Lobbylutscherei: eBooks vom Geoblocking-Verbot ausgenommen

Lobbylutscherei: eBooks vom Geoblocking-Verbot ausgenommen

Die Europäis­che Union arbeit­et bere­its seit län­gerem an Verord­nun­gen, die dafür sor­gen, dass es kein Geoblock­ing von Kun­den mehr gibt. Damit kön­nte man dann europaweit Geräte und Dien­stleis­tun­gen einkaufen, ohne dass einem dabei Fil­ter in die Quere kom­men, die einen basiert auf dem Land, aus dem man stammt, block­ieren. Man nen­nt diesen Vor­gang Geoblock­ing.

Das soll angesichts der Real­itäten in ein­er dig­i­tal­isierten, glob­al­isierten Inter­netwelt abgeschafft wer­den, und das ist auch gut so, denn es ist nicht einzuse­hen, warum europäis­ch­er Bin­nen­markt oder Glob­al­isierung immer nur Fir­men zugute kom­men sollen, aber nicht Ver­brauch­ern.

Doch dank mas­siv­er Lob­b­yarbeit unter anderem des Börsen­vere­ins des Deutschen Buch­han­dels, sollen eBooks expliz­it von der Geoblock­ing-Vere­in­barung aus­geschlossen bleiben. Einen sach­lichen Grund dafür gibt es außer Pfrün­desicherung nicht, außer vielle­icht die Angst, dass die fos­sile und längst über­flüs­sig gewor­dene Buch­preis­bindung aufgewe­icht wer­den kön­nte.

Als Begrün­dung wird dabei unter anderem tat­säch­lich ange­bracht, dass

»auf­grund natür­lich­er Sprach­bar­ri­eren zwis­chen den Län­dern Verkäufe über Gren­zen hin­aus ohne­hin ger­ing blieben, und die notwendi­gen tech­nis­chen Investi­tio­nen, um über Gren­zen hin­weg zu verkaufen zu hoch wären«

… und dadurch kleine und mit­tlere Unternehmen gezwun­gen wür­den, aus dem Verkauf von Büch­ern auszusteigen.

Das ist natür­lich dummes Geschwätz, denn die Prob­leme, über Gren­zen hin­weg Waren zu verkaufen, hat jede Branche, nicht nur der Buch­han­del. Und wenn die gren­züber­greifend­en Verkäufe tat­säch­lich nicht ins Gewicht fall­en, wäre das in meinen Augen sog­ar eher ein Grund dafür, europaweites Verkaufen von eBooks zu ermöglichen. Das mit den kleinen Unternehmen ist Augen­wis­cherei und falsch, im Rah­men des gren­züber­greife­nen Anbi­etens von Dien­stleis­tun­gen, das vor eini­gen Jahren einge­führt wurde, hat der Geset­zge­ber ohne­hin vere­in­fachte Möglichkeit­en für kleine Anbi­eter geschaf­fen, um mit den geset­zlichen Vor­gaben beispiel­sweise in Sachen Umsatzs­teuer zurecht zu kom­men (Stich­wort: One-Stop-Shop). Und wenn so ziem­lich jed­er kleine Krauter das inzwis­chen kann, dann soll­ten es auch Buch­händler auf die Kette bekom­men kön­nen. Aber die ver­schlafen ja lieber auf ihrem san­ften Kissen namens Buch­preis­bindung weit­er­hin die Dig­i­tal­isierung – und diese Ein­flussnahme auf EU-Verord­nun­gen soll dafür sor­gen, dass sie auch nicht aufwachen müssen.

Grund für die Ein­wirkung auf die Poli­tik dürfte in meinen Augen eher sein, dass nicht-deutschsprachige eBooks in Deutsch­land maß­los über­teuert sind, und in anderen Län­dern erhe­blich gün­stiger gekauft wer­den kön­nten, sog­ar zum Teil noch gün­stiger als hierzu­lande ohne­hin bere­its bei Ama­zon.

Dass die EU-Poli­tik vor der Buchlob­by eingeknickt ist, finde ich offen gesagt zum Kotzen.

p.s.: Mit der Hil­fe von VPNs kann man Geoblock­ing mehr oder weniger legal umge­hen (möglicher­weise unter­sagen die AGB des jew­eili­gen Anbi­eters das).

Amazon Publishing und KNV: Das erwartete Mimimi! ist da

Amazon Publishing und KNV: Das erwartete Mimimi! ist da

Als ich gestern berichtete, dass Ama­zon Pub­lish­ing mit KNV kooperiert, um seine gedruck­ten Büch­er auch über den Buch­han­del verkaufen zu kön­nen, prophezei­hte ich Wider­stand des Buch­han­dels. Aber um eine solche Reak­tion vorherzuse­hen benötigt man in #neu­land wed­er die Fähigkeit­en eines Nos­tradamus, noch eine Kristal­lkugel.

