drin­gend mal lesen), warum die weitaus meis­ten deutschen Filme und Fernseh­pro­duk­tio­nen so sehr in Mit­telmäßigkeit versinken, oder ein­fach nur grot­ten­schlecht sind. Hier arbeit­et unter anderem das Prinzip »viele Köche verder­ben den Brei«, wenn noch der let­zte kon­ser­v­a­tive Voll­honk an den Drehbüch­ern und Pro­duk­tio­nen herumkrit­teln darf. Wenn Stoffe nicht oder nicht in der ursprünglichen Form genom­men wer­den, weil man Angst vor der Mei­n­ung des anderen Redak­teurs, des Sendeleit­ers, des Pro­gram­mdi­rek­tors oder gar Inten­dan­ten hat. Wenn Drehbuchau­toren schon inner­lich gekündigt haben und in vorau­seilen­dem Gehor­sam die näch­ste strun­zlang­weilige TATORT-Folge schreiben, weil sie wis­sen, dass orig­inelle oder kreative Herange­hensweisen entwed­er gle­ich abgelehnt, oder in den Redak­tion­srun­den so sehr zerre­det wer­den, bis nichts mehr davon übrig bleibt. Oder eben nur der­selbe Schmonz wie immer. Wie man es beispiel­sweise bei MORGEN HÖR ICH AUF sehen kon­nte, die keineswegs das deutsche BREAKING BAD war, wie angekündigt, und die jegliche Inno­va­tion­san­sätze nach der ersten Folge sofort wieder über Bord warf. Und am Ende sog­ar die Zuschauer ver­arschte, weil man sie mit einem Cliffhang­er völ­lig in der Luft … hän­gen ließ, ohne zu wis­sen, ob eine zweite Staffel je pro­duziert wer­den wird.

Man kann nur hof­fen, dass Schweighöfer, Warn­er und Ama­zon mit ihrer Pro­duk­tion WANTED oder eine zu erwartende deutsche Net­flix-Pro­duk­tion dem inzes­tuösen Haufen mal zeigen, wo der Barthel den Most  holt und dass aus dem Schock daraus endlich ein Umdenken stat­tfind­et. Ich befürchte aber, dass es schwieriger sein dürfte, die ver­filzten und ver­back­e­nen Struk­turen aufzubrechen.

Bild: Dominik Graf, von JCS, aus der Wikipedia, CC BY-SA

Deutsche Filme sind …

Deutsche Filme sind …

DeutscheFilmeGoogle

Ich habe mich hier bere­its des Öfteren über die mis­er­able Qual­ität deutsch­er Filme und Fernsehse­rien aus­ge­lassen. Von diesem Fakt gibt es lei­der nur ganz wenige erfreuliche Aus­nah­men wie MARA UND DER FEUERBRINGER, IJON TICHY, oder den TATORTREINIGER.

Nein, keine Sorge, ich werde an dieser Stelle nicht schon wieder einen Rant über die Sch… Exkre­mente vom Stapel lassen, die in Sachen Bewegt­bil­dun­ter­hal­tung in Deutsch­land so verzapft wird, ich möchte allerd­ings auf eine ganz großar­tige Betra­ch­tung der Prob­lematik bei Sodafilm hin­weisen, die mit den Bedin­gun­gen und Hin­ter­grün­den in deut­lichen Worten ins Gericht geht. Und zudem aufzeigt, mit welchen fast mafiös zu nen­nen­den Struk­turen jemand kon­fron­tiert wird, der das beste­hende Sys­tem kri­tisiert.

Deswe­gen bitte unbe­d­ingt lesen! (Ja, ich weiß, der ist lang. Dran­bleiben! Es lohnt.)

Das obige Bild zeigt übri­gens die ersten bei­den Vorschläge, wenn man in Googles Such­maske »Deutsche Filme sind« ein­gibt. Das ist keine Häme seit­ens des Such­maschi­nen­be­treibers, dessen Algo­rith­mus macht diese Vorschläge anhand eingegeben­er Such­be­griffe ander­er Nutzer. Noch Fra­gen?

