Mimimi! – oder »Der Wert des geschriebenen Wortes«

Mimimi! – oder »Der Wert des geschriebenen Wortes«

Das Wort zum Sam­stag

Aktuell sehe ich wieder ver­mehrt Jam­mer­posts von Self­pub­lish­erIn­nen auf Face­book, die laut­stark verkün­den niemals (!!einself!!!1!) eBooks für 99 Cent verkaufen zu wollen. Der Wort­laut ist grob wie fol­gt:

»Mim­i­mi! Ich werde mein eBook nicht für 99 Cent anbi­eten! Es steckt doch so viel Herzblut drin!!!einself! Wo bleibt denn da ›der Wert des geschriebe­nen Wortes‹?«

Dazu einige Anmerkun­gen:

1.: Wer­beak­tio­nen sind genau das: Wer­beak­tio­nen. Man kann tausende Euro­nen aus­geben, um eine Anzeige in irgen­deinem Käse­blatt zu schal­ten, die dann kein­er sieht – oder die keinen inter­essiert. Oder man ver­sucht eben durch eine Wer­beak­tion Sicht­barkeit herzustellen. Die Dif­ferenz zum üblichen Verkauf­spreis ist dann eine ganz nor­male Wer­bein­vesti­tion, die keineswegs den eigentlichen Wert des Buch­es ver­ringert.

2.: Wenn das eBook nicht gekauft wird, dann ist es völ­lig egal was es kostet: Was ist dann der »Wert des geschriebe­nen Wortes«?

3.: Wenn das eBook den Umfang eines Heftro­mans hat, kann 99 Cent ein dur­chaus angemessen­er Preis sein.

4.: Schnell herunter geschrieben­er Massen­schmonz ist vielle­icht auch nur 99 Cent wert, und das ist dann möglicher­weise auch sin­nvoll, wenn er sich dafür viel öfter verkauft als für 4,99 Euro­nen.

5.: Wenn du dein eBook nicht für 99 Cent verkaufen möcht­est, dann ist das selb­stver­ständlich deine eigene Entschei­dung. Pri­ma, mach es so! Aber warum uns deswe­gen ständig lange voll­tex­ten?

6.: »Der Wert des geschriebe­nen Wortes« muss sich an zahllosen weit­eren Medi­en messen, beispiel­sweise Fernsehse­rien, Fil­men, Com­put­er­spie­len – oder Apps für eben­falls 99 Cent. Mit denen ste­ht man in der Gun­st des Käufers in direk­ter Konkur­renz.

p.s.: Ich kann die Mim­i­mi-Texte nicht mehr sehen und halte sie für Jam­mer­posts, die nur Verkäufe gener­ieren sollen (wie es die meis­ten Autoren-Jam­mer­posts sollen). Das ist eine mis­er­able – weil nervige – Art von »Wer­bung«.

p.p.s.: Das gilt weitest­ge­hend genau­so übri­gens auch für kosten­los-Aktio­nen

tolino media senkt Honorare für Selfpublisher

tolino media senkt Honorare für Selfpublisher

Logo Tolino MediaAuch wenn man bei Toli­no Media mit diversen PR-Maß­nah­men durch­sichtig ver­sucht, das noch als tolles Ding zu verkaufen: Die auszuzahlen­den Tantiemen an Self­pub­lish­er wur­den deut­lich gesenkt. Auch wenn man Anfang des Jahres noch voll­mundig ver­suchte, Nutzer auf die Plat­tform zu bekom­men, indem man eine unbe­fris­tete Beteili­gung an den Umsätzen in Höhe von 70% ver­sprach.

Damit ist es jet­zt vor­bei, denn ab dem 1. Juli sinkt die Beteili­gung bei Büch­ern, die weniger als 2,99 Euro kosten, auf 40%. Begrün­det wird das damit, dass die entste­hen­den Kosten für Down­load und Bezahlung ange­blich so hoch seien, dass Toli­no Media dabei draufzahlen muss. Hätte man das nicht vorher wis­sen müssen? Die Kon­di­tio­nen haben sich ja nicht verän­dert. Das bestärkt mich darin, dass es sich um ein Lock­vo­ge­lange­bot han­delte. Außer­dem möchte man die Self­pub­lish­er »dazu anre­gen« einen höheren Preis für ihre Büch­er zu nehmen. Das ist so pauschal natür­lich völ­liger Blödsinn, der Preis muss selb­stver­ständlich dem Inhalt angemessen sein, ich kaufe ja auch keinen Heftro­man oder eine Kurzgeschichte als eBook für mehr als drei Euro.

Für mich kommt das nicht über­raschend. Ich hat­te bere­its zum Start der Plat­tform gemut­maßt, dass sich die Kon­di­tio­nen schneller zu Ungun­sten der Self­pub­lish­er ändern dürften, als man guck­en kann, wenn eine gewisse Zahl an Nutzern erre­icht wird und die Wer­bephase vor­bei ist. Wenn man auf die veröf­fentlicht­en Zahlen der Plat­tform zum Anteil am eBook-Markt blickt, muss man sich ohne­hin fra­gen, wie rel­e­vant die Verkauf­s­men­gen dort über­haupt sind.

p.s.: Man kann auf­grund dieser uni­lat­eralen Änderung natür­lich sein Kon­to bei Toli­no ganz ein­fach kündi­gen …

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Wirmachendruck.de: kein cremefarbenes Papier?

Wirmachendruck.de: kein cremefarbenes Papier?

wirmachendruckEigentlich wollte ich die bei­den Gaslicht-Bände der Steam­punk-Chroniken, deren Druck­fas­sun­gen nun endlich fer­tig gewor­den sind, wie üblich bei Books­fac­to­ry druck­en lassen. Da die aber zick­ten und unbe­d­ingt einen Nach­weis der Zuteilung mein­er USt-ID haben woll­ten (die hat­te ich nicht mehr griff­bere­it und hätte sich bei der Finanzver­wal­tung anfordern müssen, was Wochen dauern würde, da hat­te ich die Fax­en dicke), habe ich den Druck­auf­trag storniert.

