Angekündigt: Neues Gaiman-Buch NORSE MYTHOLOGY

Angekündigt: Neues Gaiman-Buch NORSE MYTHOLOGY

Neil GaimanKult-Autor Neil Gaiman hat auf Face­book sein neues Buch angekündigt. Es soll im Feb­ru­ar 2017 erscheinen und den ein­fachen Titel NORSE MYTHOLOGY tra­gen.

Und darin geht es – wen würde es wun­dern? – um nordis­che Mytholo­gie: es erzählt die Geschichte um Odin, Loki, Thor, Eis­riesen Zwerge und Alben neu, natür­lich in Gaimans unver­wech­sel­baren Stil und ver­mut­lich mit uner­warteten Twists. Der Autor sagte dazu:

To get the oppor­tu­ni­ty to retell the myths and poems we have inher­it­ed from the Norse was almost too good to be true. I hope that I have retold sto­ries that read like the real thing: some­times pro­found, some­times fun­ny, some­times hero­ic, some­times dark, and always inevitable.

Die Möglichkeit zu bekom­men, die über­liefer­ten nordis­chen Mythen und Gedichte nachzuerzählen war fast zu schön, um wahr zu sein. Ich hoffe, dass ich die Geschicht­en in ein­er Art nacherzählt habe, die sich wie die Vor­la­gen liest: manch­mal tief­gründig, manch­mal witzig, manch­mal helden­haft, manch­mal düster und immer unver­mei­dlich.

Das Buch erscheint bei W. W. Nor­ton & Com­pa­ny am 7. Feb­ru­ar 2017 als Hard­cov­er und kann ab sofort vorbestellt wer­den.

Bild Neil Gaiman von Kyle Cas­sidy, aus der Wikipedia, CC BY-SA

Booksfactory hat Kapazitätsprobleme

Booksfactory hat Kapazitätsprobleme

booksfactoryNach­dem ich books­fac­to­ry als sin­nvollen Druck­di­en­stleis­ter ins­beson­dere auch für Self­pub­lish­er emp­fohlen hat­te, sprach sich das herum, das weiß ich aus diversen Rück­mel­dun­gen und Gesprächen – weit­er­hin weiß ich, dass etliche, denen ich sie emp­fohlen hat­te, ihrer­seits weit­eremp­fohlen haben. Bere­its vor eini­gen Monat­en gab es Eng­pässe auf­grund ein­er defek­ten Mas­chine – dafür sollte man Ver­ständ­nis haben, und die waren irgend­wann auch beseit­igt.

Aktuell ist die Lage allerd­ings nicht rosig, offen­bar hat books­fac­to­ry einen deut­lichen Auf­tragsstau, zum einen wohl nach wie vor wegen der Buchmesse, zum anderen auf­grund tech­nis­ch­er Prob­leme. Ich weiß von ein­er Fre­undin, dass deren Büch­er vier Wochen Ver­spä­tung haben. Auf­grund ein­er Anfrage per Email sagte man mir tele­fonisch, derzeit seit der Verzug ca. noch eine Woche. Nach dem was ich so von Bestellern höre, würde ich eher mehr annehmen wollen.

Auch wenn man auf­grund der bish­eri­gen pos­i­tiv­en Erfahrun­gen mit books­fac­to­ry Ver­ständ­nis zeigen möchte, so ist es doch über­aus frag­würdig, wenn auf der Web­seite viel zu lange von sieben Tagen Pro­duk­tions­dauer die Rede ist, obwohl man genau weiß, dass das auf gar keinen Fall einge­hal­ten wer­den kann. Nach meinem ein­deuti­gen Hin­weis darauf am Tele­fon, dass hier nur Trans­parenz hil­ft, wurde nun ein entsprechen­der Hin­weis beim Buchkalku­la­tor auf der Web­seite einge­fügt. Der allerd­ings auch keine Ter­mine nen­nt, man soll diese tele­fonisch erfra­gen:

Im Moment haben wir eine sehr hohe Auf­tragslage.
Bitte erfra­gen Sie die aktuellen Pro­duk­tion­szeit­en tele­fonisch.

Außer­dem wurde mir bei dem Gespräch gesagt, dass man sich bemühe, ter­minkri­tis­che Bestel­lun­gen rechtzeit­ig zu bear­beit­en. Meine Bekan­nte erhielt allerd­ings im Gegen­satz dazu ger­ade die Auskun­ft, »jed­er zweite Auf­trag sei ter­minkri­tisch« und man man tue schon, was man könne. Das ist unschön. Eben­so unschön ist, wenn es zudem kein­er­lei Kom­pen­sa­tion­sange­bote gegenüber den Bestellern gibt. Beispiel­sweise auf die Ver­sand­kosten zu verzicht­en oder angesichts der Verzögerun­gen wenig­stens den Preis zu min­dern.

Klar ist: Die Nen­nung eines Liefer­t­er­mins ist Teil des Ver­trags, wird das nicht einge­hal­ten, kann man entsprechend agieren. Da die Web­seite des pol­nis­chen Anbi­eters in deutsch­er Sprache vor­liegt, kön­nte deutsches Recht anwend­bar sein (auch deswe­gen, weil es eine Sup­port­num­mer in Deutsch­land gibt und die Kon­toverbindung eine deutsche ist). Siehe dazu »Gren­züber­greifend im Netz einkaufen«, wo man lesen kann:

Deutsches Recht gilt beispiel­sweise dann, wenn der pol­nis­che Unternehmer auf Deutsch auf sein­er Inter­net­seite wirbt und der Abschluss des Ver­trages auf die Wer­bung zurück­zuführen ist

Auch das ein Grund, warum sich books­fac­to­ry über­legen sollte, die Kun­den durch irgendwelche Kom­pen­sa­tio­nen gnädig zu stim­men, denn bei Nichter­fül­lung kön­nten die Kun­den möglicher­weise vom Ver­trag zurück­treten oder sog­ar Schaden­er­satz ein­fordern (z.B. auf­grund ent­gan­gener Verkäufe, die allerd­ings nicht ganz ein­fach zu quan­tifizieren sein dürften, oder auf­grund von Mehrkosten bei anderen Anbi­etern).

Aktuell kann man jedem Self­pub­lish­er nur rat­en, sich vor der Druck­beauf­tra­gung tele­fonisch zu ver­sich­ern, wie lange die Liefer­ung konkret dauern wird – und sich das auch schriftlich geben zu lassen, beispiel­sweise per Email. Oder auf alter­na­tive Dien­stleis­ter zurück­zu­greifen, bis books­fac­to­ry seine Kapaz­ität­sprob­leme im Griff hat.

