Wikipedia.de – oder auch: misogynemaennerclique.de

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Update (15:00 Uhr): Die Her­ren­rie­ge scheint echt ange­pisst, der Arti­kel zu The­re­sa Han­nig hat inzwi­schen den drit­ten Lösch­an­trag.

Vor­her: Ihr erin­nert euch an den Arti­kel neu­lich zur Sei­te auf der deut­schen Wiki­pe­dia mit dem The­ma SF-Autorin­nen? Die hat­te bekannt­lich sofort einen Lösch­an­trag wegen feh­len­der Rele­vanz ver­passt bekom­men. Nach Dis­kus­sio­nen wur­de der ange­pisst klin­gend zurück­ge­nom­men.

Kurz dar­auf wur­de aller­dings – wie bereits von mir erwar­tet – ein neu­er Lösch­an­trag gestellt. Das kann der Hau­fen selbst­ver­lieb­ter Grö­ßen­wahn­sin­ni­ger in dem Laden ja so oft machen, wie sie lus­tig sind und es reicht nicht etwa ein abge­lehn­ter Antrag (»mann« kann unlie­bi­ge Sei­ten bei­spiels­wei­se ein­fach nach Wochen neu für die Löschung vor­schla­gen, wenn die Wogen sich geglät­tet haben. Dann geht das ohne Dis­kus­si­on durch, falls nie­mand die Sei­te beob­ach­tet).

Somit ging die vor­geb­li­che Demo­kra­tie in der deut­schen Wiki­pe­dia erneut ihren Weg. Denn man muss es ganz offen sagen: mit ech­ter Demo­kra­tie wie behaup­tet hat das da nichts mehr zu tun, die Ver­ant­wort­li­chen agie­ren nach Guts­her­ren­art. Auf der Dis­kus­si­ons­sei­te zum Lösch­an­trag gab es erneut eine deut­li­che Mehr­heit gegen die Löschung (Quel­le).

Lösch­an­trag 1:

Wer­tungAnzahl
behal­ten32
unklar3
löschen4

Lösch­an­trag 2:

Wer­tungAnzahl
behal­ten30
unklar11
löschen16

Das hat die Ego­ma­nen dort aller­dings nicht die Boh­ne inter­es­siert: In einer uni­la­te­ra­len Ent­schei­dung und gegen die Stim­men der Mehr­heit wur­de die Sei­te ges­tern gelöscht.

Ein Blick in die Regeln des Ladens zeigt, dass man da gern unter sich bleibt und die Mei­nung des Rests der Welt für den Män­ner­bund völ­lig wum­pe ist:

An der Abstim­mung dür­fen nur Stimm­be­rech­tig­te teil­neh­men (…) :
– Ange­mel­de­ter Wiki­pe­dia-Benut­zer mit
– min­des­tens zwei Mona­ten akti­ver Mit­ar­beit und
– min­des­tens 200 Bear­bei­tun­gen im Arti­kel-Namens­raum, davon min­des­tens 50 in den letz­ten 12 Mona­ten.

200 Edits im Arti­kel-Namens­raum, dar­un­ter min­des­tens 50 in den letz­ten zwölf Mona­ten, das ist ers­tens ein pri­ma Aus­schluss­kri­te­ri­um, mit dem man so ziem­lich alles weg­bo­xen kann, was von Neu­en kommt. Zwei­tens schafft man das ver­mut­lich nur, wenn man noch bei Mut­ti im Kel­ler lebt und kein ande­res Leben hat. Mit wel­cher Begrün­dung schließt man somit so ziem­lich jede/n außer­halb des eli­tä­ren Hau­fens aus demo­kra­ti­schen Pro­zes­sen aus? Weil der Rest der Welt kei­ne Ahnung hat? Oder weil man gern wei­ter nach Belie­ben unter sich mau­scheln will? Dabei ist mir selbst­ver­ständ­lich klar, dass man bei so einem Mam­mut­werk wie der Wiki­pe­dia Regeln auf­stel­len muss, aber die soll­ten eine gewis­se Fle­xi­bi­li­tät auf­wei­sen und den Rest der Welt nicht pau­schal aus der Mei­nungs­fin­dung aus­schlie­ßen. Zumal bei­spiels­wei­se die eng­lisch­spra­chi­ge Aus­ga­be kei­ne Pro­ble­me mit der Lis­tung von Frau­en hat. War­um also in Deutsch­land? Ach ja, Lis­ten von Frau­en, es wird noch viel ulki­ger:

