Man hätÂte keiÂne KrisÂtallÂkuÂgel benöÂtigt, um vorÂherÂzuÂseÂhen, dass es GegeiÂfer seiÂtens der BuchÂbranÂche geben wird, wenn ein VerÂlag mit AmaÂzon zusamÂmenÂarÂbeiÂtet. Jetzt hat es BasÂtei LuebÂbe getrofÂfen, die sind bekannÂterÂmaÂĂźen äuĂźerst umtrieÂbig, was eBooks angeht. Und hatÂten zusamÂmen mit dem OnlineÂhändÂler eine AktiÂon durchÂgeÂfĂĽhrt, in deren RahÂmen man Dan Browns ILLUMINATI kosÂtenÂlos erhielt, wenn man die KindÂle Lese-App erstÂmaÂlig instalÂlierÂte. DieÂse AktiÂon ist bis zum 14. JanuÂar befrisÂtet.
Dem Buy Local-Chef und RavensÂBuch-MitÂinÂhaÂber MichaÂel RiethÂmĂĽlÂler, der immer wieÂder durch in meiÂnen Augen völÂlig ĂĽberÂzoÂgeÂnes, GemeÂcker im ZusamÂmenÂhang mit AmaÂzon aufÂfällt, war das ein so derÂber Dorn im Auge, dass er in seiÂner BuchÂhandÂlung nicht nur keiÂne VerÂtreÂter des VerÂlags mehr empÂfängt, auch alle NeuÂheiÂten- und BackÂlistÂbeÂstelÂlunÂgen wurÂden gestriÂchen. Und es wurÂde angeÂkĂĽnÂdigt, BĂĽcher von BasÂtei LuebÂbe in den RegaÂlen verÂschwinÂden zu lasÂsen.
In meiÂnen Augen ein beiÂnaÂhe mafiÂös zu nenÂnenÂdes VerÂhalÂten:
»Einen schöÂnen VerÂlag hast Du da, wäre doch schaÂde, wenn keiÂner mehr DeiÂne BĂĽcher kauft …«
Auch die Buy-Local-InitiaÂtiÂve, deren VorÂsistÂzenÂder RiethÂmĂĽlÂler ist, beenÂdet MediÂenÂmelÂdunÂgen zufolÂge die ZusamÂmenÂarÂbeit mit BasÂtei LuebÂbe.
Das VerÂhalÂten RiethÂmĂĽlÂlers scheint auch ansonsÂten eher … knorÂrig, das kann man sowohl seiÂnen Ă„uĂźeÂrunÂgen in der VerÂganÂgenÂheit entÂnehÂmen, zudem wurÂde mir berichÂtet, dass auch seiÂne KomÂmuÂniÂkaÂtiÂon mit KleinÂverÂlaÂgen offenÂbar von einiÂger ArroÂganz geprägt ist. DieÂse WeiÂgeÂrung, BĂĽcher eines VerÂlags zu verÂkauÂfen, nur weil der mit dem MarktÂfĂĽhÂrer zusamÂmenÂarÂbeiÂtet, zeichÂnet aber in meiÂnen Augen ein symÂptoÂmaÂtiÂsches und unsymÂpaÂthiÂsches Bild einer nach wie vor rĂĽckÂwärts gerichÂteÂten BranÂche. AuĂźerÂdem schieÂĂźen sich die teilÂnehÂmenÂden BuchÂhandÂlunÂgen doch ins eigeÂne Knie: Wenn ein KunÂde ein Buch des VerÂlags haben will, kauft er es eben woanÂders – oder bei AmaÂzon.
Auf meiÂnen gestÂriÂgen ArtiÂkel hin hatÂte sich Herr BinÂtig von LChoice ja bereits in den KomÂmenÂtaÂren gemelÂdet. Ich halÂte es fĂĽr ein äuĂźerst posiÂtiÂves ZeiÂchen, dass der BetreiÂber offen auf die KriÂtik einÂgeht. WeiÂterÂhin erhielt ich von ihm noch eine Email, die ich hier – wie angeÂkĂĽnÂdigt – wieÂderÂgeÂben und auch meiÂnerÂseits komÂmenÂtieÂren möchÂte.
Sehr geehrÂter Herr HolzÂhauÂer,
vieÂlen Dank fĂĽr Ihre NachÂfraÂgen – wir freuÂen uns sehr, wenn sich NutÂzer intenÂsiv mit unseÂren ProÂdukÂten ausÂeinÂanÂderÂsetÂzen und natĂĽrÂlich auch, wenn sie vorÂhanÂdeÂne SchwachÂstelÂlen finÂden, die wir dann beheÂben könÂnen.
LasÂsen Sie mich gleich techÂnisch ins Detail gehen und Ihre FraÂgen beantÂworÂten:
Zugriff auf die SD-KarÂte wird benöÂtigt, da verÂschieÂdeÂne TeleÂfon-ModelÂle exterÂnen SpeiÂcher als SD-KarÂte mounÂten und wir dort Daten ableÂgen. Das tun wir, um den interÂnen SpeiÂcher des TeleÂfons zu entÂlasÂten.
