Bandit bespricht: Roald Dahls HEXEN HEXEN

Bandit bespricht: Roald Dahls HEXEN HEXEN

THE WITCHES – Bun­des­start 29.10.2020

Vor­erst nur noch bis 01.11.2020 in deut­schen Kinos.
Von dem Gedan­ken, dass wir hier ein Remake vor­ge­setzt bekom­men, soll­te man sich schleu­nigst ver­ab­schie­den. Schon seit Jah­ren war es für Guil­ler­mo del Toro eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit HEXEN HEXEN von Roald Dahl zu ver­fil­men. Wer noch PANS LABYRINTH in Erin­ne­rung hat, der ja auch als Jugend­film gehan­delt wur­de, dem dürf­te es eis­kalt den Rücken hin­un­ter­lau­fen, was er mit die­sem Kin­der­buch ver­an­stal­tet hät­te. Wegen Ter­min­pro­ble­men hat sich del Toro also mit Robert Zeme­ckis und Kenya Bar­ris zusam­men­ge­setzt und wenigs­tens am Dreh­buch mit­ge­ar­bei­tet. Und eigen­ar­ti­ger­wei­se macht HEXEN HEXEN jetzt den Ein­druck, als wären durch die drei Autoren drei ver­schie­de­ne Fil­me gleich­zei­tig zu sehen.

wei­ter­le­sen →

Bandit bespricht: Gerard Butler in GREENLAND

Bandit bespricht: Gerard Butler in GREENLAND

GREENLAND – Bun­des­start 22.10.2020

Die­ser Film hat wirk­lich alles, was ein alt­be­kann­tes und bewähr­tes Kata­stro­phen­sze­na­rio braucht: Der unbe­darf­te Vater, der mit gott­ge­ge­be­ner Selbst­ver­ständ­lich­keit den Hel­den gibt. Dazu­ge­hö­rig die zer­rüt­te­te Bezie­hung zu sei­ner Frau, bei der die Ehe ohne Kata­stro­phe nicht mehr zu ret­ten gewe­sen wäre. Da ist natür­lich auch der Sohn, wel­cher die unge­bro­che­ne Lie­be bei­der Eltern­tei­le genießt. Und es gibt jenes omi­nö­se Ziel, wel­ches man unter schwie­rigs­ten Bedin­gun­gen errei­chen muss, um dem Ende der Zivi­li­sa­ti­on zu ent­kom­men. Nicht ver­ges­sen sind die vie­len Neben­cha­rak­te­re, die ent­we­der ver­ständ­nis­voll hilfs­be­reit sind, oder kalt­her­zig bru­tal. Nicht wie es die Figu­ren erfor­dern, son­dern der dra­ma­tur­gisch über­spitz­te Handlungsverlauf.

wei­ter­le­sen →

Bandit bespricht: Richard Dreyfuss in ASTRONAUT

Bandit bespricht: Richard Dreyfuss in ASTRONAUT

ASTRONAUT – Bun­des­start 15.10.2020

Angus Ste­wart ist nicht allei­ne. Jedes Kind träumt davon ins Welt­all zu flie­gen. Jun­ge Men­schen wür­den einen Flug in die unend­li­chen Wei­ten als Her­aus­for­de­rung emp­fin­den. Für Erwach­se­ne wäre es eine Bestä­ti­gung ihrer Frau- und Männ­lich­keit. Angus Ste­wart ist 72, etwas über­ge­wich­tig und trinkt recht ger­ne. Der pen­sio­nier­te Stra­ßen­bau­in­ge­nieur war einer der Bes­ten. Jetzt soll­te er sei­nen Ruhe­stand genie­ßen, doch sei­ne Frau ist auch schon ver­stor­ben. Angus fühlt sich ein­sam und nicht mehr gebraucht, obwohl ihn die Toch­ter zu sich und ihrer Fami­lie ins Haus geholt hat. Es ist ein Lebens­ab­schnitt den wohl sehr vie­le auf die­se Wei­se emp­fin­den. Auf ein­mal ist man allei­ne und wird nicht mehr gebraucht, auch wenn man im Kreis der eige­nen Fami­lie lebt und geliebt wird.

