Mimimi! – oder »Der Wert des geschriebenen Wortes«

Mimimi! – oder »Der Wert des geschriebenen Wortes«

Das Wort zum Sams­tag

Aktu­ell sehe ich wie­der ver­mehrt Jam­mer­posts von Self­pu­blishe­rIn­nen auf Face­book, die laut­stark ver­kün­den nie­mals (!!einself!!!1!) eBooks für 99 Cent ver­kau­fen zu wol­len. Der Wort­laut ist grob wie folgt:

»Mimi­mi! Ich wer­de mein eBook nicht für 99 Cent anbie­ten! Es steckt doch so viel Herz­blut drin!!!einself! Wo bleibt denn da ›der Wert des geschrie­be­nen Wor­tes‹?«

Dazu eini­ge Anmer­kun­gen:

1.: Wer­be­ak­tio­nen sind genau das: Wer­be­ak­tio­nen. Man kann tau­sen­de Euro­nen aus­ge­ben, um eine Anzei­ge in irgend­ei­nem Käse­blatt zu schal­ten, die dann kei­ner sieht – oder die kei­nen inter­es­siert. Oder man ver­sucht eben durch eine Wer­be­ak­ti­on Sicht­bar­keit her­zu­stel­len. Die Dif­fe­renz zum übli­chen Ver­kaufs­preis ist dann eine ganz nor­ma­le Wer­be­in­ves­ti­ti­on, die kei­nes­wegs den eigent­li­chen Wert des Buches ver­rin­gert.

2.: Wenn das eBook nicht gekauft wird, dann ist es völ­lig egal was es kos­tet: Was ist dann der »Wert des geschrie­be­nen Wor­tes«?

3.: Wenn das eBook den Umfang eines Heft­ro­mans hat, kann 99 Cent ein durch­aus ange­mes­se­ner Preis sein.

4.: Schnell her­un­ter geschrie­be­ner Mas­sen­sch­monz ist viel­leicht auch nur 99 Cent wert, und das ist dann mög­li­cher­wei­se auch sinn­voll, wenn er sich dafür viel öfter ver­kauft als für 4,99 Euro­nen.

5.: Wenn du dein eBook nicht für 99 Cent ver­kau­fen möch­test, dann ist das selbst­ver­ständ­lich dei­ne eige­ne Ent­schei­dung. Pri­ma, mach es so! Aber war­um uns des­we­gen stän­dig lan­ge voll­tex­ten?

6.: »Der Wert des geschrie­be­nen Wor­tes« muss sich an zahl­lo­sen wei­te­ren Medi­en mes­sen, bei­spiels­wei­se Fern­seh­se­ri­en, Fil­men, Com­pu­ter­spie­len – oder Apps für eben­falls 99 Cent. Mit denen steht man in der Gunst des Käu­fers in direk­ter Kon­kur­renz.

p.s.: Ich kann die Mimi­mi-Tex­te nicht mehr sehen und hal­te sie für Jam­mer­posts, die nur Ver­käu­fe gene­rie­ren sol­len (wie es die meis­ten Autoren-Jam­mer­posts sol­len). Das ist eine mise­ra­ble – weil ner­vi­ge – Art von »Wer­bung«.

p.p.s.: Das gilt wei­test­ge­hend genau­so übri­gens auch für kos­ten­los-Aktio­nen

tolino media senkt Honorare für Selfpublisher

tolino media senkt Honorare für Selfpublisher

Logo Tolino MediaAuch wenn man bei Toli­no Media mit diver­sen PR-Maß­nah­men durch­sich­tig ver­sucht, das noch als tol­les Ding zu ver­kau­fen: Die aus­zu­zah­len­den Tan­tie­men an Self­pu­blisher wur­den deut­lich gesenkt. Auch wenn man Anfang des Jah­res noch voll­mun­dig ver­such­te, Nut­zer auf die Platt­form zu bekom­men, indem man eine unbe­fris­te­te Betei­li­gung an den Umsät­zen in Höhe von 70% ver­sprach.

Damit ist es jetzt vor­bei, denn ab dem 1. Juli sinkt die Betei­li­gung bei Büchern, die weni­ger als 2,99 Euro kos­ten, auf 40%. Begrün­det wird das damit, dass die ent­ste­hen­den Kos­ten für Down­load und Bezah­lung angeb­lich so hoch sei­en, dass Toli­no Media dabei drauf­zah­len muss. Hät­te man das nicht vor­her wis­sen müs­sen? Die Kon­di­tio­nen haben sich ja nicht ver­än­dert. Das bestärkt mich dar­in, dass es sich um ein Lock­vo­gel­an­ge­bot han­del­te. Außer­dem möch­te man die Self­pu­blisher »dazu anre­gen« einen höhe­ren Preis für ihre Bücher zu neh­men. Das ist so pau­schal natür­lich völ­li­ger Blöd­sinn, der Preis muss selbst­ver­ständ­lich dem Inhalt ange­mes­sen sein, ich kau­fe ja auch kei­nen Heft­ro­man oder eine Kurz­ge­schich­te als eBook für mehr als drei Euro.

Für mich kommt das nicht über­ra­schend. Ich hat­te bereits zum Start der Platt­form gemut­maßt, dass sich die Kon­di­tio­nen schnel­ler zu Unguns­ten der Self­pu­blisher ändern dürf­ten, als man gucken kann, wenn eine gewis­se Zahl an Nut­zern erreicht wird und die Wer­be­pha­se vor­bei ist. Wenn man auf die ver­öf­fent­lich­ten Zah­len der Platt­form zum Anteil am eBook-Markt blickt, muss man sich ohne­hin fra­gen, wie rele­vant die Ver­kaufs­men­gen dort über­haupt sind.

p.s.: Man kann auf­grund die­ser uni­la­te­ra­len Ände­rung natür­lich sein Kon­to bei Toli­no ganz ein­fach kün­di­gen …

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Wirmachendruck.de: kein cremefarbenes Papier?

Wirmachendruck.de: kein cremefarbenes Papier?

wirmachendruckEigent­lich woll­te ich die bei­den Gas­licht-Bän­de der Steam­punk-Chro­ni­ken, deren Druck­fas­sun­gen nun end­lich fer­tig gewor­den sind, wie üblich bei Books­fac­to­ry dru­cken las­sen. Da die aber zick­ten und unbe­dingt einen Nach­weis der Zutei­lung mei­ner USt-ID haben woll­ten (die hat­te ich nicht mehr griff­be­reit und hät­te sich bei der Finanz­ver­wal­tung anfor­dern müs­sen, was Wochen dau­ern wür­de, da hat­te ich die Faxen dicke), habe ich den Druck­auf­trag stor­niert.

