Beam eBooks und das #neuland

Beam eBooks und das #neuland

Deutsche Verlage haben ist nicht so mit dem Internet und zugehörigen Technologien. Bei “Digitalisierung” denken sie vermutlich an Flynn, der vom MCP auf das Spielraster geschickt wird …

Ich hatte kürzlich darauf hingewiesen, dass ich mich nicht mehr in meinen Beam-Account einloggen konnte. Hier wie es weiter ging.

Es sind nur noch Umsatzzahlen aus 2017 sichtbar:

Die haben ihren Shop von einer “Agentur” erneuern lassen. Dabei gingen alle Umsatzzahlen aus den beiden alten Shops verloren, die kann man also nicht mehr einsehen. Allerdings sind sie gesetzlich verpflichtet, einen Nachweis zu führen, deswegen fragte ich nach. Auf Nachfrage kann ein Servicemitarbeiter dann auch tatsächlich die Daten aus den alten Shops ziehen und sie einem als CSV-Datei zur Verfügung stellen. Man hätte die Daten auch einfach migrieren können, das ist nun wirklich nicht schwer …
Leider kann man im neuen Shop nur noch Umsätze sehen, keine Downloads mehr. Das ist umso ärgerlicher, als ich mit den ersten beiden Bänden der STEAMPUNK-CHRONIKEN eBooks kostenlos unter Creative Commons-Lizenz anbiete. Die Konzentrierung auf Umsätze scheint für einen nur auf Gewinn orientierten Anbieter wie Beam und Bastei Luebbe vermutlich logisch. Für jemanden, der auf modernen Internet-Krempel wie CC-Lizenzen setzt, ist es das nicht im geringsten. Ich kann jetzt aufgrund der fehlenden Angaben überhaupt nicht mehr feststellen, wie erfolgreich die beiden Bücher sind. Der Shop hat sich also technisch verschlechtert – und das nicht nur in diesem Punkt:

Alle Bewertungen und Besprechungen sind weg:

Der Punkt muss inhaltlich gar nicht weiter erklärt werden. Auf Rückfrage, warum das so ist, erhielt ich die Antwort:

die Bewertungen konnten leider nicht in das neue System übernommen werden, da sich dieses grundlegend verändert hat.

Das ist eine dermaßen dumme Ausrede, dass es mich schaudern lässt. Beruflich mache ich unter anderem genau das: Datenmigration zwischen verschiedenen Systemen, beispielsweise Webshops, deswegen weiß ich genau, wie so etwas abgeht, und dass die Antwort so schlicht falsch ist. Dass die Bewertungen nicht übernommen wurden kann meiner Ansicht nach drei Gründe haben:

  1. die beauftragte Agentur war dazu nicht in der Lage (was ein Armutszeugnis wäre – ich kann das nicht glauben)
  2. Der Betreiber (also in letzter Konsequenz Bastei Luebbe) wollte den Aufwand nicht zahlen
  3. Es hat beim Betreiber keiner dran gedacht, das ins Pflichtenheft aufzunehmen

Für den Autor und Leser sind Bewertungen, insbesondere positive, aber ein ganz grundlegendes Feature, insbesondere als Werbung und damit mehr Absatz. Die einfach wegzuhauen zeugt von einer Ignoranz gegenüber den Anforderungen von Verlagen, Autoren und Selfpublishern, dass man sich fragen muss, ob dem “Dienstleister” die Bedürfnisse seiner Kunden (und nichts anderes sind ja Entitäten, die bei denen Bücher einstellen) vollkommen egal sind.

Inkonsistenzen bei der Preisdarstellung

Was bei der Migration ebenfalls abhanden gekommen ist, ist die Datenintegrität. Ich hatte wie gesagt zu alten Beam-Zeiten, als das vor Bastei noch ein wirklich guter Shop war, zwei eBooks kostenlos eingestellt. Nachdem ich wieder Zugriff auf das Publisher-Backend hatte, sah ich voller Schrecken, dass der Preis für die beiden Bücher dort mit einem Euro angegeben war. Die legen also ernsthaft unilateral andere Preise fest, als der Urheber das will? Tatsächlich war das nicht so, denn im Frontend, also im für Kunden sichtbaren Shop, wurden die beiden Bücher nach wie vor kostenlos angeboten.

