THE HATEFUL EIGHT

THE HATEFUL EIGHT

Promofoto Hateful EightTHE HATEFUL EIGHT – BUNDESSTART 28.01.2016

Kapi­tel Eins:
LETZTE KUTSCHE NACH RED ROCK
Drei der has­senswerten Acht tre­f­fen unter­wegs aufeinan­der, wo der Kutsch­er ver­sucht, einem sich näh­ern­den Bliz­zard zu entkom­men. Und Quentin Taran­ti­no tut alles daran, es unen­twegt mys­ter­iös zu hal­ten. Soll der Henker wirk­lich den Major zu sich und sein­er Gefan­genen in die Kutsche lassen? Es wird viel gere­det, in diesem Auf­takt zu Taran­ti­nos achtem Film. Der Henker und der Major, bei­des Kopfgeld­jäger, ken­nen die Arbeit des jew­eils anderen, der Respekt ist also geboten, das Mis­strauen aber nicht aufge­hoben. Span­nung baut sich in diesen Szenen kaum auf. Dafür schwel­gt der Regis­seur in den Panav­i­sion­bildern von Robert Richard­son. Super­Panav­i­sion 70 war ein Film­for­mat, welch­es gegen Cin­e­mas­cope und Cin­era­ma konkur­ri­eren kon­nte, und dur­chaus ein klar­eres Bild bietet als eine dig­i­tale 4K Auflö­sung. Panav­i­sion musste für Taran­ti­nos Traum Objek­tive aus dem Keller kra­men, die seit 1966 nicht mehr in Gebrauch waren.

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THE REVENANT – Der Rückkehrer

THE REVENANT – Der Rückkehrer

Poster The RevenantTHE REVENANT – Bun­desstart 06.01.2016

Ale­jan­dro González Iñár­ritu ist ein Filmemach­er, der sich kaum in Geschichte und Insze­nierung wieder­holt. Ein äußerst abwech­slungsre­ich­er Regis­seur, der dabei immer wieder zu über­raschen ver­ste­ht. Diese Über­raschun­gen haben ihm nicht umson­st für BIRDMAN die vier ober­sten Kat­e­gorien bei den Oscars gewin­nen lassen. Jet­zt hat Iñár­ritu wieder einen kom­plett anderen Film gemacht, aber THE REVENANT wird der Film sein, an dem er sich zukün­ftig immer wird messen lassen müssen. Fast kön­nte man das über alle vor­ange­gan­genen Filme sagen, wie 21 GRAMS nach AMORES PERROS, oder BIUTIFUL nach BABEL. Und nun eben THE REVENANT nach BIRDMAN. Jet­zt pro­duziert Iñár­ritu erst ein­mal die Fernsehserie THE ONE PERCENT, und danach wird man sich über­raschen lassen müssen. Auf keinen Fall wird es ein schlechter Film, aber an die filmis­che Kraft dieses Epos´ wird schw­er noch ein­mal her­anzukom­men sein.

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SLOW WEST

SLOW WEST

PosterSlowWestSLOW WEST – Bun­desstart 30.07.2015

Der West­ern ist ein Genre, welch­es im Kino nie beständig war. Als zum Beispiel THE WILD BUNCH den West­ern als Helden­erzäh­lung endgültig demon­tierte. Bere­its neun Jahre vorher wurde die heile Welt des aufrecht­en Cow­boys in Frage gestellt. DENEN MAN NICHT VERGIBT war die unge­wohnt offene Abrech­nung mit dem Han­deln weißer Siedler. In ZWEI RITTEN ZUSAMMEN stellte Jim­my Stew­art die gnaden­lose Gewis­sens­frage in der Indi­an­er-Prob­lematik. Dann kam kurz vor WILD BUNCH Sid­ney Pol­lacks MIT EISERNEN FÄUSTEN, eine unkom­plizierte Komödie die unver­hohlen anprangerte, was der weiße Mann alles falsch gemacht hat­te. Mit weni­gen Aus­nah­men war es für fast zwei Jahrzehnte ruhig im Genre. SILVERADO war vielle­icht noch ein Beitrag, der die unbeschw­erte Pio­nier-Roman­tik zele­bri­erte. East­woods ERBARMUNGSLOS und Cost­ners DER MIT DEM WOLF TANZT stell­ten diese Roman­tik erbar­mungs­los in Frage, und bilde­ten so etwas wie ein filmis­ches Gewis­sen gegenüber ein­er oft verk­lärten Ver­gan­gen­heit.