Alles sehr schade. Ins­beson­dere für eine Druck­erei, die sich als Dien­stleis­ter posi­tion­iert hat­te, der auch und ger­ade kleine Men­gen schnell liefern kann. Und ich kann mich nur wieder­holen: Die zuerst gezeigte Hand­habung, die über­lan­gen Lieferzeit­en zu ver­schleiern und auf der Web­seite viel zu lange auf die ganz nor­male Dauer hinzuweisen, ist ein faux pas, der völ­lig inakzept­abel ist. So wird man das Ver­trauen schneller los, als man es gewon­nen hat.

Und let­z­tendlich ist das alles auch deswe­gen bedauern­swert, weil die Damen und Her­ren bei books­fac­to­ry sich bish­er immer viel Mühe gegeben und einen erstk­las­si­gen Ser­vice geboten haben, auch wenn es um Prob­leme mit Druck­dateien o.ä. ging.

Ich suche nach Alter­na­tiv­en und werde nach Tests bericht­en. Ich hoffe aber, dass die das bei books­fac­to­ry möglichst schnell in den Griff bekom­men und wieder die gewohnte Ser­vice­qual­ität bieten.

Logo/Screenshot books­fac­to­ry Copy­right books­fac­to­ry

Neu bei Feder & Schwert: MASCHINENSEELE von Chris Schlicht

Neu bei Feder & Schwert: MASCHINENSEELE von Chris Schlicht

Cover MaschinenseeleSoeben ist bei Fed­er & Schw­ert ein neuer deutsch­er Steam­punk-Roman von Chris Schlicht erschienen, darin kehren die Helden des für den Kurd-Laßwitz-Preis nominierten Buch­es MASCHINENGEIST zurück. Wer­be­text:

Wir schreiben das Jahr 1900. Im Stadt­moloch Frank­furt-Wies­baden ver­sucht Oberkom­mis­sar Peter Lan­gen­dorf, eine Mord­serie aufzuk­lären. Ein Wahnsin­niger tötet schein­bar wahl­los Men­schen, denen er ein Kör­perteil raubt und deren Leichen er an öffentlichen Orten zur Schau stellt.
Doch damit nicht genug – wieder bekommt Lan­gen­dorf es mit Rat­ten zu tun, dies­mal mit fliegen­den, und auch die Fam­i­lie von Wal­len­fels, seine alte Neme­sis, scheint weit­er üble Ränke zu schmieden.

Der Roman hat einen Umfang von ansehn­lichen 544 Seit­en und ste­ht als eBook und Print zur Ver­fü­gung. Für die gedruck­te Fas­sung muss man 13,99 Euro berap­pen, was die eBook-Fas­sung kostet, kon­nte ich bish­er lei­der nicht her­aus­find­en. Will man den Ver­lag unter­stützen, kauft man das Werk direkt dort.

MASCHINENSEELE
Chris Schlicht
Steam­punk-Roman
Taschen­buch & eBook, 544 Seit­en
EUR 13,99 (Taschen­buch)
April 2014
ISBN-10: 3867622043
ISBN-13: 978–3867622042
Fed­er & Schw­ert

Cov­er­ab­bil­dung MASCHINENSEELE Copy­right Fed­er & Schw­ert

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies und externe Javascripte, indem du sie im Popup am unteren Bildrand oder durch Klick auf dieses Banner akzeptierst.

CLOCKWORK COLOGNE – Band eins erschienen

CLOCKWORK COLOGNE – Band eins erschienen

Cover "Rosenkrankmoerder"CLOCKWORK COLOGNE ist eine Steam­punk-Kri­mi-Serie, die in einem fik­tiv­en Cöln um die Jahrhun­der­twende ange­siedelt ist. Es wer­den Ver­schwörun­gen aufzudeck­en, mys­ter­iöse Fälle zu lösen, neblige Spuren zu ver­fol­gen sein. Die Pro­tag­o­nis­ten kämpfen mit der durch einen quan­ten­magis­chen Unfall ent­stande­nen Strahlen­be­las­tung, dem ganz alltäglichen Wahnsinn und nicht sel­ten mit ihren eige­nen Dämo­nen.

Cöln, Freie Reichsstadt, im Jahre des Her­rn 1898

Europa hat sich noch immer nicht von dem Quan­ten­magis­chen GAU erholt, der die Welt 40 Jahre zuvor erschüt­tert hat. Die daraus resul­tierende Strahlung verseucht den hal­ben Kon­ti­nent. Die Dampf­magis­che Gesellschaft hat einen Schutzschirm über Cöln errichtet, doch dieser Schutz hat seinen Preis. Die Dampf­magi­er nutzen die Furcht vor der Strahlung aus, um die Bürg­er zu kon­trol­lieren.
Die Quan­ten­magi­er sind in den Unter­grund geflüchtet und haben unter den Gassen Cölns eine Welt geschaf­fen, die ihren eige­nen Regeln fol­gt. Aber auch in der Ober­stadt nehmen Kor­rup­tion und Ver­brechen erschreck­ende Aus­maße an. Die Dez­er­nate des Kaiser­lichen Krim­i­nalamtes sind unterbe­set­zt, die Beamten über­lastet. Viele haben sich kor­rumpieren lassen oder resig­niert.
Nicht so Kom­mis­sär Lacroix. Für ihn sind Recht und Gesetz nicht nur leere Floskeln. Er ste­ht mit bei­den Beinen fest auf dem geschwärzten Boden Cölns und kämpft für Gerechtigkeit. Bis ein schw­er­er Schick­salss­chlag auch seine Welt ins Wanken bringt.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen zu den Pro­tag­o­nis­ten, der Welt, den Hin­ter­grün­den und den Autorin­nen kann man auf der Web­site zur Serie find­en.

Der erste Band der Rei­he wurde von Simone Keil ver­fasst und trägt den Titel GUY LACROIX: AUF DER JAGD NACH DEM ROSENKRANZMÖRDER, er ist sowohl als Taschen­buch über Ama­zon ver­füg­bar (178 Seit­en, EUR 5,99), aber auch in Form eines eBooks via Ama­zon, Neo­books und diverse weit­ere Onli­neshops erhältlich. Die elek­tro­n­is­che Fas­sung kostet ger­ade mal 1,99 Euro.

Zusät­zlich wer­den die Kapi­tel des ersten Falls von Kom­mis­sär Lacroix – und auch der fol­gen­den Romane – jeden Son­ntag auf Qindie online gestellt, man kann sich dort also vor dem Kauf ein Bild machen.

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies und externe Javascripte, indem du sie im Popup am unteren Bildrand oder durch Klick auf dieses Banner akzeptierst.
Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies und externe Javascripte, indem du sie im Popup am unteren Bildrand oder durch Klick auf dieses Banner akzeptierst.

Preiserhöhungen – die feuchten Träume der Buchbranche?

Preiserhöhungen – die feuchten Träume der Buchbranche?