Auf der Suche nach ein­er Alter­na­tive fiel mir wirmachendruck.de ein, die waren mir bere­its mehrfach emp­fohlen wor­den und wir hat­ten auch bere­its Fly­er und ein Book­let dort druck­en lassen, deren Qual­ität gut war.

Bei der Nutzung des Kon­fig­u­ra­tors gibt es nur fest vorgegebene Buch­größen, da hat­te mir allerd­ings schon mal jemand mit­geteilt, dass auch Son­der­for­mate kein Prob­lem darstellen. Der kalkulierte Preis für ein A5-Buch (meine wären etwas klein­er) war auch grandios und deut­lich gün­stiger als bei Books­fac­to­ry. Was ich allerd­ings nicht erken­nen kon­nte war, welche Papier­sorte ich nehmen musste. Wie bei den anderen Bän­den auch – und wie bei Bel­letris­tik üblich – wollte ich kein rein­weißes Papi­er, son­dern ein leicht cre­me­far­benes (also beispiel­sweise Munken Cream). Um nicht lange auf eine Email zu warten, rief ich die Sup­port-Hot­line an. Und was ich da erfuhr, war schon erstaunlich.

Nein, im Kon­fig­u­ra­tor gäbe es keine Option für cre­me­far­benes Papi­er. Meine Frage, wie das sein könne, da man doch auch Bel­letris­tik-Kun­den ansprechen wolle, kon­nte mir die Dame nicht beant­worten. Sie wisse aber, dass dieses Papi­er vor­rätig sei. Ich solle doch bitte eine Son­der­an­frage über Online­for­mu­lar ein­re­ichen, dann könne man mir ein Ange­bot machen. Das könne aber bis zu 48 Stun­den dauern.

Gnarf. Wofür eine Tele­fon­hot­line, wenn die eine ein­fache Anfrage nicht beant­worten kann?

Also mir die Zeit genom­men und das For­mu­lar mit den nöti­gen Infor­ma­tio­nen befüllt. Erfreulicher­weise kam bere­its heute mor­gen eine Antwort, allerd­ing war die Antwort nicht zufrieden­stel­lend. Ein Soft­cover­druck ist bei wirmachendruck.de mit cre­me­far­ben­em Papi­er nicht möglich. Obwohl es laut Hot­line vor­rätig ist.

Sehr geehrter Herr Holzhauer,

vie­len Dank für Ihre indi­vidu­elle Anfrage bei WIRma­chen­Druck und das
damit in uns geset­zte Ver­trauen.

Bedauer­licher­weise müssen wir Ihnen zu diesem Zeit­punkt auf­grund des Papiers mit­teilen,
dass es uns nicht möglich ist Ihnen ein entsprechen­des Ange­bot zukom­men zu lassen.

Wir hof­fen in diesem Zuge auf Ihr Ver­ständ­nis und wür­den uns sehr freuen,
wenn Sie uns zukün­ftig bei weit­eren indi­vidu­ellen Anfra­gen wieder
berück­sichti­gen wür­den.

Für weit­ere Fra­gen ste­hen wir Ihnen selb­stver­ständlich […] zur Ver­fü­gung

Für pro­fes­sionell halte ich das nicht. Damit ist wirma­chen­druck für Per­so­n­en, die keine Soft­cov­er-Büch­er mit rein­weißem Papi­er möcht­en, nicht nutzbar, egal wie ver­meintlich gün­stig ihr Ange­bot auch sein mag und wie sehr sie auf ihrer Web­seite damit angeben, Test­sieger bei irgendwem gewor­den zu sein. Und wenn man laut der Wer­bung auf der Web­seite so ein­deutig auch Self­pub­lish­er als Kun­den wer­ben  möchte:

Buch­druck in höch­ster Qual­ität – Seite für Seite. Sie möcht­en ver­lag­sun­ab­hängig Ihr Buch veröf­fentlichen und suchen nach ein­er zuver­läs­si­gen Druck­erei für hochw­er­ti­gen Buch­druck? Wir druck­en Ihre Büch­er auf mod­ern­sten Druck­maschi­nen zu ungewöhn­lich gün­sti­gen Preisen, auch in kleinen Aufla­gen. […] Schwarz/Weiß- oder Farb­druck sowie ver­schiedene For­mate und Papiere ste­hen zur Ver­fü­gung.

… dann ist es noch viel unver­ständlich­er, warum sie ein sim­pel­stes Stan­dard­pa­pi­er nicht zur Ver­fü­gung stellen kön­nen.

Ich suche dann mal weit­er, für den Buch­druck kann ich wirmachedruck.de lei­der vergessen.

Nach­trag: Auf Twit­ter ist »Mell« ern­sthaft der Mei­n­ung, »die Nach­frage sei nicht hoch genug« und behar­rt auch darauf. Soll das heißen, die verkaufen ern­sthaft haufen­weise ahnungslosen Kun­den Büch­er, bei denen man auf­grund des weißen Papiers schnee­blind wird? Wie verträgt sich das mit der über­all auf der Web­seite getätigten Wer­beaus­sage, dass man seine Kun­den so grandios berät und begleit­et?

Nach­trag zwei: Ich habe jet­zt trotz­dem ein Kon­to angelegt, um ein Papier­muster­buch zu bestellen (wer weiß, ob »Natur­pa­pi­er« nicht doch den gewün­scht­en Vor­gaben entspricht? Der Sup­port wusste es jeden­falls nicht wirk­lich). Und da dann gle­ich der nächte Knüller: Das Kon­to wird ohne das in Deutsch­land zwin­gend vorgeschriebene Dou­ble-Opt-In ein­fach mal unver­i­fiziert durchge­führt. Ich kann also für beliebige Per­so­n­en, deren Emailadresse ich kenne, ein Kon­to eröff­nen. Das wäre mein­er Ansicht nach sofort abmahn­bar.