wei­ter­le­sen →

Bandit bespricht: DER GEHEIME GARTEN

Bandit bespricht: DER GEHEIME GARTEN

THE SECRET GARDEN – Bun­des­start 15.10.2020

Wer auch nur im Ent­fern­tes­ten schon ein­mal von Fran­ces Hodg­son Bur­netts DER GEHEIME GARTEN gehört hat, dürf­te von selbst erah­nen, dass die­se Geschich­te ein brei­tes Spek­trum von Inter­pre­ta­tio­nen zulässt. Da ist der Gar­ten an sich, die cha­rak­ter­li­chen Eigen­schaf­ten der Kin­der, oder das Rot­kehl­chen, die selt­sam abwei­sen­den Erwach­se­nen, und in die­ser Ver­fil­mung natür­lich der Hund. Aber da ist noch das Leben, und der Tod im Beson­de­ren. Das sind alle­samt kei­ne ein­fa­chen The­men, Meta­phern und Aus­le­gun­gen für eine emp­foh­le­ne Leser­schaft zwi­schen acht und elf Jah­ren. Aber es sind span­nen­de The­men und zudem sehr anre­gend. Wenn­gleich kein durch­weg freu­de­strah­len­des, oder leich­tes Erlebnis.

wei­ter­le­sen →

Bandit bespricht: THE NEW MUTANTS

Bandit bespricht: THE NEW MUTANTS

THE NEW MUTANTS – Bun­des­start 10.09.2020

Es war abzu­se­hen, dass die Vor­ver­ur­tei­lun­gen umge­hend fol­gen und über­hand neh­men wür­den. An einen wohl­ge­son­ne­nen Start war da schon gar nicht mehr zu den­ken, nicht zwei­ein­halb Jah­re nach dem eigent­lich geplan­ten Ter­min. Und eine rei­che Aus­wahl an Schul­di­gen ist selbst­ver­ständ­lich auch vor­han­den, halt­los und unsin­nig. Hier wird das Schei­tern von THE NEW MUTANTS schon zele­briert, bevor die het­zen­de Meu­te den Film über­haupt gese­hen hat. Hat man ihn dann end­lich gese­hen lässt sich zwei­fel­los gut spe­ku­lie­ren, aber Ant­wor­ten wer­den aus­blei­ben. Und der Tanz um Schuld­zu­wei­sun­gen und Spe­ku­la­tio­nen wird sich lan­ge fortsetzen.

wei­ter­le­sen →

Bandit bespricht: PROJECT POWER

Bandit bespricht: PROJECT POWER

PROJECT POWER – Net­flix seit 14.08.2020

Für fünf Minu­ten hat man Zeit, ein Cha­mä­le­on zu sein. Fünf Minu­ten, in denen man durch die Umwelt nicht rich­tig wahr­ge­nom­men wer­den kann. Wer wür­de tat­säch­lich ein­fach in eine Bank mar­schie­ren und sich einen Kof­fer vol­ler Geld holen? Es klingt wie eine logi­sche Schluss­fol­ge­rung, aber ist das wirk­lich kon­se­quent durch­dacht?  Wenn man alle Risi­ken abwä­gen wür­de, oder gar ande­re Optio­nen, dann soll­te ein Plan wesent­lich geris­se­ner und viel­ver­spre­chen­der sein. Es sei denn, nur für den Fall, man bräuch­te die­ses Set­ting für eine star­ke Action-Sequenz. Und so ist es auch. Das Dilem­ma einer unheim­li­chen und ver­füh­re­ri­schen Prä­mis­se, nie­mand möch­te eine theo­re­ti­sche Dis­ser­ta­ti­on über die Mög­lich­keit, son­dern die spek­ta­ku­lä­re Visua­li­sie­rung des Voll­zugs. Und so kommt PROJECT POWER nie wirk­lich über die Gren­zen des geho­be­nen Action-Films hinaus.

wei­ter­le­sen →

Bandit bespricht: TESLA

Bandit bespricht: TESLA

TESLA – Bun­des­start 20.08.2020

Phy­si­ker, Inge­nieur, Erfin­der. In der All­ge­mein­heit auf den Namen eines Autos redu­ziert, wäre Niko­la genau der Mann gewe­sen, der das Elek­tro­au­to erfun­den hät­te. Zumin­dest wäre es ohne ihn heu­te nicht mög­lich, ein sol­ches zu fah­ren. Er war der rich­ti­ge Mann zur rich­ti­gen Zeit an der rich­ti­gen Stel­le. Und zugleich war es für sein per­sön­li­ches Anse­hen eine elen­de Bür­de. Wäh­rend man im all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch ger­ne die Namen Edi­son und Westing­house in den Mund nimmt und selbst der Pri­vat­ban­kier J.P. Mor­gan noch als geläu­fi­ge Per­sön­lich­keit bekannt ist, ver­schwin­det hin­ter die­sen statt­li­chen Grö­ßen das Genie Niko­la Tes­la. Phy­si­ker, Inge­nieu­re und Erfin­der, das sind meist die­je­ni­gen, wel­che den Geist und das Schaf­fen die­ses Man­nes rich­tig zuord­nen kön­nen und glei­cher­ma­ßen zu wür­di­gen wis­sen. Aber wer war die­ser Mann?

