Trailer zur deutschen Mysteryserie DARK auf Netflix

Trailer zur deutschen Mysteryserie DARK auf Netflix

Ab dem er­sten De­zem­ber 2017 kann man beim Strea­ming­dienst die My­ste­ry­se­rie DARK se­hen. Be­mer­kens­wert ist dar­an, dass es sich um eine deut­sche Pro­duk­ti­on han­delt – und be­kann­ter­ma­ßen wird das Phan­ta­stik-Gen­re hier­zu­lan­de nicht nur stief­müt­ter­lich be­han­delt, son­dert fin­det ab­seits von In­die-Fil­mern schlicht­weg nicht statt. Was an­ge­sichts der Er­fol­ge, die US-ame­ri­ka­ni­sche oder bri­ti­sche Gen­re-Se­ri­en fei­ern, schon arg pein­lich ist. Man kann nur hof­fen, dass Net­flix das wei­ter­hin än­dern wird (und dass die Se­rie auch se­hens­wert ist).

Kurz­kon­zept von DARK:

Zwei Ver­miss­ten­fäl­le in der Klein­stadt Win­den brin­gen Ab­grün­de zu­ta­ge, die das Kon­zept von Zeit voll­kom­men auf den Kopf stel­len. Die Fra­ge ist nicht, wer die Kin­der ent­führt hat … son­dern wann.

Re­gie führt Ba­ran bo Odar, nach Dreh­bü­chern von Jant­je Frie­se und an­de­ren, es spie­len un­ter an­de­rem: Oli­ver Ma­suc­ciKa­ro­li­ne Eich­hornJör­dis Trie­belLou­is Hof­mann und Maja Schö­ne. Pro­du­ziert wur­de das Gan­ze von Wie­de­mann & Berg Te­le­vi­si­on, die Li­ste der aus­füh­ren­den Pro­du­zen­ten ist lang, die kann man sich auf IMDb an­se­hen.

STAR TREK DISCOVERY ab dem 25. September bei Netflix

STAR TREK DISCOVERY ab dem 25. September bei Netflix

Frü­her wa­ren wir dar­auf an­ge­wie­sen, dass ir­gend­ein deut­scher Fern­seh­sen­der eine US-Se­rie li­zen­sier­te, sie dann mi­se­ra­bel über­setz­te, und mit ei­ni­gem Zeit­ver­satz zeig­te.

Die­se Zei­ten sind nicht für alle Pro­duk­tio­nen vor­bei, aber zu­min­dest bei po­pu­lä­ren Se­ri­en kann man da­von aus­ge­hen, dass sie kurz­fri­stig bei Net­flix oder Ama­zon zu se­hen sind.

So auch STAR TREK DIS­CO­VERY. Wie Net­flix mir ge­stern mit­tels ei­ner Email mit­teil­te, wer­den die Epi­so­den je­weils mit ei­nem Tag Ver­satz zur US-Aus­strah­lung zu se­hen sein, die Pi­lot­fol­ge also ab dem 25. Sep­tem­ber 2017. Das ist er­freu­lich und so müs­sen die deut­schen Fans nicht auf il­le­ga­le oder graue Me­tho­den zu­rück­grei­fen, um sich die neue Se­rie an­schau­en zu kön­nen.

Pro­mo­gra­fik STAR TREK DIS­CO­VERY Co­py­right Net­flix

Trailer: SUM1

Trailer: SUM1

Ein Phan­ta­stik-Film aus deut­schen Lan­den, und dann so­gar noch Sci­ence Fic­tion? Man mag es kaum glau­ben. die Zu­sam­men­fas­sung liest sich wie folgt:

SUM1 (Iwan Rhe­on) ge­hört im Deutsch­land des Jah­re 2070 zu spe­zi­ell aus­ge­bil­de­ten Re­kru­ten des Mi­li­tärs. Ge­nau wie der Rest der Mensch­heit lebt er in ei­nem un­ter­ir­di­schen Sy­stem aus Bun­kern. Dort­hin ha­ben die mei­sten Men­schen sich vor vie­len Jah­ren zu­rück­ge­zo­gen, als un­be­kann­te, mäch­ti­ge Krea­tu­ren, die »No­ne­such«, die Erd­ober­flä­che über­nah­men. Doch weil noch im­mer ei­ni­ge we­ni­ge Über­le­ben­de in ei­nem ver­las­se­nen, dunk­len Wald dort oben aus­har­ren, wer­den re­gel­mä­ßig Sol­da­ten wie SUM1 als Wäch­ter auf Aus­sichts­tür­me am Rand des über­ir­di­schen Si­cher­heits­krei­ses ge­schickt, um von dort aus die letz­ten Men­schen an der Erd­ober­flä­che vor den ge­fähr­li­chen au­ßer­welt­li­chen We­sen zu be­schüt­zen. Sein 100-Tage-Ein­satz be­ginnt für SUM1 zu­nächst als Rou­ti­ne, läuft dann aber aus dem Ru­der und plötz­lich sieht der jun­ge Kämp­fer nicht nur sein Le­ben, son­dern auch sei­nen Ver­stand in Ge­fahr. Pa­ra­noia und Ein­sam­keit ent­fes­seln ei­nen Alb­traum.

Re­gie führ­te Chri­sti­an Pas­qua­ri­el­lo, der schrieb auch mit Ga­bri­el­le Pfeif­fer das Dreh­buch. Pro­du­ziert wur­de das Gan­ze von Chri­sti­an Al­varts (PAN­DO­RUM) Syr­re­al En­ter­tain­ment. In den deut­schen Ki­nos soll SUM1 am 7. De­zem­ber 2017 star­ten.

Ich freue mich wirk­lich über jede Phan­ta­stik- und ins­be­son­de­re SF-Pro­duk­ti­on in Deutsch­land, aber der Trai­ler macht mich in sei­ner Mach­art lei­der über­haupt nicht an. Man sieht dem Film die low bud­get-Pro­duk­ti­on an, das muss erst­mal nichts schlech­tes sein, aber der Vor­gucker wirkt lei­der auf mich ir­gend­wie … so un­in­spi­riert … Ich wer­de dem Film aber eine Chan­ce ge­ben.