Nach­trag drei: Und pampig wird sie auch noch.

Nach­trag vier: Wenn es keine Nach­frage für cre­me­far­benes Papi­er gibt (was ich mir nur schw­er vorstellen kann, da dieses für Bellestris­tik eigentlich Stan­dard ist), sollte man diese Nach­frage vielle­icht erzeu­gen? Also liebe Self­pub­lish­er, fragt doch ein­fach mal bei wirma­chen­druck an, ob ein Soft­cover­druck mit cre­me­far­ben­em Paier möglich ist. Entwed­er über deren Kon­tak­t­for­mu­lar (beispiel­sweise unter »Lob, Kri­tik und Anre­gun­gen«), oder via Emails an info[at]wir-machen-druck[dot]de. Und immer schön fre­undlich bleiben. :)

Leipziger Buchmesse: »Veranstaltungen für Selfpublisher«?

Leipziger Buchmesse: »Veranstaltungen für Selfpublisher«?

LogoLBM16Matthias Mat­tig hat auf sein­er Web­seite eine Rei­he von »Ver­anstal­tun­gen für Self­pub­lish­er« auf der Leipziger Buchmesse zusam­mengestellt. Und sehe ich mir diese Liste an, dann wird deut­lich, dass es sich dabei tat­säch­lich vielmehr um »Wer­bev­er­anstal­tun­gen für klas­sis­che Ver­lage« han­delt.

Denn ein Blick auf die Aus­richter fördert mit großem Über­hang Dien­stleis­ter zutage, die aus den klas­sis­chen Branchen­struk­turen ent­standen sind, allen voran Books On Demand (Lib­ri-Tochter) und epub­li (Holtzbrinck), aber sog­ar die Börsen­vere­in­stochter MVB (Mar­ket­ing- und Ver­lagsser­vice des Buch­han­dels GmbH) möchte erläutern, warum man sich uuu­unbe­d­ingt den Struk­turen der Branche unter­w­er­fen muss.

Man möge mir vergeben, aber: das ist lächer­lich. Die ver­fol­gen auss­chließlich eine eigene Agen­da und wer glaubt, dass einem Self­pub­lish­er dort neu­trale und objek­tive Beratung erhal­ten, der glaubt auch an den Wei­h­nachts­mann.

Wer die mein­er Ansicht nach schlecht­en Kon­di­tio­nen bei BoD ken­nt, der weiß, warum er diesen Dien­stleis­ter mei­det. Bei epub­li sieht das ganz ähn­lich aus, zu denen werde ich in Kürze noch was schreiben, die sind möglicher­weise noch nicht ein­mal in der Lage, ihre eige­nen Verträge zu erfüllen. Und es inter­essiert sie auch nicht son­der­lich.

Deswe­gen: Wer diese Ver­anstal­tun­gen besucht, sollte sich ganz genau darüber im Klaren sein, wer da vorträgt, und welche Beweg­gründe die Dien­stleis­ter dabei haben. Und das ist mein­er Mei­n­ung nach nicht die opti­male Beratung der Self­pub­lish­er, son­dern die Mehrung des eige­nen Umsatzes. Und man sollte sich fra­gen, ob man Self­pub­lish­er gewor­den ist, um sich dann doch wieder den fos­silen Branchen­struk­turen zu unter­w­er­fen, wie es die MVB offen­sichtlich gern möchte. Vielmehr sollte sich sog­ar umgekehrt die Branche an die geän­derten Umstände anpassen (aber daran glaube ich in abse­hbar­er Zeit nicht).

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Buchstabenfetischisten

Buchstabenfetischisten

fuhlerzufehler

Es gibt bekan­nter­maßen ver­schiedene Arten von Kun­st. Alle haben eins gemein­sam: Ob einem das Werk gefällt ist maßge­blich vom eige­nen Geschmack und von den eige­nen Präferen­zen abhängig, nicht vom Handw­erk. Ger­ade bei gemal­ten oder geze­ich­neten Bildern ist beispiel­sweise die Band­bre­ite immens: da kann sog­ar ein ver­meintlich handw­erk­lich schlecht gemacht­es Bild ger­ade eben die geniale Kun­st sein (oder man verkauft es ein­fach so). Die Kun­st liegt im Auge des Betra­chters. Auch bei der Musik: Wenn jemand Musik­er ist und live wirk­lich coole Musik macht, dann über­hört man gern auch mal eine Stelle, die vielle­icht nicht ganz so opti­mal gelaufen ist – und das wird dann ach noch als authen­tisch und nicht über­pro­duziert gelobt. Weil der Rest so toll und die Musik­erin eine sym­pa­this­che Type ist. Ohne mit­tels Auto­tune gestream­lined und lang­weilig gemacht zu wer­den. Im Netz find­et man haufen­weise Werke unbekan­nter Maler und Zeich­n­er und man find­et auch noch viel mehr Stücke von Indie-Musik­ern. Und ihnen wird üblicher­weise eher wohlwol­lend gegenüberge­s­tanden, wenn sie ihr Handw­erk halb­wegs ver­ste­hen.

Im Bere­ich Schrift­stellerei und Veröf­fentlichen von Büch­ern ist das anders. Da kom­men sofort die Buch­staben­fetis­chis­ten aus ihren Löch­ern gekrochen und regen sich über jeden gefun­de­nen Fehler auf, und sei er auch noch so klein. Und monieren laut­stark, dass das nicht sein dürfe!!!11einself!!

Man ver­ste­he mich nicht falsch. Grund­sät­zlich sollte die Orthografie stim­men. Vielle­icht sog­ar die Gram­matik (manche als klas­sisch anerkan­nte Autoren zeigen aber, dass ger­ade das nicht zwin­gend der Fall sein muss).

