Kommentar: KI-Bücher, Slop und die unbequeme Wahrheit über den Massengeschmack

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Auf der Suche nach neuem Science Fiction-Lesematerial lief mir kürzlich irgendwie der Roman JITTERBUG von Gareth L. Powell über die Füße und ich musste erstaunt feststellen, dass der britische Autor schon auf eine Schaffensphase von über einem Jahrzehnt zurückblickt und auch diverse Preise gewonnen hatte (darunter zweimal den BSFA-Award für den besten Roman) – und trotz meines Faibles für SciFi hatte ich von ihm weder gehört, noch etwas gelesen. Shame on me, aber man kann halt nicht alles kennen und ich konnte diese Wissenslücke ja nun mit JITTERBUG auffüllen.
Der Werbetext sprach mich an, also kaufte ich das eBook. Bei Kobo, nicht bei Amazon. Aus Gründen.
Bekommen habe ich mit JITTERBUG einen kurzweiligen Pageturner mit diversen überraschenden Wendungen.
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Der letzte Harry Dresden-Roman BATTLE GROUND war dann doch schon länger her, als ich gedacht hätte, der erschien bereits 2021. Und dann war Funkstille. Zum einen wollte der Verlag wohl leider unbedingt, dass Butcher eine Fortsetzung der Steampunk-Reihe CINDER SPIRES schrieb (deren erster Roman THE AERONAUT’S WINDLASS mir gar nicht gefallen hatte, den hatte ich mittendrin abgebrochen), zum anderen hat der Autor vermutlichweiterhin mit Depressionen zu kämpfen und verarbeitet das in seinen Werken. Mit dafür verantwortlich ist nach eigenen Aussagen unter anderem der große Erfolg der Serie und der daraus resultierende Druck, sowie persönliche Probleme in der Vergangenheit. Er hatte wohl selbst nicht mit diesem durchschlagenden Erfolg von etwas gerechnet, das er selbst als »Elevator Pitch about Dirty ‘Harry Potter’ « beschreibt, also ursprünglich offenbar eher eine Schnapsidee, die sich dann verselbstständigte. Seit 26 Jahren lese ich jetzt diese Romanreihe. Wow.
Und seine gesundheitlichen Probleme scheint er auch in diesem Roman wieder zu verarbeiten, denn nach dem großen Kampf um Chicago in BATTLE GROUND ist der Magier Harry Dresden ziemlich am Boden.
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Jim Butcher – THE DRESDEN FILES: TWELVE MONTHSWeiterlesen »
Es ist eins der neueren Tropes im Bereich der Unterhaltungs-Science Fiction der letzten Jahre: Irgendein unbedarfter Erdling kommt mehr oder weniger zufällig an ein Raumschiff einer Alien-Zivilisation und es verschlägt sie oder ihn in einen unbekannten Kosmos voller Außerirdischer. Ich hatte bereits mehrere Romane aus der Reihe BACKYARD STARSHIP gelesen, die waren auch ziemlich unterhaltsam, und stieß nun kürzlich auf den Roman MY BUDDY GAVE ME A STARSHIP von Myles Christensen. Übersehen hatte ich leider, dass es gerade erst erschienen war – und natürlich das erste einer Reihe. Jetzt heißt es auf den nächsten Teil warten, deswegen kaufe ich Serien normalerweise lieber, wenn schon ein paar Bücher erschienen sind.
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MY BUDDY GAVE ME A STARSHIP – Myles ChristensenWeiterlesen »
William Meikle ist ein schottischstämmiger kanadischer Autor, der im Bereich SciFi, Fantasy und Horror unterwegs ist. Wie ich auf ihn gestoßen bin ist witzig: Im Fediverse veröffentliche ich unter meinem Alter Ego als Künstler Xanathon meine gerenderten Bilder. Auf eins davon reagierte der Autor (auf Facebook würde man sagen »mit einem Like«) und bisweilen sehe ich mir die Profile derjenigen, die mir dort folgen an. dort entdeckte ich dann nicht nur, dass er in meinen Genres schreibt, sondern via Umweg über seine Webseite auch die MIDNIGHT EYE-Reihe.