Kleines Update zu Beam eBooks und Trusted Shops: Kritik unerwünscht

Kleines Update zu Beam eBooks und Trusted Shops: Kritik unerwünscht

Trusted Shops Beam eBooks

Ich hat­te an ander­er Stelle über derzeit offen­bar beste­hende Prob­leme mit dem Sup­port von Beam eBooks hingewiesen. Down­loads funk­tion­ieren nicht, Der Ser­vice reagiert nicht oder völ­lig unzure­ichend auf Anfra­gen der Kun­den. Doku­men­tiert wurde das durch die Bew­er­tun­gen auf der Plat­tform »Trust­ed Shops«.

Seit heute kann man die Bew­er­tun­gen nicht mehr ein­se­hen, weil »der Shop für die Nutzung des Bew­er­tungssys­tems nicht freigeschal­tet ist«. Siehe Bild­schirm­fo­to.

Das ist ger­adezu ein Muster­beispiel, wie PR im Netz nicht funk­tion­iert. Da gibt es öffentliche Kri­tik an einem Onli­neshop – und statt sich der Fehler anzunehmen und diese zu beheben, ver­sucht man sie zu ver­tuschen. Das ist so ziem­lich der aller­falscheste Weg, den Lubbe in meinen Augen hat beschre­it­en kön­nen. Kri­tis­che Nutzer­stim­men ein­fach ent­fer­nen zu lassen, zeigt in meinen Augen, dass bei Beam eBooks tat­säch­lich einiges im Argen liegen muss. Wenn man begrün­dete neg­a­tive Kri­tik erhält, dann beseit­igt man den Grund und nicht die Kri­tik.

[Update 18:06 Uhr]: Auf der Web­seite von Beam eBooks ist die ver­meintlich gute Wer­tung »sehr gut« bei Trust­ed Shops immer noch zu sehen. Ver­fol­gt man den Link, kommt man allerd­ings auf die oben gezeigte Fehler­seite. Nach mein­er Ansicht gren­zt das schon an Betrug. Die andere Möglichkeit ist natür­lich, dass da neuerd­ings jemand für die Web­seite ver­ant­wortlich ist, der vom #neu­land keine Ahnung hat.

Screenshot Beam

 

Das GYGAX MAGAZINE: Europa vergessen …

Was hat­te ich mich gefreut, als es hieß, die Fir­ma TSR, deren Rechte aus­ge­laufen waren, würde von ein­er Gruppe zurück­gekauft, zu der auch Söhne von D&D-Erfinder Gary Gygax gehörten – und es sollte ein Rol­len­spiel-Mag­a­zin mit dem vielver­sprechen­den Namen GYGAX-Mag­a­zine veröf­fentlicht wer­den. Ganz klas­sisch, im Print­for­mat. Und so gehörte auch ich zu den Vorbestellern. Doch die Ent­täuschung ist groß.

Die Ver­sand­kosten nach Europa waren astronomisch hoch, so hoch, dass sich eine Bestel­lung von Deutsch­land aus nicht lohnte. Hoff­nun­gen keimten auf, da man anbot, sich über einen Option­skauf erst ein­mal im Shop ein Exem­plar zu sich­ern, man würde an der Ver­sand­kosten­prob­lematik arbeit­en und informieren, wenn es weit­ere Möglichkeit­en gäbe. Eine solche infor­ma­tion kam nicht, dafür nervte der Onli­neshop mit haufen­weise über­flüs­si­gen Mails.
Das Ganze ist für mich nach wie vor unver­ständlich, denn ich habe bere­its mehrfach Print­pub­lika­tio­nen (und anderes) in den USA bezo­gen und die Por­tokosten waren deut­lich geringer, als die von den Her­aus­ge­bern für das Mag­a­zin ange­sagten.