Spitzweg Ich bin schon lange der Ansicht, dass ins­beson­dere Massen­ware-Büch­er hierzu­lande deut­lich über­teuert sind. Und ich meine damit klas­sis­che gedruck­te Büch­er, die meist ver­langten Mond­preise für eBooks sind eine ganz andere Geschichte. In einem Artikel vom let­zten Son­ntag arbeit­et sich Börsen­blatt Online am The­ma ab und man ist ganz offen­sichtlich der Ansicht, dass Büch­er zu bil­lig sind und teur­er wer­den müssen. Als Argu­men­ta­tion­shil­fe bedi­ent man sich des Einkauf­sleit­ers vom Bar­sor­ti­menter KNV. Der agiert mit Phrasen wie »Büch­er haben ihren Preis« oder »Büch­er in gedruck­ter oder dig­i­taler Form haben ihren Wert«.

Machen wir mal einen Real­itätscheck hin­sichtlich der Kosten von Büch­ern in Europa und den USA. ich möchte hier mal einige Preise exem­plar­isch nen­nen, um zu zeigen, dass Gedruck­tes hierzu­lande im Ver­gle­ich ein­fach zu teuer ist. Vorher will ich allerd­ings noch auf eine sein­er Aus­sagen einge­hen. Er führt aus, dass es einen Preisanstieg um ca. zwei Prozent gab und fügt hinzu:

Seit zwanzig Jahren gab es eine solche Preis­er­höhung von einem Jahr zum anderen nicht mehr.

Ich weiß ja nicht, von welchen 20 Jahren er redet, aber ich kann mich an deut­liche Preis­steigerun­gen zur Umstel­lung von Deutschmark auf Euro erin­nern – und in Blick in mein Buchre­gal bestätigt das auch. Warum blendet er diese Tat­sache wissentlich aus?

Aber kom­men wir zu den Preisver­gle­ichen. Ich habe einige Büch­er – natür­lich aus dem Seg­ment »Phan­tastik« – her­aus­ge­sucht und deren Preise in ver­schiede­nen Län­dern ver­glichen. Es han­delt sich aus nahe­liegen­den Grün­den um inter­na­tionale Titel, die in allen Län­dern ver­füg­bar sind. Das Ergeb­nis ist wie fol­gt:

Suzanne Collins  – THE HUNGER GAMES, deutsch­er Titel: DIE TRIBUTE VON PANEM, Hard­cov­er

  • Deutsch­land: 18,95 EUR
  • Unit­ed King­dom: 9,99 GBP ~ 12,00 Euro
  • USA: 14,06 USD ~ 10,34 EUR
  • Ital­ien: 12,67 EUR
  • Spanien: 15,20

J. R. R. Tolkien – THE HOBBIT – deutsch­er Titel: DER HOBBIT, Hard­cov­er

  • Deutsch­land: 14,95 EUR
  • Unit­ed King­dom: 7,19 GBP ~ 8,64 EUR
  • USA: 11,80 USD ~ 8,68 EUR
  • Ital­ien: es scheint keine ital­ienis­chsprachige Aus­gabe zu existieren, die englis­che kostet EUR 10,36
  • Spanien: 13,25 EUR

George R. R. Mar­tin:  A SONG OF ICE AND FIRE, deutsch­er Titel: DIE HERREN VON WINTERFELL und DAS ERBE VON WINTERFELL, Taschen­buch

  • Deutsch­land: 15,00 EUR plus 15,00 EUR = 30 EUR
  • Unit­ed Kin­dom: 6,29 GBP ~7,56 EUR
  • USA: 8,22 USD ~ 6,05 EUR
  • Ital­ien: 12,75 EUR (die scheinen eben­falls aufzuteilen, aber es gibt anlässlich der TV-Serie die ersten bei­den Bände in einem Buch)
  • Spanien: 9,50 EUR

J. K. Rowl­ing – HARRY POTTER AND THE DEATHLY HALLOWS, deutsch­er Titel HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES, Hard­cov­er (gibt es in .de nicht als Taschen­buch)

  • Deutsch­land: 24,90 EUR
  • Unit­ed King­dom: 12,23 GBP ~ 14,70 EUR
  • USA: 15,86 USD ~ 11,66 EUR
  • Ital­ien: 18,40 EUR
  • Spanien: 20,90 EUR

Cor­nelia Funke – TINTENHERZ, englis­ch­er Titel: INKHEART

  • Deutsch­land: 9,99 Euro (Taschen­buch), 19,90 (Hard­cov­er)
  • Unit­ed King­dom: 5,75 GBP ~ 6,90 EUR (Taschen­buch), 11,59 GBP ~ 13,93 EUR (Hard­cov­er)
  • USA: 8,61 USD ~ 6,33 EUR (Taschen­buch), 17,12 USD ~ 12,59 EUR (Hard­cov­er)
  • Ital­ien: 8,93 EUR (Taschen­buch), eine Hard­cov­er­aus­gabe scheint es nicht zu geben
  • Spanien: 11,30 EUR (Taschen­buch), 23,65 (Hard­cov­er)

Lassen wir es dabei bewen­den, ich kön­nte hun­derte weit­ere Beispiele nen­nen. Der Trend ist ein­deutig: Büch­er sind im Ver­gle­ich zu anderen Län­dern in Deutsch­land teuer. Zum Teil sog­ar sehr teuer. Der einzige Aus­reißer in den Stich­proben ist TINTENHERZ in Spanien, ver­mut­lich sind die dor­ti­gen Ver­lage ordentlich über den Tisch gezo­gen wor­den. Es möge mir bitte auch nie­mand damit kom­men, dass auf der britis­chen Insel keine Umsatzs­teuer auf Büch­er anfällt, in allen Fällen wären diese auch dann noch deut­lich preis­gün­stiger, wenn man sieben Prozent auf­schla­gen würde. Der Fair­ness hal­ber muss man auch noch sagen, dass Büch­er in Frankre­ich ähn­lich teuer sind wie in Deutsch­land. Auch da arbeit­et offen­bar eine gute Lob­by. Ja, ich weiß, der Absatz­markt und damit die Pro­duk­tion in englis­ch­er Sprache ist weitaus höher als die in deutsch­er, damit kann man mehr abset­zen. Die Preis­gestal­tung unter­schei­det sich allerd­ings auch in Län­dern mit gerin­geren Absatz­zahlen üblicher­weise von Deutsch­land dadurch, dass Büch­er preiswert­er sind. Und den Osten Europas habe ich dabei noch gar nicht betra­chtet. Übri­gens gilt auch in Spanien und Ital­ien eine Buch­preis­bindung, eine solche existiert in ger­ade mal acht von 26 Län­dern Europas. Nach aktuellen Sta­tis­tiken befind­et sich Deutsch­land beim all­ge­meinen Preis­niveau in Europa unge­fähr in der Mitte. Bei Buch­preisen sieht das aus schw­er nachvol­lziehbaren Grün­den anders aus. Lei­der kon­nte ich keine Sta­tis­tik find­en, die die Buch­preise in europäis­chen Län­dern ver­gle­icht, deswe­gen meine Stich­proben.

