Leipziger Buchmesse 2018, Cosplayer, Rechte – und Toleranz

Leipziger Buchmesse 2018, Cosplayer, Rechte – und Toleranz

Ich hat­te in diesem Jahr gar nicht darüber berichtet, dass schon wieder mal anlässlich der Leipziger Buchmesse die Cos­play­er-Sau durchs virtuelle Dorf getrieben wurde. Mal wieder hat­te irgen­dein Honk pos­tuliert, dass die Cos­play­er auf der ser­iösen Messe nichts zu suchen hät­ten. Und über­haupt! Ich hat­te dies­mal deswe­gen nicht berichtet, weil ich das Ganze inzwis­chen für einen müden PR-Stunt halte, um ins Gespräch zu kom­men.

Doch jet­zt bleibt mir doch mal wieder die Spucke weg. Auf der einen Seite schwadronieren die Mes­sev­er­anstal­ter darüber, dass sie selb­stver­ständlich wegen der Mei­n­ungs­frei­heit (!!!einself!1!) auch rechte Ver­lage auf der Leipziger Messe zulassen müssen. Darüber kann man jet­zt tre­f­flich disku­tieren, let­ztlich kann man davon aus­ge­hen, dass man auf die Ein­nahme der hor­ren­den Standge­bühren auch von den Recht­en ein­fach nicht verzicht­en möchte. Mei­n­ungs­frei­heit ist aber natür­lich ein viel pos­i­tiv­er wirk­ender Grund, als »wir wollen Kohle gener­ieren«. Wie gesagt: Darüber kann man disku­tieren, es gibt eine Menge Für und Wider, und Mei­n­ungs­frei­heit ist tat­säch­lich ein hohes Gut.

Während man mit den Recht­en also offen­bar kein Prob­lem hat, hält es der Mes­sev­er­anstal­ter und hal­ten es dessen Erfül­lungs­ge­hil­fen allerd­ings offen­bar für notwendig und völ­lig nor­mal, Cos­play­er auf unfass­bar dumme und unver­schämte Art zu drangsalieren. Klar: die Wahrschein­lichkeit dass die sich wehren ist natür­lich erhe­blich geringer als bei recht­en Pro­tag­o­nis­ten, da weiß man nicht zulet­zt seit der Buchmesse Frank­furt, dass die auch gern mal die Fäuste sprechen lassen. Vielle­icht hat der einge­set­zte Sicher­heits­di­enst davor Angst und schikaniert stattdessen lieber völ­lig harm­lose Cos­play­er?

Worüber ich hier rede? Über einen Erfahrungs­bericht von Julia Ohse auf Teilzeithelden.de, der mich fas­sungs­los gemacht hat, und den man sich drin­gend mal durch­le­sen sollte.

Wenn schon Tol­er­anz, dann bitte auch gegenüber den Fans. Angesichts solch­er Über­griffe, Willkür und sex­is­tis­ch­er Sprüche wären Maß­nah­men der Mes­se­leitung gegen den Sicher­heits­di­enst drin­gend anger­at­en. Aber ich wage mal einen Blick in die Kristal­lkugel: Es wird nichts geschehen und im näch­sten Jahr dann das­selbe.

Merke: Rechte wer­den toleriert, Cos­play­er nicht.

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Gamescom 2017: Neue Regeln für Cosplayer

Gamescom 2017: Neue Regeln für Cosplayer

Nach dem gigan­tis­chen Debakel im Vor­jahr, in dem die Ver­anstal­ter der Spielemesse völ­lig dep­perte Regeln für Cos­play­er auf­stellte (siehe meine bei­den Artikel), denen man deut­lich anmerk­te, dass sie im Hau­ruck­ver­fahren raus­ge­hauen wur­den und nicht wirk­lich durch­dacht waren, will man es in diesem Jahr offen­bar bess­er machen. Das dürfte auf die mas­sive Kri­tik zurück­zuführen sein, die öffentlich – auch von mir – am Ver­anstal­ter geübt wurde. Heute habe ich eine Mail erhal­ten, die auf die neuen Regeln für die gamescom 2017 hin­weist. Da ist in meinen Augen als erstes erfreulich, dass man dies­mal frühzeit­ig auf die Regelun­gen hin­weist.

Weit­er­hin wird es einen Extraein­gang samt Garder­obe für Cos­play­er geben, dort soll speziell geschultes Per­son­al die Gewan­dun­gen und Acces­soires bew­erten. Wie gut das funk­tion­iert, wird abzuwarten sein, von der RPC weiß ich, dass dort die Mit­glieder des Wach­di­en­stes stel­len­weise immer noch völ­lig idi­o­tis­che Entschei­dun­gen tre­f­fen und völ­lig unwichtige oder lächer­liche Dinge bemän­geln. Da hat man eher den Ein­druck, dass sich ein paar junge Män­ner wichtig machen wollen, zudem ist hier offen­bar der Nasen­fak­tor wichtiger als konkrete Richtlin­ien. Bleibt zu hof­fen, dass solche Ent­gleisun­gen bei diesem »speziell geschul­ten« Per­son­al nicht mehr vorkom­men.