Teaser zum deutschen SF-Drama DAS LETZTE LAND

Teaser zum deutschen SF-Drama DAS LETZTE LAND

Für den un­ab­hän­gig pro­du­zier­ten deut­schen Sci­ence Fic­tion-Film DAS LETZ­TE LAND un­ter der Re­gie von Mar­cel Ba­ri­on gibt es ei­nen er­sten Teaser. Ins Le­ben ge­ru­fen wur­de das Pro­jekt von ei­ner Grup­pe jun­ger Fil­me­ma­cher aus Sie­gen, im Rah­men ei­nes Crowd­fun­dings un­ter­stütz­ten fast 300 Per­so­nen den Film fi­nan­zi­ell. Auf der Web­sei­te kann man le­sen:

Die Ge­schich­te spielt in ei­nem fer­nen, un­mensch­lich ge­wor­de­nen Zeit­al­ter. In ei­ner au­ßer­ir­di­schen Wü­ste fin­den zwei ge­flo­he­ne Män­ner ein klei­nes, ver­wai­stes Raum­schiff. Sie wa­gen es, ihre Flucht jen­seits der dün­nen At­mo­sphä­re fort­zu­set­zen. In den ei­si­gen Wei­ten des Welt­alls und zu­gleich auf eng­stem Raum mit­ein­an­der ein­ge­schlos­sen er­war­tet sie eine un­vor­stell­ba­re Odys­see.
Der Film ist im Gro­ßen wie ein Road­mo­vie kon­zi­piert und im Klei­nen als Kam­mer­spiel – mit Ver­satz­stücken des My­ste­ry-Thril­lers. Er soll ei­gen­sin­nig sein wie ein Au­to­ren­film und bild­stark wie ein Ver­tre­ter des Sci­ence-Fic­tion-Gen­res.
Für alle In­nen­auf­nah­men wur­de in­ner­halb von ein­ein­halb Jah­ren ein le­bens­gro­ßes Raum­schiffset ge­baut. Ein ver­klei­ner­tes Mo­dell die­ses Raum­schiffs wur­de aus Tei­len ver­schie­den­ster Mo­dell­bau­sät­ze an­ge­fer­tigt. Die Dreh­ar­bei­ten und ein Groß­teil der Trick­auf­nah­men sind ab­ge­schlos­sen.

Der­zeit be­fin­det sich DAS LETZ­TE LAND in der Post­pro­duc­tion.

Deutsche Film- und Fernseh-Tristesse – sind die Amazon Studios der Ausweg?

Deutsche Film- und Fernseh-Tristesse – sind die Amazon Studios der Ausweg?

DeutscheFilmeGoogle

Ich habe hier schon di­ver­se Male den trau­ri­gen Zu­stand der Film- und Fern­seh­land­schaft be­klagt, nicht nur, was Gen­re an­geht, son­dern all­ge­mein scheint man in Deutsch­land au­ßer lang­wei­len selbst­pla­gi­ie­ren­den Kri­mis oder Ro­sa­mun­de Pil­cher-Schmonz nichts zu kön­nen (wäh­rend aus Eng­land und den USA ge­fei­er­te Se­ri­en kom­men). Das hat vie­le Grün­de, ei­ner der grö­ße­ren da­bei die Ge­menge­la­ge aus öf­fent­lich-recht­li­chen Sen­dern und Pro­duk­ti­ons­fir­men, oder Kom­pe­tenz­ge­ran­gel in den Sen­dern. Das Gan­ze sehr schön ana­ly­siert und auf­ge­drö­selt bei So­da­film.

Da­bei kann man si­cher da­von aus­ge­hen, dass es hau­fen­wei­se Krea­ti­ve gibt, die gern et­was In­no­va­ti­ves oder Gen­re ma­chen wür­den. Die dür­fen auf­grund kon­ser­va­ti­ver Ent­schei­der bei den Sen­dern und den Pro­duk­ti­ons­fir­men aber nicht. Und wan­dern dann all­zu oft fru­striert ins Aus­land ab.

Ama­zon pro­du­ziert seit ei­ni­ger Zeit in den USA er­folg­reich Se­ri­en, es steht der er­ste Ki­no­film an. In Deutsch­land steht der Strea­ming­dienst des On­line­händ­lers an er­ster Stel­le, was die Zahl der Nut­zer an­geht. Und laut Roy Pri­ce, Chef von Ama­zon Stu­di­os, steht man der­zeit be­reits in­ten­siv im Ge­spräch mit hie­si­gen Pro­du­zen­ten von TV und Film, zu­min­dest sagt er das ge­gen­über dem Spie­gel. Da­bei will man den Ma­chern größt­mög­li­che krea­ti­ve Frei­heit ge­ben:

Wir kön­nen ih­nen die Her­aus­for­de­rung bie­ten, et­was wirk­lich Neu­es zu ma­chen – oder das, was sie schon im­mer ma­chen woll­ten, aber we­gen der be­stehen­den Struk­tu­ren nicht ver­wirk­li­chen konn­ten. Ich glau­be, die­se Pro­jek­te schwir­ren da drau­ßen her­um. Lasst sie uns fin­den!

Gran­di­os. Ich hof­fe, dass das die Schlaf­müt­zen bei Con­stan­tin, UFA und Co. eben­so kalt er­wischt, wie die ge­büh­ren­ver­nich­ten­den Ab­leh­ner und Kom­pe­tenz­rang­ler bei den Sen­dern, und man darf ge­spannt sein, was bei der Su­che nach In­no­va­ti­vem aus Deutsch­land her­aus kommt. Der Vor­teil da­bei: Die Kon­zep­te müs­sen auch taug­lich für den in­ter­na­tio­na­len Markt sein, denn ge­nau wie bis­her wür­den auch die in Deutsch­land pro­du­zier­ten Pi­lot­fil­me ei­nem in­ter­na­tio­na­len Pu­bli­kum zur Ab­stim­mung vor­ge­wor­fen wer­den.