Grund­sät­zlich deuten die Stich­proben aber an, dass Büch­er hierzu­lande im All­ge­meinen deut­lich mehr kosten, als ander­swo. Jaja, ich weiß, jet­zt wird das Argu­ment mit der Über­set­zung kom­men, das ist immer gern genom­men. Allerd­ings weiß man auch, dass Über­set­zer hierzu­lande äußerst mis­er­abel bezahlt wer­den, deswe­gen kann dieser Umstand ins­beson­dere bei Best­sellern kein Argu­ment darstellen. Außer­dem kann man mit ein wenig Ver­gle­ichen erken­nen, dass sich die Preise über­set­zter aus­ländis­ch­er Lit­er­atur an denen deutsch­er Büch­er ori­en­tieren. Daraus kön­nte man schließen, dass auch let­ztere zu teuer sind.

»Aber denkt denn kein­er an die Autoren?« höre ich es wieder ein­mal aus den heili­gen Hallen der Buch­branche rufen. Doch, an die denke ich. Ständig. Und ich weiß, wie mis­er­abel die ent­lohnt wer­den. So schlecht, dass außer Best­seller­autoren in Deutsch­land kaum jemand davon leben kann.

Wir hal­ten fest: Büch­er sind bere­its jet­zt aas­geierig teuer und der Börsen­vere­in scheint zu unter­stützen, dass diese noch teur­er wer­den sollen. Zudem geht man vom Taschen­buch immer öfter gern mal aufs Paper­back, weil man das bei gle­ichem Inhalt deut­lich teur­er vertick­en kann – man kön­nte es, eben­so wie das Aufteilen von Wälz­ern auf zwei Büch­er, auch als »Kun­den­ver­arsche« beze­ich­nen, denn es han­delt sich nur um neue Schläuche für alten Wein. Die Branche ver­ste­ht offen­sichtlich immer noch nicht, dass sie heutzu­tage in direk­ter Konkur­renz zu Tablet- und Smart­phone-Apps ste­ht, die man für ein paar Cent erwer­ben kann. Von anderen direk­ten Konkur­ren­zen wie Inter­net, Spie­len, Fil­men noch gar nicht gesprochen. Und auch nicht davon, dass man sich eben seinen Leses­toff für einen Bruchteil des deutschen Preis­es gle­ich im englis­chen Orig­i­nal kaufen kann. Allerd­ings sollte man sich diese englis­chen Orig­i­nale bess­er nicht bei deutschen Anbeit­ern kaufen.

Die mas­siv ansteigende Armut in Deutsch­land, nach aktuellen Angaben sind fünf Prozent aller Kinder als arm anzuse­hen, scheint die Branche in ihrer Fil­terblase eben­falls nicht zu inter­essieren. Wenn die Entschei­dung lautet: Buch oder etwas zu essen, ist die Entschei­dung wohl ein­fach. Kann sich noch jemand an Anton Philipp Reclam erin­nern, der mit sein­er Uni­ver­sal­bib­lio­thek auch weniger Betucht­en das Lesen von Klas­sik­ern und Bel­letris­tik ermöglichen wollte? Was ist davon geblieben, außer dem Ansin­nen, möglichst viele Büch­er »zu drehen«?

Ja, ich denke auch, dass Büch­er einen Wert haben. Aber der Preis muss angemessen sein. Und das ist er in meinen Augen bere­its jet­zt nicht. Zumin­d­est nicht bei den Pub­likumsver­la­gen mit ihren Großau­fla­gen.

Creative Commons License

Bild: Der Bücher­wurm, von Karl Spitzweg, geme­in­frei, angere­ichert mit Euro-Sym­bol­en

Neu bei Acabus: CHRONIKEN VON CHAOS UND ORD­NUNG – THORN GANDIR

Neu bei Acabus: CHRONIKEN VON CHAOS UND ORD­NUNG – THORN GANDIR

Cover Thorn GandirSoeben ist bei Acabus der erste Band der Soeben ist bei Acabus der erste Band der CHRONIKEN VON CHAOS UND ORDNUNG erschienen. Er wurde von J.H. Praßl ver­fasst und trägt den Titel THORN GANDIR. Hin­ter dem Namen J.H. Praßl ver­birgt sich das öster­re­ichis­che Autorene­hep­aar Judith und Heinz Praßl. Zusam­men schreiben sie bere­its seit Jahren an dem Fan­ta­sy-Epos.

Amalea im Jahre 340 nGF, fünfhun­dert und sechzig Jahre nach dem Höhep­unkt der Chaosh­errschaft:
»Die Zeit der Dunkel­heit ist vorüber. Die Völk­er Amaleas sind im Begriff, die Welt von den let­zten Chaosan­hängern zu befreien und den Göt­tern der Ord­nung zu neuer Macht zu ver­helfen …«
Thorn Gandir, Waldläufer und Krieger, ver­liert während der Sklave­nauf­stände im Ein­satz für den Sen­atsvor­sitzen­den Anto­nius Vir­gil Tes­taceus alles, was je Bedeu­tung für ihn hat­te. Trotz­dem lässt er sich dazu hin­reißen, für seinen machthun­gri­gen Mäzen Valians Zepter zu find­en, das Gerücht­en zufolge von einem mächti­gen Feind des Imperi­ums entwen­det wurde. Begleit­et von der Söld­ner­in Chara Vio­la Lukul­lus, dem Kriegs­priester Telos Malakin und dem Bar­baren Bargh Bar­rowsøn macht er sich auf die gefährliche Reise durch die aschranis­che Wüste. Doch Thorn kann sich nicht sich­er sein, wer Fre­und oder Feind ist … und welche Rolle er selb­st dabei spielt, denn das Chaos ist ger­ade erst dabei, aus dem Ver­bor­ge­nen ans Licht zu treten.

Zwerge und Elfen, Orks, Ken­tau­ren, Thanata­nen, Kil­rathi, Men­schen … Göt­ter und Dämo­nen beleben die fan­tastis­che Welt Amalea. Aus­ge­hend vom römisch antik anmu­ten­den Valian­is­chen Imperi­um deck­en Thorn und seine Mit­stre­it­er nach und nach das ver­lorene Wis­sen um die Alte Welt auf. Während die Mächte des Chaos und der Ord­nung um die Vorherrschaft rin­gen, ste­hen die Helden dieser Geschichte ein­er ural­ten fin­steren Macht gegenüber. Um Amalea vor dem Unter­gang zu bewahren, müssen sie die Gren­zen der bekan­nten Welt über­schre­it­en. Dabei wan­deln sie auf dem schmalen Grat zwis­chen Gut und Böse.