Die FunkÂtioÂnen fĂĽr BlitzÂlicht, WLAN und KameÂra sind Teil der AnwenÂdung – darÂĂĽber hinÂaus nicht sehr sicherÂheitsÂkriÂtisch. UnseÂrer KenntÂnis
Zugriff auf SysÂtemÂeinÂstelÂlunÂgen: DieÂse OptiÂon ist gewählt, um z.B. die GeoÂloÂcaÂtiÂon ein- oder ausÂschalÂten zu könÂnen. AktuÂell nutÂzen wir dieÂse OptiÂon noch nicht, sie wird aber in einem der nächsÂten Releases verÂfĂĽgÂbar sein.
PerÂmaÂnenÂtes AusÂfĂĽhÂren der App benöÂtiÂgen wir fĂĽr MesÂsaÂgingÂdiensÂte – dieÂsen werÂden wir allerÂdings in naher Zukunft weiÂterÂentÂwiÂckeln und dieÂses Recht dann nicht mehr benöÂtiÂgen.
EntÂwickÂler-Tools. DahinÂter verÂbirgt sich z.B. das Löschen von gecachÂten Files, die im geschĂĽtzÂten Bereich abgeÂlegt sind.
DarÂĂĽber hinÂaus entÂzieÂhen wir perÂmaÂnent bei fast jedem Release der App RechÂte – im LauÂfe der EntÂwickÂlung benöÂtigÂte LChoice immer weniÂger davon. Ein komÂplett »rechtÂloÂse« App ist allerÂdings schwieÂrig zu bauÂen, auch wenn sie »nur BĂĽcher kauÂfen« wolÂlen.
AbschlieÂĂźend möchÂte ich darÂauf hinÂweiÂsen, dass zahlÂreiÂche andeÂre Apps, wie ebay, AmaÂzon, Xing etc. ebenÂfalls RechÂte besitÂzen, die auf den ersÂten Blick suspekt erscheiÂnen könÂnen, z.B. das zum Löschen von CacheÂfiles, was als »EntÂwickÂler-Tools« aufÂtaucht oder den Zugriff auf den exterÂnen SD-SpeiÂcher. LChoice ist im VerÂgleich mit den genannÂten Apps sogar verÂgleichsÂweiÂse sparÂsam, was die geforÂderÂten RechÂte betrifft, man denÂke nur an den Zugriff auf NutÂzerÂkonÂten und ‑daten.
AbschlieÂĂźend noch eine kurÂze AntÂwort zu Ihrer FraÂge, warÂum wir nur eine App anbieÂten. Wir arbeiÂten aktuÂell an einer WebÂverÂsiÂon der App, u.a. aus dem von Ihnen genannÂten Grund, eben allen NutÂzern die MögÂlichÂkeit zu bieÂten, ihre BuchÂhändÂler auf dieÂse Art und WeiÂse zu unterÂstĂĽtÂzen.
Ich freue mich auf Ihr FeedÂback und die weiÂteÂren DisÂkusÂsioÂnen auf Ihrer SeiÂte.
Mit freundÂliÂchen GrĂĽÂĂźen,
Robert BinÂtig
Dazu folÂgenÂde AnmerÂkunÂgen. Dass die App NetzÂwÂekÂzuÂgang haben muss, damit man sich ĂĽber ein WLAN verÂbinÂden kann, sehe ich ein. UnnöÂtig ist jedoch der Zugriff auf die LisÂte der lokal vorÂhanÂdeÂnen WLANs. Ich entÂscheiÂde als NutÂzer ob ich mich mit einem davon verÂbinÂde, die App hat damit gar nichts zu tun. WerÂden alle WLAN-NetzÂwerÂke in ReichÂweiÂte mitÂgeÂschnitÂten, wäre es theoÂreÂtisch sogar mögÂlich, darÂĂĽber ein BeweÂgungsÂproÂfil zu erstelÂlen. BeweÂgungsÂproÂfil ist ein gutes StichÂwort fĂĽr das viel gröÂĂźeÂre ProÂblem und es wird die GeoÂloÂcaÂtiÂon, also die PosiÂtiÂonsÂbeÂstimÂmung des NutÂzers, auch direkt in der AntÂwort angeÂsproÂchen. Zugriff auf sämtÂliÂche SysÂtemÂeinÂstelÂlunÂgen – und ich wieÂderÂhoÂle mich – ist völÂlig inakÂzepÂtaÂbel. Der HinÂweis darÂauf, dass die App sich erlaubt, die PosiÂtiÂonsÂbeÂstimÂmung selbstÂstänÂdig zu aktiÂvieÂren verÂschlimÂmert das DatenÂschutzÂproÂblem sogar noch. Aus welÂchem logiÂschen Grund sollÂte eine – wir erinÂnern uns – stänÂdig lauÂfenÂde App sich selbst dauÂerÂhaft Zugriff auf unseÂre PosiÂtiÂon geben dĂĽrÂfen? Der einÂziÂge, der mir einÂfällt, wäre ein BeweÂgungsÂproÂfil zu erstelÂlen. Das benöÂtigt man fĂĽr einen BuchÂkauf keiÂnesÂfalls. Ich verÂmuÂte mal, es soll hauptÂsächÂlich verÂwenÂdet werÂden, um die nächsÂte BuchÂhandÂlung anzuÂzeiÂgen. Das könnÂte man aber leicht lösen, wie bei andeÂren AnwenÂdunÂgen auch: indem man den NutÂzer einÂfach fragt, ob er fĂĽr dieÂsen Fall und kurzÂzeiÂtig eine PosiÂtiÂonsÂbeÂstimÂmung zulasÂsen möchÂte.
