Meist harmloser Nerd mit natürlicher Affinität zu Pixeln, Bytes, Buchstaben und Zahnrädern. Konsumiert zuviel SF und Fantasy und schreibt seit 1999 online darüber.
Wie immer am Monatsanfang trudelte eine neuer Bücherbrief ein. Erik Schreiber setzt sich auch diesmal mit Werken aus dem Bereich Phantastik auseinander, auf die er im vergangenen Monat gestoßen ist. Der vorliegende Bücherbrief 607 dreht sich um den Mai 2014. Neben den zahllosen rezensionen findet man diesmal auch zwei Nachrufe auf Mary Stewart, Michael Szameit und HR (Hansruedi) Giger.
Im Bereich deutsche Phantastik befasst sich der Bücherbrief diemal unter anderem mit Alfred Wallons DARK WORLDS (Verlag Torsten Low), David Falks DER LETZTE KRIEGER (Piper) und Vanessa Busses ANGRIFF AUS DEM NICHTS (Blitz Verlag). Bei der internationalen Phantastik liest man über Ben Aaronivitchs DER BÖSE ORT, Scott Lynchs dritten Teil der Locke-Lamora-Abenteuer mit dem Titel DIE REPUBLIK DER DIEBE und Alexey Pahovs SCHATTEN.
Weiterhin werden besprochen Jugendliteratur, Krimis, Hörbücher & Hörspiele, Magazine & Fanzines, Comics und diesmal sogar ein Spiel, nämlich NORDERWIND von Klaus Teuber, erschienen bei Kosmos.
Der Phantastische Bücherbrief 607 liegt als PDF vor und kann hier heruntergeladen werden:
Im Essener Papierverzierer-Verlag erschien soeben der Phantastik-Roman DUNKELLICHT von Martin Ulmer. Das Besondere daran: Der Mystery-Thriller spielt in Dortmund! Kämpfer, Magiker und Gelehrte leben hier, mitten unter uns.
Vor menschlichen Augen verborgen spielt sich seit Jahrtausenden ein unerbittlicher Kampf zwischen der Bruderschaft des Lichtes und der Bruderschaft der Dunkelheit ab. Jedoch bringt das spurlose Verschwinden vieler Brüder und Magiker die Überlebenden an den Rand der Verzweiflung. Etwas anderes regt sich inmitten der menschlichen Welt und bedroht das Gleichgewicht der Kräfte.
Johannes, Ella, Antoine, Martus und Edgar heißt das Quintett, das unfreiwillig in die Rolle der Weltretter schlüpfen soll. Menschen, Brüder und Magiker kämpfen gewöhnlich nicht Seite an Seite, doch ein ungewöhnliches Schicksal bringt sie zusammen. Ohne es zu ahnen, bereiten sie sich auf einen Kampf vor, dem sie mit ihren magischen und menschlichen Kräften kaum gewachsen scheinen. Hat sie tatsächlich nur das Schicksal zusammengeschmiedet oder steckt mehr dahinter?
DUNKELLICHT hat einen Umfang von 380 Seiten und kann als Printausgabe oder eBook erworben werden. Erstere kostet 14,95 Euro, für letztere muss man 6,99 Euro berappen. Wer den Verlag unterstützen möchte, bestellt direkt dort.
DUNKELLICHT
Martin Ulmer
Mystery-Thriller
20. Juni 2013
Taschenbuch:
432 Seiten, EUR 14,95
ISBN 978–3‑944544–61‑8
Kindle: EUR 6,99
ASIN: B00KIGJABG
Papierverzierer-Verlag
Man benötigt nicht viel, um einen robotischen Barkeeper zu bauen, der einem dann bis zur Besinnungslosigkeit Drinks mixt, nur einen Arduino, einen 3D-Drucker und etwas Geschick. Na gut, auch noch ein paar Pumpen. Kosten, wenn man Arduino und Drucker bereits besitzt: ca. 180 Dollar.