wei­ter­le­sen →

Bandit hat fast verpasst: TIME TRAP – DIE HÖHLE

Bandit hat fast verpasst: TIME TRAP – DIE HÖHLE

TIME TRAP – DVD Pre­miè­re 05.12.2019 – VOD Ama­zon & iTunes

Wenn man sich dem Main­stream-Kino ver­schrie­ben hat, bleibt immer eini­ges zu tun. Da springt man von einem Start­ter­min zum nächs­ten, muss koor­di­nie­ren, zwi­schen­drin auch mal etwas Arthouse ein­schie­ben. Und zu allem Unglück wer­den ab und an auch sozia­le Kon­tak­te eingefordert.
In Zei­ten wie die­sen rela­ti­viert sich so man­ches. Da ist plötz­lich Zeit, kei­ner hetzt einen von Block­bus­ter zu Block­bus­ter, und man rich­tet sei­ne Auf­merk­sam­keit auch ein­mal auf Emp­feh­lun­gen, wenn­gleich auch wider­wil­lig, denn was könn­te ein Film mit einem Bud­get unter 80 Mil­lio­nen Dol­lar ernst­haft bie­ten? Woo­dy Allen macht noch Fil­me unter zehn Mil­lio­nen Dol­lar, aber die wer­den ja nur geschaut, weil da ein Ensem­ble an Schau­spie­lern dabei ist, das sonst nur in hoch­prei­si­gen Block­bus­tern spielt. Da muss man dann bei Fil­men wie DIE HÖHLE schon bei­de Augen zudrü­cken, wo das Kame­ra-Equip­ment ver­mut­lich allein fünf­zig Pro­zent des Bud­gets gefres­sen hat und der sich zudem auch noch »Sci­ence Fic­tion« schimpft.

wei­ter­le­sen →

Bandit bespricht: THE WITCH NEXT DOOR

Bandit bespricht: THE WITCH NEXT DOOR

THE WRETCHED – Bun­des­start 13.08.2020 – Bespre­chung der bri­ti­schen VOD-Version

Wenn man alles will, was man von einem moder­nen Hor­ror­film erwar­ten kann, dann bekommt man es mit THE WITCH NEXT DOOR. Bereits vor neun Jah­ren haben die Brü­der Brett und Drew Pier­ce mit ihrem klei­nen Fes­ti­val­hit DEADHEADS ihr Film­ver­ständ­nis unter Beweis gestellt. Der Zom­bie-Komö­die folg­te aber erst ein­mal eini­ge Jah­re nichts. Und dann grei­fen die Film­au­toren gleich in die Vol­len. Teen­ager-Roman­ze, Hexen­hor­ror, Com­ing of Age-Dra­ma, Gru­sel-Thril­ler, Span­nungs­ki­no. Und einen Hauch von vie­len Gen­re-Vor­bil­dern wie DISTURBIA, HOLE IN THE GROUND, THE WAY WAY BACK, FRIGHT NIGHT, THE BURBS, DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN, ganz wenig von AMERICAN PIE, sowie ein Körn­chen von ALIEN. Der Film­narr wird in die­sen 90 Minu­ten ohne Abspann vie­le Momen­te aus­ma­chen, die einen an ande­re, bekann­te Fil­me erin­nern. Und das ist oft­mals span­nen­der, als der Hand­lung des Films selbst zu folgen.