Die Zukun­ft Amaleas hängt von ihrer Entschei­dung ab – Chaos oder Ord­nung?

Der Roman ist gestern bei Acabus erschienen, er liegt als Buch und eBook vor, let­zteres in den For­mat­en PDF und ePub. Der Preis für die Print­ve­ri­on beträgt 16,90 Euro, der für die eBook-Fas­sung erfreulich niedrige 5,99 Euro.

THORN GANDIR – AUFBRUCH
CHRONIKEN VON CHAOS UND ORDNUNG Band 1
J.H. Praßl
Fan­ta­sy-Roman
Paper­back und eBook
13,8 x 21 cm
Buch: ISBN 978–3-86282–210-2
PDF-ebook: ISBN 978–3-86282–211-9
Epub-ebook: 978–3-86282–212-6
Buch-VP: 16,90 EUR
ebook-VP: 5,99 EUR
Acabus-Ver­lag

Cov­er Copy­right Acabus-Ver­lag

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies und externe Javascripte, indem du sie im Popup am unteren Bildrand oder durch Klick auf dieses Banner akzeptierst.

3862822109

Crowdfunding geht in Deutschland also doch! Printausgabe von EIS UND DAMPF finanziert

Promografik Eis und Dampf

Crowd­fund­ing ist in Deutsch­land lei­der noch nicht so recht angekom­men. Dass man aber mit Pro­jek­ten doch erfol­gre­ich sein kann, zeigt die Tat­sache, dass heute bei der Start­next-Finanzierung für die Steam­punk-Antholo­gie EIS UND DAMPF, die bei Fed­er & Schw­ert erscheinen wird, das Stretch­goal »Buchaus­gabe« erre­icht wurde. Zunächst war nur angestrebt, dass es eine eBook-Ver­sion geben sollte, heute Mit­tag wurde jedoch der Betrag über­schrit­ten, bei dessen Erre­ichen auch eine Print­ver­sion pro­duziert wird.

Meines Wis­sens nach ist das das erste erfol­gre­iche Crowd­fund­ing eines Buch­pro­jek­ts im Phan­tastik-Bere­ich in Deutsch­land (soweit ich weiß, gab es erfol­gre­iche Fund­ings für Sach­büch­er, aber keine bei phan­tastis­ch­er Bel­letris­tik).

Der Dank hat hier ganz klar der »Crowd« zu gel­ten, also den Fans, die an das Pro­jekt geglaubt haben und es durch ihre Beiträge ermöglicht­en!

Es ste­ht zu hof­fen, dass dies eine Art Ini­tialzün­dung war, die echt­es Crowd­fund­ing (und nicht solche zer­stück­el­ten Franken­stein-Ver­sio­nen wie die von »100 Fans«) endlich ein­er größeren Zahl von Men­schen in Deutsch­land bekan­nt macht.

Pro­mo­grafik EIS & DAMPF Copy­right Fed­er & Schw­ert

William Shakespeare’s STAR WARS

William Shakespeare’s STAR WARS

Es ist lei­der nur ein Buch, das würde ich mir defin­i­tiv auch als Film anse­hen: eine Inter­pre­ta­tion von STAR WARS im Stile des alten Bar­den Shake­speare. Irgend­wie hat man schon den Ein­druck, plöt­zlich sprechen alle wie Yoda … :)

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies und externe Javascripte, indem du sie im Popup am unteren Bildrand oder durch Klick auf dieses Banner akzeptierst.

via Sven Scholz

Blogger schenken Lesefreude – der Gewinner

Blogger schenken Lesefreude – der Gewinner

Im Rah­men der Aktion »Blog­ger schenken Lese­freude« zum Welt­tag des Buch­es wurde auch hier bei Phan­tanews ein Buch ver­lost. Es han­delte sich um GESCHICHTEN AUS DEM ÆTHER, einen Son­der­band mit Wel­traum-Steam­punk-Geschicht­en aus der Rei­he DIE STEAMPUNK-CHRONIKEN. Es han­delt sich dabei um ein »Schwest­er­pro­jekt« von Phan­taNews.

Unter Zuhil­fe­nahme eines Hol­lerithrech­n­ers der mit­tels Uhrw­erk-ges­teuert­er Ætherver­schränkung an eine Dif­ferenz­mas­chine gekop­pelt wurde, wobei die Stromver­sorgung durch eine Dampf­mas­chine nur knapp sich­er gestellt wer­den kon­nte, war es möglich eine Zufall­szahl zu ermit­teln, die den Sieger benan­nte.

Der Name des der­art aufwendig Aus­gelosten lautet

Ron

Der wurde auch bere­its informiert und hat sich gemeldet. Phan­taNews grat­uliert dem glück­lichen Gewin­ner!

Alle die leer aus­ge­gan­gen sind und über irgen­deine Form von eRead­er ver­fü­gen, kön­nen sich die eBook-Fas­sung des ver­losten Print­buch­es kosten­los auf der Pro­jek­t­seite herunter laden, denn die ePub- und PDF-Fas­sun­gen ste­hen unter Cre­ative Com­mons-Lizenz. Wer das Pro­jekt STEAMPUNK-CHRONIKEN unter­stützen möchte, damit noch weit­ere solche Bände ermöglicht wer­den kön­nen, darf gern eine Spende hin­ter­lassen.

Creative Commons License

Gibt es Alternativen beim Online-Buchkauf?

Ich stellte mir um Zusam­men­hang mit der Ama­zon-Diskus­sion die Frage: gibt es gang­bare Alter­na­tiv­en zu Ama­zon für mich? Ja, ich beziehe diese Frage auf mich, der ich gern Phan­tastik, sowie englis­chsprachige Orig­i­nale lese, und der ich auf eBooks ste­he. Und obwohl ich auch regelmäßig Elek­tron­ik oder Games bei Ama­zon ordere, habe ich diese Waren aus­ge­lassen, um halb­wegs Chan­cen­gle­ich­heit herzustellen. Unter diesen Aspek­ten (aber auch in Hin­sicht auf Kun­den­fre­undlichkeit und Ver­sand­kosten) habe ich deutsche Onli­neshops mit Schw­er­punkt »Büch­er« unter­sucht und in vie­len Fällen Gruseliges ent­deckt. Ich wun­dere mich bere­its lange nicht mehr, warum Ama­zon mit den hiesi­gen Anbi­etern ein­er trä­gen und kon­ser­v­a­tiv­en Branche den Boden wis­cht – nach den Ergeb­nis­sen mein­er Tests schon gar nicht mehr …

Die Artikel (wird ergänzt, wenn neue Tests hinzu kom­men):

buchhandel.dekohlibri.deosiander.delehmanns.debol.delibreka.de

Weit­er­hin: Betra­ch­tun­gen zu den Mond­preisen für englis­che eBooks.