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Netflix reiht sich bei denen ein, die Marvel-Comics in bewegte Bilder umsetzen, denn sie produzieren eine DAREDEVIL-Serie. Die hat erst in den letzten Tagen für einigen Aufruhr gesorgt, denn der ursprünglich geplante Showrunner Drew Goddard (CABIN IN THE WOODS) ist gerade erst gegangen (worden?). Er sollte nicht nur das Drehbuch für den Piloten verfassen, sondern auch als ausführender Produzent fungieren. Man munkelt über »kreative Differenzen« mit Marvel Entertainment. Der neue Serienchef ist Steven S. DeKnight, dieser hat bei SPARTACUS und SMALLVILLE bewiesen, was er kann.
Gerade wurde auch bekannt gegeben, wer den Anwalt aus Hell´s Kitchen Matthew Michael Murdock alias DAREDEVIL spielen soll: für die Rolle ausgesucht wurde Charlie Cox (STERNWANDERER, BOARDWALK EMPIRE). Ja, mir kommt er auch etwas jung vor, aber man darf vermuten, dass es eine Origin-Story werden wird, ähnliche wie bei SMALLVILLE, ARROW oder demnächst FLASH.
Drei weitere Marvel-Helden werden eine eigene Netflix-Serie bekommen: Jessica Jones, Luke Cage, and Iron Fist. Die Shows werden miteinander interagieren und sollen in eine weitere Serie namens THE DEFENDERS kulminieren. Das hat meines Wissens nach im Fernsehen so auch noch niemand gemacht. Ach stimmt, Netflix ist ja auch gar kein Fernsehen …
Bild: Charlie Cox 2008, von Charlieowen1994, aus der Wikipedia, CC BY
Time Loops im Stil des ewigen Murmeltiertags, das morbide Spiel mit Doppelgängern im phantastischen Film und das Geheimnis der psychologischen Thriller von Patricia Highsmith sind die Themen der Juni-Ausgabe des monatlichen F&SF-Magazin NAUTILUS – Abenteuer & Phantastik.
Falls man in die Vergangenheit zurück reisen könnte, würde man damit die eigene Zukunft verändern? Könnte man sich selber oder den eigenen Großeltern begegnen? Und würde die Ermordung des Großvaters in der Vergangenheit die eigene Existenz in der Zukuft auslöschen, so dass es einen niemals gegeben hat und man folglich auch gar nicht in die Vergangenheit reisen würde? Diese und weitere Paradoxe zur Idee von Zeitreisen und Zeitschleifen in Wissenschaft und Phantastik hinterfragt die Ausgabe 123, 06/2014, der NAUTILUS anläßlich der aktuellen Kinostarts von gleich zwei entsprechenden SF-Filmen: Hauptdarstellerin Emily Blunt berichtet im Interview zum neuen Alien-SF- und Time Loop-Referenzthriller Edge of Tomorrow ausführlich über die Dreharbeiten, und zu X‑Men: Zukunft ist Vergangenheit gibt es einen Bericht vom Set mit Regisseur Bryan Singer sowie ein Gespräch mit Publikumsliebling Peter Dinklage, der hier den fiesen und Mutanten-hassenden Roboter-Erfinder Bolivar Trask verkörpert, dessen tödliche Erfindung mittels Zeitreise in die Vergangenheit verhindert werden soll. Begleitend zu den Filmfeatures gibt es einen Sachartikel über die verzwickte Logik der Zeitparadoxe und eine Galerie der sehenswertesten phantastischen Filme mit Zeitschleifen.
Um die befremdliche Begegnung mit einem Doppelgänger geht es im verstörenden und tödlich endenden Psycho-Thriller Enemy von Regisseur Denis Villeneuve mit Hauptdarsteller Jake Gyllenhaal in einer Doppelrolle vollkommen gleich aussehender Personen, die per Zufall aufeinander treffen. Ein begleitender Sachartikel beleuchtet die grundlegenden Strukturen und Muster des Doppelgänger-Motivs im Genre des phantastischen Films mittels zum Verwechseln gleich aussehender Personen, böser Zwillinge, Klone, fieser Körperfresser und mörderischer Identitätsdiebe. Der Identitätsdieb und charmante Psychopath Tom Ripley war auch die erfolgreichste und gleich mehrfach verfilmte Erfindung der Thriller-Autorin Patricia Highsmith, die mit ihren psychologischen Krimis das Subgenre des Whydunit erschuf. Zur aktuellen Inszenierung ihres Psycho-Thrillers Die zwei Gesichter des Januars berichten im Heft der Hauptdarsteller Viggo Mortensen und der Regisseur und Drehbuch-Autor Hossein Amini, der mit dieser sehenswerten Verfilmung sein Regie-Debüt gibt. Das Geheimnis der Krimi-Plots von Patricia Highsmith, die in ihrem Werk stets die dunkleren Aspekte der handelnden Personen zwischen psychologischem Schrecken und makaberen Morden auslotet, erforscht in Roman und Film ein ausführlicher Begleitartikel.