Im Börsen­blatt fan­den sich dann auch bere­its gestern unter dem Titel »Ihr sägt an dem Ast, auf dem wir sitzen« die Mim­i­mi-Rufe der üblichen Pro­tag­o­nis­ten. Zitat:

Die Ankündi­gung von Ama­zon Pub­lish­ing, seine deutschsprachi­gen Titel als Print­büch­er über das Bar­sor­ti­ment KNV dem sta­tionären Buch­han­del anzu­bi­eten, stößt unter Buch­händlern auf bre­ite und heftige Ablehnung.

Nein! Damit kon­nte ja kein­er rech­nen!

Thalia winkt ab (deren Meth­o­d­en, um kleine Buch­händler als Konkur­ren­zen aus dem Ren­nen zu drück­en sind seit Jahren aus ein­schlägi­gen Medi­en­bericht­en bekan­nt). Aber auch Chris­t­ian Riet­müller von Osian­der und Hart­mut Fal­ter von der May­er­schen bekla­gen sich darüber, dass sie »die Gefahr ein­er abse­hbaren Tota­l­ab­hängigkeit des Self­pub­lish­ing-Mark­tes von Ama­zon« sehen.

Ja, dank der grot­ten­schlecht­en und allzu oft abzock­erischen Self­pub­lish­ing-Ange­bote der Branche ist der Online­händler aus Seat­tle hier mit weit­em Abstand Primus.

Nur geht es bei Ama­zon Pub­lish­ing gar nicht um Self­pub­lish­ing, denn dabei han­delt es sich um einen Ver­lag, der in seinen Imprints Büch­er zu ver­schiede­nen Gen­res ver­legt. Wir reden bei diesem The­ma nicht über Self­pub­lish­ing – und die Büch­er der Ama­zon-Tochter Cre­ate­Space kann man bis heute über­haupt nicht im Buch­laden kaufen. Haben die hohen Her­ren aus den Totholz-Tem­peln das nicht begrif­f­en?

Auch der gesamte restliche Börsen­blatt-Artikel stellt auf Self­pub­lish­ing ab. The­ma offen­sichtlich weit ver­fehlt. Außer­dem kön­nte die Branche im Bere­ich Self­pub­lish­ing ja auch ein­fach mal ein für Self­pub­lish­er brauch­bares, faires Ange­bot mit ähn­lich guten Kon­di­tio­nen wie Ama­zon schaf­fen. Dann wäre die Dom­i­nanz schnell vor­bei. Solange man jedoch nur auf schnell gedreht­es Geld schielt … Aber das geht, wie bere­its gesagt, am The­ma kom­plett vor­bei, eben­so wie die Tat­sache, dass danach über eRead­er schwadroniert wird, und wie toll doch ange­blich die ver­schiede­nen Aus­prä­gun­gen des Toli­no sind. Auch das geht meilen­weit am Kern vor­bei, denn bei der Zusam­me­nar­beit zwis­chen Ama­zon und KNV geht es in erster Lin­ie um Print­büch­er. Worüber schwafeln die da also alle? Haben die das The­ma nicht ver­standen? Nehmen die Dro­gen? Liegt es am Adren­a­lin auf­grund der Aktion KNVs?

Der Punkt ist: Ama­zon Pub­lish­ing ist ein Ver­lag, der seine Büch­er über den Buch­han­del verkaufen möchte. Das geschieht via KNV mit höchst­wahrschein­lich han­del­süblichen Kon­di­tio­nen, da das Ange­bot Ama­zon Pub­lish­ings im deutschen Buch­markt viel zu unbe­deu­tend ist, um Mörder-Kon­di­tio­nen raushauen zu kön­nen.

Aber statt sich zu freuen, dass sie auf diesem Weg endlich was vom Kuchen abbekom­men, geht das übliche Heulen und Zäh­neklap­pern ein­er fos­silen Branche los, wenn der Begriff »Ama­zon« fällt.

Und weit­er: Was soll die Weigerung, die Büch­er eines Ver­lags zu verkaufen, wenn Kun­den danach fra­gen? Ist das Kun­denser­vice? Ist es nicht, im Gegen­teil, der so gefoppte Kunde bestellt beim näch­sten Mal sofort bei Ama­zon und ist möglicher­weise für den sta­tionären Han­del ver­loren.

Aber eine andere Frage ist viel wichtiger: Wie unfass­bar arro­gant und unver­schämt ist es, die Pro­duk­te eines Ver­lages hochherrschaftlich nicht verkaufen zu wollen? Klar, wenn es um extreme Inhalte gehen würde, wie beispiel­sweise Volksver­het­zung oder Aufruf zu Gewalt, dann kön­nte ich ver­ste­hen, wenn Buch­händler sich weigern, die Pro­duk­te eines Ver­lags zu vertreiben. Aber wenn es um ganz nor­male Bel­letris­tik geht, dann muss man sich fra­gen, ob der Buch­han­del seine Posi­tion hier nicht schlicht miss­braucht, wenn er einen Verkauf ablehnt? Welche Ver­lage wird es als näch­stes tre­f­fen?

