Fast verpasst: PADDINGTON

Fast verpasst: PADDINGTON

Poster Paddington

PADDINGTON – Bun­desstart 04.12.14

Der Forsch­er Mont­gomery Clyde erkun­det das dunkel­ste Peru, und ent­deckt dabei ein Paar bish­er unbekan­nter peru­anis­che Bären. Doch anstatt einen Bären für das Naturkun­de­mu­se­um zu schießen, fre­un­det Clyde sich mit dem Pärchen an. Er bringt ihnen bei, Marme­lade zu kochen und Englisch zu reden. Und als es wieder Zeit ist, in die Zivil­i­sa­tion zurück zu kehren, ver­ab­schiedet er sich mit den Worten: »und wenn ihre jemals nach Lon­don kommt, habt ihr bei mir immer ein Zuhause«. Und was danach fol­gt, ist ein­er der ehrlich­sten und herz­er­wär­mend­sten Fam­i­lien­filme, den man seit langem im Haifis­chbeck­en von Main­stream-Pro­duk­tio­nen erleben durfte. Keine nach den Eltern schie­len­den pop­kul­turellen Anspielun­gen. Keine abge­flachte, Rück­sicht nehmende Hand­lung. Keine über­triebe­nen Zugeständ­nisse an die Möglichkeit­en des mod­er­nen Kinos. Natür­lich ver­fügt PADDINGTON über erstk­las­sige Spezial­ef­fek­te, aber die bleiben immer im Rah­men des Notwendi­gen. Üblicher­weise sagt man: wenn com­put­era­n­imierte Fig­uren bess­er sind als die Schaus­piel­er, dann hat der Film ein Prob­lem. Hier kann man get­rost sagen, der Film hätte ein sehr großes Prob­lem ohne seine kün­stlich erschaf­fene Fig­ur.

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HERCULES

HERCULES

Poster HerculesHERCULES – Bun­desstart 04.09.2014

Dwayne John­son als Herkules? Da muss man eigentlich nicht lange über­legen. Nach seinem ersten filmis­chen Auftritt in DIE MUMIE KEHRT ZURÜCK, hat es noch eine Weile gedauert, bis man sich der charis­ma­tis­chen Wirkung des Wrestling-Cham­pi­ons wirk­lich bewusst wurde. Vielle­icht dauert es noch, bis man John­son in sein­er ersten wirk­lich drama­tis­chen Rolle zu sehen bekommt, aber die Indus­trie hat sich zumin­d­est darauf beson­nen, dass er größere Rollen in seinem Méti­er ohne weit­eres allein stem­men kann. Spätestens seit FASTER vor vier Jahren hat Dwayne John­son klar gemacht, dass seine Action-Fig­uren dur­chaus auch glaub­würdi­ge Tiefe zeigen kön­nen. Für einen Typen wie Herkules ist diese Tiefe im Charak­ter dann doch eher neben­säch­lich, doch dur­chaus erwün­scht. Natür­lich hält sich auch diese Adap­tion des mythis­chen Stoffes nicht an die gestren­gen Aufze­ich­nun­gen. Aber sie hält an deren Eckpfeil­ern fest, um eine für sich ste­hende, solide Geschichte zu erzählen.

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MALEFICENT – Die dunkle Fee

MALEFICENT – Die dunkle Fee

Poster MaleficentMALEFICENT – Bun­desstart 29.05.2014

Sie ist die Ikone des Bösen aus der geze­ich­neten Welt von Dis­ney. Und selb­st nach fast 60 Jahren hat sie nichts von ihrer Wirkung ver­loren. Malef­i­cent. Was so viel wie Böse bedeutet, und wie wir erfahren, hieß sie schon in jun­gen Jahren so, wo die Fee der Moore noch eine wirk­lich Gute war. Doch über diesen Zus­tand hüllt sich der Film in Schweigen. Let­z­tendlich ist es auch nicht wichtig, weil es den Film deswe­gen nicht schlechter macht. Die Ver­mark­tung des Films gaukelt einen vor, man würde wis­sen, was uns die Geschichte erzählen will, doch da irrt sich der geneigte Zuschauer gewaltig. Tat­säch­lich ist die eigentliche Stärke des Films, dass er sich vol­lkom­men gegen die Erwartung­shal­tung entwick­elt. Ähn­lich wie es Schrift­steller Gre­go­ry Maguire mit WICKED erson­nen hat­te, in der er die Vorgeschichte der Hex­en aus ZAUBERER VON OZ erzählte, und dann par­al­lel zur bekan­nten Geschichte laufen lässt, so zeigt auch MALEFICENT einen uner­warteten Hin­ter­grund zum Märchen Dorn­röschen. Und wie bei WICKED, ver­dreht dieser Hin­ter­grund das Wesen der Fig­uren und den Kern der Geschichte gegen das ver­meintlich Bekan­nte. Ohne sich allerd­ings gegen die Vor­lage zu stellen.

