Wizards Of The Coast hatten es bereits angekündigt, dass es neue Computerspiele rund um die DUNGEONS & DRAGON-Lizenz geben würde. Anlässlich der Gamescom in Köln wurde nun eine Katze aus dem Bag Of Holdig entlassen:
WARLOCK: DUNGEONS & DRAGONS.
Oder genauer wurde ein Gameplay-Video gezeigt, dass es das Spiel geben würde, war schon länger angedeutet worden.
Das ganze sieht aus wie ein WITCHER-artiges Game in 3rd-Person-Perspektive, bei dem Magie eine wichtige Rolle spielt (was allerdings angesichts des Titels ein wenig nach Captain Obvious klingt…).
Die Protagonistin Kaati ist eine erfahrene Waffenmeisterin, die einen Pakt schließt, der es ihr ermöglic,h Magie nutzen zu können, um gegen düstere Mächte vorzugehen. Kaati wird übrigens gesprochen von der Schauspielerin Tricia Helfer, die kennt man insbesondere durch ihre Rolle als Cylon aus der Neuauflage von BATTLESTAR GALACTICA.
Und wenn man sich das Gameplay und die Grafik so ansieht, muss man zugeben, dass das schon verteufelt (excuse the pun) gut aussieht.
WARLOCK: DUNGEONS & DRAGONS kommt vom kanadischen Entwickler Invoke Studios und soll für PC, Playstation 5 und XBox X|S irgendwann in 2027 erscheinen, einen genauen Termin gibt es noch nicht.
Anmerken sollte man noch, dass Invoke, als sie noch Tuque Games hießen, 2021 das Game DUNGEONS & DRAGONS: DARK ALLIANCE veröffentlicht haben, das sehr … durchwachsen aufgenommen wurde (um es mal vorsichtig auszudrücken).
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Erst vor einem Monat habe ich hier über die Rückkehr von DRAGONLANCE zu Wizards of the Coast geschrieben und darüber, dass sich beim Rechteinhaber von DUNGEONS & DRAGONS und MAGIC: THE GATHERING gerade einiges zum Positiven zu wenden schien. Wer wie ich in den 1980ern und frühen 1990ern D&D gespielt hat, verfolgt so etwas mit einem gewissen Wohlwollen. Jetzt kommt allerdings eine Meldung, die deutlich weniger nach Aufbruch klingt: Der Präsident des Verlags nimmt seinen Hut.
John Hight tritt zum 1. September 2026 als Präsident von Wizards of the Coast zurück, nach gut zwei Jahren im Amt. Bekannt wurde das über eine Anmeldung bei der US-Börsenaufsicht, wenige Tage vor der Gen Con 2026 und der D&D Vision Keynote, die für den 30. Juli angesetzt ist. Der Zeitpunkt ist bemerkenswert und eher unerwartet, denn der Rücktritt folgt kurz auf ausgesprochen gute Quartalszahlen: MAGIC: THE GATHERING und DUNGEONS & DRAGONS liefen zuletzt hervorragend, für MTG wurden sogar Rekordumsätze gemeldet.
Parallel dazu hatte Hasbro allerdings eine Wertberichtigung von rund 56 Millionen US-Dollar auf sein Videospielportfolio verbucht (die Redaktion von TheGamer nannte abweichend 58 Millionen), nachdem mehrere geplante Spiele gestrichen worden waren. Hier setzen Spekulationen an, denn Hight kam aus der Videospielbranche. Rund zwölf Jahre arbeitete er bei Blizzard, zuletzt als General Manager der WARCRAFT-Reihe, bevor er 2024 zu WotC wechselte. Seine Berufung galt seinerzeit als Signal, dass Hasbro stärker ins digitale Geschäft einsteigen wolle.
In der offiziellen Mitteilung heißt es lediglich, Hight werde andere kreative und berufliche Möglichkeiten verfolgen, für die er sich begeistere. Auf einen Zusammenhang zwischen Wertberichtigung und Rücktritt wollte man sich bei Hasbro ausdrücklich nicht festnageln lassen. Gegenüber PC Gamer erklärte der Konzern:
The $56 million impairment and John Hight’s departure are in no way connected. Any implication that the two are connected is inaccurate.