Weit­er­hin sind Waf­fenim­i­tate nicht mehr grund­sät­zlich ver­boten (Details dazu in einem PDF der Ver­anstal­ter). zusät­zlich kann man Abbil­dun­gen sein­er Cos­play-Waf­fen dem Ver­anstal­ter vor­ab per Mail zusenden, um eine Ein­schätzung zu erhal­ten, ob diese zuge­lassen wer­den.

Allerd­ings find­et sich in der Email der Satz: »Die Koel­n­messe behält sich das Recht vor, im Rah­men des Haus­rechts die Mit­nahme von Waf­fenim­i­ta­tio­nen und Acces­soires zu unter­sagen.« Wom­it die Unsicher­heit dann wieder vorhan­den ist, wenn man let­ztlich doch alles nach Gut­sher­re­nart unter­sagen darf, was laut PDF eigentlich erlaubt ist. Wer sich also sein Waf­fenim­i­tat per Email genehmi­gen lässt, sollte die Email mit der Genehmi­gung im Zweifels­fall als Aus­druck oder auf dem Smart­phone dabei haben, um das nach­weisen zu kön­nen.

Bei den Vor­ab­genehmi­gun­gen per Mail hätte ich gern Rück­mel­dun­gen von Cos­play­ern, ob das funk­tion­iert und was konkret bean­standet wird.

Im Großen und Ganzen finde ich das allerd­ings bish­er deut­lich pro­fes­sioneller durchge­führt als im let­zten Jahr. Kri­tik hil­ft also doch.

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Pressemitteilung: Tommy Krappweis organisiert »Cosplay Village«

Pressemitteilung: Tommy Krappweis organisiert »Cosplay Village«

Tommy KrappweisIch gebe die nach­fol­gende Pressemit­teilung mal rel­a­tiv kom­men­tar­los weit­er, um zu zeigen, dass es neben den Ver­anstal­tern, die den Cos­play­ern ohne echte Not maßge­bliche Teile ihrer Gewan­dung weg­nehmen wollen, auch welche gibt, die sich wirk­lich Mühe mit diesem Hob­by und dessen Anhängern geben (Quelle: Bumm Film).

Kün­st­lerische Leitung mit Gesang“

Der offizielle Gamescom Song „Cel­e­bra­tion Of The Game“ und das diesjährige „Cos­play Vil­lage“ haben etwas gemein­sam: Bernd das Brot Erfind­er und Mul­ti­tal­ent Tom­my Krap­p­weis

Der RTL Sam­stag Nacht Come­di­an und beken­nende Nerd, Tom­my Krap­p­weis, hat auf der diesjähri­gen Gamescom jede Menge zu tun. „Das Cos­play Vil­lage sollte in diesem Jahr atmo­sphärisch­er gestal­tet wer­den.“, erk­lärt der Grim­mepreis-Träger. „Der Bun­desver­band für Unter­hal­tungssoft­ware BIU und die Koel­n­messe woll­ten, dass sich die Cos­play­er wohlfühlen, aber auch die anderen Besuch­er soll­ten die Möglichkeit bekom­men, tiefer in das The­ma Cos­play einzu­tauchen.“

Ein beson­deres Anliegen war es dem erfol­gre­ichen Fan­ta­syau­tor und Regis­seur, dass sich die großen Cos­play-The­men im Vil­lage wiederfind­en: „Zu diesem Zweck haben wir mehrere fün­fzehn Meter bre­ite The­men­wel­ten konzip­iert. Man kann sich zwis­chen Kirschblüten entspan­nen, in einem Endzeit-Szenario fotografieren oder in unser­er High Fan­ta­sy Deko ein lebendi­ges Mit­te­lal­ter-Muse­um zum Anfassen bestaunen.“ Schon sehr früh entsch­ied man sich trotz der filmis­chen Deko­ra­tio­nen gegen pro­fes­sionelle Foto­di­en­ste: „Wir wollen, dass sich Besuch­er mit oder ohne Cos­play über­all fotografieren dür­fen, ohne zusät­zliche Kosten oder Schlangeste­hen. Die Insze­nierung für eigene Fotos oder zusam­men mit anderen ist doch Teil des Spaßes beim Cos­play.“