In meinen Augen ist das äußerst beden­klich. Und das erwartete »Mim­i­mi!« aus Rich­tung Buch­han­del ein weit­er­er Beweis für die Rück­ständigkeit ein­er Branche angesichts des dig­i­tal­en Wan­dels.

Alles wie erwartet im #neu­land.

Und Ama­zon ist erneut in aller Munde …

[Update 9:40]: State­ment im Buchre­port von Oliv­er Voer­ster, geschäfts­führen­der Gesellschafter bei KNV:

Es ist nicht die Auf­gabe eines Großhändlers, Titel auszu­sortieren, son­dern ein möglichst bre­ites Sor­ti­ment anzu­bi­eten.

Amazon Publishing-Titel jetzt im Buchhandel erhältlich – vermutlich

Amazon Publishing-Titel jetzt im Buchhandel erhältlich – vermutlich

Wie bekan­nt ist, ver­legt Ama­zon auch selb­st über seinen Ver­lagsableger Ama­zon Pub­lish­ing deutschsprachige Büch­er. Die gab es bis­lang nur beim Onlin­ev­ersender selb­st. Das hat sich seit gestern geän­dert, denn Ama­zon hat einen Ver­trag mit dem Bar­sor­ti­menter KNV geschlossen. Damit sind die ca. 800 Ama­zon Pub­lish­ing-Büch­er im Buch­han­del bestell­bar.

The­o­retisch.

Denn wie wir aus ver­gan­genen Szenar­ien wie beispiel­sweise dem Verkauf von Kin­dle-Geräten über den Buch­han­del im Rah­men von Ama­zon Source wis­sen, weigern sich viele Händler schlichtweg mit dem »bösen Feind« zusam­men­zuar­beit­en. Da hil­ft dann auch nicht die Ein­sicht, dass man selb­st ordentlich mit am Kuchen ver­di­enen würde und über­lässt Ama­zon lieber kom­plett das Feld. Was dazu führen kann, dass der Kunde dort beim näch­sten Mal direkt bestellt, statt beim unwilli­gen Buch­händler.

Aktuell ist das Ange­bot Ama­zon Pub­lish­ings noch eher über­schaubar und vor allem recht unbe­deu­tend, echte Block­buster find­et man darunter nicht. Aber nach dieser Ankündi­gung kön­nte man sich vorstellen, dass vielle­icht auch mal ein namhafter Best­seller­autor über Ama­zons Ver­lagss­parte veröf­fentlicht, und spätestens dann wer­den die Buch­händler umdenken müssen, wenn sie am Hype mitver­di­enen möcht­en.

Offen ist, welche Kon­di­tio­nen Ama­zon und KNV aus­ge­han­delt haben, aber ich gehe angesichts des über­schaubaren Port­fo­lios nicht davon aus, dass der Bar­sor­ti­menter dem Online­händler bessere eingeräumt hat, als anderen Ver­la­gen.

Ger­ade für Phan­tastik­fre­unde hat das Ange­bot von Ama­zons Ver­lagss­parte über das Imprint 47North einiges zu bieten (beispiel­sweise Char­lie N. Holm­bergs PAPIER­MAGI­ER-Rei­he). Allerd­ings würde ich per­sön­lich ohne­hin eher auf die viel prak­tis­chere eBook-Ver­sion zurück­greifen.

[Update: 30.11.2017] Wie erwartet

Logo Ama­zon Pub­lish­ing Copy­right Ama­zon Pub­lish­ing

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Neues von Captain Obvious: DVD-Verkauf im Buchhandel geht zurück …

Neues von Captain Obvious: DVD-Verkauf im Buchhandel geht zurück …

dvdHeute wird in einem Artikel auf der Onlin­ev­er­sion des Buchre­ports davon gesprochen, dass »die DVD-Verkauf­szahlen im Buch­han­del … drama­tisch einge­brochen« seien.

Nein? Doch! Oh!

Anmerkun­gen dazu:

1. Gerücht­en zufolge gibt es ja inzwis­chen ein tech­nis­ches High­light namens Blu-Ray … (die auch schon wieder vor der Ablö­sung ste­ht. Ich finde die aber in den aller­wenig­sten Buch­hand­lun­gen, die haben tat­säch­lich nur DVDs. Ver­mut­lich ein­fach zu mod­ern, das Zeug …)

2. Weit­eren Gerücht­en zufolge gibt es inzwis­chen ein weit­eres tech­nis­ches High­light namens Video On Demand, manche sagen auch Stream­ing dazu. (Aber wenn der Buch­han­del hier genau­so aufmerk­sam ist, wie bei der restlichen Dig­i­tal­isierung, bin ich guter Dinge, dass sie das mit dem Stream­ing unge­fähr im Juli 2027 mit­bekom­men)

3. Wenn man haupt­säch­lich alten Schmonz anbi­etet, statt aktueller Filme … (Ich weiß, manche nen­nen es »Klas­sik­er«, aber die find­et man nun­mal auch bei den Stream­ing­di­en­sten)