Weiterhin im Heft ist eine Werkschau der Superhelden des Marvel-Universums seit der Firmengründung als Comic-Verlag und eine Übersicht aller bisherigen und kommenden Verfilmungen bis zum Jahr 2016, die Vorschau auf die phantastischen Filmstarts im Juni, aktuelle DVD- und Blu-ray-Besprechungen, die Übersicht zu kommenden F&SF-Romanen mit Autoren-Kurzinterviews und im Games-Teil Entwickler-Gespräche zu den Fantasy-Games Bound by Flame und Dark Souls II sowie eine Übersicht zu neuen und empfehlenswerten Games kleiner und unabhängiger Spiele-Labels, die mit frischen Ideen und jeder Menge Spielspaß glänzen.
Die Juni-Ausgabe kann bereits seit Anfang Mai kostenlos auf der Magazin-Homepage www.fantasymagazin.de online durchgeblättert werden, und neben der nun erschienenen Print-Ausgabe im Zeitschriftenhandel gibt es das Heft auch als ePaper für PC, als App für Apple iOS, für Android im Google Play Store und bei Amazon für den Kindle Fire. Zudem kann man das Magazin auf Amazon im Abonnement beziehen.
Seit der Übernahme der STAR WARS-Rechte durch Disney sieht es für Computerspiele im Universum von Han Solo und Darth Vader nicht gut aus. Zuerst kam das Aus für den aminitionierten Shooter STAR WARS 1313, der Erwachsene als Zielgruppe hatte und damit möglicherweise nicht ins Portfolio des Micky Maus-Konzerns passte.
Jetzt hat es den Multiplayer-PvP-Shooter STAR WARS ATTACK SQUADRONS erwischt. Vor erst wenigen Monaten war das browserbasierte Game angekündigt worden, bei dem man in den aus der erste Trilogie bekannten X‑Wings oder TIE-Fightern gegeneinander hätte antreten sollen.
Bereits vor dem Ende der Beta-Phase wurde nun die Produktion eingestellt. Das dürfte daran liegen, dass aus Kreisen der Betatester zu hören war, das Spiel sei schlecht. Zu deutlich auf Casual Gamer ausgelegt und offenbar durch die browserbasierung qualitativ minderwertig. Man darf davon ausgehen, dass der Stöpsel gezogen wurde, weil man aus Imagegründen kein schlechtes Spiel auf die Fans loslassen wollte.
Damit ist die Chance auf einen coolen Space-Shooter im STAR WARS-Universum im Stil der damals bahnbrechenden X‑WING, TIE-FIGHTER oder X‑WING: ALLIANCE mal wieder auf Null gesunken. Naja, was solls, wenn STAR CITIZEN und ELITE: DANGEROUS erfolgreich sein werden, wird vermutlich auch bei LucasFilm und dem Maus-Haus wieder der Wunsch entstehen, bei Space-Shootern mitverdienen zu wollen.
Promofoto Copyright The Walt Disney Conpany und LucasFilm
Es ist noch gar nicht lange her, da schallte es aus den heiligen Hallen der Publikumsverlage: »Ach, dieses Selfpublishing. Das ist ja total niedlich. Aber ernst nehmen sollte man das nicht. Die wahren Helden der Literatur sind wir, die Verlage. Wir haben das grob seit der Jungsteinzeit gemacht und wir wissen wie das geht. Diese Amateure mit ihrem Geschreibsel das wir nicht haben wollen, darf man nicht ernst nehmen. Das mit dem Selfpublishing ist morgen wieder vorbei.«
War es aber nicht. Selfpublishing boomt, nicht nur in den USA, sondern auch hier bei uns. Und jetzt haben sogar die Verlage auf ihrem Literatenross erkannt, dass das a) nicht wieder so einfach weggeht und b) ordentliche Umsätze generiert werden. Und was ist die logische Konsequenz? Auf einmal will man auch ein Stück von diesem Kuchen haben. Die PR-Abteilungen salbadern natürlich was das Zeug hält, aber man sollte sich keinen Illusionen hingeben: Die machen das nicht aus Menschenfreundlichkeit, oder weil sie Selfpublisher so toll finden, sondern weil sie Kohle abseihen wollen.
