Buch

Endlich: REISEZIEL UTOPIA jetzt auch als eBook erhältlich

Es hat etwas gedau­ert, aber nun ist es soweit: Die von Phan­ta­News prä­sen­tier­te SF-Antho­lo­gie REISEZIEL UTOPIA gibt es jetzt end­lich auch als eBook. Als ePub war es bereits ein paar Tage in allen mög­li­chen Shops erhält­lich, aller­dings hat­te der »Dienst­leis­ter« Libre­ka es nicht geba­cken bekom­men, es auch in den Kind­le-Shop zu stel­len, das hat jetzt funk­tio­niert. Noch­mal zur Erin­ne­rung:

Sci­ence Fic­tion – das bedeu­te­te in den ver­gan­ge­nen Jah­ren lite­ra­risch schwer­punkt­mä­ßig Dys­to­pien. Das war ein­mal anders, im gol­de­nen Zeit­al­ter der SF und auch noch in den 1970ern sah das Gen­re The­men wie Tech­no­lo­gie oder gesell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen oft­mals aus einem posi­ti­ven Blick­win­kel, beschrieb ein lebens­wer­te, eine bes­se­re Zukunft. Die vor­lie­gen­de Samm­lung von Kurz­ge­schich­ten möch­te an die­se Tra­di­ti­on der Sci­ence Fic­tion anknüp­fen und einen Blick in eine bes­se­re Zukunft ermög­li­chen — aber auch posi­ti­ve Uto­pien sind immer eine Fra­ge des Betrach­tungs­win­kels … 

Mit Geschich­ten von:

Anja Bagus, Vic­tor Boden, Die­ter Bohn, Car­men Capi­ti, Paul Tobi­as Dah­l­mann, Jens Geh­res, Mar­cus R. Gil­man, Her­bert Gla­ser, Ger­hard Huber, Daliah Karp, Tho­mas Kod­nar, Yann Krehl, Ingo Muhs, A. L. Nor­gard, Andre­as Raa­be, Doro­the Rei­mann, Ger­not Schatz­dor­fer, Olaf Stieg­litz und Joa­chim Tabac­zek.

Das eBook liegt als epub oder für den Kind­le vor und kos­tet gera­de mal 3,99 Euro.

Nach wie vor ist natür­lich auch die Papier­aus­ga­be erhält­lich, die bekommt man für 14,95 Euro.

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DER PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 654

Ostern ist vor­bei, die Eier sind ver­putzt, die Scho­ko­la­de längst auf den Hüf­ten gelan­det und zwi­schen­durch hat ein neu­er Monat begon­nen, der tra­di­tio­nell mit Fake News began­gen wird. Kein April­scherz ist aller­dings die 654. Aus­ga­be des PHANTASTISCHEN BÜCHERBRIEFS von Erik Schrei­ber, in dem die­ser die im März gele­se­nen Bücher und ande­re Medi­en vor­stellt.

Lei­der muss die aktu­el­le Aus­ga­be mit zwei Nach­ru­fen auf Uwe Hel­mut Gra­ve und Kate Wil­helm begin­nen. Danach gibt es dies­mal auf 23 Sei­ten Rezen­sio­nen aus dem Kate­go­rien Deut­sche und Inter­na­tio­na­le Phan­tas­tik, Jugend­li­te­ra­tur, Kri­mi & Thril­ler, Hör­spie­le und Comic.

DER PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF 654 liegt wie immer im PDF-For­mat vor und kann hier kos­ten­los her­un­ter gela­den wer­den.

Bücher­brief 654 März 2018 (PDF, ca. 1.5 MB)

Erschienen: GHOSTSITTER-Hörspiel Staffel 2

 

Die GHOST­SIT­TER-Hör­spie­le nach den Büchern von Mul­ti­ta­lent Tom­my Krapp­weis gehen in die nächs­te Run­de, denn ab sofort ist die von Bumm Film pro­du­zier­te zwei­te Staf­fel bei Audi­ble und Ama­zon Music DE erhält­lich.

Geeig­net für jung, alt, mit­tel­alt und untot!

