Buchpreisbindung für Selfpublisher – revisited

Ans­gar Warn­er hat gestern auf e-book-news.de auf eine inter­es­sante Tat­sache hingewiesen: laut ein­er Aus­sage im Stan­dard­w­erk Buch­preis­bindungs­ge­setz: Die Preis­bindung des Buch­han­dels (Ver­lag C. H. Beck, Autoren: Franzen, Wal­len­fels, Russ, ISBN 978–3406611902) gilt das Buch­preis­bindungs­ge­setz nicht für Self­pub­lish­er.

Das stand in krassem Wider­spruch zu ein­er Aus­sage des Jus­tiziars des Börsen­vere­ins, die ich im Jan­u­ar diesen Jahres erhal­ten hat­te. Deswe­gen fragte ich nochmal bei der Rechtsabteilung des Börsen­vere­ins nach und erhielt vom Jus­tiziar Dr. Chris­t­ian Sprang sehr kurzfristig eine Antwort. Hier­für möchte ich mich bedanken. Nach­fol­gend die Stel­lung­nahme:

Sowohl der Börsen­vere­in des Deutschen Buch­han­dels als auch Prof. Dr. Chris­t­ian Russ, unser Preis­bindungstreuhän­der von der Kan­zlei Fuhrmann Wal­len­fels, erk­lären dazu Fol­gen­des:

Bis­lang waren Büch­er aus Selb­stver­la­gen nicht preis­ge­bun­den, weil Sie (sic!) im Buch­han­del keine Rolle spiel­ten und daher nicht »buch­han­del­styp­isch« waren. Nun erleben wir ger­ade, dass bei E-Books viele »Selb­stver­leger« mit Ihren (sic!) Büch­ern bei Ama­zon, Apple und ähn­lichen Plat­tfor­men nicht uner­he­bliche Verkauf­szahlen gener­ieren. Damit ändert sich wohl ger­ade auch die Antwort auf die Frage der Buch­han­del­styp­iz­ität. Die Preis­bindungstreuhän­der streben daher vorauss­chauend eine Regelung an, wonach Selb­stver­leger, die ihre E-Books über Inter­net- Großbuch­händler anbi­eten, die Preise ein­heitlich fes­tle­gen müssen. Anders Print­ver­leger, die in klein­er Stück­zahl ihre Pri­vat­drucke unter die Leute brin­gen.

Aha. :) Man darf davon aus­ge­hen, dass es in dieser Sache ger­ade einige »Kom­mu­nika­tion hin­ter den Kulis­sen« gegeben haben dürfte, um es mal vor­sichtig auszu­drück­en. Die For­mulierun­gen »bish­er« und »ändert sich wohl ger­ade« deuten allerd­ings darauf hin, dass damit die pauschale Aus­sage aus dem Jan­u­ar, dass Selb­stver­leger auf alle Fälle der Buch­preis­bindung unter­liegen, in dieser Auss­chließlichkeit (nicht nur) zum dama­li­gen Zeit­punkt nicht ganz kor­rekt gewe­sen sein dürfte. Auch der Hin­weis, dass man »eine Regelung für Self­pub­lish­er anstrebt«, weist darauf hin, dass es seit­ens der Treuhän­der derzeit eben noch keine konkrete Regelung gibt.

Hochin­ter­es­sant aus mein­er Sicht zudem, dass jet­zt auf ein­mal die Frage nach ein­er Gel­tung des Buch­PrG für Self­pub­lish­er an Absatz­zahlen fest­gemacht wird, anstatt am Buch­for­mat. Was denn nun?

Rechtssicher­heit für Selb­stver­leger stellt das alles nicht ger­ade her.

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Bild: »eBook-Para­graph« von mir, CC BY-NC-SA

AutorIn: Stefan Holzhauer

Meist harm­los­er Nerd mit natür­lich­er Affinität zu Pix­eln, Bytes, Buch­staben und Zah­n­rädern. Kon­sum­iert zuviel SF und Fan­ta­sy und schreibt seit 1999 online darüber.

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