Kurzkritik: THE ORVILLE (spoilerfrei)

Kurzkritik: THE ORVILLE (spoilerfrei)

Seth Mac­Far­lanes neue Sci­ence Fic­tion-Com­e­dy THE ORVILLE hat­te uns vor­ab nicht wirk­lich viel gezeigt, nur einen einzi­gen echt­en Trail­er, der einen großen Schw­er­punkt auf den Com­e­dy-Aspekt legte. Und da war dann auch meine Sorge begrün­det, denn oft liegen Mac­Far­lanes Humor und mein­er nicht auf ein­er Wellen­länge.

THE ORVILLE macht an kein­er Stelle einen Hehl daraus, dass sie eine Hom­mage an STAR TREK ist, und gle­ichzeit­ig dessen Tropes ordentlich durch den Kakao zieht – let­z­tendlich wirkt das wie eine Fanserie, die sich bemüht, all das zu ver­mei­den, was zu einem Rechtsstre­it mit CBS und Para­mount führen kön­nte, sich aber an dieser »let­zten Gren­ze« mit einigem Geschick ent­lang laviert (und auch Fox hat eine schlagkräftige Rechtsabteilung, mit der man sich bei den TREK-Rechtein­hab­ern ver­mut­lich nicht ohne Not anle­gen möchte).

Ich hat­te STARGATE SG 1 immer als »plan­los im Weltall« beze­ich­net, das ist ein Prädikat, das THE ORVILLE unbe­d­ingt auch ver­di­ent, aber hier ist das Pro­gramm. Tat­säch­lich war der Plot des Piloten ein­er, wie er auch in ein­er beliebi­gen STAR TREK-Show ähn­lich hätte stat­tfind­en kön­nen, hier wird die Hand­lung allerd­ings immer wieder durch Gags und One­lin­er aufge­lock­ert – und eben durch das humoris­tis­che Über­steigern von Ver­satzstück­en, wie man sie eben aus dem Uni­ver­sum von Kirk, Picard und Co ken­nt.

Das hätte übel ins Auge gehen kön­nen, aber von ein, zwei kleineren, Mac­Far­lane-typ­is­chen, Humoraus­set­zern hal­ten sie sich mit den Gags noch zurück und somit passieren die halt in der Hand­lung, stören sie jedoch meist nicht, son­dern lock­ern das, was bei TREK eine bier­ern­ste Auseinan­der­set­zung mit Aliens gewe­sen wäre, erfrischend auf. Und den­noch schim­mert auch eine gewisse Ern­sthaftigkeit durch, tat­säch­lich SF-Geschicht­en erzählen zu wollen und die nicht zulet­zt wegen der Kulis­sen und des Set­tings ger­ade und gezielt auch für STAR TREK-Fans. Aber eben gar­niert mit einem Augen­zwinkern. Trekker, die ihr Hob­by mit Humor nehmen kön­nen, wer­den an THE ORVILLE ver­mut­lich eine Menge Spaß haben, ähn­lich wie bei GALAXY QUEST. Und genau wie bei GALAXY QUEST schaf­fen die Mach­er es, dem Ganzen trotz aller Hom­mage und Par­o­die eine wun­der­bare Eigen­ständigkeit zu geben.

Fun Fact am Rande: Nach vor­ab-Screen­ings war die Serie in den let­zten Tagen von so ziem­lich allen Profi-Kri­tik­ern arg ver­ris­sen wor­den. Jet­zt allerd­ings kom­men die Fan-Bew­er­tun­gen rein – und die sind sowohl auf Rot­ten Toma­toes (91%) als auch bei IMDd (7,5 von 10) ziem­lich pos­i­tiv.

Ich bin mir unsich­er, wie lange das Konzept trägt, aber ich freue mich sehr auf die näch­sten Fol­gen. Und man kann nur hof­fen, dass genug Zuschauer aktiviert wer­den kön­nen, denn Fox ist bekan­nter­maßen der Absetz-Sender.

Wie man das sehen kann? Semi­le­gal. Es gibt einen freien Stream der ersten Folge bei Yahoo, die hat allerd­ings einen Geolo­ca­tion-Fil­ter. Den muss man mit einem VPN umge­hen, das dem Serv­er vor­spiegelt, man wohne in den USA. Ist das legal? Sagen wir, es ist eine Grau­zone, aber wirk­lich ille­gal ist es nicht.

[Update 10:10 Uhr] Ich wurde gefragt, ob es derzeit eine völ­lig legale Möglichkeit gibt, sich das in Deutsch­land anzuse­hen. Lei­der nein. Da THE ORVILLE in den USA allerd­ings auch bei Ama­zon Prime Video läuft, würde ich davon aus­ge­hen, dass die Show dem­nächst auch in Deutsch­land dort zu sehen sein wird.