Kür­zlich fragte ich dann nach, was daraus gewor­den sei. Durch die Antworten erfuhr ich eher zufäl­lig, dass es inzwis­chen auch eine preiswert­ere Option gibt, darüber sollte ich als Vorbesteller eigentlich informiert wer­den – was nicht passiert war. Man kann nun also auch für acht Dol­lar ordern – immer noch teuer genug, angesichts des Preis­es von 8,95 Dol­lar für das Mag­a­zin. Weit­ere Infor­ma­tio­nen dazu, beispiel­sweise wie lange der Ver­sand dauern wird, fehlen voll­ständig, man weiß also nicht, ob man einen Monat oder ein halbes Jahr auf seine Aus­gabe wird warten müssen. Die gesamte Herange­hensweise erweckt bei mir nicht das Ver­trauen, die 17 Dol­lar für eine Ware zu investieren, die dann vielle­icht nie bei mir ankommt – oder erst, wenn die Hölle ein­friert.
Auch der Hin­weis auf eine PDF-Ver­sion bei Dri­veThruRPG geht fehl, denn ich hat­te ja aus­drück­lich eine Print­fas­sung vorbestellt und keine Datei. Zudem war das Mag­a­zin expliz­it als Print­magazin bewor­ben, das Her­aus­geben eines Print­magazins in dig­i­tal­en Zeit­en war aus­drück­lich her­aus gestellt wor­den.

Man entschuldigte sich zwar via Twit­ter ober­fläch­lich (na gut, das geht auf Twit­ter kaum anders), und wies auch darauf hin, dass man nur eine kleine Fir­ma sei. Das mag sein und grund­sät­zlich hätte ger­ade eine solche kleine Fir­ma auch bei mir einen Sym­pa­thiebonus. Allerd­ings bin ich der Ansicht, dass das offen­bar voll­ständi­ge Vergessen der europäis­chen Fans unentschuld­bar ist. Nicht nur in den USA wur­den D&D und Nach­fol­ger gespielt, die Fan­base hier der­art zu ignori­eren kann man eigentlich nur mit typ­isch US-amerikanis­chem Chau­vin­is­mus erk­lären und zeugt mein­er Ansicht nach von schw­er nachvol­lziehbar­er Arro­ganz. Dass als Sah­ne­häubchen dann aber auch noch vergessen wird, den Vorbestellern die neu hinzugekommene Por­toop­tion mitzuteilen, kommt erschw­erend hinzu; es müssen offen­bar bei TSR noch viele Hausauf­gaben gemacht wer­den.

Für zukün­ftige Aus­gaben will man sich mit irgendwelchen Dis­trib­u­toren zusam­men tun, die dann dafür sor­gen, dass die fol­gen­den Num­mern auch in Europa erhältlich sein wer­den. Immer­hin etwas, allerd­ings habe ich ehrlich gesagt nach dem Erlebten eigentlich kein Inter­esse mehr daran. Zudem: auch das Ver­sprechen, mich zu informieren, wenn es in Sachen Ver­sand­kosten Neues gibt, wurde nicht einge­hal­ten – deswe­gen bin ich nicht geneigt, den Aus­sagen der Her­aus­ge­ber hin­sichtlich der zukün­fti­gen Dis­tri­b­u­tion noch Glauben zu schenken.

Ich finde das alles sehr schade, denn meine Sym­pa­thien als langjähriger Spiel­er lagen dur­chaus beim »reinkarnierten« TSR und deren GYGAX MAGAZINE; diese wur­den allerd­ings leicht­fer­tig ver­spielt.

Logo Gygax Mag­a­zine Copy­right TSR, Inc.

Keine Werbung für STAR TREK ONLINE

Soeben ging per Mail eine Anfrage ein­er Mar­ket­ing­fir­ma für Onlinegames bei mir ein. Man bot mir an, Wer­bung für STAR TREK ONLINE zu schal­ten, dafür sollte ich einen Obo­lus von 1,85 Euro pro abgeschlossen­em Abon­nement eröffnetem Kon­to erhal­ten.