 

Zum Inhalt:

Tom und sei­ne geis­ter­haf­ten Freun­de sind zurück! Der vier­zehn­jäh­ri­ge Tom Rös­chen­berg hat eine Geis­ter­bahn geerbt und alle Unto­ten dar­in sind höchst leben­dig! Und es bleibt span­nend für unse­ren jun­gen Ghost­sit­ter: Nicht nur, dass sich Vam­pir Vla­rad auf­grund über­mä­ßi­gen Kon­sums von Hams­ter­blut in einen sol­chen ver­wan­delt hat; nun steht auch noch der hun­derts­te Getods­tag von Wom­bie dem Zom­bie an. Dass dafür ein Voo­doo­dolch, ein magi­scher Ring und ein Zau­ber­kes­sel gebraucht wer­den und Wom­bie ohne das Ritu­al zu Staub zer­fal­len wird, macht die Sache nicht ein­fa­cher, Tom aber umso ner­vö­ser.

Natür­lich sind alle wild ent­schlos­sen, das aben­teu­er­li­che Ren­nen gegen die Zeit zu gewin­nen, um den gut­mü­ti­gen Wom­bie vor dem Zer­fall zu ret­ten. Zudem muss Tom all sei­ne detek­ti­vi­schen Fähig­kei­ten ein­set­zen, um das Rät­sel um die ver­schwun­de­ne Best­sel­ler­au­torin Tif­fa­ny Schus­ter zu lösen. Steckt sein Erz­feind Zoracz dahin­ter? Und was hat der geheim­nis­vol­le, mecha­ni­sche Clown im Inne­ren des Spie­gel­ka­bi­netts damit zu tun?

Als Stim­men konn­ten erneut nam­haf­te deut­sche Spre­cher gewon­nen wer­den, näm­lich zum Bei­spiel Hugo Egon Bal­der, Felix Strü­ven, Wigald Boning, Pau­li­na Rüm­mel­ein, Chris­toph Maria Herbst, Det­lev Tams, Joseph Han­nes­schlä­ger, Karim El Kamm­ou­chi, Carin C. Tiet­ze, David Gro­mer, Sabi­ne Lorenz, Nor­man Cös­ter und Sabi­ne Bohl­mann.

Zur Fei­er der Ver­öf­fent­li­chung gibt es die kom­plet­te ers­te Staf­fel für Ama­zon Prime-Kun­den umsonst – und das sind über acht Stun­den an Hör­ma­te­ri­al.

Pro­mo­gra­fik GHOSTSITTER Copy­right Ama­zon

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Leipziger Buchmesse 2018, Cosplayer, Rechte – und Toleranz

Ich hat­te in die­sem Jahr gar nicht dar­über berich­tet, dass schon wie­der mal anläss­lich der Leip­zi­ger Buch­mes­se die Cos­play­er-Sau durchs vir­tu­el­le Dorf getrie­ben wur­de. Mal wie­der hat­te irgend­ein Honk pos­tu­liert, dass die Cos­play­er auf der seriö­sen Mes­se nichts zu suchen hät­ten. Und über­haupt! Ich hat­te dies­mal des­we­gen nicht berich­tet, weil ich das Gan­ze inzwi­schen für einen müden PR-Stunt hal­te, um ins Gespräch zu kom­men.

Doch jetzt bleibt mir doch mal wie­der die Spu­cke weg. Auf der einen Sei­te schwa­dro­nie­ren die Mes­se­ver­an­stal­ter dar­über, dass sie selbst­ver­ständ­lich wegen der Mei­nungs­frei­heit (!!!einself!1!) auch rech­te Ver­la­ge auf der Leip­zi­ger Mes­se zulas­sen müs­sen. Dar­über kann man jetzt treff­lich dis­ku­tie­ren, letzt­lich kann man davon aus­ge­hen, dass man auf die Ein­nah­me der hor­ren­den Stand­ge­büh­ren auch von den Rech­ten ein­fach nicht ver­zich­ten möch­te. Mei­nungs­frei­heit ist aber natür­lich ein viel posi­ti­ver wir­ken­der Grund, als »wir wol­len Koh­le gene­rie­ren«. Wie gesagt: Dar­über kann man dis­ku­tie­ren, es gibt eine Men­ge Für und Wider, und Mei­nungs­frei­heit ist tat­säch­lich ein hohes Gut.