Dennoch: Wer auch immer die Migration durchgeführt hat, war offensichtlich nicht dazu in der Lage, konsistente Daten bereitzustellen. Woher soll man als Publisher wissen, ob die Preisinformationen, die man im Backend sieht, mit denen übereinstimmen, die das Fronten dem Kunden zeigt? Das ist eine dermaßen unfassbare Inkompetenz, dass es mich erneut schaudern lässt. Der Kommentar vom Support:

Leider kommt es zusätzlich derzeit zu einem Darstellungsfehler im Backend, wegen diesem werden 0€ Titel im Backend als 1€ Titel angezeigt. Im Shop hingegen stimmt der eingegebene Preis und die Titel werden für 0,00€ verkauft. Wir haben den Fehler bereits an unsere Agentur kommuniziert und werden diesen so schnell wie möglich beheben.

Na immerhin wollen sie den Fehler beheben (lassen). Wann das geschehen wird ist offen.

Abrechnung:

Auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin wollte man mir die Daten der zurückliegenden Verkäufe als CSV-Dateien zusenden. Leider fehlten in der Mail die Anhänge. Als ich darauf hinwies bekam ich vom selben Supporter eine Mail von einer anderen Emailadresse. Offenbar filtert deren Mailsystem also grundsätzlich Anhänge, egal ob sinnvolle oder sinnlose. Wenn ich an meine – äußerst übersichtlichen – Umsätze aus eBooks abseits der Steampunk-Chroniken kommen möchte, muss ich gleich mehrere Rechnungen stellen, denn Bastei Luebbe jongliert immer wieder mit dem Shop (aus einer Mail an mich):

Für alle Umsätze bis einschließlich 31.12.15 müsste die Rechnung an die oolipo AG adressiert werden:
Oolipo AG
Schanzenstraße 6-20
51063 Köln

Für alle Umsätze ab dem 1.1.2016 bis heute müsste Ihre Rechnung an den Beam Shop adressiert werden:
Beam Shop GmbH
Schanzenstraße 6-20
51063 Köln

Weil die nicht wissen was sie wollen und immer wieder mal das Geschäftsmodell ändern, muss man also immer wieder mal Rechnungen an neue Unternehmen stellen. Was ist eigentlich aus der Schnapsidee Oolipo geworden?

Alles in allem muss man konstatieren, dass man beim Betreiber von Beam eBooks offenbar mit dem Medium Internet nicht zurecht kommt, wenn einfachste Datenmigrationen nicht stattfinden können, und das dazu führt, dass man sich wegen Fehlern nicht mehr in sein Konto einloggen kann und das erst von einem Supporter angefasst werden muss, weil noch nicht mal das zurücksetzen des Passworts klappt. Weiterhin kann man weder vergangene Umsätze, noch aktuelle Downloads sehen, und Preise werden im Backend falsch angezeigt. Zudem werden die  äußerst verkaufswichtigen Bewertungen und Besprechungen einfach mal nicht übernommen, und das nur lakonisch kommentiert. Downloadzahlen werden gar nicht mehr angezeigt, beim Betreiber zählt nur Umsatz

Und abschließend kann ich nur feststellen, dass die Verkäufe für 2017 bei null liegen (Downloads kann ich nicht sehen). Offenbar kaufen die Kunden überall, nur nicht mehr beim neuen Beam. Das wundert auch nicht, denn während der diversen Umstellungen kam es zu dermaßen vielen technischen Problemen mit Downloads oder Abos, dass die Zielgruppe vermutlich die Faxen extrem dicke hatte und seine eBooks konsequent woanders kauft.

Die Faxen mit den #neuland-Stümpern habe auch ich ziemlich dicke und werde deswegen meine eBooks aus dem Shop von Beam-eBooks entfernen. Es ist überaus schade und erschreckend, wie Bastei Luebbe den vor ihrer Übernahme großartigen eBook-Shop zugrunde gerichtet hat.

Beam eBooks mal wieder mit merkwürdigen Geschäftspraktiken (Update)

Beam eBooks mal wieder mit merkwürdigen Geschäftspraktiken (Update)

Durch einen Artikel auf deutsche-science-fiction.de (den ich heute dort merkwürdigerweise nicht mehr finde – Edit: Hier ist er wieder, bei Sven Klöpping selbst) wurde ich gestern daran erinnert, dass auch ich noch eBooks auf Beam eBooks anbiete. Das sind im Prinzip Altlasten aus der Zeit, bevor der Shop zu Luebbe gehörte.

In dem nicht mehr sichtbaren Text wurde bemängelt, dass man im Publisherkonto nur Verkäufe aus dem Jahr 2017 einsehen kann.