Pro­mo­fo­tos THE ORVILLE Copy­right Fox Tele­vi­sion

PARANORMAL ACTIVITY 2

Wer nicht unbe­d­ingt blutiges Gekröse für ein angenehmes Gru­selfest braucht, ist hier genau richtig. Wer dem ner­ven­zehren­den Kitzel langer Ein­stel­lun­gen ohne beglei­t­en­dem Ton etwas abgewin­nen kann, kommt hier­an nicht vor­bei. Der zweite Auf­guss der para­nor­malen Aktiv­itäten ist ein clever aus­gedacht­es Stück, das an kein­er Stelle bess­er ist als sein Vorgänger, aber Fre­un­den und Anhängern des ersten Teils genau das bietet, was sie gerne erleben möcht­en.

Der Film erzählt die Vorgeschichte, die zu den Ereignis­sen des ersten Teils führt. So bekommt man die im ersten Teil dahinge­gan­genen Pro­tag­o­nis­ten Katie und Mic­ah noch ein­mal zu sehen, wen­ngle­ich nur als schmück­endes Bei­w­erk in der von einem Dämon heimge­sucht­en Fam­i­lie von Katies Schwest­er Kristi. Doch tat­säch­lich schafft das Autoren-Dreierges­pann eine plau­si­ble Brücke, die bei­de Filme akzept­abel verbindet. Lediglich die teil­weise absur­den Zwis­chen­ti­tel lenken mehr ab, als dass sie Erk­lärun­gen liefern. Ger­ade Neue­in­steiger dürften mit wahl­los eingestreuten Ein­blendun­gen wie »noch sechzig Tage bis zum Tod von Mic­ah« eher das Gefühl bekom­men, Ele­mentares ver­säumt zu haben. Und das, obwohl diese Tafeln eher belan­g­los sind und keinen Zweck erfüllen.

Weit­er­lesen

Kritik: STAR TREK ONLINE – The Good, The Bad And The Ugly

Logo Star TrekNeu im Artikel­por­tal:

Be­spre­chung und Er­fah­rungs­be­richt

Als ich zum ers­ten Mal davon hörte, dass es ein MMO im Star Trek-Uni­ver­­sum geben soll­te, war ich gleich­zei­tig hoch­er­freut und ent­setzt. Hoch­er­freut, weil ich auf so etwas wohl seit Jah­ren ge­war­tet hat­te und ent­setzt, weil ich Be­fürch­tun­gen hin­sicht­lich ein­er an­ge­mes­se­nen Um­set­zung hat­te. Der ers­ten Fir­ma, die sich an die­sem am­bi­tio­nier­ten Pro­jekt ver­such­te, ging dann auch die Luft aus; Per­pe­tu­al En­ter­tain­ment hat­te einen Bro­cken ab­ge­bis­sen, der of­fen­sicht­lich zu groß war – und das ist scha­de, denn et­li­che ihrer An­sät­ze waren rich­tungs­wei­send und über­aus krea­tiv, aber of­fen­sicht­lich hat­te man den Auf­wand deut­lich un­ter­schätzt.
Cryp­tic Stu­di­os er­warb die nun brach lie­gen­den Rech­te vor knapp über zwei Jah­ren und mach­te sich selb­st ans Werk, das Uni­ver­sum von Kirk, Spock und Co. in ein Mul­ti­­play­er-Spiel um­zu­set­zen, fi­nan­zi­el­ler Hin­ter­grund kam vom Pu­blis­her Atari, der das Ent­wick­ler­stu­dio im De­zember 2008 er­warb.

Bei der Be­trach­tung des Spiels muss man ganz si­cher zwei Per­spek­ti­ven an­wen­den, die des STAR TREK-Fans und die des MMO-Spie­lers – jede wird ihren Fokus auf an­de­re As­pek­te leg­en. Cryp­tic sah sich vor der Her­aus­for­de­rung, nicht nur dem Fran­chise und des­sen nichts ver­ge­ben­den Hard­­core-Fans eben­so ge­recht zu wer­den, wie den Spie­lern, unter denen es eben­sol­che Hard­li­ner gibt – und da­zwi­schen auch die Ge­le­gen­heits­spie­ler zu be­die­nen, die mög­li­cher­wei­se STAR TREK zwar kann­ten, es aber nicht zu ein­er Re­li­gi­on er­ho­ben hat­ten, eine Grat­wan­de­rung.

Ich bin lang­jäh­ri­ger Trek-Fan – aber nicht Fa­na­tic – und eben­falls lang­jäh­ri­ger Spie­ler auch von MMOs, des­we­gen bin ich in der Lage, ab­zu­schät­zen, was rich­tig und was falsch ge­macht wurde. Davon ab­ge­se­hen krankt STO al­ler­dings grund­sätz­lich an einem viel sim­ple­ren Pro­blem: Es wurde mas­siv un­fer­tig auf den Markt ge­bracht, ich kann nur ver­mu­ten, dass Atari schnel­les Geld sehen woll­te…

Das hier ist nur eine Über­sicht, der Ar­ti­kel hätte auf­grund wei­te­rer De­fi­zi­te beim Spiel und beim Sup­port noch län­ger wer­den kön­nen, aber das hätte den jet­zt be­reits be­trächt­li­chen Um­fang ein­er Besprechung im Web ein­deu­tig ge­sprengt.

Weit­er­lesen

Creative Commons License