Wäh­rend man mit den Rech­ten also offen­bar kein Pro­blem hat, hält es der Mes­se­ver­an­stal­ter und hal­ten es des­sen Erfül­lungs­ge­hil­fen aller­dings offen­bar für not­wen­dig und völ­lig nor­mal, Cos­play­er auf unfass­bar dum­me und unver­schäm­te Art zu drang­sa­lie­ren. Klar: die Wahr­schein­lich­keit dass die sich weh­ren ist natür­lich erheb­lich gerin­ger als bei rech­ten Prot­ago­nis­ten, da weiß man nicht zuletzt seit der Buch­mes­se Frank­furt, dass die auch gern mal die Fäus­te spre­chen las­sen. Viel­leicht hat der ein­ge­setz­te Sicher­heits­dienst davor Angst und schi­ka­niert statt­des­sen lie­ber völ­lig harm­lo­se Cos­play­er?

Wor­über ich hier rede? Über einen Erfah­rungs­be­richt von Eli­se O. (Name auf Wunsch der Per­son geän­dert, Anm. d. Red.) auf Teil​zeit​hel​den​.de, der mich fas­sungs­los gemacht hat, und den man sich drin­gend mal durch­le­sen soll­te. (Edit 25.01.2021: Auf Wunsch der genann­ten Per­son wur­de der Arti­kel auf Teil­zeit­hel­den ent­fernt, des­we­gen muss­te ich auch hier den Link ent­fer­nen, man fin­det Infor­ma­tio­nen wor­um es ging bei hal​le​spek​trum​.de).

Wenn schon Tole­ranz, dann bit­te auch gegen­über den Fans. Ange­sichts sol­cher Über­grif­fe, Will­kür und sexis­ti­scher Sprü­che wären Maß­nah­men der Mes­se­lei­tung gegen den Sicher­heits­dienst drin­gend ange­ra­ten. Aber ich wage mal einen Blick in die Kris­tall­ku­gel: Es wird nichts gesche­hen und im nächs­ten Jahr dann das­sel­be.

Mer­ke: Rech­te wer­den tole­riert, Cos­play­er nicht.

Logo Leip­zi­ger Buch­mes­se Copy­right Leip­zi­ger Mes­se GmbH

Neu bei Splitter: BLACK HAMMER – VERGESSENE HELDEN

Essex Coun­ty, Sweet Tooth, Der Unter­was­ser­schwei­ßer, Des­cen­der, Moon Knight, Old Man Logan – eine Lis­te der Wer­ke des kana­di­schen Comic-Autors Jeff Lemi­re liest sich wie eine Art Best-Of der letz­ten zehn Jah­re Comic­ge­schich­te. Lemi­res Sto­ries leben von den Facet­ten des Zwi­schen­mensch­li­chen, die sie abbil­den, und zie­hen ihre Ener­gie aus einem meist eher düs­te­ren emo­tio­na­len Spek­trum.

Inso­fern scheint eine Gol­den-Age-Super­hel­den-Sto­ry wie BLACK HAMMER so gar nicht zu Lemi­res Stil zu pas­sen. Aber das Leben der ver­ges­se­nen Hel­den von Spi­ral City, die nach einem fata­len Gefecht auf einer gott­ver­las­se­nen Farm fest­sit­zen, bie­tet mehr als genug Anknüp­fungs­punk­te für Beob­ach­tun­gen sehr spe­zi­el­ler Dyna­mi­ken zwi­schen Super­hel­den. Oder anders aus­ge­drückt: Wenn ein All-Ame­ri­can-Hero im Ren­ten­al­ter, ein Kriegs­herr vom Mars mit Iden­ti­täts­kri­se, eine 50-jäh­ri­ge im Kör­per einer Grund­schü­le­rin mit Super­kräf­ten, eine fluch­be­la­de­ne Sumpf­he­xe und ein dimen­si­ons­rei­sen­der Space-Cap­tain samt müt­ter­li­chem Robo­ter-Side­kick gezwun­gen sind, eine bizar­re Kern­fa­mi­lie zu bil­den, tun sich nicht nur meta­pho­ri­sche Abgrün­de auf.