Meine Antwort möchte ich den Lesern nicht voren­thal­ten:

Vie­len Dank für die Anfrage, die ich lei­der abschlägig beant­worten muss.

Der Grund hier­für ist, dass ich Vorbesteller von STO war und nach eini­gen Wochen Spielzeit eine aus­führliche Kri­tik zum MMO ver­fasste (damals noch im alten Artikel­por­tal):

http://phantanews.de/dp/node/722

Auf­grund dieser Kri­tik erhielt ich im offiziellen STO-Forum eine dauer­hafte Sperre, eine Anfrage bei Cryp­tic wegen ein­er Stel­lung­nahme zur Veröf­fentlichung auf Phan­taNews blieb unbeant­wortet. Einen Anbi­eter, der so mit seinen Kun­den und mit kri­tis­chen Stim­men umge­ht, will und werde ich nicht unter­stützen und ich werde für ihn auch keine Wer­bung machen.

Da diese ungerecht­fer­tigte und in meinen Augen in hohem Maße unpro­fes­sionelle Sperre bis heute aufrecht erhal­ten geblieben ist, gehe ich davon aus, dass sich auch nach dem Wech­sel von Atari zu Per­fect World Enter­tain­ment bei Cryp­tic in dieser Hin­sicht nichts zum Pos­i­tiv­en geän­dert hat.

Falls Per­fect World Enter­tain­ment oder Cryp­tic sich zu ein­er Stel­lung­nahme bewe­gen lassen, kann ich das gern nochmals neu bew­erten, aber im Moment muss ich die Anfrage lei­der ablehnen.

Mit fre­undlichem Gruß,

Jaja, ich weiß, im Prinzip mache ich auch mit diesem Artikel Wer­bung für Cryp­tic (»auch schlechte Kri­tik ist gute Wer­bung« – weiß jed­er, der mit dem The­ma zu tun hat), aber Links bekom­men sie nicht spendiert. :) Und wer solche Num­mern abzieht wird auch dann nicht mit Kun­den ver­sorgt, wenn er mit Geld wedelt.

Hilfe für von Buchblogger-Rezensionen frustrierte Autoren und Verleger

Als unbekan­nter Autor wie auch als Klein- oder Kle­in­stver­leger hat man es heutzu­tage schon schw­er (ich werde aus nahe­liegen­den Grün­den keine Namen nen­nen, es weiß eh jed­er, wer gemeint ist). Da müht man sich als Schreiber ab, gießt seine Gedanken in eine Tas­tatur, auf dass daraus ein Werk werde, das der Leser goutiert. Als Ver­leger platziert man dann Wer­bung für das Buch und ste­ht selb­stver­ständlich hin­ter dem Ver­fass­er.

Wie kann es da sein, dass sich im Inter­net immer wieder und immer öfter herge­laufene »Blog­ger« erdreis­ten, ein­fach so Besprechun­gen dieser Werke zu ver­fassen? Der Gipfel der Unver­schämhtheit ist natür­lich, wenn diese Rezen­sio­nen auch noch neg­a­tiv aus­fall­en! Das geht gar nicht!

Ich möchte den Autoren und Ver­legern an dieser Stelle eine kosten­lose Hil­fe zur Ver­fü­gung stellen. Mit­tels des nach­fol­gen­den For­mu­la­rs kann man sich seinen Kom­men­tar­text für das Blog der unver­schämten Rezensen­ten schnell zusam­men­klick­en, damit man nicht immer wieder neu tip­pen muss.