Das ist aber auch ein grandioses Konzept: Man wartet einfach mal, ob einer dieser niedlichen Selfpublisher mit viel Mühsal und Arbeit erfolgreich ist – und erlaubt ihm dann gönnerhaft, doch im ach so tollen, namhaften Verlag zu veröffentlichen. Nachdem er bereits Bücher unters Volk geworfen hat, sich einen Namen gemacht und nachdem er sich schon den Arsch aufriss, um Werbung zu machen und auf den Sozialmedien eine Fanbase aufzubauen. Dann erst fragt man an. Prima Idee, nichts getan und trotzdem ein neues Produkt. Und dann speist man den Autor, nachdem er stumm vor Glück ob des Verlagsangebots den Knebel-Buyout-Vertrag unterschrieben hat, wie immer mit Peanuts ab.
Mal ganz deutlich: Selfpublishing und Verlage passen nicht zusammen. Der Kern der Idee beim Selbstveröffentlichen ist, dass man selbst veröffentlicht. In vielen Fällen ist der Hintergrund, dass eben diese Verlage die Romane gar nicht haben wollten und der Autor deswegen zur Selbsthilfe griff. Und mit was? Mit Recht! Wenn ihr zehn Bücher – egal ob als eBook oder CreateSpace-Printwerk – verkauft, dann habt ihr ein Vielfaches von dem eingenommen, was ihr bekommt, wenn ihr bei einem Verlag unterschreibt und dort hunderte abgesetzt werden. Und sie behaupten auch noch dreist, sie würden ja Werbung für euch machen. Tun sie nicht, wenn ihr nicht Hohlbein oder Heitz heißt. Wenn ihr das nicht glaubt, dann fragt mal vergleichsweise unbekannte Autoren, die bei Publikumsverlagen veröffentlicht haben. Werbung? Fehlanzeige. Ihr braucht die nicht, ihr braucht vielleicht einen Lektor, möglicherweise einen Coverdesigner, eventuell einen Dienstleister für Layout oder technische Umsetzung eines eBooks. Aber das sind dann Dienstleister, die ihr bezahlt und die euch deswegen hofieren. Im Normalfall suggeriert euch ein Verlag, dass ihr die Bittsteller seid, und benimmt sich entsprechend.
So ziemlich alle Selfpublishing-Dienstleister abseits von Amazon sind in Deutschland nun in Verlagshand. Billiges Bestseller-Scouting. Aber keine gute Nachricht, denn damit wird die Idee des Selfpublishing ad absurdum geführt. Ist es denn wirklich so erstrebenswert, unbedingt bei einem Verlag unterzukommen? Ich bezweifle es.
p.s.: Für die Nichtprogrammierer: das »!=« im Bild bedeutet »nicht gleich«
Im Februar 2013 hatte ich die Branchenplattform buchhandel.de besucht und einem Test unterzogen. Die Ergebnisse dieses natürlich rein subjektiven Tests sind mit »ernüchternd« nur sehr unzureichend zu umschreiben.
Damals hieß es kurz danach auf boersenblatt.net:
Wir wollen gemeinsam mit dem Buchhandel die Plattform in den nächsten Monaten komplett überarbeiten. Das betrifft zum Einen die Darstellung, die Suche und den Bestellprozess …
Da ich heute dank eines Backlinks nochmal über meinen Artikel gestolpert bin, dachte ich, ich könnte doch mal nachsehen, was sich da inzwischen getan hat, es sind ja immerhin fast 16 Monate vergangen. Mehr als genug Zeit, um die Plattform wie angekündigt zu verbessern.
Und was sehen meine Augen? Die Seite ist in exakt demselben traurigen Zustand wie zum Zeitpunkt meines Tests. Es gibt keinerlei Verbesserung oder auch nur minimalste Veränderungen an der Suche. Geänderte Bedingungen bei der Bestellung kann ich ebenfalls nicht feststellen. Auch das Design ist exakt dasselbe wie weiland, also altbacken und an den linken Rand gequetscht.
