Gibt es Alternativen beim Online-Buchkauf?

Ich stellte mir um Zusam­men­hang mit der Ama­zon-Diskus­sion die Frage: gibt es gang­bare Alter­na­tiv­en zu Ama­zon für mich? Ja, ich beziehe diese Frage auf mich, der ich gern Phan­tastik, sowie englis­chsprachige Orig­i­nale lese, und der ich auf eBooks ste­he. Und obwohl ich auch regelmäßig Elek­tron­ik oder Games bei Ama­zon ordere, habe ich diese Waren aus­ge­lassen, um halb­wegs Chan­cen­gle­ich­heit herzustellen. Unter diesen Aspek­ten (aber auch in Hin­sicht auf Kun­den­fre­undlichkeit und Ver­sand­kosten) habe ich deutsche Onli­neshops mit Schw­er­punkt »Büch­er« unter­sucht und in vie­len Fällen Gruseliges ent­deckt. Ich wun­dere mich bere­its lange nicht mehr, warum Ama­zon mit den hiesi­gen Anbi­etern ein­er trä­gen und kon­ser­v­a­tiv­en Branche den Boden wis­cht – nach den Ergeb­nis­sen mein­er Tests schon gar nicht mehr …

Die Artikel (wird ergänzt, wenn neue Tests hinzu kom­men):

buchhandel.dekohlibri.deosiander.delehmanns.debol.delibreka.de

Weit­er­hin: Betra­ch­tun­gen zu den Mond­preisen für englis­che eBooks.

Alternativen beim Online-Kauf, gibt es die? bol.de

Via Google+ wurde ich auf bol.de hingewiesen. Bol.de und buch.de gehören zum sel­ben Anbi­eter (näm­lich der buch.de inter­net­stores AG). Deswe­gen zeigte sich bei Stich­proben, dass das Ange­bot nahezu iden­tisch ist, ich würde mal davon aus­ge­hen, dass bei­de Por­tale auf diesel­ben Daten­banken zurück greifen und nur das Fron­tend unter­schiedlich gestal­tet wurde. Ich habe mich deswe­gen bei meinem Test auf bol.de beschränkt.
Auf den ersten Blick fällt mir auf der Start­seite auf, dass die Haupt­nav­i­ga­tion nach Kat­e­gorien, die man oben hor­i­zon­tal find­et, an der linken Seite ver­tikal nochmal wieder­holt wird. Das wirkt selt­sam redun­dant. Wenn man allerd­ings eine Kat­e­gorie anklickt, erscheint inner­halb des gewählten Kon­texts links eine Sub­nav­i­ga­tion – und das macht natür­lich Sinn. Die Gestal­tung der Start­seite ist … hm … min­i­mal­is­tisch und auch hier find­et man den gesamten Con­tent­block an die linke Browser­seite gekuschelt. Warum das heute noch der­art viele Seit­en­be­treiber so machen, ist mir völ­lig unver­ständlich.

Auf der Start­seite wer­den diverse Medi­en vorgestellt, jew­eils drei unter den Labels »Tipps der Redak­tion«, »Aktuelles« und »Best­seller«. Das geht völ­lig in Ord­nung und ist auch immer eine gute Idee, um Verkäufe zu gener­ieren, wen­ngle­ich auch hier die Tipps der Redak­tion jegliche Begrün­dung fehlen lassen, warum es sich ger­ade bei diesem Artikel um eine Empfehlung han­delt.
Die Haupt­menüpunk­te klap­pen in Form eines soge­nan­nten »Mega­menüs« auf und offen­baren ihre Sub­kat­e­gorien. Das ist bequem. Erfreulicher­weise gibt es sowohl unter »Büch­er« wie auch unter »eBooks & eRead­er« den Ein­trag »Sci­ence Fic­tion & Fan­ta­sy« (unter eBooks heisst der witziger­weise »Fan­ta­sy & Sci­ence-Fic­tion«, warum hier die Rei­hen­folge eine andere ist, weiß ver­mut­lich bei Bol kein­er). Wählt man eine der Haup­tkat­e­gorien, öffnet sich links eine Sub­nav­i­ga­tion, die mehr Ein­träge umfasst als das eben ange­sproch­ene Mega­menü. Äußerst über­sichtlich und so oder ähn­lich muss das gemacht wer­den.

Das "Megamenü"
Das »Mega­menü«

Höchst erfreulich ist, dass es hier sog­ar mehrere Unterkat­e­gorien gibt, näm­lich »Fan­ta­sy«, »nach Rei­hen«, »Sci­ence Fic­tion«, »Vam­pir­ro­mane« (seufz) und »Nach Autoren«. Das ist vor­bildlich. Weit­er­hin beste­ht die Möglichkeit, die angezeigten Ergeb­nisse nach ver­schiede­nen Kri­te­rien neu zu sortieren: »beste Tre­f­fer«, »»auf­steigend nach Verkauf­s­rang«, »absteigend nach Erschei­n­ungs­jahr«, »auf- und absteigend nach Preis« sowie »»auf- und absteigend alpha­betisch«. Das sind Optio­nen, wie ich sie auf den anderen Shop­seit­en bish­er verge­blich gesucht habe und das erin­nert alles schon sehr deut­lich an Ama­zon – man hat sich zweifel­los an diesem Vor­bild ori­en­tiert.

Seitenmenü
Seit­en­menü

Wäh­le ich die Sub­kat­e­gorie »fremd­sprachige Büch­er« verän­dert sich erneut das Seit­en­menü und ich kann zwis­chen ver­schiede­nen Sprachen wählen. Ich klicke auf »Englis­che Büch­er« – und bin verblüfft, denn sog­ar hier wer­den nochmals Unterkat­e­gorien angezeigt. Das wäre für mich angesichts der anderen getesteten Plat­tfor­men an dieser Stelle fast ein Grund, eine Flasche Scham­pus aufzu­machen und zu feiern, nur lei­der, lei­der ver­misse ich hier die Kat­e­gorie »SF & Fan­ta­sy«. Doch halt … Nach einem Klick auf »Bel­letris­tik« erscheint nochmals ein Sub­menü und dort gibt es auch einen Ein­trag dafür. Okay, her mit dem Scham­pus und das obwohl es jet­zt keine Unterteilung zwis­chen den bei­den Gen­res mehr gibt. Unter­halb der Haupt­nav­i­ga­tion finde ich sog­ar einen soge­nan­nten »Bread­crumb«, der mir anzeigt, wie tief und wo in der Nav­i­ga­tion­sstruk­tur ich mich befinde – bei denen scheint es sich obwohl sie bei der Nutzung von kom­plex­en Web­seit­en über­aus hil­fre­ich sind, um eine arkane oder okkulte Kun­st zu han­deln, denn sie inzwis­chen sel­ten irgend­wo zu find­en.

Aber im Ernst: das ist bish­er bei Weit­em die beste Lösung, die ich bis jet­zt gese­hen habe und sie ist höchst ergonomisch und bequem. Durch die Menge an Sub­kat­e­gorien kann man sich rel­a­tiv schnell genau dor­thin hangeln, wohin man möchte. Andere Anbi­eter soll­ten sich hier schnell ein paar plan­eten­große Scheiben abschnei­den, denn es zeigt, was möglich ist, wenn man jeman­den beauf­tragt, der sich mit sowas ausken­nt und das Wort »Usabil­i­ty« nicht für eine sel­tene Erbkrankheit hält. Ich bin an dieser Stelle äußerst gepan­nt, ob der pos­i­tive Ein­druck so beste­hen bleiben wird.

