RAUM, mit Oscar-Gewinnerin

RAUM, mit Oscar-Gewinnerin

Poster RaumROOM – Bun­des­start 17.03.2016
Die Bespre­chung basiert auf der ame­ri­ka­ni­schen Blu­Ray-Fas­sung

Was ver­misst ein Mensch, der in einem 16 Qua­drat­me­ter klei­nen Raum gebo­ren wur­de, und dort auf­wuchs, ohne das Wis­sen um eine Außen­welt? Wie ent­wi­ckelt sich ein Mensch, der allein Kon­takt mit sei­ner Mut­ter hat? Joy lebt seit sie­ben Jah­ren im Raum. Jack ist fünf Jah­re alt. Kommt Old Nick in den Raum, muss sich Jack im Schrank ver­ste­cken und schla­fend stel­len. Wie ent­wi­ckelt sich ein Mensch, der 16 Qua­drat­me­ter Raum als die ein­zig exis­tie­ren­de Welt begreift?

Zuletzt war Regis­seur Len­ny Abra­ham­son mit FRANK im Art­house-Kino begeis­tert auf­ge­nom­men wor­den. FRANK ist eine schräg insze­nier­te Mischung aus Dra­ma und Komö­die, mit äußerst skur­ri­len Cha­rak­te­ren, und viel Musik. Abra­ham­son wur­de auf den Film SHORT TERM 12 auf­merk­sam gemacht, als die weib­li­che Haupt­rol­le für ROOM bereits zwi­schen Roo­ney Mara, Emma Wat­son und Shai­le­ne Wood­ley aus­ge­han­delt wur­de. In SHORT TERM 12 spiel­te Brie Lar­son die Haupt­rol­le.

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Die Coen-Brüder sagen HAIL, CAESAR

Die Coen-Brüder sagen HAIL, CAESAR

Poster Hail, CaesarHAIL, CAESAR – Bun­des­start 18.02.2016

Zwei­fel­los sind Ethan und Joel Coen die umtrie­bigs­ten Macher in Hol­ly­wood. Außer natür­lich Woo­dy Allen, aber der will ja mit Hol­ly­wood nichts zu tun haben. Aber das woll­ten die Coen-Brü­der auch nicht, anfangs.

Doch so ver­rückt, absei­tig, oder unkon­ven­tio­nell ihre Fil­me sein mögen, sie sind bereits fes­ter Bestand­teil die­ser gro­ßen Indus­trie. Und das ist auch was sie mit HAIL, CAESAR the­ma­tisch ver­deut­li­chen. Nur haben Ethan und Joel das Glück, sich schon lan­ge nicht mehr den Zwän­gen und Auf­la­gen macht­be­ses­se­ner Pro­du­zen­ten und Kon­glo­me­ra­ten welt­weit agie­ren­der Groß­fir­men unter­wer­fen zu müs­sen. Und auch das ist es, was sie mit HAIL, CAESAR zum Bes­ten geben. Ihre künst­le­ri­sche Unab­hän­gig­keit.

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SPOTLIGHT trifft

SPOTLIGHT trifft

Poster SpotlightSPOTLIGHT – Bun­des­start 25.02.2016

SPOTLIGHT war 2015 der ers­te Film, der als Oscar-Kan­di­dat gehan­delt wur­de. Das Glück ist sol­chen Fil­men aller­dings sel­ten beschie­den, star­ten sie doch so früh im Jahr, dass noch viel zu vie­le ande­re viel­ver­spre­chen­de Kan­di­da­ten fol­gen, und sie dabei schnell aus dem Fokus gera­ten. Ers­te Stim­men ver­gli­chen SPOTLIGHT mit Alan J. Paku­las Meis­ter­werk ALL THE PRESIDENT’S MEN – DIE UNBESTECHLICHEN. Und es scheint nicht zu weit her­ge­holt zu sein, dass Fil­me­ma­cher Tom McCar­thy sich die­ses Vor­bild sehr genau zu Gemü­te geführt hat­te. Sach­lich und ohne Sen­sa­ti­ons­ha­sche­rei, aber über die Prot­ago­nis­ten doch sehr emo­tio­nal auf den Zuschau­er über­tra­gen. Dabei geht es um den inves­ti­ga­ti­ven Jour­na­lis­mus. Als Wood­ward und Bern­stein Mit­te der Sieb­zi­ger Nixon zu Fall brach­ten, war das noch eine Selbst­ver­ständ­lich­keit. Heu­te ist das kaum noch zu über­bli­cken. Für ange­se­he­ne Jour­na­lis­ten viel­leicht, für den Kon­su­men­ten aller­dings kaum. Zu viel wird zu schnell kon­su­miert. Sehr oft bleibt die Fra­ge nach den Tat­sa­chen, oder das Hin­ter­fra­gen, auf der Stre­cke.