Der HinÂweis, dass sich Apps andeÂrer AnbieÂter noch viel weiÂter reiÂchenÂde RechÂte einÂräuÂmen ist korÂrekt, aber nicht zielÂfĂĽhÂrend. Dass andeÂre deutÂlich kriÂtiÂscher sind, ändert ja nichts an den bestehenÂden DefiÂziÂten mit LChoice.
PosiÂtiv sehe ich die RĂĽckÂmelÂdung, dass die in meiÂnen Augen höchst kriÂtiÂschen RechÂte in Sachen SysÂtemÂeinÂstelÂlunÂgen ebenÂso wie andeÂre ProÂbleÂme bei einem Update der App behoÂben werÂden solÂlen. Ich werÂde LChoice dann erneut prĂĽÂfen und eine neue BewerÂtung abgeÂben, sollÂten meiÂne BedenÂken dann zerÂstreut sein, werÂde ich auch AngeÂbot und UmsetÂzung tesÂten und auf PhanÂtaÂNews in Form eines ArtiÂkels verÂöfÂfentÂliÂchen (bis zu dieÂsem ZeitÂpunkt gibt es dann vielÂleicht auch einen BuchÂhändÂler bei mir vor Ort, der sich dem SysÂtem angeÂschlosÂsen hat). Dass zudem eine webÂbaÂsierÂte MögÂlichÂkeit einÂgeÂrichÂtet werÂden soll, mit der man das AngeÂbot nutÂzen kann, halÂte ich ebenÂfalls fĂĽr eine sehr gute NachÂricht. Denn grundÂsätzÂlich finÂde ich die Idee immer noch groĂźÂarÂtig.
Es ist im PrinÂzip genau das KonÂzept, dass ich hier auf PhanÂtaÂNews schon mehrÂfach als wĂĽnÂschensÂwert beschrieÂben hatÂte: Ich kauÂfe meiÂne BĂĽcher online, bekomÂme sie nach HauÂse gelieÂfert und der Betrag wird einem lokaÂlen BuchÂhändÂler gutÂgeÂschrieÂben.
Jetzt gibt es offenÂbar endÂlich einen AnbieÂter, der genau das tut, allerÂdings nicht mit einem WebÂporÂtal, sonÂdern mit einer App fĂĽr Android und iOS. Mit der LChoice-App kann man entÂweÂder einen QR-Code scanÂnen, oder eine ISBN-NumÂmer einÂgeÂben, oder ein Buch ĂĽber den Titel suchen und dann erwerÂben. Den Kauf kann man dann entÂweÂder in der gewĂĽnschÂten (und einÂgeÂstellÂten) BuchÂhandÂlung abhoÂlen, oder sich die Ware zuschiÂcken lasÂsen.
Laut der InfoÂseiÂte sind die KosÂten fĂĽr den BuchÂhändÂler hierÂbei ĂĽberÂschauÂbar, es werÂden 3% vom Kauf fĂĽr die AufÂtragsÂabÂwickÂlung fälÂlig, will man zusätzÂlich den optioÂnaÂlen BezahlÂserÂvice in Anspruch nehÂmen, falÂlen noch einÂmal 1% an. Bei den AlterÂnaÂtiÂve »gar nicht verÂdieÂnen, weil der KunÂde irgendÂwo online kauft« sind das in meiÂnen Augen Top-KonÂdiÂtioÂnen.
EigentÂlich granÂdiÂos, genau so muss das gehen. Das GanÂze ist noch sehr neu, desÂweÂgen nehÂmen bisÂher geraÂde mal ungeÂfähr 100 BuchÂhändÂler teil, das mĂĽsÂsen natĂĽrÂlich deutÂlich mehr werÂden. WarÂum dann »eigentÂlich«? DesÂweÂgen:
Bei der InstalÂlaÂtiÂon der App auf einem Android-PhoÂne zeiÂgen sich dann allerÂdings MerkÂwĂĽrÂdigÂkeiÂten. Die BerechÂtiÂgunÂgen, die sich LChoice genehÂmiÂgen will, sind in meiÂnen Augen nicht mal ansatzÂweiÂse akzepÂtaÂbel. WarÂum muss die App VideÂos aufÂnehÂmen könÂnen? FĂĽr einen QR-Code reicht Zugriff auf die KameÂra. Dann will sich die App das Recht einÂräuÂmen, perÂmaÂnent ausÂgeÂfĂĽhrt zu werÂden und – man fasst es kaum – SysÂtemÂeinÂstelÂlunÂgen ändern zu dĂĽrÂfen. VolÂler NetzÂwerkÂzuÂgriff dĂĽrfÂte klar sein, sonst könnÂte man das InterÂnet nicht nutÂzen. WarÂum die App SD-KarÂten-InhalÂte ändern will, verÂsteÂhe ich ebenÂfalls nicht ganz, genauÂso wenig, warÂum sie Zugriff auf VibraÂtiÂon, BlitzÂlicht und geschĂĽtzÂten SpeiÂcher haben und die WLAN-VerÂbinÂdunÂgen anzeiÂgen möchÂte.