Ich weise darauf hin, dass die gener­ierten Texte keine Rechts­ber­atung darstellen …

weit­er­lesen →

EVE ONLINE: CCP reagiert auf massive Kritik an INCARNA

Seit der Ein­führung der let­zten Erweiterung des SF-MMOs EVE ONLINE namens INCARNA ist die Kri­tik der Spiel­er groß. Zum einen gab es Prob­leme mit kos­metis­chen Gegen­stän­den, die man gegen echt­es Geld erwer­ben kon­nte und die – vor­sichtig gesprochen – schweine­teuer waren.

Aber auch andere Änderun­gen sorgten nicht für Freude. So ist beispiel­sweise die rotierende Ansicht des eige­nen Schiffes im Hang­er ent­fer­nt wor­den, da man den Raumer nun auch aus den neu einge­führten »Cap­tains Quartes« sehen kann. Dass dabei allerd­ings nüt­zliche Funk­tion­al­ität wie drag&drop ver­loren ging, hat­te man bei CCP entwed­er überse­hen oder als ver­nach­läs­sig­bar eingestuft. Zudem gab es haufen­weise Kla­gen von Nutzern leis­tungss­chwächer­er Hard­ware. zu diesen The­men gibt es eine aktuelle Nachricht von CCP t0rfifrans, die Details zu kom­menden Änderun­gen nen­nt.

Das und vieles mehr schlug so große Wellen, dass man sich nun offen­bar zu einem grundle­gen­den Umdenken entschlossen hat. Zumin­d­est kann man das aus einem State­ment von CCP Zulu alias Arnar Hrafn Gyl­fa­son im DevBlog ent­nehmen:

Over the past days and weeks, CCP has been doing exten­sive and intense intro­spec­tion and revi­tal­iza­tion. The result of this is a refo­cus­ing and repri­or­i­ti­za­tion on a scale unheard of with­in our com­pa­ny.
[…]
We will reveal more over the com­ing weeks. As cer­tain details are prone to change, we want to make sure we have absolute­ly con­crete infor­ma­tion to give you. You’ve often told us that we promise too much and deliv­er too lit­tle, and this time we want to be cer­tain that doesn’t hap­pen.  We are lis­ten­ing to you, we have heard you, and plans are already in motion.

Man darf ges­pan­nt sein, was hin­ter diesem PR-Sprech konkret steckt…

Creative Commons License

Bild: Copy­right CCP

Kritik an Onkel George erreicht Amazon

Wir erin­nern uns: Onkel George fin­gert seit Jahren immer wieder an den STAR WARS-Fil­men herum. An manchen Stellen mag das Sinn machen, an anderen ganz sich­er nicht. Im Netz regt sich Wider­stand gegen George Lucassens let­zte mas­sive Änderung: wo Darth Vad­er früher in Episode 6 den Imper­a­tor wort­los in den Reak­torschacht des Todessterns wirft, brüllt er jet­zt angesichts der Quälerei an seinem Sohn Luke »Noooooo!«. Geht gar nicht und zer­stört eine Szene, auf die alle sechs Filme hinar­beit­en, aber das hat­te ich bere­its gesagt.

Neben den inzwis­chen im Netz aufge­taucht­en Par­o­di­en und zahllosen Nörge­lar­tikeln hat die Kri­tik an immer wieder neuen Verän­derun­gen der Filme jet­zt Amazon.com erre­icht. Hier sind die weitaus meis­ten Rezen­sio­nen zur Blu Ray-Box mit allen sechs Fil­men sehr neg­a­tiv und geben nur einen Stern (weil null Sterne nun ein­mal nicht geht).

Bin ges­pan­nt, wie lange es dauert, bis die gesam­melte Ladung an neg­a­tiv­er Kri­tik von Ama­zon ent­fer­nt wer­den wird, deswe­gen habe ich vor­sicht­shal­ber mal einen Screen­shot gemacht… :o)

Copy­right Inhalte des Screen­shots Amazon.com, das Bild­schirm­fo­to ist nach deutschem Recht ein Bildz­i­tat.