Auf der Suche nach einer Alter­na­ti­ve fiel mir wirmachendruck.de ein, die waren mir bereits mehr­fach emp­foh­len wor­den und wir hat­ten auch bereits Fly­er und ein Book­let dort dru­cken las­sen, deren Qua­li­tät gut war.

Bei der Nut­zung des Kon­fi­gu­ra­tors gibt es nur fest vor­ge­ge­be­ne Buch­grö­ßen, da hat­te mir aller­dings schon mal jemand mit­ge­teilt, dass auch Son­der­for­ma­te kein Pro­blem dar­stel­len. Der kal­ku­lier­te Preis für ein A5-Buch (mei­ne wären etwas klei­ner) war auch gran­di­os und deut­lich güns­ti­ger als bei Books­fac­to­ry. Was ich aller­dings nicht erken­nen konn­te war, wel­che Papier­sor­te ich neh­men muss­te. Wie bei den ande­ren Bän­den auch – und wie bei Bel­le­tris­tik üblich – woll­te ich kein rein­wei­ßes Papier, son­dern ein leicht creme­far­be­nes (also bei­spiels­wei­se Mun­ken Cream). Um nicht lan­ge auf eine Email zu war­ten, rief ich die Sup­port-Hot­line an. Und was ich da erfuhr, war schon erstaun­lich.

Nein, im Kon­fi­gu­ra­tor gäbe es kei­ne Opti­on für creme­far­be­nes Papier. Mei­ne Fra­ge, wie das sein kön­ne, da man doch auch Bel­le­tris­tik-Kun­den anspre­chen wol­le, konn­te mir die Dame nicht beant­wor­ten. Sie wis­se aber, dass die­ses Papier vor­rä­tig sei. Ich sol­le doch bit­te eine Son­der­an­fra­ge über Online­for­mu­lar ein­rei­chen, dann kön­ne man mir ein Ange­bot machen. Das kön­ne aber bis zu 48 Stun­den dau­ern.

Gnarf. Wofür eine Tele­fon­hot­line, wenn die eine ein­fa­che Anfra­ge nicht beant­wor­ten kann?

Also mir die Zeit genom­men und das For­mu­lar mit den nöti­gen Infor­ma­tio­nen befüllt. Erfreu­li­cher­wei­se kam bereits heu­te mor­gen eine Ant­wort, aller­ding war die Ant­wort nicht zufrie­den­stel­lend. Ein Soft­co­ver­druck ist bei wirmachendruck.de mit creme­far­be­nem Papier nicht mög­lich. Obwohl es laut Hot­line vor­rä­tig ist.

Sehr geehr­ter Herr Holz­hau­er,

vie­len Dank für Ihre indi­vi­du­el­le Anfra­ge bei WIR­ma­chen­Druck und das
damit in uns gesetz­te Ver­trau­en.

Bedau­er­li­cher­wei­se müs­sen wir Ihnen zu die­sem Zeit­punkt auf­grund des Papiers mit­tei­len,
dass es uns nicht mög­lich ist Ihnen ein ent­spre­chen­des Ange­bot zukom­men zu las­sen.

Wir hof­fen in die­sem Zuge auf Ihr Ver­ständ­nis und wür­den uns sehr freu­en,
wenn Sie uns zukünf­tig bei wei­te­ren indi­vi­du­el­len Anfra­gen wie­der
berück­sich­ti­gen wür­den.

Für wei­te­re Fra­gen ste­hen wir Ihnen selbst­ver­ständ­lich […] zur Ver­fü­gung

Für pro­fes­sio­nell hal­te ich das nicht. Damit ist wir­ma­chen­druck für Per­so­nen, die kei­ne Soft­co­ver-Bücher mit rein­wei­ßem Papier möch­ten, nicht nutz­bar, egal wie ver­meint­lich güns­tig ihr Ange­bot auch sein mag und wie sehr sie auf ihrer Web­sei­te damit ange­ben, Test­sie­ger bei irgend­wem gewor­den zu sein. Und wenn man laut der Wer­bung auf der Web­sei­te so ein­deu­tig auch Self­pu­blisher als Kun­den wer­ben  möch­te:

Buch­druck in höchs­ter Qua­li­tät – Sei­te für Sei­te. Sie möch­ten ver­lags­un­ab­hän­gig Ihr Buch ver­öf­fent­li­chen und suchen nach einer zuver­läs­si­gen Dru­cke­rei für hoch­wer­ti­gen Buch­druck? Wir dru­cken Ihre Bücher auf moderns­ten Druck­ma­schi­nen zu unge­wöhn­lich güns­ti­gen Prei­sen, auch in klei­nen Auf­la­gen. […] Schwar­z/Weiß- oder Farb­druck sowie ver­schie­de­ne For­ma­te und Papie­re ste­hen zur Ver­fü­gung.

… dann ist es noch viel unver­ständ­li­cher, war­um sie ein sim­pels­tes Stan­dard­pa­pier nicht zur Ver­fü­gung stel­len kön­nen.

Ich suche dann mal wei­ter, für den Buch­druck kann ich wirmachedruck.de lei­der ver­ges­sen.

Nach­trag: Auf Twit­ter ist »Mell« ernst­haft der Mei­nung, »die Nach­fra­ge sei nicht hoch genug« und beharrt auch dar­auf. Soll das hei­ßen, die ver­kau­fen ernst­haft hau­fen­wei­se ahnungs­lo­sen Kun­den Bücher, bei denen man auf­grund des wei­ßen Papiers schnee­blind wird? Wie ver­trägt sich das mit der über­all auf der Web­sei­te getä­tig­ten Wer­be­aus­sa­ge, dass man sei­ne Kun­den so gran­di­os berät und beglei­tet?

Nach­trag zwei: Ich habe jetzt trotz­dem ein Kon­to ange­legt, um ein Papier­mus­ter­buch zu bestel­len (wer weiß, ob »Natur­pa­pier« nicht doch den gewünsch­ten Vor­ga­ben ent­spricht? Der Sup­port wuss­te es jeden­falls nicht wirk­lich). Und da dann gleich der näch­te Knül­ler: Das Kon­to wird ohne das in Deutsch­land zwin­gend vor­ge­schrie­be­ne Dou­ble-Opt-In ein­fach mal unve­ri­fi­ziert durch­ge­führt. Ich kann also für belie­bi­ge Per­so­nen, deren Email­adres­se ich ken­ne, ein Kon­to eröff­nen. Das wäre mei­ner Ansicht nach sofort abmahn­bar.