Für die Gestal­tung arbeit­ete Krap­p­weis eng mit dem Event­de­sign­er der Koel­n­messe, Jörg Krum, zusam­men. „Das ganze Vil­lage ist eine Team­leis­tung. Jörg hat die Ideen in einen ganz fan­tastis­chen Plan gegossen und tat­säch­lich ein richtiges Cos­play Dorf geza­ubert. Der Ausstat­ter mein­er Fir­ma bumm film GmbH, Tim Pom­morin, steuert mit seinem Team filmis­che Deko­ra­tio­nen bei. Zum Beispiel bauen wir direkt auf der Messe Mauern, die dann gle­ich wieder zer­stört wer­den, um in das Endzeit-Szenario zu passen. Die Kol­le­gen von Steinigke Showtech­nik beleucht­en die Wel­ten stim­mungsvoll mit ton­nen­weise Licht, Nebel und Effek­ten. Das Team der Doko­mi füllt das Vil­lage mit Leben und Def­con Unlim­it­ed organ­isiert einen großen Cos­play Award.“

Krap­p­weis freut sich beson­ders, dass auch das The­ma Reen­act­ment im Cos­play Vil­lage einen Platz hat: „His­torisches Reen­act­ment und Cos­play haben dur­chaus einiges gemein­sam. Bei­de ver­suchen, ihren Vor­la­gen nahezukom­men – Ob das nun ein begraben­er Wikinger­fürst oder ein Char­ac­ter aus Naru­to oder Star Wars ist. Inzwis­chen gibt es auch Grup­pen, die soge­nan­ntes „Reen­larp­ment“ betreiben – also , Live Action Role Play (Larp) in einem his­torischen Set­ting mit möglichst authen­tis­ch­er Gewan­dung und Ausstat­tung. Dass das Team von „Kap­tor­ga“ rund um den erfreulich Nerd-affinen Archäolo­gen Philipp Roskoschin­s­ki unsere Fan­ta­sy-/Mit­te­lal­ter­welt mit einem lebendi­gen Muse­um bere­ichert, in dem man his­torische Rüs­tun­gen, Waf­fen und All­t­ags­ge­gen­stände bestaunen und anfassen kann, ist ein schönes State­ment und eine große Bere­icherung.“

BinaundTommyDer Ex-Come­di­an wird aber wenig Zeit haben, im Cos­play Dorf majestätisch auf- und abzuschre­it­en, denn er bestre­it­et zusam­men mit YouTu­berin Bina Bian­ca mehrere Auftritte pro Tag mit dem offiziellen Gamescom-Song „Cel­e­bra­tion Of The Game“: „Wir hat­ten für die Games-Par­o­die „Hop­pers“ mit Fabi­an Siegis­mund und Nino Kerl einen Song mit dem Titel „Ein Echter Wahrer Held“ pro­duziert, der sich in Folge zu ein­er Art Gam­ing-/Cos­play-/Fan­ta­sy­hymne mit hohem Moti­va­tions­fak­tor im Real Life gemausert hat. Der Helden­song wurde in den let­zten Jahren so abge­feiert, dass man uns jet­zt mit der Pro­duk­tion des ersten, offiziellen Gamescom-Songs betraut hat. Bina und ich sind sehr stolz darauf, dieses Megaevent und die gesamte Gam­ing Com­mu­ni­ty mit „Cel­e­bra­tion Of The Game“ musikalisch feiern zu dür­fen.“

Wenn die Gamescom vor­bei ist, wird Krap­p­weis wieder in den Schnei­der­aum zurück­kehren: „Eine brand­neue Minis­erie mit Bernd das Brot wartet darauf, geschnit­ten und ver­tont zu wer­den. Und ich muss in den näch­sten Wochen einen neuen Band mein­er Buch­serie „Ghost­sit­ter“ fer­tig­stellen. Darum habe ich Schlaf und Nahrungsauf­nahme jet­zt ein­fach mal kom­plett in den Spätherb­st ver­legt. Bin schon ges­pan­nt, wie das funk­tion­iert…“

Das Gamescom Vil­lage ist während der Messe täglich geöffnet. Infos find­en Sie hier: http://bit.ly/2aQtyjh
Für Inter­viewan­fra­gen melden Sie sich bitte bei Tuna Alpar­gin von Tom­mys Fir­ma bumm film: t.alpargin@bummfilm.de

Die Auftrittszeit­en von Bina & Tom­my ent­nehmen Sie am besten der offiziellen Face­book­page https://www.facebook.com/Binaundtommy

Den Song „Cel­e­bra­tion Of The Game“ find­en sie bei Ama­zon, iTunes, Spo­ti­fy und Co.
Ama­zon mp3: http://amzn.to/2bmCEmq
iTunes: http://apple.co/2baUMiq

http://www.bummfilm.de
http://www.koelnmesse.de
http://www.biu-online.de
http://www.kaptorga.com
https://www.dokomi.de/de
http://defconunlimited.de