Gebrauchsanleitung für TRON LEGACY

Vor 25 Jah­ren brach­te Dis­ney einen Film in die Kinos, der zum da­ma­li­gen Zeit­punkt auf­grund der ver­wen­de­ten Tech­nik nur als »bahn­bre­chend« be­zeich­net wer­den konn­te. Schau­spie­ler agier­ten fast voll­stän­dig vor Blue- oder Green­screen und wur­den in eine vom Com­pu­ter ge­ne­rier­te Wun­der­welt ver­setzt, in das In­ne­re eines Com­pu­ters, in dem Pro­gram­me wie Le­be­we­sen exis­tier­ten und agier­ten.

Die Rede ist selbst­ver­ständ­lich von TRON.

Jet­zt, nur schlap­pe zwei­ein­halb De­ka­den spä­ter, schuf Dis­ney eine Fort­set­zung na­mens TRON LE­GA­CY; ein­er der Pro­du­zen­ten war der Re­gis­seur des ers­ten Teils Ste­ven Lis­ber­ger. »Ernst­haf­te« Kri­ti­ker sind ent­setzt, Fans voll des Lobes. Falls ihn je­mand noch nicht ge­se­hen haben soll­te (ich hat­te lei­der Ter­min­pro­ble­me), möch­te ich ein paar Hin­wei­se zur Nut­zung geben…

Weit­er­lesen

CODE 46

Ich hat­te nur die In­halts­an­ga­be für den Film ge­le­sen und ihn dann auf die Leih­lis­te mei­nes On­­line-DVD-Ver­leihs ge­setzt. Als der Film ein­traf, waren meine Er­war­tun­gen nicht be­son­ders hoch – und wur­den mil­lio­nen­fach über­trof­fen!

Nicht in fer­ner Zu­kunft, nein, in ein­er be­denk­lich nahen Zu­kunft spielt die Hand­lung. An­fäng­li­che De­tails tra­gen zur ers­ten Fas­zi­na­ti­on bei: in den Städ­ten herrscht in­zwi­schen ein Misch­masch von Kul­tu­ren und Spra­chen, so dass trotz des Haupt­hand­lungs­or­tes Shang­hai lau­fend spa­ni­sche, fran­zö­si­sche, ita­lie­ni­sche und chi­ne­si­sche Flos­keln fal­len.

Doch die zu Me­ga­ci­ties aus­ge­bau­ten Städ­te be­her­ber­gen nicht die ge­sam­te Mensch­heit. Die Ge­sell­schaft hat sich im Film zu einem zwei-Klas­sen-Sys­tem ent­wi­ckelt. Gut hat’s der, der »drin­nen« ist, also in der streng be­wach­ten Stadt woh­nen darf. Rich­tig dre­ckig geht’s denen, die »drau­ßen« sein müs­sen. »Drau­ßen«, also um die Me­ga­ci­tys herum, gibt es – durch eine Kli­ma­ka­ta­stro­phe aus­ge­löst – nur trost­lo­se Wüste. Dort ve­ge­tie­ren alle un­ter­halb der Ar­muts­gren­ze vor sich hin. Es gibt kaum eine Chan­ce, in die si­che­re Zone ein­er Stadt zu kom­men. Außer auf il­le­ga­lem Weg…
Ohne ein gül­ti­ges »Papel« kommt man in keine Stadt und darf auch keine Stadt ver­las­sen. Hinzu kommt, dass man nach Aus­lau­fen eines »Papel« nicht mehr ver­si­chert ist. Das heißt alles ist ab­ge­si­chert durch ir­gend­ei­ne Form von Ver­si­che­rung di­ver­ser Me­­ga-Kon­z­er­ne, in denen man Ar­beit fin­det (der Glo­ba­li­sie­rung sei Dank!). Ge­ra­de die­ses De­tail gibt eine zu­sätz­li­che Gän­se­haut, da eine solch ex­trem durch Rie­sen­kon­zer­ne »ab­ge­si­cher­te« Zu­kunft durch­aus im Be­reich des Mög­li­chen liegt(!).

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