Was soll das GanÂze? EtliÂche BerechÂtiÂgunÂgen davon sind fĂĽr einen reiÂnen BuchÂkauf ĂĽberÂhaupt nicht nötig. Da man den SerÂvice leicht auch als WebÂseiÂte anbieÂten könnÂte, dieÂse MögÂlichÂkeit aber nicht exisÂtiert, kann man eigentÂlich nur davon ausÂgeÂhen, dass die App im TeleÂfon schnĂĽfÂfeln möchÂte. Ich werÂde mal eine AnfraÂge beim AnbieÂter stelÂlen, was die sich dabei denÂken.
Ich habe LChoice denÂnoch instalÂliert, um das mal ausÂzuÂproÂbieÂren. Die unverÂschämÂten BerechÂtiÂgunÂgen kann man mit entÂspreÂchenÂden AnwenÂdunÂgen wie AppÂGuard einÂschränÂken, was ich getan habe. LeiÂder weiÂgert sich LChoice dann, zu starÂten. Tja, dumm gelauÂfen, hier könnÂte eine an sich priÂma Idee an bekloppÂten App-BerechÂtiÂgunÂgen scheiÂtern. Im Moment wĂĽrÂde ich LChoice aufÂgrund dieÂser ProÂbleÂmaÂtik nicht nutÂzen. Mal abwarÂten, was der AnbieÂter sagt. Auf der WebÂseiÂte finÂdet sich unter dem MenĂĽÂpunkt »MarÂkenÂleitÂbild« folÂgenÂder Text:
Unser Anspruch ist das Leben der MenÂschen in ihrem AllÂtag zu bereiÂchern – verÂtrauÂensÂwĂĽrÂdig und innoÂvaÂtiv. Wir wolÂlen prakÂtisch funkÂtioÂnal, echt benutÂzerÂfreundÂlich und sinnÂvoll sein.
Soso, »verÂtrauÂensÂwĂĽrÂdig« … Bin gespannt, was auf meiÂne AnfraÂge geantÂworÂtet wird.
Logo LChoice CopyÂright MChoice AG, ScreenÂshot BerechÂtiÂgunÂgen von mir
Die LitaÂnei, die man immer wieÂder seiÂtens des BuchÂhanÂdels und des BörÂsenÂverÂeins hört: kauf lieÂber bei deiÂnem lokaÂlen BuchÂhändÂler statt beim BeelÂzeÂbub AmaÂzon. Dass die ReaÂliÂtät anders ausÂsieht, weiĂź jeder PhanÂtasÂtik-Freund der schon einÂmal verÂsucht hat, etwas aus einem kleiÂneÂren oder SpeÂcial-InteÂrest-VerÂlag beim »kleiÂnen BuchÂhändÂler um die Ecke« zu bekomÂmen. Ja, ich weiĂź, es gibt auch gute, die ihr HandÂwerk verÂsteÂhen und wisÂsen, wie herÂum man eine Maus hält. TrotzÂdem sind solÂche ErlebÂnisÂse, wie unten geschilÂdert nach meiÂnen ErfahÂrunÂgen nicht die AusÂnahÂme, sonÂdern leiÂder die frusÂtrieÂrenÂde Regel.
Der VerÂlag Cross Cult verÂöfÂfentÂlich nicht nur zahlÂloÂse Comic-ReiÂhen, sonÂdern auch diverÂse Lizenz-RomaÂne rund um PopÂkulÂtur-PhäÂnoÂmeÂne wir STAR TREK, DOCTOR WHO oder CASTLE. Und auch eine äuĂźerst sehens- und lesensÂwerÂte NeuÂaufÂlaÂge von Ian FleÂmings JAMES BOND-RomaÂnen. Soeben verÂöfÂfentÂlichÂte der VerÂlag FolÂgenÂdes auf FaceÂbook:
Eben einen Anruf erhalÂten, von einem freundÂliÂchen Mann, der sich erkunÂdigt hat, ob man unseÂre Titel nur direkt bei uns kauÂfen kann. Er habe einen ArtiÂkel ĂĽber die Bond-RomaÂne in der »JunÂgen Welt« geleÂsen und möchÂte sich nun alle erhältÂliÂchen Titel zuleÂgen. In seiÂner StammÂbuchÂhandÂlung hat man ihm allerÂdings gesagt, dass man mit »Cross Cult« nichts anfanÂgen könÂne. Wir haben ihm geraÂten, auf unseÂre WebÂseiÂte zu gehen, die ISBN eines Bond-Romans zu notieÂren und damit nochÂmals zur BuchÂhandÂlung zu gehen. LöbÂliÂcherÂweiÂse möchÂte er nämÂlich nicht bei AmaÂzon bestelÂlen, sonÂdern beim örtÂliÂchen BuchÂhändÂler.