Dean Orm­s­ton (Sand­man, Luci­fer) setzt Black Ham­mer geni­al in Sze­ne, und zusam­men mit dem neun­fach Eis­ner-prä­mier­ten Kolo­ris­ten Dave Ste­wart hat er ein Art­work geschaf­fen, das die Optik der Gol­den Age ein­fängt, aber zugleich moder­ner, visu­el­ler Dra­ma­tik ihren Platz ein­räumt.

Black Ham­mer gewann 2017 den Eis­ner Award als bes­te neue Serie. Band 2 erscheint im Juni bei Split­ter, das ers­te Spin-off Sher­lock Fran­ken­stein & die Legi­on des Teu­fels im Sep­tem­ber. Wei­te­re Bän­de sind in Pla­nung. Die deut­sche Über­set­zung von Black Ham­mer erscheint mit Unter­stüt­zung des Kana­di­schen Kul­tur­rats (Cana­da Coun­cil for the Arts).

Copy­right Cover und Quel­le der Pres­se­mit­tei­lung: Split­ter Ver­lag

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lbm18: Die Buchkäufer – Ja wo laufen sie denn hin?

Wie immer gab es zur Eröff­nung der Buch­mes­se Leip­zig sal­bungs­vol­le Wor­te vom Bör­sen­ver­eins-Vor­ste­her Hein­rich Rieth­mül­ler. Und wie eigent­lich immer bekom­me ich Griffspu­ren im Gesicht, wenn ich Tei­le dar­aus lese, ange­sichts der Rea­li­täts­fer­ne, bezie­hungs­wei­se der Evo­lu­ti­ons­re­sis­tenz, die aus den Wor­ten spricht.

Den Text sei­ner Rede beim Bör­sen­blatt habe ich oben ver­linkt. Ich möch­te mal drei Punk­te her­aus grei­fen, um dar­auf ein­zu­ge­hen.

Aus­sa­ge eins: Zwi­schen 2013 und 2017 sind der Bran­che im Publi­kums­markt sechs­ein­halb Mil­lio­nen Buch­käu­fer ver­lo­ren gegan­gen, das ist ein Rück­gang um 18 Pro­zent.

Aus­sa­ge zwei: Den­noch waren die Umsät­ze in den letz­ten zehn Jah­ren sta­bil (was immer genau »sta­bil« auch hei­ßen mag ..?).

Aus­sa­ge drei: Die sozia­len Medi­en sind schuld!!einself!1!

Hal­ten wir mal fest: Der Buch­markt ver­liert laut Aus­sa­ge des Bör­sen­ver­eins-Chefs fast ein Fünf­tel sei­ner Kun­den und den­noch blei­ben die Umsät­ze sta­bil? Und ange­sichts des­sen hört man seit Jah­ren ein stän­di­ges Heu­len und Zäh­ne­klap­pern aus der Bran­che, wie schlecht doch alles gin­ge und wie böse die Welt sei? Da bleibt mir die Spu­cke weg. Ande­re Bran­chen hät­ten so einen Käu­fer­rück­gang nicht »mal eben so« ver­kraf­tet. Und man muss sich fra­gen, war­um trotz eines der­art dras­ti­schen Weg­bre­chens der Kun­den die Umsät­ze sta­bil blei­ben, denn das ist wohl die Kern­fra­ge? Weil Bücher mas­siv ver­teu­ert wur­den? Oder weil der Rest viel mehr kauft als vor­her? Letz­te­res hal­te ich für eher unwahr­schein­lich.