wei­ter­le­sen →

Bandit bespricht: MARIE CURIE – Elemente des Lebens

Bandit bespricht: MARIE CURIE – Elemente des Lebens

RADIOACTIVE – Bun­des­start 16.07.2020

Dass Marie Curie über­haupt 67 Jah­re alt wur­de grenzt aus heu­ti­ger Sicht schon an ein Wun­der. Ein Behält­nis mit leicht grün­lich leuch­ten­den Radi­um hat­te sie immer ent­we­der ein­ste­cken oder auf ihrem Nacht­tisch. Auch wenn Madame Curie den Begriff der Radio­ak­ti­vi­tät präg­te, waren die Wir­kun­gen des strah­len­den Mate­ri­als eben­so wenig erforscht wie über­haupt bekannt. Selbst nach ihrem Tod war die Ärz­te­schaft uneins, ob ihre Kno­chen­mar­kerkran­kung auf den unge­schütz­ten Umgang mit Radon und Radi­um zurück­zu­füh­ren war. Über hun­dert Jah­re spä­ter müs­sen Marie Curies Auf­zeich­nung noch immer in Blei­be­häl­tern auf­be­wahrt und kön­nen aus­schließ­lich mit Schutz­klei­dung ein­ge­se­hen wer­den. Marie Sklo­dow­s­ka-Curie war nicht nur eine Pio­nie­rin in den Berei­chen Phy­sik und Che­mie. Son­dern auch Weg­be­rei­te­rin für Frau­en in sehr vie­len Män­ner­do­mä­nen. Von letz­te­rem, nutzt Mar­ja­ne Satra­pis Annä­he­rung an einen Mythos, wenig Stoff für die fil­mi­sche Dramatisierung.

wei­ter­le­sen →

Bandit bespricht: GRETEL & HÄNSEL

Bandit bespricht: GRETEL & HÄNSEL

GRETEL & HANSEL – Bun­des­start 09.07.2020

Das Mär­chen, also die Kun­de von selt­sa­men Vor­komm­nis­sen, war vor 200 Jah­ren eine erzäh­le­ri­sche Kunst­form, die man ins Heu­te über­tra­gen am ehes­ten mit Hor­ror­ge­schich­ten gleich­set­zen wür­de. Mär­chen sind Geschich­ten, die meist ein mora­li­sches und päd­ago­gi­sches Ziel ver­fol­gen. Wie die Läu­te­rung durch das Feu­er, eine begin­nen­de Not­wen­dig­keit zum eigen­stän­di­gen Han­deln oder die Dank­bar­keit der Ente über die ver­streu­ten Brot­kru­men. 200 Jah­re spä­ter sind Mär­chen eher put­zi­ge, unter­halt­sa­me Fan­ta­sien. Die sie­ben Zwer­ge, ein könig­li­cher Frosch, der glä­ser­ne Schuh einer anste­hen­den Prin­zes­sin. Wie wür­den sol­che phan­tas­ti­schen und tugend­haf­ten Erzäh­lun­gen eigent­lich aktu­ell inter­pre­tiert wer­den müs­sen, um deren Aus­sa­gen ins Heu­te zu über­tra­gen? SNOW WHITE AND THE HUNTSMAN oder MALEFICENT sind in die­ser Bezie­hung wirk­lich gelun­ge­ne Ansät­ze, die funk­tio­nie­ren und zu unter­hal­ten ver­ste­hen. Wie könn­te dann eine Kin­der ver­spei­sen­den Hexe neu inter­pre­tiert wer­den? Ein Geschich­te, die bereits mit HÄNSEL & GRETEL: HEXENJÄGER eine ambi­tio­nier­te, stre­cken­wei­se sogar sehr gelun­ge­ne Action-Vari­an­te erfah­ren hatte.

wei­ter­le­sen →

Facebook gegen Fischpott: Unsichtbarkeit ohne Rettung

Facebook gegen Fischpott: Unsichtbarkeit ohne Rettung

Ich hat­te es immer wie­der mal an ver­schie­de­nen Stel­len the­ma­ti­siert: Es ist eine extrem schlech­te Idee für non­pro­fit-Pro­jek­te oder klei­ne Selbst­stän­di­ge, Face­book als allei­ni­ge Wer­be­platt­form zu nut­zen. Das gilt auch für insta­gram, denn das ist der­sel­be Laden. Der Grund: Man ist voll­stän­dig von der Platt­form abhän­gig – und die kann  einem von heu­te auf mor­gen die Luft abdre­hen, sprich: einen unsicht­bar machen oder gar die Sei­te sper­ren. Auf einen wie auch immer gear­te­ten Sup­port darf man nicht hof­fen, die reagie­ren maxi­mal dann, wenn man auch immer brav Wer­be­bud­gets inves­tiert. Und selbst dann herrscht all­zu oft das Schwei­gen im Walde.

Ein beson­ders kras­ses Bei­spiel ist Fabi­an Mau­ru­schats Web­sei­te Fisch­pott (Gruß aus Rem­scheid über den Berg nach Wup­per­tal), die sich mit The­men wie Games oder Büchern befasst, also völ­lig harm­lo­ser Con­tent ganz ähn­lich wie hier auf Phan­ta­News – soll­te man mei­nen. Denn die Sei­te wur­de von Face­book Anfang 2020 unsicht­bar gemacht.

Las­sen wir den Betrei­ber selbst zu Wort kom­men, um die Situa­ti­on zu erklären:

wei­ter­le­sen →