Nach­trag drei: Und pam­pig wird sie auch noch.

Nach­trag vier: Wenn es kei­ne Nach­fra­ge für creme­far­be­nes Papier gibt (was ich mir nur schwer vor­stel­len kann, da die­ses für Bel­les­tris­tik eigent­lich Stan­dard ist), soll­te man die­se Nach­fra­ge viel­leicht erzeu­gen? Also lie­be Self­pu­blisher, fragt doch ein­fach mal bei wir­ma­chen­druck an, ob ein Soft­co­ver­druck mit creme­far­be­nem Pai­er mög­lich ist. Ent­we­der über deren Kon­takt­for­mu­lar (bei­spiels­wei­se unter »Lob, Kri­tik und Anre­gun­gen«), oder via Emails an info[at]wir-machen-druck[dot]de. Und immer schön freund­lich blei­ben. :)

Leipziger Buchmesse: »Veranstaltungen für Selfpublisher«?

Leipziger Buchmesse: »Veranstaltungen für Selfpublisher«?

LogoLBM16Mat­thi­as Mat­tig hat auf sei­ner Web­sei­te eine Rei­he von »Ver­an­stal­tun­gen für Self­pu­blisher« auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se zusam­men­ge­stellt. Und sehe ich mir die­se Lis­te an, dann wird deut­lich, dass es sich dabei tat­säch­lich viel­mehr um »Wer­be­ver­an­stal­tun­gen für klas­si­sche Ver­la­ge« han­delt.

Denn ein Blick auf die Aus­rich­ter för­dert mit gro­ßem Über­hang Dienst­leis­ter zuta­ge, die aus den klas­si­schen Bran­chen­struk­tu­ren ent­stan­den sind, allen vor­an Books On Demand (Libri-Toch­ter) und epu­bli (Holtz­brinck), aber sogar die Bör­sen­ver­einstoch­ter MVB (Mar­ke­ting- und Ver­lags­ser­vice des Buch­han­dels GmbH) möch­te erläu­tern, war­um man sich uuuun­be­dingt den Struk­tu­ren der Bran­che unter­wer­fen muss.

Man möge mir ver­ge­ben, aber: das ist lächer­lich. Die ver­fol­gen aus­schließ­lich eine eige­ne Agen­da und wer glaubt, dass einem Self­pu­blisher dort neu­tra­le und objek­ti­ve Bera­tung erhal­ten, der glaubt auch an den Weih­nachts­mann.

Wer die mei­ner Ansicht nach schlech­ten Kon­di­tio­nen bei BoD kennt, der weiß, war­um er die­sen Dienst­leis­ter mei­det. Bei epu­bli sieht das ganz ähn­lich aus, zu denen wer­de ich in Kür­ze noch was schrei­ben, die sind mög­li­cher­wei­se noch nicht ein­mal in der Lage, ihre eige­nen Ver­trä­ge zu erfül­len. Und es inter­es­siert sie auch nicht son­der­lich.

Des­we­gen: Wer die­se Ver­an­stal­tun­gen besucht, soll­te sich ganz genau dar­über im Kla­ren sein, wer da vor­trägt, und wel­che Beweg­grün­de die Dienst­leis­ter dabei haben. Und das ist mei­ner Mei­nung nach nicht die opti­ma­le Bera­tung der Self­pu­blisher, son­dern die Meh­rung des eige­nen Umsat­zes. Und man soll­te sich fra­gen, ob man Self­pu­blisher gewor­den ist, um sich dann doch wie­der den fos­si­len Bran­chen­struk­tu­ren zu unter­wer­fen, wie es die MVB offen­sicht­lich gern möch­te. Viel­mehr soll­te sich sogar umge­kehrt die Bran­che an die geän­der­ten Umstän­de anpas­sen (aber dar­an glau­be ich in abseh­ba­rer Zeit nicht).

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Buchstabenfetischisten

Buchstabenfetischisten

fuhlerzufehler

Es gibt bekann­ter­ma­ßen ver­schie­de­ne Arten von Kunst. Alle haben eins gemein­sam: Ob einem das Werk gefällt ist maß­geb­lich vom eige­nen Geschmack und von den eige­nen Prä­fe­ren­zen abhän­gig, nicht vom Hand­werk. Gera­de bei gemal­ten oder gezeich­ne­ten Bil­dern ist bei­spiels­wei­se die Band­brei­te immens: da kann sogar ein ver­meint­lich hand­werk­lich schlecht gemach­tes Bild gera­de eben die genia­le Kunst sein (oder man ver­kauft es ein­fach so). Die Kunst liegt im Auge des Betrach­ters. Auch bei der Musik: Wenn jemand Musi­ker ist und live wirk­lich coo­le Musik macht, dann über­hört man gern auch mal eine Stel­le, die viel­leicht nicht ganz so opti­mal gelau­fen ist – und das wird dann ach noch als authen­tisch und nicht über­pro­du­ziert gelobt. Weil der Rest so toll und die Musi­ke­rin eine sym­pa­thi­sche Type ist. Ohne mit­tels Auto­tu­ne gestream­li­ned und lang­wei­lig gemacht zu wer­den. Im Netz fin­det man hau­fen­wei­se Wer­ke unbe­kann­ter Maler und Zeich­ner und man fin­det auch noch viel mehr Stü­cke von Indie-Musi­kern. Und ihnen wird übli­cher­wei­se eher wohl­wol­lend gegen­über­ge­stan­den, wenn sie ihr Hand­werk halb­wegs ver­ste­hen.

Im Bereich Schrift­stel­le­rei und Ver­öf­fent­li­chen von Büchern ist das anders. Da kom­men sofort die Buch­sta­ben­fe­ti­schis­ten aus ihren Löchern gekro­chen und regen sich über jeden gefun­de­nen Feh­ler auf, und sei er auch noch so klein. Und monie­ren laut­stark, dass das nicht sein dürfe!!!11einself!!

Man ver­ste­he mich nicht falsch. Grund­sätz­lich soll­te die Ortho­gra­fie stim­men. Viel­leicht sogar die Gram­ma­tik (man­che als klas­sisch aner­kann­te Autoren zei­gen aber, dass gera­de das nicht zwin­gend der Fall sein muss).