Also versuchte ich mich an meinem Konto anzumelden. Da der Shop völlig anders aussieht als früher dachte ich mir schon, dass das nicht zu einfach werden würde. Tatsächlich konnte ich mich nicht einloggen. Der Versuch, mir einen Link zur Generierung eines neuen Passworts zusenden zu lassen, war zwar erfolgreich, allerdings erhielt ich nur den Fehler “This value should not be blank”, wenn ich dort versuchte, ein neues anzulegen.

Verblüffenderweise antwortete der Support schnell (das kennen wir ja auch anders), allerdings wies die Antwort bereits darauf hin, dass die Betreiber ihren Shop nach all den Jahren immer noch nicht im Griff haben:

ich habe den Fehler gefunden, leider war Ihr Profil bei uns im “neuen” Shop noch nicht vollständig gepflegt. Ich habe dies eben für Sie nachgepflegt. Bitte sehen Sie sich Ihre Daten aber auch noch mal an, nicht das es hier zu einem Fehler kommt. Wenn Sie jetzt noch mal versuchen das Passwort zurückzusetzen, sollten Sie hierbei keine Probleme mehr haben

Tatsächlich konnte ich mich jetzt einloggen. Die Migration der Kundenkonten hatte allerdings offensichtlich nicht korrekt funktioniert, wenn da erst noch ein Mitarbeiter anfassen musste.

Allerdings liegt da noch viel mehr im Argen, denn im Publisher-Konto traf mich dann fast der Schlag.

Zum einen sind tatsächlich nur Absatzzahlen aus 2017 sichtbar. Das ist ganz sicher nicht korrekt, denn die Betreiber bieten meine eBooks seit dem Inhaberwechsel an, und es sollte eine lückenlose Auflistung über alle Jahre geben, nicht nur über 2017 (das Einstelldatum kann man im Backend sehen). Wie das rechtlich zu bewerten ist, werde ich noch versuchen in Erfahrung zu bringen.

Zum anderen – und das ist absolut unfassbar – stand an den beiden Anthologien DIE STEAMPUNK-CHRONIKEN – ÆTHERGARN und DIE STEAMPUNK-CHRONIKEN – GESCHICHTEN AUS DEM ÆTHER ein Preis von einem Euro.

Und das obwohl ich die eBooks kostenlos unter CC-Lizenz in den Shop eingestellt hatte. Zu keiner Zeit habe ich diesen Preis geändert. Die Preisänderung hat also der Betreiber von Beam eBooks durchgeführt, und zwar ohne mich zu fragen.

Das ist nichts anderes als eine Frechheit und ganz sicher rechtlich mehr als fragwürdig. Auch dann, wenn es sich um einen technischen Fehler handelt.

Ich habe jetzt nochmals den Support angefragt, wie ich an die Daten von vor 2017 komme und warum sie unilateral und ohne Rücksprache irgendwelche falschen Preise für eBooks einstellen. Über die Antworten werde ich hier informieren.

Unfassbar. #neuland-Firmen …

[Update] die Antwort:

alle Verkäufe die vor dem 1.1.2017 gelaufen sind, kann ich Ihnen gerne aus dem alten System herausziehen. Für welchen Zeitraum fehlen Ihnen Abrechnungen?
Wir spielen eigentlich nur Preise aus die uns so in das System eingepflegt wurden, vielleicht können Sie mir kurz erklären wo hier genau das Problem liegt. Sie erreichen mich telefonisch auch unter 0221 / xxxx-xxxx, dass macht es vielleicht leichter.

Nein, das werde ich ganz sicher nicht telefonisch klären, denn dann fehlen mir jegliche Belege. Ich habe die jetzt aufgefordert, mir sämtliche Verkäufe/Nichtverkäufe/Abrechnungen seit der Shopübernahme im September 2014 zur Verfügung zu stellen und nochmal gefragt, wie sie dazu kommen, andere als die von mir genannten Preise einzustellen.

[Update] Offenbar ist der neue Shop noch kaputter, als man annehmen könnte, denn während mir im Backend für die beiden Bücher ein Preis von jeweils einem Euro angezeigt wird, ist der Preis im Frontend, also im Shop, 0,00 Euro, also korrekt. Dennoch ist die technische Umsetzung offensichtlich mangelhaft.