Alternativen beim Online-Kauf, gibt es die? bol.de

Via Google+ wurde ich auf bol.de hingewiesen. Bol.de und buch.de gehören zum sel­ben Anbi­eter (näm­lich der buch.de inter­net­stores AG). Deswe­gen zeigte sich bei Stich­proben, dass das Ange­bot nahezu iden­tisch ist, ich würde mal davon aus­ge­hen, dass bei­de Por­tale auf diesel­ben Daten­banken zurück greifen und nur das Fron­tend unter­schiedlich gestal­tet wurde. Ich habe mich deswe­gen bei meinem Test auf bol.de beschränkt.
Auf den ersten Blick fällt mir auf der Start­seite auf, dass die Haupt­nav­i­ga­tion nach Kat­e­gorien, die man oben hor­i­zon­tal find­et, an der linken Seite ver­tikal nochmal wieder­holt wird. Das wirkt selt­sam redun­dant. Wenn man allerd­ings eine Kat­e­gorie anklickt, erscheint inner­halb des gewählten Kon­texts links eine Sub­nav­i­ga­tion – und das macht natür­lich Sinn. Die Gestal­tung der Start­seite ist … hm … min­i­mal­is­tisch und auch hier find­et man den gesamten Con­tent­block an die linke Browser­seite gekuschelt. Warum das heute noch der­art viele Seit­en­be­treiber so machen, ist mir völ­lig unver­ständlich.

Auf der Start­seite wer­den diverse Medi­en vorgestellt, jew­eils drei unter den Labels »Tipps der Redak­tion«, »Aktuelles« und »Best­seller«. Das geht völ­lig in Ord­nung und ist auch immer eine gute Idee, um Verkäufe zu gener­ieren, wen­ngle­ich auch hier die Tipps der Redak­tion jegliche Begrün­dung fehlen lassen, warum es sich ger­ade bei diesem Artikel um eine Empfehlung han­delt.
Die Haupt­menüpunk­te klap­pen in Form eines soge­nan­nten »Mega­menüs« auf und offen­baren ihre Sub­kat­e­gorien. Das ist bequem. Erfreulicher­weise gibt es sowohl unter »Büch­er« wie auch unter »eBooks & eRead­er« den Ein­trag »Sci­ence Fic­tion & Fan­ta­sy« (unter eBooks heisst der witziger­weise »Fan­ta­sy & Sci­ence-Fic­tion«, warum hier die Rei­hen­folge eine andere ist, weiß ver­mut­lich bei Bol kein­er). Wählt man eine der Haup­tkat­e­gorien, öffnet sich links eine Sub­nav­i­ga­tion, die mehr Ein­träge umfasst als das eben ange­sproch­ene Mega­menü. Äußerst über­sichtlich und so oder ähn­lich muss das gemacht wer­den.

Das "Megamenü"
Das »Mega­menü«

Höchst erfreulich ist, dass es hier sog­ar mehrere Unterkat­e­gorien gibt, näm­lich »Fan­ta­sy«, »nach Rei­hen«, »Sci­ence Fic­tion«, »Vam­pir­ro­mane« (seufz) und »Nach Autoren«. Das ist vor­bildlich. Weit­er­hin beste­ht die Möglichkeit, die angezeigten Ergeb­nisse nach ver­schiede­nen Kri­te­rien neu zu sortieren: »beste Tre­f­fer«, »»auf­steigend nach Verkauf­s­rang«, »absteigend nach Erschei­n­ungs­jahr«, »auf- und absteigend nach Preis« sowie »»auf- und absteigend alpha­betisch«. Das sind Optio­nen, wie ich sie auf den anderen Shop­seit­en bish­er verge­blich gesucht habe und das erin­nert alles schon sehr deut­lich an Ama­zon – man hat sich zweifel­los an diesem Vor­bild ori­en­tiert.

Seitenmenü
Seit­en­menü

Wäh­le ich die Sub­kat­e­gorie »fremd­sprachige Büch­er« verän­dert sich erneut das Seit­en­menü und ich kann zwis­chen ver­schiede­nen Sprachen wählen. Ich klicke auf »Englis­che Büch­er« – und bin verblüfft, denn sog­ar hier wer­den nochmals Unterkat­e­gorien angezeigt. Das wäre für mich angesichts der anderen getesteten Plat­tfor­men an dieser Stelle fast ein Grund, eine Flasche Scham­pus aufzu­machen und zu feiern, nur lei­der, lei­der ver­misse ich hier die Kat­e­gorie »SF & Fan­ta­sy«. Doch halt … Nach einem Klick auf »Bel­letris­tik« erscheint nochmals ein Sub­menü und dort gibt es auch einen Ein­trag dafür. Okay, her mit dem Scham­pus und das obwohl es jet­zt keine Unterteilung zwis­chen den bei­den Gen­res mehr gibt. Unter­halb der Haupt­nav­i­ga­tion finde ich sog­ar einen soge­nan­nten »Bread­crumb«, der mir anzeigt, wie tief und wo in der Nav­i­ga­tion­sstruk­tur ich mich befinde – bei denen scheint es sich obwohl sie bei der Nutzung von kom­plex­en Web­seit­en über­aus hil­fre­ich sind, um eine arkane oder okkulte Kun­st zu han­deln, denn sie inzwis­chen sel­ten irgend­wo zu find­en.

Aber im Ernst: das ist bish­er bei Weit­em die beste Lösung, die ich bis jet­zt gese­hen habe und sie ist höchst ergonomisch und bequem. Durch die Menge an Sub­kat­e­gorien kann man sich rel­a­tiv schnell genau dor­thin hangeln, wohin man möchte. Andere Anbi­eter soll­ten sich hier schnell ein paar plan­eten­große Scheiben abschnei­den, denn es zeigt, was möglich ist, wenn man jeman­den beauf­tragt, der sich mit sowas ausken­nt und das Wort »Usabil­i­ty« nicht für eine sel­tene Erbkrankheit hält. Ich bin an dieser Stelle äußerst gepan­nt, ob der pos­i­tive Ein­druck so beste­hen bleiben wird.

Auch hier ist wieder die erste Suche die nach BLOOD RITES von Jim Butch­er. Es gibt mehrere Tre­f­fer, das Orbit-Taschen­buch, sowie Soft- und Hard­cov­er von Roc. Das Roc-Taschen­buch wird als Son­derange­bot mit »-10%« ange­priesen, damit kostet es mit 7,10 Euro genau soviel wie bei Ama­zon; es ist liefer­bar. Das Hard­cov­er ist mit 19,20 sog­ar preiswert­er als bei Ama­zon, dort wer­den 20,99 Euro ange­sagt. Ich wäre schw­er beein­druckt, lei­der ist es bei Bol aber nicht sofort liefer­bar, son­dern erst in »1 – 2 Wochen«. Schade. Ama­zon kann liefern.