4. Die im Buch­han­del für fos­sile DVDs ange­sagten Preise kön­nten weniger utopisch sein. (Nein, es existiert keine Preis­bindung auf DVDs, da sollte man die Preise unge­fähr min­destens alle zehn Jahre mal dem Markt anpassen)

5. Ama­zon (oh, ich habe »Ama­zon« gesagt und werde zur Strafe jet­zt vom Buch­han­del mit Toli­no-DRM bewor­fen)

Bild DVD von User:Wanted, User:Lorian, aus der Wikipedia, CC BY-SA

 

PARADOX: Buchhandel pöbelt gegen Bastei Luebbe

PARADOX: Buchhandel pöbelt gegen Bastei Luebbe

Cover ParadoxWir erin­nern uns: vor kurz­er Zeit hat­te der SF-Roman PARADOX den Kin­dle Sto­ry­teller Award gewon­nen. Teil des Gewinnes war es, dass das selb­stver­legte Buch Phillip P. Peter­sons von Bastei Luebbe in ein Print­for­mat gebrach tund ver­trieben wer­den würde. Und das geschieht jet­zt auch. Oder zumin­d­est soll, es denn wie der Buchre­port berichtet, ereifern sich gewisse Buch­händler darüber, dass doch tat­säch­lich auf dem Cov­er darauf hingewiesen wird, dass der Roman den Sto­ry­teller Award gewon­nen hat. Beim Buchre­port kann man lesen:

Nicht nur bei Face­book ist darum eine hitzige Debat­te unter Buch­händlern ent­bran­nt, wo Bastei Lübbes Vorge­hen u.a. als »dreist« beze­ich­net wird. Die enge Zusam­me­nar­beit des Ver­lags mit Ama­zon sei »unglaublich« und ein »Schlag gegen den unab­hängi­gen Buch­han­del«, meint expliz­it Ravens­buch-Händler und Buy Local-Vor­sitzen­der Michael Rieth­müller. Er werde dem Titel keinen Platz auf der ohne­hin begren­zten Fläche ein­räu­men.

Dazu zwei Anmerkun­gen:

1. Wieviel Tinte haben die beim Buch­han­del eigentlich gesof­fen? Da geht es um einen Titel, der auss­chließlich via Ama­zon erwor­ben wer­den kon­nte, und den Bastei Luebbe nun als Print­buch vertreibt, wodurch auch die Buch­händler Anteil am Umsatz haben kön­nen, ohne dass die Kohle direkt zum ver­has­sten Beelze­bub Ama­zon geht. Und darüber bekla­gen die sich auch noch? Mein Kopf möchte inter­mit­tierend auf die Tis­ch­plat­te knallen ob dieses gigan­tis­chen Real­itätsver­lustes. Und auch die Tat­sache, dass sich die eigentliche Kri­tik dage­gen richtet, dass »Gewin­ner des Kin­dle Sto­ry­teller Award« auf dem Cov­er ste­ht, verbessert gar nichts. Selb­stver­ständlich wirbt man mit dem Gewinn. Die Forderung, das zu ent­fer­nen, kann ich nur als völ­lig kindisch und kom­plett über­zo­gen betra­cht­en. Ist denen nicht klar, dass ihr in meinen Augen strun­z­dummes Ver­hal­ten die Kun­den erst recht zu Ama­zon treibt?

2. Auch wenn ich Bastei Luebbe die ver­patzte Über­nahme von Beam-eBooks mit­samt der fol­gen­den Ser­vice-Katas­tro­phe ziem­lich übel nehme, muss man doch ein­deutig sehen, dass der Ver­lag ein­er der ganz weni­gen ist, die der Dig­i­tal­isierung und dem Medi­en­wan­del angemessen agieren, dazu gehört eben auch die Zusam­me­nar­beit mit Ama­zon bei diesem Titel. Und statt die pos­i­tiv­en Aspek­te zu sehen, die durch den Verkauf via Bastei Luebbe enste­hen, wird in Rich­tung des Ver­lags gepö­belt.

Real­satire.

Cov­er­ab­bil­dung Copy­right Phillip P. Peter­son

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Reality Check: Vortrag von Anja Bagus und Alex Jahnke

Reality Check: Vortrag von Anja Bagus und Alex Jahnke

Auf dem BuCon in Dreie­ich gab es in diesem Jahr einen Vor­trag von Anja Bagus und Alex Jahnke mit dem Titel »Real­i­ty Check« Er dreht sich ums Schreiben, darum, wie man ein Autor wird und was einem dabei alles begeg­nen (Harpyien!) und passieren kann, sowie um Self­pub­lish­ing und Fak­ten zu den The­men und zum Buch­markt.

Da ich Anjas und meinen Gemein­schafts­stand hüten sollte, kon­nte ich die Kam­era lei­der nur hin­stellen und musste dann wieder entschwinden, deswe­gen ist das Video lei­der ein wenig … sta­tisch … ;) Mein beson­der­er Dank muss hier dem Tütenknis­ter­er gel­ten, der seinen Jab am Anfang wirk­lich ernst genom­men hat.