WTF? Aus Beam wird Oolipo – oder auch nicht

WTF? Aus Beam wird Oolipo – oder auch nicht

beamlogoNeues aus Schilda von Bastei Lübbe: Beam eBooks wird zu Oolipo. Oder auch nicht. Das Tohuwabohu, das die da veranstalten, passt von der Durchführung her perfekt zur Service-Katastrophe, die man mit der einstmals grandiosen eBook-Plattform Beam eBooks Mitte des Jahres erleben durfte.

Jetzt firmieren die das in Oolipo um, wie bereits durch die Medien ging, aber Beam bleibt Beam. Ne, doch nicht, Beam wird erstmal zu Oolipo. Für einen Monat. Und dann wieder zu Beam. Oder so ähnlich, man muss das bekloppte Vorgehen nicht wirklich verstehen. Wirkt alles überstürzt und unprofessionell.

Ich muss ehrlich zugeben, dass mir Beam mehr und mehr am Oolipo vorbei geht.

Wie ich jetzt darauf komme? Weil ich soeben diese Mail erhalten habe:

Liebe Partner,

wie Sie den Medien entnehmen konnten und auch auf unseren Rechnungen und Briefköpfen sehen können, hat sich der Name der Beam AG geändert, sie heißt jetzt Oolipo AG.
Aus Markenrechtlichen Gründen wird das neue Streamingangebot 2016 unter der Marke „Oolipo“ an den Markt gehen, gleichzeitig wird „Beam“ separat dazu unter seinem etablierten Namen als e-Book-Portal weiterbetrieben.

Die Namensänderung auf Oolipo AG hat für den beam eBook Shop nur Gültigkeit bis zum 31.Dezember 2015, da wir, wie auch bereits in vielen Einzelgesprächen kommuniziert, den Shop aus der AG herauslösen und in eine eigenständige Beam Shop GmbH überführen. Dieser Schritt wird jedoch erst zum 1. Januar 2016 umgesetzt.
Wie Sie sehen, befinden wir uns gerade mitten in einer Übergangsphase und wir freuen uns, dass wir Sie auf diesem Weg mitnehmen können.

Was bedeutet das nun für Sie?

· Zahlungen von uns erscheinen auf Ihren Kontoauszügen bis zum 31.12.2015 mit der Firmierung Oolipo AG und nicht mehr mit der Firmierung Beam AG.

· Bitte stellen Sie fortan bis zum vorgenannten Datum Ihre Rechnungen an die Oolipo AG unter der altbekannten Adresse.

· Ab dem 1. Januar 2016 werden wir mit unserem Shop unter der neuen Firmierung „Beam Shop GmbH“ weitermachen und Sie rechtzeitig über die dann geltenden Rechnungsdetails informieren.

Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten im Zuge unserer internen Umstrukturierung.

Falls Sie Fragen, Wünsche oder Anregungen haben, kommen sie gerne direkt auf mich zu.

Viele Grüße

[Ansprechpartner]
Sales Manager beam eBook-Shop
Oolipo AG

Logo Beam eBooks Copyright Beam GmbH

Beam eBooks ist kaputt, die Dritte

Beam eBooks ist kaputt, die Dritte

beam-logoIch hatte bereits zweimal über die aktuellen Probleme bei beam eBooks berichtet. Auf Facebook ist folgende Stellungnahme zu finden:

beam eBooks in eigener Sache: Unsere Plattform ist im Juni an systemische Grenzen geraten. Leider kommt es aufgrund einer notwendigen Servermigration seit dem 9. Juni zu diversen technischen Problemen. beam ist sehr engagiert auf Fehlersuche, kann jedoch nur Schritt für Schritt Abhilfe schaffen. beam soll persönlich bleiben, das wird es auch tun! Jede Anfrage wird bearbeitet werden, Verbesserung ist in Sicht, nur kann ich alleine nicht allen Anfragen gleichzeitig nachkommen.Ich möchte mich auf diesem Wege ganz herzlich für das große Vertrauen und aber vor allem die Geduld auf Kundenseite – also bei euch – bedanken – dies ist alles andere als selbstverständlich. Ich weiß dies als Shopmanagerin von beam sehr zu schätzen – Unzufriedenkeit und Verärgerung sind in der heutigen Situation absolut nachvollziehbar. Unser Motto bei beam lautet “grenzenlos lesen” – diesem Credo möchte ich zukünftig mit verstärkten Kräften und kundenfreundlicheren Features im Shop nachkommen – und sehr gerne auch weiterhin mit euch als eBook-Fans! Ich halte euch auf dem Laufenden. Eure Shop Managerin Sarah

Interessant sind daran mehrere Punkte:

* Offensichtlich hält man bei Luebbe Beam eBooks für nicht wichtig genug, um ausreichend Personal dafür zur Verfügung zu stellen. Ich gehe davon aus, dass es sich bei “Sarah” um dieselbe Person handelt, die auch als Jugendschutzbeauftragte im Impressum steht, und die mir gegenüber in einer eMail erläuterte, sie sei allein für die Plattform verantwortlich. Das mag funktionieren wenn die Plattform läuft, bei den derzeit vorliegenden Problemen muss der Support selbstverständlich sofort verstärkt werden.