Auch hier ist wieder die erste Suche die nach BLOOD RITES von Jim Butch­er. Es gibt mehrere Tre­f­fer, das Orbit-Taschen­buch, sowie Soft- und Hard­cov­er von Roc. Das Roc-Taschen­buch wird als Son­derange­bot mit »-10%« ange­priesen, damit kostet es mit 7,10 Euro genau soviel wie bei Ama­zon; es ist liefer­bar. Das Hard­cov­er ist mit 19,20 sog­ar preiswert­er als bei Ama­zon, dort wer­den 20,99 Euro ange­sagt. Ich wäre schw­er beein­druckt, lei­der ist es bei Bol aber nicht sofort liefer­bar, son­dern erst in »1 – 2 Wochen«. Schade. Ama­zon kann liefern.

Weit­er mit CHANGES, auch hier muss ich auf­grund der vie­len Tre­f­fer das Suchergeb­nis mit dem Autoren­na­men ver­fein­ern. Gefun­den wird nur ein Taschen­buch, das von Roc, der Preis beträgt 7,40 Euro, es ist sofort liefer­bar. Bei Ama­zon wer­den 7,20 Euro ange­sagt, da ist es eben­falls liefer­bar und die haben zudem das Hard­cov­er.

Im Ver­gle­ich zu den bish­eri­gen Shops fällt mir übri­gens auf, dass ich bei den englis­chen Büch­er bei jedem einzel­nen Cover­bilder angezeigt bekom­men habe, das ist deut­lich bess­er als bei den anderen Anbi­eter, wo es zu oft nur Platzhal­ter zu sehen gibt. Ich würde gern über irgend etwas motzen, aber bish­er ist alles in Ord­nung bis gut.

Die Suche nach REDSHIRTS fördert Soft- und Hard­cov­er von Tor Books und Gol­lancz ans Licht des Bild­schirms, liefer­bar ist lei­der keines davon. Das trübt das Ergeb­nis, denn REDSHIRTS ist ein dur­chaus aktueller Roman. Die Preise sind wie fol­gt:

  • Gol­lancz Hard­cov­er: 17,40 EUR
  • Gol­lancz Soft­cov­er: 9,30 EUR
  • Tor Hard­cov­er: 18,30 EUR
  • Tor Soft­cov­er: 11,00 EUR

Zum Ver­gle­ich die Preise bei Ama­zon:

  • Gol­lancz Hard­cov­er: 17,00 EUR
  • Gol­lancz Soft­cov­er: 9,00 EUR
  • Tor Hard­cov­er: 17,90 EUR
  • Tor Soft­cov­er: 10,70 EUR

Hier also nur min­i­male Unter­schiede beim Preis, allerd­ings kann Ama­zon liefern, Bol nicht. Nicht liefer­bar ist hier übri­gens in bei­den Fällen die Taschen­buchaus­gabe bei Gol­lancz, aber das ist kein Wun­der: die erscheint erst im Mai.

Eine Suche nach »Alan Dean Fos­ter« funk­tion­iert genau­so gut wie eine nach »Alan Dearn Fos­ter«, die Such­mas­chine kann also »fuzzy«. Bei ein­er Ein­schränkung auf englis­chsprachige Büch­er muss man lei­der fest­stellen, dass der größte Teil nicht sofort liefer­bar ist. Die Preise sind im direk­ten Ver­gle­ich zum Konkur­renten im großen und ganzen in Ord­nung.

Kom­men wir zu den eBooks.

Die auf englis­che eBooks beschränk­te Suche nach Alan Dean Fos­ter bringt nur fünf Ergeb­nisse, das ist bei einem der­art fleißi­gen Autor ziem­lich erbärm­lich. Für ICERIGGER in der Gate­way-Aus­gabe soll man 10,99 Euro berap­pen, Ama­zon sagt dafür nur 6,49 Euro an (ICERIGGER stammt übri­gens aus dem Jahr 1974 … wie die bei Bol auf diese Preise kom­men, weiß wohl nur der Q). Charles Stross´ HIDDEN FAMILY wird nicht gefun­den, eben­so wenig wie Scalzis REDSHIRTS. Der Best­seller THE HUNGER GAMES von Suzanne Collins kostet 8,99 Euro, bei Ama­zon nur 5,65. George R. R. Mar­tins A DANCE WITH DRAGONS wird für 27,79 ange­boten, hier ist der Preis bei Ama­zon mit 13,99 Euro schon hoch. Das Taschen­buch bekommt man dort übri­gens für ver­gle­ich­sweise läp­pis­che 5,99 Euro, das ist der­selbe Preis wie bei Bol.
Es sind hier auch ein paar sehr preiswerte Lizenz-eBooks zu find­en, wie beispiel­sweise WORLD OF WARCRAFT: DAWN OF THE ASPECTS PART I für 2,70, das ist beim Konkur­renten allerd­ings auch für 2,21 zu haben.

Bei den eBooks sind diePreisun­ter­schiede nicht ganz so krass wie auf manch anderen Por­tal­en, aber immer noch deut­lich und diese bewe­gen sich in vie­len Fällen um den dop­pel­ten Preis herum. Erfreulich ist, dass auch Bol.de im eBook-Bere­ich geme­in­freie Klas­sik­er kosten­los im Pro­gramm hat, das ist die erste Plat­tform neben Ama­zon, die so etwas anbi­etet. Dau­men hoch.

Zwis­chen­durch sei ange­merkt, dass bei der Titelde­tailan­sicht wie bei Ama­zon Vorschläge im Stil von »Kun­den die dies kauften, haben auch das erwor­ben« einge­blendet wer­den. Das ist aus mein­er Sicht zuerst ein­mal sehr angenehm und hil­fre­ich, allerd­ings war die Qual­ität dieser Vorschläge durchwach­sen. Man kön­nte natür­lich argu­men­tieren, dass Bol nichts dafür kann, wenn die Kun­den so erratisch einkaufen … ;)

Zum Ver­sand: Büch­er wer­den inner­halb Deutsch­lands ver­sand­kosten­frei geliefert, das ist angenehm. Allerd­ings gilt das wirk­lich nur für reine Buchbestel­lun­gen. Bei soe­gannnten Mis­chbestel­lun­gen (also Buch und noch was anderes) fall­en unter 20 Euro Bestell­w­ert drei Euro Ver­sand­kosten an, Bürobe­darf wird erst ab 45 Euro ohne Ver­sand­kosten ver­schickt. Das ist weniger schön. Als Liefer­frist wird »ein bis drei Tage« angegeben, also nor­male Post­laufzeit. Ein Grund, warum Mis­chsendun­gen nicht eben­falls kosten­frei aus­geliefert wer­den, will mir nicht ein­fall­en.

Größere Abson­der­lichkeit­en in den All­ge­meinen Geschäfts­be­din­gun­gen sind mir nicht aufge­fall­en, allerd­ings ist es schon ein starkes Stück, dass man Ver­sand­kosten nachzahlen soll, wenn auf­grund ein­er Stornierung oder eines Wider­rufs der Bestell­be­trag unter die Portofrei­gren­ze fällt. Außer­dem sollte man bei Bol.de die AGBs mal auf Fehler in der Zeichen­codierung über­prüfen, ein paar der Umlaute wer­den mal nicht kor­rekt dargestellt, mal schon.