Ich habe mal die »normale«, also nicht die Profisuche, verwendet und nach »Alan Dean Foster« gesucht. Da gibt es tatsächlich Treffer. Fünf Stück. Wenn ich diese Suche bei Amazon eingebe, zeigen mir die 714 Treffer, die sich auch wirklich alle auf den US-Autor beziehen.
Bahnbrechend. Mit dieser Arbeitsverweigerung will man gegen Amazon anstinken?
Vom Team das beispielsweise auch für RALPH REICHTS verantwortlich zeichnete kommt der nächste Animationsfilm aus dem Hause Disney. Er trägt den Titel BIG HERO 6 und basiert auf einem gleichnamigen Marvel-Comic. Inhaltlich wurde der allerdings ein wenig angepasst, denn die Handlung spielt nicht mehr in Tokyo, sondern in »San Fransokyo«.
Zum Inhalt:
BIG HERO 6 is a heartfelt comedy adventure about robotics prodigy Hiro Hamada, who learns to harness his genius—thanks to his brilliant brother Tadashi and their like-minded friends: adrenaline junkie Go Go Tamago, clean freak Wasabi No-Ginger, chemistry whiz Honey Lemon and fanboy Fred. When a devastating turn of events catapults them into the midst of a dangerous plot unfolding in the streets of San Fransokyo, Hiro turns to his closest companion—a cutting-edge robot named Baymax—and transforms the group into a band of high-tech heroes determined to solve the mystery.
Betrachtet man den Trailer und vergleicht das mit dem Cover des Comics, wurde die Handlung allerdings offenbar deutlich verändert und disneyesk verniedlicht. Sieht aber trotzdem gar nicht schlecht aus. Regie führen Don Hall (WINNIE THE POOH) und Chris Williams (BOLT), es produziert Roy Conli (TANGLED).
US-Kinostart ist Anfang November 2014, bei uns in Deutschland leider erst am 29.01.2015 (die Verleiher-Deppen, sowas wäre doch ein perfekter Weihnachtsfilm).
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Die nächste Runde im großen Amazon-Gebashe seitens der Buchbranche ist eingeläutet. Auf den einschlägigen Plattformen wie Börsenblatt.de und ähnlichen produzieren sich Figuren aus Börsenverein und restlicher Branche mit Schaum vor dem Mund ob der Unverschämtheiten Amazons.
Doch was ist passiert? Fangen wir mal damit an, dass gerade vor ein paar Tagen gemeldet wurde, Amazon habe beim Onlineverkauf von Büchern einen Anteil von ungefähr 80%. Das ist viel. Fast schon ein Monopol. Und was kann man machen, wenn man fast schon ein Monopol hat? Na klar: an der Preisschraube drehen. Und genau das macht Amazon gerade. Der US-Konzern verlangt von Verlagen statt der üblichen Rabatte auf eBooks in Höhe von 30% nun neuerdings 40 bis 50 %. Verlangen kann man das mal, ein Verlag muss darauf nicht eingehen. Amazon reagiert auf die Weigerung, indem sie die Bücher dieser Verlagsgruppe nur verzögert ausliefern.
Nein, das ist nicht nett. Echt nicht.
Und? Ich kann mich an Berichte erinnern, dass Thalia angeblich ganz ähnliche Nummern durchgezogen haben soll. Wenn man sich den Wünschen der Kette nicht unterwarf, dann wurden Bücher halt in der Besenkammer neben dem Notausgang ausgestellt, statt auf prominent platzierten Tischen. Wo blieb denn da der große Aufschrei? Oder anders gefragt: Warum jetzt das Geheule? Weil es damals quasi branchenintern blieb und heute Amazon als branchenfremde Firma dasselbe durchzieht – und man darf sich nur innerhalb der Buchbranche über den Tisch ziehen? Oder was?