Wiki­me­dia Deutsch­land hat im Jahr 2016 ver­sucht, sich pro Frau­en zu posi­tio­nie­ren, es war offen­bar auf­ge­fal­len, dass die in der deut­schen Aus­ga­be der Online-Enzy­klo­pä­die mas­siv unter­re­prä­sen­tiert sind. In dem Blog­bei­trag fin­den sich ver­link­te Arti­kel wie bei­spiels­wei­se »Frau­en in der Wis­sen­schaft« oder »Frau­en in der Kul­tur«. Wenn das alles und noch viel mehr geht, wo zum Teu­fel ist dann das Pro­blem mit einer Lis­te von SF-Autorin­nen? Oder will Wiki­me­dia Deutsch­land das The­ma nur zulas­sen, wenn es PR gene­riert? Oder hat Wiki­me­dia Deutsch­land ein­fach nur sei­ne Admi­nis­tra­to­ren-Hools nicht im Griff und die kon­ter­ka­rie­ren die­se Bestre­bun­gen? Oder haben die bei Wiki­me­dia Deutsch­land schlicht­weg kei­nen blas­sen Schim­mer, was da abgeht? Alle Optio­nen wären beschä­mend für den Laden.

Zusätz­lich gibt es jetzt auch noch einen Lösch­an­trag gegen die Sei­te der SF-Autorin The­re­sa Han­nig, die die Lis­te ange­regt und ange­legt hat. Das sieht für mich ganz klar nach einer Ver­gel­tungs­maß­nah­me des miso­gy­nen Män­ner­clubs aus, ins­be­son­de­re da der Lösch­an­trag anonym gestellt wur­de, also nur die IP-Adres­se des Antrag­stel­lers zu sehen ist (übri­gens etwas, wofür man in dem Laden ansons­ten von den Wich­tig­tu­ern ordent­lich run­ter gemacht wird). Sol­che Aktio­nen sind bekannt­lich eben­falls nicht ohne Prä­ze­denz­fall, bereits netzpolitik.org hat­te berich­tet (folgt! dem! Link!), dass die Hoo­li­gans dort sich zusam­men­rot­ten, um Edi­to­rin­nen kon­zer­tiert weg­zu­mob­ben und sogar zu Doxen. Das über­schrei­tet mei­ner Ansicht nach bereits die Gren­ze zu straf- und/oder zivil­recht­lich rele­van­tem Han­deln und Wiki­me­dia Deutsch­land e.V. hät­te mei­ner Ansicht nach die Pflicht bei so etwas ein­zu­schrei­ten.

Man­geln­de Rele­vanz gibt es übri­gens tat­säch­lich nicht, denn The­re­sa Han­nig hat mit ihrem Buch DIE OPTIMIERER nicht nur den Ste­fan Lüb­be Preis, son­dern auch noch den Seraph gewon­nen.

Die Nach­richt ist klar: Wenn du uns hier ans Bein pisst, dann zei­gen wir es dir. Es han­delt sich in mei­nen Augen ein­deu­tig um eine Macht­de­mons­tra­ti­on.

Also – Erneut der Auf­ruf: geht auf den Lösch­an­trag zur Autoren­sei­te und sagt eure Mei­nung dazu. Selbst­ver­ständ­lich müsst ihr euch dar­über im Kla­ren sein, dass den Ver­ant­wort­li­chen bei der Wiki­pe­dia eure Mei­nung völ­lig scheiß­egal ist und sie die Sei­te am Ende trotz­dem ein­fach löschen, egal wie die Ergeb­nis­se der Abstim­mung aus­se­hen wer­den.

Und auch hier erneut der Auf­ruf: Falls ihr an die deut­sche Wiki­pe­dia spen­det, dann stellt die­se Spen­den ein und teil dem Laden mit, dass es kei­ne wei­te­ren Zah­lun­gen gibt, bis der Laden aus grö­ßen­wahn­sin­ni­gen Hoo­li­gans aus­ge­ho­ben wur­de.