Ich bin über­aus ge­spannt dar­auf, was dar­aus wird. Die Si­tua­ti­on kann sich nur ver­bes­sern, wenn es in der Form eine Al­ter­na­ti­ve zu den der­zei­ti­gen Lang­wei­lern gibt.

Kickstarter ab Mitte Mai einfacher für deutsche Projekte nutzbar

Kickstarter ab Mitte Mai einfacher für deutsche Projekte nutzbar

Logo Kickstarter

Kick­star­ter ist die ver­mut­lich be­kann­te­ste Crowd­fun­ding-Platt­form und sie wur­de in der Ver­gan­gen­heit ge­nutzt, um Pro­jek­te aus den ver­schie­den­sten Spar­ten zu fi­nan­zie­ren. Eins der er­folg­reich­sten dürf­te Chris Ro­berts Space-Sim STAR CI­TI­ZEN sein. Bis­her konn­te man deut­sche Pro­jek­te zwar an den Start brin­gen, muss­te da­für al­ler­dings über ein Kon­to in den USA oder Eng­land ver­fü­gen.

Ab dem 12. Mai ist das an­ders, das kann man jetzt auf der Kick­star­ter-Web­sei­te le­sen. Ab die­sem Zeit­punkt ist man in der Lage, Pro­jek­te auch in deut­scher Spra­che ein­zu­stel­len (vor­be­rei­ten kann man im Rah­men des »Pre Launch« be­reits jetzt), die ge­nutz­te Wäh­rung ist Euro. Als Pro­jekt­star­ter muss man über eine der »grö­ße­ren« Kre­dit­kar­ten ver­fü­gen. Man kann Pro­jek­te als Ein­zel­per­son (über 18 Jah­re) oder für eine Fir­ma star­ten.

Et­was pro­ble­ma­tisch ist da­bei in mei­nen Au­gen die Be­zah­lung. Die ist nur mit Kre­dit­kar­te mög­lich, Be­trä­ge un­ter 250 Euro kann man auch per Last­schrift ein­zie­hen las­sen. PayPal fehlt lei­der als Zah­lungs­mög­lich­keit.

An­son­sten gel­ten die üb­li­chen Re­geln: Ist das Crowd­fun­ding er­folg­reich be­hält Kick­star­ter ei­nen ge­wis­sen Be­trag ein, er­reicht es sein Fun­ding­ziel nicht, fal­len kei­ne Ge­büh­ren an.

Logo Kick­star­ter Co­py­right Kick­star­ter

Netflix startet noch in diesem Jahr in Deutschland

Netflix startet noch in diesem Jahr in Deutschland

Logo Netflix

Jetzt ist es of­fi­zi­ell: der US-ame­ri­ka­ni­sche Vi­deo-Strea­ming­dienst Net­flix wird noch in die­sem Jahr auch in ver­schie­de­nen eu­ro­päi­schen Län­dern an den Start ge­hen, dar­un­ter auch Deutsch­land, das ließ man heu­te in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung ver­lau­ten. Be­vor man sich jetzt aber freut: In­for­ma­tio­nen zu­fol­ge soll der Start wohl eher Ende des Jah­res 2014 er­fol­gen, also ver­mut­lich ir­gend­wann im letz­ten Quar­tal. Hin­ter­grund könn­te sein, dass man zum ei­nen In­fra­struk­tur schaf­fen muss und zum an­de­ren ver­mut­lich noch recht­li­che und tech­ni­sche Hin­der­nis­se be­stehen.

Span­nend wird, wel­che In­hal­te an­ge­bo­ten wer­den. Soll­te es die ge­sam­te Band­brei­te des Pro­gramms sein, dann wäre das al­ler­dings eine Sen­sa­ti­on. ich ver­mu­te je­doch dass dem aus li­zenz­recht­li­chen Grün­den lei­der nicht so sein wird.

Den­noch: Ich hal­te das für eine sehr gute Nach­richt, denn die be­reits exi­stie­ren­den An­ge­bi­te in Deutsch­land wer­den sich warm an­zie­hen und ihr An­ge­bot deut­lich ver­bes­sern müs­sen. Es darf an­ge­nom­men wer­den, dass Net­flix nicht kleckert son­dern klotzt, wie das schon in an­de­ren Län­dern ge­macht ha­ben. Ei­nen ge­nau­en Abo-Preis nann­te man sei­tens des Un­ter­neh­mens nicht, au­ßer dass er »nied­rig« sein wer­de. Es wird sich aber al­ler Wahr­schein­lich­keit auch bei uns um ein Flat­rate-Mo­dell han­deln, bei dem man ei­nen mo­nat­li­chen Obo­lus ent­rich­tet, um dann alle In­hal­te nut­zen zu kön­nen.

Net­flix ist jetzt be­reits in Groß­bri­tan­ni­en, Ir­land, Nor­we­gen, Finn­land, Schwe­den, Dä­ne­mark und den Nie­der­lan­den ver­tre­ten. Hin­zu kom­men nun Deutsch­land, Öster­reich, Schweiz, Lu­xem­burg, Frank­reich und Bel­gi­en. Im Zuge der Ex­pan­si­on wird der eu­ro­päi­sche Fir­men­sitz aus Lu­xem­burg in die Nie­der­lan­de ver­legt.

Ne­ben dem Strea­ming der In­hal­te an­de­rer An­bie­ter pro­du­ziert Net­flix seit ei­ni­ger Zeit auch ei­ge­ne For­ma­te, bei­spiels­wei­se die preis­ge­krön­te Se­rie HOU­SE OF CARDS.

Wer In­ter­es­se hat, kann sich schon jetzt auf www.netflix.com re­gi­strie­ren und dann wei­te­re In­for­ma­tio­nen er­hal­ten, wann es im ei­ge­nen Land los­geht.

Wich­tig für ei­nen Er­folg wird sein, dass der Con­tent stimmt. An­bie­ter mit ur­alten Se­ri­en und Fil­men, zum gro­ßen Teil ohne Ori­gi­nal­ton ha­ben wir schon ge­nug.

