Neues von Captain Obvious: DVD-Verkauf im Buchhandel geht zurück …

Neues von Captain Obvious: DVD-Verkauf im Buchhandel geht zurück …

dvdHeu­te wird in einem Arti­kel auf der Online­ver­si­on des Buch­re­ports davon gespro­chen, dass »die DVD-Ver­kaufs­zah­len im Buch­han­del … dra­ma­tisch ein­ge­bro­chen« sei­en.

Nein? Doch! Oh!

Anmer­kun­gen dazu:

1. Gerüch­ten zufol­ge gibt es ja inzwi­schen ein tech­ni­sches High­light namens Blu-Ray … (die auch schon wie­der vor der Ablö­sung steht. Ich fin­de die aber in den aller­we­nigs­ten Buch­hand­lun­gen, die haben tat­säch­lich nur DVDs. Ver­mut­lich ein­fach zu modern, das Zeug …)

2. Wei­te­ren Gerüch­ten zufol­ge gibt es inzwi­schen ein wei­te­res tech­ni­sches High­light namens Video On Demand, man­che sagen auch Strea­ming dazu. (Aber wenn der Buch­han­del hier genau­so auf­merk­sam ist, wie bei der rest­li­chen Digi­ta­li­sie­rung, bin ich guter Din­ge, dass sie das mit dem Strea­ming unge­fähr im Juli 2027 mit­be­kom­men)

3. Wenn man haupt­säch­lich alten Schmonz anbie­tet, statt aktu­el­ler Fil­me … (Ich weiß, man­che nen­nen es »Klas­si­ker«, aber die fin­det man nun­mal auch bei den Strea­ming­diens­ten)

4. Die im Buch­han­del für fos­si­le DVDs ange­sag­ten Prei­se könn­ten weni­ger uto­pisch sein. (Nein, es exis­tiert kei­ne Preis­bin­dung auf DVDs, da soll­te man die Prei­se unge­fähr min­des­tens alle zehn Jah­re mal dem Markt anpas­sen)

5. Ama­zon (oh, ich habe »Ama­zon« gesagt und wer­de zur Stra­fe jetzt vom Buch­han­del mit Toli­no-DRM bewor­fen)

Bild DVD von User:Wanted, User:Lorian, aus der Wiki­pe­dia, CC BY-SA

 

WALKING DEAD und SCOTT PILGRIM dominieren die US-Comic-Charts im Dezember

Es ist mit Sicher­heit auf die erfolg­rei­chen Ver­fil­mun­gen zurück zu füh­ren, dass die ers­ten Plät­ze des Niel­sen Book­Scan der US-Ver­käu­fe von Comics für den Dezem­ber von nur zwei Seri­en belegt wer­den: THE WALKING DEAD und SCOTT PILGRIM. Das dürf­te im Umkehr­schluss dann auch für Fort­set­zun­gen der Fil­me und Seri­en nicht eben nach­tei­lig sein…

Der Dezem­ber ist in die­ser Hin­sicht des­we­gen immer beson­ders inter­es­sant, da zur Weih­nachts­zeit deut­lich grö­ße­re Men­gen abge­setzt wer­den, als in den rest­li­chen Mona­ten des Jah­res.