Zur Fra­ge »ja wo lau­fen sie denn hin?« sagt Rieth­mül­ler:

Gemein­sam mit Ver­la­gen, Buch­hand­lun­gen und Markt­for­schern unter­su­chen wir der­zeit die Moti­ve der Buch­ab­wan­de­rer. War­um grei­fen die Men­schen heu­te weni­ger zum Buch, was machen sie statt­des­sen?

Ja. Was – zum Teu­fel – machen die wohl statt­des­sen?

Ich habe bereits 2010 und 2014 the­ma­ti­siert, dass sich die­se Bran­che dar­über im Kla­ren sein muss, dass sie in direk­ter Kon­kur­renz mit ande­ren Medi­en steht, wenn es um die Auf­merk­sam­keit und Zeit der Kun­den geht. Das Inter­net nimmt immer mehr Raum im Leben der Men­schen ein, noch mehr, seit sozia­le Medi­en Ver­brei­tung gefun­den haben. Zumal »das Inter­net« ohne­hin für eine erheb­li­che Band­brei­te an unter­schied­li­chen Medi­en­for­men steht, für einen Pool aus Ange­bo­ten zur Infor­ma­ti­ons- und Inter­es­sens­be­frie­di­gung, sowie Unter­hal­tung. Es ist längst nicht mehr so, dass es allein um Web­sei­ten im WWW geht, son­dern um viel mehr. Das ist ein Teil die­ser omi­nö­sen »Digi­ta­li­sie­rung«.
Apps bie­ten eben­so wie Com­pu­ter- und Video­spie­le für Cent­be­trä­ge Unter­hal­tung für zahl­lo­se Stun­den, wohin­ge­gen man für ein Buch ver­gleichs­wei­se ein Ver­mö­gen aus­ge­ben muss. Die ers­te Nin­ten­do-Gene­ra­ti­on hat die 50 über­schrit­ten und spielt bis heu­te wie selbst­ver­ständ­lich wei­ter­hin Com­pu­ter­spie­le, eben­falls eine direk­te Kon­kur­renz – die­se Bran­che hat es zudem geschafft, über Casu­al Games wie Farm­ville oder Bubble Witch auch noch ganz neue Per­so­nen­krei­se anzu­spre­chen, die bis­her nicht gera­de Video­spiel-affin waren. Und die Älte­ren, die damit so gar nichts anfan­gen kön­nen, sind nicht unsterb­lich …
Und seit­dem ich das damals schrieb, kam auch noch das Video­strea­ming hin­zu, das den Kon­su­men­ten unab­hän­gig vom Sen­de­plan linea­rer Fern­seh­an­bie­ter oder vom Besitz phy­si­scher Video­kon­ser­ven macht, es ste­hen Unmen­gen von Fil­men und Fern­seh­se­ri­en jeder­zeit zur Ver­fü­gung – und all das eben­falls zu ver­gleichs­wei­se güns­ti­gen Prei­sen, ver­gli­chen mit Büchern. Und wäh­rend man sich frü­her, wenn es »nichts im Fern­se­hen gab«, ein Buch gegrif­fen hat, klickt man sich heu­te durch Net­flix oder Ama­zon Video, da fin­det man immer was. Fin­det man auch da nichts, ist eine Run­de Beje­we­led auf dem Smart­phone oder Tablet nur einen Hand­griff ent­fernt.
Und bei all die­sen zu kon­su­mie­ren­den Medi­en haben wir noch nicht ein­mal betrach­tet, dass es immer mehr Men­schen gibt, die in ihrer Frei­zeit selbst Din­ge gestal­ten oder Wer­ke erschaf­fen, die ihre Hob­bies durch eige­ne Sei­ten im Web ver­brei­ten. Eben­falls haben wir nicht betrach­tet, dass die Armut in Deutsch­land dra­ma­tisch ansteigt – wenn das Geld kom­plett für Nah­rungs­mit­tel und Woh­nung drauf geht, bleibt nun mal nichts mehr für Bücher übrig, aber eine App für 99 Cent geht viel­leicht.