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Preiserhöhungen – die feuchten Träume der Buchbranche?

Preiserhöhungen – die feuchten Träume der Buchbranche?

Spitzweg Ich bin schon lan­ge der An­sicht, dass ins­be­son­de­re Mas­sen­wa­re-Bü­cher hier­zu­lan­de deut­lich über­teu­ert sind. Und ich mei­ne da­mit klas­si­sche ge­druck­te Bü­cher, die meist ver­lang­ten Mond­prei­se für eBooks sind eine ganz an­de­re Ge­schich­te. In ei­nem Ar­ti­kel vom letz­ten Sonn­tag ar­bei­tet sich Bör­sen­blatt On­line am The­ma ab und man ist ganz of­fen­sicht­lich der An­sicht, dass Bü­cher zu bil­lig sind und teu­rer wer­den müs­sen. Als Ar­gu­men­ta­ti­ons­hil­fe be­dient man sich des Ein­kaufs­lei­ters vom Bar­sor­ti­men­ter KNV. Der agiert mit Phra­sen wie »Bü­cher ha­ben ih­ren Preis« oder »Bü­cher in ge­druck­ter oder di­gi­ta­ler Form ha­ben ih­ren Wert«.

Ma­chen wir mal ei­nen Rea­li­tätscheck hin­sicht­lich der Ko­sten von Bü­chern in Eu­ro­pa und den USA. ich möch­te hier mal ei­ni­ge Prei­se ex­em­pla­risch nen­nen, um zu zei­gen, dass Ge­druck­tes hier­zu­lan­de im Ver­gleich ein­fach zu teu­er ist. Vor­her will ich al­ler­dings noch auf eine sei­ner Aus­sa­gen ein­ge­hen. Er führt aus, dass es ei­nen Preis­an­stieg um ca. zwei Pro­zent gab und fügt hin­zu:

Seit zwan­zig Jah­ren gab es eine sol­che Preis­er­hö­hung von ei­nem Jahr zum an­de­ren nicht mehr.

Ich weiß ja nicht, von wel­chen 20 Jah­ren er re­det, aber ich kann mich an deut­li­che Preis­stei­ge­run­gen zur Um­stel­lung von Deutsch­mark auf Euro er­in­nern – und in Blick in mein Buch­re­gal be­stä­tigt das auch. War­um blen­det er die­se Tat­sa­che wis­sent­lich aus?

Aber kom­men wir zu den Preis­ver­glei­chen. Ich habe ei­ni­ge Bü­cher – na­tür­lich aus dem Seg­ment »Phan­ta­stik« – her­aus­ge­sucht und de­ren Prei­se in ver­schie­de­nen Län­dern ver­gli­chen. Es han­delt sich aus na­he­lie­gen­den Grün­den um in­ter­na­tio­na­le Ti­tel, die in al­len Län­dern ver­füg­bar sind. Das Er­geb­nis ist wie folgt:

Su­z­an­ne Col­lins  – THE HUN­GER GA­MES, deut­scher Ti­tel: DIE TRI­BU­TE VON PA­NEM, Hard­co­ver

  • Deutsch­land: 18,95 EUR
  • United King­dom: 9,99 GBP ~ 12,00 Euro
  • USA: 14,06 USD ~ 10,34 EUR
  • Ita­li­en: 12,67 EUR
  • Spa­ni­en: 15,20

J. R. R. Tol­ki­en – THE HOB­BIT – deut­scher Ti­tel: DER HOB­BIT, Hard­co­ver

  • Deutsch­land: 14,95 EUR
  • United King­dom: 7,19 GBP ~ 8,64 EUR
  • USA: 11,80 USD ~ 8,68 EUR
  • Ita­li­en: es scheint kei­ne ita­lie­nisch­spra­chi­ge Aus­ga­be zu exi­stie­ren, die eng­li­sche ko­stet EUR 10,36
  • Spa­ni­en: 13,25 EUR

Ge­or­ge R. R. Mar­tin:  A SONG OF ICE AND FIRE, deut­scher Ti­tel: DIE HER­REN VON WIN­TER­FELL und DAS ERBE VON WIN­TER­FELL, Ta­schen­buch

  • Deutsch­land: 15,00 EUR plus 15,00 EUR = 30 EUR
  • United Kin­dom: 6,29 GBP ~7,56 EUR
  • USA: 8,22 USD ~ 6,05 EUR
  • Ita­li­en: 12,75 EUR (die schei­nen eben­falls auf­zu­tei­len, aber es gibt an­läss­lich der TV-Se­rie die er­sten bei­den Bän­de in ei­nem Buch)
  • Spa­ni­en: 9,50 EUR

J. K. Row­ling – HAR­RY POT­TER AND THE DE­ATH­LY HAL­LOWS, deut­scher Ti­tel HAR­RY POT­TER UND DIE HEI­LIG­TÜ­MER DES TO­DES, Hard­co­ver (gibt es in .de nicht als Ta­schen­buch)

  • Deutsch­land: 24,90 EUR
  • United King­dom: 12,23 GBP ~ 14,70 EUR
  • USA: 15,86 USD ~ 11,66 EUR
  • Ita­li­en: 18,40 EUR
  • Spa­ni­en: 20,90 EUR

Cor­ne­lia Fun­ke – TIN­TEN­HERZ, eng­li­scher Ti­tel: INKHE­ART

  • Deutsch­land: 9,99 Euro (Ta­schen­buch), 19,90 (Hard­co­ver)
  • United King­dom: 5,75 GBP ~ 6,90 EUR (Ta­schen­buch), 11,59 GBP ~ 13,93 EUR (Hard­co­ver)
  • USA: 8,61 USD ~ 6,33 EUR (Ta­schen­buch), 17,12 USD ~ 12,59 EUR (Hard­co­ver)
  • Ita­li­en: 8,93 EUR (Ta­schen­buch), eine Hard­co­ver­aus­ga­be scheint es nicht zu ge­ben
  • Spa­ni­en: 11,30 EUR (Ta­schen­buch), 23,65 (Hard­co­ver)