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THE HOMESMAN

THE HOMESMAN

Poster The HomesmanTHE HOMESMAN – Bun­desstart 18.12.2014

Man kann es Pio­niergeist nen­nen. Doch eigentlich ist es Wahnsinn. Der West­en will bezwun­gen wer­den, und dies war auch immer ein zen­trales The­ma im West­ern-Genre. Doch was der Men­sch dafür auf sich nahm, die Stra­pazen, die Unsicher­heit, die Gefahren, das hat alles auch etwas Wahnsin­niges. Und genau das nutzt die Geschichte von THE HOMESMAN als zen­trales The­ma. Als der Roman 1988 erschien, erwarb Paul New­man umge­hend die Rechte für seine näch­ste Regiear­beit. Und wer die Geschichte von HOMESMAN ken­nt, kann sich auch vorstellen, warum New­man das wollte. Aber es gab nie eine zufrieden­stel­lende Adap­tion für ein Drehbuch. Und wer den jet­zi­gen Film sieht, kann sich eben­falls vorstellen warum. Tom­my Lee Jones hat eine Adap­tion bald 25 Jahre später erneut in Angriff genom­men und einen West­ern auf die Lein­wand gebracht, der dem Genre tat­säch­lich noch ein­mal etwas ganz Neues abzurin­gen ver­ste­ht.
Es ist ein har­ter, uner­bit­tlich­er Win­ter im Nebras­ka-Ter­ri­to­ri­um. Eine kleine Gemeinde aus Siedlern ver­schieden­er Nation­al­itäten muss schw­er gegen die unwirk­liche Wit­terung ankämpfen und dabei das eigene Leben sich­ern. Drei Frauen der Siedler­fam­i­lien ver­lieren darüber den Ver­stand. Hier verkehrt sich der Pio­niergeist in den Wahnsinn.

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DAS FINSTERE TAL des deutschsprachigen Genrefilms

DAS FINSTERE TAL des deutschsprachigen Genrefilms

Poster "Das finstere Tal"

Die Frei­heit ist ein Geschenk, das sich nicht jed­er gern machen lässt

Enthält min­i­male Spuren von Spoil­ern.

Irgend­wann, als neulich der deutsche Film­preis ver­liehen wurde, hat auch DAS FINSTERE TAL Preise einge­heimst, wurde sog­ar als der große Sieger verkauft. Ich muss ehrlich zugeben, dass mich der Deutsche Film­preis nicht die Bohne inter­essiert, denn üblicher­weise wer­den irgendwelche Geschichts­be­wäl­ti­gungs-Dra­men aus­geze­ich­net, oder höchst unwitzige Komö­di­en. In dem Bericht, den ich zufäl­lig darüber im Fernse­hen sah (unter anderem deswe­gen ein Zufall, weil ich TV eigentlich nur noch vom Wegse­hen kenne), war aber auch ein kurz­er Trail­er enthal­ten, mehr ein Teas­er. Das sah tat­säch­lich inter­es­sant aus – und dann mehrten sich die Stim­men, die DAS FINSTERE TAL als »Alpen­west­ern« beze­ich­neten, gar als »Genre-Film«. Und sowas in deutsch­er Sprache (es ist eine öster­re­ichisch-deutsche Kopro­duk­tion)? Ich war nun nicht so heiß darauf, mir den im Kino anzuse­hen, als der Preis für die Blu­Ray allerd­ings kür­zlich im Ange­bot unter zehn Euro fiel, wollte ich dann doch mal einen Blick riskieren, um festzustellen, ob die eupho­risch klin­gen­den Kri­tiken gerecht­fer­tigt sind.

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THE SALVATION

THE SALVATION

Poster The SalvationTHE SALVATION – Bun­desstart 09.10.2014

Mit THE SALVATION muss sich jemand einen Kind­heit­straum erfüllt haben. Er bedi­ent sich bei allen Klis­chees aus dem West­ern-Genre und ist den­noch ein sehr eigen­ständi­ger Film, der sich durch eine sehr unge­wohnte Umset­zung ausze­ich­net. Ein dänis­ch­er West­ern ist allerd­ings auch eher ungewöhn­lich. Und genau das ver­ste­ht Regis­seur und Co-Autor Kris­t­ian Lev­ring zu nutzen. Auch wenn sich die Prämisse anhört, wie eine gewöhn­liche Rache-Geschichte. Naja, eigentlich ist es ja auch ein sehr gewöhn­lich­er Rache-West­ern.

Nach dem dänisch-deutschen Krieg, ver­suchen die Brüder Jon und Peter in Ameri­ka Fuß zu fassen. Erst nach sieben ent­behrungsre­ichen Jahren, kann Jon endlich seine Frau und den Sohn in den wilden West­en holen. Doch die Katas­tro­phe nimmt schon in der Postkutsche vom Bahn­hof in die Heimat­stadt ihren Lauf. Jon kann nicht ver­hin­dern, dass seine Fam­i­lie geschän­det und ermordet wird. Dafür kann er die Täter zur Strecke brin­gen und erschießt diese. Nur war ein­er der Gang­ster der Brud­er des gefürchteten Ban­denchefs Delarue, und dieser möchte sein­er­seits den Tod seines Fam­i­lien­mit­glieds gerächt sehen. Delarue geht dabei extrem bru­tal vor, und erschießt wahl­los Leute aus Jons Dorf, um zu erfahren, wer für den Tod seines Brud­ers ver­ant­wortlich ist. Die Spi­rale der Gewalt ist nicht mehr aufzuhal­ten, und reißt immer mehr Leute mit ins Verder­ben

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A MILLION WAYS TO DIE IN THE WEST