Statt sich dar­über klar zu wer­den, dass es längst einen inten­si­ven Krieg vie­ler ver­schie­de­ner Anbie­ter um die Auf­merk­sam­keit der Men­schen gibt, ist das ein­zi­ge Sin­nen und Trach­ten die­ser Bran­che, Bücher noch teu­rer zu machen, um noch mehr Umsät­ze zu gene­rie­ren (wir erin­nern uns an wei­ter oben, ich fra­ge noch­mals: Wie sonst soll­te man erklä­ren, dass die Umsät­ze ange­sichts des dra­ma­ti­schen Käu­fer­rück­gangs »sta­bil« blei­ben?). Statt ihr Medi­um attrak­ti­ver zu machen, auf wel­chem Weg auch immer? Dass es die­sen Krieg um die Auf­merk­sam­keit gibt, hät­te man in den ver­gan­ge­nen Jah­ren mit­be­kom­men könn­ten, denn der ist alles ande­re als okkult, und wer sich mit Medi­en befasst, dem soll­te er eigent­lich längst bewusst sein. Statt­des­sen möch­te Rieth­mül­ler jetzt erst ein­mal »mit Markt­for­schern unter­su­chen« wohin die Kun­den gewan­dert sind. Bis es aus der Rich­tung Ergeb­nis­se gibt, die außer ihm eh jeder bereits kennt, beschul­digt er mal schnell die Sozia­len Medi­en?

Das ist mit »Rea­li­täts­fer­ne« noch sehr freund­lich umschrie­ben, und die Markt­for­schung gab es bereits, denn vor einem ganz ähn­li­chen Pro­blem ste­hen auch die Fern­seh­sen­der.

Die Sozia­len Medi­en? Rieth­mül­ler hat natür­lich, auch ohne auf die Ergeb­nis­se aus der »Markt­for­schung« zu war­ten, bereits einen Feind im Visier, den man für all die Unbill mit unwil­li­gen Buch­käu­fern ver­ant­wort­lich machen kann:

Ers­te Ergeb­nis­se von Befra­gun­gen zei­gen zwei­er­lei. Zum einen bestä­ti­gen die Befrag­ten, was wir alle wohl ver­mu­ten. Fast uni­so­no berich­ten sie von einer gro­ßen Zeit­knapp­heit und Über­for­de­rung im All­tag, nicht zuletzt durch Social Media.

Hier völ­lig unre­flek­tiert die Social Media-Sau durchs Dorf zu trei­ben, wie es der­zeit zu etli­chen Pro­ble­men bei Ahnungs­lo­sen beliebt zu sein scheint, ist der ein­fa­che Weg. Und er ist in die­ser Kon­se­quenz falsch. Ja, selbst­ver­ständ­lich erfor­dern auch Sozia­le Medi­en Auf­merk­sam­keit, die woan­ders fehlt, aber das ist nur ein Punkt in einer lan­gen Lis­te, die ich wei­ter oben ange­deu­tet habe (durch Job und die Not­wen­dig­keit der stän­di­gen Erreich­bar­keit gestress­te Men­schen suchen zudem mög­li­cher­wei­se auch leich­te­re, schnel­le­re Ablen­kung als aus­ge­rech­net ein Buch …). Die Schluss­fol­ge­rung, dass die Men­schen haupt­säch­lich durch Social Media der­art mas­siv über­for­dert wer­den, dass sie des­we­gen kei­ne Bücher mehr lesen – ent­schul­di­gung – kau­fen, kann eigent­lich nur Per­so­nen ein­fal­len, die sich mit moder­nen Medi­en- und Unter­hal­tungs­for­men nicht wirk­lich aus­ein­an­der­set­zen, son­dern statt­des­sen nur schnell einen Buh­mann suchen. Und den in den Sozia­len Medi­en fin­den, die man in der Bran­che ohne­hin nicht ver­steht und für eine simp­le, uni­di­rek­tio­na­le Wer­be­flä­che hält, was zahl­lo­se Auf­trit­te von Ver­la­gen auf Face­book und Co. immer wie­der vor Augen füh­ren. Da wird nur Wer­bung raus­ge­pumpt, ech­te Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Fol­lo­wern über All­ge­mein­plät­ze und Wort­hül­sen hin­aus fin­det nicht statt. Das macht jeder Self­pu­blisher bes­ser.