Neu­lich wur­de mir vor­ge­wor­fen ich wür­de mit zu har­schen Wor­ten gegen die miso­gy­ne Män­ner­cli­que agie­ren. Nach dem was hier abgeht fal­len mir noch sehr viel har­sche­re Wor­te ein. Die wären aller­dings mög­li­cher­wei­se jus­ti­tia­bel …

Ich möch­te noch Fol­gen­des zitie­ren, denn ich stim­me dem teil­wei­se zu:

Mein Opti­mis­mus hält sich auch in gewis­sen Gren­zen, aber war­ten wir es ein­fach mal ab … Viel­leicht fin­den wir ja Hebel­punk­te zum Anset­zen.

Die Lis­te der SF-Autorin­nen fin­det man bis auf wei­te­res trotz­dem woan­ders im Web. Das Netz ver­gisst nichts und wenn die Honks in der deut­schen Wiki­pe­dia ver­su­chen das weg­zu­hau­en, kommt es halt zeit­wei­lig anders­wo hin. Bis wir es wie­der in der deut­schen Wiki­pe­dia haben.

Update: Es wird jetzt auch dar­über dis­ku­tiert, ob die Löschun­gen regel­kon­form waren. Die Argu­men­te der »pro Löschung«-Fraktion muss man sich mal zu Gemü­te füh­ren, denen wünscht man eine Rea­li­täts­wahr­neh­mung, die auch zur Rea­li­tät passt …

Nur mal ein Bei­spiel zu den »Argu­men­ten«, die die Irren da vor­brin­gen (natür­lich anonym):

Hier besteht m.M.n. ein deut­li­cher Inter­es­sen­kon­flikt des Erstel­lers der Sei­te, der Autorin The­re­sia Han­nig, da die genann­te Autorin selbst Sci-Fi-Autorin ist; ich ver­mu­te, dass die Lis­te dem Selbst­zweck als Wer­bung die­nen soll. Sei­tens Twit­ter wird über den Benut­zer­ac­count »A_Juretzki«, ihres Zei­chens eben­falls Sci-Fi-Autorin, Stim­mungs­ma­che für die Sei­te ver­brei­tet, was auch die Auf­merk­sam­keit zum Arti­kel erklärt[57]. Mei­ner Mei­nung nach: Arti­kel red­un­dant, Arti­kel kann weg, Wiki­pe­dia ist kei­ne femi­nis­ti­sche Kampf­platt­form. –80.187.99.130 01:02, 25. Mär. 2019 (CET)

Update (16:00 Uhr): Die gelösch­te Lis­te von SF-Autorin­nen wur­de durch eine Admi­na wie­der­her­ge­stellt.

Deutsche Wikipedia gegen Selfpublisher

Deutsche Wikipedia gegen Selfpublisher

Neu­lich hat­ten wir ja das The­ma »Wiki­pe­dia« bereits. Heu­te muss ich es aus aktu­el­lem Anlass gleich noch­mal anspre­chen, dies­mal geht es um Self­pu­blisher. Per­sön­lich habe ich schon vor Jah­ren auf­ge­ge­ben, dort in der Hin­sicht etwas bei­tra­gen zu wol­len, denn den reak­tio­nä­ren Admins dort sind Self­pu­blisher nicht »gut« genug, um sie auf­neh­men zu wol­len. Nun könn­te man anneh­men, dass sogar viel­leicht in der deut­schen Wiki­pe­dia irgend­wann mal die aktu­el­le Rea­li­tät ankommt, aber lei­der ist das nicht der Fall, man gibt sich dort wei­ter evo­lu­ti­ons­re­sis­tent, wie bei ande­ren The­men auch. Man muss sich sogar fra­gen, was hin­ter dem fana­tisch zu nen­nen­den Ableh­nen ent­spre­chen­der Ein­trä­ge und Ergän­zun­gen steht, denn Infor­ma­ti­ons­wil­le und der Wunsch nach voll­stän­di­gen Infor­ma­tio­nen kann es nicht sein.

Aktu­el­les Bei­spiel: Es geht um den Text »Selbst­ver­lag«. Dort wer­den Ände­run­gen mit sinn­lo­sen Phra­sen abge­wie­sen bzw. deren Wahr­heits­ge­halt in Fra­ge gestellt.