A MILLION WAYS TO DIE IN THE WEST

A Million Ways To Die In The West

Albert lebt in einem Kaff im Wilden West­en. Seine Schafe machen was sie wollen, seine Eltern sitzen jeden Tag auf dem gle­ichen Platz und meck­ern ihn an, und er ist ein erbärm­lich­er Fei­gling. Deshalb ver­lässt ihn seine Ange­betete und tut sich kurz danach mit dem örtlichen Stutzer zusam­men. Albert verzweifelt fast und will auswan­dern, als eine schöne Frau ihm vorschlägt, das klas­sis­che Eifer­suchtsspiel zu spie­len. Lei­der endet das in ein­er Duel­lauf­forderung. Aber Albert kann nicht schießen. Anna bringt es ihm bei – und in dieser Woche lernt Albert, dass er nicht so ein Trot­tel ist, wie er dachte. Er ver­liebt sich in Anna, die aber einen sehr eifer­süchti­gen und sehr grausamen Mann hat, der natür­lich auch bald auf­taucht …

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FantasyFilmFest 2013: SWEETWATER und COTTAGE COUNTRY

FantasyFilmFest 2013: SWEETWATER und COTTAGE COUNTRY

Poster FFF2013SWEETWATER a.k.a. SWEET VENGEANCE – vor­erst nur in USA und Großbri­tan­nien auf DVD

Mit SWEETWATER gibt es endlich wieder ein­mal einen West­ern, der einen anderen Blick auf das Genre zulässt. Nun sind Rachegeschicht­en im Wilden West­en wahrlich nichts seltenes. East­woods UNFORGIVEN ist eines von vie­len Beispie­len, oder noch aktueller, Coens Neu­ver­fil­mung von TRUE GRIT. Logan Miller hat bei seinem zweit­en Film ohne seinen Brud­er Noah auf dem Regi­es­tuhl gesessen, dafür haben sie wieder zusam­men das Buch, nach ein­er Geschichte von Andrew McKen­zie, geschrieben. Her­aus­gekom­men ist ein ger­adlin­iger Thriller, der das Genre genau studiert zu haben scheint. Ein biss­chen das Feel­ing von THERE WILL BE BLOOD, reich­lich Optik aus Ser­gio Leones besten Zeit­en, und ver­drehte Ein­fälle die aus eben erwäh­n­ten TRUE GRIT stam­men kön­nten. Der geistig nicht ganz auf der Höhe scheinende Sher­iff Jack­son kommt ins Ter­ri­to­ri­um von New Mex­i­co, um den religiösen Fanatik­er Prophet Josi­ah aufzus­püren. Zur gle­ichen Zeit tötet Josi­ah den Mann der ehe­ma­li­gen Pros­ti­tu­ierten Sarah. Anfangs ist Sarah über das plöt­zliche Ver­schwinden ihres Gat­ten etwas blauäugig. Doch Sher­iff Jack­sons unkon­ven­tionelle Ermit­tlungsmeth­o­d­en und Prophet Josi­ahs auf­dringliche Avan­cen lassen Sarah langsam erah­nen, dass sie nicht mit der Rück­kehr ihres Mannes rech­nen sollte. Und jemand muss dafür zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den.

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LONE RANGER

LONE RANGER

Lone RangerTHE LONE RANGER – Bun­desstart 08.08.2013
(Achte und ver­mut­lich let­zte Un­ter­bre­chung der Som­mer­pause, Anm. d. Red.)

Dis­ney kann sich glück­lich schätzen, dass sie sich die Mar­vel-Stu­dios unter den Nagel reißen kon­nten. Denn was das Maus-Haus an Fil­men unter dem eige­nen Label auf den Markt bringt, birgt so seine Schwächen, was allein an fehlen­den Zuschauern zu ermessen ist. Allein in den ver­gan­genen 14 Monat­en waren da die als finanzielle Sicher­heit­en angedacht­en JOHN CARTER und OZ THE GREAT AND POWERFUL, die zusam­men fast 500 Mil­lio­nen Dol­lar an Pro­duk­tions- und Wer­bekosten ver­schlangen. Jet­zt kommt THE LONE RANGER, dem man eben­falls geschätzte 250 Mil­lio­nen gön­nte. CARTER hat sein Geld nicht einge­spielt, ein Fiasko. OZ holte zumin­d­est das Dop­pelte sein­er Kosten, blieb aber ganz weit hin­ter den Erwartun­gen. CARTER und OZ sind als Filme so konzip­iert, dass sie ein Vielfach­es ihres Wertes ein­spie­len soll­ten, um den gesamten Appa­rat von Stu­dio zu stützen. So kön­nen auch riskan­tere Pro­jek­te umge­set­zt wer­den, bei denen eine Zuschauer-Akzep­tanz nicht einzuschätzen ist. Aus­gerech­net diese soge­nan­nten sicheren Gew­erke ent­pup­pen sich als Dol­largräber. Hier dachte man, den Zuschauer ein­schätzen zu kön­nen, und man lag falsch. Ein Dilem­ma übri­gens, das nicht nur die Dis­ney-Stu­dios bet­rifft, diese aber beson­ders hart. Und nun kommt auch noch der LONE RANGER, und ver­ga­lop­piert sich.

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