* Es ist keine Plattform an “systemische Grenzen geraten”, die Techies von Luebbe haben die Migration versaut. Anders kann man das nicht sagen. Natürlich kann es bei solchen Migrationen zu Schwierigkeiten kommen, allerdings ist es unverantwortlich und ein Hohn gegenüber den zahlenden Kunden, wenn solche Probleme zuerst gar nicht und dann viel zu spät nur an einer Stelle kommuniziert werden. Denn dieser Kommentar auf Facebook in keinster Weise ausreichend. Etliche Kunden werden den überhaupt nicht sehen können, so etwas muss zwingend auf die Startseite der Plattform und es muss zusätzlich per Mail an alle Kunden rausgehen.

* Die Migration hätte ausführlich geprüft und getested werden müssen. Man hätte die bisherige Plattform auf dem alten Server problemlos laufen lassen können, bis sichergestellt ist, dass die Migration erfolgreich durchgeführt wurde und die Software auf dem neuen Server fehlerfrei läuft. Das ist absoluter Standard bei solchen Projekten, und man hätte sogar dadurch völlig entspannt Zeit gehabt, alle Fehler auszubügeln, bevor man online geht. Dass das ganz offensichtlich nicht passiert ist, deutet entweder auf erheblichen Zeitdruck hin, oder auf mangelnde Kenntnisse. Oder auch die zuständige Technikabteilung ist schwer unterbesetzt (was nach meinen Erfahrungen insbesondere bei technikfernen Entscheidern gern mal vorkommt).

* Mit dieser Stellungnahme ist die Sache nicht vom Tisch. Zahllose Kommentare im Perry Rhodan-Forum, im Forum von lesen.net und auch auf Facebook zeigen, dass Luebbe hier umgehend erhebliche Schadensbegrenzung einleiten und sofort transparent werden muss – und das auf allen Kanälen. Und vor allem müssen alle zahlenden Kunden sofort ihre bezahlte Ware bekommen. Wenn das die offenbar einzelne Person, die für Beam verantwortlich ist, nicht kann, dann muss Luebbe halt zur Not ein paar weitere Mitarbeiter zeitweilig dafür abstellen.

Abschließend sei mir die Anmerkung erlaubt, dass das Ganze eine gigantische Lachnummer ist. Keine transparente Kommunikation, kein brauchbarer Support, keine professionelle Handhabung der Probleme – und haufenweise vergrätzte Kunden. Wenn man sieht, wie Luebbe Beam eBooks in den Fachmedien abfeiern lässt, dann kann man die dagegen stehende Realität mit einer offensichtlich deutlich unterbesetzten Administration nur für eine Realsatire halten. Aber: Wenn die Kunden erst einmal weg sind, kommen sie so schnell nicht wieder.

Alles in allem kann man leider erneut nur feststellen, dass die alteingesessenen Verlage mit dem #neuland nicht zurecht kommen – und in diesem Fall ist das angesichts des PR-Tamtams, das Luebbe um die Plattform gemacht hat, besonders peinlich. Geradezu ein Paradebeispiel, wie man das nicht handhabt. Der offenbar für Beam verantwortlichen Sarah kann man dabei noch nicht einmal einen Vorwurf machen, denn die Entscheidungen, die Platform nur mit halbem Arsch zu betreiben, kamen von Luebbe.

Ich kann mich nur wiederholen: Schade um die einstmals schöne Plattform.

Luebbe hat jetzt noch eine Chance: Transparent kommunizieren und die Support-Probleme sofort durch Man- oder Womanpower lösen. Und deutlich professioneller werden, was den Betrieb der Plattform angeht.