Alles in allem wird auf Bol.de eine Menge bess­er gemacht als auf den anderen bis­lang getesteten Plat­tfor­men. Auch hier sind allerd­ings die englis­chen eBooks deut­lich teur­er als bei Ama­zon und auch hier sind zahllose englis­chsprachige Büch­er nicht vor­rätig (oder gar nicht erst gelis­tet) und kön­nen erst nach »ein bis zwei Wochen« ver­sandt wer­den. Eine echte Alter­na­tive in Bezug auf englis­chsprachige Büch­er und eBooks ist also trotz viel­er pos­i­tiv zu bew­er­tender Punk­te auch Bol.de nicht, allerd­ings in allen anderen Punk­ten dur­chaus, zumal man hier auch beispiel­sweise Com­put­er- und Kon­solen­spiele oder DVDs und Blu­Rays bekommt. Die allerd­ings nicht ver­sand­kosten­frei – das gilt jedoch auch für Ama­zon, es sei denn, man ist dort Prime-Kunde.

Außer­dem sollte man bedenken: wer eine Alter­na­tive zu Ama­zon sucht, weil man Angst vor Monopolen oder inter­na­tion­al agieren­den Großkonz­er­nen hat, der treibt mit Bol möglicher­weise den Teufel mit dem Beelze­bub aus, denn dahin­ter stand ursprünglich zu 100% der Medi­en­riese Ber­tels­mann, der sich immer wieder aus den ver­schieden­sten Grün­den Kri­tik aus­ge­set­zt sieht. Zwar wurde die Plat­tform 2002 an die »buch.de inter­net­stores AG« verkauft, Ber­tels­mann hält jedoch immer noch Anteile von 26,7 %.  Mit dem gle­ich­nami­gen nieder­ländis­chen Inter­nethändler bol.com hat bol.de übri­gens trotz des iden­tis­chen Logos nichts zu tun, denn der Hol­län­der gehört zu Holtzbrinck und Welt­bild. Den werde ich mir allerd­ings eventuell eben­falls ein­mal anse­hen, denn auch er hat englis­chsprachige (und sog­ar deutsche) Büch­er (A DANCE WITH DRAGONS: 10,99 Euro, THE HUNGER GAMES allerd­ings mit 9,99 Euro sog­ar teur­er als bei bol.de)

Dem­nächst mehr.

Creative Commons License

Nach­trag: ich bin ger­ade auf­grund pos­i­tiv­er Rück­mel­dun­gen auf die Idee ver­fall­en, mir das Adven­ture-Spiel NI NO KUNI für die Playsta­tion 3 zu kaufen. bol.de: EUR 58,99. Ama­zon: 49,99 … (GameStop: 59,99, Osian­der: 59,99, Lehmanns: 59,99, Kohlib­ri: 59,99, buchhandel.de: nicht vorhan­den).

Alternativen beim Online-Buchkauf, gibt es die?

Kür­zlich hat ein ARD-Beitrag die Kun­den ver­schreckt. Von unhalt­baren Arbeits­be­din­gun­gen beim Online-Versender Ama­zon war die Rede. Es erhob sich ein Schreien und Wehk­la­gen und gar viele ver­sprachen hoch und heilig, nie wieder beim Antichris­ten zu kaufen. Klein­ver­lage erhoben schein­bar mutig ihr Haupt und ver­ließen laut lamen­tierend die Rei­hen der­jeni­gen, die ihre Ware bei Darth Bezos feil boten.

Jet­zt mal Klar­text: Acht Euro fuf­fzich ist für Hil­f­sar­beit­er ein Traum-Stun­den­lohn; die Mär, dass Ama­zon schlecht bezahlt mag aus der Sicht eines fest angestell­ten Akademik­ers so sein. Aus­ge­bildete Fachkräfte wie Friseurin­nen oder Bäck­ereifachverkäuferin­nen habe einen gerin­geren Ver­di­enst – dank des von der SPD durch Hartz IV geschaf­fe­nen und von der CDU gehätschel­ten Bil­liglohnseg­ments des Arbeits­mark­tes. Der ger­ade von der CDU ange­sagte angepeilte Min­dest­lohn liegt bei 8,50 Euro. Noch Fra­gen? Die im ARD-Bericht dargestellte Spanierin sagt inzwis­chen, dass ihre Aus­sagen aus dem Zusam­men­hang geris­sen und ver­fälscht wur­den. Sog­ar ver­di-Funk­tionäre (!) sagen aus, dass das alles über­zo­gen dargestellt wor­den sei. Auf konkrete Anfra­gen hin hält sich der Hes­sis­che Rund­funk bedeckt. Aber alle kaufen dem ach so neu­tralen öffentlich-rechtlichen Sender die Pro­pa­gan­da ab, ohne mal eine Sekunde nachzu­denken oder die ange­blichen Fak­ten zu hin­ter­fra­gen. Und es entste­ht der Shit­storm des manip­ulierten Fernse­hviehs, der Symp­tome ver­teufelt, statt in der Poli­tik die Aus­lös­er zu kri­tisieren.

Sich­er ist bei Ama­zon nicht alles toll. Im Gegen­teil. Aber man sollte auf tat­säch­liche Prob­leme hin­weisen, nicht welche erfind­en und nicht in RTL-Manier mit drama­tis­ch­er Musik unter­legen und reißerisch Prob­leme erfind­en oder auf­bauschen, wo es gar keine gibt.

Den­noch stellte ich mir in diesem Zusam­men­hang die Frage: kann es gang­bare Alter­na­tiv­en zu Ama­zon für mich geben? Ja, ich beziehe diese Frage auf mich, der ich gern Phan­tastik, sowie englis­chsprachige Orig­i­nale lese, und der ich auf eBooks ste­he. Und obwohl ich auch regelmäßig Elek­tron­ik oder Games bei Ama­zon ordere, habe ich diese Waren aus­ge­lassen, um halb­wegs Chan­cen­gle­ich­heit herzustellen. Unter diesen Aspek­ten (aber auch in Hin­sicht auf Kun­den­fre­undlichkeit und Ver­sand­kosten) habe ich deutsche Onli­neshops mit Schw­er­punkt »Büch­er« unter­sucht und in vie­len Fällen Gruseliges ent­deckt. Ich wun­dere mich schon lange nicht mehr, warum Ama­zon mit den hiesi­gen Anbi­etern ein­er trä­gen und kon­ser­v­a­tiv­en Branche den Boden wis­cht – nach den Ergeb­nis­sen mein­er Tests schon gar nicht mehr …

Die Artikel (wird ergänzt, wenn neue Tests hinzu kom­men):

buchhandel.dekohlibri.deosiander.delehmanns.debol.de

Alternativen beim Online-Buchkauf, gibt es die? Kurztest lehmanns.de

Eben­falls völ­lig unbekan­nt war mir die Online-Buch­hand­lung lehmanns.de, die ich mir an dieser Stelle vorgenom­men habe. Auf den ersten Blick ist die Start­seite über­sichtlich, erscheint allerd­ings auf mich alt­back­en und kon­ser­v­a­tiv. Web­de­sign geht so seit ca. 10 Jahren nicht mehr, wirk­lich ansprechend wirkt das nicht. Das kön­nte man mit ein wenig css-Fu leicht verbessern.

Ein Blick ins Menü an der linken Seite zeigt, dass dieser Shop offen­bar einen Schw­er­punkt auf Sach- und Fach­lit­er­atur legt, denn diese bei­den Kat­e­gorien nehmen die ersten Plätze in der Nav­i­ga­tion­sstruk­tur ein. Die Haupt­punk­te sind als soge­nan­nte Akko­rdeons aus­gelegt, die ihre Unter­punk­te offen­baren, wenn man darauf klickt. Erfreut stelle ich fest, dass es hier eine Abteilung »Fan­ta­sy / Sci­ence Fic­tion« gibt. Fol­gt man diesem Link, ent­deckt man ober­halb des Inhalts eine weit­ere Unterteilung in »Fan­ta­sy« und »Sci­ence Fic­tion«. Im Prinzip sehr schön und so, wie ich das in anderen Onli­neshops gern gehabt hätte. Ergonomisch völ­liger Mumpitz ist in meinen Augen allerd­ings die Zer­split­terung der Menüführung: oben auf der Seite eine Auswahl für die Medi­en (also Buch, eBook, Hör­büch­er und so weit­er), links die Kat­e­gorie­un­terteilung und dann noch ein weit­eres Menü mit Sub­kat­e­gorien ober­halb des Con­tents? Das gehört links mit in die Haupt­nav­i­ga­tion. Die bei­den kleinen Links oben hätte ich fast überse­hen.