Es soll­te bei­spiels­wei­se das Detail hin­zu­ge­fügt wer­den, dass Selfpublisher*Innen jetzt Mit­glied im Ver­band der deut­schen Schrift­stel­le­rin­nen und Schrift­stel­ler wer­den kön­nen.

Das wur­de als nicht hin­rei­chend belegt abge­bü­gelt. Der Hin­weis auf die Sat­zung des Ver­eins wur­de als Beleg ernst­haft nicht aner­kannt, aus wel­chen Grün­den auch immer (ich sehe als Grund nur die Arro­ganz des selbst­er­nann­ten Ober­be­treu­ers der Sei­te, der Nut­zer auch gleich mal ober­leh­rer­haft zusam­men­stutzt und davon aus­geht, dass jeder sämt­li­che Gepflo­gen­hei­ten der Sei­te ken­nen muss, sie­he die Dis­kus­si­ons­sei­te zum Arti­kel). Übri­gens wer­den offen­bar Blog­ar­ti­kel und ande­re Quel­len im Web nicht aner­kannt, man akzep­tiert nur Bele­ge aus Feuil­le­tons – also aus Tot­holz­me­di­en – sowie ande­re Wiki­pe­diaar­ti­kel (die genau­so ver­al­tet sind). Dass die Tot­holz­me­di­en prin­zip­be­dingt nicht immer aktu­ell sein kön­nen ist das ers­te Pro­blem. Das zwei­te Pro­blem ist die Tat­sa­che, dass ganz offen­sicht­lich kor­rek­te und beleg­te Quel­len mit faden­schei­ni­gen Argu­men­ten für nich­tig erklärt wer­den. Das drit­te Pro­blem ist, dass eine Pri­mär­quel­le schwe­rer wie­gen soll­te, als irgend­ei­ne Sekun­där­quel­le wie die Wiki­pe­dia.

Wenn man sich die Dis­kus­si­on durch­liest muss man lei­der erneut fest­stel­len, dass hier erneut das Ego eines Wiki­pe­dia-Admins kor­rek­ten und aus­führ­li­chen Infor­ma­tio­nen im Weg steht.

Die­ser Arti­kel ist aller­dings nicht das ein­zi­ge Pro­blem. Arti­kel zu Selfpublisher*Innen wer­den fast durch die Bank weg gelöscht, mit ähn­li­chen hane­bü­che­nen Begrün­dun­gen. Selbst­ver­ständ­lich fin­det man dazu so gut wie kei­ne Tex­te in den Feuil­le­tons von FAZ und Co. Es gibt aller­dings hau­fen­wei­se Infor­ma­tio­nen dazu im Web, die aller­dings fast immer als »nicht seriö­se Quel­len« abge­tan wer­den.

Ich fän­de es per­sön­lich ers­tens äußerst ange­nehm, wenn alten Män­ner mit Kugel­schrei­bern in der deut­schen Wiki­pe­dia end­lich mal im Jahr 2019 ankom­men wür­den und fest­stel­len, wie die Welt um sie her­um inzwi­schen tickt. Den Geist der Edi­to­ren zeigt ein­deu­tig auch das ers­te Bild im Self­pu­bli­shing-Arti­kel, das ein Cover aus dem Jahr 1847 (!) zeigt. Das nen­ne ich mal aktu­ell. Im Text steht ernst­haft:

Die Wert­schät­zung von lite­ra­ri­schen Ver­öf­fent­li­chun­gen im Selbst­ver­lag unter­lie­gen vor­der­hand den­sel­ben Kri­te­ri­en wie Ver­öf­fent­li­chun­gen durch Ver­la­ge, d. h. deren Erfolg misst sich an ver­kauf­ten Exem­pla­ren sowie an der Wahr­neh­mung durch die Lite­ra­tur­kri­tik.