Und es ist lei­der mei­ner Ansicht nach exem­pla­risch für eine rück­wärts­ge­wand­te, tech­nik-unaf­fi­ne, ana­lo­ge, – eben evo­lu­ti­ons­re­sis­ten­te – Bran­che, die ihre Kun­den mit einer untaug­li­chen Ver­kaufs-Platt­form nach der ande­ren ver­grault oder in Ama­zons Arme treibt, und mit feuch­ten Träu­men über Preis­er­hö­hun­gen für Bücher den Ast auf dem sie sitzt schon weit durch­ge­sägt hat.

Die Buch­bran­che hat den Auf­merk­sam­keits­krieg bereits ver­lo­ren, bevor sie über­haupt bemerkt hat, dass es einen gibt.

Bild: sto​ckun​li​mi​t​ed​.com

Crowdfunding: DAS STEAMPUNK-HANDBUCH FÜR MONSTERJÄGER

Ab heu­te kann man auf Start­next am Crowd­fun­ding für DAS STEAMPUNK-HANDBUCH FÜR MONSTERJÄGER teil­neh­men. Dabei han­delt es sich um die ins Deut­sche über­setz­te Fas­sung des ursprüng­lich eng­lisch­spra­chi­gen Foto­ban­des A STEAMPUNK GUIDE TO HUNTING MONSTERS. Auf der Pro­jekt­sei­te kann man lesen:

Fünf Jah­re Arbeit, über 80 Kos­tü­me, auf die Geschich­te abge­stimm­te Set­tings und unzäh­li­ge Foto-Shoo­tings: Das ist ein klei­ner Aus­zug aus der Ent­ste­hungs­ge­schich­te zu A STEAMPUNK GUIDE TO HUNTING MONSTERS, dem reich bebil­der­ten Rei­se­ta­ge­buch einer fik­ti­ven eng­li­schen Mons­ter­jä­ge­rin. Wir möch­ten das Buch des ame­ri­ka­ni­schen Künst­lers und Foto­gra­fen Tyson Vick auch dem deutsch­spra­chi­gen Publi­kum zugäng­lich machen, und das in hoch­wer­ti­ger Aus­stat­tung und trotz­dem zu einem bezahl­ba­ren Preis.

Wie immer gibt es ver­schie­de­ne Pled­ge­le­vel bei denen man unter­schied­li­che Gim­micks erhält, neben dem Hand­buch bei­spiels­wei­se Post­kar­ten oder einen exklu­si­ven Kalen­der. Wer nur das Buch möch­te, muss gera­de mal 29 Euro inves­tie­ren.

Alle wei­te­ren Infor­ma­tio­nen auf der Pro­jekt­sei­te bei Start­next. Teil­neh­men kann man per Über­wei­sung, Kre­dit­kar­te und Sofort­über­wei­sung.

Cover­aus­schnitt DAS STEAMPUNK-HANDBUCH FÜR MONSTERJÄGER Copy­right Lys­an­dra Ver­lag

Es ist da: REISEZIEL UTOPIA

Ges­tern tru­del­ten die druck­fri­schen Exem­pla­re beim Ver­lag ein, das bedeu­tet: ab sofort ist die von Phan­ta­News prä­sen­tier­te, von Ste­fan Holz­hau­er her­aus­ge­ge­be­ne und bei der Edi­ti­on Roter Dra­che erschie­ne­ne Sto­ry­samm­lung REISEZIEL UTOPIA erhält­lich.

Man erhält das Buch beim ein­schlä­gi­gen Buch­han­del, online wie off­line, es wäre aber ganz gran­di­os, wenn ihr das direkt beim Ver­lag bestellt, denn da hat der am meis­ten von – und Klein­ver­la­ge haben nun mal weder das Geld noch die Markt­macht wie gro­ße Publi­kums­ver­la­ge, da hilft eine Direkt­be­stel­lung ganz erheb­lich. Das Bes­te: Der Ver­sand inner­halb Deutsch­lands ist ver­sand­kos­ten­frei.