[ytv]https://www.youtube.com/watch?v=iRPxdnXSbAM[/ytv]

Kleinverlage und der Buchhandel – Keinen Bock, Bücher zu verkaufen?

Kleinverlage und der Buchhandel – Keinen Bock, Bücher zu verkaufen?

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In der eingeschränk­ten schwarz-weiß-Welt­sicht des Buch­han­dels ist die Lage klar. Ama­zon wurde als das Böse an sich aus­gemacht und man wird nicht müde, darauf hinzuweisen, dass man dort gefäl­ligst nicht kaufen soll. Mit teil­weise außeror­dentlich hanebüch­enen Begrün­dun­gen und völ­lig außer Acht lassend, dass der Onlin­ev­ersender aus den USA ins­beson­dere im Bere­ich Kun­den­fre­undlichkeit die Nase Licht­jahre weit vorne hat. Man ver­sucht die Leser mit so hal­b­garen Kam­pag­nen wie »Vor­sicht! Buch!« oder »Buy Local« zu gewin­nen, statt ein­fach bess­er zu wer­den.

Dass der Slo­gan »Vor­sicht! Buch!« aber auch in ganz ander­er Hin­sicht stimmt, beweist ein Artikel von »Seit­en­flügel«, auf den ich heute hingewiesen wurde. Darin beklagt man sich konkret über einen unwilli­gen Buch­han­del, der offen­bar nicht die ger­ing­ste Lust hat, Büch­er zu verkaufen, sobald sie außer­halb des Main­streams oder der großen Ver­lage liegen. Da heißt es:

Wir küm­mern uns nun seit einem Jahr ver­stärkt um unser Buch­pro­gramm, das bis dahin ein Nebengeschäft war. Und unsere Analy­sen der Branche sind fatal: Der klas­sis­che Buch­han­del block­iert sich selb­st. Ama­zon hat all unsere Büch­er immer aufgenom­men, ange­boten, auf Lager bestellt, damit sie jed­erzeit liefer­bar sind. Die Großeinkäufer des sta­tionären Buch­han­dels (KNV, Lib­ri, Umbre­it) sind da viel träger, nach­läs­siger.

Den Rest des Artikel sollte man sich mal auf der Zunge zerge­hen lassen, ins­beson­dere die konkreten Fälle, die genan­nt wer­den. Man kann nur ver­muten, dass viele Buch­händler in einem Uni­ver­sum fern ab jeglich­er Real­ität leben, eingekuschelt in das warme, weiche Kissen aus jahrzehn­te­langer Preis­bindung und die fehlende Notwendigkeit kaufmän­nis­chen Denkens.

Einen ganz ähn­lichen Ton schlug neulich Joachim Kör­ber von der Edi­tion Phan­ta­sia auf Steglitz­Mind an. Der Artikel ist betitelt mit »Ich habe oft den Ein­druck, dass dem deutschen Buch­han­del nichts fern­er liegt, als Büch­er zu verkaufen.« Denn auch seine Erfahrun­gen mit Buch­hand­lun­gen sind seit Jahren ver­gle­ich­bar schlecht wie die aus dem oben genan­nten Beispiel.

Wir haben anfangs eine Menge Geld aus­gegeben und Adressen von Buch­händlern beim Börsen­vere­in gekauft, haben Wer­beak­tio­nen und Mail­ings gemacht, und die Res­o­nanz war gle­ich null. Ich habe oft den Ein­druck, dass dem deutschen Buch­han­del nichts fern­er liegt, als Büch­er zu verkaufen.

Auch dieses Inter­view außerst lesenswert.

Ich habe hier schon des Öfteren Ähn­lich­es behauptet, da mir solche Infor­ma­tio­nen bere­its unter der Hand von Klein­ver­la­gen bzw. deren Mitar­beit­ern gesteckt wur­den. Mit der Bitte, keine Namen zu nen­nen. Warum, kann man sich leicht vorstellen. Deswe­gen finde ich es umso schön­er, und über­aus mutig, dass das The­ma jet­zt auf diese Weise ein wenig öffentlich­er gemacht wird. ich habe allerd­ings die Befürch­tung, dass die ach so hehren Ver­fechter der Buch­han­delsethik, die es ange­ht, davon wieder mal nichts mit­bekom­men wer­den. Oder es ihnen weit­er­hin egal ist.

Und wenn man als Klein­ver­leger mit vorhan­den­er ISBN und teuer bezahltem VLB-Ein­trag schon diese Prob­leme hat, dann kann man sich vorstellen, wie es Self­pub­lish­ern geht.

Bild: Buch­hand­lung, aus der Wikipedia, geme­in­frei.

Houellebecq und Amazon – wo bleibt der Aufschrei des Buchhandels?