Aber dass ins­be­son­de­re bei Self­pu­blishern, also Indie-Autoren, so stren­ge Maß­nah­men ange­legt wer­den, deut­lich stren­ge­re als sogar bei Ver­lags­pu­bli­ka­tio­nen, die eben­falls nicht feh­ler­frei sind, lässt mich völ­lig ver­blüfft zurück. Ist denn das Schrei­ben und Ver­öf­fent­li­chen von Büchern eine so ande­re Kunst als das Malen oder Musi­zie­ren? War­um sieht man das nicht bei Büchern genau­so locker wie bei ande­ren Kunst­for­men? War­um der elen­de Buch­sta­ben­fe­ti­schis­mus?

Wenn ihr Recht­schreib- oder Flüch­tig­keits­feh­ler in einem selbst­pu­bli­zier­ten eBook fin­det, dann motzt nicht dar­über, son­dern sagt es dem Autor, der freut sich, kann die Feh­ler kor­ri­gie­ren und dann eine ver­bes­ser­te Ver­si­on online stel­len. Und euch ist schon auf­ge­fal­len, dass die Wer­ke von Self­pu­blishern übli­cher­wei­se deut­lich güns­ti­ger ange­bo­ten wer­den, als die von Publi­kums­ver­la­gen, mit ihren zig­tau­sen­der Auf­la­gen und ent­spre­chen­den Ein­nah­men? Wie könnt ihr da anneh­men, Indie-Bücher müss­ten in Sachen Feh­ler­frei­heit sogar bes­ser sein, als die von Ver­la­gen?

Wenn ich ein Buch lese, dann ent­schei­de ich anhand des Inhalts und des Stils, ob es mir gefällt. Ist da hin und wie­der mal ein klei­ner Feh­ler drin, dann ist mir das – mit Ver­laub – scheiß­egal, denn das schmä­lert den Rest des Buches nicht im Gerings­ten. Das ist für mich ganz genau so, wie bei ande­ren Kunst­for­men auch.

Was die Buch­sta­ben­fe­ti­schis­ten da machen, ist in mei­nen Augen typisch deut­sche Korin­thenk­a­cke­rei.

[Update] Aus gege­be­nem Anlass: Es geht hier weder um »Self­pu­bli­shing-Bücher, die vor Feh­lern strot­zen«, noch um die »Ver­ge­wal­ti­gung der Spra­che im Inter­net«, also bit­te kei­ne Derai­ling-Ver­su­che. Dan­ke.

Reality Check: Vortrag von Anja Bagus und Alex Jahnke

Reality Check: Vortrag von Anja Bagus und Alex Jahnke

Auf dem BuCon in Drei­eich gab es in die­sem Jahr einen Vor­trag von Anja Bagus und Alex Jahn­ke mit dem Titel »Rea­li­ty Check« Er dreht sich ums Schrei­ben, dar­um, wie man ein Autor wird und was einem dabei alles begeg­nen (Har­py­ien!) und pas­sie­ren kann, sowie um Self­pu­bli­shing und Fak­ten zu den The­men und zum Buch­markt.

Da ich Anjas und mei­nen Gemein­schafts­stand hüten soll­te, konn­te ich die Kame­ra lei­der nur hin­stel­len und muss­te dann wie­der ent­schwin­den, des­we­gen ist das Video lei­der ein wenig … sta­tisch … ;) Mein beson­de­rer Dank muss hier dem Tütenknis­te­rer gel­ten, der sei­nen Jab am Anfang wirk­lich ernst genom­men hat.

[ytv]https://www.youtube.com/watch?v=iRPxdnXSbAM[/ytv]

Schneller Check: Twentysix, der »Self-Publishing-Verlag«

Schneller Check: Twentysix, der »Self-Publishing-Verlag«

Logo Twentysix

Kurz vor der Buch­mes­se kamen Ran­dom House (einer der größ­ten Ver­la­ge welt­weit) und Books on Demand, kurz BoD, damit aus der Höh­le, dass sie einen »Self-Publi­shing-Ver­lag« gegrün­det haben. Mal abge­se­hen davon, dass es drin­gend nötig erscheint, denen nahe­zu­brin­gen, dass die Wor­te »Self­pu­bli­shing« und »Ver­lag« nun mal per Defi­ni­ti­on nicht zusam­men pas­sen, erscheint das in mei­nen Augen als noch ein Ver­such der eta­blier­ten Bran­che, an Self­pu­blishern mit­zu­ver­die­nen. Und um erfolg­rei­che Selbst­ver­öf­fent­li­cher für eige­ne Ver­la­ge abzu­grei­fen. Ein schnel­ler Blick auf die Sei­te bestä­tigt bei­des mei­ner Ansicht nach auch.

Zuerst zu Vor­tei­len: Bereits beim kos­ten­lo­sen Paket erhält man eine ISBN für sein eBook und »inter­na­tio­na­len Online-Ver­trieb«. Details zu letz­te­rem habe ich auf der Sei­te auch nach län­ge­rem Kli­cken ver­geb­lich gesucht. Offen­bar ist es zwin­gend, sich anzu­mel­den, um einen Autoren­ver­trag oder Buch­ver­trag ein­se­hen zu kön­nen. Trans­pa­rent geht anders, alle die­se Rah­men­be­din­gun­gen soll­ten bereits vor einer Anmel­dung ein­seh­bar sein, wie bei­spiels­wei­se bei Ama­zon. Ich ver­ste­he offen gesagt nicht, was die­se Geheim­nis­tue­rei soll – außer viel­leicht dass sie dar­in begrün­det ist, dass es sich eben um Ver­lags­bran­chen­di­no­sau­ri­er han­delt, die sol­che Geheim­nis­krä­me­rei viel­leicht ganz nor­mal fin­den.

Sehen wir uns den Buch­kal­ku­la­tor an, dann kom­men wir auf Tan­tie­men für den Autor, die in ähn­li­chen Grö­ßen­ord­nun­gen wie bei CreateSpace/Amazon lie­gen (leicht dar­un­ter). Das gin­ge wohl noch in Ord­nung, ins­be­son­de­re, wenn man betrach­tet, dass die Print­bü­cher (ange­bo­ten wer­den Taschen­buch, Hard­co­ver, Hard­co­ver mit Faden­bin­dung, Ring­buch und Book­let) angeb­lich in Buch­hand­lun­gen bestell­bar sein sol­len. Ob das tat­säch­lich funk­tio­niert, wird die Zukunft zei­gen, ich hal­te es aller­dings auf­grund der bei­den Fir­men im Hin­ter­grund für durch­aus wahr­schein­lich.