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DOPE macht süchtig

DOPE macht süchtig

Poster DopeDOPE – Bun­des­start 28.01.2016

Das Leben in den gefähr­li­chen Vier­teln der ame­ri­ka­ni­schen Metro­po­len ist ja längst auch für den wei­ßen Mit­tel­ständ­ler in Euro­pa kein unbe­kann­tes mehr. BOYZ IN THE HOOD war ganz vor­ne mit dabei. STAND AND DELIVER betrach­te­te die mexi­ka­ni­schen Pro­blem­vier­tel. Es waren die ers­ten zar­ten Anfän­ge, bis die Fil­me expli­zi­ter wur­den und wei­ter in die Tie­fe gin­gen. Mit FRIDAY kamen dann auch die Komö­di­en in die Nach­bar­schaft. Mit STRAIGHT OUTTA COMPTON gab es zuletzt eine fan­tas­ti­sche Refle­xi­on nach wah­ren Bege­ben­hei­ten. Obwohl alle Fil­me ihren eigent­li­chen Ursprung in der Rea­li­tät haben. Har­te Wel­ten, in denen man zu etwas wird, was man nie wirk­lich sein woll­te. Rick Famuyiwa geht mit sei­nem vier­ten Lang­film das The­ma etwas anders an, und macht DOPE zu einem über­ra­schen­den Film, der neue Akzen­te zu set­zen ver­steht.

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ANOMALISA

ANOMALISA

Poster AnomalisaANOMALISA – Bun­des­start 21.01.2015

Die Fre­go­li-Illu­si­on ist eine meist schi­zo­phre­ne Stö­rung, bei der Men­schen glau­ben, alle ande­ren Men­schen um sie her­um wären ein und die sel­be Per­son, mit dem­sel­ben Aus­se­hen. Dar­un­ter lei­det auch Micha­el Stone, der wäh­rend einer Lese­rei­se im Fre­go­li-Hotel ein­checkt, in der Geschich­te, die von Fran­cis Fre­go­li geschrie­ben wur­de. In Wahr­heit steckt hin­ter dem Pseud­onym Fran­cis Fre­go­li der Autor Char­lie Kauf­man, der spä­tes­tens mit BEING JOHN MALKOVICH auch einem brei­te­ren Publi­kum bekannt gewor­den ist. Und der Name Char­lie Kauf­man lässt auch erah­nen, dass man auch auf eini­ge Über­ra­schun­gen bei ANOMALISA gefasst sein muss. Zum Bei­spiel, dass es der ers­te Ani­ma­ti­ons­film ab 18 Jah­ren ist, der eine Oscar-Nomi­nie­rung erhielt.

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THE BIG SHORT

THE BIG SHORT

Poster The Big ShortTHE BIG SHORT – Bun­des­start 14.01.2016

Hypo­the­ken­ge­si­cher­te Wert­pa­pie­re oder hypo­the­ken­ver­si­cher­te Wert­pa­pie­re. Viel­leicht auch Col­la­te­ra­li­zed Debt Obli­ga­ti­on? Nie­mand hat wirk­lich begrif­fen, wie die welt­wei­te Finanz­kri­se tat­säch­lich zustan­de kam. Und man soll­te sich auch nicht wun­dern, wenn man nach Adam McK­ays Film noch immer nicht alles ver­stan­den hat. Genau das war auch der Grund, war­um der Immo­bi­li­en­markt in Ame­ri­ka zusam­men­brach. Nie­mand hat das Sys­tem wirk­lich ver­stan­den, wel­ches sich ledig­lich auf nicht gezahl­te Hypo­the­ken­ra­ten der Unter­schich­ten und mit­tel­stän­di­schen Bür­ger auf­bau­te. Fäl­lig­kei­ten, die von den Ban­ken in allen Berei­chen der Finanz­welt genutzt wur­den, um größt­mög­li­che Gewinn­ma­xi­mie­rung zu errei­chen. Aber an die­ser Stel­le muss man abbre­chen, weil man sonst schnell in das Fahr­was­ser gerät, fal­sche Zusam­men­hän­ge her­zu­stel­len.