LieÂber unbeÂkannÂter BuchÂhändÂler,
kannst Du nicht in Dein SysÂtem gehen und nach »Ian FleÂming James Bond« suchen? Auch wenn Du den komiÂschen VerÂlag »Cross Cult« nicht kennst, werÂden da alle unseÂre Titel gelisÂtet und Du kannst sie proÂblemÂlos ĂĽber Libri/​KNV/​Umbreit oder direkt bei unseÂrer AusÂlieÂfeÂrung bestelÂlen. All dieÂse Infos finÂden sich auch auf unseÂrer WebÂseiÂte, die man ebenÂso proÂblemÂlos mit HilÂfe eines jeden interÂnetÂfäÂhiÂgen Geräts aufÂruÂfen kann … Zur Not schau doch bei AmaÂzon nach oder frag die AusÂkunft und ruf uns an. DanÂke! Das ist alleÂmal besÂser, als einen KunÂden selbst auf die Suche zu schiÂcken, der bei Dir gleich zehn BĂĽcher auf einÂmal kauÂfen möchÂte. EigentÂlich geht man ja in eine dieÂser guten alten BuchÂhandÂlunÂgen wie DeiÂne, damit einem freundÂliÂches PerÂsoÂnal weiÂterÂhelÂfen kann, bei der Suche nach dem gewĂĽnschÂten Buch. DanÂke, lieÂber BuchÂhändÂler, dass Du unseÂre Titel in Zukunft bestellst und an DeiÂne KunÂden verÂkaufst oder vielÂleicht sogar ein paar ExemÂplaÂre ins Regal stellst. Jetzt, da Du weiĂźt, wie das geht …
Das kenÂne ich. ĂśberÂhebÂliÂche BuchÂhändÂler oder BĂĽchÂhändÂlerÂgeÂhilÂfinÂnen, die ob des geäuÂĂźerÂten LeseÂwunÂsches die Nase rĂĽmpÂfen, weil es sich nicht um verÂmeintÂliÂche HochÂliÂteÂraÂtur hanÂdelt und die ĂĽberÂhaupt keiÂnen Bock haben, sich um die WĂĽnÂsche des KunÂden zu bemĂĽÂhen. Der vorÂlieÂgenÂde Fall ist natĂĽrÂlich besonÂders abstrus, denn wenn ein KunÂde gleich einen HauÂfen TaschenÂbĂĽÂcher kauÂfen möchÂte, sollÂte es im gesteiÂgerÂten InterÂesÂse des BuchÂhändÂler lieÂgen, dieÂsen Umsatz selbst zu machen. KunÂden in dieÂser Form einÂfach wegÂzuÂschiÂcken, das kann man nur als borÂniert und dumm bezeichÂnen.
LieÂbe BuchÂbranÂche: ArbeiÂtet dran! Nehmt KunÂdenÂwĂĽnÂsche ernst! Das ist viel zielÂfĂĽhÂrenÂder als das dauÂernÂde AmaÂzon-GebasÂhe und die hohÂlen WerÂbeÂphraÂsen zum TheÂma »buy local«.
Update 2: Erik SchreiÂber komÂmenÂtiert auf FaceÂbook:
Da kann ich noch eins drauf setÂzen, frei nach dem MotÂto, »einer geht immer«. Ich habe in der UmgeÂbung von DarmÂstadt jede mir bekannÂte BuchÂhandÂlung perÂsönÂlich aufÂgeÂsucht, meiÂnen VerÂlag Saphir im Stahl und mich vorÂgeÂstellt, meiÂnen kleiÂnen ProÂspekt dageÂlasÂsen. Zwei Wochen späÂter kommt ein Anruf von der BuchÂhändÂleÂrin, sie hätÂte ja noch nie etwas von mir gehört und jetzt steht da ein KunÂde und will »Der MannÂwolf von KönigsÂberg«, was das den fĂĽr ein Buch sei …
BörÂsenÂverÂein, BuchÂhändÂler und Co. ĂĽberÂschlaÂgen sich immer wieÂder dabei, AmaÂzon mit den verÂschieÂdensÂten MitÂteln und BegrĂĽnÂdunÂgen mies zu machen, und hören nicht damit auf, den KunÂden darÂauf hinÂzuÂweiÂsen, dass man doch lieÂber einÂheiÂmiÂsche HändÂler und insÂbeÂsonÂdeÂre den lokaÂlen BuchÂhanÂdel unterÂstĂĽtÂzen möge.
Dass das abseits groÂĂźer und PubliÂkumsÂverÂlaÂge allerÂdings leiÂder nicht funkÂtioÂniert, weiĂź jeder, der schon einÂmal verÂsucht hat, ein Buch aus einem Klein- oder NischenÂverÂlag im BuchÂhanÂdel zu bekomÂmen. Wenn das bei GroĂźÂhändÂlern wie KNV (Koch, Neff & VolckÂmar GmbH, der größÂte BuchÂgroĂźÂhändÂler in DeutschÂland) nicht gelisÂtet ist, dann nutzt auch eine ISBN leiÂder gar nichts – an das Buch kann man als KunÂde beim HanÂdel nicht herÂan komÂmen (zuminÂdest bei den HändÂlern, die ihre BĂĽcher bei KNV bezieÂhen).
Glaubt ihr mir nicht? Dann mal ein konÂkreÂter Fall: DIE STILLE NACH DEM TON ist eine vom SFCD herÂausÂgeÂgeÂbeÂne und in der ReiÂhe AndroSF erschieÂneÂne AnthoÂloÂgie. Sie entÂhält die GeschichÂten, die mit dem SFCD-LiteÂraÂturÂpreis (1985 bis 1998) und dem DeutÂschen SciÂence FicÂtion-Preis (1999 bis 2012) ausÂgeÂzeichÂnet wurÂden. ErschieÂnen ist sie am 1. SepÂtemÂber 2012 bei MichaÂel HaiÂtels VerÂlag p.machinery, die ISBN lauÂtet 978–3942533379.