Gro­tesk wird es dann aber, wenn es um die Prei­se für Autoren­ex­em­pla­re geht. Ein Bei­spiel.

Ein Taschen­buch in 12 x 19 cm, mat­ter Lami­nie­rung, Papier creme­weiß 90g, 268 Sei­ten. Ver­kauft man das für 9,99 Euro (ein recht ange­mes­se­ner Preis), kom­men beim Autor gera­de mal pop­li­ge 1,02 Euro an (knapp 11 Pro­zent). Bei Ama­zon sind das ca. 70 Cent mehr. Natür­lich kann man mehr ein­neh­men, wenn man den Preis erhöht, aber da muss man ja gera­de als Self­pu­blisher vor­sich­tig sein und eng kal­ku­lie­ren, was die Leser zu zah­len bereit sind.

Woll­te man die­ses Buch für sich als Autoren­ex­em­plar bestel­len, kos­tet das – und ich kann es nicht anders aus­drü­cken – wege­la­ge­ri­sche 8,71 Euro net­to, 9,32 Euro brut­to, wenn man bis zu 24 Stück ordert. Bis 50 sinkt der Preis auf 7,56 net­to / 8,09 brut­to. Zuzüg­lich Ver­sand­kos­ten. Ange­sichts die­ser völ­lig inak­zep­ta­blen Prei­se muss ich mich fra­gen, was für Dro­gen die neh­men.
Bei Crea­tespace kos­tet mich ein Buch auch bei gerin­gen Auf­la­gen ca. knapp 5 Euro inklu­si­ve Expe­di­ted-Ver­sand aus den USA. Las­se ich bei Books­fac­to­ry dru­cken (Min­dest­be­stell­wert 50 Euro), kos­tet mich ein sol­ches Buch in Top-Qua­li­tät 3,50 Euro inkl. USt und Ver­sand. Ja, ich weiß, die ver­trei­ben die Bücher im Buch­han­del, aber den­noch ist zum einen die Mar­ge viel zu gering (sie wol­len für ein Print­buch­pa­ket ja auch noch einen Ein­stiegs­preis von 39 Euro – bis zum 21.12.2015, dann wird das ver­mut­lich teu­rer), zum ande­ren ist der Preis für die Autoren­ex­em­pla­re nichts ande­res als unver­schämt. Print On Demand ist BoDs Kern­ge­schäft. Wenn die tat­säch­lich kei­ne bes­se­ren Kon­di­tio­nen bie­ten kön­nen, riecht das für mich nach Abzo­cke.

Buchkalkulator 26

Komisch wird es dann noch­mal bei den zu Print­bü­chern vor­ge­schla­ge­nen eBook-Prei­sen, die sich an den Mond­prei­sen für elek­tro­ni­sche Bücher der deut­schen Ver­lags­bran­che ori­en­tie­ren und die für Self­pu­blisher völ­lig uto­pisch sind. Die Prei­se kann man aller­dings deut­lich ver­rin­gern und erhält dann immer noch ganz brauch­ba­re Erlö­se, die aller­dings deut­lich unter denen lie­gen, die Ama­zon zahlt. Bei dem Rechen­bei­spiel oben sagt der Buch­kal­ku­la­tor einen Ver­kaufs­preis von 6,99 Euro an, dabei wäre die eBook-Net­to­mar­ge 2,67 Euro, ver­rin­gert man den Preis auf 3,49 Euro bleibt eine Net­to­mar­ge von gera­de mal 1,33 Euro. Soll­te das eBook für null Euro Ein­stiegs­pau­scha­le damit tat­säch­lich in allen Bran­chen­shops zu fin­den sein, könn­te man dar­über tat­säch­lich mal nach­den­ken, aber das kann nur die Zukunft zei­gen. Ange­prie­sen wird:

Sie wer­den in allen rele­van­ten Buch­hand­lun­gen und Online-Shops wie Ama­zon, Apple iBooks, Toli­no, Goog­le Play, Tha­lia und Hugen­du­bel gelis­tet.

Aber was genau bedeu­tet in die­sem Zusam­men­hang das Wort »rele­vant«?

Beden­ken soll­te man bei den Prei­sen, dass kei­ner­lei Wer­bung oder Mar­ke­ting mit den Pake­ten und den pro Ver­kauf ein­be­hal­te­nen Gebüh­ren ein­her gehen. Das muss man als Self­pu­blisher immer noch sel­ber machen.

Soweit ein kur­zer Ein­blick, viel­leicht tes­te ich das bei vor­han­de­ner Zeit mal inten­si­ver, auch weil ich mir die geprie­se­nen Online-Edi­to­ren für Inhal­te und ins­be­son­de­re auch die Ver­trä­ge anse­hen möch­te, aber mei­ner Mei­nung nach han­delt es sich um eine wei­te­re Mogel­pa­ckung der Ver­lags­bran­che, um an Self­pu­blishern mit­zu­ver­die­nen.

Wenn man das als Self­pu­blisher tat­säch­lich tes­ten will, soll­te man in Erwä­gung zie­hen, die Autoren­ex­em­pla­re ein­fach bei einem ande­ren Anbie­ter wie bei­spiels­wei­se Books­fac­to­ry deut­lich güns­ti­ger dru­cken zu las­sen; wenn man tat­säch­lich wei­test­ge­hend alle Rech­te behält, wie das auf der Sei­te mei­ner Ansicht nach sug­ge­riert wird, müss­te das ver­trag­lich gese­hen pro­blem­los mög­lich sein.

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Tolino Media will den Begriff »Kindle« nicht in eBooks haben

Tolino Media will den Begriff »Kindle« nicht in eBooks haben

TolinoDie Self­pu­blisher­platt­form Toli­no Media war mit viel Tam­tam als Alter­na­ti­ve zu Ama­zon pro­pa­giert wor­den. Der gro­ße Erfolg hat sich aller­dings bis­her nicht so recht ein­ge­stellt, es gab zudem diver­se Anlauf­pro­ble­me, vie­les an der Platt­form schien mit der hei­ßen Nadel gestrickt (das wur­de mir gegen­über auch genau so for­mu­liert) und es gibt bis heu­te tech­ni­sche Pro­ble­me.

