Revisited: buchhandel.de

Revisited: buchhandel.de

buchhandel.deIm Feb­ru­ar 2013 hat­te ich die Branchen­plat­tform buchhandel.de besucht und einem Test unter­zo­gen. Die Ergeb­nisse dieses natür­lich rein sub­jek­tiv­en Tests sind mit »ernüchternd« nur sehr unzure­ichend zu umschreiben.

Damals hieß es kurz danach auf boersenblatt.net:

Wir wol­len ge­mein­sam mit dem Buch­han­del die Platt­form in den nächs­ten Mo­na­ten kom­plett über­ar­bei­ten. Das be­trifft zum Ei­nen die Dar­stel­lung, die Su­che und den Bestell­prozess …

Da ich heute dank eines Back­links nochmal über meinen Artikel gestolpert bin, dachte ich, ich kön­nte doch mal nach­se­hen, was sich da inzwis­chen getan hat, es sind ja immer­hin fast 16 Monate ver­gan­gen. Mehr als genug Zeit, um die Plat­tform wie angekündigt zu verbessern.

Und was sehen meine Augen? Die Seite ist in exakt dem­sel­ben trau­ri­gen Zus­tand wie zum Zeit­punkt meines Tests. Es gibt kein­er­lei Verbesserung oder auch nur min­i­mal­ste Verän­derun­gen an der Suche. Geän­derte Bedin­gun­gen bei der Bestel­lung kann ich eben­falls nicht fest­stellen. Auch das Design ist exakt das­selbe wie wei­land, also alt­back­en und an den linken Rand gequetscht.
Ich habe mal die »nor­male«, also nicht die Profisuche, ver­wen­det und nach »Alan Dean Fos­ter« gesucht. Da gibt es tat­säch­lich Tre­f­fer. Fünf Stück. Wenn ich diese Suche bei Ama­zon eingebe, zeigen mir die 714 Tre­f­fer, die sich auch wirk­lich alle auf den US-Autor beziehen.

Bahn­brechend. Mit dieser Arbeitsver­weigerung will man gegen Ama­zon anstinken?

Ich ers­pare mir jeden weit­eren Kom­men­tar.

LChoice – online kaufen, trotzdem den lokalen Buchhandel unterstützen? Schön wär´s …

LChoice – online kaufen, trotzdem den lokalen Buchhandel unterstützen? Schön wär´s …

Logo LChoiceEs ist im Prinzip genau das Konzept, dass ich hier auf Phan­taNews schon mehrfach als wün­schenswert beschrieben hat­te: Ich kaufe meine Büch­er online, bekomme sie nach Hause geliefert und der Betrag wird einem lokalen Buch­händler gut­geschrieben.

Jet­zt gibt es offen­bar endlich einen Anbi­eter, der genau das tut, allerd­ings nicht mit einem Web­por­tal, son­dern mit ein­er App für Android und iOS. Mit der LChoice-App kann man entwed­er einen QR-Code scan­nen, oder eine ISBN-Num­mer eingeben, oder ein Buch über den Titel suchen und dann erwer­ben. Den Kauf kann man dann entwed­er in der gewün­scht­en (und eingestell­ten) Buch­hand­lung abholen, oder sich die Ware zuschick­en lassen.

Laut der Info­s­eite sind die Kosten für den Buch­händler hier­bei über­schaubar, es wer­den 3% vom Kauf für die Auf­tragsab­wick­lung fäl­lig, will man zusät­zlich den optionalen Bezahlser­vice in Anspruch nehmen, fall­en noch ein­mal 1% an. Bei den Alter­na­tive »gar nicht ver­di­enen, weil der Kunde irgend­wo online kauft« sind das in meinen Augen Top-Kon­di­tio­nen.

Eigentlich grandios, genau so muss das gehen. Das Ganze ist noch sehr neu, deswe­gen nehmen bish­er ger­ade mal unge­fähr 100 Buch­händler teil, das müssen natür­lich deut­lich mehr wer­den. Warum dann »eigentlich«? Deswe­gen:

BerechtigungenBei der Instal­la­tion der App auf einem Android-Phone zeigen sich dann allerd­ings Merk­würdigkeit­en. Die Berech­ti­gun­gen, die sich LChoice genehmi­gen will, sind in meinen Augen nicht mal ansatzweise akzept­abel. Warum muss die App Videos aufnehmen kön­nen? Für einen QR-Code reicht Zugriff auf die Kam­era. Dann will sich die App das Recht ein­räu­men, per­ma­nent aus­ge­führt zu wer­den und – man fasst es kaum – Sys­te­me­in­stel­lun­gen ändern zu dür­fen. Voller Net­zw­erkzu­griff dürfte klar sein, son­st kön­nte man das Inter­net nicht nutzen. Warum die App SD-Karten-Inhalte ändern will, ver­ste­he ich eben­falls nicht ganz, genau­so wenig, warum sie Zugriff  auf Vibra­tion,  Blit­zlicht und geschützten Spe­ich­er haben und die WLAN-Verbindun­gen anzeigen möchte.

Was soll das Ganze? Etliche Berech­ti­gun­gen davon sind für einen reinen Buchkauf über­haupt nicht nötig. Da man den Ser­vice leicht auch als Web­seite anbi­eten kön­nte, diese Möglichkeit aber nicht existiert, kann man eigentlich nur davon aus­ge­hen, dass die App im Tele­fon schnüf­feln möchte. Ich werde mal eine Anfrage beim Anbi­eter stellen, was die sich dabei denken.

Ich habe LChoice den­noch instal­liert, um das mal auszupro­bieren. Die unver­schämten Berech­ti­gun­gen kann man mit entsprechen­den Anwen­dun­gen wie App­Guard ein­schränken, was ich getan habe. Lei­der weigert sich LChoice dann, zu starten. Tja, dumm gelaufen, hier kön­nte eine an sich pri­ma Idee an bek­loppten App-Berech­ti­gun­gen scheit­ern. Im Moment würde ich LChoice auf­grund dieser Prob­lematik nicht nutzen. Mal abwarten, was der Anbi­eter sagt. Auf der Web­seite find­et sich unter dem Menüpunkt »Marken­leit­bild« fol­gen­der Text:

Unser Anspruch ist das Leben der Men­schen in ihrem All­t­ag zu bere­ich­ern – ver­trauenswürdig und inno­v­a­tiv. Wir wollen prak­tisch funk­tion­al, echt benutzer­fre­undlich und sin­nvoll sein.

Soso, »ver­trauenswürdig« … Bin ges­pan­nt, was auf meine Anfrage geant­wortet wird.

Logo LChoice Copy­right MChoice AG, Screen­shot Berech­ti­gun­gen von mir