Auf der SF & F-Start­seite find­en sich ein paar Beispiele, da sie jew­eils eigene Titel haben, han­delt es sich offen­bar um eine Art Empfehlun­gen, angenehm finde ich, dass es hier schein­bar keine Anspruchs-Standes­dünkel gibt, denn auch ein Sach­buch zu STAR WARS ist darunter. Links führen nicht nur zu den Print­aus­gaben, son­dern auch zu den eBooks der Büch­er (falls vorhan­den).

Ein Klick auf »Sci­ence Fic­tion« führt zu ein­er Über­sicht, die ist ange­blich nach »Rel­e­vanz« sortiert (sagt mir ein Drop­down am oberen Rand), was hier die Rel­e­vanzkri­te­rien sind, erschließt sich mir allerd­ings nicht. Immer­hin kann man auch nach »Autor«, »Titel« und »Jahr« sortieren. Die Suche find­et nicht nur Print­ver­sio­nen, son­dern auch eBooks. Drit­ter Tre­f­fer ist John Scalzis REDSHIRTS, das ich in meinen Tests immer als Beispiel ver­wen­det habe, doch dazu weit­er unten mehr.

Die erste Suche starte ich wie immer mit dem Begriff BLOOD RITES, dem Titel eines Har­ry Dres­den-Romans von Jim Butch­er. In der erscheinen­den Liste ist der erste Tre­f­fer erst weit­er unten, deswe­gen ver­feinere ich die Suche, indem ich den Autoren­nach­na­men anhänge. Das klappt bess­er, es gibt fünf Tre­f­fer. Auch hier wer­den nicht bei allen Tre­f­fern Cover­bilder angezeigt, gefun­den wer­den Soft- und Hard­cov­er von Roc und Orbit, allerd­ings auch die von James Marsters einge­sproch­enen Hör­büch­er. Zu den Preisen: das Roc-Taschen­buch kostet 8,22 Euro, der Ama­zon-Preis liegt bei 7,10 Euro – Ama­zon kann sofort liefern, Lehmanns eben­falls. Beim Roc-Hard­cov­er sagt Lehmanns 21,36 an, Ama­zon liegt bei 20,99, das wäre ein okay-Preis, lei­der kann Lehmanns nicht liefern, Ama­zon hat auf Lager.

Weit­er mit CHANGES, auch hier muss ich die Suche mit dem Autoren­na­men erweit­ern, auch hier kom­men mehrere Ergeb­nisse, die meis­ten ohne Cover­bild, die Roc-Taschen­buchaus­gabe fehlt eben­so wie das Hard­cov­er, das Orbit-Taschen­buch kostet 11,13, Euro und ist nicht liefer­bar. Bei Ama­zon zahlt man 10,99 Euro und kann es sofort bekom­men. Nimmt man die Roc-Aus­gabe ist man sog­ar mit nur 7,00 Euro dabei. Anmerkung zwis­chen­durch: Die Dres­den-Romane erscheinen bei Roc und Orbit, üblicher­weise sind die Roc-Aus­gaben deut­lich preiswert­er als die des anderen Ver­lags, deswe­gen fokussiere ich üblicher­weise auf diese.

Die Recherche nach John Scalzis REDSHIRTS fördert sowohl die deutschen wie auch die englis­chen Aus­gaben zutage. Das Soft­cov­er von Tor Books wird für 12,34 Euro ange­boten, ist aber wieder mal nicht liefer­bar. Beim Konkur­renten kostet die 10,70 Euro und ist  – ich möchte fast anmerken: wie immer – liefer­bar. Cov­er gibt es manch­mal, manch­mal nicht.

Bevor ich das vergesse: ich kann in der Seit­en­leiste nach ein­er durchge­führten Suche diese ein­schränken, beispiel­sweise nur auf englis­che Büch­er. Das ist genau das, was ich möchte und wäre ein grandios­es Fea­ture – nur lei­der ste­ht bei gefühlten 90% der Büch­er, dass sie »in zehn bis 20 Tagen liefer­bar« sind. Und das schmälert die Freude doch ganz erhe­blich. Beim Konkur­renten kann ich die Werke sofort bekom­men.

Eine Suche nach »Alan Dean Fos­ter« ist äußerst erfol­gre­ich, auch nach ein­er Ein­schränkung auf englis­che Büch­er. Wenn ich den Autoren­na­men falsch eingebe, find­et die Such­mas­chine gar nichts. Das ist schlapp. Beim kor­rekt eingegebe­nen Namen existieren zwar beein­druck­ende 504 Tre­f­fer, allerd­ings ist lei­der so gut wie kein­er davon mit einem Cov­er geschmückt. Da ich Büch­er die ich bere­its besitze auch am Cov­er erkenne, ist das wenig hil­fre­ich.

Ich bemühe die erweit­erte Suche für eine Recherche nach »Alan Dean Fos­ter« im Medi­en­bere­ich »ebooks«, denn jet­zt möchte ich erneut der Frage nachge­hen, ob ich hier englis­che eBooks erwer­ben kann. Es wer­den haufen­weise elek­tro­n­is­che Büch­er gefun­den. Der halb­wegs neue Roman »HUMAN BLEND« in der Del Rey-Aus­gabe kostet – und ich traue meinen Augen kaum – 21,32 Euro. Hier muss man allerd­ings zugeben, dass Ama­zon den über­haupt nicht als eBook liefern kann. Trotz­dem ist der Preis lach­haft.

Bei Charles Stross´ HIDDEN FAMILY bestätigt sich die Befürchung: englis­che eBooks sind auch hier ger­adezu aas­geierig teuer, denn es wird ein Preis von unver­schämten 12,36 Euro ange­sagt. Dafür wird dann aber auch mal vor­sicht­shal­ber kein Cov­er angezeigt. Ama­zon bietet eine Umschlagab­bil­dung und sagt nur 4,37 Euro an, also nur unge­fähr ein Drit­tel des Lehmanns-Preis­es. Auch hier sind die englis­chsprachi­gen eBook-Ver­sio­nen durch die Bank weg viel zu teuer, zum Teil muss man deut­lich mehr als den dop­pel­ten Preis bezahlen. Wür­feln die ihre Preise alle aus? Es kann mir nie­mand erzählen, dass Ama­zon die US-Ver­lage der­art unter Druck set­zt, dass die ePub-Preisangaben um soviel höher aus­fall­en, als die der Kin­dle-Fas­sun­gen. Zudem liegen die Preise für die elek­tro­n­is­chen Ver­sio­nen der Büch­er sog­ar deut­lich über denen der Print­aus­gaben. Dass hier etwas ganz und gar nicht stim­men kann, sollte sog­ar jeman­dem auf­fall­en, der glaubt, dass man die Bildzeitung für mehr als Fis­che ein­wick­eln gebrauchen kann.

Verblüfft musst ich zwis­chen­durch einen »zulet­zt angesehen«-Balken ent­deck­en. Das ist ja mal ein Fea­ture. Nur lei­der wer­den hier falsche Hoff­nun­gen geweckt, denn es gab Preisangaben von null Euro. Oh, dachte ich, gibt es hier etwa Pro­mo­tion-Ange­bote für lau?