Logo Beam eBooks Coypright beam AG

Kleines Update zu Beam eBooks und Trusted Shops: Kritik unerwünscht

Kleines Update zu Beam eBooks und Trusted Shops: Kritik unerwünscht

Trusted Shops Beam eBooks

Ich hatte an anderer Stelle über derzeit offenbar bestehende Probleme mit dem Support von Beam eBooks hingewiesen. Downloads funktionieren nicht, Der Service reagiert nicht oder völlig unzureichend auf Anfragen der Kunden. Dokumentiert wurde das durch die Bewertungen auf der Plattform “Trusted Shops”.

Seit heute kann man die Bewertungen nicht mehr einsehen, weil “der Shop für die Nutzung des Bewertungssystems nicht freigeschaltet ist”. Siehe Bildschirmfoto.

Das ist geradezu ein Musterbeispiel, wie PR im Netz nicht funktioniert. Da gibt es öffentliche Kritik an einem Onlineshop – und statt sich der Fehler anzunehmen und diese zu beheben, versucht man sie zu vertuschen. Das ist so ziemlich der allerfalscheste Weg, den Lubbe in meinen Augen hat beschreiten können. Kritische Nutzerstimmen einfach entfernen zu lassen, zeigt in meinen Augen, dass bei Beam eBooks tatsächlich einiges im Argen liegen muss. Wenn man begründete negative Kritik erhält, dann beseitigt man den Grund und nicht die Kritik.

[Update 18:06 Uhr]: Auf der Webseite von Beam eBooks ist die vermeintlich gute Wertung “sehr gut” bei Trusted Shops immer noch zu sehen. Verfolgt man den Link, kommt man allerdings auf die oben gezeigte Fehlerseite. Nach meiner Ansicht grenzt das schon an Betrug. Die andere Möglichkeit ist natürlich, dass da neuerdings jemand für die Webseite verantwortlich ist, der vom #neuland keine Ahnung hat.

Screenshot Beam

 

Geht Beam eBooks gerade den Bach runter?

Geht Beam eBooks gerade den Bach runter?

Beam-BewertungenBeam eBooks war mal eine grandiose Plattform, um DRM-freie Verlags-eBooks aber auch solche von Selfpublishern zu kaufen. Funktionierte problemlos und wenn mal irgendwas nicht geklappt hat oder man Fragen hatte, beantwortete der ehemalige Betreiber, Herr Kaufmann, diese oft innerhalb von Minuten. Das galt auch für den Kontakt als Selfpublisher.

Beam eBooks wurde im September 2014 von Luebbe übernommen, schon damals sorgten sich etliche über die Zukunft der Plattform, eine Sorge die offensichtlich begründet war.

Denn:

Zuerst die merkwürdigen Mails und sich widersprechenden Antworten zum Thema “ab 18 eBooks” (siehe hier, hier, hier und hier).

Wirft man mal einen Blick auf die Seite zu Beam eBooks beim Onlinehändlerbewertungsdienst Trusted Shops, muss man leider feststellen, dass es seit dem 13.06.2015 ausschließlich mangelhafte Bewertungen hagelt. Downloads sind nicht durchführbar und Abos werden nicht erfüllt – Geld wird natürlich trotzdem eingezogen. Dabei reagiert der Kundenservice offensichtlich überhaupt nicht, weder per Email, noch ist jemand telefonisch erreichbar.

Luebbe täte gut daran, diese Probleme umgehend zu beheben, denn zahlende Kunden derart im Regen stehen zu lassen, ist die beste Methode, seine Kunden nachhaltig zu verlieren.

[Update 13:00]: Scheint ganz schön kaputt zu sein. Ich kann mich mit meinen Logindaten nicht mehr anmelden, die angeforderte Email zum Zurücksetzen des Passworts kommt nicht. Somit habe ich keinen Zugriff auf meine gekauften eBooks mehr.

[Update 28.06.15]: Interessanterweise ist bei Trusted Shops auf einmal eine “sehr gut”-Besprechung aufgetaucht. Auch bei diesem Nutzer hat der Download nicht funktioniert, angeblich wurde aber durch den Support schnell geholfen. Ich kann das nicht bestätigen, ich warte seit Tagen auf den Passwortreset und auf Emails wurde ebenfalls nicht geantwortet. Man muss sich also fragen, wie echt diese Bewertung ist.

[Update 01.07.2015]: Nicht nur die kritischen Bewertungen, sondern gleich alle, wurden auf Trusted Shops entfernt.

Dank an Alex Jahnke für den Hinweis.