Houellebecq und Amazon – wo bleibt der Aufschrei des Buchhandels?

amazon_verbrennung

Wir erin­nern uns – es gab im April 2013 einen Zwer­ge­nauf­s­tand manch­er Buch­händler. Eine kurze Wieder­hol­ung: Con­ni ist ein junges Mäd­chen aus ein­er Bücher­rei­he für Her­anwach­sende aus dem Carlsen-Ver­lag. Die Autoren beg­in­gen eine unbeschreib­liche Dreistigkeit – die Pro­tag­o­nistin erhielt in einem der Büch­er einen Ama­zon-Geschenkgutschein. Nichts beson­deres, sollte man meinen, spiegelt die Leben­sre­al­ität junger Men­schen wieder. Beim Buch­han­del sah man das anders und es ging ein unbeschreib­lich pein­lich­es Gezeter los. Und – man mochte es kaum fassen – der Carlsen-Ver­lag hat vor diesen Anmaßun­gen gekuscht.

Jet­zt schreiben wir Jan­u­ar 2015. Vor kurzem ist die deutsche Aus­gabe von Michel Houelle­bec­qs umstrit­ten­em Roman UNTERWERFUNG erschienen. Darin bestellt der Pro­tag­o­nist nicht nur ein­mal, son­dern qua­si ständig bei Darth Ama­zon. Und kam es zu irgen­dein­er Reak­tion aus den Tem­peln des toten Holzes? In kein­ster Weise. Das kön­nte daran liegen, dass man das Geschäft mit dem Best­seller selb­stver­ständlich gern mit­nimmt, auch wenn darin das böse, böse Wort »Ama­zon« enthal­ten ist. Zudem würde Houelle­becq bei entsprechen­den Kri­tiken ver­mut­lich nur einen hochgereck­ten Mit­telfin­ger für die Nör­gler bere­i­thal­ten. Die Her­aus­ge­ber ein­er Kinder­buch­serie kann man natür­lich viel leichter damit erpressen, die Büch­er aus den Regalen zu nehmen.

Es ist so albern.

p.s.: UNTERWERFUNG erscheint in deutsch­er Über­set­zung bei DuMont und kostet als eBook sagen­haft gierige 18,99 Euro. Wenn es sich für diesen Mond­preis nicht vertick­en lässt, sind bes­timmt wieder die bösen Buch­pi­rat­en schuld.

Ver­bren­nungs­bild von Die­bold Schil­ling dem Äl­te­ren, auch schon seit dem 15. Jahr­hun­dert tot und des­we­gen ge­mein­frei. Ama­zon-Logo Co­py­right Ama­zon.

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NEUSCHWABENLAND: KNV möchte keine Stellung nehmen …

Neues aus NeuschwabenlandEnde August hat­te ich the­ma­tisiert, dass Alex Jahnkes satirisches Buch NEUES AUS NEUSCHWABENLAND bei KNV zwar im Kat­a­log gelis­tet wird, aber als nicht liefer­bar gekennze­ich­net ist – und es dadurch Buch­händler gibt, die das Buch nicht bestellen kön­nen – oder wollen (weil zuviel Aufwand).

Man hat­te mich auf meine dies­bezügliche Anfrage angerufen und mit­geteilt »die Kol­le­gin die da­für ver­ant­wort­lich ist, wäre aber noch bis Mitte Sep­tem­ber in Ur­laub und man könne sie erst dann dazu be­fra­gen.« Weit­er­hin wurde mir zuge­sagt, dass man »meine An­frage der Dame vor­le­gen will, wenn sie aus dem Ur­laub zu­rück ist, und ich soll dann Mitte Sep­tem­ber eine Ant­wort er­hal­ten, wa­rum das Buch aus­ge­lis­tet wurde.«

Ich hat­te mir das auf Wieder­vor­lage gelegt und am 16.09.2014 nochmals nachge­fragt.

Reak­tio­nen: gar keine.

Daraufhin habe ich gestern nochmal eine Email geschickt. Heute kam tat­säch­lich eine Reak­tion, allerd­ings ist die an Arro­ganz kaum zu über­bi­eten:

vie­len Dank für Ihre Anfrage. Wir möcht­en dazu jedoch keine Stel­lung nehmen.

Unglaublich. Man antwortet dem Ver­lag nicht auf die Anfrage, man antwortet mir nicht auf die Anfrage, und das obwohl Ende August eine Antwort zuge­sagt wurde.

Wir hal­ten fest: KNV lis­tet ein Buch als über ihren Kat­a­log nicht liefer­bar und entzieht sich jed­er Stel­lung­nahme darüber, warum das Buch nicht liefer­bar ist. Und das sowohl dem Ver­lag wie auch mir gegenüber. Ich halte das für ein unfass­bares und unfass­bar arro­gantes Ver­hal­ten. Warum möchte man diese Auskun­ft nicht geben? Weil es sich nur um einen Klein­ver­lag han­delt, und die in der Branche ohne­hin keinen inter­essieren? Würde ein­er der der deutschen Pub­likumsver­lags­di­nosauri­er eben­falls keine Antwort auf eine solche Anfrage bekom­men? Ich bezwei­fle es. Meinen die etwa auf­grund des Titels, es han­dle sich um Nazilit­er­atur? Falls ja, wurde die Zen­sur betrieben, ohne den Inhalt zu ken­nen, denn das Gegen­teil ist der Fall.