BookScan Top 20 Graphic Novels in December 2010

RankTit­leAut­horPublisher
1THE WALKING DEAD COMPENDIUM ONEROBERT KIRKMANIMAGE COMICS
2SCOTT PILGRIM VOL. 1BRYAN LEE O’MALLEYONI PRESS
3THE WALKING DEAD VOL. 1ROBERT KIRKMANIMAGE COMICS
4SCOTT PILGRIM VOL. 2BRYAN LEE O’MALLEYONI PRESS
5THE WALKING DEAD VOL. 13ROBERT KIRKMANIMAGE COMICS
6SCOTT PILGRIM VOL. 3BRYAN LEE O’MALLEYONI PRESS
7VAMPIRE KNIGHT VOL 11MATSURI HINOVIZ MEDIA
8SCOTT PILGRIM VOL. 4BRYAN LEE O’MALLEYONI PRESS
9SCOTT PILGRIM VOL. 6BRYAN LEE O’MALLEYONI PRESS
10SCOTT PILGRIM VOL. 5BRYAN LEE O’MALLEYONI PRESS
11THE WALKING DEAD VOL. 2ROBERT KIRKMANIMAGE COMICS
12DC COMICS YEAR BY YEAR: A VISUAL CHRONICLE HCALAN COSWELLDK PUBLISHING
13THE WALKING DEAD BOOK 1 HCROBERT KIRKMANIMAGE COMICS
14SERENITY: THE SHEPHERD’S TALE HCJOSS WHEDONDARK HORSE
15SUPERMAN: EARTH ONE HCJ. MICHAEL STRACZYNSKIDC COMICS
16ROSARIO+VAMPIRE SEASON II VOL. 3AKIHISA IKEDAVIZ MEDIA
17NARUTO VOL. 49MASASHI KISHIMOTOVIZ MEDIA
18FABLES VOL. 14BILL WILLINGHAMVERTIGO
19DC COMICS SUPER HEROES AND VILLAINS FANDEX DLXRANDALL LOTOWYCZWORKMAN PUB
20BLEACH VOL. 33TITE KUBOVIZ MEDIA

Die verlogene Propaganda der Musikindustrie

Wir hören es seit Jah­ren, immer wie­der wort­reich vor­ge­tra­gen von Reprä­sen­tan­ten der Musik­in­dus­trie, wie bei­spiels­wei­se dem uner­träg­li­chen Die­ter Gor­ny: CD-Ver­käu­fe und Umsatz­zah­len gehen seit Jah­ren zurück und Schuld dar­an sind selbst­ver­ständ­lich die ille­ga­len Down­loads im Web.

Auf reak­tanz fin­det sich eine hoch­in­ter­es­san­te sta­tis­ti­sche Aus­wer­tung zu die­sem The­ma, die zu einem völ­lig ande­ren Ergeb­nis kommt. Die Aus­füh­run­gen dort sind kei­nes­wegs aus der Luft gegrif­fen, die genann­ten Zah­len basie­ren auf den offi­zi­el­len Jah­res­wirt­schafts­be­rich­ten der Musik­in­dus­trie.

Fakt ist: die Zah­len der ille­ga­len Down­loads sind seit Jah­ren im frei­en Fall, ohne dass das irgend­wel­che Aus­wir­kun­gen auf die Anzahl der ver­kauf­ten CDs hät­te. Zudem liegt die Anzahl ille­ga­ler Down­loads von Alben (CDs) deut­lich unter den ent­spre­chen­den Ver­kaufs­zah­len.

Damit ergibt sich natür­lich auch nicht, dass ille­ga­le Down­loads die Ver­käu­fe ankur­beln, aber das ist eine ganz ande­re Geschich­te, für die mei­ner Ansicht nach mög­li­cher­wei­se auch ande­re (demo­gra­fi­sche) Zah­len her­an gezo­gen wer­den müs­sen. Fakt bleibt aber: Die Zahl der ille­ga­len Down­loads ist seit 2003 um mehr als die Hälf­te zurück gegan­gen, ohne dass sich die Zahl der CD-Ver­käu­fe ver­än­dert hät­te. Umsatz­ein­bu­ßen müs­sen also ande­re Grün­de haben, bei­spiels­wei­se gesun­ke­ne CD-Prei­se.

Auf reak­tanz wer­den die Zah­len mit­tels sehr anschau­li­cher Dia­gram­me ver­deut­licht, die bewei­sen, dass die zwei Haupt­the­sen der Musik­in­dus­trie

  • je mehr ille­gal her­un­ter­ge­la­den wird, des­to weni­ger CDs wer­den gekauft
  • je mehr ille­gal her­un­ter­ge­la­den wird, des­to gerin­ger sind die Umsät­ze der Musik­in­dus­trie

ziem­lich halt­lo­ser Bull­shit sind.

Ich wür­de mir wün­schen, dass die Medi­en die­se nach­weis­ba­ren Zah­len und Sta­tis­ti­ken und damit die Lügen der Musik­in­dus­trie mal laut­stark the­ma­ti­sie­ren wür­den, aber das wird wohl ein from­mer Wunsch blei­ben…

Des­halb: WEITERSAGEN!