Pro­mo­fo­tos Copy­right Bumm Film

Gamescom und Sicherheit – Teil zwei

Gamescom und Sicherheit – Teil zwei

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Während meines Urlaubs hat­te ich bei den Gamescom-Ver­anstal­tern wegen der in meinen Augen völ­lig über­zo­ge­nen Sicher­heits­maß­nah­men ange­fragt und es wurde bere­its fest­gestellt, dass Plüschtiere und Sty­ro­porvögel dann offen­bar plöt­zlich doch keine Waf­fen sind. Den­noch waren weit­er­hin Fra­gen offen, deswe­gen hak­te ich nach. Auch inter­essierte mich, ob es die Ver­anstal­ter tat­säch­lich nicht für … »ungeschickt« hal­ten, wenn ein­er­seits drakonis­che Sicher­heit­sregeln aufgestellt wer­den und ander­er­seits aus­gerech­net die Türkei als Part­ner­land 2016 dabei ist.

Hier nochmal mein­er Anfrage:

Sehr ge­ehrte Frau xxxx,

wird das auch öf­fent­lich ge­macht? Die Cos­play­er­szene er­geht sich seit ges­tern in er­heb­lich kri­ti­schen Äu­ße­run­gen und in­ten­si­ver Dis­kus­sion über das Ver­hal­ten der Ga­mes­­com-Ver­an­stal­ter und die völ­lig un­kla­ren Be­din­gun­gen hin­sicht­lich er­laub­ter Ge­gen­stände. Wer­den Sie diese noch deut­li­cher for­mu­lie­ren, da­mit die Cos­player eine hö­here Si­cher­heit be­kom­men, nicht am Ein­gang ab­ge­wie­sen zu wer­den, oder Ge­gen­stände kon­fis­ziert zu be­kom­men? Was ist mit Per­so­nen, die keine Kennt­nis von den „Re­geln“ er­lan­gen konn­ten? Wer­den die ein­ge­zo­ge­nen Ge­gen­stände sol­cher Per­so­nen ge­kenn­zeich­net, ge­sam­melt und nach Be­such­sende zu­rück­ge­ge­ben? Oder wer­den in­kri­mi­nierte Ge­gen­stände ver­nich­tet? Wer­den sol­che Per­so­nen trotz gül­ti­ger Ein­tritts­karte ab­ge­wie­sen, wenn sie mit ei­ner Ver­nich­tung ih­res Be­sit­zes nicht ein­ver­stan­den sind? Wie sind also die kon­kre­ten Be­din­gun­gen?

Für wei­tere In­for­ma­tio­nen be­danke ich mich im vor­aus.

Die Antwort bekam ich erst auf nochma­lige Nach­frage, in dieser hat­te ich meine Fra­gen wie fol­gt ergänzt:

Hal­ten Sie es nicht für ger­adezu grotesk, wenn Sie für die Besuch­er erhe­blich ein­schränk­ende »Sicher­heit­sregeln« for­mulieren aber gle­ichzeit­ig aus­gerech­net die Türkei als Gamescom-Part­ner­land für das Jahr 2016 ein­laden?

Sind Sie nicht der Ansicht, dass eine der­art drastis­che und ein­seit­ige Verän­derung der Ver­anstal­tungs-AGB gemäß deutschem Recht ein gewichtiger Grund für eine Ver­tragsauflö­sung durch die Besuch­er ist? Sprich: Dass diese ihr Tick­et zurück­geben und ihr Geld zurück­ver­lan­gen kön­nen?

Diese klang stel­len­weise leicht … eingeschnappt:

Sehr geehrter Herr Holzhauer,
anbei die Beant­wor­tung Ihrer Fra­gen:

Die Kom­mu­nika­tion der ver­stärk­ten Sicher­heits­maß­nah­men und ver­schärften Kostümbes­tim­mungen wur­den über unsere beste­hen­den Kanäle an die Teil­nehmer der gamescom kom­mu­niziert. Fra­gen und Unklarheit­en, die bei uns im Call Cen­ter oder in unseren Social Media Kanälen auftreten, beant­worten wir.