Doch beim Durchk­lick­en zu PULSARNACHT fand ich:

Oder bei REDSHIRTS:

War also nix mit Pro­mo-Ange­boten, es han­delte sich um irgen­dein tech­nis­ches Prob­lem.

Auch bei Lehmanns sind selb­stver­ständlich, wie in der Branche bis auf löbliche Aus­nah­men üblich, alle eBooks mit Adobe-DRM verseucht.

Noch ein Blick auf die Ver­sand­kosten: inner­halb Deutsch­lands liefert Lehmanns Büch­er, CDs, Soft­ware und »Videos« ver­sand­kosten­frei, beim Verkauf an End­kun­den bleibt das Ver­san­drisiko bis zum Ein­gang beim Kun­den beim Versender. Irgendwelche »schrä­gen« For­mulierun­gen in den AGB finde ich nicht, lei­der auch keine Angaben zur Ver­sand­dauer.

Faz­it: tech­nisch ganz gut gelöst, auch wenn die Such­funk­tion ein wenig bess­er sein kön­nte, was Ver­tip­per ange­ht. Das Sor­ti­ment ist dur­chaus umfan­gre­ich und auch ältere englis­che Büch­er wer­den gelis­tet, eben­so wie ver­schiedene englis­che Ver­lagsvari­anten. Lei­der ist Lehmanns für mich aus zwei Grün­den den­noch nicht ein­mal ansatzweise eine Alter­na­tive: zum einen sind so gut wie keine englis­chen Taschen­büch­er sofort liefer­bar, alle Stich­proben waren es bei Ama­zon. Zum anderen sind auch hier die Mond­preise für englis­che eBooks mit »Unver­schämtheit« noch äußerst zuvork­om­mend umschrieben. Für mich trotz guter Ansätze keines­falls eine Alter­na­tive.

Nach­trag: ich wurde auf Google+ von Ron Müller darauf hingewiesen, dass es sich bei Lehmanns primär um eine Fach­buch­hand­lung mit Spezial­isierung auf wis­senschaftliche Fach­lit­er­atur han­delt. Deswe­gen seien die Suchen außer­halb ihrer Fachkom­pe­tenz. Das mag kor­rekt sein, ich ste­he allerd­ings auf dem Stand­punkt: wenn man eine Bellestris­tik-Abteilung vorhält, dann sollte man diese auch ern­sthaft betreiben – son­st kön­nte der Ein­druck entste­hen, man wolle das Seg­ment »noch eben« mit­nehmen.

Um der Fach­buchkom­n­pe­tenz nachzuge­hen, habe ich mich zu ein paar Stich­proben im Fach­buch­bere­ich entschlossen (auch hier wieder englis­chsprachig, da Ver­gle­iche mit deutschen Büch­ern auf­grund der Buch­preis­bindung keinen Sinn machen):

BLENDER FOR DUMMIES
Lehmanns: liefer­bar, EUR 29,17
Ama­zon: liefer­bar, EUR 27,10

MASTERING BLENDER
Lehmanns: liefer­bar, EUR 46,81
Ama­zon: liefer­bar, EUR 48,00

HTML 5 CANVAS (O’Reilly)
Lehmanns: liefer­bar, EUR 28,90
Ama­zon: liefer­bar, EUR 24,95

DEFINITIVE GUIDE TO HTML5
Lehmanns: nicht liefer­bar, EUR 42,46
Ama­zon: liefer­bar, EUR 33,80

ADOBE PHOTOSHOP CS6 CLASSROOM IN A BOOK
Lehmanns: liefer­bar, EUR 53,59
Amazon:lieferbar, EUR 36,95

Lehmanns kann bei englis­chsprachi­gen Fach­büch­ern offen­bar eine Alter­na­tive sein, die let­zten bei­den Beispiele zeigen allerd­ings, dass man in Sachen Preis vor­sichtig sein sollte.

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Wei­tere Tests von Ama­zon-Alter­na­tiv­en:

Test buchhandel.de

Test kohlibri.de

Test osiander.de

Alternativen beim Online-Buchkauf, gibt es die? Kurztest kohlibri.de

Zweit­er Test alter­na­tiv­er Onlinebestellmöglichkeit­en für Büch­er. Dies­mal habe ich mir René Kohls kohlibri.de vorgenom­men, eine Seite von der ich im Netz immer wieder mal gehört hat­te und die eben­so wie ihr Betreiber in der Branche offen­bar als inno­v­a­tiv gilt. Auf Anhieb fiel mir auf, dass die ach so inno­v­a­tive Seite mit xt:commerce nicht ger­ade eine son­der­lich mod­erne oder »inno­v­a­tive« Shoplö­sung nutzt. Und dementsprechend sieht das Design der Seite auch arg alt­back­en aus; hüb­sch und mod­ern (oder gar »inno­v­a­tiv«) ist anders. Auf der Start­seite wer­den in Kachelform promi­nent Bilder darge­boten, dort zeigt man irgendwelche Inhalte, die mich alle­samt nicht inter­essieren und möglicher­weise auf einen anspruchsvolleren Besuch­er als mich Nerd gezielt sind. Gefühlte Mit­teilung: wir haben hier Anspruch. Bei mir angekom­men: gähn. Typ­isch Deutsch.

Offen­sichtliche Kat­e­gorien suche ich erst ein­mal verge­blich, erst nach ein wenig Klick­en finde ich diese links im Menü – und dann auch nur ver­gle­ich­sweise grobe – unter dem Menüpunkt »Lit­er­atur«. Dafür sind Punk­te wie »Kalen­der«, »Kun­st­büch­er & Musik« oder »Filme, DVD und Film­büch­er« gle­ich oben im Menü zu find­en (ähn­lich der »Anord­nung« in ein­er Buch­hand­lung, es fehlen nur Duftk­erzen. Allerd­ings im Web als Präsen­ta­tion irgend­wie merk­würdig). Der erste Nav­i­ga­tion­spunkt trägt den Titel »Ausze­ich­nun­gen und Preise«, warum da nicht »Lit­er­atur« oder »Bel­letris­tik« ste­ht, erschließt sich mir nicht. Warum soll­ten irgendwelche von irgendwem ver­liehenen Preise eine Auswirkung auf mein Kaufver­hal­ten haben? Möglicher­weise ist man der Ansicht, dass eine Preisver­lei­hung ein Buch beson­ders kaufenswert macht – nach meinen Erfahrun­gen ist dem allerd­ings nicht so, eher im Gegen­teil.

Unter dem Punkt »Lit­er­atur« ver­misse ich jeglichen Ein­trag zu Sci­ence Fic­tion und Fan­ta­sy. Das erin­nert mich an diverse Buch­hand­lun­gen im realen Leben, wo ich eben­falls den Ein­druck ver­mit­telt bekomme, ich komis­ch­er Freak soll doch bitte meine schrä­gen Fetis­che woan­ders suchen … Man kön­nte sich fast wie zu Hause fühlen … Auch einen konkreten Menüein­trag für englis­che Büch­er suche ich vergebens, dabei sind die neben SF&F mein vor­rangiges Inter­esse. Siehe oben: Freak und so … Aber ich ver­heim­liche ja nicht, dass ich für mich eine Alter­na­tive suche und nicht für ZDF-Zom­bies oder Per­so­n­en, die mit dem aus­tauschbaren Ange­bot der Pub­likumsver­lage tooootal zufrieden sind.