Zum Buch:

Sci­ence Fic­tion – das bedeu­te­te in den ver­gan­ge­nen Jah­ren lite­ra­risch schwer­punkt­mä­ßig Dys­to­pien. Das war ein­mal anders, im gol­de­nen Zeit­al­ter der SF und auch noch in den 1970ern sah das Gen­re The­men wie Tech­no­lo­gie oder gesell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen oft­mals aus einem posi­ti­ven Blick­win­kel, beschrieb ein lebens­wer­te, eine bes­se­re Zukunft. Die vor­lie­gen­de Samm­lung von Kurz­ge­schich­ten möch­te an die­se Tra­di­ti­on der Sci­ence Fic­tion anknüp­fen und einen Blick in eine bes­se­re Zukunft ermög­li­chen — aber auch posi­ti­ve Uto­pien sind immer eine Fra­ge des Betrach­tungs­win­kels … 

Mit Geschich­ten von:

Anja Bagus, Vic­tor Boden, Die­ter Bohn, Car­men Capi­ti, Paul Tobi­as Dah­l­mann, Jens Geh­res, Mar­cus R. Gil­man, Her­bert Gla­ser, Ger­hard Huber, Daliah Karp, Tho­mas Kod­nar, Yann Krehl, Ingo Muhs, A. L. Nor­gard, Andre­as Raa­be, Doro­the Rei­mann, Ger­not Schatz­dor­fer, Olaf Stieg­litz und Joa­chim Tabac­zek.

Die Print­fas­sung (ISBN: 978–3‑946425–45‑8) ist 366 Sei­ten stark und kos­tet 14,95 Euro. Die eBook-Ver­si­on erscheint in Kür­ze.

DER PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF

Neu­er Monat neu­er Bücherbreif. Wie Erik Schrei­ber in sei­ner Begleit­mail schreibt, war der Febru­ar kurz und die Zeit knapp. Dies­mal liegt ein Schwer­punkt in Bespre­chun­gen aus den Gen­res deut­sche Phan­tas­tik und Comics.

Rezen­siert wer­den unter ande­rem Armin Röß­lers DIE NADIR-VARIANTE, Anna Ste­phens’ WÄCHTER UND WÖLFE sowie das Comic EINE WELT UNTER HYDRA von Nick Spen­cer.

DER PHANTASTISCHE BÜCHERBRIEF liegt wie immer als PDF vor und kann hier kos­ten­los her­un­ter gela­den wer­den.

Bücher­brief 653 febru­ar 2018 (PDF, ca. 2,3 MB)

REISEZIEL UTOPIA: Preflight Check

Die von Ste­fan Holz­hau­er (also mir) her­aus­ge­ge­be­ne und von Phan­ta­News prä­sen­tier­te Sto­ry­samm­lung REISEZIEL UTOPIA befin­det sich im Pref­light Check. Bei Rake­ten­starts ist das die Pha­se kurz vor dem Launch, bei der noch­mal die Sys­te­me durch­ge­gan­gen wer­den. In unse­rem Fall bedeu­tet das, dass die Druck­da­ten am Mitt­woch Vor­mit­tag bei der Dru­cke­rei sein sol­len, falls kei­ne außer­ge­wöhn­li­chen Kata­stro­phen mehr pas­sie­ren (wovon wir nicht aus­ge­hen).

Und das bedeu­tet dann wie­der­um, dass REISEZIEL UTOPIA pünkt­lich zur Buch­mes­se in Leip­zig erschei­nen wird und dort vor Ort erwor­ben wer­den kann. Der Ver­lag, also Edi­ti­on Roter Dra­che wird mit einem Stand ver­tre­ten sein, und zwar in

Hal­le zwei, Stand­num­mer J318.

Und danach wird die Antho­lo­gie dann auch bestell­bar sein, sowohl direkt beim Ver­lag (das ist der bes­te Plan, inner­halb von Deutsch­land por­to­frei), als auch im Buch­han­del oder bei Ama­zon.

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