Aber dass ins­beson­dere bei Self­pub­lish­ern, also Indie-Autoren, so strenge Maß­nah­men angelegt wer­den, deut­lich stren­gere als sog­ar bei Ver­lagspub­lika­tio­nen, die eben­falls nicht fehler­frei sind, lässt mich völ­lig verblüfft zurück. Ist denn das Schreiben und Veröf­fentlichen von Büch­ern eine so andere Kun­st als das Malen oder Musizieren? Warum sieht man das nicht bei Büch­ern genau­so lock­er wie bei anderen Kun­st­for­men? Warum der elende Buch­staben­fetis­chis­mus?

Wenn ihr Rechtschreib- oder Flüchtigkeits­fehler in einem selb­st­pub­lizierten eBook find­et, dann motzt nicht darüber, son­dern sagt es dem Autor, der freut sich, kann die Fehler kor­rigieren und dann eine verbesserte Ver­sion online stellen. Und euch ist schon aufge­fall­en, dass die Werke von Self­pub­lish­ern üblicher­weise deut­lich gün­stiger ange­boten wer­den, als die von Pub­likumsver­la­gen, mit ihren zig­tausender Aufla­gen und entsprechen­den Ein­nah­men? Wie kön­nt ihr da annehmen, Indie-Büch­er müssten in Sachen Fehler­frei­heit sog­ar bess­er sein, als die von Ver­la­gen?

Wenn ich ein Buch lese, dann entschei­de ich anhand des Inhalts und des Stils, ob es mir gefällt. Ist da hin und wieder mal ein klein­er Fehler drin, dann ist mir das – mit Ver­laub – scheiße­gal, denn das schmälert den Rest des Buch­es nicht im Ger­ing­sten. Das ist für mich ganz genau so, wie bei anderen Kun­st­for­men auch.

Was die Buch­staben­fetis­chis­ten da machen, ist in meinen Augen typ­isch deutsche Korinthenkack­erei.

[Update] Aus gegeben­em Anlass: Es geht hier wed­er um »Self­pub­lish­ing-Büch­er, die vor Fehlern strotzen«, noch um die »Verge­wal­ti­gung der Sprache im Inter­net«, also bitte keine Derail­ing-Ver­suche. Danke.

Reality Check: Vortrag von Anja Bagus und Alex Jahnke

Reality Check: Vortrag von Anja Bagus und Alex Jahnke

Auf dem BuCon in Dreie­ich gab es in diesem Jahr einen Vor­trag von Anja Bagus und Alex Jahnke mit dem Titel »Real­i­ty Check« Er dreht sich ums Schreiben, darum, wie man ein Autor wird und was einem dabei alles begeg­nen (Harpyien!) und passieren kann, sowie um Self­pub­lish­ing und Fak­ten zu den The­men und zum Buch­markt.

Da ich Anjas und meinen Gemein­schafts­stand hüten sollte, kon­nte ich die Kam­era lei­der nur hin­stellen und musste dann wieder entschwinden, deswe­gen ist das Video lei­der ein wenig … sta­tisch … ;) Mein beson­der­er Dank muss hier dem Tütenknis­ter­er gel­ten, der seinen Jab am Anfang wirk­lich ernst genom­men hat.

[ytv]https://www.youtube.com/watch?v=iRPxdnXSbAM[/ytv]

Schneller Check: Twentysix, der »Self-Publishing-Verlag«

Schneller Check: Twentysix, der »Self-Publishing-Verlag«

Logo Twentysix

Kurz vor der Buchmesse kamen Ran­dom House (ein­er der größten Ver­lage weltweit) und Books on Demand, kurz BoD, damit aus der Höh­le, dass sie einen »Self-Pub­lish­ing-Ver­lag« gegrün­det haben. Mal abge­se­hen davon, dass es drin­gend nötig erscheint, denen nahezubrin­gen, dass die Worte »Self­pub­lish­ing« und »Ver­lag« nun mal per Def­i­n­i­tion nicht zusam­men passen, erscheint das in meinen Augen als noch ein Ver­such der etablierten Branche, an Self­pub­lish­ern mitzu­ver­di­enen. Und um erfol­gre­iche Selb­stveröf­fentlich­er für eigene Ver­lage abzu­greifen. Ein schneller Blick auf die Seite bestätigt bei­des mein­er Ansicht nach auch.

Zuerst zu Vorteilen: Bere­its beim kosten­losen Paket erhält man eine ISBN für sein eBook und »inter­na­tionalen Online-Ver­trieb«. Details zu let­zterem habe ich auf der Seite auch nach län­gerem Klick­en verge­blich gesucht. Offen­bar ist es zwin­gend, sich anzumelden, um einen Autoren­ver­trag oder Buchver­trag ein­se­hen zu kön­nen. Trans­par­ent geht anders, alle diese Rah­menbe­din­gun­gen soll­ten bere­its vor ein­er Anmel­dung ein­se­hbar sein, wie beispiel­sweise bei Ama­zon. Ich ver­ste­he offen gesagt nicht, was diese Geheimnistuerei soll – außer vielle­icht dass sie darin begrün­det ist, dass es sich eben um Ver­lags­branchendi­nosauri­er han­delt, die solche Geheimniskrämerei vielle­icht ganz nor­mal find­en.

Sehen wir uns den Buchkalku­la­tor an, dann kom­men wir auf Tantiemen für den Autor, die in ähn­lichen Größenord­nun­gen wie bei CreateSpace/Amazon liegen (leicht darunter). Das gin­ge wohl noch in Ord­nung, ins­beson­dere, wenn man betra­chtet, dass die Print­büch­er (ange­boten wer­den Taschen­buch, Hard­cov­er, Hard­cov­er mit Faden­bindung, Ring­buch und Book­let) ange­blich in Buch­hand­lun­gen bestell­bar sein sollen. Ob das tat­säch­lich funk­tion­iert, wird die Zukun­ft zeigen, ich halte es allerd­ings auf­grund der bei­den Fir­men im Hin­ter­grund für dur­chaus wahrschein­lich.

Grotesk wird es dann aber, wenn es um die Preise für Autorenex­em­plare geht. Ein Beispiel.