Weit­er mit CHANGES, auch hier muss ich auf­grund der vie­len Tre­f­fer das Suchergeb­nis mit dem Autoren­na­men ver­fein­ern. Gefun­den wird nur ein Taschen­buch, das von Roc, der Preis beträgt 7,40 Euro, es ist sofort liefer­bar. Bei Ama­zon wer­den 7,20 Euro ange­sagt, da ist es eben­falls liefer­bar und die haben zudem das Hard­cov­er.

Im Ver­gle­ich zu den bish­eri­gen Shops fällt mir übri­gens auf, dass ich bei den englis­chen Büch­er bei jedem einzel­nen Cover­bilder angezeigt bekom­men habe, das ist deut­lich bess­er als bei den anderen Anbi­eter, wo es zu oft nur Platzhal­ter zu sehen gibt. Ich würde gern über irgend etwas motzen, aber bish­er ist alles in Ord­nung bis gut.

Die Suche nach REDSHIRTS fördert Soft- und Hard­cov­er von Tor Books und Gol­lancz ans Licht des Bild­schirms, liefer­bar ist lei­der keines davon. Das trübt das Ergeb­nis, denn REDSHIRTS ist ein dur­chaus aktueller Roman. Die Preise sind wie fol­gt:

  • Gol­lancz Hard­cov­er: 17,40 EUR
  • Gol­lancz Soft­cov­er: 9,30 EUR
  • Tor Hard­cov­er: 18,30 EUR
  • Tor Soft­cov­er: 11,00 EUR

Zum Ver­gle­ich die Preise bei Ama­zon:

  • Gol­lancz Hard­cov­er: 17,00 EUR
  • Gol­lancz Soft­cov­er: 9,00 EUR
  • Tor Hard­cov­er: 17,90 EUR
  • Tor Soft­cov­er: 10,70 EUR

Hier also nur min­i­male Unter­schiede beim Preis, allerd­ings kann Ama­zon liefern, Bol nicht. Nicht liefer­bar ist hier übri­gens in bei­den Fällen die Taschen­buchaus­gabe bei Gol­lancz, aber das ist kein Wun­der: die erscheint erst im Mai.

Eine Suche nach »Alan Dean Fos­ter« funk­tion­iert genau­so gut wie eine nach »Alan Dearn Fos­ter«, die Such­mas­chine kann also »fuzzy«. Bei ein­er Ein­schränkung auf englis­chsprachige Büch­er muss man lei­der fest­stellen, dass der größte Teil nicht sofort liefer­bar ist. Die Preise sind im direk­ten Ver­gle­ich zum Konkur­renten im großen und ganzen in Ord­nung.

Kom­men wir zu den eBooks.

Die auf englis­che eBooks beschränk­te Suche nach Alan Dean Fos­ter bringt nur fünf Ergeb­nisse, das ist bei einem der­art fleißi­gen Autor ziem­lich erbärm­lich. Für ICERIGGER in der Gate­way-Aus­gabe soll man 10,99 Euro berap­pen, Ama­zon sagt dafür nur 6,49 Euro an (ICERIGGER stammt übri­gens aus dem Jahr 1974 … wie die bei Bol auf diese Preise kom­men, weiß wohl nur der Q). Charles Stross´ HIDDEN FAMILY wird nicht gefun­den, eben­so wenig wie Scalzis REDSHIRTS. Der Best­seller THE HUNGER GAMES von Suzanne Collins kostet 8,99 Euro, bei Ama­zon nur 5,65. George R. R. Mar­tins A DANCE WITH DRAGONS wird für 27,79 ange­boten, hier ist der Preis bei Ama­zon mit 13,99 Euro schon hoch. Das Taschen­buch bekommt man dort übri­gens für ver­gle­ich­sweise läp­pis­che 5,99 Euro, das ist der­selbe Preis wie bei Bol.
Es sind hier auch ein paar sehr preiswerte Lizenz-eBooks zu find­en, wie beispiel­sweise WORLD OF WARCRAFT: DAWN OF THE ASPECTS PART I für 2,70, das ist beim Konkur­renten allerd­ings auch für 2,21 zu haben.

Bei den eBooks sind diePreisun­ter­schiede nicht ganz so krass wie auf manch anderen Por­tal­en, aber immer noch deut­lich und diese bewe­gen sich in vie­len Fällen um den dop­pel­ten Preis herum. Erfreulich ist, dass auch Bol.de im eBook-Bere­ich geme­in­freie Klas­sik­er kosten­los im Pro­gramm hat, das ist die erste Plat­tform neben Ama­zon, die so etwas anbi­etet. Dau­men hoch.

Zwis­chen­durch sei ange­merkt, dass bei der Titelde­tailan­sicht wie bei Ama­zon Vorschläge im Stil von »Kun­den die dies kauften, haben auch das erwor­ben« einge­blendet wer­den. Das ist aus mein­er Sicht zuerst ein­mal sehr angenehm und hil­fre­ich, allerd­ings war die Qual­ität dieser Vorschläge durchwach­sen. Man kön­nte natür­lich argu­men­tieren, dass Bol nichts dafür kann, wenn die Kun­den so erratisch einkaufen … ;)

Zum Ver­sand: Büch­er wer­den inner­halb Deutsch­lands ver­sand­kosten­frei geliefert, das ist angenehm. Allerd­ings gilt das wirk­lich nur für reine Buchbestel­lun­gen. Bei soe­gannnten Mis­chbestel­lun­gen (also Buch und noch was anderes) fall­en unter 20 Euro Bestell­w­ert drei Euro Ver­sand­kosten an, Bürobe­darf wird erst ab 45 Euro ohne Ver­sand­kosten ver­schickt. Das ist weniger schön. Als Liefer­frist wird »ein bis drei Tage« angegeben, also nor­male Post­laufzeit. Ein Grund, warum Mis­chsendun­gen nicht eben­falls kosten­frei aus­geliefert wer­den, will mir nicht ein­fall­en.

Größere Abson­der­lichkeit­en in den All­ge­meinen Geschäfts­be­din­gun­gen sind mir nicht aufge­fall­en, allerd­ings ist es schon ein starkes Stück, dass man Ver­sand­kosten nachzahlen soll, wenn auf­grund ein­er Stornierung oder eines Wider­rufs der Bestell­be­trag unter die Portofrei­gren­ze fällt. Außer­dem sollte man bei Bol.de die AGBs mal auf Fehler in der Zeichen­codierung über­prüfen, ein paar der Umlaute wer­den mal nicht kor­rekt dargestellt, mal schon.