Und Film Noir-artige Detektivgeschichten mit phantastischem Einschlag sind nun einmal genau meine Kragenweite.
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William Meikle: Die MIDNIGHT EYE-Serie – Urban Fantasy in SchottlandWeiterlesen »
Kaffee! Kuchen!
Was zur Hölle ist denn jetzt wieder »Cozy Fantasy?«, dachte ich mir, als ich auf Mastodon über eine Besprechung zu Travis Baldtrees Roman LEGENDS AND LATTES stolperte. Eine Recherche zeigte schnell, dass die Bezeichnung eher neueren Datums ist und und exakt dieser Roman offenbar der Auslöser für das Entstehen des Begriffs war. Zitat von Campfirewriting:
Cozy fantasy is a term to describe lighter fantasy fiction that focuses on warmth, comfort, and a sense of belonging. If you’ve ever wanted to lose yourself in a magical fantasy world but weren’t in the mood for dark themes and stressful, epic quests, cozy fantasy fiction is exactly what you need.
Ich hatte zuerst etwas Sorge, ob das zu weichgespülter Langeweile führen würde. Als Kaffeefan interessierte mich das Thema allerdings sehr und deswegen bekam LEGENDS AND LATTE seine Chance. Und das war auch gut so.
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Ich sags gleich vorneweg: Ich werde mich bei der Besprechung des brillianten Science Fiction-Romans EVERSION von Alastair Reynolds in Allgemeinplätzen ergehen müssen, denn eigentlich ist jedes Detail in einer Besprechung ein Spoiler zu viel. Eigentlich ist sogar schon der Klappentext ein Spoiler.
Ich sage noch etwas vorneweg: Ich war schwerst begeistert von diesem Roman und konnte ihn kaum aus der Hand legen, ein echter Pageturner im besten Sinne des Wortes und nebenbei überaus brilliantes, innovatives und überraschendes Storytelling.
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Über den Roman ROAD TO OMBOS erfuhr ich auf Mastodon. Die Thematik hörte sich interessant an, ich warf einen Blick auf Amazon und der Waschzettel klang immer noch vielversprechend. Urban Fantasy mit zurückgekehrten ägyptischen Göttern in Las Vegas, dazu ein »Roadtrip« und »Rock&Roll«, klang genau nach meinem Beuteschema.
Tatsächlich beginnt das Geschehen auch sehr vielversprechend, mit einem Gott Seth, seiner Kräfte beraubt und ins moderne Vegas geworfen.
Nach dem Lesen muss ich allerdings feststellen: Selten hat mich ein Roman so ratlos zurückgelassen, wie dieser.
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Melanie Vogltanz – ROAD TO OMBOS: SETH IST GEFALLENWeiterlesen »
Science Fiction als Literaturgattung hat eine enorme Bandbreite, die von philosophischen Betrachtungen über Gesellschaftskritik bis hin zu spannenden Space Operas reicht. So gern ich auch erstere lese, hin und wieder darf es auch ruhig mal ein wenig unterhaltsames Popcorn fürs Gehirn sein.
Und genau hier kommt BACKYARD SPACESHIP von J.N. Chaney & Terry Maggert ins Spiel, eine lupenreine Space Opera, die an die kurzweiligen SF-Romane erinnert, die ich in meiner Jugend gelesen habe. Als mir der erste Roman vorgeschlagen wurde und ich einen Blick auf die Besprechungen warf, dachte ich sofort, dass das was für mich sein könnte.
Ich wurde nicht enttäuscht.
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J.N. Chaney & Terry Maggert: BACKYARD SPACESHIPWeiterlesen »
Ein Geschwisterpaar, das übernatürliche Kreaturen jagt – und das auch noch in den USA des frühen 20. Jahrhunderts, genauer im Jahr 1913, das hörte sich exakt nach Urban Fantasy aus meinem Beuteschema an. Das Szenario laut Klappentext war vielversprechend und der Preis okay, deswegen kaufte ich Laura Anne Gilmans Roman UNCANNY TIMES zum Erscheinungstermin im Oktober 2022 und danach lag er eine Zeit lang im virtuellen eBook-SUB, der glücklicherweise keinen Platz wegnimmt.
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