Zurück zum The­ma: auf diesem Wege kann ich also nicht im von mir gewün­scht­en Ange­bot stöbern, benutzer­fre­undlich geht anders. Dann eben über die Suche (natür­lich kann ich nur Stich­proben durch­führen).

Hier kann ich auswählen, ob ich nach »Allem«, »Autor« oder »Titel« suchen möchte. Ana­log zum let­zten Test suche ich nach BLOOD RITES von Jim Butch­er. Tat­säch­lich, der zweite Tre­f­fer ist der gesuchte Roman um Har­ry Dres­den. Zum Preis von 8,55 Euro, bei Ama­zon bekomme ich das Buch für 7,10 Euro. Jet­zt kön­nte man natür­lich über­legen, ob man den Mehrbe­trag aufwen­den möchte, um nicht bei Ama­zon kaufen zu müssen.

Klicke ich »Titel« an und suche erneut, wird das Suchergeb­nis witziger­weise deut­lich schlechter, wenn man die Suchkri­te­rien in dieser Form ein­schränkt, soll­ten die angezeigten Ergeb­nisse eigentlich bess­er wer­den. Sollte man annehmen, aber aus meinen beru­flichen Erfahrun­gen mit xt:commerce weiß ich, dass das Shop­sys­tem nicht ger­ade … na sagen wir mal: die tech­nis­che Spitze der Verkauf­s­plat­tfor­men im Web darstellt.

Neuer Ver­such: der Titel des let­zten Har­ry Dres­den-Romans lautet COLD DAYS. Den kann ich aber lei­der im Ange­bot gar nicht find­en, was ich für außeror­dentlich bedauer­lich halte, immer­hin erschien er schon im Novem­ber, also aus­re­ichend Zeit, ihn ins Pro­gramm aufzunehmen. Beim … äh … Mit­be­wer­ber kon­nte ich den Roman schon ein dreivier­tel Jahr vor dem Erschei­n­ung­ster­min vorbestellen. Übri­gens ist bei keinem der von mir gesichteten englis­chen Romane der Ver­lag ver­merkt, es gibt aber beispiel­sweise bei den Dres­den-Büch­ern zwei Anbi­eter, die sich im Preis zum Teil deut­lich unter­schei­den. Vielle­icht meint man bei Kohlib­ri ja, ich müsste die Ver­lage an der ISBN erken­nen kön­nen …

Ich bin ja nicht so, also nochmal: eine Suche nach REDSHIRTS bringt zwar den Scalzi-Roman ans Tages­licht, allerd­ings lei­der nur die deutsche Fas­sung – und die inter­essiert mich nicht.

Diverse weit­ere Suchen zeigen an erster Stelle immer wieder mal Büch­er, die mit »unsere Empfehlung« gekennze­ich­net sind. Warum die emp­fohlen wer­den, ste­ht allerd­ings nicht dabei, das macht diese Empfehlung irgend­wie sehr sinn­los, ein Alle­in­stel­lungsmerk­mal ist das nicht. Die Beschrei­bung zum Charles Stross-Roman THE APOCALYPSE CODEX lautet:

Autoren­por­trait:

Charles Stross ist der Shoot­ing Star unter den amerikanis­chen SF-Autoren und wird schon heute in eine Rei­he mit den leg­endären Meis­tern des Gen­res, Arthur C. Clarke, Robert A. Hein­lein und Philip K. Dick, gestellt.Charles Stross was born in Leeds, Eng­land, in 1964. He has worked as a phar­ma­cist, soft­ware engi­neer and free­lance jour­nal­ist, but now writes full-time.

Ach? Das ist ja inter­es­sant, wusste ich aber dum­mer­weise schon, eine Inhalt­sangabe des Romans wäre mir deut­lich lieber gewe­sen, um einzuschätzen ob er mich inter­essiert. Ama­zon hat da deut­lich mehr zu bieten – näm­lich eine Inhalt­sangabe. Diese Prak­tik, statt des Waschzet­tels sich wieder­holende State­ments zu Autoren zu liefern, finde ich öfter. Inter­es­sant bei Stross der Preisver­gle­ich: Kohlib­ri sagt 11,35 Euro an, Ama­zon ger­ade mal 8,70 Euro. Mich würde inter­essieren, wie dieser deut­liche Preisun­ter­schied zus­tande kommt oder begrün­det wer­den soll. Ich ver­mute: keinen Bock die Preise anzu­passen.

Eine Suche nach »Per­ry Rho­dan« bringt verblüf­fende 467 Tre­f­fer. Ich bin stumm vor Glück. Lei­der kann ich in der Sortierung kein­er­lei Logik erken­nen. Weit­er­hin fehlen im Shop übri­gens Möglichkeit­en, eine Ergeb­nis­menge neu zu sortieren (Preis, Beliebtheit, Medi­um, also beispiel­sweise Taschen­buch und Hard­cov­er) – das wäre wirk­lich hil­fre­ich. Gin­ge alles, auch mit xt:commerce.

Bis hier­her würde ich das Ergeb­nis des Tests der Suche max­i­mal und mit ein­er Menge guten Wil­lens als »durchwach­sen« beze­ich­nen, kein Ver­gle­ich mit der ela­bori­erten und über­sichtlichen, vielfach gestaffel­ten Kat­e­gorisierung bei Ama­zon. Dass die Bere­iche SF & Fan­ta­sy  sowie englis­chsprachige Print­büch­er kom­plett fehlen (obwohl sie da sind!) ist für mich im Prinzip in Sachen »stöbern« bere­its ein Auschlusskri­teri­um und macht die Seite schw­er erträglich. Ich habe das unbes­timmte Gefühl, dass man mich gän­geln möchte.

Da expliz­it auch eBooks ange­boten wer­den, suche ich nach eini­gen englis­chen Roma­nen. Voll­ständi­ge Fehlanzeige, der Shop ist nicht in der Lage, solche zu liefern. Ich frage mich, was das soll? Aber auch in Sachen deutsche eBooks kann das Ange­bot nicht überzeu­gen: nach einem Klick auf »Lit­er­atur« im Menü wer­den mir ger­ade mal drei (in Zahlen: 3!) elek­tro­n­is­che Büch­er angezeigt. Der Menüpunkt »Thrill me!« liefert sage und schreibe 37 eBooks. Sci­ence Fic­tion und Fan­ta­sy auch hier im Menü kom­plette Fehlanzeige.

Auf­fal­l­end sind zwei Dinge: zum einen wird man in einen anderen Bere­ich des Shops geleit­et, wenn man auf der Start­seite »eBooks»anklickt. Hier ist die Nav­i­ga­tion eine andere (und es ver­schwinden die Meta-Links, beispiel­sweise zum Impres­sum). An den eBooks sucht man die vorgeschriebe­nen Hin­weise auf eine DRM-Verseuchung verge­blich. Warum das so ist, wird aber klar, wenn man tat­säch­lich mal bei einem Pro­dukt auf »Down­load« klickt. Dann wird man näm­lich nochmal in einen ganz anderen Shop umgeleit­et, dies­mal sog­ar unter ein­er anderen URL: https://kohlibri.e-bookshelf.de. Man möge mir vergeben, aber das Herum­schick­en zwis­chen Shop­un­ter­seit­en und anderen Webpräsen­zen wirkt wie hil­f­los zusam­mengestop­pelt. Hier find­et man dann allerd­ings am eBook nicht nur Hin­weise zum Kopier­schutz, son­dern auch eine Kat­e­gorie namens »Sci­ence Fic­tion, Fan­ta­sy« – und man kann nach ver­schiede­nen Kri­te­rien sortieren. Was die umständliche Ham­pelei mit nor­maler Shop -> eBook-Shop -> noch ein eBook-Shop soll, erschließt sich mir jedoch nicht.