Las­sen wir es da­bei be­wen­den, ich könn­te hun­der­te wei­te­re Bei­spie­le nen­nen. Der Trend ist ein­deu­tig: Bü­cher sind im Ver­gleich zu an­de­ren Län­dern in Deutsch­land teu­er. Zum Teil so­gar sehr teu­er. Der ein­zi­ge Aus­rei­ßer in den Stich­pro­ben ist TIN­TEN­HERZ in Spa­ni­en, ver­mut­lich sind die dor­ti­gen Ver­la­ge or­dent­lich über den Tisch ge­zo­gen wor­den. Es möge mir bit­te auch nie­mand da­mit kom­men, dass auf der bri­ti­schen In­sel kei­ne Um­satz­steu­er auf Bü­cher an­fällt, in al­len Fäl­len wä­ren die­se auch dann noch deut­lich preis­gün­sti­ger, wenn man sie­ben Pro­zent auf­schla­gen wür­de. Der Fair­ness hal­ber muss man auch noch sa­gen, dass Bü­cher in Frank­reich ähn­lich teu­er sind wie in Deutsch­land. Auch da ar­bei­tet of­fen­bar eine gute Lob­by. Ja, ich weiß, der Ab­satz­markt und da­mit die Pro­duk­ti­on in eng­li­scher Spra­che ist weit­aus hö­her als die in deut­scher, da­mit kann man mehr ab­set­zen. Die Preis­ge­stal­tung un­ter­schei­det sich al­ler­dings auch in Län­dern mit ge­rin­ge­ren Ab­satz­zah­len üb­li­cher­wei­se von Deutsch­land da­durch, dass Bü­cher preis­wer­ter sind. Und den Osten Eu­ro­pas habe ich da­bei noch gar nicht be­trach­tet. Üb­ri­gens gilt auch in Spa­ni­en und Ita­li­en eine Buch­preis­bin­dung, eine sol­che exi­stiert in ge­ra­de mal acht von 26 Län­dern Eu­ro­pas. Nach ak­tu­el­len Sta­ti­sti­ken be­fin­det sich Deutsch­land beim all­ge­mei­nen Preis­ni­veau in Eu­ro­pa un­ge­fähr in der Mit­te. Bei Buch­prei­sen sieht das aus schwer nach­voll­zieh­ba­ren Grün­den an­ders aus. Lei­der konn­te ich kei­ne Sta­ti­stik fin­den, die die Buch­prei­se in eu­ro­päi­schen Län­dern ver­gleicht, des­we­gen mei­ne Stich­pro­ben.

Grund­sätz­lich deu­ten die Stich­pro­ben aber an, dass Bü­cher hier­zu­lan­de im All­ge­mei­nen deut­lich mehr ko­sten, als an­ders­wo. Jaja, ich weiß, jetzt wird das Ar­gu­ment mit der Über­set­zung kom­men, das ist im­mer gern ge­nom­men. Al­ler­dings weiß man auch, dass Über­set­zer hier­zu­lan­de äu­ßerst mi­se­ra­bel be­zahlt wer­den, des­we­gen kann die­ser Um­stand ins­be­son­de­re bei Best­sel­lern kein Ar­gu­ment dar­stel­len. Au­ßer­dem kann man mit ein we­nig Ver­glei­chen er­ken­nen, dass sich die Prei­se über­setz­ter aus­län­di­scher Li­te­ra­tur an de­nen deut­scher Bü­cher ori­en­tie­ren. Dar­aus könn­te man schlie­ßen, dass auch letz­te­re zu teu­er sind.

»Aber denkt denn kei­ner an die Au­to­ren?« höre ich es wie­der ein­mal aus den hei­li­gen Hal­len der Buch­bran­che ru­fen. Doch, an die den­ke ich. Stän­dig. Und ich weiß, wie mi­se­ra­bel die ent­lohnt wer­den. So schlecht, dass au­ßer Best­sel­ler­au­to­ren in Deutsch­land kaum je­mand da­von le­ben kann.

Wir hal­ten fest: Bü­cher sind be­reits jetzt aas­geie­rig teu­er und der Bör­sen­ver­ein scheint zu un­ter­stüt­zen, dass die­se noch teu­rer wer­den sol­len. Zu­dem geht man vom Ta­schen­buch im­mer öf­ter gern mal aufs Pa­per­back, weil man das bei glei­chem In­halt deut­lich teu­rer ver­ticken kann – man könn­te es, eben­so wie das Auf­tei­len von Wäl­zern auf zwei Bü­cher, auch als »Kun­den­ver­ar­sche« be­zeich­nen, denn es han­delt sich nur um neue Schläu­che für al­ten Wein. Die Bran­che ver­steht of­fen­sicht­lich im­mer noch nicht, dass sie heut­zu­ta­ge in di­rek­ter Kon­kur­renz zu Ta­blet- und Smart­pho­ne-Apps steht, die man für ein paar Cent er­wer­ben kann. Von an­de­ren di­rek­ten Kon­kur­ren­zen wie In­ter­net, Spie­len, Fil­men noch gar nicht ge­spro­chen. Und auch nicht da­von, dass man sich eben sei­nen Le­se­stoff für ei­nen Bruch­teil des deut­schen Prei­ses gleich im eng­li­schen Ori­gi­nal kau­fen kann. Al­ler­dings soll­te man sich die­se eng­li­schen Ori­gi­na­le bes­ser nicht bei deut­schen An­bei­tern kau­fen.

Die mas­siv an­stei­gen­de Ar­mut in Deutsch­land, nach ak­tu­el­len An­ga­ben sind fünf Pro­zent al­ler Kin­der als arm an­zu­se­hen, scheint die Bran­che in ih­rer Fil­ter­bla­se eben­falls nicht zu in­ter­es­sie­ren. Wenn die Ent­schei­dung lau­tet: Buch oder et­was zu es­sen, ist die Ent­schei­dung wohl ein­fach. Kann sich noch je­mand an An­ton Phil­ipp Re­clam er­in­nern, der mit sei­ner Uni­ver­sal­bi­blio­thek auch we­ni­ger Be­tuch­ten das Le­sen von Klas­si­kern und Bel­le­tri­stik er­mög­li­chen woll­te? Was ist da­von ge­blie­ben, au­ßer dem An­sin­nen, mög­lichst vie­le Bü­cher »zu dre­hen«?