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Ju Honisch: Wölfe, Werwölfe und Schwingen aus Stein – Begegnungen im Wilden Wald

Ju Honisch: Wölfe, Werwölfe und Schwingen aus Stein – Begegnungen im Wilden Wald

Werwolf von Neuses

Der Betreiber von Phan­taNews hat mich net­ter­weise wieder mal auf seine Seite los­ge­lassen, damit ich kund und zu wis­sen geben kann, dass es ein neues Buch von mir gibt: SCHWINGEN AUS STEIN. Doch hier schreibe ich erst ein­mal über etwas anderes:

Wölfe, Wer­wölfe und Schwin­gen aus Stein – Begeg­nun­gen im Wilden Wald

In der Sech­sten Tafel des Gil­gamesch-Epos lesen wir:

Da du den Hirten, den Hüter liebtest,
Der ständig dir Aschenkuchen geschichtet,
Täglich dir Zick­lein geschlachtet hat­te,
Hast du ihn geschla­gen, in einen Wolf ver­wan­delt:
Die eige­nen Hirtenkn­aben ver­ja­gen ihn nun,
Und seine Hunde beißen ihn in die Schenkel.

Dies ist die allererste schriftliche Erwäh­nung eines Men­schen, der in einen Wolf ver­wan­delt wird.

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Bernd B. Badura: WERKE EINES GROSSEN MEISTERS

Bernd B. Badura: WERKE EINES GROSSEN MEISTERS

Cover "Werke eines grossen Meisters"Auf der Indie-Buchmesse UNKNOWN im Essen­er Unper­fek­thaus habe ich Bernd Badu­ra getrof­fen. Sein Buch WERKE EINES GROSSEN MEISTERS möchte ich an dieser Stelle vorstellen. Es ist auch eine Leseprobe zu find­en.

Klap­pen­text:

Darf ich Ihnen Schapo Klack vorzustellen? Schapo? Wo steckst du denn wieder? Entschuldigen Sie bitte viel­mals, aber er hat schon wieder die Nase in diesem merk­würdi­gen Buch, das auch Sie ger­ade so inter­essiert betra­cht­en! Es heißt, hier kön­nen buch­stäblich Träume wahr wer­den. Sie müssen wis­sen, dass Schapo – ja genau das hagere Kerlchen mit dem blassen Teint, das ständig diesen schick­en, aber lei­der aus der Mode ger­ate­nen Zylin­der trägt – ein Bib­lio­thekar aus der Traumwelt ist, der von Mor­pheus in die Real­ität entsandt wurde. Eine gefährliche Mis­sion für unseren gar nicht so nach Helden ausse­hen­den Pro­tag­o­nis­ten. Wo soll er suchen, in ein­er Welt, in der jed­er falsche Schritt den Tod bedeuten kann? Wird er wirk­lich auf Drachen tre­f­fen, wie es im Buch angedeutet wurde? Enthält »Werke eines großen Meis­ters« tat­säch­lich den Sinn des Lebens, oder hat es da doch zuviel ver­sprochen? Find­en Sie es her­aus, während Sie sich in ver­schiedene Wel­ten ver- und ent­führen lassen, die Sie be- und verza­ubern wer­den. Wer­den Sie das Wag­nis einge­hen und Schapo auf seinen Aben­teuern begleit­en?

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UPSIDE DOWN wirkt verdreht

UPSIDE DOWN wirkt verdreht

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UPSIDE DOWN – Bun­desstart 22.08.2013

Man sollte annehmen, dass sich Fil­mau­tor Juan Solanas etwas dabei gedacht hat, als er eine Welt erschuf die allen Regeln der Physik wider­spricht. Dop­pel-Grav­i­ta­tion heißt das Phänomen, klärt uns der Haupt­pro­tag­o­nist Adam aus dem Off auf, über die zwei Plan­eten, die so dicht beieinan­der liegen, dass sich Men­schen auf den sich gegenüber­liegen­den Berggipfeln bei­der Wel­ten fast berühren kön­nen. Die Dop­pel-Grav­i­ta­tion sorgt dafür, dass alle Men­schen und Dinge eines Plan­eten nur der Grav­i­ta­tion eben dieser einen Welt gehorchen. Adam und Eden, ihre Namen sind Pro­gramm, begeg­nen sich in jun­gen Jahren auf den Berggipfeln ihrer jew­eili­gen Welt. Adam ist allerd­ings nicht auf den Kopf gefall­en, wirft ein Seil hoch (oder auch runter) zu sein­er Geliebten und zieht sie zu sich herunter. Eden muss die Zeit auf Adams Plan­eten unter einem Felsvor­sprung ver­brin­gen, weil ihre Grav­i­ta­tion sie nach oben zieht, sprich nach unten in ihre eigene Welt. Und wer bis hier­her immer noch nicht ver­standen hat, um was es eigentlich geht oder was wirk­lich passiert, der sei entschuldigt. Die bei­den Wel­ten von UPSIDE DOWN sind eben sehr kom­plex.

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