Alles in allem wird auf Bol.de eine Menge bess­er gemacht als auf den anderen bis­lang getesteten Plat­tfor­men. Auch hier sind allerd­ings die englis­chen eBooks deut­lich teur­er als bei Ama­zon und auch hier sind zahllose englis­chsprachige Büch­er nicht vor­rätig (oder gar nicht erst gelis­tet) und kön­nen erst nach »ein bis zwei Wochen« ver­sandt wer­den. Eine echte Alter­na­tive in Bezug auf englis­chsprachige Büch­er und eBooks ist also trotz viel­er pos­i­tiv zu bew­er­tender Punk­te auch Bol.de nicht, allerd­ings in allen anderen Punk­ten dur­chaus, zumal man hier auch beispiel­sweise Com­put­er- und Kon­solen­spiele oder DVDs und Blu­Rays bekommt. Die allerd­ings nicht ver­sand­kosten­frei – das gilt jedoch auch für Ama­zon, es sei denn, man ist dort Prime-Kunde.

Außer­dem sollte man bedenken: wer eine Alter­na­tive zu Ama­zon sucht, weil man Angst vor Monopolen oder inter­na­tion­al agieren­den Großkonz­er­nen hat, der treibt mit Bol möglicher­weise den Teufel mit dem Beelze­bub aus, denn dahin­ter stand ursprünglich zu 100% der Medi­en­riese Ber­tels­mann, der sich immer wieder aus den ver­schieden­sten Grün­den Kri­tik aus­ge­set­zt sieht. Zwar wurde die Plat­tform 2002 an die »buch.de inter­net­stores AG« verkauft, Ber­tels­mann hält jedoch immer noch Anteile von 26,7 %.  Mit dem gle­ich­nami­gen nieder­ländis­chen Inter­nethändler bol.com hat bol.de übri­gens trotz des iden­tis­chen Logos nichts zu tun, denn der Hol­län­der gehört zu Holtzbrinck und Welt­bild. Den werde ich mir allerd­ings eventuell eben­falls ein­mal anse­hen, denn auch er hat englis­chsprachige (und sog­ar deutsche) Büch­er (A DANCE WITH DRAGONS: 10,99 Euro, THE HUNGER GAMES allerd­ings mit 9,99 Euro sog­ar teur­er als bei bol.de)

Dem­nächst mehr.

Creative Commons License

Nach­trag: ich bin ger­ade auf­grund pos­i­tiv­er Rück­mel­dun­gen auf die Idee ver­fall­en, mir das Adven­ture-Spiel NI NO KUNI für die Playsta­tion 3 zu kaufen. bol.de: EUR 58,99. Ama­zon: 49,99 … (GameStop: 59,99, Osian­der: 59,99, Lehmanns: 59,99, Kohlib­ri: 59,99, buchhandel.de: nicht vorhan­den).

Alternativen beim Online-Buchkauf, gibt es die?

Kür­zlich hat ein ARD-Beitrag die Kun­den ver­schreckt. Von unhalt­baren Arbeits­be­din­gun­gen beim Online-Versender Ama­zon war die Rede. Es erhob sich ein Schreien und Wehk­la­gen und gar viele ver­sprachen hoch und heilig, nie wieder beim Antichris­ten zu kaufen. Klein­ver­lage erhoben schein­bar mutig ihr Haupt und ver­ließen laut lamen­tierend die Rei­hen der­jeni­gen, die ihre Ware bei Darth Bezos feil boten.

Jet­zt mal Klar­text: Acht Euro fuf­fzich ist für Hil­f­sar­beit­er ein Traum-Stun­den­lohn; die Mär, dass Ama­zon schlecht bezahlt mag aus der Sicht eines fest angestell­ten Akademik­ers so sein. Aus­ge­bildete Fachkräfte wie Friseurin­nen oder Bäck­ereifachverkäuferin­nen habe einen gerin­geren Ver­di­enst – dank des von der SPD durch Hartz IV geschaf­fe­nen und von der CDU gehätschel­ten Bil­liglohnseg­ments des Arbeits­mark­tes. Der ger­ade von der CDU ange­sagte angepeilte Min­dest­lohn liegt bei 8,50 Euro. Noch Fra­gen? Die im ARD-Bericht dargestellte Spanierin sagt inzwis­chen, dass ihre Aus­sagen aus dem Zusam­men­hang geris­sen und ver­fälscht wur­den. Sog­ar ver­di-Funk­tionäre (!) sagen aus, dass das alles über­zo­gen dargestellt wor­den sei. Auf konkrete Anfra­gen hin hält sich der Hes­sis­che Rund­funk bedeckt. Aber alle kaufen dem ach so neu­tralen öffentlich-rechtlichen Sender die Pro­pa­gan­da ab, ohne mal eine Sekunde nachzu­denken oder die ange­blichen Fak­ten zu hin­ter­fra­gen. Und es entste­ht der Shit­storm des manip­ulierten Fernse­hviehs, der Symp­tome ver­teufelt, statt in der Poli­tik die Aus­lös­er zu kri­tisieren.

Sich­er ist bei Ama­zon nicht alles toll. Im Gegen­teil. Aber man sollte auf tat­säch­liche Prob­leme hin­weisen, nicht welche erfind­en und nicht in RTL-Manier mit drama­tis­ch­er Musik unter­legen und reißerisch Prob­leme erfind­en oder auf­bauschen, wo es gar keine gibt.

Den­noch stellte ich mir in diesem Zusam­men­hang die Frage: kann es gang­bare Alter­na­tiv­en zu Ama­zon für mich geben? Ja, ich beziehe diese Frage auf mich, der ich gern Phan­tastik, sowie englis­chsprachige Orig­i­nale lese, und der ich auf eBooks ste­he. Und obwohl ich auch regelmäßig Elek­tron­ik oder Games bei Ama­zon ordere, habe ich diese Waren aus­ge­lassen, um halb­wegs Chan­cen­gle­ich­heit herzustellen. Unter diesen Aspek­ten (aber auch in Hin­sicht auf Kun­den­fre­undlichkeit und Ver­sand­kosten) habe ich deutsche Onli­neshops mit Schw­er­punkt »Büch­er« unter­sucht und in vie­len Fällen Gruseliges ent­deckt. Ich wun­dere mich schon lange nicht mehr, warum Ama­zon mit den hiesi­gen Anbi­etern ein­er trä­gen und kon­ser­v­a­tiv­en Branche den Boden wis­cht – nach den Ergeb­nis­sen mein­er Tests schon gar nicht mehr …

Die Artikel (wird ergänzt, wenn neue Tests hinzu kom­men):

buchhandel.dekohlibri.deosiander.delehmanns.debol.de