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CREED – ROCKY´S LEGACY

CREED – ROCKY´S LEGACY

Poster CreedCREED – Bun­des­start 14.01.2016

Die ers­ten Vor­ab­pla­ka­te, mit dem wei­ßen, ver­wa­sche­nen Titel auf schwar­zen Grund, die lie­ßen auf einen neu­en Tee­nie-Slas­her ver­mu­ten. Das mach­te neu­gie­rig auf den Trai­ler, der letzt­end­lich wirk­lich zu über­ra­schen ver­stand. Die ers­ten Sze­nen lie­ßen auf eine bil­li­ge ROCKY-Kopie schlie­ßen, bis der Mann mit Hut auf­tauch­te. Der Gong­schlag zur sieb­ten Run­de. Hat­te der Fan sei­ne berech­tig­ten Schwie­rig­kei­ten mit Teil vier, mach­te es Num­mer fünf nicht bes­ser. Schließ­lich sieg­te ROCKY BALBOA wie­der ganz klar nach Punk­ten. Über Sinn und Unsinn braucht man dabei nicht zu dis­ku­tie­ren, es geht um ein Ver­mächt­nis, wel­ches weit grö­ßer ist, als sich Nörg­ler und Schlecht­red­ner jemals ernst­haft erei­fern könn­ten. Ryan Coog­ler und Aaron Coving­ton haben lan­ge auf Syl­ves­ter Stal­lo­ne ein­ge­re­det, der vehe­ment ablehn­te. Schließ­lich hat­te er sich mit ROCKY BALBOA selbst in einen gran­dio­sen Abgang geschrie­ben und insze­niert.

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LEGEND – mit Tom Hardy

LEGEND – mit Tom Hardy

Poster LegendLEGEND – Bun­des­start 07.01.2016

Ist der Name Al Capo­ne der Inbe­griff für das ame­ri­ka­ni­sche Gangs­ter­tum, kön­nen die Brü­der Regi­nald und Ronald Kray die­sen Sta­tus in Groß­bri­tan­ni­en für sich bean­spru­chen. Ihr Auf­stieg beginnt in den Sech­zi­gern. Ron­nie sitzt noch in der geschlos­se­nen Psych­ia­trie, wegen psy­chi­scher Insta­bi­li­tät und patho­lo­gi­schen Gewalt­aus­brü­chen. Er ist Fami­lie, betont Reg­gie im Ver­lauf immer wie­der, so nutzt er sei­nen Ruf, um die ärzt­li­che Dia­gno­se etwas zu beschleu­ni­gen, natür­lich in die rich­ti­ge Rich­tung. Die Zwil­lings­brü­der haben zwar unter­schied­li­che Ansich­ten, wie Geschäf­te getä­tigt wer­den soll­ten, aber genau das stellt sie noch brei­ter gegen kon­kur­rie­ren­de Ban­den auf. Dadurch wird das Geschäft aller­dings auch bru­ta­ler, und unbe­re­chen­ba­rer.

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MR. HOLMES – mit Ian McKellen

MR. HOLMES – mit Ian McKellen

Poster Mr HolmesMR. HOLMES – Bun­des­start 24.12.2015

Sher­lock Hol­mes ist der­zeith ein ziem­lich umtrie­bi­ger Cha­rak­ter. Das begann mit der Guy Rit­chie-Ver­fil­mung 2009, die den Detek­tiv cha­rak­ter­lich so zeig­te, wie sie Arthur Con­an Doyles Vor­la­ge an nächs­ten kam. Die jetzt schon legen­dä­re BBC-Serie mit Bene­dict Cum­ber­batch, wel­che die alten Geschich­ten gran­di­os in die Neu­zeit ver­leg­te. Dann ist da noch ELEMENTARY, wel­che eben­falls in der Neu­zeit spielt, einen weib­li­chen Wat­son prä­sen­tiert, und eben mal nach New York ver­legt wur­de. Und nicht zu ver­ges­sen die vie­len neu ver­fass­ten Geschich­ten, die seit gerau­mer Zeit in emsi­gen Klein­ver­la­gen ver­öf­fent­licht wer­den. 2005 schrieb auch Mitch Cul­lin sei­nen sechs­ten Roman A SLIGHT TRICK OF MIND mit Sher­lock Hol­mes als Haupt­cha­rak­ter. Und Cul­lin geht mit der Figur noch ein­mal einen Schritt wei­ter.