Es bleiben die Fra­gen offen: Warum weigert sich KNV ohne nachvol­lziehbare Begrün­dung, das Buch auszuliefern? Wie viele andere Büch­er wer­den von KNV uni­lat­er­al und ohne nachvol­lziehbare Gründe als nicht liefer­bar angezeigt?

Diese Branchen­spielchen sind angesichts der Konkur­renz der­art lächer­lich, dass es ger­adezu weh tut. Ach ja: Bei Ama­zon ist das Buch sofort liefer­bar.

Cov­er NEUES AUS NEUSCHWABENLAND Copy­right Edi­tion Rot­er Drache.

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Wenn der Börsenverein ein Hotel wäre …

Wenn der Börsenverein ein Hotel wäre …

Museum… ist ein Artikel in der Onlin­ev­er­sion des Börsen­blattes zur Zukun­ft­skon­ferenz 2014 betitelt. Mal abge­se­hen davon, dass ich »Zukun­ft« und »Börsen­vere­in« für nicht vere­in­bare Worte halte, kann ich auf die Frage eine Antwort geben:

Wenn der Börsen­vere­in ein Hotel wäre …

… wäre es von außen hüb­sch anzuse­hen und die Fas­sade top gepflegt, aber innen arg vergam­melt

… würde der 80-jährige Pfört­ner an der Rezep­tion ständig schlafen und unwirsch mur­ren, wenn er geweckt wird

… wären die Zim­mer staubig und voller Spin­nweben und die Toi­let­ten sind auf dem Gang

… fehlte im Schwimm­bad das Wass­er (und die Handtüch­er wären rau und kratzig)

… gäbe es keine Duschen, weil der Inhab­er einen solchen neu­modis­chen Mist nicht mag

… gäbe es beim Früh­stück keinen Kaf­fee, weil Ameri­ka noch nicht ent­deckt wurde

… wäre der Aufzug kaputt, aber das stört keinen, stattdessen schimpft man darüber, dass der Aufzug in der Pen­sion Ama­zo­nia funk­tion­iert …

Falls jeman­dem noch mehr ein­fällt: tut euch in den Kom­mentaren keinen Zwang an. :)

Bild von Pix­abay, CC0

 

Im Buchhandel bekommt man jedes Buch. Nicht.

Im Buchhandel bekommt man jedes Buch. Nicht.

Neues aus NeuschwabenlandMal abge­se­hen von der Self­pub­lish­er-Diskus­sion, brüstet sich der Buch­han­del ja gern mal damit, jedes Buch beschaf­fen zu kön­nen, das im VLB gelis­tet und/oder in einem der Kat­a­loge von beispiel­sweise lib­ri, Umbre­it oder KNV zu find­en ist. So weit die The­o­rie. Wer schon ein­mal ver­sucht hat, Büch­er aus Klein­ver­la­gen zu bestellen, der ken­nt aber die Real­ität: Trotz der teuren Ein­tra­gung ins VLB und trotz des Erwerbs ein­er ISBN-Num­mer kön­nen Büch­er nicht gefun­den wer­den.

Aktuelles Beispiel: Ich hat­te hier vor ein paar Wochen Alex Jahnkes Satire NEUES AUS NEUSCHWABENLAND vorgestellt. Es han­delt sich hier­bei nicht um ein Self­pub­lish­ing-Buch, es ist beim Ver­lag Edi­tion Rot­er Drache erschienen. Sucht man auf der KNV-Seite buchkatalog.de danach, dann bekommt man die Mel­dung »bei Buchkat­a­log nicht erhältlich« – und das, obwohl das Buch dur­chaus liefer­bar ist. Ama­zon kann es sofort liefern, eben­so wie der Ver­lag selb­st und auch lib­ri. Ver­sucht man es über bei KNV angeschlossene Buch­hand­lun­gen zu bestellen, stellen auch die fest, dass man es über den Bar­sor­ti­menter nicht bekom­men kann. Damit ist es effek­tiv nicht erwerb­bar, obwohl es defin­i­tiv liefer­bar ist (bei einem neuen Buch auch kein Wun­der).

Man muss sich die Frage stellen, warum KNV meint es nicht anbi­eten zu müssen. Wegen des The­mas? Was ist an einem satirischen Roman über Antark­tis-Nazis ehren­rührig? Und wenn dem tat­säch­lich so wäre: Wer gibt KNV das Recht, irgendwelche Büch­er nach Gut­sher­re­nart zu zen­sieren, und das offen­sichtlich ohne den Inhalt zu ken­nen? Und: Man darf davon aus­ge­hen, dass es sich bei diesem Buch nicht um einen Aus­nah­me­fall han­delt.