Die Wertberichtigung über 56 Millionen Dollar und der Abgang von John Hight stehen in keinerlei Zusammenhang. Jede Andeutung, dass beides miteinander zu tun habe, ist unzutreffend.
Man kann von solchen Dementis halten, was man möchte, auffällig ist, dass der Posten bei Wizards of the Coast zuletzt nicht sonderlich stabil besetzt war. Chris Cocks führte den Verlag von 2016 bis 2022 und sitzt inzwischen im Chefsessel bei Hasbro (ist also eher die Karriereleiter hochgefallen). Ihm folgte Cynthia Williams, die nach rund zwei Jahren im April 2024 ging. Hight übernahm im Sommer 2024 und ist nach ebenfalls gut zwei Jahren schon wieder weg. Die Fluktuation an der Stelle ist schwer zu übersehen.
Dazu kommt, dass es intern zuletzt angeblich nicht spannungsfrei zuging. Geeknative berichtet, die Entwickler°Innen von MAGIC: THE GATHERING – ARENA hätten im Juni die Gewerkschaft United Wizards of the Coast gegründet (dazu gibt es bislang allerdings nur eine einzelne Quelle). An den Tabletop-Marken selbst soll sich derweil nichts ändern. Hasbro gibt sich betont gelassen, das Kerngeschäft sei unberührt, und die für 2027 geplanten Videospiele EXODUS und WARLOCK stünden weiterhin auf dem Plan. Nach dem 1. September bleibt Hight dem Verlag zudem in beratender Funktion erhalten.
Für Rollenspieler°Innen und Magic-Spieler°Innen ist die Personalie an der Spitze am Ende weniger interessant als die Frage, in welche Richtung Hasbro den Verlag steuern wird. Die vergangenen Jahre haben mit der OGL-Posse und einigen anderen fragwürdigen Entscheidungen gezeigt, dass gute Quartalszahlen und ein guter Umgang mit der Community zwei völlig verschiedene Dinge sind – und dass mit dieser Community nicht zu spaßen ist. Ob die Rückkehr von Weis, Hickman und DRAGONLANCE für den ersten Punkt steht oder der neuerliche Präsidentenwechsel für den zweiten, wird sich zeigen. Bei der D&D Vision Keynote am 30. Juli dürften zumindest die Produktpläne konkreter werden.
Wer in den 1980ern ADVANCED DUNGEONS & DRAGONS gespielt hat, für den war DRAGONLANCE vermutlich eines der prägenden Erlebnisse: die Welt Krynn, die Drachenlanze, Raistlin, Tanis, Tasslehoff (ich hab das damals auch gespielt). Die originale CHRONICLES-Trilogie von Margaret Weis und Tracy Hickman verkaufte sich über 35 Millionen Mal und machte das Setting zu einem der beliebtesten in der gesamten D&D‑Geschichte. In den letzten Jahren war es allerdings still geworden um Krynn, zumindest was offizielle D&D‑Produkte anging. Doch das ändert sich gerade.
Dan Ayoub, seit Juli 2025 neuer Chef der D&D‑Franchise beim Rechteinhaber Wizards of the Coast, hat im Oktober 2025 auf X ein Foto geteilt, das ihn zusammen mit Weis, Tracy Hickman, dessen Frau Laura Hickman und Schauspieler Joe Manganiello im WotC-Hauptquartier in Renton, Washington zeigt. Ayoubs Kommentar:
When I took over D&D, I had some very specific folks I wanted to bring back to The Table. Today, I had the honor of welcoming these folks back home. Amazing things ahead
Manganiello postete das gleiche Bild auf Instagram mit »WE’RE BACK«, Tracy Hickman schrieb auf Facebook: »Something is coming…« Was genau, wurde nicht verraten. Manganiello trug auf dem Foto wenig subtil ein DRAGONLANCE-T-Shirt.