Deren Behe­bung scheint aber nicht das pri­mä­re Pro­blem der Betrei­ber zu sein. Viel­mehr wer­den die hoch­ge­la­de­nen eBooks auf »uner­wünsch­te« Wor­te durch­sucht. Das ist an sich schon eine Unver­schämt­heit. Noch bes­ser wird das Gan­ze aller­dings, wenn sich irgend­wo im Buch der Begriff »Kind­le« befin­det. Dann erhält man als Autor den Hin­weis, dass das Buch lei­der nicht online gehen kann und über­ar­bei­tet wer­den muss, weil man nicht im Text »auf ein Mit­be­wer­ber-Pro­dukt Bezug neh­men darf«. Mit die­sem Teu­fels­wort im Text wol­len sie das Buch nicht anneh­men und dem­zu­fol­ge auch nicht online stel­len. Bei dem frag­li­chen eBook han­delt es sich übri­gens um einen Rat­ge­ber für Self­pu­blisher – ob die Toli­no-Alli­anz nun alle Sach­bü­cher auf das Unwort unter­sucht, und die­se dann aus den Shops wer­fen wird? Mög­li­cher­wei­se sogar die Print-Aus­ga­ben? Oder wer­den nur Self­pu­blisher drang­sa­liert?

Es ist ein­fach unfass­bar. Die­ses Ver­hal­ten ist so der­ma­ßen lächer­lich und unpro­fes­sio­nell, dass es mir die Spra­che ver­schlägt. Nach­dem das jah­re­lan­ge Ama­zon-Bashing der Bran­che kei­ne Erfol­ge gezeigt hat, nun die­se in hohem Maße frag­wür­di­ge Akti­on. Als Autor soll­te man sich von einer in mei­nen Augen eher halb­ga­ren Möch­te­gern-Self­pu­blisher­platt­form nicht vor­schrei­ben las­sen, wel­che Wör­ter in den eBooks zu ste­hen haben und wel­che nicht. Ama­zon, Goog­le Play und Kobo fil­tern das Wort »Toli­no« selbst­ver­ständ­lich nicht.

Edit – Für die­je­ni­gen, die kei­nen Face­book-Zugang haben und auch kei­nen wol­len:

tolinokindle

Dank an Alex Jahn­ke für den Hin­weis.

Update [15:00]: Auch bei Toli­no scheint man erkannt zu haben, dass das nicht eben schlau war, inzwi­schen wur­de Frau Glomp groß­zü­gig erlaubt, das Wort Kind­le im Text zu las­sen. Das schafft natür­lich die grund­le­gen­de Ver­wei­ge­rung nicht aus der Welt, man muss sich fra­gen war­um es anfangs über­haupt zu die­ser alber­nen Bean­stan­dung gekom­men ist.

Ein Mit­ar­bei­ter von Toli­no kom­men­tiert unter die­sem Arti­kel:

Die­ses State­ment ist so nicht kor­rekt. Frau Glomp hat dies selbst auch schon in der FB Grup­pe, aus der die­ser Post ist, zurück genom­men. Es wäre doch kor­rekt, hier bei­de Sei­ten zu hören, bevor man als Blog­inha­ber tex­tet? Wir (toli­no media) ste­hen da ger­ne für zur Ver­fü­gung.

Und auch auf Face­book mel­det man sich zu Wort.

Frau Glomp selbst sieht das aller­dings deut­lich anders als der Toli­no-Ver­tre­ter. die ursprüng­li­che Aus­sa­ge der Auf­for­de­rung, das Wort zu ent­fer­nen, hält sie auf­recht. Und auch ande­re Autoren reden ent­ge­gen der Aus­sa­gen der Toli­no-Ver­tre­ter von einer voll­stän­di­gen Ableh­nung, nicht von »Emp­feh­lun­gen« wie behaup­tet.

[Update 26.06.15]: Ich hat­te Toli­no Media auf­grund ihres Kom­men­tars per eMail die Mög­lich­keit ange­bo­ten, ihre Sicht der Din­ge dar­zu­stel­len, ich hät­te die­se dann hier wie­der­ge­ge­ben, hat­te aller­dings um sub­stan­zi­el­le­re Infor­ma­tio­nen gebe­ten, als die durch­sich­ti­gen Aus­flüch­te im Face­book-Thread. Kei­ner­lei Reak­ti­on.

[Update 26.06.15, 11:00 Uhr] Wer den Links nach Face­book folgt, wird die Aus­sa­gen der Toli­no-Mit­ar­bei­ter nicht mehr fin­den, offen­bar wur­den die­se gelöscht (ein Para­de­bei­spiel aus dem Lehr­buch »Wie PR auf sozia­len Medi­en nicht funk­tio­niert«). Wer das den­noch nach­voll­zie­hen möch­te, hier ein Screen­shot, in dem die Kom­men­ta­re noch zu sehen sind: https://drive.google.com/file/d/0B9wDueprgUX2bWJtM3cwZWR2aVk/view?usp=sharing

Bild Toli­no von Wosch21149, aus der Wiki­pe­dia, CC-BY, bear­bei­tet von mir.

Tolino-Allianz schiebt ein Selfpublishing-Portal

Tolino-Allianz schiebt ein Selfpublishing-Portal

Screenhsot BuchreportWas die Über­schrift uns sagen soll? Das habe ich mich auch gefragt. Der Buch­re­port schrieb in einem Arti­kel mit dem Titel ANGRIFF AUF AMAZON wört­lich:

Der Toli­no-Ver­bund schiebt Ende April ein eige­nes Self­pu­bli­shing-Por­tal.

Wei­ter heißt es (Her­vor­he­bun­gen von mir):

Dort kön­nen Autoren kön­nen eige­ne E-Books erstel­len und ver­kau­fen.

Dem Arti­kel zufol­ge sol­len die Kon­di­tio­nen zumin­dest was die Tan­tie­men angeht so sein wie bei Ama­zon, näm­lich 70% für den Self­pu­blisher.

Auch wenn es zu begrü­ßen ist, dass sich eine Platt­form neben Ama­zon bil­det, möge man mir ver­zei­hen, wenn ich skep­tisch bin. Hin­ter tolino-media.de ste­hen Welt­bild, Hugen­du­bel, Ber­tels­mann, Tha­lia und Libri, »und ande­re«, also Anbie­ter, die tief und fest in der Buch­bran­che mit ihren uralten Riten ver­an­kert sind. Man wird die Nut­zungs­be­din­gun­gen abwar­ten müs­sen, um zu sehen, ob sich die Ver­lags­ab­le­ger wie­der (wie immer) unmä­ßi­ge Nut­zungs­rech­te ein­räu­men wol­len – ich gehe davon aus, dass es so sein wird. Ama­zon räumt sich gar nichts ein, nur das Recht, die eBooks ver­kau­fen zu dür­fen.