Creative Commons License

Dia­gramm: reak­tanz, CC-Lizenz

via Cynx

BREE TANNER verkauft sich prächtig – trotz kostenloser Online-Version

Seit einer Woche ist Ste­phe­nie Mey­ers Novel­le THE SHORT SECOND LIFE OF BREE TANNER (dt. DAS KURZE ZWEITE LEBEN DER BREE TANNER) in Groß­bri­tan­ni­en käuf­lich zu erwer­ben. Zuvor hat­te es das Buch auf breetanner.com online zum kos­ten­lo­sen vor­ab-Lesen gege­ben.

Ent­ge­gen den Unken­ru­fen ins­be­son­de­re aus den Rei­hen deut­scher Ver­le­ger tat das den Ver­kaufs­zah­len aber kei­nen Abbruch, ganz im Gegen­teil: Laut Book­sel­ler ver­kauft sich BREE TANNER wie geschnit­ten Brot und konn­te in der ers­ten Woche 136,995 Kopi­en abset­zen, das erzeug­te einen Umsatz von 778,400 Pfund (aktu­ell ca. 937.155 Euro). Abge­se­hen von J. K. Row­lings Roma­nen ist das die bes­te Erst­ver­kaufs­wo­che eines Buches in Groß­bri­tan­ni­en seit dem Start der Sta­tis­tik im Jahr 2001. Num­mer zwei der Lis­te war bis­her Patri­cia Corn­wells SCARPETTA FACTOR, die­ses wur­de von BREE TANNER unge­fähr um den Fak­tor fünf über­trof­fen.

So viel zu den ewig mie­se­pe­tri­gen Mah­nern in der Buch­bran­che, die vor einer »Kan­ni­ba­li­sie­rung« des Mark­tes durch Vor­ab­ver­öf­fent­li­chun­gen im Netz war­nen und das Web eher als Risi­ko denn als Chan­ce anse­hen… Think again.

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Cover BREE TAN­NER Co­py­right 2010 Litt­le, Brown Young Re­a­ders

…und mal wieder ein Rekord für AVATAR

Poster AvatarIch weiß, die Berich­te über Rekor­de im Zusam­men­hang mit Came­rons Block­bus­ter nut­zen sich lang­sam ein wenig ab und ich gelo­be Bes­se­rung. Den­noch woll­te ich es mir nicht meh­men las­sen, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass in den USA seit dem Erst­ver­kaufs­tag von AVATAR auf Sil­ber­schei­be am letz­ten Don­ners­tag mehr als 6,7 Mil­lio­nen Exem­pla­re abge­setzt wur­den; 2,7 Mil­lio­nen davon waren Blu-Rays – damit ist das die best­ver­kauf­te Blu-Ray aller Zei­ten (was noch nicht viel bedeu­tet, denn so lan­ge gibt es das Medi­um noch nicht).

Der bis­lang best­ver­kauf­te Film auf Sil­ber­schei­be war DARK KNIGHT, der brach­te es am Erst­ver­kaufs­tag auf 2.7 Mil­lio­nen Ein­hei­ten, AVATAR schaff­te in die­sem Zeit­raum 3.2 Mil­lio­nen.

Der bis­he­ri­ger Ver­kaufs­er­lös der AVA­TAR-Sil­ber­lin­ge beläuft sich auf 130 Mil­lio­nen Dol­lar.

Das zeigt zwei­er­lei: zum einen wer­den erfolg­rei­che und gut gemach­te Fil­me offen­bar auch gekauft. Zum ande­ren fragt man sich, ob noch nicht durch­ge­si­ckert ist, dass der Film in einer erwei­ter­ten Fas­sung im August noch­mals in die Kinos kommt, oder ob das den Kun­den egal ist? Aber ich hab gut reden, ich habe ihn mir ja auch sofort bestellt, denn das Ama­zon-Ange­bot war mit EUR 7,89 für die DVD her­aus­for­dernd gut…

Kino­pla­kat AVATAR Copy­right 2009 20th Cen­tu­ry Fox

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