Die Beziehung zwischen den DRAGONLANCE-Schöpfern und WotC war zuletzt alles andere als harmonisch. 2020 verklagten Weis und Hickman Wizards, nachdem eine vertraglich vereinbarte Romantrilogie einseitig gestoppt worden war. Die Klage wurde später ohne Urteil zurückgezogen. Manganiello, bekennender DRAGONLANCE-Fan und im TTRPG-Umfeld bekannt durch seinen D&D‑Charakter Arkhan der Grausame (unter anderem bei CRITICAL ROLE), arbeitete parallel an einer Live-Action-DRAGONLANCE-Serie, bestätigte aber im Februar 2024, dass WotC kein Interesse an dem Projekt hatte. Er versuchte sogar, die DRAGONLANCE-Rechte zu kaufen, wurde allerdings abgewiesen. Dass jetzt alle gemeinsam am WotC-Hauptquartier stehen, dürfte am Führungswechsel liegen: Ayoub übernahm, nachdem Creative Director Chris Perkins und Game Director Jeremy Crawford zu Darrington Press (CRITICAL ROLE) gewechselt waren; die beiden hatten in den vergangenen Jahren einige äußerst fragwürdige Entscheidungen bei WotC getroffen.
Bereits auf der GenCon 2024 hatten Weis und Hickman die Romantrilogie DRAGONLANCE LEGACIES angekündigt. Der erste Band, WAR WIZARD, erzählt die Geschichte des Magiers Magius und des Ritters von Solamnia Huma Drachentöter und erscheint am 4. August 2026 bei Random House Worlds (352 Seiten, Hardcover). Auf die Frage, ob die Handlung mit Richard A. Knaaks THE LEGEND OF HUMA kollidiere, antwortete Weis: »This is our story«. Auf die Frage nach Hasbros Beteiligung verwies sie lediglich auf Random House Worlds als Verlag.
Die Romantrilogie war zum Zeitpunkt des WotC-Treffens allerdings bereits angekündigt, das Foto muss also auf etwas darüber hinaus hindeuten. Die Spekulationen reichen von einer Wiederbelebung der TV-Serie über ein neues Quellenbuch bis hin zu einem Computerspiel. Für ein Quellenbuch spricht, dass das letzte D&D‑Produkt für Krynn, DRAGONLANCE: SHADOW OF THE DRAGON QUEEN (2022), laut Polygon gerade einmal 20 Seiten Settinginformationen enthielt. Laut Weis soll es im August 2026 Neuigkeiten geben, passend zum Erscheinungstermin von WAR WIZARD.
Erfahrungsgemäß tun Studios allerdings nichts lieber, als Projekte zu beerdigen, insbesondere WoTC hat in der Hinsicht einen schlechten Ruf, aber die Zeichen scheinen diesmal gut zu stehen; man darf also gespannt sein, was daraus wird.
Um 2023 herum gab es einen großen Aufschrei in der Rollenspielszene, als die DUNGEONS & DRAGONS-Rechteinhaber Wizards Of The Coast, oder genauer deren Besitzer Hasbro, unilateral die Open Game License ändern wollten, die es Dritten ermöglicht hatte, die Regelwerke zu nutzen (WotC hatte die OGL in den 2000ern eingeführt, um die Basisregeln urheberrechtsfrei zu machen, inspiriert von der GNU Lizenz). Die neue Lizenz hätte vielen kleinen Publishern insbesondere finanzielle Schwierigkeiten bereitet (denn natürlich ging es Hasbro nur um Geld) und zu massiven Rechteproblemen geführt. Paizo hatte im Zuge der Geschichte sogar eine eigene Open RPG Lizenz angekündigt.
Das ist WotC und Hasbro damals dermaßen um die Ohren geflogen und hatte zu massiven Protesten aus der Szene geführt, dass sie einen Rückzieher machten, den ihnen allerdings viele nicht so recht abgekauft hatten. Der Tenor war: Man kann denen nicht mehr trauen, wenn sie es einmal versuchen, werden sie es wieder tun.
Die neueste Entwicklung in diesem Themenkomplex ist nun, dass das neue System Reference Document (SRD) in der Version 5.2 seit gestern unter einer Creative Commons 4.0 Attribution 4.0 International License steht. Im Gegensatz zur OGL, bei der WotC und Hasbro der Ansicht waren, dass man sie einfach so ändern könne, ist diese CC-Lizenz aufgrund ihrer Lizenzbedingungen dauerhaft, das bedeutet, dass sie nicht mehr zurückgenommen werden kann. Die letzte SRD (Version 5.1) umfasste noch die 2014er D&D‑Regeln, die neue basiert auf dem 5th Edition Regelsatz aus dem Jahr 2024.