Ein Taschen­buch in 12 x 19 cm, mat­ter Laminierung, Papi­er cre­meweiß 90g, 268 Seit­en. Verkauft man das für 9,99 Euro (ein recht angemessen­er Preis), kom­men beim Autor ger­ade mal poplige 1,02 Euro an (knapp 11 Prozent). Bei Ama­zon sind das ca. 70 Cent mehr. Natür­lich kann man mehr ein­nehmen, wenn man den Preis erhöht, aber da muss man ja ger­ade als Self­pub­lish­er vor­sichtig sein und eng kalkulieren, was die Leser zu zahlen bere­it sind.

Wollte man dieses Buch für sich als Autorenex­em­plar bestellen, kostet das – und ich kann es nicht anders aus­drück­en – wege­lagerische 8,71 Euro net­to, 9,32 Euro brut­to, wenn man bis zu 24 Stück ordert. Bis 50 sinkt der Preis auf 7,56 net­to / 8,09 brut­to. Zuzüglich Ver­sand­kosten. Angesichts dieser völ­lig inakzept­ablen Preise muss ich mich fra­gen, was für Dro­gen die nehmen.
Bei Cre­ate­space kostet mich ein Buch auch bei gerin­gen Aufla­gen ca. knapp 5 Euro inklu­sive Expe­dit­ed-Ver­sand aus den USA. Lasse ich bei Books­fac­to­ry druck­en (Min­dest­bestell­w­ert 50 Euro), kostet mich ein solch­es Buch in Top-Qual­ität 3,50 Euro inkl. USt und Ver­sand. Ja, ich weiß, die vertreiben die Büch­er im Buch­han­del, aber den­noch ist zum einen die Marge viel zu ger­ing (sie wollen für ein Print­buch­paket ja auch noch einen Ein­stiegspreis von 39 Euro – bis zum 21.12.2015, dann wird das ver­mut­lich teur­er), zum anderen ist der Preis für die Autorenex­em­plare nichts anderes als unver­schämt. Print On Demand ist BoDs Kerngeschäft. Wenn die tat­säch­lich keine besseren Kon­di­tio­nen bieten kön­nen, riecht das für mich nach Abzocke.

Buchkalkulator 26

Komisch wird es dann nochmal bei den zu Print­büch­ern vorgeschla­ge­nen eBook-Preisen, die sich an den Mond­preisen für elek­tro­n­is­che Büch­er der deutschen Ver­lags­branche ori­en­tieren und die für Self­pub­lish­er völ­lig utopisch sind. Die Preise kann man allerd­ings deut­lich ver­ringern und erhält dann immer noch ganz brauch­bare Erlöse, die allerd­ings deut­lich unter denen liegen, die Ama­zon zahlt. Bei dem Rechen­beispiel oben sagt der Buchkalku­la­tor einen Verkauf­spreis von 6,99 Euro an, dabei wäre die eBook-Net­tomarge 2,67 Euro, ver­ringert man den Preis auf 3,49 Euro bleibt eine Net­tomarge von ger­ade mal 1,33 Euro. Sollte das eBook für null Euro Ein­stiegspauschale damit tat­säch­lich in allen Branchen­shops zu find­en sein, kön­nte man darüber tat­säch­lich mal nach­denken, aber das kann nur die Zukun­ft zeigen. Ange­priesen wird:

Sie wer­den in allen rel­e­van­ten Buch­hand­lun­gen und Online-Shops wie Ama­zon, Apple iBooks, Toli­no, Google Play, Thalia und Hugen­dubel gelis­tet.

Aber was genau bedeutet in diesem Zusam­men­hang das Wort »rel­e­vant«?

Bedenken sollte man bei den Preisen, dass kein­er­lei Wer­bung oder Mar­ket­ing mit den Paketen und den pro Verkauf ein­be­hal­te­nen Gebühren ein­her gehen. Das muss man als Self­pub­lish­er immer noch sel­ber machen.

Soweit ein kurz­er Ein­blick, vielle­icht teste ich das bei vorhan­den­er Zeit mal inten­siv­er, auch weil ich mir die gepriese­nen Online-Edi­toren für Inhalte und ins­beson­dere auch die Verträge anse­hen möchte, aber mein­er Mei­n­ung nach han­delt es sich um eine weit­ere Mogel­pack­ung der Ver­lags­branche, um an Self­pub­lish­ern mitzu­ver­di­enen.

Wenn man das als Self­pub­lish­er tat­säch­lich testen will, sollte man in Erwä­gung ziehen, die Autorenex­em­plare ein­fach bei einem anderen Anbi­eter wie beispiel­sweise Books­fac­to­ry deut­lich gün­stiger druck­en zu lassen; wenn man tat­säch­lich weitest­ge­hend alle Rechte behält, wie das auf der Seite mein­er Ansicht nach sug­geriert wird, müsste das ver­traglich gese­hen prob­lem­los möglich sein.

Logo Twen­tysix und Screen­shot Coypright Ver­lags­gruppe Ran­dom House GmbH

Tolino Media will den Begriff »Kindle« nicht in eBooks haben

Tolino Media will den Begriff »Kindle« nicht in eBooks haben

TolinoDie Self­pub­lish­er­plat­tform Toli­no Media war mit viel Tam­tam als Alter­na­tive zu Ama­zon propagiert wor­den. Der große Erfolg hat sich allerd­ings bish­er nicht so recht eingestellt, es gab zudem diverse Anlauf­prob­leme, vieles an der Plat­tform schien mit der heißen Nadel gestrickt (das wurde mir gegenüber auch genau so for­muliert) und es gibt bis heute tech­nis­che Prob­leme.