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THE REVENANT – Der Rückkehrer

THE REVENANT – Der Rückkehrer

Poster The RevenantTHE REVENANT – Bun­des­start 06.01.2016

Ale­jan­dro Gon­zá­lez Iñár­ri­tu ist ein Fil­me­ma­cher, der sich kaum in Geschich­te und Insze­nie­rung wie­der­holt. Ein äußerst abwechs­lungs­rei­cher Regis­seur, der dabei immer wie­der zu über­ra­schen ver­steht. Die­se Über­ra­schun­gen haben ihm nicht umsonst für BIRDMAN die vier obers­ten Kate­go­ri­en bei den Oscars gewin­nen las­sen. Jetzt hat Iñár­ri­tu wie­der einen kom­plett ande­ren Film gemacht, aber THE REVENANT wird der Film sein, an dem er sich zukünf­tig immer wird mes­sen las­sen müs­sen. Fast könn­te man das über alle vor­an­ge­gan­ge­nen Fil­me sagen, wie 21 GRAMS nach AMORES PERROS, oder BIUTIFUL nach BABEL. Und nun eben THE REVENANT nach BIRDMAN. Jetzt pro­du­ziert Iñár­ri­tu erst ein­mal die Fern­seh­se­rie THE ONE PERCENT, und danach wird man sich über­ra­schen las­sen müs­sen. Auf kei­nen Fall wird es ein schlech­ter Film, aber an die fil­mi­sche Kraft die­ses Epos´ wird schwer noch ein­mal her­an­zu­kom­men sein.

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IM REICH DER AFFEN

IM REICH DER AFFEN

Poster Im Reich der AffenMONKEY KINGDOM – Bun­des­start 10.09.2015

Maya lebt im archäo­lo­gi­schen Park der Stadt Polon­na­ru­wa auf Sri Lan­ka. Sie lebt auf der unters­ten Stu­fe ihrer Kas­te, was einen täg­li­chen Nah­rungs­kampf bedeu­tet. Nur Raja und sei­nen drei Frau­en, sowie deren Kin­dern, ist es erlaubt in den obers­ten Zwei­gen des Bau­mes die bes­ten und meis­ten Früch­te zu fres­sen. Maya ist ein Cey­lon-Hutaf­fe, eine Maka­kenart, die in einer sehr stren­gen Sozi­al­hier­ar­chie leben. Und so ist sich Maya auch bewusst, nie­mals von den obers­ten Zwei­gen fres­sen zu dür­fen. IM REICH DER AFFEN erzählt Mayas beschwer­li­chen Weg, und wie sie ihn meis­tert. Es ist die drit­te Zusam­men­ar­beit von Mark Lin­field und Alasta­ir Fotherg­ill in der jetzt zehn Tei­le umfas­sen­den Doku-Rei­he »Dis­ney­na­tu­re«. Eine Zusam­men­ar­beit, die hof­fent­lich noch vie­le wei­te­re rei­fe Früch­te tra­gen wird.

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Fantasy Filmfest 2015: MAGGIE

Fantasy Filmfest 2015: MAGGIE

Poster MaggieMAGGIE – Ab 28. August 2015 auf Blu Ray / DVD

Man stel­le sich vor, die Toten erhe­ben sich, und nichts pas­siert. Auf ein­mal bleibt die Apo­ka­lyp­se aus, die uns immer pro­phe­zeit wur­de. Die­ses Sze­na­rio fand sich in der 2011er Black­list nicht pro­du­zier­ter Fil­me, eine nach Umfra­gen zusam­men­ge­stell­te Lis­te belieb­tes­ter Dreh­bü­cher ohne Pro­du­zen­ten. Die Lis­te macht Pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaf­ten immer wie­der auf even­tu­el­le Ver­säum­nis­se oder Mög­lich­kei­ten auf­merk­sam, und so fand John Scotts Dreh­buch­de­büt MAGGIE doch noch sei­nen Weg auf die Lein­wand. Im Regie­ses­sel Hen­ry Hob­son, eben­falls ein Spiel­film­de­bü­tant. Die Freu­de dürf­te bei den­je­ni­gen groß gewe­sen sein, die das Dreh­buch kann­ten, und dafür votier­ten. Aller­dings warf die Beset­zung eine gro­ße Fra­ge auf. Kam für Chloë Grace Moretz Abi­ga­il Bres­lin zum Pro­jekt, war das kein Pro­blem, aber dass Pad­dy Con­sidi­ne durch Arnold Schwar­zen­eg­ger ersetzt wer­den soll­te, mach­te stut­zig. Ist MAGGIE doch weit mehr psy­cho­lo­gi­sches Dra­ma als Zom­bie-Thril­ler.

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