Ich wollte dann noch einen Blick auf die Ver­sand­kosten wer­fen und da fand ich – und man kann es nicht anders umschreiben – Unfass­bares. Man kann zuerst ein­mal schein­bar Pos­i­tives lesen:

Wir liefern portofrei nach Ihrer Wahl an alle Postan­schriften in der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land.

Doch dann kommt das dicke Ende:

Die Gefahr geht auf den Besteller über, sobald die Liefer­ung den Betrieb von Kohlib­ri ver­lassen hat, und zwar auch dann, wenn Teil­liefer­un­gen erfol­gen.

Das ist nun nicht nur verblüf­fend, son­dern mein­er Mei­n­ung nach ein ekla­tan­ter Ver­stoß gegen deutsche Ver­braucher­rechte, denn im BGB kann man für einen Kon­sumentenkauf bei einem gewerblichen Anbi­eter (und dabei han­delt es sich bei Kohlib­ri fra­g­los) ein­deutig lesen:

§ 474 – Begriff des Ver­brauchs­güterkaufs

(1) Kauft ein Ver­brauch­er von einem Unternehmer eine bewegliche Sache (Ver­brauchs­güterkauf), gel­ten ergänzend die fol­gen­den Vorschriften. Dies gilt nicht für gebrauchte Sachen, die in ein­er öffentlichen Ver­steigerung verkauft wer­den, an der der Ver­brauch­er per­sön­lich teil­nehmen kann.

(2) Auf die in diesem Unter­ti­tel geregel­ten Kaufverträge ist § 439 Abs. 4 mit der Maß­gabe anzuwen­den, dass Nutzun­gen nicht her­auszugeben oder durch ihren Wert zu erset­zen sind. Die §§ 445 und 447 sind nicht anzuwen­den.

Ich bin nun kein Anwalt, aber die Aus­sage des Geset­zes ist mein­er Ansicht nach ein­deutig. Zudem: Das LG Lan­dau (Urteil vom 17.02.2006, HK O 977/05) hat die von einem Online-Händler gegenüber einem Ver­brauch­er ver­wen­dete AGB-Klausel »Ver­sand auf Risiko des Käufers« expliz­it als unzuläs­sig und wet­tbe­werb­swidrig eingestuft. Das LG Saar­brück­en (Urteil v. 15.9.2006, 7 I O 94/06) hat­te entsch­ieden, dass es irreführend ist, einen unver­sicherten und ver­sicherten Ver­sand zur Wahl anzu­bi­eten, wenn nicht ein­deutig klar gemacht wird, dass der Verkäufer unab­hängig von Art des Ver­sandes das Risiko trägt. Dass das in den AGB dieses Shops den­noch anders kom­mu­niziert wird, halte ich – gelinde gesagt – für eine Unver­schämtheit. Der Hin­ter­grund ist klar: man möchte schön preiswert als Büch­ersendung ver­schick­en und die ist nicht ver­sichert – wenn futsch, dann futsch. Und deses Risiko soll dem Kun­den aufge­drückt wer­den. Oder sollte es irgendwelche – echt­en oder einge­bilde­ten – Son­der­rechte für den Onlineb­uch­han­del geben? Ich glaube kaum.

Für mich als Kun­den ist ein solch­es Geschäfts­ge­baren ein KO-Kri­teri­um.

Faz­it: keine Alter­na­tive, wed­er von der Ergonomie her, erst recht nicht auf­grund der Auswahl, schon gar nicht in Sachen Kun­den­fre­undlichkeit, denn die Num­mer mit dem Ver­san­drisiko würde ich sog­ar für abmah­n­fähig hal­ten (das Impres­sum, in dem jegliche Angaben zum Daten­schutz fehlen, ist es ohne­hin, witziger­weise ste­ht da auch: »Preis­stand: 1.7.2010« – hochak­tuell!), eine Dreistigkeit ist das alle­mal. Ein Händler, der mich als Kun­den auf diese Art hin­ters Licht zu führen ver­sucht, hat, und man möge mir vergeben, dass ich es so offen sagen muss: ver­schissen.

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Wei­tere Tests von Ama­zon-Alter­na­tiv­en:

Test buchhandel.de

Test osiander.de

Test lehmanns.de

 

Alternativen beim Online-Buchkauf, gibt es die? Kurztest buchhandel.de

Anlässlich divers­er Kri­tikpunk­te am Online­händler Ama­zon (nein, ich stimme nicht ins all­ge­meine und zu einem nicht gerin­gen Teil alberne Gebashe auf­grund eines reißerischen und manip­ulierend gestal­teten ARD-Berichts ein) wird immer wieder die Aus­sage laut: »es gibt doch Alter­na­tiv­en!« Das möchte ich über­prüfen und werde deswe­gen hier in Zukun­ft die ein oder andere ange­bliche Alter­na­tive vorstellen.

Als erstes nahm ich mir heute buchhandel.de vor. Da soll man »umfassend in 1,2 Mil­lio­nen Büch­ern und anderen Medi­en« suchen kön­nen. Die kann man dann bestellen und bei einem Buch­händler vor Ort abholen, alter­na­tiv ste­ht auch der Ver­sandweg zur Ver­fü­gung.

Auf den ersten Blick wirkt das Por­tal sehr über­sichtlich, da auf nahezu jegliche Illus­tra­tio­nen verzichtet wird, es gibt allerd­ings einen Slid­er mit Buch­cov­ern. Der Con­tent ist schön brav an die linke Seite gequetscht, Web­de­sign like it’s 2005. Bei einem Klick auf den Infolink zu Ver­sand­kosten erhält man kein­er­lei sach­di­en­liche Infor­ma­tio­nen, son­dern wird lakonisch belehrt:

Etwaig anfal­l­ende Ver­sand­kosten für die Liefer­ung von Büch­ern wer­den Ihnen bei der Auswahl Ihres Buch­händlers angezeigt. Eine Über­sicht über sämtliche im Zusam­men­hang mit der Bestel­lung anfal­l­en­den Kosten erhal­ten Sie außer­dem am Ende des Bestell­prozess­es.

Das hil­ft nicht wirk­lich weit­er, hier hätte ich mir deut­lich erschöpfend­ere Infor­ma­tio­nen für gewün­scht, beispiel­sweise ein paar Beispielfälle mit Kosten, aber das würde für die Betreiber ja Aufwand bedeuten, den man offen­bar scheut. Der Ein­druck bleibt übri­gens auch bei der weit­eren Nutzung des Por­tals beste­hen.

Ich habe daraufhin die Such­funk­tion bemüht, das Sucheingabefeld auf der Start­seite habe ich ignori­ert und gle­ich die »Profisuche« in der Nav­i­ga­tion angek­lickt, ein paar Autoren­na­men eingegeben, für deren Büch­er ich mich inter­essiere, und in drei der Fälle hätte ich auch tat­säch­lich etwas bestellen wollen.