Deren Behe­bung scheint aber nicht das primäre Prob­lem der Betreiber zu sein. Vielmehr wer­den die hochge­lade­nen eBooks auf »uner­wün­schte« Worte durch­sucht. Das ist an sich schon eine Unver­schämtheit. Noch bess­er wird das Ganze allerd­ings, wenn sich irgend­wo im Buch der Begriff »Kin­dle« befind­et. Dann erhält man als Autor den Hin­weis, dass das Buch lei­der nicht online gehen kann und über­ar­beit­et wer­den muss, weil man nicht im Text »auf ein Mit­be­wer­ber-Pro­dukt Bezug nehmen darf«. Mit diesem Teufelswort im Text wollen sie das Buch nicht annehmen und demzu­folge auch nicht online stellen. Bei dem fraglichen eBook han­delt es sich übri­gens um einen Rat­ge­ber für Self­pub­lish­er – ob die Toli­no-Allianz nun alle Sach­büch­er auf das Unwort unter­sucht, und diese dann aus den Shops wer­fen wird? Möglicher­weise sog­ar die Print-Aus­gaben? Oder wer­den nur Self­pub­lish­er drangsaliert?

Es ist ein­fach unfass­bar. Dieses Ver­hal­ten ist so der­maßen lächer­lich und unpro­fes­sionell, dass es mir die Sprache ver­schlägt. Nach­dem das jahre­lange Ama­zon-Bash­ing der Branche keine Erfolge gezeigt hat, nun diese in hohem Maße frag­würdi­ge Aktion. Als Autor sollte man sich von ein­er in meinen Augen eher hal­b­garen Möchte­gern-Self­pub­lish­er­plat­tform nicht vorschreiben lassen, welche Wörter in den eBooks zu ste­hen haben und welche nicht. Ama­zon, Google Play und Kobo fil­tern das Wort »Toli­no« selb­stver­ständlich nicht.

Edit – Für diejeni­gen, die keinen Face­book-Zugang haben und auch keinen wollen:

tolinokindle

Dank an Alex Jahnke für den Hin­weis.

Update [15:00]: Auch bei Toli­no scheint man erkan­nt zu haben, dass das nicht eben schlau war, inzwis­chen wurde Frau Glomp großzügig erlaubt, das Wort Kin­dle im Text zu lassen. Das schafft natür­lich die grundle­gende Ver­weigerung nicht aus der Welt, man muss sich fra­gen warum es anfangs über­haupt zu dieser alber­nen Bean­stan­dung gekom­men ist.

Ein Mitar­beit­er von Toli­no kom­men­tiert unter diesem Artikel:

Dieses State­ment ist so nicht kor­rekt. Frau Glomp hat dies selb­st auch schon in der FB Gruppe, aus der dieser Post ist, zurück genom­men. Es wäre doch kor­rekt, hier bei­de Seit­en zu hören, bevor man als Blogin­hab­er tex­tet? Wir (toli­no media) ste­hen da gerne für zur Ver­fü­gung.

Und auch auf Face­book meldet man sich zu Wort.

Frau Glomp selb­st sieht das allerd­ings deut­lich anders als der Toli­no-Vertreter. die ursprüngliche Aus­sage der Auf­forderung, das Wort zu ent­fer­nen, hält sie aufrecht. Und auch andere Autoren reden ent­ge­gen der Aus­sagen der Toli­no-Vertreter von ein­er voll­ständi­gen Ablehnung, nicht von »Empfehlun­gen« wie behauptet.

[Update 26.06.15]: Ich hat­te Toli­no Media auf­grund ihres Kom­men­tars per eMail die Möglichkeit ange­boten, ihre Sicht der Dinge darzustellen, ich hätte diese dann hier wiedergegeben, hat­te allerd­ings um sub­stanziellere Infor­ma­tio­nen gebeten, als die durch­sichti­gen Aus­flüchte im Face­book-Thread. Kein­er­lei Reak­tion.

[Update 26.06.15, 11:00 Uhr] Wer den Links nach Face­book fol­gt, wird die Aus­sagen der Toli­no-Mitar­beit­er nicht mehr find­en, offen­bar wur­den diese gelöscht (ein Parade­beispiel aus dem Lehrbuch »Wie PR auf sozialen Medi­en nicht funk­tion­iert«). Wer das den­noch nachvol­lziehen möchte, hier ein Screen­shot, in dem die Kom­mentare noch zu sehen sind: https://drive.google.com/file/d/0B9wDueprgUX2bWJtM3cwZWR2aVk/view?usp=sharing

Bild Toli­no von Wosch21149, aus der Wikipedia, CC-BY, bear­beit­et von mir.

Tolino-Allianz schiebt ein Selfpublishing-Portal

Tolino-Allianz schiebt ein Selfpublishing-Portal

Screenhsot BuchreportWas die Über­schrift uns sagen soll? Das habe ich mich auch gefragt. Der Buchre­port schrieb in einem Artikel mit dem Titel ANGRIFF AUF AMAZON wörtlich:

Der Toli­no-Ver­bund schiebt Ende April ein eigenes Self­pub­lish­ing-Por­tal.

Weit­er heißt es (Her­vorhe­bun­gen von mir):

Dort kön­nen Autoren kön­nen eigene E-Books erstellen und verkaufen.

Dem Artikel zufolge sollen die Kon­di­tio­nen zumin­d­est was die Tantiemen ange­ht so sein wie bei Ama­zon, näm­lich 70% für den Self­pub­lish­er.

Auch wenn es zu begrüßen ist, dass sich eine Plat­tform neben Ama­zon bildet, möge man mir verzei­hen, wenn ich skep­tisch bin. Hin­ter tolino-media.de ste­hen Welt­bild, Hugen­dubel, Ber­tels­mann, Thalia und Lib­ri, »und andere«, also Anbi­eter, die tief und fest in der Buch­branche mit ihren ural­ten Riten ver­ankert sind. Man wird die Nutzungs­be­din­gun­gen abwarten müssen, um zu sehen, ob sich die Ver­lagsableger wieder (wie immer) unmäßige Nutzungsrechte ein­räu­men wollen – ich gehe davon aus, dass es so sein wird. Ama­zon räumt sich gar nichts ein, nur das Recht, die eBooks verkaufen zu dür­fen.