Ja, ich den­ke auch, dass Bü­cher ei­nen Wert ha­ben. Aber der Preis muss an­ge­mes­sen sein. Und das ist er in mei­nen Au­gen be­reits jetzt nicht. Zu­min­dest nicht bei den Pu­bli­kums­ver­la­gen mit ih­ren Groß­auf­la­gen.

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Bild: Der Bü­cher­wurm, von Karl Spitz­weg, ge­mein­frei, an­ge­rei­chert mit Euro-Sym­bo­len

ÆTHERANGELEGENHEITEN – eine Steampunk-Webserie aus deutschen Landen

ÆTHERANGELEGENHEITEN – eine Steampunk-Webserie aus deutschen Landen

Promografik "Ætherangelegenheiten""ÆTHER­AN­GE­LE­GEN­HEI­TEN (eng­lisch ÆTHER AF­FAIRS) ist der Ti­tel ei­ner sich in Ar­beit be­find­li­chen Steam­punk-Web­se­rie aus deut­schen Lan­den. Mei­nes Wis­sens han­delt es sich um die er­ste Web­se­rie die­ses Gen­res aus good ol´gemany, die­se von der Künst­ler­grup­pe mit dem Na­men »Evil Kra­ken« rea­li­siert.

In al­ler Kür­ze ein paar In­for­ma­tio­nen: Die Web­se­rie ba­siert auf den AN­NA­BEL­LE RO­SEN­HERZ-Ro­ma­nen von Anja Ba­gus, nä­hert sich dem The­ma im Ge­gen­satz zur Vor­la­ge al­ler­dings auf hu­mo­ri­sti­sche Wei­se. Kern­the­ma ist das fik­ti­ve »Amt für Æther­an­ge­le­gen­hei­ten«, in dem über­kor­rek­te Be­am­te auf so Un­kate­go­ri­sier­ba­res wie Mann­wöl­fe tref­fen.

Die Æther­welt ist eine al­ter­na­ti­ve Rea­li­tät, in der seit der Sil­ve­ster­nacht auf den 1.1.1900 ein my­ste­riö­ser, grü­ner Ne­bel über den Ge­wäs­sern auf­steigt. Das Phä­no­men ist welt­weit zu be­ob­ach­ten, doch zu­nächst noch so sel­ten und un­auf­fäl­lig, dass es nicht wahr­ge­nom­men wird. Aber im Lau­fe der Jah­re ent­decken For­scher und auf­merk­sa­me Be­ob­ach­ter den Stoff und nen­nen ihn Æther.
Æther be­ein­flusst das Le­ben auf viel­fäl­ti­ge Art und Wei­se. Ei­ner­seits durch tech­ni­sche Er­fin­dun­gen wie Luft­schif­fe und Blitz­waf­fen, an­de­rer­seits durch die Art, wie er Pflan­zen, Tie­re und auch Men­schen ver­än­dert. We­sen aus My­then und Le­gen­den tau­chen wie­der auf und stel­len die Ge­sell­schaft auf har­te Pro­ben.
Im Groß­her­zog­tum Ba­den wird im Jah­re 1911 A.D. das »Amt für Æther­an­ge­le­gen­hei­ten« ge­grün­det. Hier be­müht man sich jen­seits von wirt­schaft­li­chen, po­li­ti­schen oder re­li­giö­sen Hin­ter­grün­den zu for­schen und das Le­ben in die­ser neu­en, ver­än­der­ten Welt für alle zu er­leich­tern.

Logo "Evil Kraken"Die Ma­cher ha­ben den Plan, je­den Steam­punk der in­ter­es­siert ist, in die­ses Pro­jekt ein­zu­bin­den, man wird sich auf viel­fäl­ti­ge Art und Wei­se be­tei­li­gen kön­nen. Eine der Grund­ide­en ist es, die viel­fäl­ti­ge und über­aus krea­ti­ve deut­sche und eu­ro­päi­sche Steam­punk-Sze­ne vor­zu­stel­len . Wie die Be­tei­li­gung kon­kret von­stat­ten geht, dar­über gibt es dem­nächst mehr In­for­ma­tio­nen.

Ge­dreht wird die Se­rie in deut­scher Spra­che, für In­ter­es­sier­te aus an­de­ren Län­dern soll sie mit Un­ter­ti­teln ver­se­hen wer­den. Eine eng­lisch­spra­chi­ge Fas­sung der Web­sei­te ist in Ar­beit.

Eine Ein­füh­rungs­epi­so­de, Teaser oder Pi­lot­film, je nach­dem wie man es nen­nen will, ist be­reits ge­dreht und be­fin­det sich der­zeit in der Post­pro­duk­ti­on. Die End­fas­sung wird ver­mut­lich eine Län­ge von ca. zehn bis zwölf Mi­nu­ten ha­ben. Zu Be­ginn wird der Steam­punk-Fak­tor noch eher ge­ring sein, da auch das Phä­no­men Æther noch jung ist, das wird sich aber mit je­der Epi­so­de ein we­nig stei­gern.
Jede Men­ge wei­te­re In­for­ma­tio­nen fin­den sich auf der so­eben on­line ge­gan­ge­nen Web­sei­te zum Pro­jekt, dort kann man auch Links auf so­zia­le Me­di­en wie Face­book, Goog­le+ und Twit­ter ent­decken, um dem Pro­jekt auf die Wei­se fol­gen zu kön­nen, die ei­nem ge­nehm ist.

Ætherangelegenheiten SzenenfotoDis­c­lai­mer: al­lein schon aus Trans­pa­renz­grün­den möch­te ich dar­auf hin­wei­sen, dass ich ei­nes der Mit­glie­der von »Evil Kra­ken« bin … Ich wer­de auch auf die­ser Sei­te re­gel­mä­ßig über den Fort­gang des Pro­jek­tes und der Se­rie be­rich­ten.