Es ist immer wieder dasselbe: Die Buchbranche, allen voran der Börsenverein, deren Obermuftis regelmäßig Gift und Galle in Richtung Amazon speien, hätte sich schon vor Jahren auf den Arsch setzen müssen, um gemeinsam eine Plattform zu etablieren, die Amazon Paroli bieten kann, sowohl was das Angebot, aber auch die immense Kundenfreundlichkeit angeht. Einzelne oder der legendäre kleine Buchhändler können das nicht stemmen, eine ganze Branche aber schon. Doch stattdessen köcheln haufenweise Protagonisten eigene Süppchen, die allesamt mehr oder weniger unerfolgreich sind. Warum tun die das? Einfach: weil jeder von ihnen selbst das große Geld verdienen will und das dem Rest nicht gönnt. Das ist kurzsichtig und dumm.
Genauso kurzsichtig und dumm ist es, wenn man Nischenprodukte (gerade aus dem Phantastik-Bereich) in der Buchhandlung nicht bekommt, weil sie in irgendwelchen okkulten Katalogen nicht gelistet sind. Amazon hat die. Dann bestelle ich dort. Ähnliches gilt für englische Taschenbücher und eBooks: wenn die beim Buchhändler oder in Branchenshops das doppelte bis fünffache des Amazon-Preises kosten, dann ist auch hier klar, wo ich kaufe.
Der Ausweg: Eine große Plattform, vorurteilsfrei und gegen ein angemessenes Entgeld (und eben nicht mit völlig überteuerten Einstell- oder Jahresgebühren, und auch nicht mit überzogenen Verkaufsbeteiligungen) auch für die Produkte von Kleinverlegern und Indie-Autoren, kundenfreundliches Agieren, schnelle Lieferung. Faire Einbindung auch kleiner Buchhandlungen, denen man beispielsweise eBook-Käufe anteilig gutschreiben lassen kann. Das kann doch nicht so schwer sein, dass es in all den Jahren noch nicht geschafft worden ist? Und warum arbeitet keiner daran?
Solange die Branche sich lieber gegenseitig ausstechen will, wird Amazon der lachende Dritte bleiben. Wenn die Branche nicht schnell mit einem Angebot wie oben skizziert aus der Höhle kommt, das allerdings auch funktionieren muss (diverse hochgehypte Angebote der letzten Jahre waren unerträgliche Rohrkrepierer, weil man vorher nicht mal jemanden gefragt hat, der sich damit auskennt), dann bleibt Amazons Marktmacht erhalten und wird sich auch noch steigern.
Angesichts der Tatsache, dass die Buchbranche es aber seit Jahren nicht schafft, ein auch nur ansatzweise ähnlich attraktives Angebot auf die Beine zu stellen, und auch jetzt nichts davon zu sehen ist, halte ich das Dauergeheule für peinlich bis lächerlich.
Er kann mit E‑Readern überzeugen, die anders als der Kindle dem Kunden seine Freiheit lassen.
… dann kann ich das nur als Volksverdummungsversuch werten. Er hat offenbar noch nie versucht, ein mit Adobe DRM verseuchtes Buch auf einem eReader abseits des Kindle zu lesen. Wenn er das für »Freiheit lassen« hält, kann ich nur vorsätzliche Falschaussage oder massive Realitätsverluste vermuten.
Quintessenz: Liebe Buchbranche: Ruft nicht nach dem Gesetzgeber. Werdet einfach besser als Amazon. Wie wäre es damit? Dann wird auch wieder bei euch gekauft und Amazon könnte keine Raubritterkonditionen mehr verlangen (das macht dann vielleicht wieder irgendeine namhafte Buchhandelskette …). Wenn der Börsenverein hier federführend ist, dann stoppt das vielleicht sogar die Austrittswelle, die es gerade dem Vernehmen nach geben soll.
Ich würde wirklich gern wieder bei euch kaufen. Macht es mir doch einfach leicht, das auch zu können. Tretet gegenüber den Kunden sympathisch auf. Entschlackt euch. Gönnt euch gegenseitig Umsätze. Dann kann Amazon sehen, wo es bleibt.
p.s.: Ach ja – wenn euch das Verhalten Amazons so stört, dann verkauft doch einfach nicht mehr über die Plattform? Was? 80% Marktanteil? Ah so …
p.p.s.: Wenn das Freihandelsabkommen mit den USA durchgewunken wird, werdet ihr euch wundern, was Amazon dann noch alles kann …
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