Zudem geht es offen­bar nur um eBooks, via Ama­zon kann man auf ver­gle­ich­sweise ein­fache Art und Weise auch Print­büch­er anbi­eten.

Ende April wis­sen wir mehr, falls sie den Ter­min tat­säch­lich ein­hal­ten.

[Update 11:25 Uhr:] Ergänzende Infor­ma­tio­nen bei Matthias Mat­ting. Da heißt es sog­ar, dass die Self­pub­lish­ing-Büch­er »in den Regalen der Buch­händler ste­hen sollen« und es ISB­Ns kosten­los dazu geben wird.

Screen­shot Buchre­port Copy­right Buchre­port, Illus­tra­tion Copy­right Toli­no Media GmbH

NAUTILUS: Endspurt zum E-Book Leseproben-Wettbewerb für Self-Publisher

NAUTILUS: Endspurt zum E-Book Leseproben-Wettbewerb für Self-Publisher

NautilusLeseprobenWettbewerbWer als Autor und Selb­stver­leger noch beim E-Book Leseproben-Wet­tbe­werb für Self-Pub­lish­er des Mag­a­zins NAUTILUS mit­machen will, sollte umge­hend zu Stift oder Tas­tatur greifen, denn der Ein­sende­schluß ist am 31. Okto­ber 2014.

Der E-Book Leseproben-Wet­tbe­werb für Self-Pub­lish­er wurde in der Jubiläums-Aus­gabe 125, 08/2014, des monatlich erscheinen­den Phan­tastik-Mag­a­zins NAUTILUS – Aben­teuer & Phan­tastik ges­tartet. The­men dieser Aus­gabe waren neue dig­i­tale Trends im Bere­ich Roman, Film und Video-Game. So referiert im Heft u.a. der erfol­gre­iche E-Book Self-Pub­lish­er und SF-Best­seller-Autor Hugh Howey (Silo, Lev­el) über seine Erfahrun­gen über das Selb­stver­legen von E-Books, und er gibt dazu konkrete Prax­is-Tipps: Schri­ift­steller im Selb­stver­lag sollen ihre E-Books per Leseprobe nach­haltig einem großen Leserkreis präsen­tieren.

Genau diese Möglichkeit bietet die Veröf­fentlichung ein­er Leseprobe des eige­nen Romans im Mag­a­zin NAUTILUS: Mit dem E-Book Leseproben-Wet­tbe­werb kön­nen E-Book-Autoren und -Selb­stver­leger die aufla­gen­starke Veröf­fentlichung eines Auszugs aus ihrem E-Book in der Heft­mitte der Gesamt-Aus­gabe der NAUTILUS print, dig­i­tal und online gewin­nen. Und da die Leseproben in der Heft­mitte vom Mag­a­zin jew­eils aufwändig auf der Basis des Cov­ers gestal­tet wer­den, gewin­nen die Teil­nehmer auf Wun­sch auch noch die Cov­er-Gestal­tung und das Lek­torat ihres Romans.

Teil­nah­me­berechtigt sind 2014 im Selb­stver­lag erschienene bzw. noch nicht veröf­fentlichte E-Books des Phan­tastik-Gen­res von selb­st­pub­lizieren­den Autoren. Ver­lage dür­fen nicht teil­nehmen. Für noch nicht erschienene E-Books erstellt die NAUTILUS option­al auf Wun­sch und als Starthil­fe auch ein pro­fes­sionell gestal­tetes Buch­cov­er und leis­tet das Kor­rek­torat und Lek­torat. Die Experten-Jury aus erfahre­nen Buch­mach­ern, Jour­nal­is­ten und Blog­gern wählt aus der Short­list drei Gewin­ner, deren Leseproben dann Anfang 2015 im Mag­a­zin NAUTILUS erscheinen wer­den.

Die kom­plet­ten Teil­nah­mebe­din­gun­gen, Beispiele für bis­lang im Mag­a­zin erschienene Leseproben von Autoren wie Jonathan Stroud, Cor­nelia Funke, Sergej Lukia­nenko, Kami Gar­cia, Wolf­gang Hohlbein, Nina Bla­zon, Bernd Per­plies und auch von erfol­gre­ichen Print- und E-Book Self-Pub­lish­ern wie Juliane Maibach und Ivo Pala sowie redak­tionelle Tipps für erfol­gre­iche Leseproben und ein FAQ zum Wet­tbe­werb gibt es auf der Wet­tbe­werb­s­seite.

Über das Mag­a­zin
Heute wis­sen, was näch­sten Monat in die Kinos und die Buch­lä­den kommt: NAUTILUS – Aben­teuer & Phan­tastik ist das einzige monatlich erscheinende Print­magazin des deutschsprachi­gen Phan­tastik-Gen­res und berichtet vor­ab über phan­tastis­che Filme im Kino und auf DVD/Blu-Ray, Fan­ta­sy & SF-Lit­er­atur im Roman und Hör­buch, PC-Adven­tures und Online-Rol­len­spiele sowie phan­tastis­che The­men aus Sci­ence, Mys­tery und His­to­ry. Ob Besuche am Set von großen Fil­men, Inter­views mit Regis­seuren und Darstellern, Berichte von Roman-Autoren über ihre Werke oder Ein­blicke in die Entste­hung von Fan­ta­sy-Comics oder Adven­ture-Games: Kein anderes Print­magazin gibt einen so umfassenden Ein­blick in das Genre Aben­teuer & Phan­tastik. Das Mag­a­zin erscheint seit 22 Jahren.

CreateSpace-Bücher: libri gibt sich zugeknöpft

CreateSpace-Bücher: libri gibt sich zugeknöpft

Selfpublishing

Im Rah­men des offe­nen Briefes in Sachen Self­pub­lish­ing war die Infor­ma­tion aufge­taucht, dass der Buch­großhändler lib­ri offen­bar nahezu sämtliche Büch­er der Ama­zon-Tochter Cre­ate­Space aus­fil­tert. Ich war durch einen Kom­men­tar von Philipp Win­ter­berg auf seine Artikel zu dem The­ma gestoßen.