Amazons print-on-demand-Dienst CreateSpace jetzt auch in Deutschland

Das dürf­te den hie­si­gen Ver­le­gern neue Schweiß­per­len auf die Stirn trei­ben: Ama­zons print-on-de­mand-Dienst Crea­te­Space wird laut ei­ner Pres­se­mit­tei­lung ab so­fort in Eu­ro­pa, also auch Deutsch­land, an­ge­bo­ten. Crea­te­Space er­mög­licht es Self­pu­blishern, ihre Bü­cher nicht nur wie bis­her als eBooks für den Kind­le un­ter die Le­ser zu brin­gen, son­dern auch in klas­si­scher, ge­druck­ter Form in Form von Bü­chern. Die­se Bü­cher kön­nen dann über die Ama­zon-Web­sei­ten in Deutsch­land, Groß­bri­tan­ni­en, Spa­ni­en, Frank­reich und Ita­li­en er­wor­ben wer­den.

Ama­zons Toch­ter­un­ter­neh­men Crea­te­Space hat bei print-on-de­mand kei­ne La­ger­hal­tungs­ko­sten, da die Bü­cher erst ge­druckt wer­den, wenn sie auch tat­säch­lich je­mand be­stellt, den­noch sol­len sie noch am Tag der Be­stel­lung ver­sandt wer­den, wenn die Or­der früh ge­nug ein­geht. Nach Aus­sa­gen des Kon­zerns be­hal­ten die Au­to­ren die Rech­te an ih­ren Bü­chern und er­hal­ten Tan­tie­men, die weit über die An­ge­bo­te der rest­li­chen Bran­che hin­aus ge­hen. Auch wenn dar­an na­tür­lich viel PR-Ge­klap­per ist, weiß man be­reits aus dem eBook-Be­reich, dass Ama­zon hier nicht über­trei­ben dürf­te.

Noch nicht her­aus­fin­den konn­te ich, ob die die in den USA für klei­nes Geld, näm­lich 25 Dol­lar, zu­buch­ba­re Op­ti­on gibt, die Bü­cher mit ei­ner ISBN zu ver­se­hen, wo­durch die PoD-Pro­duk­te auch im Buch­han­del zu er­wer­ben wä­ren. Zu­sätz­lich zum Druck und dem Ver­kauf über Ama­zon gibt es für Au­to­ren die Mög­lich­keit, deut­lich preis­wer­te­re Ex­em­pla­re für den Ei­gen­be­darf zu er­wer­ben.

Ama­zon po­si­tio­niert sich hier er­neut ge­gen die rest­li­che Bran­che und die­ser Coup dürf­te deut­lich schwe­rer wie­gen, als das Self­pu­bli­shing-Pro­gramm für eBooks, denn die­se sind bei den Nut­zern hier­zu­lan­de lei­der nach wie vor noch nicht so recht an­ge­kom­men – Bü­cher aber schon. Wenn die Self­pu­blisher nun auch noch die Mög­lich­keit ha­ben, Print­bü­cher an­zu­bie­ten, wird das manch ei­nem in der Bran­che schlaf­lo­se Näch­te ver­schaf­fen … wie es auf den er­sten Blick aus­sieht, dürf­te Crea­te­Space mit sei­nen Prei­sen und der un­kom­pli­zier­ten Hand­ha­bung aber auch hie­si­ge An­bie­ter in Sa­chen PoD un­ter Druck set­zen, so dass mit Preis­sen­kun­gen zu rech­nen ist.

Die Crea­te­Space-Sei­te liegt der­zeit nur in eng­li­scher Spra­che vor, es ist aber da­von aus­zu­ge­hen, dass in Kür­ze lo­ka­li­sier­te Ver­sio­nen an­ge­bo­ten wer­den.

Span­nend! Ich wer­de mich wei­ter in­for­mie­ren – und viel­leicht gibt es die Steam­punk-Chro­ni­ken ja dem­nächst auch als Print­ver­si­on via Ama­zon …

[Up­date 18:10:] auf Face­book wur­de kom­men­tiert »PoD war, was Phan­ta­news wohl ir­gend­wie nicht mit­be­kom­men hat, auch bis­her schon sehr gut in D mög­lich, ohne den Ver­le­gern Schweiß­per­len ab­zu­rin­gen. Da wird Crea­te­Space nur ei­nen Preis­kampf brin­gen.«

Mein Kom­men­tar dazu: dass es PoD in Deutsch­land be­reits gibt, habe ich oben ex­pli­zit er­wähnt. Ge­ste­stet habe ich PoD-An­bie­ter eben­falls be­reits und mich vor al­lem mit de­ren Be­din­gun­gen aus­ein­an­der ge­setzt. Die eine Mög­lich­keit ist, ein Buch für re­la­tiv klei­nes Geld auf den Markt zu brin­gen, da­bei räu­men sich die An­bie­ter aber weit­rei­chen­de Rech­te an den In­hal­ten ein – man­che so­gar bis hin zur Auf­füh­rung und Sen­dung, das hal­te ich nicht für ak­zep­ta­bel. Crea­te­Space tut das nicht und die Rech­te ver­blei­ben beim Au­tor.
Die Al­ter­na­ti­ve ist, die Rech­te zu be­hal­ten, dann aber in Sa­chen Druck fi­nan­zi­ell nicht un­er­heb­lich in Vor­lei­stung tre­ten zu müs­sen. So­weit ich das bis­lang über­blicken konn­te, fällt das bei der Ama­zon-Va­ri­an­te eben­falls weg. Ich wer­de mich ein­le­sen und be­rich­ten.