Zudem geht es offen­bar nur um eBooks, via Ama­zon kann man auf ver­gleichs­wei­se ein­fa­che Art und Wei­se auch Print­bü­cher anbie­ten.

Ende April wis­sen wir mehr, falls sie den Ter­min tat­säch­lich ein­hal­ten.

[Update 11:25 Uhr:] Ergän­zen­de Infor­ma­tio­nen bei Mat­thi­as Mat­ting. Da heißt es sogar, dass die Self­pu­bli­shing-Bücher »in den Rega­len der Buch­händ­ler ste­hen sol­len« und es ISB­Ns kos­ten­los dazu geben wird.

Screen­shot Buch­re­port Copy­right Buch­re­port, Illus­tra­ti­on Copy­right Toli­no Media GmbH

NAUTILUS: Endspurt zum E-Book Leseproben-Wettbewerb für Self-Publisher

NAUTILUS: Endspurt zum E-Book Leseproben-Wettbewerb für Self-Publisher

NautilusLeseprobenWettbewerbWer als Autor und Selbst­ver­le­ger noch beim E-Book Lese­pro­ben-Wett­be­werb für Self-Publisher des Maga­zins NAUTILUS mit­ma­chen will, soll­te umge­hend zu Stift oder Tas­ta­tur grei­fen, denn der Ein­sen­de­schluß ist am 31. Okto­ber 2014.

Der E-Book Lese­pro­ben-Wett­be­werb für Self-Publisher wur­de in der Jubi­lä­ums-Aus­ga­be 125, 08/2014, des monat­lich erschei­nen­den Phan­tas­tik-Maga­zins NAUTILUS – Aben­teu­er & Phan­tas­tik gestar­tet. The­men die­ser Aus­ga­be waren neue digi­ta­le Trends im Bereich Roman, Film und Video-Game. So refe­riert im Heft u.a. der erfolg­rei­che E-Book Self-Publisher und SF-Best­sel­ler-Autor Hugh How­ey (Silo, Level) über sei­ne Erfah­run­gen über das Selbst­ver­le­gen von E-Books, und er gibt dazu kon­kre­te Pra­xis-Tipps: Schriift­stel­ler im Selbst­ver­lag sol­len ihre E-Books per Lese­pro­be nach­hal­tig einem gro­ßen Leser­kreis prä­sen­tie­ren.

Genau die­se Mög­lich­keit bie­tet die Ver­öf­fent­li­chung einer Lese­pro­be des eige­nen Romans im Maga­zin NAUTILUS: Mit dem E-Book Lese­pro­ben-Wett­be­werb kön­nen E-Book-Autoren und -Selbst­ver­le­ger die auf­la­gen­star­ke Ver­öf­fent­li­chung eines Aus­zugs aus ihrem E-Book in der Heft­mit­te der Gesamt-Aus­ga­be der NAUTILUS print, digi­tal und online gewin­nen. Und da die Lese­pro­ben in der Heft­mit­te vom Maga­zin jeweils auf­wän­dig auf der Basis des Covers gestal­tet wer­den, gewin­nen die Teil­neh­mer auf Wunsch auch noch die Cover-Gestal­tung und das Lek­to­rat ihres Romans.

Teil­nah­me­be­rech­tigt sind 2014 im Selbst­ver­lag erschie­ne­ne bzw. noch nicht ver­öf­fent­lich­te E-Books des Phan­tas­tik-Gen­res von selbst­pu­bli­zie­ren­den Autoren. Ver­la­ge dür­fen nicht teil­neh­men. Für noch nicht erschie­ne­ne E-Books erstellt die NAUTILUS optio­nal auf Wunsch und als Start­hil­fe auch ein pro­fes­sio­nell gestal­te­tes Buch­co­ver und leis­tet das Kor­rek­to­rat und Lek­to­rat. Die Exper­ten-Jury aus erfah­re­nen Buch­ma­chern, Jour­na­lis­ten und Blog­gern wählt aus der Short­list drei Gewin­ner, deren Lese­pro­ben dann Anfang 2015 im Maga­zin NAUTILUS erschei­nen wer­den.

Die kom­plet­ten Teil­nah­me­be­din­gun­gen, Bei­spie­le für bis­lang im Maga­zin erschie­ne­ne Lese­pro­ben von Autoren wie Jona­than Stroud, Cor­ne­lia Fun­ke, Ser­gej Lukia­nen­ko, Kami Gar­cia, Wolf­gang Hohl­bein, Nina Bla­zon, Bernd Per­plies und auch von erfolg­rei­chen Print- und E-Book Self-Publishern wie Julia­ne Mai­bach und Ivo Pala sowie redak­tio­nel­le Tipps für erfolg­rei­che Lese­pro­ben und ein FAQ zum Wett­be­werb gibt es auf der Wett­be­werbs­sei­te.

Über das Maga­zin
Heu­te wis­sen, was nächs­ten Monat in die Kinos und die Buch­lä­den kommt: NAUTILUS – Aben­teu­er & Phan­tas­tik ist das ein­zi­ge monat­lich erschei­nen­de Print­ma­ga­zin des deutsch­spra­chi­gen Phan­tas­tik-Gen­res und berich­tet vor­ab über phan­tas­ti­sche Fil­me im Kino und auf DVD/Blu-Ray, Fan­ta­sy & SF-Lite­ra­tur im Roman und Hör­buch, PC-Adven­tures und Online-Rol­len­spie­le sowie phan­tas­ti­sche The­men aus Sci­ence, Mys­te­ry und Histo­ry. Ob Besu­che am Set von gro­ßen Fil­men, Inter­views mit Regis­seu­ren und Dar­stel­lern, Berich­te von Roman-Autoren über ihre Wer­ke oder Ein­bli­cke in die Ent­ste­hung von Fan­ta­sy-Comics oder Adven­ture-Games: Kein ande­res Print­ma­ga­zin gibt einen so umfas­sen­den Ein­blick in das Gen­re Aben­teu­er & Phan­tas­tik. Das Maga­zin erscheint seit 22 Jah­ren.

CreateSpace-Bücher: libri gibt sich zugeknöpft

CreateSpace-Bücher: libri gibt sich zugeknöpft

Selfpublishing

Im Rah­men des offe­nen Brie­fes in Sachen Self­pu­bli­shing war die Infor­ma­ti­on auf­ge­taucht, dass der Buch­groß­händ­ler libri offen­bar nahe­zu sämt­li­che Bücher der Ama­zon-Toch­ter Crea­teSpace aus­fil­tert. Ich war durch einen Kom­men­tar von Phil­ipp Win­ter­berg auf sei­ne Arti­kel zu dem The­ma gesto­ßen.