Das wäre natür­lich ein Ham­mer, wenn es eigentlich möglich sein sollte, über Cre­ate­Space pub­lizierte Büch­er auch im deutschen Buch­han­del bestellen zu kön­nen, das dann allerd­ings doch nicht funk­tion­iert, weil diese bei lib­ri kon­se­quent aus­ge­lis­tet wer­den.

Weil mich das inter­essierte, stellte ich am ver­gan­genen Mon­tag (25.08.2014) eine entsprechende Anfrage an die Pressekon­takt-Email bei lib­ri:

Sehr geehrte Damen und Her­ren,

es geht um die Frage, warum Büch­er des Anbeit­ers Cre­ate­Space nicht im lib­ri-Kat­a­log zu find­en sind. Nach ein­er Anfrage beim Zulief­er­er Ingram Con­tent Group äußerte dieser, dass sämtliche Cre­ate­Space-Büch­er an lib­ri über­mit­telt wer­den. Den­noch tauchen diese bis auf vere­inzelte Aus­nah­men nicht in den Buch­händler-Kat­a­lo­gen auf.
Ich bitte an dieser Stelle um eine Stel­lung­nahme, warum dies so ist und warum lib­ri offen­bar glob­al alle Cre­ate­Space-Büch­er aus­fil­tert. Ich weise darauf hin, dass die Antwort im Rah­men eines Artikels the­ma­tisiert wer­den wird.
Für eine Antwort bedanke ich mich im voraus.

Da bis zum heuti­gen Tag keine Antwort eing­ing, fragte ich erneut nach und fügte den Inhalt der ursprünglichen Mail nochmals bei. Daraufhin kam soeben tat­säch­lich eine Antwort – wenn man das dann als »Antwort« werten möchte:

Sehr geehrter Herr Holzhauer,

wir freuen uns über alle Infor­ma­tio­nen, die unseren Kat­a­log verbessern und danken Ihnen für den Hin­weis.

Falls hier ein tech­nis­ches Prob­leme vor­liegen sollte, wer­den wir dieses in Abstim­mung mit unserem Liefer­an­ten klären.

Mit fre­undlichen Grüßen

Ihr Mar­ket­ing Team

Ein­deutiger kann Abwim­meln kaum ausse­hen. Statt meine Anfrage zu beant­worten zieht man sich auf inhalt­slose Worthülsen zurück. Die Prob­lematik ist bei lib­ri bekan­nt, denn auch Philipp Win­ter­berg hat­te deswe­gen bere­its ange­fragt und offen­bar zumin­d­est eine etwas aus­führlichere Antwort bekom­men. Diese Ent­geg­nung auf meine Anfrage kann man nur als lächer­lich beze­ich­nen, denn sie beant­wortet nichts und nimmt auch nicht Stel­lung. Auch war meine Mail inhaltlich ein­deutig nicht als Hin­weis zu erken­nen, son­dern als Anfrage gedacht, die konkret um eine Stel­lung­nahme bat. Um diese möchte sich lib­ri offen­sichtlich drück­en. Es mag sich jed­er selb­st einen Reim darauf machen, warum man dort nicht antworten will …

p.s.: Ent­lar­vend finde ich zudem, dass noch nicht ein­mal ein Ansprech­part­ner namentlich genan­nt wird, son­dern der Absender schlicht (und unhöflich) »Ihr Mar­ket­ing Team« lautet.

Offener Brief: Interview mit Deutschlandradio Kultur

Offener Brief: Interview mit Deutschlandradio Kultur

SelfpublishingAm Mon­tag kam über­raschend eine Anfrage von Deutsch­landra­dio Kul­tur rein, ob man mit mir ein Inter­view über meinen offe­nen Brief zum The­ma Self­pub­lish­ing und Buch­han­del machen könne. Da habe ich nach kurzem Über­legen natür­lich zuge­sagt, wären es RTL oder Pro7 gewe­sen, hätte ich abgewunken (aber ich glaube ohne­hin nicht, dass bei let­zteren jemand weiß, wie man »Buch« schreibt).

Es war übri­gens nichts abge­sprochen, die haben mich kurz vor der Liveausstrahlung angerufen und dann ihre Fra­gen gestellt. Einen Mitschnitt des Inter­views kann man sich hier anhören.

Das rel­a­tiviert vielle­icht das ein oder andere, was ich im offe­nen Brief geschrieben habe. Der klingt natür­lich rel­a­tiv brachial, aber ich habe mit voller Absicht die Wort­wahl der Ver­lagsautoren adapiert, die sich als Hand­langer der Großver­lage instru­men­tal­isieren lassen, um zu zeigen, dass man diesel­ben Argu­mente auch aus ein­er anderen Sicht ein­set­zen kann.

Ich bin der Ansicht, dass wir ein Miteinan­der und Nebeneinan­der der unab­hängi­gen, der »kleinen« Pro­tag­o­nis­ten in diesem Markt drin­gend benöti­gen. Das wird viel sin­nvoller sein, als sich in der Auseinan­der­set­zung zwis­chen inter­na­tionalen Konz­er­nen auf eine Seite zu schla­gen, oder irgen­deinem davon die Rolle des »Bösen« zuschus­tern zu wollen.

Was aber über­haupt nicht zielführend ist,  sind Aus­sagen wie »das geht nicht, wir haben ›stan­dar­d­isierte Ver­fahren‹ «, wie sie ein (ver­mut­lich) Buch­händler in den Kom­mentaren zum offe­nen Brief getätigt hat. Ama­zons ›stan­dar­d­isierte Ver­fahren‹ sind näm­lich um Licht­jahre bess­er. Wie ein ander­er Buch­händler sagte: »Zur Not habe ich das Buch in zwei Minuten ins Waren­wirtschaftssys­tem eingegeben«. Na also: geht doch!