Warum das Buch nicht gelis­tet wird, hat der Ver­lag ver­sucht her­auszubekom­men und eine entsprechende Anfrage bei KNV gestellt. Es wird nie­man­den wirk­lich über­raschen, dass man dort offen­sichtlich kein­er­lei Ver­an­las­sung sah, in irgen­dein­er Art auf die höflich gestellte Anfrage zu antworten. Diese Art von Arro­ganz zeigt wieder ein­mal ganz deut­lich, dass es über­haupt keinen Sinn hat zu ver­suchen, sich mit den klas­sis­chen Struk­turen des Buch­han­dels zu arrang­ieren. Man hält es beim Bar­sor­ti­menter noch nicht ein­mal für nötig, auf berechtigte Fra­gen von Ver­la­gen zu antworten, warum ein Buch nicht liefer­bar ist.

Ich werde eben­falls noch ein­mal anfra­gen, mit Ver­weis auf diesen Artikel, und dann bericht­en, ob es zu irgen­dein­er Art von Reak­tion kam.

[Update 13:00 Uhr] Soeben erhielt ich einen Anruf von KNV. Die Dame sagte, es sei ihr nicht bekan­nt, warum das Buch im Kat­a­log gestrichen wor­den sei, die Kol­le­gin die dafür ver­ant­wortlich ist, wäre aber noch bis Mitte Sep­tem­ber in Urlaub und man könne sie erst dann dazu befra­gen. Es sei übri­gens nicht kor­rekt, dass das Buch nicht bestellt wer­den könne, Buch­händler erhal­ten nach ihren Aus­sagen den Hin­weis, es direkt beim Ver­lag zu bestellen. Man kann nur ver­muten, dass die Buch­händler das dann nicht tun, weil ihnen der Aufwand zu groß ist. Man will meine Anfrage der Dame vor­legen, wenn sie aus dem Urlaub zurück ist, und ich soll dann Mitte Sep­tem­ber eine Antwort erhal­ten, warum das Buch aus­ge­lis­tet wurde. Ich lege mir den Ter­min auf Wieder­vor­lage und frage ggfs. nochmals nach. Inter­es­sant finde ich allerd­ings dabei, dass bei KNV offen­bar eine einzelne Per­son ohne jegliche Begrün­dung entschei­den darf, welche Büch­er als nicht liefer­bar eingestuft wer­den und welche nicht …?

Cov­er NEUES AUS NEUSCHWABENLAND Copy­right Edi­tion Rot­er Drache

Offener Brief: Interview mit Deutschlandradio Kultur

Offener Brief: Interview mit Deutschlandradio Kultur

SelfpublishingAm Mon­tag kam über­raschend eine Anfrage von Deutsch­landra­dio Kul­tur rein, ob man mit mir ein Inter­view über meinen offe­nen Brief zum The­ma Self­pub­lish­ing und Buch­han­del machen könne. Da habe ich nach kurzem Über­legen natür­lich zuge­sagt, wären es RTL oder Pro7 gewe­sen, hätte ich abgewunken (aber ich glaube ohne­hin nicht, dass bei let­zteren jemand weiß, wie man »Buch« schreibt).

Es war übri­gens nichts abge­sprochen, die haben mich kurz vor der Liveausstrahlung angerufen und dann ihre Fra­gen gestellt. Einen Mitschnitt des Inter­views kann man sich hier anhören.

Das rel­a­tiviert vielle­icht das ein oder andere, was ich im offe­nen Brief geschrieben habe. Der klingt natür­lich rel­a­tiv brachial, aber ich habe mit voller Absicht die Wort­wahl der Ver­lagsautoren adapiert, die sich als Hand­langer der Großver­lage instru­men­tal­isieren lassen, um zu zeigen, dass man diesel­ben Argu­mente auch aus ein­er anderen Sicht ein­set­zen kann.

Ich bin der Ansicht, dass wir ein Miteinan­der und Nebeneinan­der der unab­hängi­gen, der »kleinen« Pro­tag­o­nis­ten in diesem Markt drin­gend benöti­gen. Das wird viel sin­nvoller sein, als sich in der Auseinan­der­set­zung zwis­chen inter­na­tionalen Konz­er­nen auf eine Seite zu schla­gen, oder irgen­deinem davon die Rolle des »Bösen« zuschus­tern zu wollen.

Was aber über­haupt nicht zielführend ist,  sind Aus­sagen wie »das geht nicht, wir haben ›stan­dar­d­isierte Ver­fahren‹ «, wie sie ein (ver­mut­lich) Buch­händler in den Kom­mentaren zum offe­nen Brief getätigt hat. Ama­zons ›stan­dar­d­isierte Ver­fahren‹ sind näm­lich um Licht­jahre bess­er. Wie ein ander­er Buch­händler sagte: »Zur Not habe ich das Buch in zwei Minuten ins Waren­wirtschaftssys­tem eingegeben«. Na also: geht doch!