Sofern jemand, gemäß Ihrer Frage ein Cos­play­er keine Ken­nt­nis von den angepassten Sicher­heits­maß­nah­men und Kostümbes­tim­mungen erhal­ten hat, und seine Nach­bil­dun­gen von Waf­fen oder waf­fenähn­lichen Gegen­stände zum Gelände mit­bringt gilt: Vor den Kon­troll­stellen im Außen­bere­ich wer­den Garder­oben­zelte aufgestellt. Hier kön­nen bean­standete Gegen­stände kostenpflichtig abgegeben wer­den. Da Sie mit Ihrer Arbeit ja dazu beitra­gen, Men­schen zu informieren, hier noch ein­mal der Hin­weis für Pri­vatbe­such­er:

Lasst, wenn nicht zwin­gend erforder­lich, Taschen und Ruck­säcke sowie Gegen­stände aller Art, die ihr nicht zwin­gend für den Besuch der gamescom benötigt, bitte zu Hause, um die Wartezeit­en so ger­ing wie möglich zu hal­ten. Denn: An den Eingän­gen wer­den noch vor Betreten des Messegelän­des Kon­troll­maß­nah­men, inkl. Taschenkon­trollen, durchge­führt. Die Kon­trollen sind vari­abel angelegt und richt­en sich nach kurzfristi­gen Rück­sprachen mit den Sicher­heits­be­hör­den. Bitte stellt euch auf län­gere Wartezeit­en ein und unter­stützt uns, durch kein oder wenig Messegepäck, bei den Kon­troll­maß­nah­men. Zur Pla­nung eur­er Anreise: Die Sicher­heit­skon­trollen starten ab 07:00 Uhr. Wartezeit­en müssen einge­plant wer­den.
Cos­play­er: Die gamescom lebt auch von der Kreativ­ität eur­er Kostüme und daher sind Cos­play­er auch weit­er­hin her­zlich willkom­men. Auf­grund der Ereignisse der let­zten Tage bit­ten wir um euer Ver­ständ­nis, dass alle Nach­bil­dun­gen von Waf­fen oder waf­fenähn­liche Ele­mente in eurem Kostüm auf der gamescom 2016 nicht zuge­lassen sind. Wir möcht­en euch bit­ten, auch in der Stadt auf das Tra­gen von Nach­bil­dun­gen von Waf­fen oder waf­fenähn­lichen Gegen­stän­den mit Rück­sicht auf die Bewohn­er und Besuch­er der Stadt Köln zu verzicht­en.
Hin­ter­grund dieser Ver­schär­fung der Kostümbes­tim­mungen ist es, ins­beson­dere Kinder und Fam­i­lien sowie andere Besuch­er der gamescom, aber auch Bewohn­er und Gäste der Stadt Köln, durch täuschend echte Kostüme, die teil­weise auch Nach­bil­dun­gen von Waf­fen und/oder waf­fenähn­lichen Gegen­stande bein­hal­ten, nicht zu verängsti­gen. Sämtliche Nach­bil­dun­gen von Waf­fen oder waf­fenähn­liche Bestandteile eures Kostüms ? unab­hängig von Mate­r­i­al und Größe ? wer­den euch vor Ein­tritt in das Gelände abgenom­men. Daher bit­ten wir euch, diese nicht mit zur gamescom zu brin­gen.
Walk­ing Acts der Aussteller auf der gamescom:
Genau­so wie Cos­play­er soll es auf der gamescom auch weit­er­hin Walk­ing Acts der Aussteller geben. Diese wer­den aber vor­ab bei uns angemeldet und mögliche Nach­bil­dun­gen von Waf­fen oder waf­fenähn­liche Gegen­stände noch vor Beginn der gamescom geprüft und gekennze­ich­net. Nach der Prü­fung dür­fen diese Kostümbe­standteile das Messegelände während der Laufzeit der gamescom nicht mehr ver­lassen.

Ergänzend auf Ihre Frage zur »Tick­etrück­gabe«: Mit dem Erwerb ein­er Ein­trittskarte für den Besuch der gamescom erhält man das Recht, das Messegelände zu betreten und die dort aus­gestell­ten Pro­duk­te in Augen­schein zu nehmen. Einzelne Besucher/Besuchergruppen nutzen die Messe, um Teile ihrer (Rollenspiel-)Verkleidung zur Schau zu stellen. Dies ist aber nicht Bestandteil des Ver­trages. Den Tick­et­preis kann man sich also nicht erstat­ten lassen.

Ich denke, dann soll­ten Ihre Fra­gen jet­zt beant­wortet sein.

Grüße
xxxx

Den größten Teil der Antwort nimmt die schlichte Wieder­hol­ung der bere­its bekan­nten »Regeln« ein, darin ist nichts Neues zu find­en. Sub­lim­ieren wir also mal die neuen Infor­ma­tio­nen:

Die Kom­mu­nika­tion der ver­stärk­ten Sicher­heits­maß­nah­men und ver­schärften Kostümbes­tim­mungen wur­den über unsere beste­hen­den Kanäle an die Teil­nehmer der gamescom kom­mu­niziert. Fra­gen und Unklarheit­en, die bei uns im Call Cen­ter oder in unseren Social Media Kanälen auftreten, beant­worten wir.