  • Suche nach Jim Butch­er: »Lei­der wurde zu Ihrer Suchan­frage kein Ergeb­nis gefun­den. Bitte recher­chieren Sie erneut mit geän­derten Eingaben.«
  • Suche nach Charles Stross: »Lei­der wurde zu Ihrer Suchan­frage kein Ergeb­nis gefun­den. Bitte recher­chieren Sie erneut mit geän­derten Eingaben.«
  • Suche nach George R. R. Mar­tin: »Lei­der wurde zu Ihrer Suchan­frage kein Ergeb­nis gefun­den. Bitte recher­chieren Sie erneut mit geän­derten Eingaben.«
  • Suche nach Alan Dean Fos­ter: »Lei­der wurde zu Ihrer Suchan­frage kein Ergeb­nis gefun­den. Bitte recher­chieren Sie erneut mit geän­derten Eingaben.«
  • Suche nach Cory Doc­torow: »Lei­der wurde zu Ihrer Suchan­frage kein Ergeb­nis gefun­den. Bitte recher­chieren Sie erneut mit geän­derten Eingaben.«

Das hat die Beze­ich­nung »Profisuche« aber mal wirk­lich ver­di­ent … (facepalm) Was? Ich soll bitte nicht nach dubiosen Aus­län­dern son­dern ordentlichen deutschen Autoren suchen? Bitteschön:

  • Suche nach Kai Mey­er: »Lei­der wurde zu Ihrer Suchan­frage kein Ergeb­nis gefun­den. Bitte recher­chieren Sie erneut mit geän­derten Eingaben.«
  • Suche nach Ju Honisch: »Lei­der wurde zu Ihrer Suchan­frage kein Ergeb­nis gefun­den. Bitte recher­chieren Sie erneut mit geän­derten Eingaben.«
  • Suche nach Oliv­er Plasch­ka: »Lei­der wurde zu Ihrer Suchan­frage kein Ergeb­nis gefun­den. Bitte recher­chieren Sie erneut mit geän­derten Eingaben.
  • »Suche nach Myra Çakan: »Lei­der wurde zu Ihrer Suchan­frage kein Ergeb­nis gefun­den. Bitte recher­chieren Sie erneut mit geän­derten Eingaben.«
  • Suche nach Kai Mey­er: »Lei­der wurde zu Ihrer Suchan­frage kein Ergeb­nis gefun­den. Bitte recher­chieren Sie erneut mit geän­derten Eingaben.«
  • Suche nach Markus Heitz: »Lei­der wurde zu Ihrer Suchan­frage kein Ergeb­nis gefun­den. Bitte recher­chieren Sie erneut mit geän­derten Eingaben.«
  • Suche nach Ste­fan Holzhauer: »Lei­der wurde zu Ihrer Suchan­frage kein Ergeb­nis gefun­den. Bitte recher­chieren Sie erneut mit geän­derten Eingaben.« (klein­er Scherz, aber man hätte mich als Her­aus­ge­ber der Steam­punk-Chroniken dur­chaus find­en kön­nen)

An dieser Stelle war ich vor Lachen kaum noch in der Lage, zu tip­pen und hätte den Test auf­grund völ­liger Untauglichkeit der Plat­tform fast abge­brochen. Es hil­ft nicht im Ger­ing­sten, dass man über eine Eingabe in »Stich­wort« tat­säch­lich Büch­er hätte angezeigt bekom­men kön­nen (wie ich später noch her­aus fand). Wenn ich »Suche nach Autor« ange­boten bekomme, möchte ich sie auch nutzen kön­nen. Dass hier nicht ein Ergeb­nis geliefert wird, ist der­art grotesk, dass es jeglich­er Beschrei­bung spot­tet.

Die Stich­wort­suche fand dann über­raschen­der­weise tat­säch­lich Büch­er von Jim Butch­er, lei­der fehlen bei sehr vie­len englis­chsprachi­gen Werken die Cov­er­ab­bil­dun­gen. Der Preis für den Har­ry Dres­den-Roman BLOOD RITES liegt als Paper­back bei sagen­haften 10,99 Euro, dabei wird mit Infor­ma­tio­nen gegeizt, es wird nicht angegeben, um welche Ver­lags­fas­sung es sich dabei han­delt. Zum Ver­gle­ich: bei Ama­zon kostet das Taschen­buch BLOOD RITES 7,10 Euro, ist also fast vier Euro preiswert­er!

Egal, für den Test in den Warenko­rb gelegt. Danach Warenko­rb aufgerufen und bestellen wollen. Ich soll eine Postleitzahl angeben, um eine Buch­hand­lung in der Nähe zu find­en. Die Rem­schei­der Buch­hand­lung Pot­thoff wird eben­sowenig angezeigt, wie die Thalia-Fil­iale, dafür eine Fach­buch­hand­lung, die gle­ich mal darauf hin­weist, dass es portofrei erst ab 25 Euro gibt. Geh weg mit Deinem Kleinkram, Du Kunde. Wir wollen Dich nicht. Die näch­sten ange­bote­nen Buch­händler sind in Vel­bert, Ratin­gen und Düs­sel­dorf. Das macht ja viel Sinn, und ist auch garantiert total gut für meinen CO2-Foot­print, wenn ich Kilo­me­ter weit fahre, um mir die Büch­er abzu­holen. Etliche der Buch­hand­lun­gen bieten vor­sicht­shal­ber erst gar keinen Ver­sand, andere sagen stolze Por­tokosten, wie beispiel­sweise deftige 5,90 Euro, an. Damit läge der Butch­er bei 16,89 Euro, dafür bekomme ich ander­swo das Hard­cov­er.

An dieser Stelle habe ich dann tat­säch­lich abge­brochen, denn ich sah keinen Sinn darin, diese alberne Plat­tform weit­er zu nutzen. Wer glaubt, dass ich unter diesen Bedin­gun­gen kaufe, der glaubt auch an die Schlümpfe. Das Ergeb­nis stellt allerd­ings mein­er Ansicht nach die Prob­leme der Buch­branche im Web sehr gut dar, ohne dass man es weit­er kom­men­tieren müsste: Igno­ranz, Kun­de­nun­fre­undlichkeit, und vol­lum­fängliche tech­nis­che sowie inhaltliche Inkom­pe­tenz. Von den Mond­preisen für englis­chsprachige Büch­er noch gar nicht gesprochen.

eBooks gibt es übri­gens auf buchhandel.de nicht (nur ein Such­feld für libre­ka) …

Update (11:00 Uhr): Auf buchreport.de kom­men­tiert Matthias Ulmer:

Sie find­en von Cory Doc­torow 14 Tre­f­fer, wenn Sie im Autoren­feld den Namen so eingeben, wie es Profis tun: Nach­name Kom­ma Vor­name.

»Eingeben, wie es die Profis tun« – Der war gut! Ich habe gelacht. Wie wäre es mit »Eingeben wie es die Kun­den tun«? Oder »Eingeben, wie es in Such­maschi­nen üblich ist«?

Update 2 (12:00 Uhr) ich lese ger­ade auf boersenblatt.de: wenn man als Buch­händler dort erscheinen möchte, muss man monatlich (!) 20 Euro (!!) abdrück­en. Dort kann man zudem lesen:

Wir wollen gemein­sam mit dem Buch­han­del die Plat­tform in den näch­sten Monat­en kom­plett über­ar­beit­en. Das bet­rifft zum Einen die Darstel­lung, die Suche und den Bestell­prozess…

»Wir wollen … in den näch­sten Monat­en …« – Ja, lasst euch ruhig Zeit, die Konkur­renz schläft ganz sich­er! Ich bin schon sehr ges­pan­nt, ob sie dies­mal jeman­den fra­gen, der sich mit so etwas ausken­nt, oder ob wieder ein ergonomiefreier Moloch dabei her­aus kommt.

Update 3 (19:00 Uhr) Auf buchreport.de wurde darauf hingewiesen, dass die Leis­tung für Buch­händler ab sofort kosten­los ist, die 20 Euro fall­en also nicht mehr an. Allerd­ings will man den Buch­händlern ab Mitte 2013 eine »umsatz­ab­hängige Transak­tion­s­ge­bühr« berech­nen. Ich würde mal ver­muten, dass die bei viel Umsatz höher aus­fällt, als 20 Euro. Wäre dem so, dann wäre die ach so tolle Neuerung keine.

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