MichaÂel bekam heuÂte eine AnfraÂge von einer BuchÂhandÂlung, die das Buch im SepÂtemÂber 2012 bestellt hat. GroĂźÂhändÂler KNV behaupÂtet bis dato, also ein geschlaÂgeÂnes Jahr späÂter (!), das Buch sei nicht lieÂferÂbar.
Sicher, der BuchÂhändÂler kann nichts dafĂĽr, aber wenn der GroĂźÂhändÂler nicht in der Lage ist, BĂĽcher zu beschafÂfen, wie es seiÂne AufÂgaÂbe wäre, dann wirft das ein deutÂliÂches Licht auf das PubliÂciÂty-Geschrei der BuchÂbranÂche in Sachen »Buy Local«. Die AusÂsaÂge man bekäÂme alles auch beim lokaÂlen BuchÂhändÂler ist schlichtÂweg falsch, offenÂbar auch, weil GroĂźÂhändÂler ĂĽberÂhaupt keiÂnen Bock haben, sich mit Klein- und Indie-VerÂlaÂgen und deren AngeÂbot ernstÂhaft ausÂeinÂanÂder zu setÂzen. Als VerÂleÂger wĂĽrÂde ich mich fraÂgen, warÂum ich die KohÂle in eine ISBN ĂĽberÂhaupt invesÂtieÂren soll, wenn offenÂsichtÂlich inkomÂpeÂtenÂte ZulieÂfeÂrer trotz VorÂhanÂdenÂseins einer solÂchen die Ware nicht beiÂbrinÂgen könÂnen? Oder hanÂdelt KNV etwa einÂfach nur gemäß dem neuÂen WerÂbeÂspruch der BranÂche: »VorÂsicht, Buch!«?
Es ist davon ausÂzuÂgeÂhen, dass es sich hierÂbei nicht um einen EinÂzelÂfall hanÂdelt. SolanÂge eine derÂarÂtiÂge ArroÂganz gegenÂĂĽber kleiÂneÂren AnbieÂtern in der BranÂche herrscht, soll mir bitÂte keiÂner mehr mit »Buy Local« komÂmen. Denn man bekommt »lokal« nicht das, was man kauÂfen möchÂte, insÂbeÂsonÂdeÂre im Bereich SpeÂcial InteÂrest und KleinÂverÂlaÂge. SelbstÂverÂleÂger finÂden ohneÂhin nicht statt. Bei AmaÂzon kann man es sofort bestelÂlen (kommt dann direkt vom VerÂlag, kann man also alterÂnaÂtiv auch gleich dort ordern).
Was es fĂĽr die VerÂlaÂge bedeuÂtet, wenn deren BĂĽcher laut KNV angebÂlich und fälschÂlich »nicht lieÂferÂbar« sind, kann man sich leicht vorÂstelÂlen … ĂśbriÂgens sollÂten auch die BuchÂhändÂler drinÂgend nochÂmal ĂĽber dieÂsen SachÂverÂhalt nachÂdenÂken.
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Cover DIE STILLE NACH DEM TON CopyÂright p.machinery
Auf die​pres​se​.com proÂduÂziert sich BuchÂverÂleÂger Jochen Jung in Sachen eBook. ĂśberÂschrieÂben ist der ArtiÂkel mit »wider das eBook-BasÂhing«. Das lieĂź hofÂfen. Was sich dann allerÂdings im Text finÂdet, lässt mich erblasÂsen. Denn wir, die wir die unglaubÂliÂche DreisÂtigÂkeit besitÂzen, im InterÂnet Waren zu kauÂfen, sind mieÂse DieÂbe. Glaubt ihr nicht? Ich zitieÂre aus dem ArtiÂkel (fehÂlenÂde LeerÂzeiÂchen sind 1:1 ĂĽberÂnomÂmen):
HeuÂte sind reaÂle GeschäfÂte fĂĽr immer mehr MenÂschen nur noch eine Art MusÂterÂausÂstelÂlung: Man schaut sich die DinÂge an, proÂbiert sie aus, entÂscheiÂdet sich und geht dann nach HauÂse und bestellt am ComÂpuÂter. Und wer noch einen Schritt weiÂter ist, der finÂdet gleich im Netz den größÂten MusÂterÂkofÂfer ĂĽberÂhaupt und fĂĽllt seiÂnen WarenÂkorb dort. Das erspart ihm das WochenÂendÂgeÂdränÂge in der U‑Bahn und im KaufÂhaus, und schon nach weniÂgen Tagen komÂmen die Sachen mit der Post ins Haus. Es ist kaum ĂĽberÂtrieÂben, wenn man dieÂses VerÂhalÂten als eine Art DiebÂstahl betrachÂtet. Der staÂtioÂnäÂre Handel,egal ob mit Kleidung,Elektronik oder zum BeiÂspiel BĂĽchern, bezahltÂMieÂte, ArbeitsÂkraft, AusÂbilÂdung und Know-how,um am Ende die richÂtiÂge, angeÂsagÂte, verÂlangÂte Ware im Geschäft ausÂleÂgen und anbieÂten zu könÂnen. Dass sich dann MenÂschen ohne jede KaufÂabÂsicht dieÂserÂMögÂlichÂkeiÂten bedieÂnen, ist zwar nicht verÂboÂten, aber unanÂstänÂdig ist es doch. Und unklug ist es auch, denn natĂĽrÂlich fĂĽhrt der schrumpÂfenÂde Umsatz zu abnehÂmenÂden EinÂkĂĽnfÂten, und eines Tages wird die TĂĽr an einem SamsÂtagÂabend geschlosÂsen und am MonÂtagÂmorÂgen nicht mehr aufÂgeÂmacht: Der MusÂterÂkofÂfer bleibt zu.