Sofern jemand, gemäß Ihrer Frage ein Cos­play­er keine Ken­nt­nis von den angepassten Sicher­heits­maß­nah­men und Kostümbes­tim­mungen erhal­ten hat, und seine Nach­bil­dun­gen von Waf­fen oder waf­fenähn­lichen Gegen­stände zum Gelände mit­bringt gilt: Vor den Kon­troll­stellen im Außen­bere­ich wer­den Garder­oben­zelte aufgestellt. Hier kön­nen bean­standete Gegen­stände kostenpflichtig abgegeben wer­den.

Ergänzend auf Ihre Frage zur »Tick­etrück­gabe«: Mit dem Erwerb ein­er Ein­trittskarte für den Besuch der gamescom erhält man das Recht, das Messegelände zu betreten und die dort aus­gestell­ten Pro­duk­te in Augen­schein zu nehmen. Einzelne Besucher/Besuchergruppen nutzen die Messe, um Teile ihrer (Rollenspiel-)Verkleidung zur Schau zu stellen. Dies ist aber nicht Bestandteil des Ver­trages. Den Tick­et­preis kann man sich also nicht erstat­ten lassen.

Meine Anmerkun­gen hierzu:

Die Kom­mu­nika­tion wird also kom­mu­niziert, das ist erfreulich. Was nutzt es aber, wenn auf Anfra­gen in den sozialen Medi­en nicht geant­wortet wird (mir und anderen so passiert)? Oder wenn jemand keine sozialen Medi­en nutzt, oder nicht jene, die die Ver­anstal­ter der Gamescom nutzen?

Dass Garder­oben­zelte aufgestellt wer­den sollen, um dort nicht genehmigte Gegen­stände zu lagern, ist immer­hin eine sin­nvolle Infor­ma­tio­nen. Dass man dafür Geld nehmen will, kann ich allerd­ings nur unter »dreist« einord­nen. Denn nach wie vor hat man sich um die Beant­wor­tung der Frage gedrückt, welche Gegen­stände tat­säch­lich bean­standet wer­den. Was »waf­fenähn­lich« nach der Mei­n­ung der Ver­anstal­ter oder deren Erfül­lungs­ge­hil­fen vom Sicher­heits­di­enst ist, wis­sen wir lei­der immer noch nicht, so dass hier eine erhe­bliche Unsicher­heit verbleibt. Wie unpro­fes­sionell sich die Sicher­heits­di­en­stler ver­hal­ten, haben wir zur RPC gese­hen, als Besuch­er damit belästigt wur­den, dass man Nerfs und Pol­ster­waf­fen nicht zulassen wollte (die man drin­nen in großen Men­gen hätte erwer­ben kön­nen, darüber hin­aus wur­den auf dem Gelände sog­ar Blankwaf­fen verkauft), und ein Besuch­er befragt wurde, ob der Pelz an der Gewan­dung von ein­er geschützen Tier­art stamme. Daran kann man wieder sehen, dass man nicht jede einge­bildete Fig­ur zum Sicher­heitler machen sollte. Hier lebten offen­bar einige junge Män­ner Macht­phan­tasien aus, die ihnen die Uni­form ein­gibt. Angesichts der Ver­hal­tensweisen zur RPC kann man sich leicht aus­malen, was mit solchen Per­so­n­en zur Gamescom an den Kon­trollen geschehen wird. Da wer­den dann Plüschtiere und Sty­ro­porvögel eben doch nach Gut­sher­re­nart zum waf­fenähn­lichen Objekt deklar­i­ert. Der Besuch­er hat ja auch kein­er­lei Möglichkeit, sich bei Stre­it­fra­gen an irgen­deine über­ge­ord­nete Instanz zu wen­den, son­dern muss sich den möglicher­weise willkür­lichen Entschei­dun­gen beu­gen.

Die Hin­weise, dass Cos­play nicht Teil des Ein­trittspreis­es ist, sind natür­lich am The­ma vor­bei. Die uni­lat­er­al geän­derten Bedin­gun­gen und Sicher­heits­maß­nah­men gel­ten ja auch für ganz nor­male Besuch­er und nicht nur für Cos­play­er, deswe­gen kann man diese Argu­men­ta­tion nicht gel­ten lassen. Die drastisch geän­derten Sicher­heit­sregeln betr­e­f­fen auch nicht gewan­dete Besuch­er (Taschenkon­trollen, Warteschlangen) und stellen nach mein­er Ansicht selb­stver­ständlich eine grundle­gende Änderung der Bedin­gun­gen dar, die bei Ver­tragsab­schluss gal­ten.