FSK auf eBooks: Luebbe die Dritte

FSK auf eBooks: Luebbe die Dritte

FSK18 eBookIch bekam tatsächlich noch eine weitere Antwort auf meine Fragen. Diesmal möchte ich diese aus Gründen der Übersichtlichkeit gleich an den jeweiligen Textstellen der Luebbe-Email kommentieren.
Interessant ist, dass man sich inhaltlich widerspricht. In der letzten Mail war davon die Rede, dass die Landesmedienanstalt nur ein Problem mit Klappentexten und Covern hatte, jetzt sind es doch auf einmal wieder die Bücher selbst. Alles in allem ist dieser gesamte Vorgang inkohärent und lässt eine logische Herangehensweise vermissen. Wie ich bereits sagte: Ich halte das alles für blinden Aktionismus.

Doch kommen wir zur Antwort Numero drei.

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FSK auf eBooks: Zweite Antwort von Luebbe

FSK auf eBooks: Zweite Antwort von Luebbe

FSK18 eBookNach meiner Rückfrage von gestern habe ich zwar keine konkrete Antworten auf meine Fragen bekommen, bei Luebbe hat man aber offenbar erkannt, dass man mit dem hektischen Aktionismus deutlich über das Ziel hinaus geschossen ist und verfasste eine neue Email an die “Handelspartner”, die ich weiter unten zitiere. Wie ich es aus dem Text der Landesmedienanstalt bereits entnommen hatte, drehte es sich bei den inkriminierten Telemedien ausschließlich um die Klappentexte und Buchcover auf der Webseite von Beam eBooks, eine zwingende Alterseinstufung für eBooks existiert meines Wissens ebenso wie für Printbücher nicht. Und dass die Landesmedienanstalt eindeutig pornografische Klappentexte und Cover anmahnt wundert mich nicht im Geringsten, dafür habe ich zudem vollstes Verständnis.

Interessant ist in der Antwort die erneute Zentrierung auf Verlage. Bisher war Beam insbesondere auch eine Selfpublisher-Plattform, auf der jeder veröffentlichen konnte. In den Emails von Luebbe ist immer nur von Verlagen die Rede, auch die Informationen zum ONIX-Format oder zu Metadaten, macht für Selfpublisher erst einmal wenig Sinn, denn diese werden die Informationen in den allermeisten Fällen per Hand eingeben.

Das Ganze macht mir den Eindruck, als seien dem neuen Betreiber der Plattform die Selfpublisher nicht mehr wichtig, oder als interessieren diese nicht. Das könnte darauf hinweisen, dass man sich ihrer kurz- oder mittelfristig entledigen möchte.

Im folgenden die aktuelle Email, Hervorhebungen in roter Farbe sind von mir:

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FSK auf eBooks: erste Antwort von Luebbe

FSK auf eBooks: erste Antwort von Luebbe

FSK18 eBookSoeben hatte ich thematisiert, dass Luebbe in ihrem Shop Beam eBooks plötzlich von den Verlagen und Selfpublishern verlangt, eine FSK-Kennzeichnung auf Büchern anzubringen, die nur für Personen über 18 Jahren geeignet sind. Daraufhin hatte ich einige Fragen gestellt, die in der soebenen Antwort fast alle ignoriert wurden:

Lieber Stefan Holzhauer,

danke für Ihre Nachricht.

Als Hintergrundinformation: wir werden in den letzten Monaten vermehrt von der Landesmedienanstalt abgemahnt.

Hier ein Auszug:

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FSK auf eBooks: Luebbe fängt schon mal an?

FSK auf eBooks: Luebbe fängt schon mal an?

FSK18 eBookNeulich habe ich mich länglich mit den Äußerungen seitens des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zum Thema FSK für eBooks auseinander gesetzt. Börsenvereins-Justiziar Sprang redete davon, dass eine Umsetzung durchgeführt werden muss, das aber noch bis 2017 Zeit hat (was ich schon nicht verstand, entweder der JMStV gilt für eBooks (auch jetzt bereits) oder er gilt nicht). Auf jeden Fall war nirgendwo die Rede davon, dass das sofort umgesetzt werden muss.

Bekanntermaßen wurde die Plattform Beam eBooks vor ein paar Wochen von Bastei Luebbe übernommen. Damals hatte ich schon Bedenken, auch wenn es hieß, es liefe alles weiter wie bisher. Auch ich vertreibe eBooks über Beam. Und bekam soeben eine Email, die mich erst einmal mit offenem Mund zurück ließ:

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Bastei-Luebbe übernimmt Beam-eBooks

Bastei-Luebbe übernimmt Beam-eBooks

beam-logoVerschiedene Medien berichten heute, dass der Verlag Bastei-Luebbe den eBook-Pionier Beam-eBooks übernommen hat. Hierfür wurde offenbar eine eigene Firma gegründet, denn im Impressum findet man als Firma neuerdings die “Beam GmbH” in Köln.