Ernst­haft? »Wahr­neh­mung durch die Lite­ra­tur­kri­tik«? Ich lach mich tot! Deut­li­cher als mit die­sen Wor­ten ist wohl kaum klar­zu­stel­len woher da der Hase läuft. Man muss sich ange­sichts sol­cher Fehl­ein­schät­zun­gen fra­gen, wel­che alten Seil­schaf­ten da ihre Fin­ger im Spiel haben mögen? Aller­dings hal­te ich man­geln­de Kom­pe­tenz bei dem The­ma bei den Admins für deut­lich wahr­schein­li­cher als Ver­schwö­rungs­theo­ri­en. Noch ein Bei­spiel:

Doch die feh­len­de „Aus­le­se“ durch einen regu­lä­ren Ver­lag wie auch das damit ver­bun­de­ne Feh­len eines als qua­li­fi­ziert erach­te­ten Lek­to­rats lässt eben auch mehr­heit­lich „vani­ty publisher“ bzw. „Hob­by-Autoren“ als Selbst­ver­le­ger zu, deren Ver­öf­fent­li­chun­gen meist jede aner­ken­nens­wer­te lite­ra­ri­sche Text­qua­li­tät ver­mis­sen las­sen.

(Her­vor­he­bung von mir)

Ver­öf­fent­li­chun­gen von Self­pu­blishern las­sen also meist jede aner­ken­nens­wer­te lite­ra­ri­sche Text­qua­li­tät ver­mis­sen. Wenn das ein Kri­te­ri­um ist, fal­len mir auf Anhieb eine Rei­he von Ver­lags­ver­öf­fent­li­chun­gen ein, die die deut­sche Wiki­pe­dia nicht mal am Ran­de erwäh­nen dürf­te. Und wie defi­niert sich eigent­lich exakt »lite­ra­ri­sche Text­qua­li­tät«? Hier schwin­gen sich wie an so vie­len ande­ren Stel­len in der Enzy­klo­pä­die Admins unkon­trol­liert als Tor­wäch­ter auf. Edit: Und man muss den Ein­druck gewin­nen, es sei­en vor­gest­ri­ge Tot­holz-Anhän­ger für die Sei­ten ver­ant­wort­lich, die neue Publi­ka­ti­ons­we­ge und eBooks grund­sätz­lich ableh­nen.

Der Text zu Self­pu­bli­shing hat so vie­le pro­ble­ma­ti­sche Punk­te, dass ich an die­ser Stel­le nicht auf alle ein­ge­hen kann und möch­te. Wer sich mal mit der The­ma­tik aus­ein­an­der­ge­setzt hat, wird sie ohne­hin leicht erken­nen.

Zwei­tens bin ich der Ansicht, dass es mit dem Laden Wiki­pe­dia so nicht mehr wei­ter­ge­hen darf und den selbst­ver­lieb­ten Ego-Admins mit Anflü­gen von Grö­ßen­wahn end­lich das Hand­werk gelegt wer­den muss. Eben­so muss der Män­ner­club aus­ge­ho­ben wer­den, der dort femi­nis­ti­sche The­men ver­hin­dert und Edi­to­rin­nen aktiv und gera­de­zu mafi­ös her­aus­mobbt.

Mög­li­cher­wei­se muss der Spen­den sam­meln­de Ver­ein Wiki­me­dia Deutsch­land e. V. end­lich ein­grei­fen. Das wird der aller­dings nicht tun, solan­ge kein Druck ent­steht. Druck kann bei­spiels­wei­se dadurch ent­ste­hen, dass man sei­ne Spen­den­zah­lun­gen an den Ver­ein ein­stellt und dabei gleich begrün­det, war­um man das tut. Übri­gens soll­te man sich zum The­ma »Spen­den an die Wiki­pe­dia« auch gleich mal die­sen Text bei der Süd­deut­schen Zei­tung durch­le­sen. Da er von einem Tot­holz­me­di­um kommt, dürf­te er von den Admins als vali­de aner­kannnt wer­den … Es sei denn, das Ego steht im Weg.

Der Rele­vanz­fe­tisch der Admins der deut­schen Wiki­pe­dia muss eben­so abge­schafft wer­den wie das gott­kai­ser­ar­ti­ge Auf­tre­ten man­cher Inhal­te­be­treu­er. Dazu bedarf es bes­se­rer neu­tra­ler Kon­trol­le der Inhal­te. Das ein­zu­füh­ren und durch­zu­set­zen müss­te die Auf­ga­be von Wiki­me­dia Deutsch­land e. V. sein, Geld um das anzu­ge­hen haben sie mehr als genug.