Da bleibt einem die Luft weg, oder? Wenn ich also die EntÂscheiÂdung trefÂfe, nicht beim einen, sonÂdern beim andeÂren HändÂler meiÂne Waren zu erwerÂben, dann bin ich in den Augen des einen ein Dieb? Das ist so derÂmaÂĂźen abstrus und weltÂfremd, dass sogar mir jede sarÂkasÂtiÂsche BemerÂkung im Hals steÂcken bleibt. Sehen wir uns doch mal ein Detail an (fehÂlenÂde LeerÂzeiÂchen wurÂden einÂgeÂfĂĽgt):
Der staÂtioÂnäÂre Handel,egal ob mit KleiÂdung, ElekÂtroÂnik oder zum BeiÂspiel BĂĽchern, bezahlt MieÂte, ArbeitsÂkraft, AusÂbilÂdung und Know-how, um am Ende die richÂtiÂge, angeÂsagÂte, verÂlangÂte Ware im Geschäft ausÂleÂgen und anbieÂten zu könÂnen.
ArbeitsÂkraft, AusÂbilÂdung und Know-How? Jung sollÂte sich mal aus seiÂnem offenÂbar schlecht belĂĽfÂteÂten BĂĽro herÂaus begeÂben und perÂsönÂlich einÂkauÂfen gehen, und das nicht nur beim JuweÂlier, SchamÂpus- oder LeimÂhändÂler; dann wĂĽrÂde ihm vielÂleicht aufÂfalÂlen, dass der EinÂzelÂhanÂdel an (zu) vieÂlen StelÂlen auf 400 Euro-HilfsÂkräfÂte umgeÂstellt hat, die einem GurÂken in die Hand drĂĽÂcken, wenn man TomaÂten haben möchÂte. In den wenigsÂten FälÂlen erhalÂte ich geraÂde in Sachen TechÂnik (oder BĂĽchern) eine komÂpeÂtenÂte BeraÂtung und die Ware, die ich möchÂte, finÂdet sich in den RegaÂlen gar nicht erst (geraÂde bei BĂĽchern). BestelÂlen kann man die auch nicht, oder das dauÂert Tage, oder das Zeug ist dann dreiÂmal so teuÂer wie beim OnlinÂeverÂsenÂder (bei BĂĽchern dank des BuchÂpreisÂkarÂtells natĂĽrÂlich nicht). Da wird nicht das ausÂgeÂlegt und angeÂboÂten, was verÂlangt ist, Herr Jung, und beraÂten werÂde ich dazu schon mal gar nicht. Oder falsch. Dann kann ich auch gleich online bestelÂlen und bekomÂme das Zeug nach HauÂse gelieÂfert. Der gruÂseÂliÂge SerÂvice tun das seiÂne dazu. Wer mal verÂsucht hat, in der GewährÂleisÂtungsÂzeit eine defiÂniÂtiv defekÂte Ware bei Saturn zurĂĽck zu geben, der weiĂź, wovon ich spreÂche. Ich lasÂse mich in Läden nicht mehr von unmoÂtiÂvierÂten HilfsÂkräfÂten anmufÂfeln, weil ich es wage, sie nach etwas zu fraÂgen oder weil ich meiÂne VerÂbrauÂcherÂrechÂte kenÂne.
Bevor er mich des DiebÂstahls bezichÂtigt, weil ich da kauÂfe, wo es das AngeÂbot gibt, das ich möchÂte und wo das zudem auch noch deutÂlich preisÂwerÂter ist, sollÂte der Herr Jung vielÂleicht mal darÂĂĽber nachÂdenÂken, ob man uralte GeschäftsÂmoÂdelÂle nicht endÂlich mal den ReaÂliÂtäÂten anpasÂsen sollÂte. Wer das nicht tut, der muss sich nicht wunÂdern, wenn er SamsÂtags ab- und MonÂtags nicht wieÂder aufÂschlieĂźt. VielÂleicht zeigt er mir mal einen BuchÂhändÂler, bei dem ich eBooks bekomÂmen kann. Um genauÂer zu sein: welÂche, die ich auch möchÂte.
Die Schuld hierÂfĂĽr den KunÂden zuschusÂtern zu wolÂlen, ist insÂbeÂsonÂdeÂre in dieÂser dummÂdreisÂten Art eine UnverÂschämtÂheit – und das ist noch sehr freundÂlich ausÂgeÂdrĂĽckt. Wenn das irgendÂwelÂche SymÂpaÂthien wecken soll ist es nicht nur grĂĽndÂlich daneÂben geganÂgen, sonÂdern dämÂlich. Vom Kauf irgendÂwelÂcher ProÂdukÂte aus dem VerÂlag des Herrn Jung werÂde ich zukĂĽnfÂtig jedenÂfalls abseÂhen. Auch als eBook.