Beam-eBooks zeichnete sich in meinen Augen durch drei Faktoren besonders aus: die Bücher waren nicht durch harte DRM-Maßnahmen geschützt, Selfpublisher konnten dort vorurteilsfrei und problemlos veröffentlichen und Handhabung sowie Service waren vorbildlich.

Da mich interessierte, wie es weiter gehen wird, stellte ich soeben per Email ein paar Fragen, die Herr Kaufmann freundlicherweise kurzfristig beantwortete. Er wird in einer Übergangszeit noch für Beam arbeiten und die Arbeit dann nach und nach an andere übergeben.

Die angebotenen eBooks werden weiterhin DRM-frei sein. Das war im Prinzip schon abzusehen, denn auch Bastei-Luebbe verzichtet bei seinem eBook-Programm auf harte Kopierschutzmaßnahmen.

An den Konditionen für Selfpublisher ändert sich erst einmal gar nichts. Das gilt für alte Verträge ebenso wie für neu eingestellte eBooks. Im Moment sind auch keine Änderungen geplant, was die fernere Zukunft bringen wird, werden wir abwarten müssen. Es ist aber beruhigend zu wissen, dass in dieser Hinsicht erst einmal alles weiter geht, wie bisher.

Auch am Programm ändert sich nichts. Man hätte vielleicht annehmen können, dass Bastei direkte Konkurrenzprodukte wie beispielsweise PERRY RHODAN nicht vertreiben möchte, dem ist aber nicht so. Die Plattform ist breitbandig aufgestellt und soll auch nach dem Kauf noch breitbandiger werden, insbesondere den Serienbereich möchte man deutlich verstärken. Beam wird durch den Kauf also keinesfalls eine reine Plattform für Luebbe-Produkte.

Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Auf der einen Seite können Wissen und Geld des Verlags für einen Ausbau der Onlineplattform nur gut sein. Auf der anderen Seite verlieren wir einen wirklich unabhängigen Anbieter, der nun auch “nur noch” ein Verlagsangebot ist. Allerdings hat Luebbe unter anderem durch die Abkehr vom DRM gezeigt, dass sie im Gegensatz zu einem großteil der deutschen Verlagslandschaft in der Lage sind, sich den Kundenwünschen und Nutzungsrealitäten anzupassen.

Ich bin sehr gespannt, wie das weiter gehen wird.

Logo Beam-eBooks Copyright Beam GmbH

Heute und morgen kostenlos bei Beam-eBooks: SURVIVOR 1

Heute und Morgen ist das eBook SURVIVOR 1 kostenlos auf der eBook-Plattform Beam-eBooks erhältlich. Bei SURVIVOR handelt es sich um eine auf 12 Folgen ausgelegte SF-Serie, im ersten Band finden sich die Episoden eins bis vier. Das Ganze wird verfasst von Peter Anderson, die Illustrationen stammen von Arnd Drechsler.

Ein Raumschiff auf einem unbekannten Planeten. Drei der fünf Besatzungsmitglieder können sich nicht erinnern, wie sie an Bord gekommen sind. Die Mannschaft muss das Schiff verlassen – und findet sich in einer riesigen unterirdischen Fabrikanlage wieder. In diesem gewaltigen Komplex, von Rost und Verfall bedroht, arbeiten Wesen, die Menschen gleichen. Menschen mit asiatischen Gesichtszügen, die Chinesisch sprechen. Sie werden beherrscht von der Kaste der Wächter, die halb Mensch und halb Maschine sind.
Was ist geschehen? Sind die Bewohner der unterirdischen Stadt Freunde oder Feinde? Und werden Commander Ryan Nash und seine Crew den Rückweg zur Erde finden – wenn es die Erde überhaupt noch gibt? – Der überraschende Auftakt der ersten Staffel

Wie bereits geschrieben: heute und morgen für lau, danach kostet das bei Bastei Lübbe erschienene eBook 2,99 Euro. Auch weitere Folgen sind bereits erhältlich.

Creative Commons License

Cover SURVIVOR 1 Copyright Bastei Lübbe