Vol­lkom­men ignori­ert hat man meine Frage nach dem Part­ner­land Türkei. Auf eine weit­ere Nach­frage, in der ich auch um Infor­ma­tio­nen zu den Garder­oben­preisen bat, kam kein­er­lei Antwort mehr. Wie man die Preise auf der Gamescom ken­nt, dürften auch diese eher gepf­ef­fert sein.

Abschließend kann ich nur fest­stellen, dass die Infor­ma­tion­slage hin­sichtlich »waf­fenähn­lich­er Gegen­stände« weit­er schlecht bleibt, da man nach wie vor auf­grund aus­bleiben­der Infor­ma­tio­nen durch die Ver­anstal­ter nicht weiß, welche Gegen­stände konkret bean­standet wer­den, und welche zuge­lassen sind.

Ich kann mich nur wieder­holen: Wenn wir zulassen, dass Angst geschürt wird und wir uns unser Leben von über­zo­ge­nen Sicher­heits­maß­nah­men ein­schränken lassen, haben die Ter­ror­is­ten gewon­nen, ohne auch nur einen Schuss abzufeuern. In jedem Jahr ster­ben in Deutsch­land zig­tausende durch Verkehrs- und Haushalt­sun­fälle oder an Nikotin. Die Zahl der Toten auf deutschem Boden auf­grund von Islamis­ten in den let­zten 20 Jahren liegt bei zwei (Ange­hörige der US-Armee auf dem Frank­furter Flughafen).

auf die Angst

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Gamescom: Sind Plüschtiere Waffen?

Gamescom: Sind Plüschtiere Waffen?

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Ich muss mich doch mal aus dem Urlaub melden … Die Ver­anstal­ter der Gamescom, die in der übernäch­sten Woche in Köln stat­tfind­et, haben in der Cos­play­er-Szene für eini­gen Aufruhr gesorgt, denn offen­bar auf­grund der Anschläge der let­zten Wochen wur­den erst jet­zt, kurz vor der Ver­anstal­tung Regeln aufgestellt, die Cos­play­ern das Mit­brin­gen von Waf­fe­nat­trap­pen unter­sagen. Und nicht nur das, das­selbe gilt auch für »waf­fenähn­liche« Gegen­stände, ohne dass das weit­er aus­for­muliert wurde, also völ­lig intrans­par­ente Gum­mi­an­weisun­gen, mit denen sich ver­mut­lich nach Gut­sher­re­nart alles ver­bi­eten lässt.

Beson­ders pikant war die Antwort auf die Anfrage eine Cos­play­erin, die ein Plüschti­er und einen Sty­ro­por­vo­gel mit­brin­gen wollte und der man antwortete:

Bedauer­licher­weise sehen wir uns gezwun­gen, die Def­i­n­i­tion »Waffe« sehr hart zu inter­pretieren. Dies bedeutet, dass alle von Dir aufge­lis­teten Gegen­stände nicht zuge­lassen sind.

Ein Plüschti­er ist eine Waffe? Das hielt ich für äußerst grotesk und fragte deswe­gen nach:

Sehr geehrte Frau xxxxx,

Da ich die in meinen Augen über­zo­gen para­noide Herange­hensweise der Köl­n­messe in einem Artikel the­ma­tisieren werde, bitte ich um Stel­lung­nahme zu dem als Screen­shot ange­hängten Fall, in dem Sie ein­er Cos­play­erin unter­sagen wollen, einen Geh­stock aus Pappe, sowie einen Plüsch- und einen Sty­ro­por­vo­gel mitzubrin­gen.
Warum wird das unter­sagt? Han­delt es sich bei Plüschtieren oder Sty­ro­porvögeln Ihrer Ansicht nach um »waf­fenähn­liche Gegen­stände«? Falls ja, bitte ich um eine Begrün­dung. Falls nein, bitte ich um eine Begrün­dung für das Ver­bot. Sind Sie nicht der Ansicht, hier vol­lkom­men über­zo­gen und unver­hält­nis­mäßig zu agieren?
Für Infor­ma­tio­nen bedanke ich mich im voraus. Ich weise darauf hin, dass eine Antwort in einem Artikel zitiert wer­den wird. Eben­so das Aus­bleiben ein­er solchen.


Mit fre­undlichem Gruß,
Ste­fan Holzhauer
PhantaNews.de
Phan­tastis­che Nachricht­en

Eine Antwort kam heute, die ist so kurz wie aus­sagearm:

Hal­lo Herr Holzhauer,

bitte entschuldigen Sie die For­mulierung der Antwort, die in diesem Fall lei­der nicht aus­re­ichend dif­feren­ziert war. Plüschtiere und auch Sty­ro­porvögel sind keine waf­fenähn­liche Gegen­stände und daher als Kostümbe­standteile zuläs­sig.