Aber die­se deut­li­chen Un­ter­schie­de mag der Kom­men­tie­ren­de mög­li­cher­wei­se ir­gend­wie nicht mit­be­kom­men ha­ben … ;o)

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Crea­te­Space-Logo Co­py­right Crea­te­Space und Amazon.com

Steampunk und die Verlage – Ahnungslose mit Schubladen

Ich hat­te mich hier und an an­de­rer Stel­le im­mer wie­der mal dar­über aus­ge­las­sen, dass bei den Pu­bli­kums­ver­la­gen der Steam­punk kei­ne Rol­le spiel­te und dass Au­to­ren, die sich mit die­sem The­ma an sie wand­ten gna­den­los ab­ge­lehnt wur­den: »Das will hier kei­ner le­sen!«. Der Frust über die Igno­ranz deut­scher Ver­la­ge führ­te bei mir so­gar dazu, dass mein Pro­jekt STEAM­PUNK-CHRO­NI­KEN aus der Tau­fe ge­ho­ben wur­de.

Jetzt scheint es so, als hät­ten die Ver­la­ge be­merkt, dass Steam­punk eben doch ein an­ge­sag­tes Sub­gen­re ist und sie pum­pen in ih­rer üb­li­chen Art und Wei­se Bü­cher in den Markt. Doch lei­der hat vie­les von dem, das auf dem Co­ver mit Zep­pe­li­nen oder Zahn­rä­dern an­ge­rei­chert wur­de und viel­leicht noch schnell das La­bel »Steam­punk« auf­ge­pappt be­kommt, nicht viel mit Steam­punk zu tun. Auch hier geht es wie­der nur dar­um, mal eben ein paar Krö­ten zu ver­die­nen und »schnell ein paar Bü­cher zu dre­hen«, wie der Ver­käu­fer-Jar­gon ist.

Sich mit dem The­ma aus­ein­an­der­zu­set­zen, da­für ist of­fen­sicht­lich ent­we­der kei­ne Zeit, oder man hat kei­ne Lust dazu – von Sach­kennt­nis ge­trübt sind die ver­ant­wort­li­chen Re­dak­tio­nen in den Ver­la­gen aber ganz of­fen­sicht­lich nicht. Muss aus de­ren Sicht aber wahr­schein­lich auch gar nicht sein, so­lan­ge man dem ah­nungs­lo­sen Le­ser ir­gend­ei­nen Kram als Steam­punk an­dre­hen kann – die mei­sten wer­den den Un­ter­schied oh­ne­hin nicht be­mer­ken.

Man ver­ste­he mich nicht falsch, ich habe über­haupt nichts da­ge­gen, wenn man mit dem Ver­kauf von Bü­chern Geld ver­die­nen möch­te. Ich habe al­ler­dings et­was da­ge­gen, wenn der Le­ser durch (mei­ner An­sicht nach zu­min­dest zum Teil) ge­ziel­te Fal­sche­ti­ket­tie­run­gen für dumm ver­kauft wer­den soll.

Das Pro­blem dürf­te aber eben auch sein, dass die Ein­ord­nung des Gen­res kei­ne mit dem Li­ne­al ge­zo­ge­nen Gren­zen zu­lässt. Steam­punk ist un­scharf, er­mög­licht Va­ria­tio­nen, ist ein Hin­ter­grund der vie­le Vä­ter und Müt­ter hat und sich nicht nur des­we­gen ei­ner ex­ak­ten De­fi­ni­ti­on ent­zieht – den Göt­tern des Ae­ther sei Dank! Und das ist na­tür­lich et­was, mit dem die Schub­la­den­fa­na­ti­ker in den Ver­la­gen nicht gut zu­recht kom­men. Dass das deut­lich bes­ser ge­hen kann – und muss! -, zei­gen die um­trie­bi­gen Klein- und Spe­cial-In­te­rest-Ver­la­ge.

Am Schluss möch­te ich nicht ver­schwei­gen, wie ich auf die­sen Rant ge­kom­men bin: Zwei von mir sehr ge­schätz­te Blogs, näm­lich das von Oli­ver Hoff­mann (Fe­der & Schwert) und der Clock­wor­ker in Form von Cap­tain Se­re­nus ha­ben das Pro­blem vor mir the­ma­ti­siert und mich zum Schrei­ben die­ses Bei­trags ani­miert. Ich rege drin­gend an, de­ren Wor­te zum The­ma eben­falls zu le­sen!

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Bild: Steam­punks, von Kyle Cassidy, aus der Wi­ki­pe­dia, CC-BY-SA

SF-Autor John Scalzi im Oktober in Deutschland

Der US-ame­ri­ka­ni­sche Sci­ence Fic­tion-Au­tor John Scal­zi wird sich im Ok­to­ber in Deutsch­land auf­hal­ten und auf eine klei­ne Le­se­tour ge­hen. An­lass ist grund­sätz­lich sein Be­such der Buch­mes­se an­läss­lich des hie­si­gen Er­schei­nens sei­nes Ro­mans DER WIL­DE PLA­NET (FUZ­ZY NA­TI­ON). Scal­zi schreibt auf sei­nem Blog:

I love you guys. You are my best­sel­ling mar­ket out­side of the United Sta­tes and you’ve gi­ven me awards — but even be­fo­re then I’ve al­ways had an in­te­rest in you. Did you know I took se­ven ye­ars of Ger­man in high school and col­le­ge? It’s true, I did. Yes I was ter­ri­b­le at it, and even now I speak Ger­man rough­ly as well as I jugg­le fla­ming chain­saws, which is to say not at all. But that’s my fault, not yours.

Ne­ben dem Be­such der Buch­mes­se ste­hen wei­ter­hin Gigs in fol­gen­den Städ­ten an: Frank­furt, Saar­brücken, Stutt­gart, Tü­bin­gen, Frei­burg, Mün­chen – mit der Op­ti­on, dass es noch mehr wer­den. Die Deutsch­land­rei­se wur­de un­ter an­de­rem er­mög­licht durch den Ver­lag der Scal­zis Bü­cher hier­zu­lan­de ver­öf­fent­licht: Hey­ne.

Ich habe noch nie et­was von Scal­zi ge­le­sen. Fra­ge an die Le­ser: soll­te ich das än­dern und wenn ja, was?

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Quel­le: John Scal­zis Blog, Bild: John Scal­zi, aus der Wi­ki­pe­dia, ge­mein­frei