Noch.

Der Sumpf aus Grö­ßen­wahn, typi­schem deut­schem Büro­kra­tie­fe­tisch und Män­ner­club muss drin­gend aus­ge­ho­ben wer­den, damit aus der deut­schen Wiki­pe­dia wie­der ein neu­tral berich­ten­des Nach­schla­ge­werk wer­den kann, das detail­lier­te und kor­rek­te Infor­ma­tio­nen lie­fert. Auch zu The­men die den Admins nicht in den Kram oder ins Welt­bild pas­sen.

Ich weiß von vie­len, wirk­lich vie­len, ehe­ma­li­gen Edi­to­ren, die ihren Kampf gegen das reak­tio­nä­re Régime dort auf­ge­ge­ben haben, da der Zeit­auf­wand, um gegen die­se Cli­que anzu­tre­ten ein­fach viel zu hoch ist (ich bin einer davon und tra­ge nur noch zur eng­li­schen Aus­ga­be bei). Die und noch vie­le mehr soll­ten Wiki­me­dia Deutsch­land e. V. end­lich mal die Mei­nung sagen – und ich wie­der­ho­le mich: auch mit dem Ein­stel­len der Spen­den­zah­lun­gen dro­hen oder das tun, zumin­dest so lan­ge bis deut­li­che Ver­bes­se­run­gen ein­tre­ten.

Hier die Kon­takt­mög­lich­kei­ten zum Ver­ein:

Wiki­me­dia Deutsch­land – Gesell­schaft zur För­de­rung Frei­en Wis­sens e. V.
Tem­pel­ho­fer Ufer 23/24
10963 Ber­lin

E-Mail: info@wikimedia.de
Tele­fon: +49 (0)30–219 15 826–0
Fax: +49 (0)30–219 158 26–9

Quel­le der Kon­takt­an­ga­ben: https://wikimedia.de/de/impressum

Die alten, weißen Männer bei der deutschen Wikipedia möchten keine Liste von SF-Autorinnen

Die alten, weißen Männer bei der deutschen Wikipedia möchten keine Liste von SF-Autorinnen

Update 15.03.2019: Wie erwar­tet gibt es einen neu­en Lösch­an­trag der miso­gy­nen Kräf­te der deut­schen Wiki­pe­dia.

Dass die deutsch­spra­chi­ge Wiki­pe­dia ins­be­son­de­re in Sachen Pop­kul­tur eine grö­ße­re Kata­stro­phe ist und bei wei­tem hin­ter der eng­lisch­spra­chi­gen Aus­ga­be hin­ter­her­hinkt, ist begrün­det im Rele­vanz­fe­tisch etli­cher dort agie­ren­der Admi­nis­tra­to­ren und Mode­ra­to­ren. Das ist so weit nichts Neu­es und hat dazu geführt, dass ich die deut­sche Aus­ga­be der Wiki­pe­dia inzwi­schen wei­test­ge­hend mei­de. Ers­tens fin­det man die gesuch­ten Infor­ma­tio­nen zu Fil­men, Seri­en, Comics oder Com­pu­ter­spie­len dort nicht und zwei­tens hat man auch kei­ne Chan­ce sie hin­zu­zu­fü­gen, denn es wird garan­tiert sofort ein grö­ßen­wahn­sin­ni­ger Admin mit Block­wart-Men­ta­li­tät kom­men und den Text wegen Rele­vanz auf die Lösch­lis­te stel­len. Des­we­gen ver­lin­ke ich bei den ent­spre­chen­den The­men hier auf Phan­ta­News auch so oft auf die eng­lisch­spra­chi­ge Aus­ga­be: weil die Infor­ma­tio­nen auf der deut­schen Fas­sung unzu­rei­chend oder schlicht nicht vor­han­den sind.

Dass die deut­sche Wiki­pe­dia ein Pro­blem mit Mans­plai­nern sowie alten wei­ßen Män­nern hat, und Frau­en dort erheb­lich unter­re­prä­sen­tiert sind, ist lei­der nichts Neu­es, und das zeigt auch wie­der ein aktu­el­ler Fall:

Es wird eine Lis­te deutsch­spra­chi­ger SF-Autorin­nen erstellt und kei­ne zehn Stun­den spä­ter kommt der Lösch­an­trag wegen »Irrele­vanz«. Sie­he den Bei­trag und die zuge­hö­ri­ge Dis­kus­si­ons­sei­te des Lösch­an­trags. Es gibt bis­her noch nicht ein­mal eine Mög­lich­keit, nach Autorin­nen zu fil­tern.