Gruß,
xxxx

Aha. Na das ist doch schon ein­mal was. Ein Plüschti­er ist also keine Waffe. Bahn­brechend. Man muss sich jet­zt fra­gen, wie es dann zu dieser kom­plet­ten Falschaus­sage kom­men kon­nte? Nach­läs­sigkeit? Sind den Mitar­beit­ern der Köl­n­messe diese »Cos­play-Spin­ner« völ­lig egal und man kann nach Belieben mit ihnen umsprin­gen? Und: Natür­lich bleiben dadurch die Bedin­gun­gen für Cos­play­er weit­er­hin völ­lig intrans­par­ent, deswe­gen habe ich noch eine weit­ere Frage hin­ter­hergeschickt:

Sehr geehrte Frau xxxx,

wird das auch öffentlich gemacht? Die Cos­play­er­szene erge­ht sich seit gestern in erhe­blich kri­tis­chen Äußerun­gen und inten­siv­er Diskus­sion über das Ver­hal­ten der Gamescom-Ver­anstal­ter und die völ­lig unklaren Bedin­gun­gen hin­sichtlich erlaubter Gegen­stände. Wer­den Sie diese noch deut­lich­er for­mulieren, damit die Cos­play­er eine höhere Sicher­heit bekom­men, nicht am Ein­gang abgewiesen zu wer­den, oder Gegen­stände kon­fisziert zu bekom­men? Was ist mit Per­so­n­en, die keine Ken­nt­nis von den »Regeln« erlan­gen kon­nten? Wer­den die einge­zo­ge­nen Gegen­stände solch­er Per­so­n­en gekennze­ich­net, gesam­melt und nach Besuch­sende zurück­gegeben? Oder wer­den inkri­m­inierte Gegen­stände ver­nichtet? Wer­den solche Per­so­n­en trotz gültiger Ein­trittskarte abgewiesen, wenn sie mit ein­er Ver­nich­tung ihres Besitzes nicht ein­ver­standen sind? Wie sind also die konkreten Bedin­gun­gen?

Für weit­ere Infor­ma­tio­nen bedanke ich mich im voraus.

Wenn sich nun Cos­play­er entschei­den, auf­grund der in meinen Augen völ­lig über­zo­ge­nen Regeln nicht zur Gamescom zu fahren, dann ist das für die Köl­n­messe kein­er­lei Ver­lust, denn schließlich sind alle Karten seit Wochen ausverkauft und die Ver­anstal­ter haben das Geld bere­its. Wenn jemand nicht kommt, weil er oder sie mit den kurzfristig uni­lat­er­al einge­führen Regeln nicht ein­ver­standen ist, kann das der Köl­n­messe also völ­lig egal sein.

Aber: Es wurde die Ansicht geäußert, dass sich die Ver­trags­be­din­gun­gen für den Kartenkauf durch diese Änderun­gen der AGB eben­falls geän­dert haben, denn die neuen Regeln sind ja nicht option­al, son­dern bindend und wer­den damit Teil des Ver­trags. Eine solche ein­seit­ige, nachträgliche Ver­tragsän­derung ist so aber nicht zuläs­sig, deswe­gen kann man auch mein­er Ansicht nach vom Kauf zurück­treten.

(Update: Nachträgliche ein­seit­ige Ver­tragsän­derun­gen sind laut deutschem Recht nicht zuläs­sig. Und auch eine Klausel in AGB, dass diese sich ein­seit­ig ändern kön­nen, ohne dass der Ver­tragspart­ner zus­tim­men muss, ist laut BGH nicht zuläs­sig: Urteil vom 11.10.2007, Az. III ZR 63/07)

Wer also jet­zt auf­grund der neuen »Regeln« nicht mehr auf die Gamescom fahren möchte (und das gilt nicht nur für Cos­play­er), sollte von den Ver­anstal­tern auf­grund ein­seit­ig und uner­wartet geän­dert­er AGB sein Geld zurück­ver­lan­gen. Kon­tak­t­möglichkeit­en find­et man auf der gamescom-Web­seite.

Ins­ge­samt hate ich die Sicher­heitsvor­gaben der Köl­n­messe für unver­hält­nis­mäßig. Wenn wir uns von Ter­ror­is­ten das Leben ein­schränken und den Spaß verder­ben lassen, haben die Ter­ror­is­ten gewon­nen, auch ohne dass sie Anschläge verüben. Und wenn sich auf­grund der Taschen- und Latexwaf­fenkon­trollen lange Schlangen bilden, wäre es für einen Irren ein leicht­es, einen Anschlag auf eben diese Wartenden zu verüben. Das Sicher­heit­skonzept erscheint mir in der vor­liegen­den Form sehr unaus­ge­goren und in jed­er Hin­sicht zu ungun­sten der Besuch­er schnell zusam­mengez­im­mert.

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