MannÂmannÂmann.
Zum Rest des ArtiÂkels muss man sich ebenÂfalls kaum äuĂźern. Wer die aktuÂelÂlen ZahÂlen des BörÂsenÂverÂlags zum TheÂma eBooks kennt (dazu demÂnächst mehr), der weiĂź, dass die gesamÂte BranÂche sich verÂrechÂnet hat, was die SteiÂgeÂrung der AbsatzÂzahÂlen angeht. Die sind nämÂlich deutÂlich höher als zuvor angeÂnomÂmen. TrotzÂdem sonÂdert Jung noch solÂche WortÂhĂĽlÂsen ab:
Das E‑Book wird es schwer haben, die KonÂkurÂrenz zu einem schön gemachÂten Buch aus Papier, FarÂbe, Leim und FanÂtaÂsie zu gewinÂnen
Nein, wird es nicht. Und darÂum geht es auch gar nicht, es gibt keiÂnen Zwang zu entÂweÂder-oder. Aber lasÂsen wir ihn vielÂleicht besÂser weiÂter in seiÂnem VerÂlagsÂbĂĽÂro am geliebÂten Leim vom komÂpeÂtenÂten HändÂler schnĂĽfÂfeln. Sonst schreibt er womögÂlich noch weiÂteÂre solÂcher ArtiÂkel … wer weiĂź, was wir auĂźer DieÂben noch alles sind …
Auch das war natĂĽrÂlich ein AprilÂscherz. Noch …Ich halÂte es durchÂaus nicht fĂĽr unwahrÂscheinÂlich, dass AmaÂzon das oder etwas ähnÂliÂches in Zukunft tatÂsächÂlich durchÂfĂĽhÂren könnÂte (und die »Buy Local«-Kampagne des BuchÂhanÂdels halÂte ich tatÂsächÂlich fĂĽr völÂlig verÂfehlt, zumal sich inzwiÂschen StrukÂtuÂren aufÂtun, die man als »mafiÂös« bezeichÂnen könnÂte).
Der VerÂsandÂhändÂler AmaÂzon wird laut einer aktuÂelÂlen PresÂseÂmitÂteiÂlung die »Buy Local«-Bewegung des BuchÂhanÂdels mit eigeÂnen KamÂpaÂgnen unterÂstĂĽtÂzen, beim KonÂzern heisst die KamÂpaÂgne »Shop Local«. HierÂfĂĽr werÂden in diverÂsen deutÂschen GroĂźÂstädÂten AmaÂzon-Shops einÂgeÂrichÂtet, die ersÂten soll es bereits bis zum Ende April 2013 in BerÂlin, HamÂburg, MĂĽnÂchen, DĂĽsÂselÂdorf, Köln und StuttÂgart geben, weiÂteÂre werÂden in gröÂĂźeÂren StädÂten sukÂzesÂsiÂve folÂgen. Geplant ist das EinÂrichÂten dieÂser Stores schon seit LänÂgeÂrem, jetzt macht AmaÂzon offenÂbar ernst. In GroĂźÂbriÂtanÂniÂen kann man seiÂne Waren bereits in LadenÂgeÂschäfÂten abhoÂlen.
Laut James LirÂpa, dem Public RelaÂtiÂons-ManaÂger des OnlinÂeverÂsenÂders, will man durch die LadenÂgeÂschäfÂte das lokaÂle KauÂfen unterÂstĂĽtÂzen und dafĂĽr sorÂgen, dass wieÂder mehr KunÂden die InnenÂstädÂte zum WarenÂerÂwerb aufÂsuÂchen. Das SorÂtiÂment wird zum einen BĂĽcher beinhalÂten, allerÂdings soll auch UnterÂhalÂtungsÂelekÂtroÂnik angeÂboÂten werÂden. KunÂden, die etwas online bestelÂlen, könÂnen ihre Ware in den AmaÂzon-Shops abhoÂlen, statt sie sich zusenÂden zu lasÂsen. VerÂsandÂkosÂten falÂlen hierÂfĂĽr keiÂne an. Auch Waren, die norÂmaÂlerÂweiÂse nur ĂĽber den VerÂsand erhältÂlich sind, solÂlen in den AmaÂzon-Shops vorÂgeÂhalÂten werÂden, beiÂspielsÂweiÂse ĂĽber CreaÂteSpace selbstÂpuÂbliÂzierÂte BĂĽcher. WeiÂterÂhin soll es BeraÂtungsÂleisÂtunÂgen geben, man kann sich z.B. seiÂnen KindÂle-eReaÂder dort einÂrichÂten und erläuÂtern lasÂsen.
AmaÂzon weist in der PresÂseÂmitÂteiÂlung expliÂzit darÂauf hin, dass in seiÂnen Shops GehälÂter gezahlt werÂden solÂlen, die ĂĽber dem EinÂzelÂhanÂdelsÂdurchÂschnitt in den jeweiÂliÂgen StädÂten lieÂgen.
CooÂle Sache – und erneut wird AmaÂzon den behäÂbiÂgen lokaÂlen BuchÂhanÂdel und desÂsen völÂlig untaugÂliÂche »Buy Local«-Kampagne damit kalt erwiÂschen.
Bild: AmaÂzon Retail Shop in SeatÂtle CopyÂright Ama​zon​.com
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