Die Begrün­dung für den Lösch­an­trag lässt einen sprach­los zurück:

Über­flüs­si­ge Lis­te, die Red­un­dan­zen schafft, vom Inhalt her unklar und vom Kon­zept her dubi­os ist. – Wolf­gang Rie­ger(Dis­kus­si­on) 22:53, 12. Mär. 2019 (CET)

»Wer ent­schei­det, was für eine Gesell­schaft rele­vant ist?«, fragt die Initia­to­rin The­re­sa Han­ning auf ihrer Web­sei­te und ich möch­te mich die­ser Fra­ge zum einen anschlie­ßen, und zum ande­ren hin­zu­fü­gen: »Wiki­pe­dia-Admins mit Rele­vanz­fe­tisch soll­ten es ganz sicher nicht sein«. Wenn man sich man­che in der »Dis­kus­si­on« vor­ge­brach­ten »Argu­men­te« ansieht, hilft nur noch ein dop­pel­ter Face­palm.

Wie alt muss man im Kopf sein, wie rück­stän­dig und reak­tio­när muss man sein, um dort solch einen Lösch­an­trag für die­se abso­lut rele­van­te Lis­te zu stel­len? Lei­der zeigt das erneut deut­lich auf, was in der deut­schen Wiki­pe­dia falsch läuft und war­um man sie mei­den soll­te.

Bit­te sucht die Löschungs-Dis­kus­si­ons­sei­te auf, nehmt an der Dis­kus­si­on teil und sagt den vor­gest­ri­gen Admins aus­drück­lich, dass wir im 21. Jahr­hun­dert leben, Frau­en schon län­ger das Wahl­recht besit­zen und Teil unse­rer Gesell­schaft sind, das haben die da in der Pro­vinz-Wiki­pe­dia offen­sicht­lich nicht mit­be­kom­men, wenn sie SF-Autorin­nen in die­ser Form dis­kri­mi­nie­ren.

Dan­ke.

Edit: Ich wur­de dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es sich mög­li­cher­wei­se auch um pick­li­ge Jüng­lin­ge statt alter wei­ßer Män­ner han­deln könn­te.

Edit 2: Wenn man ohne­hin gera­de dabei ist, könn­te man gleich auch noch »divers« als »Geschlecht« für Autor*Innen auf­neh­men.

Edit 3: Ich wur­de als »unin­for­mier­ter Fle­gel« titu­liert. Ich neh­me das als Aus­zeich­nung gern an. Dan­ke.

Edit 4: Der Lösch­an­trag wur­de in ange­pisst klin­gen­dem Ton zurück­ge­nom­men.

Edit 5: Arti­kel zum The­ma bei Vice. Da wird unter ande­rem auch dar­auf ein­ga­gen­gen, dass man sich bei der deut­schen Wiki­pe­dia mit Hän­den und Füßen gegen Bei­trä­ge über Self­pu­blisher wehrt, was auch nicht wirk­lich ins 21. Jahr­hun­dert passt. Im Text steht des­wei­te­ren:

Femi­nis­ti­sche The­men wür­den von bestimm­ten Nut­zer­grup­pen bewusst an den Rand gedrängt, zusam­men­ge­kürzt oder direkt gelöscht … , sag­te eine deut­sche Wiki­pe­dia-Edi­to­rin gegen­über netzpolitik.org.

Edit 6: In den Kom­men­ta­ren beschwer­te man sich über mei­ne har­schen Wor­te im Text oben. Liest man sich das durch, was im vor­ste­hend ver­link­ten Arti­kel bei Netzpolitik.org über das Mob­bing von Wiki­pe­dia-Edi­to­rin­nen durch männ­li­che Voll­dep­pen geschrie­ben wur­de, und wie die deut­sche Wiki­pe­dia aggres­siv män­ner­do­mi­niert ist, waren mei­ne Wor­te noch lan­ge nicht harsch genug.