Wichtig ist allerdings darauf hinzuweisen, dass das nicht für alle D&D‑Inhalte gilt, manche unterliegen nach wie vor dem WotC/Hasbro-Copyright, beispielsweise Kreaturen wie zum Beispiel Beholder, Displacer Beast, Illithid, Githyanki oder Yuan-Ti. Man muss sich also das SRD weiterhin genau ansehen, bevor man Geld mit Produkten basierend auf dem Regelwerk verdienen möchte.
Am Ende zeigt das allerdings, dass die Community durchaus in der Lage sein kann, große Firmen in ihre Schranken zu verweisen, insbesondere wenn erfolgreiche Boykottaufrufe ans Geld gehen und die negative PR überhand nimmt.
Alte Dungeons & Dragon-Häsinnen wissen natürlich sofort, worum es geht, wenn der Name FORGOTTEN REALMS fällt, es handelt sich um den vom Kanadier Ed Greenwood entwickelten Kampagnen-Hintergrund für das TTRPG, mit europäischen und asiatischen Einflüssen auf dem Kontinent Faerûn. Die ersten Produkte aus der Reihe erschienen 1987. Zudem wurden zahllose Romane vor diesem Hintergrund veröffentlicht, darunter die überaus erfolgreichen Drizzt Do’Urden-Bücher von R.A. Salvatore. Auch der Kinofilm DUNGEONS & DRAGONS: HONOR AMONG THIEVES (2023) basiert auf diesem Setting – und selbstverständlich das rasend erfolgreiche Computerspiel BALDUR’S GATE 3 (2023) oder der Klassiker NEVERWINTER NIGHTS (2002).
Eigentlich wollte Paramount+ daraus eine Streamingserie machen, das ist aber gescheitert. Jetzt wurde laut verschiedenen Quellen im Netz Shawn Levy (STRANGER THINGS, DEADPOOL & WOLVERINE) durch den Streamingdienst Netflix angeheuert, um die FORGOTTEN REALMS in eine Serie zu adaptieren (vermutlich nicht ganz zufällig nach dem Erfolg von HONOR AMONG THIEVES). Showrunner soll Drew Crevello (WE CRASHED) werden, D&D‑Rechteinhaber Hasbro produziert mit. Ein Zusammenhang zum aktuellen Kinofilm soll allerdings nicht bestehen.
Details zu Besetzung oder Starttermin gibt es derzeit noch nicht.
Coverabbildung Copyright TSR/Wizards of the Coast/Hasbro
Nach dem Leak einer »überarbeiteten« Open Game License für DUNEONS & DRAGONS kam es in den letzten Wochen zu einigen Verwerfungen in der Fan- und RPG-Verlagsszene. Ich hatte mehrfachberichtet, auch darüber, dass andere Verlage jetzt eigene offene RPG-Lizenzen planen. Hintergrund des ganzen Dramas kann gewesen sein, dass Hasbro im vergangenen Jahr dramatische Gewinneinbrüche zu verzeichnen hatte und deswegen vielleicht auf die Idee kam, zusätzliche Profite aus D&D ziehen zu wollen, um die Aktionäre zu beruhigen.
Das ging dramatisch schief, man hatte offensichtlich die Organisationsfähigkeit der Branche und die Marktmacht der Fans unterschätzt. Unter anderem wurde zur Kündigungen der Abos von D&D BEYOND aufgerufen, einer kostenpflichtigen Aboplattform, die digitale Tools zum Spiel bereit stellt. Dort gingen berichten zufolge daraufhin die Kündigungen durch die Decke.
Der massive Widerstand und die Kündigungen haben nun dazu geführt, dass man seitens Wizards Of The Coast scheinbar einlenkt (wir werden abwarten müssen, was konkret passieren wird) und sowohl die alte OGL nicht zurück nehmen möchte und weiterhin umfangreiche Änderungen an der neuen vornehmen will.
Doch möglicherweise ist es jetzt zu spät, denn sowohl Paizo als auch Free League Games haben eigene offene Gaming-Lizenzen angekündigt und die werden das auch sicher trotz des WotC-Rückziehers durchziehen. Denn man weiß nicht, wann sie es sich erneut anders überlegen werden.
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