Das wäre natür­lich ein Ham­mer, wenn es eigent­lich mög­lich sein soll­te, über Crea­teSpace publi­zier­te Bücher auch im deut­schen Buch­han­del bestel­len zu kön­nen, das dann aller­dings doch nicht funk­tio­niert, weil die­se bei libri kon­se­quent aus­ge­lis­tet wer­den.

Weil mich das inter­es­sier­te, stell­te ich am ver­gan­ge­nen Mon­tag (25.08.2014) eine ent­spre­chen­de Anfra­ge an die Pres­se­kon­takt-Email bei libri:

Sehr geehr­te Damen und Her­ren,

es geht um die Fra­ge, war­um Bücher des Anbei­ters Crea­teSpace nicht im libri-Kata­log zu fin­den sind. Nach einer Anfra­ge beim Zulie­fe­rer Ingram Con­tent Group äußer­te die­ser, dass sämt­li­che Crea­teSpace-Bücher an libri über­mit­telt wer­den. Den­noch tau­chen die­se bis auf ver­ein­zel­te Aus­nah­men nicht in den Buch­händ­ler-Kata­lo­gen auf.
Ich bit­te an die­ser Stel­le um eine Stel­lung­nah­me, war­um dies so ist und war­um libri offen­bar glo­bal alle Crea­teSpace-Bücher aus­fil­tert. Ich wei­se dar­auf hin, dass die Ant­wort im Rah­men eines Arti­kels the­ma­ti­siert wer­den wird.
Für eine Ant­wort bedan­ke ich mich im vor­aus.

Da bis zum heu­ti­gen Tag kei­ne Ant­wort ein­ging, frag­te ich erneut nach und füg­te den Inhalt der ursprüng­li­chen Mail noch­mals bei. Dar­auf­hin kam soeben tat­säch­lich eine Ant­wort – wenn man das dann als »Ant­wort« wer­ten möch­te:

Sehr geehr­ter Herr Holz­hau­er,

wir freu­en uns über alle Infor­ma­tio­nen, die unse­ren Kata­log ver­bes­sern und dan­ken Ihnen für den Hin­weis.

Falls hier ein tech­ni­sches Pro­ble­me vor­lie­gen soll­te, wer­den wir die­ses in Abstim­mung mit unse­rem Lie­fe­ran­ten klä­ren.

Mit freund­li­chen Grü­ßen

Ihr Mar­ke­ting Team

Ein­deu­ti­ger kann Abwim­meln kaum aus­se­hen. Statt mei­ne Anfra­ge zu beant­wor­ten zieht man sich auf inhalts­lo­se Wort­hül­sen zurück. Die Pro­ble­ma­tik ist bei libri bekannt, denn auch Phil­ipp Win­ter­berg hat­te des­we­gen bereits ange­fragt und offen­bar zumin­dest eine etwas aus­führ­li­che­re Ant­wort bekom­men. Die­se Ent­geg­nung auf mei­ne Anfra­ge kann man nur als lächer­lich bezeich­nen, denn sie beant­wor­tet nichts und nimmt auch nicht Stel­lung. Auch war mei­ne Mail inhalt­lich ein­deu­tig nicht als Hin­weis zu erken­nen, son­dern als Anfra­ge gedacht, die kon­kret um eine Stel­lung­nah­me bat. Um die­se möch­te sich libri offen­sicht­lich drü­cken. Es mag sich jeder selbst einen Reim dar­auf machen, war­um man dort nicht ant­wor­ten will …

p.s.: Ent­lar­vend fin­de ich zudem, dass noch nicht ein­mal ein Ansprech­part­ner nament­lich genannt wird, son­dern der Absen­der schlicht (und unhöf­lich) »Ihr Mar­ke­ting Team« lau­tet.

Offener Brief: Interview mit Deutschlandradio Kultur

Offener Brief: Interview mit Deutschlandradio Kultur

SelfpublishingAm Mon­tag kam über­ra­schend eine Anfra­ge von Deutsch­land­ra­dio Kul­tur rein, ob man mit mir ein Inter­view über mei­nen offe­nen Brief zum The­ma Self­pu­bli­shing und Buch­han­del machen kön­ne. Da habe ich nach kur­zem Über­le­gen natür­lich zuge­sagt, wären es RTL oder Pro7 gewe­sen, hät­te ich abge­wun­ken (aber ich glau­be ohne­hin nicht, dass bei letz­te­ren jemand weiß, wie man »Buch« schreibt).

Es war übri­gens nichts abge­spro­chen, die haben mich kurz vor der Liveaus­strah­lung ange­ru­fen und dann ihre Fra­gen gestellt. Einen Mit­schnitt des Inter­views kann man sich hier anhö­ren.

Das rela­ti­viert viel­leicht das ein oder ande­re, was ich im offe­nen Brief geschrie­ben habe. Der klingt natür­lich rela­tiv bra­chi­al, aber ich habe mit vol­ler Absicht die Wort­wahl der Ver­lags­au­toren ada­piert, die sich als Hand­lan­ger der Groß­ver­la­ge instru­men­ta­li­sie­ren las­sen, um zu zei­gen, dass man die­sel­ben Argu­men­te auch aus einer ande­ren Sicht ein­set­zen kann.

Ich bin der Ansicht, dass wir ein Mit­ein­an­der und Neben­ein­an­der der unab­hän­gi­gen, der »klei­nen« Prot­ago­nis­ten in die­sem Markt drin­gend benö­ti­gen. Das wird viel sinn­vol­ler sein, als sich in der Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen inter­na­tio­na­len Kon­zer­nen auf eine Sei­te zu schla­gen, oder irgend­ei­nem davon die Rol­le des »Bösen« zuschus­tern zu wol­len.

Was aber über­haupt nicht ziel­füh­rend ist,  sind Aus­sa­gen wie »das geht nicht, wir haben ’stan­dar­di­sier­te Ver­fah­ren‹ «, wie sie ein (ver­mut­lich) Buch­händ­ler in den Kom­men­ta­ren zum offe­nen Brief getä­tigt hat. Ama­zons ’stan­dar­di­sier­te Ver­fah­ren‹ sind näm­lich um Licht­jah­re bes­ser. Wie ein ande­rer Buch­händ­ler sag­te: »Zur Not habe ich das Buch in zwei Minu­ten ins Waren­wirt­schafts­sys­tem ein­ge­ge­ben«. Na also: geht doch!